Schaltfaul: schadet das Meiden des 6. Gangs?
Habe eine Frage. Meine Frau weigert sich beharrlich bei unserem
Golf VI Plus in den 6.ten Gang zu schalten. Motor 105 Ps tsi.
Schadet diese Einstellung dem Motor?
Beste Antwort im Thema
Vielleicht hilft der Frau das, die Differenz wird vom Taschengeld abgezogen 😁
Wie man sieht, ist es teils wichtiger in der Stadt den richtigen Gang zu nutzen.
61 Antworten
In der Praxis kann das doch kein Fahrer mal eben im Kopf ausrechnen, welche Kombination bergauf/bergab am günstigsten ist. In der Praxis wird man beim Fahren mit Tempomat m.M.n. in 95% der Fälle den günstigsten Verbrauch haben. Und davon mal abgesehen ist es sehr bequem 😉
Erstmal grundsätzlich, bevor wahrscheinlich wieder eine Diskussion "Praxis oder Theorie" hochkocht:
Das sind alles "völlig" theoretische Erklärungen.
Einen aktuellen Praxistest gibt es m.E. nicht. Man kann das aber auch praktisch kaum prüfen und als normaler Autofahrer ist es m.E. niemals eindeutig feststellbar, welche der genannten "Methoden", die sich ja auch schon theoretisch nur sehr wenig unterscheiden, die bessere ist.
Die theoretische Annahme:
Bergauf mit völlig konstanter Geschwindigkeit, ideale konstante Steigung und bergrunter, natürlich zwingend die gleiche Streckenlänge (und damit Ausgangshöhe gleich Endhöhe) wie bergauf, ideales konstantes Gefälle ebenfalls mit konstanter Geschwindigkeit kann man machen. Den Übergangsbereich, was passiert an der Bergkuppe...) kann man m.E. vernachlässigen, da der bei unterstellt längerer Strecke kaum eine Rolle spielt.
Zur Vereinfachung muss bei diesen allgemeinen Betrachtungen mit einem konstanten Motorwirkungsgrad (spez. Kraftstoffverbrauch)gerechnet werden (der in der Praxis, auf mit dem tollsten Getriebe nicht erreicht wird)
Mit theoretischen Annahmen kann man auch die Verbrauchswerte in der Ebene bei konstanter Geschwindigkeit nach voll ziehen (z.B. die in den VW-Spritspartipps) und daher spricht auch nichts dagegen, Verbrauchswerte theoretisch bei Steigung oder Gefälle plus konstanter Geschwindigkeit zu ermitteln.
Für diese einfachen Fälle (Steigung und Gefälle) reichen die theoretische Annahmen m.E. in brauchbarer Näherung aus und wie schon gesagt:
Praktisch gibt es diese Bedingungen nicht und von daher kann man sie auch niemals genau überprüfen.
hallo @myinfo,
Aussagen bei einem Golf aus den 80ern sind natürlich schwer zu überprüfen. Ohne Kenntnis von CW-A und dem realen Gewicht, ist das nicht zu machen.
Zu Fall 3:
Der Durchschnitts-Verbrauch, den ich ausgerechnet habe, bezíeht sich ja bereits auf den, in der Praxis eher nicht angewandten Fall, dass der Wagen mit einer konstanten Geschwindigkeit den Berg runter rollt und der Motor dabei abgeschaltet ist. ich schrieb ja, dass der Durchschnittsverbrauch noch höher wäre, der Motor im Leerlauf nebenbei angeschaltet ist.
Die Methode mit dem Rollen plus Motor im Leerlauf, ist daher mit den angegebenen Werten beim Golf 6 die schlechteste.
@myinfo:
Zitat:
Zitat:
Original geschrieben von navec
... Übrigens: Wenn er rollt, verbraucht der Wagen auch Sprit (wenn auch wenig (bei 85km/h rund 0,8L/100km), habe ich sogar vernachlässigt). Nur wenn er im Schubbetrieb ist, verbraucht er nichts, dann wirkt sich aber auch die Motorbremse aus und eine Geschwindigkeit von 85km/h kann nicht mehr gehalten werden.
Wenn man das mit einrechnet ist Fall 3 der schlechteste.
Der "3. Fall" kann in der Praxis vorkommen = Abwandlung!
Beispiel Kasseler Berge (8%). Bergab = Tempolimit, egal wie schnell man im Schubbetrieb rollt, manchmal klebt ein Hintermann (kein LKW) am Heck, überholt aber nicht. Bergauf = kein Tempolimit, und tschüß. Durschschnittstempo und Verbrauch steigen, der Sicherheitsabstand aber auch.
