Motorausbau 3.2 VR6 Quattro nach Überspringen der Steuerkette
Wie bereits in einem früheren Beitrag dargestellt, hat mein Audi A3 3.2 VR6 Quattro von 2005 das Problem einer gelängten und schließlich übergesprungenen Steuerkette (Kettenspanner bis zur Federbegrenzung ausgefahren und Kette deshalb um ein Glied übergesprungen). Wurde auch inzwischen werkstattseitig bestätigt.
Der Audi ist von 2005 und hat jetzt 210.000 km auf dem Tacho. Da die Steuerkettenseite zum Getriebe hin liegt, muss der Motor mitsamt des DSG-Getriebes ausgebaut werden, um den Steuerkettensatz zu ersetzen. Darüber hinaus will ich, da die Gelegenheit jetzt da ist, nicht nur den Steuerkettensatz erneuern, sondern den gesamten Motor fachgerecht durch eine hiesige Motorinstandsetzungsfirma überholen lassen (Brennräume hohnen, neue Kolben, Kolbenringe, Pleuel- und Kurbellwellenneulagerung sowie -falls nötig- Zylinderkopfüberholung). Habe auch seit letztem Jahr eigene Werkstatt mit Hebebühne und Deckenzugkran.
Vorderfront und Schlossträger habe ich inzwischen ausgebaut, Kühlschläuche und Stecker/ Elektrikleitungen abgeschlossen und Nebenaggregate abgebaut (s. Bilder). Jetzt ist die Unterseite an der Reihe. Die Antriebswellen habe ich auch bereits ausgebaut, sodass nun der Ausbau der Aggregateträgerplatte ansteht. Darüber habe ich bisher nur wenig gefunden. Klar ist mir im Augenblick nur, dass die Dreiecksquerlenker am Radlagergehäuse gelöst werden, aber am Aggregateträger bleiben und mit abgenommen werden.
Was ist aber mit der Lenkung? Müssen die Spurstangenköpfe gelöst werden und auch das Lenkgetriebe? Das hab‘ ich bisher noch nicht gemacht…
Bin für jeden Rat dankbar.
45 Antworten
ja, es wird gesagt, dass es in meinen recherchen ein problem mit der steuerkettenlängung gibt, aber es werden a3s mit 3,2 motor verkauft, selbst bei 300.000 km.
Zitat:
@Tommilinchen schrieb am 9. Januar 2023 um 16:11:14 Uhr:
Der 3.2 VR6 ist eben kein solches Massenprodukt wie die übrigen A3 oder Golf-Serien, eher eine "Kleinserie", jedenfalls was den Motor betrifft und deshalb sind die Teile durch die Bank erheblich teurer als solche für Motoren einer größeren Serie mit hohen Verkaufszahlen. Das Steuerkettenproblem (Längung) ist wohl bei Audi + VW durchaus weitverbreitet, und auch nicht nur beim 3.2 VR6. Mercedes (zB C-Klasse) hat das viel weniger. Ist aber nur meine Wahrnehmung, eine flächendeckende "amtliche Statistik" über Steuerkettenüberspringer gibt's meines Wissens nicht...
Ich will nicht zu weit vom Thema abschweifen: nur soviel: Natürlich kann man A3 VR6-er mit 300.000 km und mehr verkaufen, dann aber ohne Sachmangelhaftung oder Gebrauchtwagengewährleistung...Wenn man den dann kauft, kann man auch russisch Roulette spielen, es sei denn, man hat beweisfähige Belege über einen fachgerechten Steuerkettenwechsel, der immer in den richtigen Abständen vorgenommen wurde.
Ich hatte das leider vor 3 1/2 Jahren, als ich meinen A3 VR6 Quattro bei 184.000 km gekauft habe, nicht. Dafür hat er aber auch nur 2.000 € gekostet und bis den Tag vor Weihnachten 2022 problemlos durchgehalten, also in 3 1/2 Jahren 26.000 km. Der Rest steht in der Story und ich suche jetzt in aller Ruhe eine abgewogene Lösung für das Motorproblem...
Hätte ich nicht Werkstattausrüstung und manchmal auch gewagten Mut zum Selbstmachen, hätte ich aber von dem Auto auf jeden Fall die Finger gelassen...
