Frage Gebläse/Frontscheibenheizung

Ford Mondeo Mk3 (B4Y, B5Y, BWY)

Hallo,
mir ist aufgefallen, dass wenn ich die Klimaautomatik auf Fronstscheibe defrosten stelle (mittlere große Taste über dem LCD), die Lüftergeschwindigkeit merklich abnimmt, wenn ich die Frontscheibenheizung anwerfe. Einen weiteren kleinen Abfall gibt es, wenn die Heckscheibenheizung dazukommt.

Hintergrund ist sicher der Stromverbrauch bzw. die zur Verfügung stehende Leistung der LiMa.
Aber ist das so gewollt? Sollten nicht alle System zugleich voll arbeiten?

30 Antworten

Der Mondeo hat einige Gimmicks in der Stromversorgung, die andere / klassische Fahrzeuge so nicht haben. Das fängt an, dass die Spannungsversorgung vom Generator her auf etwas höherer Spannung basiert, daher auch die "Ford-Empfehlung" dafür ausgelegter Akkus. Als weitere Abweichung zu klassischen Designs hat der Ford ein sog. "Smart-Charge" System (kannst mal im Netz suchen, interessant). Im Prinzip wird die Leistungsanforderung an den Generator komplett vom Motorsteuergerät (ECU) bestimmt. Daher auch der 3polige Anschluss am Generator. Einen klassischen Regler hat der Ford daher nicht mehr am Generator.

Pin 1 ... Generator Feedback
Pin 2 ... Generator Lastanforderung von ECU
Pin 3 ... Referenzsspannung 12 V +

Mit einem Oszi kann man Erhellendes am Pin 3 messen. So wird zB beim Vollastbeschleunigen unter bestimmten Bedingungen kurzzeitig die Lastanforderung an den Generator reduziert, um diese Leistung voll dem Fahrzeug zur Verfügung zu stellen. Praktisch "Kampfleistung" - wer lacht da? :-)

Wegen diesem variablen Liefern höherer Erregerspannung für den generator und dessen höherer Leistungsabgabe auch die Empfehlung, bei völlig leerem Akku nicht fremdzustarten, da das System unter diesem Umständen irrtümlicherweise "im guten Glauben" bis 18V auf die Leitung geben kann.

Positiv wirkt sich das System bei den großen Verbrauchern aus, hier kann durch die ECU der Generator schon bei niedrigen Drehzahlen eine relativ große Leistung abgeben. Natürlich ist da auch mal Schluss, aber mit einem herkömmlichen Regler wäre solche Leistungsspreizungen nicht umzusetzen und bei Kurzstrecken mit den ganzen Heizungen schon viel eher Sense.

Die Drehzahl wird auch von der ECU konstant gehalten. Wenn Du große Verbraucher zuschaltest, wird die Leistungsanforderung an den Generator erhöht, die Leerlaufdrehzahl will deswegen absinken, eine andere Steuerung hält dagegen und lässt minimal mehr Diesel einspritzen, bis die Drehzahl wieder auf dem Sollwert von 750 Umdrehungen ist (2,0 TDCI).

In dem Zusammenhang muss man solche Symptome betrachten. So einfach wie ehemals ist das alles also nicht mehr.

Wenn beim Gasgeben die Drehzahl der Lüftung erheblich schwankt, hat entweder

-der Akku ein Problem das Bordnetz zu stützen oder
-der Generator ein grundsätzliches Problem oder
-der generator kommuniziert nicht mit der ECU via SmartCharge

Letzteres kommt zB gerne bei recht preiswerten Nachbaugeneratoren vor, die entwede rin dem Punkt defekt oder gar nicht auf SmartCharge ausgelegt sind.

Wenn Du vor dem Winter auf Nummer sicher gehen willst, wäre meine vorgehensweise zu prüfen, ob der Akku sich mit einem Ladergerät richtig volladen lässt und ob die Symptome dann im Auto auch noch sind. Wenn nein wird der Akku nicht genügend geladen, entweder wegen "zu kurzer Kurzstrecke" oder weil der Generator nicht so kann wie er soll.
In dem Fall kann man bei einem gscheiten KFZ-Elektrik-Betrieb mit einem speziellen Messgerät einen Belastungstest des ausgebauten Akkus machenn lassen. Ist der unauffällig (=der Akku ist offenbar gut) kann man testen, ob der Generator selbst genügend Strom liefern kann. bei der Gelegenheit lassen sich auch mürbe Kabel (Brüche innen durch Knicken, Vibrationen etc) oder mangelhafte Anschlüsse finden. Mit den test hat man 90 % der praktisch vorkommenden Fälle aufgedeckt. Die Kunst ist nur, einen gscheiten Betrieb zu finden, der einen nicht abzockt und der sein Handwerk noch versteht.

