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Was ich schon immer mal erzählen wollte, oder so...

19.03.2016 13:15    |    tomato    |    Kommentare (37)    |   Stichworte: Mazda, MX-5

Zur Überschrift möchte ich hinzufügen, dass das Auto selbstverständlich zum Alltag passen muss, einer Familie mit Kindern kann ich einen MX-5 selbstredend nicht als einziges Alltagsfahrzeug empfehlen. Aber Singles oder Paare ohne Kinder können auch im Alltag sehr gut mit einem Zweisitzer klarkommen, wenn sie denn wollen.

 

Über den MX-5 als solchen muss ich wohl nicht viel erzählen. Wer sich für die Geschichte diese kleinen Roadsters interessiert, findet hier vieles Wissenswerte darüber und wer sich bisher nicht dafür interessiert hat, wird es zukünftig wohl auch nicht tun (obwohl ich selbst das beste Beispiel dafür bin, dass es nicht so sein muss).

 

Wie ich zum MX-5 kam, kann man im Prinzip schon meinem Caterham-Blog entnehmen, aber ein klein wenig mehr ausholen kann ja auch nicht schaden. ;)

Ursprünglich, als der MX-5 in Form des NA 1990 auf dem deutschen Markt erschien, gefiel er mir zunächst einmal gar nicht. Das lag unter anderem daran, dass ich, wie viel zu viele Autofahrer auch heute noch, sehr stark auf die reine PS-Zahl fixiert war und dem auch damals bereits verhältnismäßig geringen Gewicht keinerlei Beachtung schenkte. Außerdem mochte ich das Design mit den glubschäugigen Klappscheinwerfern nicht so recht. Kaum zu glauben. Von dem überaus aufwendigen Fahrwerk und der Detailversessenheit, mit der der MX-5 von den Mazda-Ingenieuren von klein auf neu entwickelt worden war, wusste ich damals auch nichts. Mein Erfahrungshorizont war noch so beschränkt, dass ich es mir kaum vorstellen konnte, dass es Lenkungen gibt, die sich mindestens genau so gut (eher sogar noch etwas besser) anfühlen wie bei meinem 968CS und dass es Handschaltungen gibt, die die berühmten BMW-Schaltgetriebe, die ich zum damaligen Zeitpunkt für die besten der Welt hielt, mal ganz locker ins Abseits stellen. So widmete ich ihm einige Jahre lang kaum bis gar keine Aufmerksamkeit. Wie falsch ich doch lag.

 

Die Probefahrt mit dem NB meines Bruders änderte meine Ansicht zu leichten Fahrzeugen grundlegend. Wie auch bereits im Caterham-Blog beschrieben, fuhr ich zur damaligen Zeit einen Porsche 968CS und besaß vor diesem schon einen Porsche 944S2 und davor, neben vielen anderen normalen und eher wenig sportlichen Fahrzeugen, einen Nissan 200SX S13.

Ich entschied, etwas Leichtes soll es werden und auch jetzt führte der direkte Weg noch nicht zum MX-5, denn der Caterham hatte in meiner persönlichen Prioritätenliste eindeutig die Nase vorn. So wurde der Caterham HPC das Spielzeug und als Alltagswagen hatte ein BMW E30 316i seinen Weg zu mir gefunden. Schneeweiß, vier Türen und keinerlei Ausstattung, nicht mal ein rechter Außenspiegel war drin. GEIL!

 

Irgendwann zu Anfang des Jahres 2005 rief mich dann mein Bruder an. Ein Kumpel von ihm suchte einen MX-5, am liebsten einen NA und wie der Zufall es so wollte, war er auf ein Inserat zu einem Fahrzeug in meiner Nähe gestoßen. Da besagter Kumpel über 200Km entfernt wohnte, willigte ich ein, mir das Objekt der Begierde etwas näher anzuschauen. Das Auto stand wirklich sehr gut da, lediglich ein neues Verdeck war fällig, aber das war kein wirklicher Hinderungsgrund. Die Probefahrt war auf jeden Fall sehr positiv. So positiv, dass ich mich bei dem Gedankenspiel erwischte, was wohl wäre, wenn der Kumpel plötzlich kein Interesse mehr an dem Wagen hätte. So teilte ich mit, dass mit dem Wagen, bis auf das Verdeck, was aber auch bekannt war, alles in Ordnung sei und es kam, wie es kommen musste. Der Kumpel hatte in seiner Nähe bereits einen MX-5 gefunden und sich für diesen entschieden. Ja die Ungeduld war schuld, dass ich plötzlich vor diesem sehr verlockenden Angebot stand. Was sollte ich also tun? Naja, nachgeben natürlich und so stand kurze Zeit später ein 92´er NA mit irgendwas bei 120.000Km auf der Uhr vor meiner Tür. Dem Kenner muss ich selbstverständlich nicht erzählen, dass dieser die damals einzig verfügbare 1,6ltr Maschine mit 115PS hatte. Servolenkung und elektrische Fensterheber waren dabei, sonst eigentlich nichts, Standard also. ;)

Dass sich meine Meinung zu den Klappis mittlerweile um 180° gedreht hatte, ist eigentlich überflüssig zu erwähnen. Ich tu´s trotzdem. :p

Und so sah er aus. (Bild 1 bei der Abholung und Bild 2)

 

Als erste Amtshandlung wurden die Räder (Aluett oder so, sind auf Bild 1 noch montiert) durch originale Mazda-Räder ersetzt, allerdings nahm ich für die Sommerräder die 15-Zöller vom NB in glatt, die sich optisch auch auf dem NA sehr gut machen und gleichzeitig leicht und günstig sind. Diese Felgen gibt es in drei verschiedenen Ausführungen, rauh, glatt und in hochglanz (NB Anni). Das ganze dann noch flux mit Goodyear Eagle F1 bestückt (ja, damals gab es die noch in 195/50R15) und der erste Schritt hin zu (noch) mehr Fahrspaß war getan. Mit den Uniroyal Rainsport, die vorher drauf waren, mochte ich mich nicht so recht anfreunden. Als Winterrad entschied ich mich später übrigens für die 14-Zöller, die ursprünglich mit dem NA vom Werk aus ausgeliefert wurden (in Verbindung mit dem Bridgestone Blizzak LM 22). Beide Rad-Reifen-Kombinationen funktionierten meiner Meinung nach sehr gut. (Bild 3 mit Sommerrädern)

 

Als nächstes stand das Verdeck auf dem Plan. Ich ging das Wagnis ein und bestellte ein ziemlich günstiges Verdeck bei e-Bay, allerdings auf Empfehlung eines MX-5.de-Forenmitglieds, der mit demselben Händler bereits gute Erfahrungen gemacht hatte. So auch ich, Qualität, Passform und vor allem der Preis waren tadellos. Den Einbau erledigten wir selbst (Bild 4). Wir bastelten einen ganze Nachmittag lang mit bis zu vier Personen an zwei MX-5 herum und wechselten so gleich zwei Verdecke. Ein wenig fummelig war es schon und alleine könnte ich das jetzt auch nicht mehr nachmachen. Auf Bild 5 ist das neue Verdeck zu sehen.

