Erfahrungen eines 325dA-Fahrers mit einem 320d

BMW 3er E90

Hallo!

Nachdem mein E91 mal wieder eine neue Standheizung bekommen hat (2. innerhalb von 14 Monaten nach Auslieferung) hatte ich die Gelegenheit in den letzten zwei Tagen einen E90 320d mit M-Paket, Navi Business, Leder usw. mal Probe zu fahren. Der Wagen muss einer der letzten E90 vor dem Facelift gewesen sein, hatte gerade mal 1600 km auf der Uhr ...

Der Motor des 320d ist schon toll, durch das für mich ungewohnte manuelle 6-Gang-Getriebe wirkte der Motor sehr viel spritziger und direkter als mein 325d Mit Automatik. Ich schreibe bewußt wirkte, da ich mir sehr sicher bin, das mein 325d auf den gefahrenen Strecken tatsächlich "schneller" ist. Durch die Automatik ist man aber ein bißchen "weiter" vom Motor weg. Verbrauch lag ca. 0,7l unter dem meines 325d, allerdings nur mit 205er Reifen (ich fahre ansonsten 225er), ohne Automatik und Standheizung und natürlich Limo zu Touring. Die Werte beziehen sich in beiden Fällen auf die Angaben des BC im jeweiligen Fahrzeug, der reale Unterschied kann (und wird) also etwas anders aussehen. Das Ergebnis habe ich allerdings so ungefähr auch erwartet: Der 320d konnte seine Vorteile durch das komplette Efficient Dynamics-Paket nicht ausspielen, da ich nur einen sehr geringen Anteil Stadt- und Überlandfahrten habe.

In dem Wagen war das Navi Business verbaut, in meinem E91 habe ich das "alte" Prof. Wirkliche Unterschiede in der Dauer der Berechnung der Routen konnte ich nicht feststellen. Durch die sehr hohe Autobahndichte hier im Rheinland und das sehr hohe Verkehrsaufkommen müssen alle Navi's hier sehr viele Routenoptionen berechnen und bewerten. Marginal war das Business hier schneller, Ausschlaggebend wäre es für mich nicht. Wenn man das große Display des Prof. gewöhnt ist, ist der kleinere Bildschirm des Business sehr gewöhnungsbedürftig, alle benötigten Informationen zeigt es aber an. Negativ bei dem von mir gefahrenen Fahrzeug war allerdings die Aktualisierungsrate des Kartendarstellung: Im Autobahnkreuz Köln Nord hinkte das Business Navi in der Darstellung doch deutlich meinem Prof hinterher. Ich war schon fast komplett Von der A57 auf die A1 gewechselt, ohne das das Navi die Fahrtrichtungsänderung dargestellt hätte. Ob es gerade mit was anderem beschäftigt war, keine Ahnung. Bei meinem Prof. ist mir so etwas allerdings noch nie aufgefallen.

Der Wagen war mit dem M-Paket inkl. Sportfahrwerk und 16" non-RFT (Firestone) WR's ausgestattet. Auch wenn der Vergleich fast unmöglich ist, für mich wirkte die Kombination aus E91 mit 225er 17" Bridgestone LM 22 RFT WR's deutlich harmonischer als die Kombination aus E90 mit Sportfahrwerk und 16" non-RFT WR. Klar das Fahrwerk des E90 ist deutlich straffer gewesen, dafür fahre ich meinen E91 mit knapp 0,5 bar mehr Luftdruck (nachgemessen!) und den RFT Reifen. Schlaglöcher wurden sehr viel deutlicher ins innere weitergegeben. Am Reifendurchmesser/-Umfang kann es eigentlich nicht gelegen haben, die sollten ja annähernd identisch sein. Der E90 war natürlich noch sehr jung, vielleicht verändert sich das Fahrwerk ja noch ein bißchen. Ich bin auf jeden Fall mit meiner Wahl aus Serienfahrwerk und 17" RFT Bereifung sehr viel zufriedener.

Wenn auch ein sehr kleiner und wichtiger Punkt: Der glänzende schwarze Rahmen durch die Shadow-Line des M-Pakets um die Außenspiegel hat mich gestern Abend auf der AB doch etwas irritiert: Die Reflektionen der anderen Frontscheinwerfer im Augenwinkel kannte ich bis dahin noch nicht ...

