DSG - Der richtige Umgang?!

VW Golf 6 (1KA/B/C)

Da nun im Thread "Umstieg auf DSG, gute Entscheidung?" eine heiss entfachte Diskussion zu "DSG" oder "kein DSG" entstanden ist, dachte ich mir, ich eröffne mal hier diesen Thread.
Dort wurde u.a. geschrieben dass man sich von einem "Handschalter" zu einem "DSG" erst umgewöhnen muss?! Was genau muss man sich denn umgewöhnen und wie ist der richtige Umgang / die richtige Fahrweise mit einem DSG-Getriebe?
Und was genau hat es mit der Sache mit dem "Kickdown" aufsich?

Beste Antwort im Thema

Und zweiter Beitrag:

Wenn man ein Automatik-Fahrzeug genauso fährt wie einen Schaltwagen, wird man unter Umständen unzufrieden sein.

Prinzipiell muss man mit dem Gaspedal mehr "spielen", das "automatisiert" sich aber mit der Zeit.

So kann es unter Umständen ruckartig werden, wenn man auf die Autobahn auffährt und eben Vollgas gibt oder gar den Kickdown betätigt. Wenn man sich mal etwas mit dem Auto auseinandergesetzt hat, weiß man eigentlich genau bei welcher Gaspedalstellung das Getriebe wie reagiert.

So weiß ich eben, dass ich das Gaspedal 2/3 durchtrete um normal auf die Autobahn aufzufahren, dann schaltet er einmal runter und nutzt danach das anliegende Drehmoment. Hat er eine gewisse Drehzahl erreicht, kann ich auch Vollgas geben (kein Kickdown!) und er beschleunigt weiter voll, aber ohne runterzuschalten.

Auch auf ebener Straße ist es etwas anderes, einmal kurz am Gas gelupft und er schaltet nochmal einen Gang höher, falls das möglich ist. Denn sonst kann es sein, dass das Getriebe einfach mal etwas zu lang im etwas zu niedrigen Gang fährt (zugegeben: Beim 7-G-DSG wahrscheinlich eher unmöglich 😉 ).

Sonst gibt es eigentlich nichts zu beachten, außer dass man bloß nicht immer an jeder Ampel von D auf P schaltet, das machen nämlich auch viele "Experten" die sonst kein Automatik fahren.

Ach ja: An der Ampel halten, auch hier muss man etwas gefühlvoller mit der Bremse umgehen, weil ein Automatik-Fahrzeug im Stand ohne Bremse leicht nach vorne schiebt, sodass man im letzten Moment noch etwas stärker den Bremsdruck loslassen muss, als man es bei einem Schaltwagen ohnehin macht, damit man nicht immer nickt. Das war auch schon alles, aber für viele ist das wohl eine unheimliche Hürde 😉

EDIT: Wenn ich ein "guter Auto(matik)fahrer" sein will, muss ich eben genau wissen in welcher Situation mein Auto/Getriebe wie reagiert. Auch beim Überholen auf der Landstraße eines LKW's muss ich wissen, wie viel Gas ich zu geben habe, damit ich ideal vorbeiziehen kann. Immer NUR Kickdown ist auch nicht das richtige...

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Zitat:

Original geschrieben von sveagle


Finde ich aber sehr gefährlich wenn schlagartig die Kupplung trennt, ihr wollt rückwärts eine steile verschneite Steigung rauf und vorne schiebt noch jemand und plötzlich rollt das Auto vorwärts.😰 Autsch.

Das stimmt, kann leider passieren. Allerdings denke ich, dass man als geübter Fahrer doch recht schnell auf der Bremse ist und nicht mehr als 1m vorwärts rollt.