Es gibt immer Sonderfälle, aber die können wir theoretisch nun beim besten Willen nicht abhandeln. Wenn wir definitiv über keine belastbaren Tests verfügen, muss man sich schon auf die Bedingungen für die Berechnung einigen, die ich oben genannt habe, die zumindest eine theoretische Vergleichbarkeit ermöglichen.
Daher noch einmal: Der theoretische Fall besteht daraus, dass man den Durchschnittsverbrauch errechnet, der sich aus dem Durchschnittsverbrauch durch das Befahren einer Steigung und dem Durchschnittsverbrauch aus dem Befahren eines gleichlangen Gefälles zusammen setzt. Bedingungen s.o.
1. Fall Tempomat:
Verbrauch bei 100km/h in der Ebene laut Rechenmodell 5,2L/100km (laut VW-Spritspartipps: ca 5,2L/100km).
Verbrauch bei konstant 100km/h und 3%-iger Steigung laut Rechenmodell: 9,2L/100km
Verbrauch bei konstant 100km/h und 3%-igem Gefälle: 1,1L/100km
Beide Strecken sind gleich lang, daher ist der Durchschnittsverbrauch der Mittelwert aus beiden Streckenverbräuchen: 5,15L/100km. (Rechenungenauigkeit also 0,05L/100km)
2. Fall 90km/h bergauf, 112,5km/h bergab:
Anmerkung: um beide Geschwindigkeiten wirklich annähernd konstant fahren zu können und um keine Lastveränderungen zu provozieren, müssten beide Strecken auch mit Tempomat gefahren werden...)
Verbrauch bei 90km/h in Ebene: 4,6L/100km (laut VW-Spritspatipps: ca 4,7L/100km)
Verbrauch bei 90km/h und 3%-iger Steigung: 8,6L/100km
Verbrauch bei 112,5km/h und 3%-igem Gefälle: 2,0L/100km
Durchschnittsverbrauch: 5,3L/100km.
3. Fall: 121km/h bergauf, 80km/h (berechnetes Rollen beim Golf 6) berg runter.
Die Anmerkung von Fall 2 gilt hier auch zur Hälfte.
Verbrauch in der Ebene bei 121km/h: 6,6L/100km (laut VW Spritspartipps bei 120km/h: ca 6,4L/100km)
Verbrauch bei 121km/h und 3%-iger Steigung: 10,7L/100km.
Verbrauch bei 80km/h und 3%-igem Gefälle (Rollen und Motor aus bzw Schubbetrieb): 0,0L/100km
Durchschnittsverbrauch: 5,35L/100km.
4. Fall. s. 3. Fall nur mit Motor im Leerlauf:
Verbrauch bei 80km/h mit Motor im Leerlauf: 0,8L/100km
Durchschnittsverbrauch: 5,75L/100km.
Theoretisch ist die Tendenz daher eindeutig: durchgehend konstant mit Tempomat fahren ist am spritsparensten. Außerdem wird die Motorlast so konstant wie möglich gehalten (kein individuell unruhiger Gasfuß), was einer guten Gemischbildung zu gute kommt.
Die Angaben aus den Spritspartipps sind nur als zusätzlicher Hinweis zu verstehen.
Die Berechnungen basieren alle auf den exakt gleichen Grundbedingungen:
Golf 6 (CWxA: 2,22m², Masse: 1400kg, spez. Verbrauch: 240g/kwh)
Einen Nachtrag noch zum Fall 3, da das wesentlich ist und ich das vergessen habe:
Wenn man mit 121km/h eine Steigung herauffährt und mit 80km/h ein gleich langes Gefälle herunter fährt (oder rollt), dann hat man keinen Durchschnitt von 100km/h mehr, sondern nur einen Durchschnitt von rund 96km/h.
Oder anders ausgedrückt:
Wenn mein Golf das 3%-ige Gefälle genau konstant mit 80km/h herunter rollt (oder fährt, ist egal), müsste ich, um auf einen Gesamt-Durchschnitt von 100km/h zu kommen, die gleich lange 3%-ige Steigung schon mit rund 133km/h herauf fahren.
Für die 3%-ige Steigung brauche ich dann bei 133km/h aber schon ca 11,6L/100km, sodass ich für die Gesamt-Strecke, auch wenn der Motor auf der zweiten Hälfte (Gefälle) keinen Sprit braucht, bei einem Durchschnitt von 5,8L/100km bin. (mit Motor im Leerlauf sogar: 6,2L/100km).
