Bremsen knarzen bei X1 25d Bj.2018

BMW X1 F48

Hallo zusammen. Bin seit Ende 2023 stolzer Besitzer o. g. Fahrzeugs.
Was mich im Moment stört sind die knarzenden Bremsen wenn die Bremse leicht gelöst wird und der Wagen bedingt durch die Automatik anfängt zu rollen. Gleiches bei den letzten Zentimetern bis zum Stillstand. Wie beschrieben nur bei leicht betätiger Bremse.
Meine Frage: Liegt es an den Belägen, den Scheiben oder der Kombination aus beiden?
Erfahrungen dazu?
Laufleistung derzeit 41000Km, also noch Originalsatz. Müsste aber bald fällig sein und würde dann die ATE Ceramicbeläge wählen...

49 Antworten

@Trohn

Ja, hab ich mir auch gesagt. Auch wenn es wahrscheinlich nichts wird. Dann habe ich halt eine nutzlose digitale Messlehre im Auto herumliegen. Kann man vielleicht auch als normale Schieblehre verwenden....

Ich werde berichten und danke nochmals für den Hinweis, wo ich nach der MIN TH suchen soll. Da hatte ich schon mal gesucht - aber zugegebenermaßen nicht sehr gründlich...

@Speedwayrider66

Die bessere Gesamtbewertung in diesem ADAC-Test hatte ja ATE... Aber irgendwie war das Gesamtfazit wohl auch, dass die "Dritthersteller"-Bremsbeläge fast allesamt annähernd so gut waren wie das VW-Original. Mit Ausnahme von Ridex. https://www.adac.de/.../

Ich fand die Testergebnisse etwas verwirrend, weil aus meiner naiven Sicht "Bremsweg" eigentlich das wichtigste Kriterium hätte sein müssen. Und danach wäre die Zimmermann COATZ mit Abstand am besten gewesen. Deutlich stärker wurde aber "Reibwerte Konstanz" gewichtet. Und hierin schnitt der Zimmermann nicht so gut ab.

Im Forum neigt die herrschende Experten-Meinung wohl am ehesten zu ATE (Ceramic)

Zitat:

@Ebble schrieb am 8. Januar 2024 um 19:06:18 Uhr:



... ich mit der Information nichts anfangen kann. Was weiß ich schon, wenn der Meßschieber etwa melden sollte: 22,12 mm? Ich weiß ja nicht, wie stark die Mindeststärke sein soll - weil ich bislang keine entsprechende Gravur dazu gefunden habe.

Moing,

Verschleißgrenze kannst ergoogeln.
Musst nur dein Fahrzeug korrekt angeben, dann erscheinen bei manchen Onlinehändlern neben der "Neuteil!-Dicke auch die Verschleiß- Mindestdicke. Die gelten dann eigentlich für alle Hersteller, weil die Bremsscheiben ja gleich dick sein müssen wegen der Bremsanlage.

Als Faustregel kann man sagen das von der Neuteile- Dicke 1,5mm Verschleiss abzuziehen ist, dann sollten sie raus. Ist aber nur eine Faustregel (!).

Ich hab dir mal ein Bild reinkopiert auf die schnelle, nach sowas solltest du im Netz suchen, dann kannst du dich danach orientieren.

Noch was zum messen: Die Messung sollte wirklich korrekt gemacht werden, daher ist es eigentlich fast unerlässlich das Rad abzunehmen. Das Problem ist das Verkanten, was schnell zu einer Fehlmessung von mehreren zehntel mm führt und dadurch ein falscher Trugschluss entsteht.
Wünsche dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben.

Bremsscheibe

Dankeschön! Werde ich mir im Laufe des Tages genauer ansehen. Eine Schnellsuche ergab absurderweise zwar bei fast allen kompatiblen Scheiben (leicht unterschiedliche) Angaben zur Mindestpreis ( 22 mm bis 22,5 mm, meist 22,4 mm), nicht aber zur Originalscheibe 34116865713.