@Hummerman: du hast recht, die nass laufenden Kupplungen sind da nicht so empfindlich. Trotzdem ist das eine der wenigen Konstellationen, wo man sagen muss "das DSG ist nicht wirklich geeignet", weil man nicht so richtig sanft rangieren kann. Gerade rückwärts anfahren mit Hänger am Berg, das kann man mit einem Wandler butterweich dosieren - mit den Kupplungen ist das beim DSG immer etwas "eckig". Gleiches gilt für Fahrten in schwererem Gelände, auch dort ist der Wandlerautomat das Getriebe der Wahl (ein Fahrzeug mit Wandlerautomat kann man problemlos nur mit dem Gaspedal am Berg halten - wenn man da dann mehr oder weniger Gas gibt, fährt man ganz sanft an; das geht bei Fahrzeugen mit Lamellenkupplungen - egal ob DSG oder auch die Audi Multitronic - nicht in der Ausprägung). Am Ende muss man wohl abwägen, welchen Kompromiss man eher eingehen möchte.

vg, Johannes

Hallo

Ich fahre zur Zeit Golf 6 Vari. als Handschalter. Wenn in ca. 2 Jahren eventuell ein neuer
( Golf oder Touran ) soll er mit DSG geordert werden.
Allein Stadtverkehr ist DSG eine Erleichterung.

Gruß
Harald

Wenn ich das aber noch recht in erinnerung habe warnt das DSG bevor es auskuppelt durch starkes Ruckeln.

Zitat:

Original geschrieben von sveagle


Wenn ich das aber noch recht in erinnerung habe warnt das DSG bevor es auskuppelt durch starkes Ruckeln.

Das stimmt, ist mir aber nicht aufgefallen bzw. ich habe vermutlich vielmehr nicht drauf geachtet. Ist mir 2-3x passiert, immer in der gleichen Situation (zaghaftes Fahren an einer Steigung). Seither achte ich immer darauf so flott zu fahren, dass die Kupplung geschlossen ist und beim Anhalten gleich auf die Bremse zu treten anstatt "langsam anzuhalten". Seither ist es nicht mehr vorgekommen.

War eben nur überrascht, dass es doch verhältnismäßig schnell geht.

vg, Johannes

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@sveagle:

Zitat:

Trotzdem stell ich mir immer noch die Frage, ist die Kupplung komplett geschlossen aber wenn der 2. Gang schon gewählt wird ist das vielleicht das Zeichen das die Kupplung vollständig geschlossen ist.

Wenn tatsächlich der 2. Gang eingelegt ist (also die Anfahrkupplung für den 1. Gang völlig offen ist) und du, wie du vorher beschrieben hattest, mit 7km/h fährst, dann kann die Kupplung 2 nicht komplett geschlossen sein, es sei denn, dass der Drehzahlmesser dann ca 600rpm anzeigt.

Mein Drehzahlmesser zeigt in der gleichen Situation rund 1000rpm an und ich versuche daher dieser Kriecherei zu vermeiden.

Die Motorleistung, die dann an der Kupplungsscheibe in Wärme umgewandelt wird ist zwar minimal, weil die Antriebsleistung in der Ebene bei 7km/h auch nur minimal ist (Größenordnung: 0,5KW) und die Drehzahldifferenz (1000 - 600 = 400rpm) eine nochmal kleinere Reibleistung vermuten lässt, aber wenn dieser Vorgang zu lange dauert, wird es trotzdem gut warm.

Was ich bis jetzt nicht genau weiß:
Wird mir der 2. Gang in dieser Situation nur angezeigt oder ist der, wie oben beschrieben, tatsächlich vollständig geschaltet?
Die 1000rpm meines Drehzahlmessers passen nämlich so wunderschön zu den 7km/h im 1. Gang.

Kann man das mit dem VCDS testen/aufzeichnen?

Bin übrigens heute mit ca 600kg schwerem Anhänger an einer deutlichen Steigung (geschätzt 10%) beim Abfallwirtschaftsbetrieb relativ zaghaft angefahren, da ruckelte nichts.

Zitat:

Original geschrieben von navec


Bin übrigens heute mit ca 600kg schwerem Anhänger an einer deutlichen Steigung (geschätzt 10%) beim Abfallwirtschaftsbetrieb relativ zaghaft angefahren, da ruckelte nichts.