Ich habe verstanden, was ich in 3.2 bei 197.000 km gefunden habe.. und die Leute haben Angst, ich habe viel geschaut und 3 Fahrzeuge verpasst.. eines 100,xxx km das andere 150,xxx und die letzten 125,xxx km gefahren und Ledersitz Sline-Automatik, Panoramafensterdach fiel ... so leid, dass ich das letzte Auto verpasst habe. und jetzt ist es ein bisschen unmöglich, ein gut gewartetes Auto mit geringer Laufleistung zu finden. Also ziehe ich einen 2.0 TFSI quattro 200ps in Betracht, aber es ist schwer mehr zu finden.
und der Geschmack eines atmosphärischen Motors ist in keinem Turbomotor zu finden.
Zitat:
@Tommilinchen schrieb am 10. Januar 2023 um 18:16:41 Uhr:
Ich will nicht zu weit vom Thema abschweifen: nur soviel: Natürlich kann man A3 VR6-er mit 300.000 km und mehr verkaufen, dann aber ohne Sachmangelhaftung oder Gebrauchtwagengewährleistung...Wenn man den dann kauft, kann man auch russisch Roulette spielen, es sei denn, man hat beweisfähige Belege über einen fachgerechten Steuerkettenwechsel, der immer in den richtigen Abständen vorgenommen wurde.Ich hatte das leider vor 3 1/2 Jahren, als ich meinen A3 VR6 Quattro bei 184.000 km gekauft habe, nicht. Dafür hat er aber auch nur 2.000 € gekostet und bis den Tag vor Weihnachten 2022 problemlos durchgehalten, also in 3 1/2 Jahren 26.000 km. Der Rest steht in der Story und ich suche jetzt in aller Ruhe eine abgewogene Lösung für das Motorproblem...
Hätte ich nicht Werkstattausrüstung und manchmal auch gewagten Mut zum Selbstmachen, hätte ich aber von dem Auto auf jeden Fall die Finger gelassen...
WochEnd is‘ Schraubertime! Bin wieder was‘ weitergekommen: Das DSG-Getriebe vom Motor getrennt; dabei auch eine Stelle gefunden, an der die Zylinderkopfdichtung schon leicht leck ist (s. Bilder). Könnte auch mit dem Kühlmittelverbrauch in letzter Zeit in Verbindung stehen. Dann hab‘ ich noch alle restlichen Anbauteile abgebaut. Jetzt ist der Motor „reisebereit“ zur Überholung; da bin ich aber immer noch in Verhandlungen und die letzten beiden Angebote stehen noch aus. Sobald ich die in der nächsten Woche bekomme, kann’s losgehen. Auf Anhänger und auf zur Rundumerneuerung. Berichte dann weiter…
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Heute war dann Obduktion des VR6 beim Motoristandsetzer; Thomas W. aus S. Topp-Typ, noch so n‘ echter Schraubermeister der alten Schule, spezialisiert auf 16Ver und V6/VR6er-VW-Motoren, baut sogar ganze Autos komplett wieder auf: Golf I, Golf II, Scirocco I + II, Golf III, IV + V und -ganz stark-: Wohnmobile T5, T6, T7, T8 mit VR6-Motoren. Bei ihm stehen Projekte für mehrere Jahre...
Meinen VR6 hat er vollständig zerlegt und ich durfte dabei sein. Er kennt jede Schraube mit Vornamen und -noch wichtiger- alle besonderen Schwachstellen dieses Motors, wie die Ölpumpe, die Kettenritzel, die Kühlmittelpumpe, die Nockenwellenlager und einige Kleinteile, die allesamt ersetzt werden. Womit wir bei den Preisen wären: Der „Basispreis“ liegt bei etwa 2.800 €, mit allen Teilen, neuen Kolbenringen und Lagern (Pleuel + Kurbelwelle) sowie allen Motordichtungen, allerdings mit den bisherigen Kolben. Die hat er dann vermessen und festgestellt, dass vier in Ordnung und weiterhin brauchbar, aber zwei (Zylinder 3 und 5) unter Maß sind und deshalb Kolbenkipper verursacht haben, was man in den Zylinderlaufwänden auch erkennen kann. Also braucht’s sechs neue Kolben, für die er 100 € pro Stück nimmt (Alternativanbieter 160 €). Außerdem werden die Zylinderlaufwände gehohnt.
