Ventilspieleinstellung und Temperatur

VW Käfer 1200

Das Ventilspiel muss man bei kaltem Motor machen. So weit ist mir das schon bekannt. Die Frage ist - was bedeutet kalt? Mit anderen Worten: wie lange muss er stehen, damit er als kalt gilt?

Zum Hintergrund der Frage. Mein Orangener, bei dem ich das machen möchte, steht auf dem Stellplatz am Haus. Ich habe also zur Auswahl: entweder dort machen und alle Aufmerksamkeit der Nachbarschaft auf sich ziehen, oder mit dem Käfer vor die Garage fahren wo der Weiße steht und dort machen. In diesem Fall müsste ich aber warten, bis der Motor kalt genug ist. So heiß wird er aber nicht sein, denn die Strecke ist sehr kurz, noch nicht mal 1 km.
Was würdet Ihr machen oder mir empfehlen? Und eine Sache ganz klar vorweg - den Weißen aus der Garage raus und über Nacht woanders stellen, kommt ganz definitiv nicht in Frage. Also bitte nicht auf diese Idee kommen.

155 Antworten

Zitat:

@GLI schrieb am 8. Juli 2021 um 09:12:01 Uhr:


Ich benutzte sicher schon 10 Jahre dieselben Ventildeckeldichtungen, […] Wenn es mit den alten dicht wird, warum nicht?

Ah, dann bin ich in guter Gesellschaft! 🙂

Zitat:

trotz fast jährlicher Kontrolle/Einstellung...

Das fand ich interessant. In den Bücher habe ich von Intervallen zwischen 5000 km und 10000 km gelesen. Normalerweise macht man mit dem Käfer keine 5000 km im Jahr (Alltagskäfer ausgenommen), schätze ich, und trotzdem überprüfst Du es jährlich. Darf ich fragen warum? Um ruhiger schlafen zu können? Weil es als Teil des Hobbys Spaß macht? Weil es sich bei Dir schnell verstellt?

Zitat:

Ich hab allerdings damals Anfang der 2000er neue Bügel und Deckel von VW verbaut, als diese noch erhältlich und bezahlbar waren (irgendwann waren sie ja nur noch ersteres).

Ich fand die Bügel bei dem Orangenen nicht so bombenfest. Auf jeden Fall nicht so wie bei dem anderen Käfer. Die (orange) hätte man auch mit Finger ab und draufbekommen, bei dem Sommerkäffer hatte ich keine Chancen. Und trotzdem ist alles trocken (orange) und bei dem weißen ist die Unterkante vom Ventildeckel (nur links) immer ölfeucht.

Auf jeden Fall sehen die Köpfe gut sauber aus, kein Ölschmodder, kein Schlamm, kein Stau von Bitumen.

Öl scheint er in guter Qualität und rechtzeitig bekommen zu haben.

Ein Auslass mit 0,2 ist nur ein rein akustisches Problem. Er tickert halt leicht...

Nur 0,1 ein technisches, das wird warm.

Zitat:

@schleich-kaefer schrieb am 8. Juli 2021 um 11:10:11 Uhr:


Das fand ich interessant. In den Bücher habe ich von Intervallen zwischen 5000 km und 10000 km gelesen. Normalerweise macht man mit dem Käfer keine 5000 km im Jahr (Alltagskäfer ausgenommen), schätze ich, und trotzdem überprüfst Du es jährlich. Darf ich fragen warum? Um ruhiger schlafen zu können? Weil es als Teil des Hobbys Spaß macht? Weil es sich bei Dir schnell verstellt?