Abend!

Zitat:

LiMa-Leistung bei 800-1200 UpM ca. 45A

Gilt das heute auch noch oder stammt das eher aus Zeiten, zu denen eine Lima einen Nennstrom von 70A hatte?

Ich habe nämlich gestern bei meinem Mondeo (2013er mit 1,6 Ecoboost 160PS) folgendes gemessen:

Bei leicht erhöhter Drehzahl (ca 1200U/min) nach Kaltstart mit Abblendlicht, Nebelscheinwerfer, Nebelschlussleuchten, Front- und Heckscheibenheizung, beide Sitzheizungen auf Vollgas waren es 14,8V.

Bei warmen Motor (Drehzahl dann etwa 800U/min) mit derselben Belastung waren es 13,2V.
Dass die Spannung nicht höher war, lag vermutlich an der Ladespannungsregelung, denn auch mit allem aus (ausser Abblendlicht) waren es nur 13,5V.

Auch mein alten Mondeo (2001 TDDI) schaffte im Leerlauf 14V mit Belastungen >100A.

mfG Thomas

Hast du Start/Stop? Dann hast du auch einen anderen Generator! Zumal der MK.3 nicht bis 2013 genaut wurde... 😉

Wie/Wo hast du die 100A gemessen?

MfG

Abend!

Zitat:

Hast du Start/Stop?

Ja, hat mein neuer Mondeo.

Zitat:

Zumal der MK.3 nicht bis 2013 genaut wurde

Darum habe ich meinen alten Mondeo erwähnt.

Zitat:

Wie/Wo hast du die 100A gemessen?

Ich habe in die Leitung von der Batterie zum Motorsicherungskasten einen Stromwandler mit einem Messbereich von 500Ampere eingebaut und mal alles eingeschaltet, was mir unter die Finger gekommen ist. Mit einem zweitem Messgerät habe ich mir die Spannung angeschaut.

In die Leitung von der Lima ging es nicht , da der aufgepresste Kontakt von B+ zu gross zum durchfädeln war und auseinandersägen wollte ich diesen auch nicht unbedingt...

mfG Thomas

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Du kannst also nicht sagen, wo der Strom her kommt!

MfG

Abend!

Zitat:

Du kannst also nicht sagen, wo der Strom her kommt!

Wenn ich im Stromsystem 100A messe und die Spannung an der Batterie über 13-14V liegt, gehe ich davon aus, dass diese eher geladen anstelle entladen wird.

Ich habe noch in meinen Aufzeichnungen gegraben und Messungen aus dem Jahre 2011 gefunden (Oszilloskop und 2 Stromzangen mit Messsbereich 750Ampere aus der Firma ausgeliehen).

Bild 1 Bordstrom.jpg:
Die blaue Linie ist die Leitung der Lima, die grüne die zum Motorsicherungskasten (leider negativ aufgezeichnet).
Während die Spannung (gelb) langsam auf 14,xV ausgeregelt wird, fliessen bis zu 100A Richtung Batterie, davon gehen ca. 20-40A ins Bordnetz.

Bild 2 Batteriestrom.jpg:
Dies ist die Differenz der Ströme (=Batteriestrom), diese genehmigt sich so nebenbei 60-80A Ladestrom.

Gute Nacht
Thomas

Bordstrom
Batteriestrom

Hast Du die Batterie mal getestet / testen lassen oder testweise gegen eine geprüft einwandfrei ersetzt? 60-80A länger anhaltender Ladestrom bei 14,X V Spannung stimmt entweder nicht oder der Akku ist kurz vor dem Zerplatzen, leer oder hat einen Zellenschluss.

Zitat:

@ermüdungsbruch schrieb am 18. November 2014 um 12:49:21 Uhr:


60-80A länger anhaltender Ladestrom bei 14,X V Spannung stimmt entweder nicht oder der Akku ist kurz vor dem Zerplatzen, leer oder hat einen Zellenschluss.

Nein, das ist kurzzeitig normal. Durch den Startvorgang ist der Akku in der Lage eine Menge Strom aufzunehmen. Wichtig ist, dass die Ladespannung nicht zu hoch wird. Der Akkuladestrom geht dann mit einigen wenigen A in die Sättigungsphase. Externe Ladegeräte schalten dann nach Zeit oder/ und Unterschreitung eines Minimalstromes auf 13,6 Volt Erhaltungsladung um. Das ist offensichtlich bei neueren Fahrzeugen auch so gelöst.