 

Noch im gleichen Jahr stand die Feuertaufe in Form einer Tour durch die französischen Seealpen auf dem Programm. Zehn Tage mit insgesamt über 3.000km lagen vor mir, meinem neuen Begleiter und einigen Bekannten aus dem MX-5-Forum. Um es kurz zu machen, es war eine traumhaft schöne Tour mit vielen tollen Eindrücken und unglaublich viel Spaß. Auf den Bildern 6 bis 10 gibt es ein paar Impressionen.

 

Als kleines Manko während dieser Tour stellten sich die Stoßdämpfer heraus, die dringend nach einer Auswechslung riefen. Sie sollten erhört werden und so ließ ich sie durch gelbe Konis (in weichster Einstellung) ersetzen. Dies ergibt in Verbindung mit den Serienfedern eine optimale Kombination, vor allem wenn man noch die Kosten in die Berechnung mit einbezieht. Das günstige Angebot für die Dämpfer inkl. Einbau bezahlte ich mit einem unglaublich langweiligen Tag in Lampertheim bei Mannheim. Hätte ich vorher geahnt, wie lange das dauert (darum war es auch so günstig, weil der Einbau so nebenbei gemacht wurde), wäre ich wohl nach Mannheim reingefahren. Egal, abends war alles erledigt und der Wagen fuhr sich ganz hervorragend. Ich war sehr zufrieden.

 

Später tauschte ich noch die Sonnenblenden und die schon etwas verschlissenen Verschlüsse des Verdecks aus. Ich wollte einfach diese genialen zweigeteilten Sonnenblenden der amerikanischen Modelle haben, da man damit die Verdeckverschlüsse betätigen konnte, ohne die Sonnenblenden wegzuklappen. Auf Bild 11 kann man sie ganz gut erkennen.

 

Es folgten Jahre, in denen der NA unauffällig und genügsam seinen Dienst verrichtete, mir dabei sehr viel Fahrspaß bereitete und selbst so profane Fahrten wie die zum Einkaufen oder zur Arbeit zum Vergnügen machte.

 

Neben den üblichen Wartungsarbeiten wie z.B. dem Tausch von Bremsbelägen, Ölwechsel, Zündkabel und –kerzen, Leuchtobst und Zahnriemen mussten selbstverständlich auch einige ungeplante Reparaturen durchgeführt werden. Als da wären die Benzinpumpe, der Kühler und der unvermeidliche Schwellerrost.

Sonst fällt mir im Nachhinein eigentlich nichts Nennenswertes ein und wenn man bedenkt, dass ich in den sieben Jahren, die ich ihn hatte, über 100.000km mit ihm gefahren habe, ist das eigentlich keine schlechte Bilanz, finde ich. Damit bestätigt er den ausgezeichneten Ruf, den der MX-5 in Sachen Zuverlässigkeit hat. Wir sprechen hier schließlich von einem Auto, dass zum Zeitpunkt meines Kaufs bereits 13 Jahre alt war, beim Verkauf sogar 20 Jahre und alle TÜV-Termine liefen ohne nennenswerte Störungen ab.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich ihn in der ganzen Zeit als Alltagswagen einsetzte, er überwiegend draußen parkte und ich auch die meisten Winter damit durchfuhr?

 

Warum habe ich ihn dann verkauft, könnte man fragen.

Im Jahr 2012 machte sich ein gewisser Reparaturbedarf bemerkbar. Das Verdeck war in den sieben Jahren intensiver Nutzung und nur mäßiger Schonung doch etwas mitgenommen, zwar noch absolut wasserdicht, aber erste Risse an den Knickstellen waren unübersehbar. Der Schwellerrost kam langsam wieder durch (ich hatte ihn – zugegeben - recht günstig behandeln lassen), der Kupplungsnehmerzylinder zwitscherte sein für den MX-5 bekanntes Lied und insgesamt sah er mit jetzt 230.000km (soweit ich mich erinnere) mit seinem langsam stumpf werdenden roten Lack (SU) auch nicht mehr so ganz taufrisch aus.

Da der MX-5, wie bereits erwähnt, mein Alltagsauto war, entschloss ich mich, den Markt zu sondieren, was es denn sonst noch so gab und irgendwie automatisch flog mir ein NB (das Sondermodell 10th Anniversary) vor´s Visier. Was, am Rande gesagt, der einzige NB war und ist, der mich wirklich reizen konnte. Doch dazu komme ich später.

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19.03.2016 13:36    |    Celsi

Schönes Auto, das auch sehr gepflegt aussieht.

Sommer-Alltag ja, aber im Winter?

Das würde ich einem so schönen Stück nicht antun.

Ich weiß nicht, wie es bei Mazda dieses Alters mit der Unterboden- und Motorkonservierung aussieht, aber jahrelange diesbezügliche Erfahrungen mit aktuellen Audis haben dazu geführt, dass sogar mein aktuell neuer TTS nur fährt, wenn kein Streusalz auf den Straßen ist.

Dabei ist Dein (ex-) MX-5 viel erhaltungswürdiger als mein Audi ...


19.03.2016 13:52    |    tomato

Zitat:

Sommer-Alltag ja, aber im Winter?

Mit guten Winterreifen war es fahrtechnisch nie ein Problem, oder sagen wir eher, ich bin nie vor unlösbare Probleme gestellt worden. Natürlich ist die Traktion bei einem leichten Fahrzeug mit Hinterradantrieb auch mit Winterreifen nicht endlos, aber ich bin soweit überall ohne fremde Hilfe durchgekommen, auch wenn es manchmal nur langsam vorran ging. Einen Winter lang hatte ich einen Winterwagen, einen BMW E36 316i Compact 1.9 und mit dem hatte ich hin und wieder leichte Traktionsprobleme, die der MX-5 an der Stelle nicht kannte. Hat mich selber ein wenig überrascht.

 

Das mit dem gepflegten Zustand ist so´ne Sache, auf dem ersten Bild sieht er natürlich top aus, aber da wurde er natürlich auch extra für den Verkauf nochmal aufgearbeitet. Ich habe den Wagen aber sieben Jahre auch intensiv genutzt, natürlich auch gepflegt und gewartet, aber letztlich war er für mich ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand. Mein Hobby-Auto ist halt ein anderes und das hat auf jeden Fall eine höhere Priorität.


