Radschrauben nachziehen beim Räderwechsel
Servus,
Bitte um kurze Erfahrungsberichte bzgl dem Nachziehen von Radschrauben nach dem professionellen Wechsel von Rädern.
Ich habe kürzlich die Sommerschlappen drauf machen lassen und finde keine Zeit zum obligatorischen Nachziehen der Radschrauben zu kommen. Überhaupt habe ich es noch nie gemacht und hatte nie ansatzweise Probleme mit losen Schrauben oder der Gleichen.
Meint ihr man kann sich das sparen und es wird nur aus cover your a*s Gründen von der Werkstatt angefordert?
Danke und Gruß in die Runde
🙂
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von MondiGhiaX
Durch Erschütterungen und Bewegungen lockern sich die Schreiben bzw. Muttern, deswegen sollen sie nach 50km nachgezogen werden. .
Demnach müssten sie nach weiteren 50km erneut festgezogen werden. Und nach weiteren 50km wieder, und wieder, und wieder, ...
290 Antworten
Zitat:
@tazio1935 schrieb am 16. Oktober 2020 um 19:21:03 Uhr:
Zitat:
@Luke-R56 schrieb am 16. Oktober 2020 um 14:23:54 Uhr:
Aber einen Radwechsel bekommt man im Zweifelsfall auch ohne hin.
Genau deswegen auch meine Frage weiter oben nach dem Toleranzbereich. Mit dem normalen Pkw-Kreuzschlüssel bin ich bestimmt stets deutlich unter dem vorgeschriebenen Drehmoment geblieben, und das über einen zweistelligen Zeitraum von Jahren. Trotzdem keine Schraube locker, und auch kein Rad.Das vorgeschriebene Drehmoment müsste demnach so gewählt sein, dass noch einige Luft nach unten bleibt.
Im Gegenteil, aus Erfahrung, Du liegst deutlich drüber .
Das Hauptproblem bei zu starkem Anziehen ist, dass sich die Bohrung in der Felge weitet.
Selbst schon erlebt als ich die Bremsen an nem Auto einer Bekannten getauscht hatte.
Eine Schraube hineingeschraubt und gewundert dass die Felge immernoch wackelt.
Felge futsch.
Die Räder wurden immer selbst und ohne Drehmoment gewechselt, mit dem Radkreuz.
Es kommt einem gern so vor als würde man nicht stark anziehen. Man muss aber bedenken dass man mit einem Arm drückt und mit dem anderen Arm zieht. Da kommt schon was zusammen.
Zitat:
@Steven4880 schrieb am 17. Oktober 2020 um 13:06:15 Uhr:
Es kommt einem gern so vor als würde man nicht stark anziehen. Man muss aber bedenken dass man mit einem Arm drückt und mit dem anderen Arm zieht. Da kommt schon was zusammen.
Will ich auch nicht absolut ausschließen. Könnte man ja bei Gelegenheit ausprobieren: Mit dem Radkreuz "normal" anziehen, also nicht mit Leibeskräften und aller Gewalt. Und dann sehen, ob mit dem korrekt eingestellten Drehmo anschließend noch was geht.
Zitat
Mit dem Radkreuz "normal" anziehen, also nicht mit Leibeskräften und aller Gewalt. Und dann sehen, ob mit dem korrekt eingestellten Drehmo anschließend noch was geht.
Zitat ende
Ich setzt das Rad rauf, drehe via Hand ziemlich weit rein.
(Was ich mache, ich lege die Schrauben so weg das sie auch genau da wieder reinkommen wo sie waren.)
Dann das Radkreuz aufsetzen.
Linke Hand das Kreuz halten, mit der rechten einen kurzen Schlag. Es dreht wie ein Propeller bis die Schrauben sitzen. Das alles über Kreuz.
Kurz das Rad vertikal und horizontal wackeln. Sitzt. Leicht anziehen, hab ich bei meinem im Gefühl.