M.M.

Abend!

Zitat:

oder der Akku ist kurz vor dem Zerplatzen, leer oder hat einen Zellenschluss

Dass ein Zellenschluss/ defekter Akku schuld am Strom war, glaube ich nicht, da die Spannung vor dem Starten knapp unterhalb 12V lag.

Vermutlich war sie nur so stromhungrig, weil ich sie vorher etwas gequält habe:

Mehrmals den Motor angelassen, diverse Male vorgeglüht, bis das Vorglüh-Relais abgefallen ist (jeweils ca. 30sec), kurz den Kühlerlüfter in Stufe 1 laufen gelassen...

Ich habe noch eine andere Messung gefunden:

Hier beträgt der Ladestrom zu Beginn ca. 20A, nach etwa 1Minute liegt dieser bei verträglichen 11A.

mfG Thomas

Batteriestrom-normal

Zitat:

@alpi19_at schrieb am 19. November 2014 um 22:10:29 Uhr:


Abend!

Zitat:

@alpi19_at schrieb am 19. November 2014 um 22:10:29 Uhr:



Zitat:

oder der Akku ist kurz vor dem Zerplatzen, leer oder hat einen Zellenschluss

Dass ein Zellenschluss/ defekter Akku schuld am Strom war, glaube ich nicht, da die Spannung vor dem Starten knapp unterhalb 12V lag.
Vermutlich war sie nur so stromhungrig, weil ich sie vorher etwas gequält habe:
Mehrmals den Motor angelassen, diverse Male vorgeglüht, bis das Vorglüh-Relais abgefallen ist (jeweils ca. 30sec), kurz den Kühlerlüfter in Stufe 1 laufen gelassen...

Ich habe noch eine andere Messung gefunden:

Hier beträgt der Ladestrom zu Beginn ca. 20A, nach etwa 1Minute liegt dieser bei verträglichen 11A.

mfG Thomas

Aha .. so rum wirds was draus. Ich schrieb ja "länger anhaltend" und das wars ja nicht. Wenn Du den Akku "etwas" gequält" hast, kommts drauf an wie sehr. Akku unter 12V bei "nur" "Zündung" an ist ja nicht ganz ok, kommt halt an auf wie sehr gequält.

Sind die Masseverbindungen alle einwandfrei, v.a. das am Akku Richtung Fahrzeugmasse? Aber vorsicht, wenn das eine dann gut aussieht: es gibt da einen ganze Sack voll weiterer Massepunkte, je nach Verbraucher.

Abend!

Zitat:

Akku unter 12V bei "nur" "Zündung" an ist ja nicht ganz ok, kommt halt an auf wie sehr gequält

Der Akku war doch ziemllich gequält (sieht man am extrem hohen Ladestrom) und "Zündung an" heisst in der Regel ja auch "Vorglühen ein".

Ich habe jetzt noch das Foto der Spannungsmessung zu meinem letzten Beitrag angehängt, hier waren es knapp über 12V vor dem Start, also sollte alles passen.

Vielleicht noch, warum ich das ganze gemacht habe:

Ich hatte mit dem MK3 seit Jahren (so 2008) das Problem, dass im Winter beim Kalt-Start die ABS-Warnlampe anging (der Motor ist aber immer problemlos innerhalb 1-2sec gelaufen).
Nach dem Einbau einer neuen Batterie war das Problem (scheinbar) behoben, von daher schliesse ich Verkabelung, Massepunkte, Anlasser etc. mal als Fehlerursache aus.
Nach etwa 1 Jahr ging das Ganze aber wieder von vorne los.
Das ist bei insgesamt 3 Batterien aufgetreten (jedesmal eine Banner PowerBull).

Andere Fehler konnte ich nicht finden. Die Bordspannung lag im Fahrbetrieb immer bei gut 14,5V.
Den Ruhestrom habe ich oft gemessen, immer um die 25-30mA. Ein Messgerät mit Loggerfunktion zeigte während diverser Messungen über Nacht auch keine Ausreisser. Auch wenn nur ein Modellbauakku (12V, 2,2Ah) angeschlossen war, kam der Mondeo über die Nacht.

Entweder bin ich einfach zu wenig gefahren (Jahresfahrleistung ca 10tkm), um die Batterie ordentlich aufzuladen oder die Banner Batterie sind doch nicht das wahre.

mfG Thomas

Batteriespannung

Seltsame Sache.