600kg sind natürlich recht überschaubar. Selbst mit deutlich schwererem Hänger ist Anfahren überhaupt kein Problem, wäre ja schlimm. Aber rangieren ist doch nochmal eine andere Situation, weil da oft die Kupplung über mehrere Sekunden bei relativ hoher Antriebsleistung schleift.

vg, Johannes

Das kann natürlich sein, aber ich werde es, ohne trifftigen Grund nicht ausprobieren...

Zitat:

Wenn tatsächlich der 2. Gang eingelegt ist (also die Anfahrkupplung für den 1. Gang völlig offen ist) und du, wie du vorher beschrieben hattest, mit 7km/h fährst, dann kann die Kupplung 2 nicht komplett geschlossen sein, es sei denn, dass der Drehzahlmesser dann ca 600rpm anzeigt

Hast du schon mal ein Drehzahldiagramm gesehen.

Bei 1000U/min liegen die Drehzahlunterschiede ganz nah bei einander, da liegen die Drehzahlsprünge etwa 20-30U/min auseinander, erst bei steigender Drehzahl geht die Spreizung auseinander.

Schalte mal bei 2000U/min vom 1-2 Gang und dann das gleiche bei 5000U/min.

Bei 2000U/min macht er nur einen kleinen Drehzahlsprung, bei 5000U/min ist der Sprung viel größer.

Gruß

SVEAGLE

Also das mit dem 2. Gang macht das 6G-DSG übrigens genauso. Wenn man von der Bremse geht und nur im Kriechgang fährt, geht er kurz danach in den 2. Gang. Gibt man dagegen leicht Gas direkt nach dem Anrollen hält er den 1. Gang etwas länger und kuppelt kurzeitig komplett ein weil er natürlich denkt du willst beschleunigen.

Ich glaube das macht das Getriebe aus Komfortgründen so und soll den nicht vorhandenen Wandler ersetzen. Denn geht mal im 1. Gang (der voll eingekuppelt ist) bei einem Schaltwagen auf's Gas aus 10 Kmh, das gibt immer einen Ruck, genauso wenn man bei 15 Kmh ruckartig vom Gas geht, dann ruckelts einfach.

Damit beim DSG alles immer schön harmonisch abläuft, behält es den 2. Gang einfach drin und regelt mit der Kupplung... 😉
Schließlich soll sich DSG wie eine Automatik fahren und nicht wie ein automatisiertes Schaltgetriebe.

Grüße
Peter

@sveagle:

Zitat:

Hast du schon mal ein Drehzahldiagramm gesehen.

Bei 1000U/min liegen die Drehzahlunterschiede ganz nah bei einander, da liegen die Drehzahlsprünge etwa 20-30U/min auseinander, erst bei steigender Drehzahl geht die Spreizung auseinander."

Ich kann rechnen...das sollte reichen.

Da brauche ich mich nicht mit Vermutungen und, bei solchen geringen Drehzahlen, undeutlichen Diagrammen zu beschäftigen.

(Ein Diagramm des Alpina B12 ist zur Beurteilung des 7-Gang-DSG beim Golf auch generell eher ungeeignet)

Wenn man sich mal die Übersetzungtabellen von @myinfo anschaut, sind alle kleinen TSI's (105, 122 und 160PS) mit DSG-Trockenkupplungsgetriebe gleich übersetzt.

Für die Gänge 1-4 ist eine einzige Achsübersetzung zuständig (4,438).
Der 1. Gang ist mit 3,765 übersetzt und der zweite Gang mit 2,273.
(Diese Werte wurden mir für meinen Wagen von VW sogar schriftlich bestätigt)

Damit unterscheidet sich die Gesamtübersetzung im 1.Gang von der im 2. Gang um den Faktor 1,656 (Gangsprung)

Wenn also der Motor im 1. Gang mit 1000rpm dreht, muss er, bei gleicher Geschwindigkeit, im 2. Gang mit ca 604rpm drehen, sofern wir in beiden Fällen von jeweils geschlossenen Kupplungen ausgehen.