An das Problem des Verkantens hatte ich auch schon gedacht. Wahrscheinlich hast Du Recht :-(.

Ich lasse es demnächst sowieso in einer Werkstatt anschauen. Aber weil das irgendwo irgendeine Kette ist, hätte ich für mich zur Kontrolle auch gerne einen Wert gehabt.

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Mit deiner angegeben OEM Nummer komme ich u.a. auf einen ebay- link
https://www.ebay.com/itm/264884707962
da steht in der Beschreibung :

Bremsscheiben:
- Durchmesser [mm]: 330
- Bremsscheibendicke [mm]: 24
- Mindestdicke [mm]: 22,4
- Bremsscheibenart: Innenbelüftet
- Radnabendurchmesser [mm]: 67
- Lochanzahl: 5
- Oberfläche: lackiert
- Bearbeitung: hochgekohlt

Also schon ein guter Anhaltspunkt und die Faustregel mit den 1,5mm an Abrieb/ Verschleiß passt auch ins Bild.

Und was sagt uns nun der Wert der Mindestdicke? Darf ich, wenn die Mindestdicke erreicht oder kurz davor ist die Bremsscheiben beim Belag wechseln noch weiter benutzen oder muss ich eine Hochrechnung machen wie lange die Scheiben noch im Toleranzmass sind. Der Freundliche hat mit Sicherheit ein Werkgrenzmass und da fällt bei jedem wechseln der Beläge auch das erneuern der Bremscheiben an. Bei den heutigen Preisen ist das schon sehr attractive.
Ich fahre jetzt schon so lange und hab meine Fahrzeuge immer selbst gewartet.
Das wechseln der Bremsscheiben hab ich immer beim zweiten Brembelagwechsel gemacht, vorausgesetzt die Scheiben haben noch eine gute Tragfläche, sind nicht wellig oder haben Rostsansatz auf der Fläche.
Gemessen habe ich noch nie, denke das kann man sehen.

Hochrechnen würde ich auf jeden Fall (man muss ja nicht Bremsscheiben- Laufleistung herschenken), denn wenn die Bremsscheibe erst zur Hälfte runter ist würde ein reiner Bremsbelagwechsel reichen.
Tauschen der Bremsscheibe würde ich IMMER mit erneuern der Bremsklötze machen wenn es soweit ist.

Ansonsten hast du mit dem Wechselrhytmus alles richtig gemacht (finde ich).

Zu deinem anderen Thema:
Wechsel nur im Komplettpacket Scheibe/ Beläge= Geldmacherei und Gewissensberuhigung.

Technisch sicherlich das beste für die Werkstatt, weil sich der Belag vom Klotz der Scheibe schneller anpasst (alles eben und keine Vertiefungen/ Riefen), somit beste Wirkung als nur neue Klötze auf alter Scheibe, aber wenn die etwas eingefahren sind ist die Bremsleistung genauso gut, somit besser für deinen Geldbeutel oder schlechter für die Werkstatt ($).

Mein Fazit:
Da wird schnell Geld gemacht aus Werkstattsicht.
Als Autofahrer sollte man aber auch keine Kompromisse bei der Sicherheit eingehen, aber man muss auch nicht unnütz Geld zum Fenster rauswerfen.

@Lutscher

Einmal mehr lieben Dank!

Ich war auch schon für mich zu dem Ergebnis gelangt, einfach mal von 22,4 Mindestdicke auszugehen, weil für die allermeisten Ersatzscheiben genau die Werte angegeben waren, die Du auch recherchiert hast. Dein Recherche-Ergebnis bestätigt das nochmals. Und es passt zu Deiner Faustregel von -1,5 mm, wenn man von einer Ausgangsstärke von 24,00 mm ausgeht - die zwar seltsamerweise auch nicht alle Ersatzhersteller melden, aber eben fast alle.