Ablassen. Mit dem Drehmoment über Kreuz nachfassen. Etwas, nicht viel, geht noch. Bei 120 klack, fertig.
Mach ich seit Jahrzehnten so, nie Probleme.
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Zitat:
@flashrigo schrieb am 17. Oktober 2020 um 13:30:29 Uhr:
Mach ich seit Jahrzehnten so, nie Probleme.
Habe ich viele Jahre auch so gemacht. Aber vor dem Kauf des ersten Drehmo waren es noch mehr Jahre nur mit dem Radkreuz und nach Gefühl. Und seit diesem Jahr hat das Radkreuz weitgehend ausgedient, dank Akku-Schlagschrauber. Mit dem Schlagschrauber nur leichtes Anziehen, Festziehen mit dem korrekten Wert dann mit dem Drehmo. Wohlstand, Bequemlichkeit und Alter haben halt zugenommen über die Jahre... 😁
Ich arbeite eientlich gerne mit dem Radkreuz.
Kann auch bei mir bedingt dadurch sein, die Schrauben flutschen immer gut. Das geht auch ziemlich flott bei mir.
Genauso das Lösen. Leichter Lösewiderstand, und dann der Propeller.-)
Was ich mache, aber da können eventuell die Experten was zu sagen, habs so gelehrt bekommen von meinem Vater und später durch einen der aus dem Maschinenbau/Werkzeugmacherbereich kommt, ich ziehe immer möglichst gleichmäßig in einem Zug an. Also ohne stocken und nochmal und nochmals......nachsetzen.
Soll besser sein wurd mir beigebracht. Mach ich seit her immer so.
Wie beschrieben, nie Probleme und auch kein Lösen in irgendeiner Art.
Wenn es relevant ist, dann am besten zuerst handfest und dann in Stufen von ca. 50Nm alles ringsrum über Kreuz bis zum Endanzug (bei 120Nm also über Kreuz auf 50Nm, dann 100Nm und dann 120 Nm). Man muss aber keine Wissenschaft draus machen.
Zitat:
@flashrigo schrieb am 17. Oktober 2020 um 13:47:05 Uhr:
ich ziehe immer möglichst gleichmäßig in einem Zug an. Also ohne stocken und nochmal und nochmals......nachsetzen.
Soll besser sein wurd mir beigebracht. Mach ich seit her immer so.
Ich wüsste nicht, wie man sie anders festziehen könnte. Das festziehen geht doch immer in einem Zug. Und wenn sie dann fest ist, braucht man ja auch nicht noch mal ansetzen. Mach ich eigentlich schon immer so, hat mir aber nie jemand gesagt.
Ich sehe das sehr oft hier anders.
Ob via Radkreuz oder Radschlüssel mit ausziehbarem Hebelgriff..
Da wird dann immer wieder neu angesetzt und ich denke mit dem neuansetzen bringt man immer wieder eine mögliche Verstärkung des Hebels mit neuer Kraft auf die Schraube. Ich weiß nicht ob ichs richtig beschreibe das man es versteht.
Ich habe ja beschrieben wie ichs mache. Ohne Unterbrechung anziehen, dann nachziehen via Drehmoment.
Wollte eigentlich wissen ob das gleichmäßig letzte anziehen auf Dauer richtiger ist oder ob ein stockend- immer wieder neu ansetzen bis zum Schluß sich hier nachteiliger Auswirkt auf die Schraubverbindungen.
Weil ich, und deshalb frage ich, ob ich richtig handele weil meine immer wieder schön gelöst werden können aber bei vielen wo ich so etwas sehe, die stehen dann wippend auf ihren Schlüsseln weil sich nichts löst.
Aber schlimm ists nicht wenn man, ich kann das eben nicht anders erklären, mir nicht folgen kann.
Wollte keine Wissenschaft draus machen.
Ich krieg das schon noch raus.........
