Simple Frage
Hallo liebe VW-Fahrer,
ich komme aus dem BMW-Bereich, aber habe mal eine Frage. War gerade mit nem Kumpel in seinem neuen Golf 5 unterwegs und man kann dort ganz einfach schalten, ohne die Kupplung zu treten?! Ist das normal, also mir ist bis jetzt kein Auto über den Weg gelaufen wo das geht (zumindest so kinderleicht, man kann die Gänge mit dem kleinen Finger einlegen) ?
MfG
Beste Antwort im Thema
Zitat:
@brociek96 schrieb am 8. März 2015 um 08:51:39 Uhr:
Ey Leute, ihr braucht mich echt nicht zu verarschen, es ist mein voller Ernst. Im Stand kann man da ganz einfach die Gänge durchschalten, ohne die Kupplung zu treten...
Bei 'Motor aus' kein Thema 🙂
29 Antworten
Zitat:
@Golfschlosser schrieb am 8. März 2015 um 12:23:52 Uhr:
Warum machst du nicht gleich gescheite Angaben? 🙁Wenn das so ist, dann kannst sicher mit der Kiste auch nicht fahren, ergo ist da irgendetwas faul. Angefangen von defekter Schaltung über defekter Kupplung bis abgerissene Antriebswelle.
Die Hütte fährt ganz normal 😕
Zitat:
@HardWithStyle schrieb am 8. März 2015 um 12:45:27 Uhr:
Wo du dieses ganze wissen nur her nimmst 😁 finde ich aber immer gut und verständlich erklärt
Ja, ich wundere mich manchmal auch selbst... 😉
Könnte ggf. mit meiner Berufsausbildung und meinem Studium zusammenhängen, bereits im letzten Jahrtausend... 😁
Die Angabe "Schalten geht auch ohne Kupplung, Anfahren nicht" stammt z.B. u.a. von meinen Berufsschullehrern und den ausbildenden Alt-Gesellen und Meistern in meinem damaligen Lehrbetrieb, einer großen MB-Vertragswerkstatt, die alles reparierte, was einen Stern hatte - oder eben auch nicht, von PKW über LKW bis hin zu Bus, Unimog und MB-trac. 🙂
Stimmt, man kann durchaus im Notfall auch ohne Kupplung unterwegs sein. Im Idealfall startet man das stehende Fahrzeug mit eingelegtem 1. Gang. Der Motor springt dann ruckend an und man rollt mit Standgas. Dann leicht Gas geben, so dass man je nach Übersetzung ca. 1500 Umdrehungen anliegen hat. Fuß vom Gas, Ganghebel in Leerlaufposition bringen. Jetzt kommt das eigentlich schwierige: Bei der Geschwindigkeit, die im 2. gang bei Standgas anliegt, den Schalthebel sanft Richtung 2. Gang drücken. Je genauer es paßt, desto leichter rutscht der Schalthebel in den Gang. Das kann man wiederholen, bis man im letzten Gang ist.
Man kann auch stärker beschleunigen und beim Schalten in den nächsthöheren Gang Gas geben, um die im folgenden anliegende Drehzahl zu treffen. Ist allerdings schwieriger und Schätzfehler machen sich stärker bemerkbar in Form von Zähneklappern im Getriebe.
An den Fragesteller sei gerichtet: Was du sagst, ist technisch unmöglich. Es geht nicht, dass bei laufendem Motor und stehendem fahrzeug die Gänge problemlos ohne auskuppeln geschaltet werden. Sollte das gehen, ist irgendwas an der Kraftübertragung defekt und das Fahrzeug könnte nicht mehr fahren.
Zitat:
...beim Schalten in den nächsthöheren Gang Gas geben...
Stimmt das so?
Eigentlich kuppelt man beim Hochschalten zweimal (zwischenkuppeln),
was ohne Kupplung naturgemäß nicht möglich ist...
und gibt
Zwischengas beim Herunterschalten, oder?