Das Auto ist sein 2004 in Betrieb. Mag sein, dass, wenn ich wüsste wie oft das Ventilspiel tatsächlich eingestellt wurde, der Durchschnitt eher in Richtung zweijährlich geht...
So megaviel Spaß macht es mir nicht und die Hobby-Autos sehen (im Gegensatz zu den Alltagsautos) leider keine absolut regelmäßige Wartung. Aber ich hatte glaub ich bisher jedes Mal den Eindruck, dass zumindest bei einzelnen Ventilen eine Justage angebracht war.
Außerdem hab ich 125km täglichen Arbeitsweg, großteils Autobahn, so dass der Motor, wenn ich denn mal mit dem Typ 3 zur Arbeit fahre, auch richtig heiß wird. Da will ich dass das Ventilspiel stimmt.
Das km-Intervall zur Ventilspieleinstellung erreiche ich definitiv nicht. Ich bemühe mich aber auch zumindest einmal im Jahr die Vorderachse abzuschmieren.

Zitat:

Ich fand die Bügel bei dem Orangenen nicht so bombenfest. Auf jeden Fall nicht so wie bei dem anderen Käfer. Die (orange) hätte man auch mit Finger ab und draufbekommen, bei dem Sommerkäffer hatte ich keine Chancen. Und trotzdem ist alles trocken (orange) und bei dem weißen ist die Unterkante vom Ventildeckel (nur links) immer ölfeucht.

Mit den Fingern würde es bei mir auch eher nicht gehen.

Zur Bildergalerie von Schleich_Käfer- sehr saubere Arbeit.

Nicht, dass ich Dir dreckige Ventildeckel an Deinen Motor wünsche, aber wieso Staub und Schmutz immer nur auf meinen sedimentieren, bedürfte langsam einer Erklärung...

Sind die Ventile oben noch plan und nicht wie meine aufbereiteten und aus Feigheit nicht wieder eingebauten Auslassventile, schon etwas hohl, so messen die Fühlerlehren etwa mit einer Genauigkeit im Bereich eines Hunderdstel Millimeters.

Bei sorgfältigem Arbeiten ist dann eine Einstellgenauigkeit von 0,02 mm verlässlich erreichbar, wenn auch in der praktischen Anwendung noch einige Fehlerquellen zusätzlich in Erscheinung treten können.

Zum Messen der Istwerte ist die Abstufung der gebräuchlichen Fühlerlehren allerdings recht grob, mit einer Messuhr bist Du hier wesentlich besser aufgestellt.

Liebe Grüße aus dem fernen Wien

Inschinehr

Teilweise aufbereitete Auspuffventile
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Zitat:

@Inschinehr schrieb am 9. Juli 2021 um 16:47:38 Uhr:


Zur Bildergalerie von Schleich_Käfer- sehr saubere Arbeit.

Danke.

Eine Frage noch. Ich habe die Riemenscheibe auf die Delle gedreht bis der Finger auf die Kerbe zeigte (und dabei natürlich überprüft, ob das Kabel an dieser Position wirklich zum ersten Zylinder führt) *). Der Finger stand dabei etwas neben der Kerbe. Warum? Weil diese Markierung nur Schätzeisen ist?

EDIT: *) Ich habe zusätzlich noch überprüft, ob die Ventile gegenüber sich überschneiden. Das taten sie. Sicher ist sicher. 🙂

Riemenscheibe
Verteiler

Auf der Riemenscheibe ist imho keine Markierung für den OT, sondern für 7,5 und 10° vor OT.
Beim Ventile einstellen muss die Position aber eh nicht so ganz genau sein, sie sind "recht lange" zu.
Wenn du nur auf die Riemenscheibe schauen würdest, wäre das Risiko dass du daneben liegst, weil 2 Takte daneben - Überschneiden checken ist richtig, aber Verteilerfinger auf Kerbe ist viel einfacher...

Zitat:

@elch1964 schrieb am 9. Juli 2021 um 19:57:23 Uhr:


Auf der Riemenscheibe ist imho keine Markierung für den OT, sondern für 7,5 und 10° vor OT.

Ich dachte, die Delle (und die gleichliegende linke Kerbe) sind OT.

