• Online: 1.203

tomato

Was ich schon immer mal erzählen wollte, oder so...

12.10.2014 09:58    |    tomato    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: Jaguar, X300, X308), XJ40/81, XJ Mark II (XJ40

p1020236
P1020236

Neulich hatte ich das große Vergnügen, einen Daimler Double Six zu chauffieren, "fahren" würde für dieses Auto irgendwie auch zu profan klingen. Als Fan englischer Autos konnte ich mir diese Gelegenheit selbstverständlich nicht entgehen lassen.

 

Schon beim ersten Anblick strahlt dieser Wagen irgendwie etwas Erhabenes aus und wirkt trotz seiner stattlichen Größe, vor allem was die Länge betrifft, keineswegs protzig. Nun muss man die Größe auch immer relativ betrachten. Aus meiner Sicht, der ich kleine leichte Autos bevorzuge, ist so ein auf der Jaguar XJ40-Limousine basierender Daimler Double Six schon eine wirklich stattliche Erscheinung. Der Vergleich mit modernen Fahrzeugen schrumpft ihn jedoch schon fast wieder auf Normalmaß zusammen. Mir fällt in dem Zusammenhang der Begriff "Zeitlupe" ein, denn je älter er wird, desto eher müsste ich ihn durch die Lupe betrachten, um ihn in seiner wahren Größe zu erkennen. Die Autos von gestern scheinen im Vergleich zu heute geschrumpft zu sein. Man stelle sich nur mal einen Golf I oder auch Golf II daneben vor. Selbst die fünf Meter Länge wirken nicht mehr so respekteinflößend, wie zu seiner Bauzeit. Sonderlich breit ist er dabei auch nicht und vor allem sehr schön übersichtlich und was die Höhe angeht, naja, da überragt ihn so manches Fahrzeug unserer Zeit, was heutzutage als "Sportwagen" verkauft wird. Auch das Gewicht ist nicht so hoch, wie es sich beim Fahren anfühlt, auch wenn ich 1,8to immer noch als sehr schwer ansehe. Aber wie soll man das auch sonst sehen, wenn man üblicherweise nichts fährt, was viel mehr als 1.000kg wiegt (und nicht selten nur gut die Hälfte davon). Andererseits braucht es für sänftenhaften Fahrkomfort eben einfach einer gewissen Masse, damit die Federung geschmeidig ansprechen kann und zumindest das kann man als gelungen ansehen.

 

Aber genug drumherumgeschlichen, ein Auto erfährt man nur von innen, also reingeschwungen und auf dem Fahrersitz...halt STOPP, erstmal hinten Platz nehmen. Nur mal so zum Test. Das Ambiente (es scheint so, als wäre dieser Begriff nur für dieses Auto geschaffen worden) ist vornehm zurückhaltend, luxuriös aber nicht aufdringlich. Platz ist genügend vorhanden, das Leder duftet so, wie es aussieht und das Klima ist dank noch relativ steiler Scheiben angenehm, den Rest erledigt die kräftige Klimaanlage. Gut mit einer 12-Zonen-Klimaautomatik, Sitzmassage und achtfacher Sitzheitzung auf hinterlüfteten Rücksitzen kann man hier nicht dienen, aber welches Fahrzeug aus der Zeit (Ende der Achtziger) kann das schon. Wichtig ist, man sitzt gut, auch wenn die Sitze praktisch null Seitenhalt bieten, aber sollte das zu einem Problem werden, wird eben der Chauffeur ermahnt. Wenn doch alles so schön einfach wäre.