Da BMW ja einige Unterschiede bei den 6-Zylindern in der Serienausstattung anbietet, die es für die 4-Zylinder nicht gibt, konnte ich diese nun auch erfahren: Der Tempomat der 6-Zylinder ist wirklich sehr viel besser als der der 4-Zylinder Modelle. An die Bremsfunktion habe ich mich schon sehr stark gewöhnt. Was mir bisher allerdings nicht bekannt war: Bei den 4-Zylinder-Modellen kann man die Geschwindigkeit nur in 1er-Schritten verändern, die 10 km/h-Option gibt es nicht.

Zusammenfassend kann ich nur wirklich das Wiederholen, was ich hier schon sehr oft wiedergeben haben: Der 320d ist ein sehr gutes Auto, der 325d ist ein klein wenig besser. Wenn einem der Ausstattungsbereinigte relativ geringe Mehrpreis ( bei mir waren es damals 1.300 €) und der geringe Mehrverbrauch nichts ausmacht, dann ist er in meinen Augen allerdings schon die bessere Wahl. Besonders der sehr viel bessere Tempomat ist den Aufpreis für Vielfahrer schon fast wert ...

16 Antworten

Zitat:

Original geschrieben von hornmic


So lange mein 325d sparsamer ist als der 170 PS TDI im meinem vorherigen Passat, macht der Motor auf jeden Fall Sinn: Mehr Spaß und Komfort bei geringerem Verbrauch. Und das nicht nach irgendeiner Norm berechnet, sondern jeweils über 50.000 km nachgerechnet mit den Tankquittungen.

Solche Motoren machen, genauso wie auch der 320d eigentlich keinen Sinn, da auch der 318d mit seinen 143 PS für bestimmt 98% aller Situationen ausreichend Motorisiert ist. Aber wenn ich alles "nur" nach Sinn (und Verstand) betrachten würde, dann dürfte ich wahrscheinlich auch keinen BMW oder so fahren. Preiswertere Autos bringen mich bestimmt genauso gut und sicher ans Ziel. Wenn ich allerdings beachte, daß ich nach 300 km Anreise noch 8 Stunden konzentriert arbeiten möchte, dann machen Fahrzeuge wie der 325d und auch noch ganz andere Fahrzeuge auf einmal sehr großen Sinn. Sie bringen den Fahrer entspannt und sicher ans Ziel ...

Dem kann ich nur zustimmen - genau das ist der Punkt.

Auto ist nicht nur die Summe der Vernunftsgründe, denn dann würden wir alle ein Einheitsprodukt mit einem Mikromotor und Mindestausstattung fahren.

Beim Autokauf spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Die Vernunft ist dabei sicherlich nicht ganz unbedeutend - so fahre ich einen 325d und keinen 335i oder sogar "nur" 330d. Es war wie immer so, dass ich innerhalb der (in diesem Falle von mir, weil ich selbständig bin) gesetzten Grenzen das geordert habe, was ging. Das Ergebnis ist ein Auto mit vielen Spielereien und einem Sechszylindermotor. Als Gesamtpaket, nicht als Summe aller Einzelteile. Zum Zeitpunkt der Bestellung war ich weder bereit, auf die 6 Zylinder, wie auch auf die gewählten Ausstattungsmerkmale zu verzichten. Die von mir gestzten Grenzen hätten auch einen 335d mit ganz wenig, 335i mit wenig und einen 330d mit etwas weniger Ausstattung erlaubt. Mir war die Ausstattung aber in der Kombination wichtig, also blieb ich motormäßig etwas unten. Anders herum hätte ich den 320d nehmen können und dann noch ein Extra mehr - dann würde ich aber jeden Tag das flaue Gefühl des aufgezwungenen Verzichts ertragen müssen. Die 6 Zylinder waren mir nämlich verdammt wichtig. Und gerade das nicht aus Vernünft, sondern aus Freude am (BMW) Fahren.

Zitat:

Original geschrieben von kevinmuc


Naja hab letzte woche festgestellt, dass ein C220 in der Stadt das gleiche Braucht wie meine Kiste. (zumindest hab ich ihn mit 9,0 L angegeben) meiner liegt meist zwischen 8 und 9 in München. Wobei hier ein eklatanter Leistungsunterschied auch noch vorhanden ist.

Ich hatte letztens einen C200. Den hab ich mit 13 L befeuert 😰 gut, auf der Strecke hätte meiner auch 8 L genommen 😎

Ansonsten guter Bericht! Für mich war aber damals entscheidend, dass die laufenden Kosten einiges höher sind, da man nicht nur mehr verbraucht, sondern auch für 1000cm³ mehr Steuern bezahlen muss(te).

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