19.03.2016 13:52    |    Goify

Meine Arbeitskollegin fährt ihren NA seit 14 Jahren und hat ihn schon unzählige Male schweißen und durchreparieren lassen, aber weggeben will sie ihn nicht, weil es ihr Traumwagen ist. Sommers wie Winters ist sie damit täglich im Büro.

 

So ein kleines Spaßauto könnte mir auch gefallen und billiger als ein NA oder NB geht es wohl auch nicht. Zumindest ist mir kein kleiner Roadster bekannt, der ähnlich günstig zu erwerben wäre und gleichzeitig so solide ist (an den Barchetta denkend).


19.03.2016 14:11    |    tomato

Zitat:

Meine Arbeitskollegin fährt ihren NA seit 14 Jahren und hat ihn schon unzählige Male schweißen und durchreparieren lassen, aber weggeben will sie ihn nicht, weil es ihr Traumwagen ist. Sommers wie Winters ist sie damit täglich im Büro.

Kann ich absolut nachvollziehen. Bei mir war die Sache immer die, dass der Posten "puristisches Spielzeug" bereits belegt war und ein zweites reines Hobby-Fahrzeug hätte noch einen dritten Wagen für den Alltag bedeutet und das ginge dann vielleicht auf Dauer doch ein wenig zu weit, auch wenn der MX-5 ja obendrein auch noch günstig ist. Also musste ich irgendwann akzeptieren, dass mein NA mittlerweile doch etwas mehr Wartungsaufmerksamkeit für sich beanspruchte, als es mir alltäglich lieb war.

 

Zitat:

Zumindest ist mir kein kleiner Roadster bekannt, der ähnlich günstig zu erwerben wäre und gleichzeitig so solide ist.

...und der obendrein die gleiche Mischung aus Fahrspaß und Verbindlichkeit vermittelt, wie der MX-5 das tut.

 

Ich habe mich oft gefragt, was es denn sonst noch so am Markt gibt, was einen ähnlichen Fahreindruck bei ähnlicher Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit hinterlässt, bin aber nicht wirklich fündig geworden.

Egal ob BMW Z3, Toyota MR-2, MG-F, Mercedes SLK, Alfa Spider, keiner hätte mir den MX-5 ersetzen können, Fronttriebler schon gar nicht. Der Opel Speedster, den ich auch mal probefahren konnte, machte zwar Spaß, lag konzeptionell aber irgendwo zwischen MX-5 und Caterham und zielte damit auf eine Nische ab, die mich so nicht so recht interessierte. Selbst der konzeptionell noch vergleichbarste, der BMW Z3, vermochte mich nicht zu überzeugen. Mit den Vierzylindern fand ich ihn eher ziemlich enttäuschend und mit den großen Sechszylindern verfügt er über einen gänzlich anderen und nicht wirklich mit dem MX-5 vergleichbaren Charakter.


20.03.2016 09:18    |    Ascender

Ich hatte auch schon überlegt mir als Alltagswagen einen MX-5 zu holen. Gescheitert ist es an der Vernunft und am schlechten Gewissen. Mit BMWs kenne ich mich aus, und sie sind extrem günstig. Sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt. Aber der Gedanke hat mich nie ganz losgelassen.


20.03.2016 10:28    |    Mr. Moe

Mit einem MX-5 muss man sich im Alltag schon schwer einschränken. Als ich gestern einkaufen war für eine Getränkekiste und eine Einkaufstasche musste ich doch tatsächlich erst wieder nach Hause um das Zeug auszuladen, bevor es zum Baumarkt ging um 3 Regale einzuladen.

Vielleicht sollte ich den Mixer abgeben und mir einen Kombi besorgen, oder vielleicht gleich einen 7-Sitzer - mit Allrad und Anhängerkupplung- dann bin ich für alle Eventualitäten gewappnet! ;)

 

Im Winter gibts sicher bessere Autos, aber ich bin hier am Rand des Erzgebirges trotz 4 Jahre alter Ganzjahresreifen auf ungeräumten Straßen überall hoch gekommen.


20.03.2016 11:20    |    tomato

Zitat:

Mit BMWs kenne ich mich aus, und sie sind extrem günstig.

Das deckt sich zumindest bezüglich meines E36 Compact leider nicht wirklich mit meinen Erfahrungen. Da habe ich dann doch für meinen Geschmack den einen oder anderen Euro zu viel reinstecken müssen (und den hatte ich nur einen Winter lang). Aber wie das immer so ist, sind eigene Erfahrungen eher punktuell zu betrachten und keinesfalls repräsentativ, ich hatte halt Pech. Gefahren habe ich ihn aber immer gerne, was auch für den E30 gilt, bzw. galt.

Aber wieso "schlechtes Gewissen"?


20.03.2016 13:35    |    Ascender

Das schlechte Gewissen zwei Spaßautos zu haben. Den MX-5 für den Alltag, das Rennauto für die Piste.

 

Naja, zumindest ich habe hervorragende Erfahrungen mit meinen BMWs gesammelt. Die Autos habe ich auch unter anderem aufgrund ihrer Schrauberfreundlichkeit, der Gleichteilestrategie des Herstellers, des Know-Hows im Umfeld, und der günstigen Ersatzteile ausgewählt. Die Ersatzteile gibt es bei BMW selbst sogar im direkt Vergleich mit den deutschen Mitbewerbern vergleichsweise günstig. Und sie haben ein Internet-System wo jeder Kunde drauf zugreifen, und wie der Profi im Autohaus bestellen kann. Gebraucht gibt es etwa Tauschmotoren für meinen Alltagswagen für etwa 300 EUR - und der Einbau stellt mich jetzt als Laien nicht vor unlösbare Aufgaben. Ich habe auch öfter schon Koppelstangen, etc. für wenige EUR gebraucht erstanden, teilweise sogar selbst aus den Schlachtfahrzeugen herausgeholt, und diese selbst verbaut. :)

Der Mazda ist da einfach ein anderes Thema. Das ist natürlich auch eine gewisse Bequemlichkeit von mir. Aber ich pumpe mein ganzes Geld in das Rennauto, und da will ich mir nicht noch ein Spaßauto für den Alltag anlachen, welches ich dann genauso pflegen muss. :(


20.03.2016 19:09    |    cz3power

Toll geschrieben, man merkt schon: Du hängst immer noch an deinem MX-5!

Eine Frage hab ich noch: Kannst du mir euren Routenverlauf in den franz. Seealpen kurz nennen, insbesondere wo das Bild 8 aufgenommen ist? Sieht sehr er-fahrens-wert aus!


20.03.2016 20:47    |    UHU1979

Bei den alten Generationen des MX-5 hatte ich Platzprobleme. Beim aktuellen hingegen fühle ich mich hingegen innen wohl. Das puristische Konzept mit dem manuellen Verdeck, dass sich im Sitzen bedienen lässt, gefällt mir. Allerdings ist der Wagen - auch das Derivat Fiat 124 - für mich jetzt uninteressant, denn wenn ich beim offenen Fzg. bleibe, wird das aus Vernunftgründen mein aktueller sein.

