BMW Internet-Direktvertrieb ab 2026 - VK nur zu Listenpreis

BMW X5 G05

Denke das Thema verdient, auch wenn es z. T. schon anderswo andiskutiert wurde, einen eigenen Thread (... hoffe, es gibt ihn noch nicht).

BMW geht ab 2026 in den Internet-Direktvertrieb (bei Mini schon ab 2024).
Kein "Gefeilsche" beim Händler mehr, wie BMW verlauten lässt; jeder zahlt den Listenpreis.
Warum Sie dann aber der Meinung sind, dass nur 25 % der Autos über diese Schiene verkauft werden (Zitat im Artikel: "Jedes vierte Auto will der Konzern über das Internet verkaufen."😉, erschließt sich mir noch nicht ganz. Sollen die restlichen 75 % beim Händler zum Listenpreis über den Tresen gehen?

Mal sehen, wie das weitergeht ...

Vollständiger Artikel:
https://www.n-tv.de/.../...-Direktvertrieb-setzen-article24051348.html

41 Antworten

Um ein wenig Abwechslung in diesen Thread zu bringen, trage ich mal etwas zum Thema bei:

Der Direktvertrieb sollte BMW und den Endkunden deutlich mehr Vorteile als Nachteile bringen. Heute ist es so, dass ein Händler ein Auto mit einem Listenpreis von 100k für 84k von BMW bezieht - ganz gleich, was der Endkunde dafür bezahlt.

Manch ein Kunde fühlt sich toll, wenn er dem Händler 10% Rabatt abtrotzt, denkt er doch, er hätte nun 10k gespart. Tatsächlich macht der Händler gegenüber seinem Bezugspreis von 84k hier immer noch 6k Marge. Aber welche Leistungen erbringt er für diese Marge (ganz gleich, ob diese nun 1k oder 16k beträgt)?

Die Kernleistung besteht darin, die Bestellung aufzunehmen und ins System einzugeben. Der Aufwand hierfür beträgt ca. eine Stunde. Eventuell kommt bei nervigen Kunden, die jede Woche nachfragen, welchen Status ihre Order gerade hat, noch weiterer Zeitaufwand dazu - diesen könnte BMW durch die Wiedereinführung der "My Car Is Born"-Funktionalität beseitigen. Aufbereitung und Übergabe hingegen stellen die Händler separat in Rechnung.

Im Vorfeld der Bestellung haben die Händler einen Zeitaufwand für Beratungsgespräche (auf diese verzichte ich persönlich gerne, da Internetforen wie dieses hier in der Regel deutlich besser informiert sind als ein geschulter Verkäufer) sowie für Probefahrten (der Aufwand für eine einstündige Probefahrt liegt für ein 100k-Auto zwischen 100 und 200 Währungseinheiten). Bei beiden Aufwendungen handelt es sich jedoch um sunk costs, die unabhängig davon anfallen, ob der Kunde nun eine Bestellung beim gleichen Händler tätigt oder nicht - daher ist sie für Preisverhandlungen zwischen Kunde und Händler irrelevant.

BMW sind die konkreten Preisverhandlungen zwischen Kunde und Händler jedoch egal. BMW ist nur daran interessiert, so viele Autos wie möglich zu einem Werksausgangspreis von 84k in den Markt zu drücken.

Wenn BMW nun einen "No Frills"-Online-Vertriebskanal anbietet, durch den die Autos, die früher einen Listenpreis von 100k hatten und effektiv für 88k verkauft wurden, zu einem nicht-verhandelbaren Listenpreis von 85k angeboten werden, dann

- sparen die allermeisten Kunden gegenüber dem früheren Vertriebsmodell beim Kauf,
- sparen viele Kunden gegenüber dem früheren Vertriebsmodell bei der Dienstwagenbesteuerung,
- wirken BMWs in Preisvergleichen, in denen typischerweise die Listenpreise genannt werden, günstiger,
- weinen viele Händler, dass sie nun nicht mehr tausende für das simple Eintippen einer Bestellung verdienen
- verdienen Händler weiterhin daran, dass ungeduldige Kunden deutlich mehr als 85k für ein sofort verfügbares Fahrzeug zu zahlen bereit sind.
- werden Händler dazu übergehen, Beratungsgespräche und Probefahrten für Nicht-Bestandskunden in Rechnung zu stellen.

Alles in allem sehe ich diesen Veränderung freudig entgegen. Den Denkfehler, den viele machen, ist anzunehmen, dass BMW mit dem neuen Vertriebsmodell die alten Listenpreise durchdrücken könnte - BMW weiss hier aus vergangenen Preiserhöhungen, was Käufer zu zahlen bereit sind und wird diese Zahlungsbereitschaft ganz unabhängig vom konkreten Vertriebsmodell bestmöglich ausnutzen - so wie BMW diese bereits in der Vergangenheit Jahr für Jahr ausgenutzt hat.