Den Rest, den Du @Helmut erklärst, hatte ich auch so verstanden, nach allem, was ich dazu gelesen hatte.

Man muss also schon schauen, wie viel Fleisch da noch auf der Scheibe ist. Wenn man davon ausgeht, dass normalerweise 1,6 mm einer Laufleistung von 100.000 km entsprechen und man mit einem Belag ungefähr die Hälfte weit kommt, sollte eine Scheibe beim Wechsel der Beläge also noch eine Stärke von in der Regel 24 mm - 0,8 mm = 23,2 mm haben.

Ich würde jetzt mal so aus dem Bauch heraus sagen, dass sich daraus eine Mindeststärke von 22,8 ergibt. Wenn dieser Wert unterschritten ist, macht ein reiner Belagwechsel wahrscheinlich wirtschaftlich keinen Sinn mehr. Man würde dann nur die Hälfte der Beläge (rund 25.000 km) nutzen können, bevor man erneut alles wechseln muss.

Man muss die Mehrkosten des vorzeitigen Scheibenwechsels mit dem Mehrkosten des vorzeitigen Bremsbelagswechsels abgleichen. Und die sich daraus ggf. ergebenden Zusatzkosten, dass man in relativ kurzer Zeit zweimal zur Werkstatt muss. Auch sollte eigentlich ein gleichzeitiger Wechsel von Scheiben und Belägen EIGENTLICH etwas billiger sein als wenn man das in mehreren Terminen machen muss. Denn der Wagen muss nur einmal auf die Hebebühne, es müssen nur einmal die Räder de- und anmontiert werden, einmal geprüft werden, ob alles in Ordnung ist, usw...

Zitat:

@Helmut.55 schrieb am 9. Januar 2024 um 11:33:16 Uhr:



Ich fahre jetzt schon so lange und hab meine Fahrzeuge immer selbst gewartet.
Das wechseln der Bremsscheiben hab ich immer beim zweiten Brembelagwechsel gemacht, vorausgesetzt die Scheiben haben noch eine gute Tragfläche, sind nicht wellig oder haben Rostsansatz auf der Fläche.
Gemessen habe ich noch nie, denke das kann man sehen.

Das ist natürlich auch ein spannender Ansatz. Aber es funktioniert nur, wenn Du weißt, wie mit dem Auto gefahren wurde und dass die Beläge sicher noch nicht gewechselt wurden. Ich gehe davon aus, weil ich den Wagen mit rund 25.000 km gekauft habe. Wissen kann ich das aber nicht. Wenn der Vorbesitzer rücksichtlos mit der Kiste gefahren ist, kann es sein, dass die Bremsbeläge schon einmal gewechselt wurden und die Scheiben jetzt auch ihr Endalter erreicht haben.

Wenn das so sein sollte, würde es nach meinem Verständnis jetzt keinen Sinn machen, die Beläge (und dann natürlich auch Scheiben) jetzt schon zu tauschen, sondern wirklich so lange zu fahren, bis der Wagen nicht mehr mit einer Hochrechnung zum Servicebedarf in 3000 km kommt, sondern den sofortigen Tausch fordert. Dann sind die Scheiben zwar sicher hin, aber dass sie getauscht werden müssen, steht ja schon fest.

Anders aber, wenn Stärke der BS aktuell z.B. 23,00 mm. Dann kann man mE meines guten Gewissens sinnvollerweise schon jetzt einen Tausch der BB vornehmen. Denn man wird den zweiten Satz voraussichtlich sowieso nicht mehr ganz aufarbeiten können. Und spart sich das Risiko, dass man doch zu spät tauscht und die Scheibe Schaden nimmt...

Würde ich jetzt folgern aus allem, was @Lutscher dazu geschrieben hat und ich auch anderer Stelle dazu gelesen habe...