Der Zylinderkopf wird für den Preis auch zerlegt, gereinigt, Ventile und Ventilsitze überarbeitet, neue Schaftdichtungen eingesetzt und geplant. Neuer Steuerkettensatz (Kettenräder haben fast keine Zacken mehr) wird dann montiert. Die Zylinderkopfdichtung ist auch so’ne Schwachstelle und hier hat sich bestätigt, dass die Zylinder 3, 5 und 6 innen mit Kühlmittel Kontakt hatten und das die diese vielen Verbrennungsaussetzer im letzten Jahr wesentlich verursacht haben düften, genauso wie den immer höher werdenden Verbrauch an Kühlmittel. Es kommt dabei auch zu Überhitzungen, nur wird das von den Kontrollinstrumenten nicht angezeigt. Naja…Samstag soll’er fertig sein. Ich bekomme auch von der Endmontage des überholten Motors im Lauf der Woche noch eine Fotodokumentation…
Freue mich für dich, dass du einen der alten Schule gefunden hast.
Das steht bei meinem S3 in 1-2 Jahren auch auf dem Programm.
Aaah, ok, also, ich hab' eigentlich noch richtig Glück gehabt, dass alles jetzt so passiert ist, denn anhand der Schadstellen, die wir jetzt beim Aufschrauben des Motors erst gefunden haben, war's kurz vor einem Totalexitus, jedenfalls, wenn ich damit weiter gefahren wäre. Dann wär' nix mehr zu retten gewesen. So gibt's n' super überholten Motor zum preis-leistungsgerechten Kurs.
Puuuuh...Schwein gehabt...
Am WochEnd hat sich wieder einiges getan. Hab‘ mir den komplett überholten BMJ-Motor vom Instandsetzer geholt. Der Meister Thomas W. aus S. hat dafür nur 4 Tage gebraucht und mir noch einige Hinweise zu den im Zug der Überholung behobenen (weil ersetzten) besonderen Schwachstellen am VR6-Motor gegeben, also insbesondere Einbau verbesserter Ölpumpe, Kühlmittelpumpe, Motorentlüftungs-Ölabscheider, hochwertigerer Steuerkette und natürlich Einfahrempfehlungen wie früher: Bis 1200 km in niedrigen Drehzahlen (mit DSG-Getriebe kein Problem), dann nochmals Öl- und Filterwechsel. Er is‘ übrigens -wie ich auch- überhaupt kein Fan dieser dünnflüssigen 30er-Motoröle und empfiehlt 10 W-40er-Öl mit Wechselinterwall 15-20.000 km. Auch wie früher...
Den Motor hab‘ ich noch mit meinem Werkstattkran an Motor- und Getriebelager eingehängt, die Hardyscheibe an der Quattro-Kardanwelle gewechselt und am Verteilergetriebe angeschraubt, dann war das WochEnd schon zu Ende. Außerdem fehlen jetzt Teile, die im Rückstand sind; insbesondere eine Diagnose-Lambdasonde (nach Kat) und zwei Dichtungen. Letztere werden alle erneuert. Auch hier empfiehlt der Meister Dichtungen nur von Elring. Wenn alles zusammen ist, geht’s an den Anbau der Leitungen und Nebenaggregate. Angenehm is‘, dass ich (noch) ohne Heizung arbeiten kann.
Ich drücke mal das Däumchen, danke für die bisherige interessante und informative Berichterstattung.
Danke für die weitere Berichterstattung.
Leider selten geworden, dass jemand solche Sachen beschreibt und Bilder dazu einstellt.
Weiter so.
Dafür Daumen.
Freu' mich, wenn's gefällt...vielleicht isses' für jemanden in ähnlicher Lage ja sogar n' bißchen Inspiration...:-))
Ab Freitag geht's hoffentlich weiter; die ersten Teile (Dichtungen, Muttern, Filter) treffen so nach und nach ein und morgen kann ich den Aggregateträger mit neu eingepresstem Silentlager abholen. Dann kann ich den Auspuff, die Antriebswellen, Stabisisator und die Aggregateträgerplatte mit Drehmomentstütze wieder anmontieren und hätt' dann unten schonmal alles wieder dran'...
Ja, das isser', und wenn man bedenkt, dass ich wohl mit dem Gesamtaufwand an Kosten für Aus- und Einbau sowie Ersatzteile mit etwa 4.500 € (mit Arbeitsstunden auf eigene Kappe) hinkomme und dafür ein technisch grundüberholtes Auto bekomme, dann war's die richtige Entscheidung, auch wenn ich am Tag vor Heiligabend, als die Steuerkette übergesprungen is', erstma' nur n' Häufchen Elend war...