Und ja, im Alltag bieten normale Kleinwagen auch nicht mehr Mehrwert, aber weniger Fahrspaß. :)


20.03.2016 21:49    |    tomato

Zitat:

Eine Frage hab ich noch: Kannst du mir euren Routenverlauf in den franz. Seealpen kurz nennen, insbesondere wo das Bild 8 aufgenommen ist? Sieht sehr er-fahrens-wert aus!

Du hast Glück, der damalige Tourorganisator, ein Bekannter aus einem bekannten MX-5-Forum ;) hat die Tour noch komplett auf seiner Homepage gespeichert mit Fotos und einer groben Streckenbeschreibung. Das Bild findest Du bei der Beschreibung des achten Tages.

Einfach auf "vor" klicken, dann kommst Du zum jeweils nächsten Tag.


20.03.2016 22:21    |    Luke-R56

Schöner Bericht, da deckt sich so einiges mit meinem eigenen NA. 210 tkm, sieben Vorbesitzer, aber er rennt wie eine Eins :)


21.03.2016 12:40    |    der_Derk

Zitat:

Bei den alten Generationen des MX-5 hatte ich Platzprobleme. Beim aktuellen hingegen fühle ich mich hingegen innen wohl.

Interessant - in den NA passte ich noch gerade so eben 'rein, beim NC geht's nicht mehr (Sitze dicker gepolstert/höher montiert) ;).

 

Beim NB vermisse ich die Schlafaugen, wäre für mich optisch die uninteressanteste MX-5-Variante. Wie die meisten Beteiligten wissen, ist's dann aber doch kein Mazda geworden, sondern die Plastikbeule mit dem schlimmen Getriebe... Dürfte langsam mal Frühling werden, im Regen fahr' ich den so ungern (alltagstauglich - schon, alltagswillig - weniger), auch wenn er seit diesem Monat wieder dürfte.


21.03.2016 16:50    |    Abarth1368

Der NA steht auf alle fälle auf meiner Liste für meinen zukünftigen Racer für die Piste - ich hab noch andere Geschosse auf dem Schirm, ende Jahr werde ich mich definitiv entscheiden was es werden wird (zumindest hab ich mir das so vorgenommen :)).


06.04.2016 23:54    |    tomato

Ich hatte es ja bereits angedroht und daher möchte ich nach einer mehrtägigen Pause nun mit dem zweiten Teil fortfahren.

 

Die eher zufällige Probefahrt mit einem NB, und zwar dem oben genannten Sondermodell 10th Anniversary, rief mir die Idee, ein kleines Update vorzunehmen, wieder in Erinnerung. Die Probefahrt, bzw. das Auto, war zwar ein Reinfall, das Modell jedoch gefiel mir sehr gut und das tut es auch jetzt noch. Vielleicht ist hier eine kleine Zusammenfassung der Mängel, die mir jetzt noch einfallen, des Probefahrtexemplars angebracht: ABS-Lampe leuchtet dauerhaft (Aussage des Verkäufers: „Die machen wir noch aus.“, ja nee, is klar ;) ), Schweller sehr stümperhaft zusammengebraten (anders kann man es wirklich nicht nennen), Fensterheber gehen nur zur Hälfte runter… Das Ganze war insgesamt ziemlich ernüchternd und auch der Preis war den Mängeln nicht angemessen, aber diese Erfahrung dürfte wohl jeder schon einmal gemacht haben, der auf der Suche nach einem ganz bestimmten Gebrauchtwagenmodell war.

Ich berichtete einem Bekannten mehr beiläufig von diesen Erlebnissen und bekam als Antwort zu hören, dass ich mir doch mal seinen NB Anni anschauen könne, den wolle er eh gerade verkaufen. Gesagt getan, das Auto war gut in Schuss und beim Preis wurden wir uns auch schnell einig. Beim Frühstück, da er nicht gerade um die Ecke wohnte, konnte ich bei ihm übernachten, fragte er mich, was ich mit dem NA vorhabe, wo ich doch jetzt den NB habe. Seine Freundin rollte nur mit den Augen, ahnt sie wohl schon, was als nächstes kommen würde. Also konnte ich mein altes Auto gleich bei ihm lassen nachdem wir uns auch in dieser Sache preislich schnell einig waren. Man muss dazu sagen, dass er in Sachen Autos noch mehr einen Nagel im Kopf hat, als ich und er teilweise bis zu drei MX-5 (neben anderen automobilen Spielzeugen) sein eigen nennen konnte.

Nach einem 92er NA nun also ein NB Bj. 1999 mit dem 1.9ltr-Motor mit 140PS, 6-Gang-Getriebe, Bilstein-Sportfahrwerk, Sperrdifferential und den bekannten 15-Zoll-Felgen in Alu poliert (Chrom-Optik). Da das Sondermodell 10th Anniversary limitiert und durchnummeriert war, gehört natürlich auch die Nummer noch dazu. Es ist die Nr. 3502. Hab´ mal ein paar Bilder hinzugefügt. ;)

 

Und wie fährt er sich im Vergleich zum vorigen NA? Auf jeden Fall gut, sehr gut sogar. Er wirkt etwas erwachsener und weniger „wild“. In Tüttelchen deshalb, weil auch der NA ja nicht wirklich wild oder gar gefährlich ist, aber er fühlt sich ein bisschen so an.

Das ist sowieso die große Stärke des MX-5, der subjektive Eindruck. Gerade deshalb macht er auch so viel Spaß. Man fühlt sich schneller als man ist und er fühlt sich wilder an, als er in Wirklichkeit ist. Und das Ganze ist weit davon entfernt, tatsächlich gefährlich zu werden. Das Adjektiv "fahraktiv" trifft es ganz gut, wenn man das Fahrgefühl im MX-5 beschreiben will.

Sollte man jetzt anhand meiner Beschreibung den Eindruck gewinnen, dass der MX-5 ein Blender ist, dann ist dieser eindeutig falsch. Er kann nämlich sehr wohl schnell, das Potential steckt auf jeden Fall drin, man muss es für richtige Performance nur ein wenig herauskitzeln. Die Frage, warum man das erst muss und nicht schon ab Werk bekommt, lässt sich mit der breiten Zielgruppe beantworten, die Mazda mit dem MX-5 immer im Auge hatte. Und ich denke, sie liegen mit dieser Strategie auch richtig. Ein Hardcore-Renner wollte er ab Werk nie sein, aber man kann ihn auch ohne extremen Aufwand dazu machen (selbst mit seiner verhältnismäßig geringen Leistung).