(Zur Erinnerung: Mit Tempomat 100km/h kommt man bei gleichen sonstigen physikalischen Bedingungen auf 5,2L/100km.)
Je größer der Unterschied zwischen der angestrebten Durchschnittsgeschwindigkeit und der kleineren Teilabschnittsgeschwindigkeit, desto überproportional mehr muss man die größere Teilabschnittsgeschwindigkeit wählen.
Weniger als die Hälfte der Durchschnittsgeschwindigkeit in einem Teilabschnitt ist nicht möglich. Kein noch so schneller Wagen könnte das auf dem anderen gleich langen Teilabschnitt wieder ausgleichen.
PS:
meine Angabe im letzten Beitrag CWxA= 2,22m² war natürlich Unsinn. Gerechnet wurde mit CW= 0,31 und der Querschnittsfläche= 2,22m², so dass sich ein CW x A von 0,69m² ergibt.
Zitat:
Original geschrieben von booro
Schadet diese Einstellung dem Motor?
Dem Motor nicht direkt, aber dem Geldbeutel.
Das beobachte ich auch öfter mal: 6 oder 5 Gänge, aber die oberen (teilweise sogar die oberen beiden) werden strikt gemieden. Aber bei jeder Gelegenheit wird geschimpft, dass die Karre so viel säuft und nebenbei erwähnt, dass man ein guter Autofahrer sei. 🙄
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Moin,
bei den Berechnungen geht man ja doch jetzt davon aus, dass die Steigung mit einer gleichförmigen Bewegung bewältigt wird, oder? Das kann der Tempomat natürlich.
Aber was ist, wenn ich die Steigung mit 120km/h antrete und dann aber das Gas etwas zurücknehme, so dass ich mit 100km/h oben ankomme? Gerade das ist es doch, was der Tempomat nicht kann. Und genau das ist es doch, was Mercedes für seine LKW Flotte gerade erprobt, nämlich durch Kopplung von GPS und Kartenmaterial mit dem Tempomat kurz vor der Kuppe das Gas zurückzunehmen.
Grüße
Hexsler
@Hexsler:
Zitat:
bei den Berechnungen geht man ja doch jetzt davon aus, dass die Steigung mit einer gleichförmigen Bewegung bewältigt wird, oder? Das kann der Tempomat natürlich.
Anders ist das mit den bescheidenen Grundlagen, die zur Verfügung stehen, nun mal nicht möglich. Deswegen habe ich den Moment der Kuppe auch bewusst ausgeklammert, außerdem ist der so oder so nur kurzfristig.
Um bei unserem Beispiel zu bleiben:
Wer den Tempomat auf 100km/h sowohl auf der Steigung, als auch auf dem Gefälle eingestellt lässt, braucht sicher kein GPS mit aktuellstem Kartenmaterial (die Augen täten es zur Not ja auch) um eine rechtzeitige Geschwindigkeitsverringerung vor der Kuppe zu bewerkstelligen, da sich ja nichts ändert.
Wenn jemand mit 121km/h z.B. eine 3km lange Steigung herauffährt, um durch Rollen (meinetwegen ohne Spritverbrauch) bei 85km/h auf dem nachfolgenden ebenfalls 3km langen Gefälle eine Gesamt-Durchschnittsgeschwindigkeit von 100km/h zu erreichen/ halten, wird es nach den Berechnungen zu keinem Spareffekt gegenüber dem Fahren mit konstanten 100km/h kommen, auch wenn er sich an der Kuppe ein besonders ausgeklügeltes Systen ausdenkt, die Geschwindigkeit auf 85km/h zu reduzieren.
Wenn er nämlich noch auf der Steigung mit der Geschwindigkeitsreduktion anfängt, muss dieser Geschwindigkeitsverlust irgendwo wieder ausgeglichen werden. Ein Ziel ist es ja, die 6km mit 100km/h Durchschnitt zu fahren. Außerdem ist die "Bremsstrecke" im Bereich der Kuppe im Verhältniss zur Gesamtstrecke von immerhin 6km, nur kurz.
Der Windwiderstand steigt bei dem "Schwungholen" auf der Steigung, durch die notwendig höhere Geschwindigkeit bekanntlich leider überproportional an und das kann man durch irgendwelche Tricks auf der Gefälleseite (weniger als 0-Verbrauch kann man mit keiner intelligenten Steuerung erreichen) nicht ausgleichen. An den Verhältnissen bei diesem Fall, wird kaum etwas verändert werden können.
Bei sehr kurzen Steigungen mag das eventuell anders sein. Das kann man aber nicht berechnen (ich jedenfalls nicht).
