ID.5 lädt mit deutlich weniger Leistung als eigentlich möglich
Moin, gestern wollte ich an einem EnBW 300 kW Lader mal die Ladeleistung ausreizen. Unser neuer ID.4 GTX hat aber, durchs Fahrzeug gesteuert, nur mit 75 kW geladen.
Ich konnte nirgends einen Hinweis finden weshalb. Hat jemand eine Idee?
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Zitat:
@mjh318 schrieb am 22. April 2024 um 11:35:28 Uhr:
Nur falls es von Interesse ist:Habe den neuen ID.4 Facelift gestern das erste mal geladen - bei 18% SOC u. 8°C Außentemperatur => Ladeleistung wie beim alten ID.4 = 75 kW.
Der neue ID.4 hat SW 4.1 und bietet Akku-Vorheizung an dabei hat er folgendes angezeigt:
theoretische Ladeleistung nach Vorheizen 98 kW - Vorheizen hätte aber 30 min. gedauert - leider war ich schon nach 10 an der Ladesäule.
Wie schnell und wie weit bist Du vorher gefahren?
VW gönnt dem Akku offenbar erst dann die volle Ladeleistung, wenn er wirklich durchgewärmt ist. Beim ersten Ladestop, bei diesen Temperaturen schafft man das nur durch konsequentes Schnellfahren mit 160-180.
Das Batterie vorheizen ist Spielkram und dauert nach meiner Erfahrung viel länger, als der ID anzeigt. Bei unter 10, 15 Minuten bis zum Stop kann man es sich komplett schenken, da gewinnt man vielleicht 2-3 kW Ladeleistung, das macht der Schnellader in der ersten Minute.
Wirklich volle 135 kW sehe ich erst unter 20% und beim zweiten Ladestop, nach ein paar hundert Kilometern mit 140, 150 km/h. Langsamer sollte man nicht unterwegs sein, wenn man schnell laden will. Und auch nicht bis 80% laden, sondern 60-70%. Gerade so viel, dass man den nächsten Ladestop gut mit 15% erreicht, kriegt man mit der Zeit raus.
Also läuft es, wie schon gesagt, vor allem im Winter auf ein 160-180km Hüpfen hinaus.
Interessanterweise stehen die Ladeparks von Ionity an den großen Autobahnen auch mehr oder weniger exakt im Abstand von 160-180km... und ich sehe so manchen dort ein zweites oder gar drittes Mal...
Ist der Akku erstmal durchgewärmt, wirkt sich auch eine 30minütige Pause nicht mehr auf die Ladeleistung aus.
PS:
Und bei all der Wissenschaft, die man um diese ganze Laderei machen muss, um seine Arbeit noch effizient zu erledigen, ist es auch kein Wunder, wenn von meinen Kollegen derzeit alle dran arbeiten, sich Gründe für eine Ausnahmegenehmigung zum Diesel zu überlegen.
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Zitat:
@mjh318 schrieb am 22. April 2024 um 11:35:28 Uhr:
Nur falls es von Interesse ist:Habe den neuen ID.4 Facelift gestern das erste mal geladen - bei 18% SOC u. 8°C Außentemperatur => Ladeleistung wie beim alten ID.4 = 75 kW.
Der neue ID.4 hat SW 4.1 und bietet Akku-Vorheizung an dabei hat er folgendes angezeigt:
theoretische Ladeleistung nach Vorheizen 98 kW - Vorheizen hätte aber 30 min. gedauert - leider war ich schon nach 10 an der Ladesäule.
Ich fahre ja eine „alten“ & komischen ID4 GTX aus 2022
Wenn ich den mit seiner WP zu Hause vorwärme dann auf die Piste gehe und irgendwann an den DC Lader Fahre liegt das mind. bei 100kw, wenn wärmer bei >175kw, obwohl er das nicht können sollte.
Ich wärme den per App mit der Wärmepumpe auf Dienstreisen vor. Scheinbar macht die Innenraum-Klimatisierung den Akku warm.
Ist ein ID.4 Pro facelift (vor dem ersten Laden nur kurz Stadt/Land gefahren) - heute habe ich noch mal geladen ebenfalls mit vorheizen gestartet bei 2°C Vorheizen hätte 35 min. dauern sollen bin aber nur 25 min. gefahren hat dann ab 17% SOC mit 112 kW geladen hab das für gut 20 min. bis 70% laufen lassen waren im Mittel 120,5 kW für insgesamt 44 kWh laden.
Das hat der alte ID.4 PP mangels vorheizen nie geschafft der blieb bei den Temoeraturen immer bei max. 75 kW Ladeleistung.
Zitat:
@mjh318 schrieb am 23. April 2024 um 10:50:40 Uhr:
Ist ein ID.4 Pro facelift - heute habe ich noch mal geladen ebenfalls mit vorheizen gestartet bei 2°C Vorheizen hätte 35 min. dauern sollen bin aber nur 25 min. gefahren hat dann ab 17% SOC mit 112 kW geladen hab das für gut 20 min. bis 70% laufen lassen waren im Mittel 120,5 kW für insgesamt 44 kWh laden.Das hat der alte ID.4 PP mangels vorheizen nie geschafft der blieb bei den Temoeraturen immer bei max. 75 kW Ladeleistung.
