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Fortschritte in der passiven Sicherheit in den letzten Jahrzehnten?

Themenstarteram 19. Oktober 2019 um 14:44

Hallo,

dass moderne Autos massenweise Assistenzsysteme besitzen welche die aktive Sicherheit verbessern ist klar - mir geht es aber um die passive Unfallsicherheit.

Sind vergleichbare aktuelle Autos ähnlich sicher wie die Vorgängermodelle vor 20 oder 30 Jahren? Mit vergleichbar meine ich gleich schwere Fahrzeuge, z.B. hat die aktuelle S-Klasse ungefähr ein ähnliches Gewicht und ähnliche Abmessungen wie die S-Klasse der 90er (w140). Sind diese beiden Modelle auch in der passiven Sicherheit vergleichbar oder liegen Welten dazwischen?

Wie sieht es bei anderen Modellen und Herstellern aus?

Welche Veränderungen gab es?

Gruß

Stefan

Beste Antwort im Thema

Ich bin der Meinung das sich die reine mechanische Crashsicherheit seit Mitte der 90er kaum verbessert hat. Anfang der 90er kamen in der Großserie bei Volumenmodellen erstmals computerberechnete Knautschzonen zum Einsatz. Diese haben die Sicherheit massiv gesteigert. Seit Mitte der 2000er geht der Trend eher dahin die Autos rein auf das Bestehen des Crashtests zu entwickeln, das heißt innerhalb der Testbedingungen gibt´s 500 Sterne aber sobald man 1 Testbedingung ändert zerlegen sich die Kisten in ihre Einzelteile. Auch gibt es jetzt Punkte für viele "unwichtige" Dinge, wie z.B. Gurtpiepser - obwohl diese die Crashsicherheit Null steigern, wenn man angeschnallt ist. Und wer sich nicht anschnallt, der tut das in der Regel mit Absicht.

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gelöscht

Zitat:

@dummefrage schrieb am 19. Oktober 2019 um 14:44:19 Uhr:

 

Sind diese beiden Modelle auch in der passiven Sicherheit vergleichbar oder liegen Welten dazwischen?

Ich würde sagen, dass das pauschal schwer zu sagen ist weil es so gut wie keine Autos gibt die vor 20 Jahren so schwer waren wie heute. Bis auf ganz wenige Ausnahmen.

Ich habe mal bei NCAP gestöbert und versucht mal ansatzweise ähnliche Gewichte zu finden.

BMW E39 - 1998 - 1485kg - Insassenschutz 25 Punkte

BMW E60 - 2004 - 1560kg - Insassenschutz 29 Punkte

Mercedes W203 - 2002 - 1455kg - Insassenschutz 33 Punkte

Mercedes W204 - 2007 - 1485kg - Insassenschutz 36 Punkte

VW Golf 4 - 1998 - 1140kg - Insassenschutz 25 Punkte

VW Golf 5 - 2004 - 1200kg - Insassenschutz 33 Punkte

VW Golf 6 - 2008 - 1190kg - Insassenschutz 36 Punkte

Also eine gewisse Tendenz ist schon erkennbar.

Es wäre allerdings auch traurig wenn in der Fahrzeugentwicklung gar keine Fortschritte mehr festzustellen wären.

Ich würde behaupten, dass zwischen einer 30 Jahre alten S-Klasse und einer heutigen S-Klasse sicherlich ein großer Unterschied liegen dürfte.

Es gibt genug alte große Fahrzeuge wo nach aktuelleren Chrashtest die Fahrgastzelle schlichtweg einfach kollabiert und Mercedes scheint jetzt was Chrashsicherheit angeht nicht der absoluteste Überflieger zu sein. Die 1995 eingeführte E-Klasse holt im Insassenschutz mal eben 6 Punkte weniger als ein 1997 eingeführter Saab 9-5

Ich denke gerade so im Bereich von 1995-2005 gab es einen großen Sprung im Insassenschutz.

Man muss ja nur mal vor 30-40 Jahren schauen welche Dinge da bei Chrashtests "gezählt" haben.

Was nutzt eine heile Fahrzeugfront bei 20km/h wenn die Insassen verletzt sind.

Was nutzt ne stabile Front wenn dadurch bei 60km/h dann die Fahrgastzelle kollabiert.

Man muss ja z.b mal schauen wie viele Airbags ne aktuelle S-Klasse hat und wie viele eine 30 Jahre alte S-Klasse. Auch zumindest mal ein Anhaltspunkt. Auch das kann Unfallfolgen massiv vermindern.

Eins hat sich mit Sicherheit massiv geändert: Die Motorisierung ist deutlich gewachsen.

Hallöle, was er vielleicht auch meint, nur ein Beispiel, der passiven Sicherheit :

Der Peugeot 604 hatte damals schon Rohrrahmenversteifungen rundum in der Karosserie, soweit mir bekannt ist und galt daher schon in den 70 Jahren als sehr sicheres Fahrzeug von der Stabilität her. Also die Holme waren aus Rundrahmen oder Rohrrahmen innen unter der Verkleidung, wie bei den Rallycars so ähnlich.