Bei all diesen Überlegungen muss als oberste Priorität gelten, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht sinkt, denn wenn sie sinkt, ist ein Vergleich nicht mehr möglich. Wenn sie insgesamt sinkt und der Verbrauch geht minimal zurück bestätigt das nur die allgemein gültige Regel, dass langsam fahren spart, mehr aber nicht.
Zitat:
Original geschrieben von booro
Ich habe gar nicht auf ein so grosses Echo auf meinen Beitrag
gerechnet. Ich möchte noch hinzufügen, dass meine Frau nur
gelegentlich fährt und demnächst 71 Jahre alt wird.
Dem Getriebe wirds nicht schaden wenn deine Frau weiterhin den 6. Gang meidet.
Auf den Mehrverbrauch Verschleiss ect. würde ich auch nichts geben,wichtig ist das deine Frau den Wagen sicher und "blind" bedienen kann!(zumal deine Frau ja nur an und zu fährt)
Was nützen ein paar gesparte Sprit Euro wenn deine Frau,um den 6. Gang zu finden,im Getriebe rühren und womöglich noch auf die Schaltkulisse gucken muß.
Ich nutze auch nicht immer alle Gänge bei mir.
Wenn ich allzu Schaltfaul bin gehts 1-2-4-6 😉
Zitat:
Original geschrieben von Jolf_Jeti
Wenn ich allzu Schaltfaul bin gehts 1-2-4-6 😉
Solange man den kleinsten und größten Gang benutzt, ist ja alles halb so wild. Schlimm wäre es, wenn Du nur 1,2,3,4 oder 3,4,5,6 nutzen würdest. 😉
ich denke der 105 PS ist etwas kürzer Übersetzt als der 140 PS, aber solange die Drehzahlen noch gesund sind schadet das nicht wesentlich.
Wenn du allerdings öfters auf der Autobahn bist (was ich bei deiner unversierten Frau nicht denke) wird sich das auf Verbrauch und auf Lebensdauer nicht gerade positiv auswirken. Ich denke also, in den Urlaub fährst DU und zum Einkaufen deine Frau.
ein BMW 2002 von 1975 hat bei 100 Km/h runde 3000 Umdrehungen gemacht, ein Golf 6 TDI macht da 1600 Umdrehungen(der 2.0 TDI).
Der BMW war schon gut , wenn er 180.000 KM hielt, von einem modernen Diesel erwarte ich 350.000 KM. Die Haltbarkeit spielt also schon eine Rolle.
Zitat:
Original geschrieben von Diabolomk
Früher waren die Autos insgesamt kürzer übersetzt und es hat der Haltbarkeit auch nicht wirklich geschadet.Zitat:
Original geschrieben von illStyle
Wenn permanent mit höherer Drehzahl gefahren wird als nötig wirkt sich das natürlich negativ auf den Verschleiß auf. Es entsteht ja zum Beispiel mehr Reibung. Wenns also nicht allzugroße Umstände macht, wäre es nicht verkehrt sich an das 6-Gang-Getriebe zu gewöhnen.In Rauch wird dein Motor aber nicht gleich aufgehen.
Interessant, meine Frau meidet den 6. Gang ebenfalls - und auf die 70 fehlen noch 15 Jahre. Und sie behauptet immer, sie könne besser fahren und v.a. einparken als ich ...😁
Aber im Ernst, ich kann mir das schon vorstellen, zumal ich finde, dass der 6. etwas schwer ´reingeht; na ja, evtl ist mans einfach nicht gewohnt, es ist unser 1. 6-Gang-Getriebe, und die andern haben alle 5 Gänge.
Zitat:
Original geschrieben von rolandnatze
ein BMW 2002 von 1975 hat bei 100 Km/h runde 3000 Umdrehungen gemacht, ein Golf 6 TDI macht da 1600 Umdrehungen(der 2.0 TDI).
Der BMW war schon gut , wenn er 180.000 KM hielt, von einem modernen Diesel erwarte ich 350.000 KM. Die Haltbarkeit spielt also schon eine Rolle.
Zitat:
Original geschrieben von rolandnatze
Zitat:
Original geschrieben von Diabolomk
Früher waren die Autos insgesamt kürzer übersetzt und es hat der Haltbarkeit auch nicht wirklich geschadet.
Achso, und ansonsten haben die Autos natürlich das gleiche Fahrprofil, so dass es wirklich nur an den Umdrehungen liegen kann ???
So werden wir es auch handhaben. Nach dem Frühschoppen lass ich
mich kutschieren.