Zitat:

@Helmut.55 schrieb am 9. Januar 2024 um 11:33:16 Uhr:


Und was sagt uns nun der Wert der Mindestdicke? Darf ich, wenn die Mindestdicke erreicht oder kurz davor ist die Bremsscheiben beim Belag wechseln noch weiter benutzen oder muss ich eine Hochrechnung machen wie lange die Scheiben noch im Toleranzmass sind. Der Freundliche hat mit Sicherheit ein Werkgrenzmass und da fällt bei jedem wechseln der Beläge auch das erneuern der Bremscheiben an. Bei den heutigen Preisen ist das schon sehr attractive.
Ich fahre jetzt schon so lange und hab meine Fahrzeuge immer selbst gewartet.
Das wechseln der Bremsscheiben hab ich immer beim zweiten Brembelagwechsel gemacht, vorausgesetzt die Scheiben haben noch eine gute Tragfläche, sind nicht wellig oder haben Rostsansatz auf der Fläche.
Gemessen habe ich noch nie, denke das kann man sehen.

Nach meinem Kenntnisstand gibt es neben der Mindestdicke einer Bremsscheibe noch einen weiteren Wert ( dazwischen) der angibt, bis wann noch neue Beläge montiert werden dürfen. Sollte also die Bremse in der Werkstatt erneuert werden, könnte es sein, dass, obwohl die Mindestdicke noch nicht erreicht ist, trotzdem die Scheibe mit erneuert werden muss. Was aus meiner Sicht auch sinnvoll ist.

Zitat:

@turbomori schrieb am 9. Januar 2024 um 20:58:33 Uhr:



Nach meinem Kenntnisstand gibt es neben der Mindestdicke einer Bremsscheibe noch einen weiteren Wert ( dazwischen) der angibt, bis wann noch neue Beläge montiert werden dürfen. Sollte also die Bremse in der Werkstatt erneuert werden, könnte es sein, dass, obwohl die Mindestdicke noch nicht erreicht ist, trotzdem die Scheibe mit erneuert werden muss. Was aus meiner Sicht auch sinnvoll ist.

Jaein. Folgende Theorie:
Die Werkstatt unterscheidet zum Fahrprofil und rechnet es hoch bis zu deinem nächsten regulär geplanten Werkstattaufenthalt. Einen extra Termin dazu zu vereinbaren versuchen sie zu vermeiden, sonst würden die Kunden sagen "warum habt ihr dass das letzte mal nicht mitgemacht".

Was will ich damit sagen? Es gibt Privatleute mit 6.000km/ Jahr, da ist es leichter zu entscheiden ob ein Wechsel bis zur nächsten Inspektion rausgezögert werden kann oder ob der Verschleissanzeiger schon früher kommen wird (und der Kunde somit einen ungeplanten Zwischenstopp einlegen muss).
Dann gibt es die Geschäftsautos, die vielleicht 80-100.000km runterspulen, da wird man dann natürlich gleich einen Wechsel machen (lieber früher als zu spät).
Dann gibt es die Leasingautos, wo die Werkstätten sich schwer tun, denn die "sollen" nur das notwendigste machen. Schrubbt der Fahrer die Beläge und Scheiben aufgrund der Fahrweise schneller als "normal" runter, braucht er für die Leasingzeit ggf. einen Satz mehr als kalkuliert.

Beispiel erst letzte Woche beim Auto vom Chef. War im Nov 2023 beim großen Kundendienst, letzte Woche hinten Bremsen komplett neu, neben Scheibe und Beläge auch 1 Bremssattel, weil alles heiß gelaufen war und daher hatte sich der Bremskolben verzogen. Verschleißanzeiger hatte (warum auch immer) nicht angesprochen. Der Schrauber an der Hebebühne sagte im dann unter vorgehaltener Hand, das die bei einer Wartung nur das notwendigste machen dürfen, weil es sonst sein kann das die Leasingfirma nicht alles übernimmt und sie auf den Kosten sitzen bleiben.