WICHTIGER HINWEIS: Die rechter Kerbe wurde vom Vorbesitzer eingeflext.

Hier im Forum gefunden, ziemlich wie bei mir:
https://www.motor-talk.de/.../riemenscheibe-i209380713.html

Oder:
http://www.peters-pixworx.de/.../Riemenscheibe_markiert.jpg

Zweifingerprobe: lassen sich die Stößelstangen (frei) drehen...?

Aber das hatten wir ja schon längst.

Zitat:

@jof schrieb am 9. Juli 2021 um 20:51:33 Uhr:


Zweifingerprobe: lassen sich die Stößelstangen (frei) drehen...?

Aber das hatten wir ja schon längst.

Ja, das hatten wir und ich habe diese Probe dieses Mal auch gemacht.

Glaube wir hatten das ebenfalls kürzlich... aber um den OT herum sind die Ventile etwa +/-90 Grad (Riemenscheibe, nagelt mich nicht genau auf die Gradzahl fest) noch unbetätigt und "einstellbar". Es würde also wirklich nur eine grobe Positionierung ausreichen.

Und ja: die Markierung am Verteiler ist nur zur Orientierung. Du musst nur erkennen, dass der Finger nicht 180° verdreht ist.

Zitat:

@Beetle1960 schrieb am 9. Juli 2021 um 22:31:11 Uhr:


Glaube wir hatten das ebenfalls kürzlich... aber um den OT herum sind die Ventile etwa +/-90 Grad (Riemenscheibe, nagelt mich nicht genau auf die Gradzahl fest) noch unbetätigt und "einstellbar". Es würde also wirklich nur eine grobe Positionierung ausreichen.

Ja, das ist mir mittlerweile bekannt und ich kann mich noch sehr gut an den langen Thread letztes Jahr erinnern. Meine Frage war nur: ist die Delle = OT? Unabhängig davon, dass das unwichtig für Ventilspiel Einstellung ist.

Meine zweite Frage war: was ist der Grund, dass der Finger nicht genau auf die Kerbe im Verteilergehäuse zeigt.

Alles nur aus Neugier, ohne Wissenschaft draus zu machen.

EDIT: OK, Du hast es ergänzt.

Zitat:

@Beetle1960 schrieb am 9. Juli 2021 um 22:31:11 Uhr:


Du musst nur erkennen, dass der Finger nicht 180° verdreht ist.

Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstehe.

Zitat:

@schleich-kaefer schrieb am 9. Juli 2021 um 22:40:17 Uhr:



Zitat:

@Beetle1960 schrieb am 9. Juli 2021 um 22:31:11 Uhr:


Du musst nur erkennen, dass der Finger nicht 180° verdreht ist.

Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstehe.

Die Riemenscheibe steht auch beim ZZP des dritten Zylinders in der selben Position. Da ist dann aber der Verteilerfinger um 180° verdreht.

Beobachte einfach einmal. Eine Umdrehung an der KW bewirkt nur eine halbe Umdrehung an der Verteilerwelle. Beim Viertakter gibts ja nur jede zweite Abwärtsbewegung des Kolbens einen Arbeitstakt...

Zitat:

@Naxel63 schrieb am 9. Juli 2021 um 23:59:42 Uhr:



Zitat:

@schleich-kaefer schrieb am 9. Juli 2021 um 22:40:17 Uhr:


Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstehe.

Die Riemenscheibe steht auch beim ZZP des dritten Zylinders in der selben Position. Da ist dann aber der Verteilerfinger um 180° verdreht.

Ah, das da. Ja klar.

der Zündzeitpunkt variiert um ca. 50° Damit der Funken in der Verteilerkappe vom Verteilerfinger zum Zündkabelanschluß einen kurzen Weg hat, ist der Finger an der Überschlagstelle breit gezogen. Wenn der Motor steht ist der Zündzeitpunkt spät. Tendenziell steht der Finger auf "früh".

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