Rettungsgasse - was wäre richtig?

Hallo,
vor kurzem folgende Szene:
Im fließenden Verkehr habe ich ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr überholt, es war mit Blaulicht unterwegs. Ca 1500m weiter staute sich der Verkehr und ich habe mich auf dem Standstreifen eingeordnet um zwischen den beiden Spuren die Rettungsgasse frei zu lassen. Es war eine zweispurige Autobahn mit Standstreifen. Ich war so ziemlich die einzige, die sich so eingeordnet hat. Kurz danach taucht das Feuerwehrfahrzeug im Rückspiegel auf, auf dem Standstreifen. Ich habe mich also wieder auf der rechten Spur eingeordnet und das Einsatzfahrzeug nicht behindert.
Aber laut Wikipedia (und meiner Erinnerung an die Fahrschule) muss die Rettungsgasse doch zwischen den beiden Spuren gebildet werden?

Wie verhalte ich mich künftig korrekt in solch einer Situation?

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Ach so, wenn ich StVO-konform die Rettungsgasse freihalte, bin ich der Oberlehrer? Auch 'ne interessante Logik.

Ein Oberlehrer wärst Du dann, wenn Du im Stau den anderen Verkehrsteilenhmern um Dich herum, die präventiv

keine

Rettungsgasse bilden, wild gestikulierend den richtigen Weg weisen wolltest. So lange Du das nicht machst, und Dich für Deinen Teil gemäss StVO verhältst, bist Du lediglich ein vorbildlicher Verkehrsteilnehmer. Das Problem ist, dass hier gewisse Leute nicht zwischen vorbildlichem Verhalten und Oberlehrertum unterscheiden können, oder nicht unterscheiden wollen. Kommentare wie "geh doch nach Ö" zeigen doch schon unmissverständlich, welche sachlichen Diskussionsqualitäten hier teilweise vorhanden sind 😉

Nimms nicht so schwer, reg Dich nicht auf. Das lohnt nicht 🙂

Gruss
Jürgen

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Zitat:

@martins42 schrieb am 21. März 2015 um 12:02:45 Uhr:



Zitat:

@reox schrieb am 21. März 2015 um 10:06:34 Uhr:



Es geht um den Herdentrieb. Viele sind felsenfest davon überzeugt, dass das, was alle machen, ja nun nicht verkehrt sein kann. Da hat der Profi im eigentlichen Sinn eine Vorbildfunktions-Pflicht.

mfg

...
In der typisch chaotischen Situation dort ist es viel wichtiger flexibel reagieren zu können um ein Ergebnis zu erzielen als den Oberlehrer zu spielen.
Man sieht früh genug im Rückspiegel wo der Rettungswagen durch will/muss um den Weg behinderungsfrei öffnen zu können. Aber eben nur dann, wenn man sich den Manöverierraum frei gehalten hat.

Wenn die Rettungsgasse noch nicht geöffnet ist, also dem Maschinisten auf dem Silbertablet präsentiert wird, passiert aus eigener Erfahrung folgendes.

Der Maschinist hat sich in dem Moment selbst noch nicht entschieden, ob links oder rechts vorbei. Der Autofahrer, der ja deiner Meinung nach früh genug sieht, wo er hin soll, trifft irgendwann seine Entscheidung. Das was ich dann sehe, ist alles, aber mit Sicherheit keine Möglichkeit der ungehinderten Durchfahrt, sprich Rettungsgasse.

mfg

Ist reichlich konstruiert, die singuläre Situation dass man tatsächlich derjenige am Ende des Staus ist, der letztlich die Entscheidung trifft, wo die Gasse entstehen soll.
Habe ich in 35 Jahren auf der Straße noch nicht erlebt. Da steckt man irgendwo drin im Stau und die Spurentscheidung ist schon weit hinter einem gefallen. Da hat man keine Option mehr, sondern muss auf die Vorgabe reagieren.
Und wenn man tatsächlich zu den Lotto-Gewinnern gehört, die am Ende des Staus das Privileg haben die Gasse als Erster öffnen zu dürfen, macht man es halt so wie es die StVO vorsieht, muss man noch nicht mal nachdenken.