 

Aber jetzt schleunigst nach vorne, auch wenn das Wort "schleunigst" so gar nicht zum Charakter des Daimler passen will. Der Fahrerplatz empfängt einen mit einer Mischung aus Tradition und Moderne, bzw. das, was man Ende der Achtziger als Moderne bezeichnet hat. Feines Leder, edles Wurzelholz und samtiger Teppich im Fußraum stehen ein wenig im Kontrast zu den sachlich gezeichneten Instrumenten im Cockpit und dem beiderseits hinter dem Lenkrad gelagerten Pult mit Bedienknöpfen verschiedener Art. Auch die Bedieninstrumente für die Klimaanlage und das Radio wirken irgendwie ein bisschen fremdartig in dem ansonsten sehr geschmackvoll eingerichteten Innenraum. Aber das ist Jammern auf höchstem Niveau, man fühlt sich schon sehr "nobel" in dem Daimler. Dass das Radio noch keine RDS-Signale verarbeitet und die Frequenz noch manuell eingestellt werden muss, ringt einem ein leichtes Schmunzeln ab, ist aber nicht mehr als eine Randnotiz, ich schaltete es nach einem kurzen Test wieder ab. Ungewohnt fand ich auch den ziemlich tief sitzenden Blinkerhebel und die am Mitteltunnel angebrachten Steuerknöpfe für die elektrische Sitzverstellung (also mal abgesehen davon, dass ich elektrische Sitze ohnehin ungewohnt finde). Der Wählhebel für die Automatik läuft in einer U-förmigen (oder besser gesagt J-förmigen ;) ) Kulisse und gibt keine Rätsel auf.

 

Motor starten. Auf den Zündschlüsseldreh erfolgt das typische Startgeräusch, das entsteht, wenn eine Kurbelwellenumdrehung nicht vier Kolben sich auf und ab bewegen lässt, sondern derer gleich ein volles Dutzend. Danach fällt der Motor sofort in einen ruhigen Leerlauf und ist praktisch kaum mehr zu hören, nur ein leises Rauschen ist zu vernehmen. Automatik auf D und los geht´s. Erstaunlich kraftvoll muss ich das Gaspedal betätigen, einen so großen Widerstand hatte ich nicht erwartet. Dass die Bremse einen ordentlich Tritt verträgt, begrüße ich im Sinne der Dosierbarkeit hingegen. Ich kann an modernen Autos nicht leiden, dass meistens bereits ein scharfer Blick auf das Bremspedal genügt, um die Insassen an der Frontscheibe kleben zu lassen.

Aber zurück zum Fahren und nicht zum Bremsen. Allein schon die Geräuschkulisse lässt einen jegliche Lust auf´s Schnellfahren sofort vergessen, man gleitet sänftenartig und beinahe geräuschlos durch die Gegend. Gibt man dann doch mal Gas, erhebt der V12 nur leicht die Stimme und schiebt den Wagen mit sanfter Gewalt in Richtung Horizont. Abroll- und Windgeräusche bilden den Großteil der Akkustik im Innenraum, vielleicht noch ergänzt von einem irgendwie angemessen wirkendem ganz leichten Knistern hier und da.

Früher oder später baut sich dann der Schrecken eines jeden Double-Six-Piloten vor einem auf, eine Kurve. Normalerweise mag ich die ja besonders, aber jetzt möchte ich den Wagen lieber durch die Kurve tragen, sicher auch, weil die Passagiere ansonsten auf den rutschigen Ledersitzen hin- und