Beides, um die Synchronisation zu erleichtern bzw. zu unterstützen.
Ich meine ja, denn es flutscht nur, wenn du beim Einlegen des nächsten Gangs möglichst eakt die Drehzahl am Motor hast, die man für die Geschwindigkeit im neuen Gang braucht.
Rollst du also mit 50km/ und der Motor ist auf Leerlaufdrehzahl und du willst den dritten oder vierten Gang einlegen, wird das nicht klappen ohne Kupplung. Wenn du den Motor aber auf bspw. 2000 Touren bringst und das die Drehzahl ist, die dann anliegen würde, sollte der Schalthebel geschmeidig reinflutschen.
Ich weiß schon, was du mit Zwischengas und Doppelkuppeln meinst, aber da geht es ja primär um die Synchronisation. Wenn die Synchronringe defekt sind, dann kann man mit Zwischengas usw. trotzdem noch fahren. Dann sollte aber zumindest die Kupplung noch funktionieren.
Wenn aber die Kupplung defekt ist, funktioniert die Synchronisation ja trotzdem. Die wird ja durch den Schalthebel bedient, den man mit Gefühl in die gewünschte Schaltgasse drückt. Deshalb soll man ja auch langsam und gefühlvoll schalten, da die Ringe einen Moment brauchen um zu synchronisieren. Das schnelle Durchreißen des Schaltknüppels belastet die Ringe stark.
In der hier beschriebenen Situation geht es ja eigentlich nur darum, dass Motor und Getriebe die gleiche Drehzahl haben und das läßt sich nur mit Gasgeben beim Schalten erreichen, sofern die neue Drehzahl nicht gleich der Leerlaufdrehzahl ist.
Vielleicht habe ich da aber auch einen Denkfehler, lasse mich insofern gern belehren.
Um die Drehzahlangleichung beim Synchronisationsvorgang zu erleichtern / zu unterstützen,
musst Du beim Hochschalten "verlangsamen"
(Zwischenkuppeln, die Motordrehzahl sinkt ja nach dem Schalten...)
und beim Herunterschalten "beschleunigen"
(Zwischengas, die Motordrehzahl steigt nach dem Herunterschalten),
wie u.a. auch im wiki-Link beschrieben.
Mit Durchreißen etc. hat das erst mal nichts zu tun, das sollte man generell unterlassen, ob mit Kupplung oder ohne.
Aber eigentlich ging es dem TE ja darum, dass er sich wundert, dass man die Gänge ohne getretene Kupplung im Stand durchschalten kann. Das erachte ich als nicht so verwunderlich, das erfolgt dann ja schließlich ohne Kraftfluss / Last und ohne Drehzahlangleichung per Synchronisation.
Zitat:
@fehlzündung schrieb am 8. März 2015 um 18:51:18 Uhr:
Wenn aber die Kupplung defekt ist, funktioniert die Synchronisation ja trotzdem. Die wird ja durch den Schalthebel bedient, den man mit Gefühl in die gewünschte Schaltgasse drückt. Deshalb soll man ja auch langsam und gefühlvoll schalten, da die Ringe einen Moment brauchen um zu synchronisieren. Das schnelle Durchreißen des Schaltknüppels belastet die Ringe stark.
Klar muss die Synchronisation noch funktionieren, sonst rappelt es halt im Gebälk. Die Synchronisation wird hier aber nicht über die Synchronringe hergestellt, sondern mit dem Gaspedal und sofern vorhanden mit der Motorbremse und der kinematischen Energie. Die Synchronringe sind ja mechanisch mit der Getriebewelle verbunden und gleichen die Getriebeeingangswelle mit den
loseauf den Getriebeabtriebswellen drehenden Schalträdern an, sofern die getrennte Kupplung ein Angleichen überhaupt ermöglicht. Beim Hochschalten fällt die Drehzahl eher nicht schnell genug ab, um ein geräuschloses Schalten zu ermöglichen, also ist der Tritt aufs Gaspedal nicht förderlich.