Aber irgendwie schweife ich schon wieder ab. Also zum Unterschied NA zu NB, da fällt mir vor allem ein, dass die komplette Antriebseinheit dem NB einen anderen Charakter verschafft. Der Motor hat dank des Hubraums ´ne ganze Ecke mehr Drehmoment im mittleren Bereich und das Sechsganggetriebe hat immer die passende Übersetzung parat. Dadurch entsteht ein geradezu souveränes Motorisierungsgefühl. Der NA hat dagegen immer viel mehr nach Drehzahl geschrien und irgendwie passte das auch besser zu ihm. Im oberen Drehzahlbereich offenbart sich dann auch die Schwäche dieser Auslegung beim NB, der das letzte Quäntchen Drehfreude vermissen lässt. Ist aber auch nicht schlimm, dann dreht man eben nicht bis zum Äußersten und schaltet etwas früher hoch, das eng gestufte Getriebe löst das Problem (wenn man es denn so nennen möchte) mit der passenden Übersetzung. Trotz der besseren Beschleunigung ist das höhere Gewicht des NB im Vergleich zum NA (zur Erinnerung, es war ein 1992er von vor dem ersten Facelift, die waren noch leichter als die späten NAs) spürbar. Lenkung und Schaltung sind wie gehabt erstklassig und nur schwer zu toppen. Das Airbag-Lenkrad im NB wirkt aber etwas klobiger und der Rückwärtsgang hakt manchmal etwas. Das ist schlimmstenfalls nervig, aber sonst nicht weiter dramatisch, passiert schließlich nur beim Rangieren. Auch ist der Schaltknüppel etwas größer als beim NA, das Joystick-Feeling kommt dadurch ein klein wenig abhanden. Das Verdeck des NB ist ein mit seiner beheizten Glasheckscheibe ein echter Fortschritt auch wenn dafür die Möglichkeit entfällt, die Heckscheibe mit dem Reißverschluss auszulösen und so eine Art Sonnendach zu schaffen.

Was macht der Verbrauch? Der ist bei gleichem Fahrprofil minimal niedriger und pendelt sich bei mir normalerweise zwischen 8 und 8,5ltr auf 100Km ein. Auf Langstrecken sind sogar Werte mit einer 6 vor dem Komma drin.

Kurzes Fazit: der NB ist das bessere Auto, der NA ist der bessere Roadster. Ich denke, das trifft es recht gut.

 

Was war im Laufe der gefahrenen 60.000km kaputt? Bremse fest vorne rechts, neuer Kühler inkl. Schläuche, neuer Thermostat, das war´s eigentlich schon. Auch das ist absolut akzeptabel, schließlich ist auch der NB mittlerweile 17 Jahre alt. TÜV war nie ein Problem, dürfte es auch beim nächsten Termin (der dieses Jahr ansteht) nicht sein.

 

Habe ich den Wechsel bereut? Nein, das nicht, aber ganz selten würde ich auch gerne mal wieder eine Runde mit den NA drehen (aber dann habe ich ja für den Notfall noch was anderes ;) ).



07.04.2016 01:24    |    Luke-R56

Nachdem ich vor kurzem NA 1.6 und NB 1.8 im direkten Vergleich ausprobieren durfte, kann ich deine Ausführungen genau so unterschreiben.

 

Leider kann ich aber ehrlich gesagt mit dem blau in blau in blau des Anniversary nicht so viel anfangen, für mich bitte einen Miracle oder Trilogy... :D


26.04.2016 20:07    |    tomato

So, und jetzt kommt der ND. Donnerstag kann ich ihn abholen. *freu*

 

Achso, ist ein 2.0ltr Sportsline in Mondsteinweiß (wer auch immer sich diese Farbnamen einfallen lässt).


Bilder

05.05.2016 21:26    |    tomato

So, ich habe den Wagen jetzt seit genau einer Woche. Und was soll ich sagen?

Vielleicht nur so viel, in dieser einen Woche habe ich jetzt fast genau 2.000km gefahren. Ich denke, das spricht für sich. ;)

Es kann so allerdings nicht weitergehen, sonst fahre ich noch 100.000km im Jahr. :eek:

Watt ´ne geile Kiste.



06.05.2016 08:28    |    Ascender

Top! Viel Spaß damit! :cool: Jetzt soll es ja auch wieder schöner sein vom Wetter her. Genau das richtige Timing. ;)


12.05.2016 19:55    |    Platinumfahrer

Ob NA,oder ND, beides tolle Wagen, die dazwischen interessieren mich nicht so sehr. Aber ich bleibe bei meinem NA (1.8er Kanada), ich mag ihn einfach. Gerade bekommt er neue Schweller, sehr gut gemacht!, andere Sitze, H-Gurte (die 2-Punkt bleiben erhalten) und einen richtigen Überrollbügel. Konis und leichte Räder (O.Z. Ultralight) mit vernünftigen Reifen hat er schon.

 

Nächstes Jahr wohl noch ein wenig mehr Power, Einzeldrossel, Nockenwelle und Steuergerät. Damit kommt er auf rund 180 PS und ist so das optimale Landstraßenauto :-)

 

Zum richtigen Renner kann man ihn auch aufbauen, googlet mal nach Time Attack Miata, gehört einem Freund von mir. Er hat jetzt etwas über 300 PS auf dem Prüfstand und das hat beim letzten Time Attack-Lauf für den 2. Platz in der Pro-Klasse gereicht. Den ersten Platz hatte ein Nissan GTR, laut Fahrer mit LS3 Corvette V8 Motor und richtig viel Dampf. In den Renn-Miata ist natürlich richtig viel Arbeit geflossen, trotzdem ist er für diese Performance immer noch ein sehr günstiges, ernstzunehmendes Rennauto!


13.05.2016 12:58    |    Ascender

13.05.2016 16:19    |    tomato

Zitat:

Stock engine. :cool:

Rost zur Gewichtsreduzierung. :D

 

@Platinumfahrer

Ja, aus dem kleinen MX-5 kann man ´ne Menge machen.

Ich geniesse ihn aber lieber so wie er ist, für den Alltag ist das auch so schon dynamisch genug und der ND bietet bei allem Fahrspaß auch noch einige nützliche und angenehme kleine Details, die mir sehr gut gefallen.


08.07.2016 22:20    |    tomato

Nach fast 5.000 km (WAAAAS, so viel schon?) kann ich ja mal die Gelegenheit für ein kleines Zwischenfazit nutzen.

Vorweg kann ich schonmal sagen, dass ich den Kauf bislang noch keine Sekunde lang bereut habe. Das Auto ist im Alltag ein sehr angenehmer Begleiter und vermittelt auch fernab des Grenzbereichs sehr viel von dem, was an Dynamik und Agilität in ihm steckt. Es macht einfach Spaß, mit jedem gefahrenen Meter die Leichtigkeit des Fahrzeugs und auch die sprichtwörtliche Leichtigkeit des Fahrens zu spüren.