Zitat:
@flashrigo schrieb am 17. Oktober 2020 um 16:51:04 Uhr:
.....
Wollte eigentlich wissen ob das gleichmäßig letzte anziehen auf Dauer richtiger ist oder ob ein stockend- immer wieder neu ansetzen bis zum Schluß sich hier nachteiliger Auswirkt auf die Schraubverbindungen.
ist völlig wurscht - Hauptsache fest + richtiges Drehmoment; ein Schlagschrauber ballert die Schrauben auch schlagweise fester....
Zitat:
Weil ich, und deshalb frage ich, ob ich richtig handele weil meine immer wieder schön gelöst werden können aber bei vielen wo ich so etwas sehe, die stehen dann wippend auf ihren Schlüsseln weil sich nichts löst.
deshalb verwenden ja viele diese ausziehbaren Radschlüssel;
ich kann meine Radmuttern (mit 204 NM angezogen) oft nicht so einfach mit dem üblichen Radkreuz lösen und wenn ich die easy lösen könnte, wäre mir das schon verdächtig locker 😁
wenn Du Deine Schrauben mit dem richtigen Drehmoment angezogen und nachgezogen hast, ist alles gut...
Zitat:
@berlin-paul schrieb am 17. Oktober 2020 um 14:34:16 Uhr:
Wenn es relevant ist, dann am besten zuerst handfest und dann in Stufen von ca. 50Nm alles ringsrum über Kreuz bis zum Endanzug (bei 120Nm also über Kreuz auf 50Nm, dann 100Nm und dann 120 Nm).
Das wäre dann bei fünf Radbolzen erstmal handfest und dann 15x neu ansetzen. Ich frage mich gerade, was der alte Hauptfeldwebel von der Inst (im Nebenberuf ziviler Fahrlehrer) damals vor 35 Jahren wohl dazu gesagt hätte...
Zitat:
@berlin-paul schrieb am 17. Oktober 2020 um 14:34:16 Uhr:
Man muss aber keine Wissenschaft draus machen.
Mir fällt da ein gewisser Widerspruch zum ersten Teil Deines gar nicht mal so langen Beitrages auf. 😁
Ich würde gern mal bei diversen Werkstätten als Unsichtbarer in der Wechselsaison zuschauen. Das könnte Vorurteile bestätigen 😉
kannst derzeit täglich bei jedem Reifenhaus zusehen:
Radwechsel auf der Hebebühne mit Pressluftschrauber, über Kreuz Schrauben einsetzen und beim stehenden Fahrzeug Drehmomentschlüssel.... meist mit irgendeinem Standartwert um 140NM - Kunde unterschreibt, dass er weiss, dass nachgezogen werden muss...
mit optimalem Equipment alles gaaanz einfach.....
Hab in meiner Werkstatt eine 17*er Nuss aus gutem Werkzeugstahl mit einem Radbolzen zu liegen. Der ist leider dauerfest kaltverschweißt mit der Nuss. Ist beim Lösen mittels eines 2m langen Rohres beim Draufwippen passiert. Zum Glück ist der Bolzen dabei nicht abgebrochen. Der 1m Teleskophebel hat nicht gereicht. Auch das 1,5m Verlängerungsrohr war zu kurz. 4 Wochen zuvor waren frische Winterpellen drauf gekommen. Anscheinend wurde da versehentlich mit einem Lkw-Schlagschrauber angezogen. Dafür war vorne ein Radbolzen bei der Nachkontrolle nach 15km mit dem Drehmo lose. Bekloppte gibts eben überall ...
Tazio, bei Rädern erstmal frei Schnauze auf Stuffe 1 dezent mit 100Nm eingedreht und dann mit dem Drehmo auf (bei meinen Autos) 125Nm über Kreuz. Passt. Alle Krümmer und Zylinderkopf sowie dort wo Präzision wichtig ist, tunlichst schrittweise damit sich der Anpressdruck langsam und gleichmäßig aufbaut.