Etwas esoterisch, aber bereits erlebt: Möglicherweise ist beim Starten irgendwas so schwergängig oder stromzehrend, dass der Akku extrem beansprucht wird. Wird er danach längere Zeit nicht richtig geladen (das Intervall ist wichtig, v.a im Winter -> Kurzstrecke, seltene Nutzung) wird er "mit der Zeit" Schaden nehmen und sulfatieren. Neu steckt er das scheinbar weg. Die og Bauteile würde ich nicht ganz ausschließen, nur schwer was das sein soll. Die Kabel mit dickem Querschnitt vielleicht doch irgendwo marode (das Kabel zw Akku und Anlasser)?

Edit: Wenn ich das Diagramm richtig lese, ist die Spannung vor dem Start nur ganz knapp über 12 V; das wär mir zu wenig um unverdächtig zu sein.

Und wenn Du es mal andersrum versuchst: Was passiert denn, wenn Du den Akku regelmäßig auflädst jede Woche? Dann alles ok? Das wär ja ein ANhaltspunkt.

Abend!

Mit neuer Batterie hatte ich in den ersten Monaten keine Probleme, auch nicht am Montag Morgen bei -10°C, wenn das Auto übers Wochenende gestanden hat. Im Sommer gabs überhaupt keine Probleme.
Als es im Oktober wieder "kälter" wurde (so unter +10°C) gings wieder los (die Batterie war gerade mal 10 Monate im Auto).
Kurzstrecken habe ich dem Auto seit Jahren nicht mehr zugemutet, in der Regel fahre ich zumindest 15km zur Arbeit und wieder zurück.

Nachladen mit Netzgerät bzw. zusätzliche Aufladefahrten am Wochenende (ca. 1h) haben auch nicht wirklich geholfen. Ich vermute, zu diesem Zeitpunkt hatte die Batterie bereits wieder einen Knacks. Leider habe ich bei neuer Batterie nie Messungen durchgeführt, um Vergleichswerte für später zu erhalten.

Was ich noch festgestellt habe:
a)
Wenn ich am Vortag nur zur Arbeit gefahren bin, habe ich am Morgen in der Regel um die 12,5V an der Batterie gemessen.
Bin ich etwas weiter gefahren (zB. 50km), waren es am Morgen eher 12,55-12,6V.
Das habe ich über einige Wochen gemessen und es gab keine grossen Unterschiede.
Das stützt meine Theorie, dass ich einfach zuwenig fahre.

b)
Wenn ich vor dem Starten das Abfallen des Vorglührelais (ca. 30sec) abgewartet habe bzw. das Ding überhaupt heraussen hatte, kam die ABS-Warnung nicht beim Starten (trotz Belastung durch den Strom).
Den Strom der Vorglühanlage (ca. 50A) habe ich auch benutzt, um durch den dadurch bedingten Spannungsabfall den Widerstand zw. Motorblock und Batterie- zu messen. Die genauen Werte weiss ich nicht mehr, aber es müssten um die 2-3mOhm gewesen sein.

Messen bzw. Testen mit aufgeladener Batterie wird etwas schwierig, da ich das Auto im Juli verkauft habe und es jetzt irgendwo in Bosnien herumfährt.

Vielleicht schreibe ich doch noch an den Batteriehersteller, eventuell kann dieser etwas Licht ins Dunkle bringen.

Sorry für die etwas langen und ausschweifenden Texte abseits der eigentlichen Tread-Frage.

mfG Thomas

Ist schon ok, alles interessant. Es bleibt noch ein Aspekt, an dem man nicht gleich denkt. Die meisten Akkus sind heute bereits gefüllt, wenn sie im Verkauf sind. Man kann idR nicht sehen, wann sie formiert und gefüllt wurden, es sei den,n man kennt den herstellerspezifischen Code auf dem Gehäuse. Das bietet dem viel gepriesenen Fachhandel die Möglichkeit, auch seine Ladenhüter zu Fachhandelspreisen an den Mann/ Frau zu bringen. Das ist auch die Erklärung, warum oft "billige Baumarktware" so überraschend gut ist - sie ist bei Postenware oft frisch aus der Produktion.

Vielleicht hatt'ste nur Ladenhüter drin.

Abend!

Ob die letzte Batterie ein Ladenhüter war, wird sich hoffentlich zeigen, wenn ich eine Email (mit Foto vom Batterie-Etikett) an den Hersteller schreibe.

Meine erste neu gekaufte Batterie für das Fahrzeug, mit der das ganze Mysterium losging, habe ich Ende 2008 gekauft, gemäss Aufdruck sollte sie vom Oktober 2008 gewesen sein.

mfG Thomas

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