 

An die leichtgängige Lenkung habe ich mich mittlerweile gewöhnt, das Feedback ist trotzdem noch vorhanden. Man merkt das immer besonders gut, wenn man vom servolosen Caterham direkt in den MX-5 umsteigt. Sie mag leichtgängig sein, aber sie "spricht" mit dem Fahrer.

 

Zur Schaltung eines MX-5 muss ich wohl kein Wort verlieren. Die Gänge flutschen wie von selbst rein und die leichtgängige Kupplung hat einen sehr gut dosierbaren Druckpunkt.

 

Der 2,0ltr-Motor ist mehr als überzeugend, hängt gut am Gas und schiebt vor allem unten rum MX-5-untypisch gut an. Man könnte ihn schon fast bullig nennen. Das geringe Gewicht macht sich logischerweise auch hier positiv bemerkbar. Die Schattenseite, wenn man das so nennen will, dieser Charakteristik ist, dass er obenrum nicht mehr wirklich zulegt. Er zieht einfach unbeeindruckt bis oben raus durch und leistet sich auch keine Durchhänger (aber eben auch keine richtigen Leistungspitzen). Das führt zu einer sehr effektiven Beschleunigung, einem starken Durchzug und auch insgesamt zu wirklich guten Fahrleistungen, die auch sehr leicht und jederzeit kurzfristig abrufbar sind (damit meine ich, dass meistens einfach Gasgeben reicht). Das gab´s im MX-5 so ja noch nie. Gut, wer jetzt den Eindruck hat, der MX-5 wäre in der neuesten Version zum brachialen Beschleunigungswunder mutiert, dem sei gesagt, dass ich die Fahrleistungen immer in Relation zu dem betrachte, was vorige MX-5-Versionen so geleistet haben. Und ob bessere Beschleunigung jetzt immer automatisch mehr Spaß bedeutet, zweifel ich persönlich sowieso an. Auf letzter Rille gefahren wäre ich mir nämlich nicht sicher, ob da der kleine und noch etwas leichtere 1,5 ltr nicht mindestens genau so viel Spaß macht (und vielleicht sogar noch etwas mehr). Aber meistens fahre ich den Wagen halt im Alltag und da macht sich der Schmalz des Hubraums einfach immer bemerkbar.

Eines ist aber sicher, die von der Auto Bild Sportscars ermittelten 6,8 Sek für den Standardsprint und 6,0 Sek für den Durchzug von 60-100 Km/h im vierten Gang sind aller Ehren wert und erscheinen auch glaubhaft.

 

Obendrein erstaunlich finde ich den niedrigen Verbrauch von am System angezeigten 6,7 ltr Superbenzin im Schnitt (das kommt auch in etwa hin, nur einmal bislang habe ich beim Tanken einen Verbrauch von mehr als sieben Litern festgestellt). Das Fahrprofil dabei ist gemischt, mal ruhig auf dem Weg zur Arbeit und mal auch mit Feuer durch´s komplette Drehzahlband.

 

Auch mit dem Bilstein-Fahrwerk bin ich im Alltag sehr zufrieden. Es bietet eine gute Mischung aus Dynamik und Komfort, die Seitenneigung stört nicht und ist im Alltag auch gar nicht spürbar. Selbst wenn man mal einige Kurven etwas flotter durchfährt ist es nicht so dramatisch, wie einige es beschreiben. Auf der Rennstrecke mag das vielleicht ein Nachteil sein aber auf normalen Landstraßen (auch B- und C-Kategorie) ist Federweg ein Segen. Das wird ja gerne von denen vergessen, die mit knüppelharten Fahrwerken durch die Lande hoppeln.

Außerdem kann man auch das sensible Ansprechen der Feder-Dämpfer-Elemente spüren, was durch die Tatsache begünstigt wird, dass alle gewichtsrelevanten Komponenten zwischen den Achsen untergebracht sind und nicht auf oder gar (von der Fahrzeugmitte aus betrachtet) hinter den Achsen. Ein solches Layout ist heutzutage eher selten geworden.

 

Gehen wir mal vom wichtigsten - dem Fahren - weg und kommen zu den übrigen Details.

 

Eine weitere MX-5-Spezialität ist das Verdeck. Wer hier noch nach einem elektrischen Verdeck fragt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Sowohl Öffnen als auch Schließen geht blitzschnell und dank Federunterstütung auch so leichtgängig, wie bei keinem anderen offenen Zweisitzer. Notfalls geht das auch während der Fahrt. Ein weiterer Vorteil ist auch die Tatsache, dass dank der manuellen Betätigung die potentielle Fehlerquelle des elektrischen oder hydraulischen Mechanismus fehlt. Einen Wassereinbruch hatte ich noch keinen, auch in der Waschstraße nicht, aber eigentlich ist das auch nicht weiter erwähnenswert sondern sollte selbstverständlich sein.

 

Start-Stopp-Knopf und keyless-Go war anfangs ungewohnt, vor allem, dass man nach der Fahrt keinen Schlüssel aus dem Schloss ziehen muss, aber jetzt geht der Griff schon immer seltener ins Leere, bevor ich aussteige.

 

Die Klimaautomatik funktioniert prima und spricht schnell an. Was für eine Erleichterung, wenn es wieder mal schwülwarm ist und dabei regnet. Einfach die Klima auf Schockfrost und alles ist gut. :)

 

Den Rückfahr-Piep-o-mat nimmt man so nebenbei wahr, er piept halt unmotiviert vor sich hin beim Rückwärtsrangieren. So richtig gebraucht habe ich ihn noch nicht. Der Wagen ist schließlich klein und übersichtlich. Daher kann ich dessen Präzision auch (noch) nicht einschätzen.

 

Der Reifendrucksensor, es ist ein passives System über die Radsensoren, hat sich noch nicht bemerkbar gemacht.

 

Radio und Entertainment mit dem Bose-Sound-System sind ok, aber nicht überragend. Irgendwie klingt das System in der Auslieferungs-Einstellung unharmonisch. Zu viel Bass, zu wenig Höhen und kaum Mitten. Es klingt fast so, als gehörten Bass und der Rest des Frequentspektrums nicht zum gleichen Lied. Nach der Reduzierung der Bass-Einstellung wurde es aber besser. Andererseits habe ich mir den MX-5 auch nicht wegen seiner Hi-Fi-Qualitäten gekauft, trotzdem erwartet man irgendwie mehr, wenn ein Hi-Fi-Hersteller seinen Namen derart offensiv und prominent auf diversen Logos im Innenraum und in Werbeprospekten verteilt.