Gruß,

OliOla

Selbst ein vermeintlich sicherer Straßenkreuzer gibt einfach auf gegen ein halbwegs modernes Fahrzeug:

https://youtu.be/joMK1WZjP7g

@kraeMit

 

Was aber auch dem viel höheren Fahrzeuggewicht geschuldet ist.

 

Vergleiche mal einige beschleunigungswerte von damals mit heute. Großteils das selbe nur haben die heutigen Fahrzeuge viel mehr ps

Naja, Übermotorisierung ist ja nach Neukaufen ein wirtschaftliches Grundprinzip.

Eine unserer Töchter hat z.B. einen Nissan Micra Cabrio, ein Floh von einem Auto, 130PS.

Und Autos mit 60PS kauft doch keiner mehr?! Sterben ja auch aus ;-)

Worauf ich eigentlich hinauswollte ist F = m * a, Motorisierung gewachsen, Gewicht auch --> Geschosse.

Passive Sicherheit kann da im Verhältnis nicht mitziehen, weil diese Autos dann noch schwerer wären.

Themenstarteram 19. Oktober 2019 um 17:53

Danke, das sieht interessant aus. Also gab es ja doch so einige Fortschritte - vielleicht sogar mehr als auf den ersten Blick vermuten läßt denn die Bedingungen für den Crashtest wurden mit der Zeit immer weiter verschärft.

Dazu wären auch die Ergebnisse der US-Crashtests relevant denn es könnte ja sein dass Hersteller ihre Autos bezüglich Sicherheit genau den Anforderungen des genormten EU-Crashtests anpassen. Dabei stellt sich natürlich immer die Frage, ob die Autos real (also in ganz verschiedenen Unfallsituationen) viel sicherer geworden sind wenn die Hersteller die Sicherheitsentwicklung auf den Crashtest abstimmen.

Gruß

Stefan

 

Ja gut - abnehmende Grenzerträge...gilt immer.

Will sagen: die großen Sprüngen bei der passiven Sicherheit sind längst gemacht, was jetzt noch kommt sind leichte, stetige Verbesserungen.

Die Autos der 80er waren Todesfallen (Golf 2 und ähnliches), ein Golf3 war deutlich besser, ein Golf 4 schon recht gut und von Golf 5 aufwärts wird sich dann von Generation zu Generation nichtmehr soviel getan haben.

Die Zahl der Airbags lässt sich kaum mehr steigern, bei den Crashtests wurde auch schon vor 20 Jahren am Großrechner rauf und runter simuliert und hochfeste Stähle sind auch seit 10 Jahren Normalität.

Elektroautos könnte nochmal eine deutliche Verbesserung bringen. Kein dicker Motorblock mehr vor den Passagieren, das hilft.

So ein BMW Reihensechser samt Getriebe ist praktisch wie ein Speer, der nur darauf wartet, in den Innenraum gerammt zu werden...man kann nur alles dafür tun, dass er unter der Fahrgastzelle wegtaucht im Ernstfall.

kraeMit schrieb : Und Autos mit 60PS kauft doch keiner mehr?! Sterben ja auch aus ;-)

Hallöle,

ich sage nur, warten wir es ab in Deutschland, ob das Tempolimit mit 130 Km/h eingeführt wird, dann wird es sich nicht mehr lohnen Autos mit 150 oder mehr PS zu fahren, weil damit der Spass auf der Strecke bleibt.

Da reichen auch locker 60 Benzin, oder 90 Diesel PS.

Als kräftiges Zugfahrzeug reichen auch vernüftige Diesel PS.

Somit wäre die Einleitung der kleinen Motorisierungen wieder gegeben, weil alles höhere uninteressant wird, es sei denn man benutzt eine Rennstrecke.

Den einzigen Vorteil bei stärkerer Motorisierung, als mit einem 45PS oder 60 PS Auto mit 130Km/h fast vollgas fahren zu müssen, würde ein 100 oder 150 PS bei 130Km/h eher im mittleren Drehzahlenbereich leise flüsternd dahingleiten.

Aber vielleicht sind ja auch 60 PS Autos heutzutage bei 130 Km/h recht leise und verbrauchsarm ?

Gruß,

OliOla

Ist doch gerade mal wieder gescheitert, aber bitte nicht das Thema verbiegen. ;)

@OliOla : Das hatte ich auch im Kopf, für das überwiegende Nutzungsprofil natürlich völlig ausreichend. Natürlich muss es auch Ausnahmen geben und selbstverständlich haben elektrische Auspuffklappensteuerung und per Lautsprecher simulierte Auspuffgeräusche da überhaupt keinen Sinn und Zukunft.

Leider ist die Menschheit trotz Hirn aber blöd wie ein alter Toaster, schaufelt sich ständig selber neue Gräber und wird mit Sicherheit diese Welt kaputt bekommen.

Zitat:

@Go}][{esZorN schrieb am 19. Oktober 2019 um 22:28:48 Uhr:

Ist doch gerade mal wieder gescheitert, .... ;)

Wird schon noch klappen. ;-)

Eher gibt es in den USA ein Waffenverbot.

BTT BITTE!

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