Zitat:
Original geschrieben von rolandnatze
ich denke der 105 PS ist etwas kürzer Übersetzt als der 140 PS, aber solange die Drehzahlen noch gesund sind schadet das nicht wesentlich.
Wenn du allerdings öfters auf der Autobahn bist (was ich bei deiner unversierten Frau nicht denke) wird sich das auf Verbrauch und auf Lebensdauer nicht gerade positiv auswirken. Ich denke also, in den Urlaub fährst DU und zum Einkaufen deine Frau.
Zitat:
Original geschrieben von Hexsler
... Aber was ist, wenn ich die Steigung mit 120km/h antrete und dann aber das Gas etwas zurücknehme, so dass ich mit 100km/h oben ankomme? Gerade das ist es doch, was der Tempomat nicht kann. Und genau das ist es doch, was Mercedes für seine LKW Flotte gerade erprobt, nämlich durch Kopplung von GPS und Kartenmaterial mit dem Tempomat kurz vor der Kuppe das Gas zurückzunehmen.
Hallo Hexsler,
ATZ online: Mit Getriebeeingriff: vorausschauender Tempomat spart drei Prozent Diesel.
Oder noch besser: WAZ: Vorausschauender Tempomat im Mercedes-Benz Actros soll Fahrer entlasten
"... Bordrechner übernimmt die Steuerung
Vor Fahrtantritt aktiviert er die Funktion PPC, die Plus- und Minuswerte für die Geschwindigkeit zeigen dem System an, welche Schwungspitzen oder welcher Tempoverlust tolerabel sind. Ist die gewünschte Reisegeschwindigkeit erreicht, übernimmt der Bordrechner die Steuerung. Vollautomatisch geht es bergauf oder bergab, stets mit passendem Gang und der kalkulierten Geschwindigkeit. Etwas gewöhnungsbedürftig schiebt der Actros über Kuppen - jetzt ohne Gas, so wie es nur versierte Testfahrer der Lkw-Hersteller vermögen. Bergab nimmt der Lkw wieder Fahrt auf, schiebt bis zu gerade noch zulässigen 89 km/h und bremst dann vollautomatisch - die Fuhre bleibt immer stabil in Griff.
Und mit Schwung und rechtzeitig Vollgas geht es in die nächste Steigung - ein gut ausgebildeter Lkw-Profi kann es nicht besser, auf unbekannten Strecken oder in der Dunkelheit hat er gegen PPC nicht den Hauch einer Chance. Ab August soll die Predictive Porwertrain Control lieferbar sein, für 1.650 Euro. Weil sie glaubwürdige drei Prozent Kraftstoff sparen soll (etwa 1 l/100 km), amortisiert sich der Mehrpreis schon in wenigen Monaten. Und es bleibt beim hohen Sicherheitsniveau der neuen Mercedes-Trucks - der Actros-Pilot muss mit PPC-Tempomat weder auf den Abstandswächter (ART = Abstandsregeltempomat) noch auf den Notbremsassistenten verzichten."
Auto Mobil 23.09. (VOX), Matthias Lichter (Daimler Entwicklungs- und Versuchszentrum):
[Versuch einer sinngemäßen Wiedergabe des Interviews]
"Würde man bis zur Bergkuppe das Tempo halten, müsste man gleich danach wieder bremsen. Das System vermeidet diesen Fehler indem es kurz vor der Bergkuppe vom Gas geht, über die Kuppe rollt und sich bergab wieder die ursprüngliche Geschwindigkeit zurückholt."
"Bergab geht es im Eco-roll-Modus = Leerlauf."
"Ersparnis bis zu 1 l/100km"
"Bei 200.000 km p.a. hat sich das System in unter einem Jahr amortisiert."
Stell dir vor, was auf der AB los wäre, wenn die neuen LKWs mit diesen Systemen eine Steigung langsamer hochfahren würden. Das machen sie sicher nicht. Sie gehen nur kurz vor der Kuppe vom Gas. Auf einer Fernverkehrsstrecke wird dies vielleicht gar nichts ausmachen. Ob mit oder ohne dieses System wären sie wahrscheinlich am gleichen Platz in der Schlange gefahren.
Zurück zum Golf 6. Wenn ich die Strecke kenne, übernehme ich den Part des Vorausschauens. Kommt nach der Kurve ein Tempolimit, gehe ich vorher vom Gas oder deaktiviere den Tempomat. Usw. In meinen Augen bringt hier im Wesentlichen die Streckenkenntnis die Spriterspanis.
VG myinfo