Der DAB-Tuner braucht manchmal etwas lange, um die Sender zu wechseln und wenn der Empfang ausbleibt, dann antwortet er mit der nur mäßig hilfreichen Meldung: "Bitte das Ensemble wechseln." DAS WAS?

Die Kopplung mit meinem uralten Nokia-Kommunikations-Knochen verlief vollkommen reibungslos. Ganz nett ist das Feature mit den in den Kopfstützen integrierten Lautsprechern, die die Verständigung über die Freisprechanlage erleichtern.

Mein USB-Stick mit den (wie bei mir üblich) schlecht sortierten MP3-Dateien wurde ebenfalls sofort erkannt. Ein bisschen blöd ist nur, dass die Menüführung immer wieder auf den ersten Ordner zurückspringt, wenn man einen anderen Ordner auf dem Stick anwählen möchte. Da muss dann sprichtwörtlich viel am Rad gedreht werden.

 

Mit dem Navi (ich hatte noch nie ein Auto mit eingebautem Navi) stehe ich noch etwas auf Kriegsfuß, das liegt aber wohl auch daran, dass ich es so gut wie nie nutze und wenn doch, dann fange ich immer wieder von vorne an mit dem Erlernen der Bedienung.

So habe ich z.B. noch keine Möglichkeit gefunden, die Navigation, ohne dass ich das Ziel erreicht hätte, einfach zu beenden. Das klappt irgendwie nur über die Option "Route löschen".

Naja, wie war das doch gleich? RTFM! Mach ich aber nicht. ;)

 

Den Spurhalteassistent hat mir der Verkäufer bei der Fahrzeugübernahme gleich auf minimale Empfindlichkeit gestellt, dauerhaft ganz ausschalten kann man ihn nämlich nicht. So nervt er jetzt kaum. Er macht sich – wenn er der Meinung ist, dass es nötig ist - durch einen Brummton bemerkbar, bei dem auch gleich die Musik (wenn überhaupt welche läuft) runtergeregelt wird.

 

Wie bei so vielen anderen Herstellern auch scheint es der Start-Stopp-Automatik völlig schnuppe zu sein, wie kalt der Motor noch ist, auch mit blauer Kühlwasser-Leuchte schaltet er bei Erreichen bestimmter Parameter an der Ampel einfach ab. Ich deaktiviere das System daher auf den ersten Kilometern immer. Ansonsten gefällt das sehr schnelle Startvermögen des Motors, wenn beispielsweise die Ampel grün wird. Geht spürbar fixer als bei diversen Dienstwagen, die ich schon fahren durfte (oder musste, je nach Betrachtungsweise).

 

Der Licht-Assistent gefällt durch Unauffälligkeit. In der Dämmerung allerdings braucht er mir meistens zu lange, bis er das Tagfahrlicht aus- und das Abblendlicht einschaltet. Ich muss dann meistens manuell nachhelfen. Tagsüber allerdings funktioniert das System tadellos und schaltet beim Durchfahren von z.B. Unterführungen zuverlässig das Abblendlicht an. Warum nicht gleich komplett tagsüber mit Abblendlicht fahren? Nun, der Bildschirm für Radio, Navi und Konsorten verdunkelt sich deutlich und ist tagsüber so kaum noch erkennbar (also die Anzeige, nicht der Bildschirm selbst ;) ). Man kann die Helligkeit zwar hochdrehen, aber dann würde er nachts bei Dunkelheit wieder blenden.

Der mit dem Licht-Assistenten kombinierte Fernlicht-Assistent taugt jedoch nicht viel. Durch Verkehrsschilder blendet er sich selbst und schaltet das Fernlicht wieder ab. Daumen hoch! :D

Fluch und Segen zugleich durch das ansonsten wirklich gute serienmäßige LED-Licht.

 

Der Regensensor funktioniert ebenfalls größtenteils sehr zufriedenstellend, nur selten, dass ich einschreiten muss. Lebenswichtig ist er nicht, aber irgendwie praktisch schon.

 

Die Auto-Hold-Funktion habe ich anfangs gar nicht bemerkt, da ich ohnehin immer mit Handbremse (ja, er hat noch eine echte Handbremse :) ) am Hang anfahre. Irgendwann habe ich mich über den leichten Widerstand gewundert, der kurzzeitig zu spüren war und danach mich wieder daran erinnert, dass sowas ja auch an Bord ist. Zählt eindeutig zu den überflüssigen Features.

 

Achja, Tempomat hat er auch. Einmal kurz mit rumgespielt und danach wieder vergessen. Vielleicht bei der nächsten längeren Autobahnetappe.

 

Mannomann, ist das wieder viel Text geworden, von wegen "kleines" Zwischenfazit.

Aber was soll´s, Feuer frei. :)


09.07.2016 22:29    |    UHU1979

Beim Lesen deines Textess dachte ich erst, dass der Wagen für dich fast zuviel Komfort bietet: Navi, HiFi-System, LED ..., so richtig passt das ja nicht zum Roadster-Konzept. Umso mehr freue ich mich zu lesen, dass der Wagen seinen puristischen, fahraktiven Charakter behalten hat und Fahrfreude bringt. Und ja: Das manuelle Verdeck beim MX-5 ist genial.


10.07.2016 00:14    |    tomato

Zitat:

so richtig passt das ja nicht zum Roadster-Konzept.

So ganz konnte ich diese Befürchtung anfangs auch nicht unterbinden, aber wenn man ihn dann durch ein paar enge kurvige Landstraßen scheucht, stellt sich sofort wieder diese typische leichtfüßige und spielerisch MX-5-Fahrgefühl ein, der Fahrfluss ist sofort wieder da und der ganze Klimbim rückt in den Hintergrund.

Erst heute bei einem Tagesausflug nach Verdun (übrigens außerordentlich eindrucksvoll) konnte ich das wieder mal feststellen.

Und auf dem Teilstück Autobahn macht dann genau dieser Klimbim das Fahren sehr angenehm, ohne den eigentlichen Charakter zu stören.

Sehr praktisch übrigens die Limiter-Funktion des Tempomaten. Fühlt sich zwar komisch an, wenn man Gas gibt und das Auto nicht beschleunigt, aber es verhindert effektiv, dass man zu schnell fährt. Mehr Spaß macht es aber ohne den elektronischen erhobenen Zeigefinger. ;)


23.07.2016 23:22    |    tomato

Aufgrund der Verkehrslage war ich heute bei einem 600km-Autobahntrip sozusagen unfreiwillig dazu gezwungen, einen Minimalverbrauchstest durchzuführen.

Es ging relativ zäh voran, bei insgesamt aber auch nur wenig Stau, so dass meistens nicht mehr als 120Km/h auf´m Tacho stand. Dabei habe ich auch immer mal wieder den Tempomaten genutzt, auch wenn das dauerhaft eher nicht möglich war.