Das ist ok so
Der alte PP ist ja kein GTX der eine andere Kurve hat.
Ich will meinen 2022er GTX nach 4 Jahren von der Firma abkaufen, weil der so gut lädt und läuft, trotz dann alter Software. Und als 2. Wagen für Feld, Schlamm und Flur nutzen
Der "alte", private ID.4 PP hat übrigens im letzten Sommer bei Start laden mit ca. 10% SOC tatsächlich mal mit fast 140 kW Peak gekaden (ohne vorher schnell auf der AB gefahren zu sein!).
Der ID.7 Tourer Pro wird mit 175 kW Ladeleistung angegeben. Der hat dieselbe Nennspannung wie ein ID.4 und, dank Gleichteilstrategie und Baukasten, vermutlich auch einen sehr, sehr ähnlichen Akku.
Wie man hat diese Zauberei zustande gebracht, wenn es doch aufgrund der Akkuspannung und diverser anderer technischer Gründe gar nicht geht? 😉
Mit 175kW sind Ladepausen von 10-15 Minuten für 10-60% durchaus nicht mehr unrealistisch.
Musste womöglich eine künstliche Begrenzung eingebaut werden, damit die Premiumliga an der Säule schneller wieder davonfahren kann, als der "Pöbel" im ID.4?
Die ersten CCS1 Schnelllader konnten nur max. 500 V / 200 A = 100 kW - die heutigen CCS2 können max. 500 A bei max. 1000 V - aber nicht alle, manche auch nur 500 V.
Das bedeutet dass 800 V Autos mit max. 400 kW laden könnten und 400 V Autos eben mit 200 kW - wenn man sich aber anschaut was die wirkliche Spannung ist, dann sind das eben beim ID.4 anfangs nur ca. 350 V geht dann erst langsam hoch Richtung 400 V somit sind 175 kW schon das absolute Limit (anfangs wegen der niedrigen Spannung, später damit der Akku nicht hoch geht).
Die neuen Tesla-Stationen können übrigens bis zu 650 A Strom - deshalb gehts da evt. etwas schneller (evt. haben die Tesla Akkus auch eine höhere Spannung - dazu muss man ja einfach nur ein paar mehr Zellen in Reihe schalten).
Aber diese ganzen theoretischen Werte müssen in Bezug auf die geplante Lebensdauer des Akkus gesehen werden - das ist wie bei einem Hochleistung-Turbomotor, wenn ich den rücksichtslos quäle (kalt voll drauf, heiß abstellen usw.), dann lebt der auch nicht lange (Rennmotoren wurden früher nach jedem Rennen ausgetauscht - ein schonend gefahrener gut gewarteter "low-power" Benziner o. Diesel macht 1 Mio. km).
Ein pfleglich behandelter Akku wird heute nach 10 Jahren und 300.000 km immer noch >50% Kapazität haben - ein stark genutztes Teil wird evt. grade mal über die Garantiefrist kommen = 8 Jahre / 160 tKm / 70% Restkap.).
Mit dem Unterschied, dass man einen Verbrenner kalt in den Begrenzer drehen kann, während beim BEV noch ein BMS dazwischen sitzt und ggf. Ströme reduziert (sowohl beim Laden als auch Entladen).
Dann sind wir ja immerhin einig, dass beim ID.4 175 kW möglich wären und man das nur aus irgendwelchen abstrusen Gründen begrenzt, diese Grenze beim hochpreisigeren ID.7 aber offenbar nicht mehr existiert.
Das widerspricht dann aber der, hier oft vertretenen Ansicht, dass VW das aufgrund eines selbstauferlegten Akku-Schonprogrammes macht oder aber es technisch gar nicht möglich ist, mit mehr als 135 kW in den Akku hineinzugehen.
Denn es geht ja scheinbar, wenn man es dem Kunden denn ermöglichen möchte 😉
Die Akkulebensdauer interessiert mich dabei nur untergeordnet. Ich fahre oft über Monate jeweils am Montag und Freitag/Samstag 500, 600km eine Richtung und lade da 3-4x am Schnelllader. Wenn das Auto dafür nicht gebaut ist, soll VW das genau so sagen und nicht mit irgendeiner Schwurbelei kommen man müsse den Akku in meinem Namen schonen und mir daher pro Strecke 30 Extraminuten fürs Laden aufbrummen...
Ohne Polemik geht es nicht, oder?
VW hat bereits mehrmals die Ladegeschwindigkeit erhöht, u.a. auch per (online) Update.
Neue Fahrzeuge verfügen auch wieder über andere Ladekurven, unabhängig von der Fahrzeugklasse, es sei denn es gibt technische Unterschiede (Batteriegrösse, Zelltechnologie bzw. -zulieferer, usw.).
Es kann z.B. gut sein, dass im ID.7 ein anderer Zelltyp verbaut ist, als im ID.4.
175 kW gibt es im ID.4 auch, allerdings aktuell nur im GTX.
Man macht Erfahrungen mit den Fahrzeugen, lernt dazu und passt die Ladekurven an und zwar für alle Derivate.
Irgendwelche obstrusen Theorien sind da völlig fehl am Platze.