Alles in allem wird eine Werkstatt aber auch immer auf Nummer sicher gehen und lieber früher als zu spät wechseln. Würde ich jedenfalls auch so machen wenn ich eine Werkstatt wäre.
Wäre ja auch etwas peinlich, wenn der Kunde nach 3 Monaten kommt und sagt meine Bremsen sind hinüber, warum habt ihr die damals nicht getauscht.....

Ich habe jetzt heute mit dem Meßschieber / der Scheiben-Meßlehre gemessen: https://www.amazon.de/dp/B0BQ5FNRQT?...

Es ist natürlich genau so, wie @Lutscher bereits vorhergesagt hat:

Nicht ganz einfach, sauber bei montiertem Rad durch die Felgen hindurch zu messen: Risiko zu verkanten (besonders schwer bei den kleinen "Kinderwagen-Rädern" auf meinem F48).

Man wird viele Male messen müssen, um auf einen halbwegs verlässlichen Wert zu kommen (nicht den Durchschnitt hier natürlich, sondern den niedrigsten Wert). Auch wird es kaum möglich sein, an verschiedenen Kreisbahnpunkten / Radienpunkten zu messen, also einmal ganz außen, einmal ganz innen.

Ein Profi wird so nicht messen. Vermutlich auch, weil ein Profi die ganze Scheibe von beiden Seiten komplett ansehen können will.

Ich muss nochmals genauer messen bei besserem Tageslicht.

Aber ich komme nach den ersten schnellen Messungen auf ca. 23,4 mm, denke ich. Kann mir aktuell nicht vorstellen, dass da weniger als 23,00 mm herauskommen sollten - egal, wie oft man misst. Damit dürfte die Scheibe eigentlich - wie von @Lutscher und auch @Helmut.55 vorhergesagt - eigentlich nochmals "einen Bremsbelag lang" halten.

Der Grat an der Scheibe außen hat mich zu Unrecht erschreckt. Vermutlich kann der übler wirken und auch nach außen weiter abstehen als tatsächlich Substanz an der Scheibe abradiert wurde.

Bei laut Service-Anzeige vorhergesagt restlichen 3.000 km Laufzeit bis zu erforderlichem Wechsel macht es wahrscheinlich Sinn, die Bremsbeläge jetzt in in etwa 1000 km bis 2000 km zu tauschen.

Grundsätzlich wäre es sogar sinnvoll, die Beläge maximal auszureizen. Denn wenn ich mich nicht sehr vermessen habe, könnte die Scheibe ein wenig länger als bis zum Verschleiß des nächsten Belags halten. Insofern verschenke ich bei vorzeitigem Belagwechsel sogar etwas Scheibe als auch Bremsbelag.

Andererseits steigt beim "Ausreizen" das Risiko, dass ich zu spät wechsele und dabei die Scheibe beschädige. Daher werde ich recht bald wechseln - in etwa in 1.000 km.

Die hinteren Scheiben kann man irgendwie in ihrer Dicke wegen des dämlichen Schutzblechs auf der Innenseite der Scheibe nicht messen. Ich gehe aber davon aus, dass hier ein Wechsel der BS erst recht noch nicht ansteht.

Und im Hinblick auf die Notwendigkeit zum Wechsel der Beläge hinten habe ich keine Ahnung. Die Serviceanzeige schweigt dazu eisern. Habt Ihre eine Meinung dazu, ob es generell sinnvoll ist, gleich beides machen zu lassen, weil die hinteren BB erfahrungsgemäß ohnehin wenige tausend km später fällig werden? Oder soll man lieber warten, weil die hinteren BB durchaus auch noch 20.000 km länger halten können als die vorderen?