Das Ergebnis: 5.3ltr/100Km (und das überwiegend offen)!

Ich bin absolut erstaunt. Und bevor die Fragen kommen, nein ich bin nicht mit knapp 90Km/h im Windschatten hinter LKWs hergeschlichen.

 

Im gesamten Schnitt liege ich auf mittlerweile über 7.000km immer noch bei klar unter 7ltr. Das Fahrprofil ist dabei wie gehabt gemischt, mal ruhig zur Arbeit und wieder zurück oder zum Einkaufen, mal aber auch flott durch die schönen kurvigen Strecken in diversen Mittelgebirgszügen mit viel Spaß, Gas und Drehzahl und wenn ich mal Autobahn fahre, dann meistens mit irgendwas zwischen 120 und 140Km/h. Wirklich dichter Stadtverkehr ist allerdings eher selten dabei.

So sieht dann auch mein automobiler Alltag aus, daher gehe ich davon aus, dass sich auch langfristig an diesem Durchschnittsverbrauch nicht mehr viel ändern wird.


25.07.2016 23:06    |    osti51

...servus tomato - Kanutreter !

 

ich fahre selber einen NA ,- Bj. 95 ,- der mit dem HFM ( 90 PS ) in brG.

all season ist wirklich kein Problem. - Gute WR sind allerdings schon wichtig.

Geil sind das Getriebe , die Einzelradaufhängung , die 16 Ventile unter den dohc , der Hinterradantrieb...

und ganz klar : die Schlafaugen

 

ich liebe dieses Auto, - ohne ABS , ESP .... , einfach pur

 

klasse Artikel, mit viel Leidenschaft geschrieben !

vielen Dank,- Du sprichst mir aus der Seele !

.... der 10 th Anni fährt sich schon sehr gut ,- trotzdem Frage : wann besorgst Du Dir wieder einen NA ?

 

viele Grüße , ...gute Fahrt

 

Rainer


Bild

26.07.2016 00:50    |    tomato

Zitat:

trotzdem Frage : wann besorgst Du Dir wieder einen NA ?

Vorerst wohl nicht.

Für den Alltag ist der ND dann doch einfach angenehmer und das bei MX-5-typischem Fahrspaß. Der Platz als Spielzeug ist durch den Caterham besetzt und der steht bei mir - bei aller Begeisterung für den MX-5 - eine ganze Stufe in der Hirarchie darüber und leider sind meine Mittel und Stellplätze begrenzt. Der ND muss deshalb schon immer draußen parken (nur im Winter nicht ;) ).


22.03.2019 23:53    |    tomato

Die Kombination aus einer Probefahrt mit dem neuen 2.0ltr-Motor im ND, einem ziemlich guten Angebot und auch einfach der passenden Gelegenheit zwang mich regelrecht dazu, meinen Fuhrpark etwas aufzufrischen.

Das Ergebnis seht Ihr auf dem Bild. Ist wieder ein 2.0ltr Sportsline mit diesmal 184 PS geworden. Das ist genau der Motor, der dem ND noch gefehlt hat. Wirklich ein Traum. Blöd nur, dass ich das volle Drehzahlspektrum noch nicht ganz nutzen kann, bei der Übergabe standen gerade mal ganze 4 km auf´m Tacho. ;)

Das Turmalinblau sieht übrigens echt super aus, auf den Bildern kann man es nur erahnen.


Bild

23.03.2019 08:54    |    Ascender

Sehr geil. Glückwunsch! Ich nenne seit dem 5. März einen Abarth 124 Spider mein eigen. :)


23.03.2019 13:25    |    tomato

Zitat:

Sehr geil. Glückwunsch! Ich nenne seit dem 5. März einen Abarth 124 Spider mein eigen.

Ach!

Wieso wusste ich das denn noch gar nicht, habe ich was verpasst? ;)

Da gratuliere ich doch gerne zurück.

War das lange geplant oder eher spontan?


23.03.2019 13:56    |    Luke-R56

Glückwunsch! :)


23.03.2019 21:59    |    tomato

Danke schön.

 

Habe heute Abend das Matrix-LED-Licht (ist im Sportsline Serie) getestet und ich muss sagen, das funktioniert erstaunlich gut.

Der Fernlichtautomat im ersten ND ohne Matrix war völlig wertlos und daher habe ich den auch nie genutzt.

Aber so ist das tatsächlich ein Mehrwert, er blendet immer schön die Zonen, in denen sich Fahrzeuge befinden, aus.


24.03.2019 16:15    |    Ascender

Da ich nicht mehr so aktiv bin auf Motor Talk (privat und beruflich sehr eingespannt), hat sich das hier wohl noch nicht so rumgesprochen. :) ;)

 

Nunja, ich habe nach der Aufgabe des Motorsport-Hobbies lange Zeit Geld gespart und mich finanziell davon erholt. Und ich hatte mich schon länger in die Abarth Spider verguckt. Allerdings war der Kauf selbst dann doch sehr spontan. Habe an einem Tag nach der Arbeit etwas auf mobile rumgestöbert und gesehen, dass es nur noch einen in schwarz in meiner Nähe gab. Also Termin vereinbart und am nächsten Tag den Kaufvertrag unterschrieben.

 

Du hast jedenfalls mit dem MX-5 auch alles richtig gemacht. Geiles Auto!


19.04.2021 13:26    |    tomato

Irgendwie passt er hier gar nicht mehr so richtig rein, denn als reiner Alltagswagen fungiert er ja gar nicht mehr.

Aber unabhängig davon möchte ich mal bei der Gelegenheit ein aktuelles Bild des MX-5 ND reinstellen, welches ich letzten Sonnabend bei einer kleinen Tour an der Mosel und in den Hunsrück gemacht habe.

 

Ansonsten ist zu sagen, dass er durch das SPS-Street-Gewindefahrwerk doch recht tief gekommen ist. Das Fahrwerk ist aber tatsächlich absolut spitzenmäßig abgestimmt und eingestellt und lässt trotz der deutlich erkennbaren Tieferlegung ein erstaunliches Maß an Fahrkomfort zu. Das Thema Seitenneigung ist auch keines mehr. Bin extrem zufrieden damit.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis halte ich momentan für annähernd konkurrenzlos.


Bild

20.04.2021 17:05    |    Ascender

Das hatte ich mir für den Spider auch schon ausgeguckt, Tomato. Es wird aber nur ersetzt, wenn das originale Fahrwerk verschlissen ist. Ich könnte sonst locker 10 TEUR in den Spider reinschmeißen.


20.04.2021 18:23    |    tomato

Es lohnt sich auf jeden Fall. :)


Deine Antwort auf "MX-5 im Alltag? Aber sicher doch."

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