Zitat:

Wie schon mehrfach geschrieben: Naiv!
In der Praxis ist man nur in einem vom 100000 Fällen derjenige, der von der Position und Timing überhaupt Herdenführer sein könnte und da man keine Häuptlingsmütze auf dem Dach hat folgen die noch lange nicht.

Was die Fallhäufigkeit angeht, hast Du sicher Recht. Und im Kern stimme ich Dir zu. Das wichtigste ist, daß man sich selbst so arrangiert, daß man genug Platz hat um die Gasse bilden zu können.

Trotzdem greift die Vorbildfunktion überall, auch im Straßenverkehr und auch im Stau. Von wem sollen andere denn lernen wenn nicht von denen, die wissen, wie es geht. Ist jetzt vielleicht reichlich idealistisch gedacht, aber dazu stehe ich.

Wenn ich an der Fußgängerampel bei rot rüber gehe, tut mir selbst das nicht weh so lange mich kein Auto anfährt. Problem an der Sache ist, daß das Kind, das zu diesem Zeitpunkt gerade neben einem steht, beim nächsten Mal bei rot was tut? Warten oder laufen? Man weiß es nicht - aber allein schon das ist schlimm genug.

Gruss
Jürgen

Äääch, auch wieder so ein Vergleich der dermaßen hinkt, dass er in der Tür stürzt.
Kinder lernen an Vorbildern. "Erwachsene" Fahrzeugführer nur extrem bedingt. Da sind Erziehungsversuche ziemlich zweckfrei, das haben ggf. schon die Eltern und Sozialisierung versaut.
Das würde eh nur funktionieren, wenn die anhand dessen was man mit dem eigenen Fahrzeug tut auch erkennen würden was man eigentlich und warum man es tut. Und das stelle ich mal in Abrede. Diese Regelung für die Rettungsgasse ist abstrakt, die kennt man entweder oder eben nicht.

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Ich respektiere natürlich Deine Einstellung zu dem Thema. Wobei ich nicht wirklich nachvollziehen kann, warum ein Erwachsener nicht mehr lernfähig sein soll. Bleibe darüber hinaus bei meiner Meinung, daß man die Sache ganz sicher nicht verbessert, wenn man sich trotz besseren Wissens anders verhält als es eigentlich richtig wäre.

Du missinterpretierst meine Einstellung zu dem Thema übrigens. Es geht mir nicht darum, andere Fahrer zu erziehen. Privaterziehertum hat im Straßenverkehr in der Tat nichts zu suchen. Es geht mir darum, einfach das Richtige zu tun und einen von mir aus kleinen Teil anderer Fahrer dadurch positiv mitzuziehen. Wenn Du das gern anders machst, bitte gerne. Ich mache es so und basta.

Gruss
Jürgen

Rede ich eigentlich chinesisch?

Weder "mache ich es gerne anders" noch "verhalte ich mich (wahlfrei) anders als es eigentlich richtig wäre".
Ich sage lediglich, dass es für das Diskutierte wichtiger ist ein Ergebnis zu erzielen als ein Prinzip zu verfolgen. Zumal wenn einem die Befolgung des Prinzips die Reaktionsoptionen rauben kann, wenn man damit den Manöverierraum quasi prejudizierend verschenkt und auch noch meint alles richtig gemacht zu haben. Es ist eine Frage der Prioritäten, weil die getroffene Entscheidung eben u.U. nicht zeitnah umkehrbar ist, erst mal irreversible Konsequenzen hat (wo dann die hektischen Manöverierversuche von einkeilten Fahrzeugen losgehen).
Und manchmal, aus dem Bauch heraus sogar mit einer Quote > 50%, ergibt sich aus dem sinnvollen ergebnisorientieren sogar die regelkonforme Lösung. Nämlich dann, wenn genug der VTs eben die StVO-Regelung kennen und umsetzen. Das ist aber ein statistischer Effekt.