Gab sogar Fahrzeuge, die eine Bremse in der Kupplungsglocke hatten, um die Motordrehzahl schneller abklingen zu lassen.
Einen PKW, geräuschlos, ohne Synchronisation und ohne Kupplung zu schalten ist aber nochmals eine andere Herausforderung. Auf Anhieb kriege ich das jedenfalls nicht hin, was beim BW- Oldtimer oder dem unsynchronisierten Fullergertriebe problemlos ging.
Gruß
Also wenn man mal das unglaubliche Pech hat, dass sowohl Synchronisation, wie auch Kupplung defekt sind, sollte man vielleicht in Erwägung ziehen, einen Abschleppunternehmer zu bemühen.
Aber wir sind weg vom Thema: Wie auch immer, so kann es nicht gewesen sein, wie man uns hier erzählt. Was passiert denn, wenn der Gang bei laufendem Motor ohne Kupplung ganz leicht eingelegt werden kann? Fährt das Auto los? Bleibt es stehen? Wenn ja, wie setzt man es in Bewegung?
Wir drehen uns ein wenig im Kreise, oder?
Der TE sprach weiter unten von "im Stand" und noch gehe zumindest ich davon aus, dass er damit meinte "im Stand bei stehendem Motor" und eben nicht "im Stand bei laufendem Motor" -
sonst wäre es in der Tat fatal - oder ein Wandlergetriebe ohne Kriechneigung! 😁
[edit: SORRY, mea culpa, mein Fehler! Ich hatte den erklärenden dritten oder vierten Beitrag des TEs
Zitat:
Also ist ein Golf 1.4 80 PS, Schaltgetriebe. Ganz normal im Stand in Leerlaufdrehzahl kann man dort die Gänge durchschalten ohne Kupplung...
unabsichtlich aber tatsächlich wiederholt irgendwie überlesen und daher das ganze bis jetzt gerade nicht kapiert! Daher auch mein letzter Beitrag mit "ohne Kraftfluss etc.", der insofern jetzt natürlich Quatsch und hinfällig ist!
Sorry, das kann ich mir dann auch nicht erklären, es sei denn, es käme nicht zum eigentlichen Schaltvorgang im Sinne der Kopplung von Gangrad-Schaltmuffe-Welle, nur: warum sollte das so sein, dann müsste das Auto ja generell nicht fahrbar sein, weil kein Vortrieb erfolgt, oder?
Hm, muss mal in Ruhe überlegen - und künftig genauer lesen, was ich jemand anderem hier in einem anderen Thread gerade vorgeworfen hatte... 😰]
Da heute nicht der 1. April ist betrachte ich das ganze als ABM für beschäftigungslose Forenteilnehmer. Da lacht sich jetzt einer buckelig.
Auch beim DSG auf Stellung manuell kann man im Stand keine Gänge wechseln, man muss schon fahren.
Als ich vor 11 Jahren mein erstes Auto mit DSG von VW kaufte, war bei BMW übrigens noch nichts wirklich vergleichbares verfügbar. Das probegefahrene SMG II mit nur einer Kupplung war keine ernstzunehmende Konkurrenz.
Historie:
Schon 1959 wurden in Niederbayern Autos gebaut, die ein Vorwählgetriebe mit elektromagnetischer Ziehkeilschaltung hatten: Firma Glas, Modell Goggomobil T250
Diese Fa. wurde dann 1966 von BMW gekauft, irgendwoher musste ja das Know How kommen ;-)
Ja, erstmalig mit Zahnriemen: Glas 1004.
Aber: Lustig ist´s schon, man hat diskutiert, gemutmaßt und gerätselt und man hat was gelernt.
Ich z.B., dass ich besser lesen muss (was ich im allg. wirklich tue...), momentan schieb ich´s auf Alter - und die Ablenkung hier im Büro! 🙂