Das wäre dann ein Drehzahlsprung von fast 400rpm und nicht von 20-30rpm, oder wie siehst du das?

30rpm Erhöhung bei 1000rpm würde ja einem Gangsprungfaktor von 1,03 entsprechen. 1,03 gibt es aber nicht mal zwischen den beiden höchsten Gängen und schon gar nicht zwischen den beiden niedrigsten.

@Nytro_Power:

Zitat:

Schließlich soll sich DSG wie eine Automatik fahren und nicht wie ein automatisiertes Schaltgetriebe

Das ist von VW auch furchtbar nett gemeint, aber bei einer Wandlerautomatik verschleißt in dem Fall nichts. Bei einer Reibkupplung schon und das stört mich.

Wenn VW derart bemüht ist, unangenehme Rucke nicht auftreten zu lassen, gäbe es durchaus, zumindest beim Trockenkupplungs-DSG, ein sinnvolleres Betätigungsfeld, denn Rucken tut die Kupplung bei speziellen anderen Fahrsituationen definitiv.

Nur da ist es dann (mal wieder) "Stand der Technik", wie ich mir gerade von VW anhören musste.

Zitat:

Original geschrieben von sveagle


Wenn ich das aber noch recht in erinnerung habe warnt das DSG bevor es auskuppelt durch starkes Ruckeln.

Ruckeln tut da nix, zumindest bei mir nicht. Das DSG kuppelt da sehr plötzlich aus. Wenn man das zum ersten Mal erlebt, schaut man ganz schön dumm.

Ich selbst habe regelmäßig an der relativ steilen Hofeinfahrt meiner Schwiegereltern, die ich rückwärts rauffahre, mit diesem Problem zu kämpfen. Fährt man so, daß voll eingekuppelt ist, ist man für die Schwelle dort eigentlich zu schnell. Fährt man langsamer, schafft man es oft nicht ohne das automatische Auskuppeln.

Zum langsam Rollen im 2. Gang: Nach meinem Empfinden ist tatsächlich reel der 2. Gang eingelegt, aber die Kupplung schleift. Wenn ich aus dieser Situation heraus Gas gebe, spüre ich, wie die Kupplung beim Schließen leicht rupft. Ich vermute, wie Nytro_Power schon schreibt, daß das aus Komfortgründen so ist.

Patrick

Wie gesagt beim 6G DSG ist das nicht so. Das fährt sich tatsächlich wie eine normale Wandlerautomatik so im Schleichverkehr. Das 7G DSG ist wirklich generell etwas ruckliger. Schuld ist mit Sicherheit die Trockenkupplung die man wohl technisch bedingt nicht so genau kontrollieren kann wie eine Nasskupplung.

Nur wenn man ruckartig und stark beschleunigt merkt man dann halt die Vorzüge eines echten modernen Automatikgetriebes, die dann einfach noch schneller entscheidet und sinnvoller die richtigen Gänge wählt und drin lässt.

Aber trotzdem finde ich das DSG für ein sportliches Fahrzeug wie den GTI die sinnvollste Lösung.

@Nytro_Power:

Zitat:

Schuld ist mit Sicherheit die Trockenkupplung die man wohl technisch bedingt nicht so genau kontrollieren kann wie eine Nasskupplung.

Schuld ist tatsächlich die Trockenkupplung, weil die nämlich, im Gegensatz zur Lamellenkupplung des 6-Gang-DSG, 100%-ig trennen kann.

(Das ist übrigens auch ein Grund für das vermehrte klappern beim Trockenkupplungs-DSG und für dessen besseren Wirkungsgrad.)

Eine Kupplung, die immer minimal beaufschlagt ist kann weicher einkuppeln.
Außerdem braucht man sich beim Nasskupplungs-DSG weniger Gedanken über die Wärmeabfuhr beim Schleichen zu machen, da die Wärme hauptsächlich über das Öl abgeführt wird. Somit kann die Kupplung ein kräftigeres Schleichen ermöglichen und kuppelt dann, bei Zusatzlast weicher ein.

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