Und auch wenn es nichts zur Sache tut: Was die Lernfähigkeit und vor allem -willigkeit von Erwachsenen angeht habe ich ein ganz ganz schlechtes Bild. Das klappt nur wenn damit relativ unmittelbarer Nutzen und/oder hoher Sanktionsdruck verbunden ist.

Ob Du chinesisch redest? Wohl nicht. Aber das mit der Sender- und Empfängerbotschaft scheint trotzdem nicht so richtig zu funktionieren 😉

Daß das Ergebnis wichtiger ist als einfach nur ergebnislos ein Prinzip zu verfolgen, stelle ich nicht im Abrede. Das Prinzip richtig anzuwenden ist hier die Zauberlösung.

Wenn man von Anfang an eine Rettungsgasse (die linken fahren links und die rechten fahren rechts) bildet so lange es der Verkehrsfluß noch zulässt, verschenkt man sich nämlich nicht zwingend den Manövrierraum. Der geht nur dann flöten wenn man nicht vorher schon mitgedacht, und eine Rettungsgasse gebildet hat, sondern dann hopplahopp auf die Seite muß wenn Tatütata naht. Und wenn man die Gasse schon nach dem ersten Einsatzfahrzeug gleich wieder schließt, ist das Chaos eh perfekt.

Wenn die Rettungsgasse von Anfang an ordentlich gebildet wird, erledigt sich der Rest von selbst. Dann hat man agiert und braucht kaum zu reagieren.

Gruss
Jürgen

Zitat:

@martins42 schrieb am 21. März 2015 um 14:32:36 Uhr:


...Zumal wenn einem die Befolgung des Prinzips die Reaktionsoptionen rauben kann, wenn man damit den Manöverierraum quasi prejudizierend verschenkt und auch noch meint alles richtig gemacht zu haben...

😕😕😕😕

Wenn die Rettungsgasse prinzipiell bei Stau an der richtigen Stelle gebildet wird, wofür werden dann Reaktionsoptionen gebraucht? Die Gasse ist frei und die Einsatzfahrzeuge fahren durch. Ich muss als Autofahrer unter Stress keine Entscheidung treffen, die ich unter Umständen noch von meinem Vorder- od. Hintermann abhängig mache, die sich vermutlich dann auch unsicher sind, in welche Richtung sie fahren sollen. Es entsteht also keine hektische Betriebsamkeit, die erfahrungsgemäß nur Chaos zur Folge hat.

mfg

Tja, nur dumm dass das Leben nicht im Konjunktiv funktioniert. "Wenn von Anfang an..", eine Prämisse wo ich letztlich nur in dem Lottogewinnerfall aktiv Einfluss nehmen kann. Also praktisch irrelevant, Wunschdenken, eben "Zauberlösung". Am Ende muss man doch mit dem Leben was man serviert bekommt.

Und sorry, jemand der sich in der Situation von nem RW überraschen lässt und dann "hoppla hopp" irgendwas versuchen muss, der bekommt es so oder so auch vorher nicht gebacken.
Übrigens kommt hier immer wieder, dass eine vorhandene Rettungsgasse wieder von VTs geschlossen würde. Habe ich so nicht beobachtet, dass das aktiv betrieben wurde. Wenn ja, ist das doch schlicht strafbar.

Aber egal, jedenfalls bin ich zu alt um da die Welt missionieren zu wollen. Ich sehe zu so wenig Schaden wie möglich anzurichten und in solchen Situationen nicht um Weg rumzustehen und gut ist. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan.

Zitat:

Übrigens kommt hier immer wieder, dass eine vorhandene Rettungsgasse wieder von VTs geschlossen würde. Habe ich so nicht beobachtet, dass das aktiv betrieben wurde. Wenn ja, ist das doch schlicht strafbar.

Ich beobachte das immer wieder, quasi jedesmal wenn ich mit dem RTW durch einen Stau durch muss und ein anderes Einsatzfahrzeug etwas weiter vor mir fährt. Ist eher die Regel als die Ausnahme. Als würde der Seitenstreifen beißen. Hierzu ein Video:

http://www.motor-talk.de/videos.html?...