Zitat:

@Ebble schrieb am 10. Januar 2024 um 19:28:16 Uhr:



Und im Hinblick auf die Notwendigkeit zum Wechsel der Beläge hinten habe ich keine Ahnung. Die Serviceanzeige schweigt dazu eisern. Habt Ihre eine Meinung dazu, ob es generell sinnvoll ist, gleich beides machen zu lassen, weil die hinteren BB erfahrungsgemäß ohnehin wenige tausend km später fällig werden? Oder soll man lieber warten, weil die hinteren BB durchaus auch noch 20.000 km länger halten können als die vorderen?

Moing,

direkt kann ich aus der Ferne keine Antwort drauf geben, aber aus der Zeit als ich noch einen E34 gefahren hab, kamen die vorne und hinten hinsichtlich Verschleiß immer unterschiedlich. Hatte das selbst gewechselt, von daher war es egal ob man die Räder nochmal runtermachen musste, aber man war jung und das Geld knapp.

Zu den Bremsscheiben generell: Soweit ich mich richtig belesen habe und meine berufliche Erfahrung nutze, sind die Scheiben aufgekohlt. Dadurch werden sie "härter" wie normaler Stahl, allerdings auch nur in der tiefe wie sie aufgekohlt wurden. D.h. wenn die aufgekohlte Dicke weg ist (die oben genannte Faustformel von 1,5mm Verschleiß) wird der Stahl weicher und nutzt sich schneller ab. Ich mutmaße mal, das die Hersteller nicht tiefer aufkohlen als erforderlich (sehr langer Bearbeitungsprozess), eher die Toleranzen zu ihrem Gusto auslegen. Mit anderen Worten würde ich nicht ausschließen wollen, das sich die letzten zehntel mm schneller verabschieden als der erste mm. Von daher würde ich nicht linear hochrechnen, sondern das letzte zehntel oder mehr rechnerisch ausblenden.
Wenn du die vorderen BB wechseln lässt, lass dir doch zeigen wie die hinteren aussehen und auch erklären. Dann kannst du zukünftig auch selbst einschätzen wie wann was dran kommt.
Ist nie verkehrt wenn man den Meister vor sich hat und seine Äpfel von Birnen trennen kann.

Hier ein Patent dazu...
https://patents.google.com/patent/WO2010089048A1/de

@Speedwayrider66

Danke für den link, da kennt sich jemand aus :-)

Bei dem Abschnitt kann ich technisch mitreden.
""Beim Einsatzhärten werden die Reibflächen R aufgekohlt, gehärtet und angelassen. Dabei wird die zu härtende Oberflächenschicht O zunächst in einem geeigneten Aufkohlungsmedium mit Kohlenstoff angereichert. Danach wird das Härten und Anlassen durchgeführt. Hierdurch werden eine Härte und eine Einsatzhärtungstiefe eingestellt. Das Aufkohlen kann beispielsweise in einem Salzbad, in einem Granulat, in einem Atmosphärenofen mittels Gasaufkohlung oder in einem Niederdruck mit oder ohne Plasmaunterstützung erfolgen.""""

Sagt den wenigsten etwas, aber kohlt man im (Durferrit)-Salzbad auf brauchen 0,1mm ca. 1 Stunde. Pro 0,5mm nochmal eine Stunde extra. Komplett gerechnet für 1,5mm harte Schicht müssen die Scheiben somit 17-18 Stunden nur aufgekohlt (und danach abgeschreckt und angelassen) werden, was heutzutage auch recht energieintensiv ist. Folgearbeitsgänge kommen dann noch dazu. Somit ergibt es einen Verkaufspreis, den ich im Durchschnitt als angemessen erachte (hinsichtlich Materialeinsatz und Bearbeitungskosten).

Deswegen dieser Beitrag- schaut euch immer Hersteller und Preis an. Wenn ein Preis sehr niedrig ist (oft bei eBay), kann die Qualität nicht stimmen, nicht mal wenn´s aus China kommt. Ich verfalle auch manchmal der Geiz ist geil- Politik, aber bei Bremsen und Reifen sollte man nicht an der falschen Stelle sparen (mein Rat).

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