Moment mal ... Du möchtest mir damit sagen, dass es am Ende WENIGER Geld kostet wenn weniger Mäuler zwischen BMW und Endkunden gestopft werden müssen?! 😰

So jetzt aber schnell wieder zurück zum Thema des Threads: Wieso sich Deutschland aufgrund der ewig frustrierten Nörgler ääääääh ich meiner der linksgrünversifften Politik selbst abschafft! 😉

Hallo @Seitenairbag,

Danke Dir für Deine Ausführungen. Denkst Du wirklich, dass BMW etc. mit Umstellung
auf Direktvertrieb den Listenpreis anpasst? Das wäre echt toll und dann gehe ich mit
Deinen Ausführungen vollkommen dacor.
Ich befürchte aber das die theoretisch genannten 10 Prozent Rabatt eben nicht
abgerechnet werden und man am Ende die 100k zahlt. Es gibt ja jetzt schon bei
vielen Automarken (wir suchen gerade: Audi, Mercedes, Porsche, Ford, Franzosen) keine
Rabatte mehr...entweder Du bestellst das Auto oder lässt es.

Beste Grüße

Nein, so ist es nicht, BMW wird in seinen Angeboten sich an die Marktlage richten, bedeutet, ja, es wird Nachlässe geben, aber nicht mehr in dem Umfang wie früher, wo die Händler ihre zugewiesenen Fahrzeuge in den Markt drückten. Da gleichzeitig Audi und Mercedes ähnliche Modelle entwickeln, kann man sich denken, wie das Marktgefüge dann funktioniert. Wer es genauer wissen will, man kann heute schon in den NL Nürnberg und Hamburg online konfigurieren, ein Angebot erhalten und auch online bestellen. Die beiden NL begleiten den Vorgang, es wird aber so gut wie nicht in Anspruch genommen. Wie sich dies dann auf Dauer gestaltet, muss man abwarteb, Tesla beweist zumindest gerade, wenn ein Hersteller unter Druck gerät, können auch erhebliche Nachlässe möglich sein. Zu den Händlern, deren Margen waren gerade nach der Kürzung von 2020 nur noch sehr gering, der Verkäufer bekam ja auch seine Verkaufsprovision, Zinsen sind gestiegen, die arbeiten alle mit Fremdgeld, und die zugewiesenen Fahrzeuge mussten vom Hof. Die freuen sich jetzt eher auf ein lukratives Gebrauchtwagen-und Jahreswagengeschäft.

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@Seitenairbag

Ausführliche und sachliche Darstellung, finde ich gut, nur das sind zu viele "wenn" seitens der BMW-AG und warum sollte BMW nun letztlich die Preise reduzieren....statt 100.-- nun 88.- nur nicht verhandelbar.

Da fährt Bundesmeister Grünbeck eher ein atombetriebenes Lastenfahrrad als BMW vorbezeichnet die Preise reduziert.

Zitat:

@BMWFanAUT schrieb am 21. April 2023 um 12:39:46 Uhr:


Moment mal ... Du möchtest mir damit sagen, dass es am Ende WENIGER Geld kostet wenn weniger Mäuler zwischen BMW und Endkunden gestopft werden müssen?! 😰

Bist du eigentlich zu blöd zum Lesen? Ich habe nicht geschrieben, dass das neue Vertriebsmodell nicht günstiger ist für BMW. Ich habe geschrieben, dass BMW mehr verdienen wird, weil es weniger oder sogar keine Rabatte auf den Listpreise geben wird.

Wer glaubt, dass BMW ein 100T€ Fahrzeug plötzlich für 85T€ anbieten wird, weil sie ja durch den Wegfall der Händler Kosten einsparen, ist sehr sehr naiv.

In der Sache richtig, aber man kann es auch anders ausdrücken, hier ist niemand für was zu blöd, und ich hatte es im ersten Moment auch so verstanden.

Zitat:

@Mko schrieb am 23. April 2023 um 13:27:47 Uhr:


Wer glaubt, dass BMW ein 100T€ Fahrzeug plötzlich für 85T€ anbieten wird, weil sie ja durch den Wegfall der Händler Kosten einsparen, ist sehr sehr naiv.

Wer glaubt, dass BMW die Preise in der Chefetage Freitag nachmittags einfach auswürfelt weil es ohnehin vollkommen egal ist wie viel sie verlangen ist wohl von der Sorte die meinen alles selbst am besten zu wissen und schlauer zu sein als die dumme breite Masse die hier erst letztens so trefflich bezeichnet wurde als "jene die immer nur alles abnicken und brav bezahlen." 😉

Mag sein, aber nur ein Komma in diesem Bandwurm ist zu wenig.

Danke für die Wortspende ich habs mal notiert ... 🙄

Zitat:

@Drive_Save schrieb am 21. April 2023 um 14:05:15 Uhr:



Ich befürchte aber das die theoretisch genannten 10 Prozent Rabatt eben nicht
abgerechnet werden und man am Ende die 100k zahlt. Es gibt ja jetzt schon bei
vielen Automarken (wir suchen gerade: Audi, Mercedes, Porsche, Ford, Franzosen) keine
Rabatte mehr...entweder Du bestellst das Auto oder lässt es.

Komisch, da haben wir gerade andere Erfahrungen gemacht aber manchmal
glaube ich, daß nicht jeder Händler Interesse hat ein Auto zu verkaufen.
Das Suchen lohnt sich!

@Seitenairbag
bez.: - sparen viele Kunden gegenüber dem früheren Vertriebsmodell bei der Dienstwagenbesteuerung,

das ist nicht Dein Ernst, arbeitest Du für BMW?
Denn die wollen uns alles für positiv verkaufen.

@X5 Heizerin: Ja, das ist mein Ernst. Nein, ich arbeite nicht für BMW oder für ein mit BMW verbundenes Unternehmen. Wünsche allseits ein positives Wochenende.

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