Wir können das hier noch über Wochen lang und breit diskutieren. Fakt ist, daß der Großteil der Autofahrer entweder zu dumm und/oder zu gleichgültig für eine Rettungsgasse ist. Und so lange die Gaffer lieber mit dem Handy Filmchen von der Unfallstelle machen anstatt als Ersthelfer zu fungieren, ist eh alles zu spät.

Gruss
Jürgen

Ich sag's zum wiederholten mal: Es funktioniert nur übers Geld, so wie in Österreich. Ich begreife nicht, dass das nicht mal ansatzweise in D diskutiert wird.

Zitat:

@Caravan16V schrieb am 21. März 2015 um 15:44:53 Uhr:


[...]
http://www.motor-talk.de/videos.html?...
[...]

@martins42, hier kannst Du sehr gut sehen, welche Vorteile zwanghaft prinziporientiertes Handeln und Naivität bringen können 😉. Und noch einmal: ich stehe/fahre langsam hart an der Fahrbahnbegrenzung bzw. an der rechten Fahrstreifenbegrenzung der Mittelspur, ganz prinziporientiert nach StVO, bleibe dabei aber dennoch individuell und lösungsorientiert handlungsfähig. Grüße von Mischko

Zitat:

@Mischkolino schrieb am 20. März 2015 um 21:15:55 Uhr:



Zitat:

@Hannes1971 schrieb am 18. März 2015 um 20:43:12 Uhr:


Ich behalte halt ganz gerne die Übersicht und die hat man am besten, wenn man gestaffelt fährt. Aber wie gesagt: Ich lasse immer ca. eine Fahrzeuglänge Platz zum Vordermann und kann somit jederzeit an die Seite fahren. Und wenn dies tatsächlich mal nötig war, bleibe ich dort auch. Zu einem Verkehrsunfall fährt (fast) nie nur 1 Fahrzeug alleine.

Also ich finde es wirklich traurig, daß du Dich als Privatmensch wie derjenige verhältst, den du beruflich "beiseite martinshornen" mußt.

🙄

Hauptsache motzen. Glaub mir: Mich musste noch nie jemand beiseite martinshornen. Ich halte nämlich im Stau die Augen regelmäßig im Rückspiegel und die Ohren offen, so dass mein Fahrzeug an der Seite steht, lange bevor das Einsatzfahrzeug hinter mir ist. Und nach dem ersten Einsatzfahrzeug bleibt die Gasse auch geöffnet.

Zitat:

@Hannes1971 schrieb am 23. März 2015 um 08:05:09 Uhr:



Zitat:

@Mischkolino schrieb am 20. März 2015 um 21:15:55 Uhr:



Also ich finde es wirklich traurig, daß du Dich als Privatmensch wie derjenige verhältst, den du beruflich "beiseite martinshornen" mußt.
🙄

Hauptsache motzen. Glaub mir: Mich musste noch nie jemand beiseite martinshornen. Ich halte nämlich im Stau die Augen regelmäßig im Rückspiegel und die Ohren offen, so dass mein Fahrzeug an der Seite steht, lange bevor das Einsatzfahrzeug hinter mir ist. Und nach dem ersten Einsatzfahrzeug bleibt die Gasse auch geöffnet.

Kann doch gar nicht sein. Man wird doch vom Einsatzfahrzeug "überrascht" und muss dann "hopplahopp"... 😉

Na ja, wenn man dermaßen damit beschäftigt ist andere Verkehrteilnehmer erziehen zu wollen und das Vorbild zu spielen, wie so manch ein Threadteilnehmer hier, ist man kapazitätsmäßig schnell etwas überfordert. Da kann man natürlich so ein Einsatzfahrzeug mit Tatütata und Blaulicht auch schon mal übersehen. 😉

Zitat:

@Hannes1971 schrieb am 23. März 2015 um 08:05:09 Uhr:



Zitat:

@Mischkolino schrieb am 20. März 2015 um 21:15:55 Uhr:



Also ich finde es wirklich traurig, daß du Dich als Privatmensch wie derjenige verhältst, den du beruflich "beiseite martinshornen" mußt.
[...] Hauptsache motzen. [...]

Hannes, ich habe nicht gemotzt.

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