herfliegen (was im Rückspiegel übrigens ganz lustig aussieht). Nein, sportlich ist nicht seine bevorzugte Gangart, aber das hatte ich natürlich auch nicht erwartet. Das einzige, was an diesem Wagen eine sportliche Dynamik entwickelt, ist die Tanknadel, nicht dass sich da jemand drüber freuen würde. Schon beim Losfahren hatte mich die Restreichweitenanzeige (ja, sowas hat er) mit einer niedrigen einstelligen Zahl hinter dem Wort "RANGE" begrüßt, was mir gleich zu Beginn die ersten Schweißperlen auf die Stirn jagte, lag die nächste Tankstelle doch die angezeigte RANGE+1 km entfernt. Aber da es bekanntermaßen ein englisches Fahrzeug ist, war ich optimistisch, dass die RANGE-Anzeige nicht sehr genau ist. Der Gedanke, dass das natürlich auch nach hinten hätte losgehen können, kam mir glücklicherweise erst später. Rechts hinter dem Lenkrad fand ich dann auch irgendwann, sozusagen um mir die Wartezeit an einer roten Ampel zu vertreiben, den Knopf mit der Bezeichnung AVG, was wohl für "Average" also den Durchschnittsverbrauch steht. Hätte ich den besser nicht gefunden. Eine für heutige Verhältnisse geradezu irrationale Zahl erschien auf dem Display, sie fing mit einer 23 an, und ich fuhr nun wirklich sehr - sagen wir mal - defensiv. Nun ja, im Laufe der gefahrenen Strecke wurde diese Zahl zwar kleiner, ich war wohl nicht allein verantwortlich für den hohen Verbrauch, aber unter 21 wollte sie dann partout nicht fallen. Auch ein Zurückschalten auf die RANGE-Anzeige hilft nicht. Die Zahl, welche hier angezeigt wird, fällt bei jedem unbeherrschten Gasgeben mit schwindelerregendem Tempo und bildet damit einen Gegenpol zur AVG-Anzeige. Beruhigend ist allerdings auch das nicht, auch nicht die Tatsache, dass die Restreichweite bei gemäßigterer Fahrweise sich wieder erholt. Aber genug mit dem Verbrauch, es gibt noch so viele andere Dinge, mit denen der Daimler Double Six seinen Besitzer in Angst und Schrecken versetzen kann. Die Wartungskosten sind so ein Punkt und insgeheim bin ich froh, dass ich den Wagen zwar fahren darf, ihn aber nicht als mein Eigentum bezeichnen muss. Wenn ich nur an einen Zündkerzenwechsel oder die Kosten für eine Bremsenkomplettrevision an der Hinterachse denke. Es liegt wohl auch unter anderem daran, dass ich ihn wie ein rohes Ei behandelte.

 

Was fiel noch auf? Den Schlüssel darf man nur abziehen, wenn der Getriebewählhebel auf "P" steht, die Batterie an Lämpchen, die im Cockpit beim Einschalten der Zündung aufleuchten, ist beeindruckend und die Lüftung reagiert immer mit einigen Sekunden Verzögerung, wenn man sie einschaltet. Scheint fast so, als müsse der Wunsch (oder sollte ich besser "der Antrag" sagen?) des Fahrers erst durch komplizierte Verhandlungen der Bordelektrik weitergereicht, genehmigt, abgestempelt, abgelehnt, weggeschmissen, wiedergefunden und dann doch noch umgesetzt werden.

 

Das war´s erstmal, was mir an Eindrücken noch so einfällt. Ein paar Bilder habe ich noch gemacht, die füge ich hier mal hinzu. Die schlechte Qualität mit den Lichtreflexen der Innenraumfotos bitte ich zu entschuldigen, die sind mir anfangs gar nicht aufgefallen.

Hat Dir der Artikel gefallen? 8 von 8 fanden den Artikel lesenswert.

12.10.2014 11:37    |    DieselracerGTD

Toller Artikel zu einem Fahrzeug aus einer anderen Zeit.

Gerne mehr davon.

 

Der Benzinkonsum, Verbrauch klingt zu profan, dieser Trutzburg der Entschleunigung klassifiziert die Katze zu einem Wochenendgenussfahrzeug.

 

Mit der Baureihe X300 starb dieses Automobile Kraftwerk an V12 leider aus.

Ein echter Daimler wird auch als solcher in den KFZ Papieren geführt, dazu kursiert die Geschichte, dass man als Eigner eines solchen Parktickets nicht zahlen braucht, wenn dort als Fahrzeug Jaguar aufgeführt ist, da es ja ein echter Daimler ist.

 

In der Baureihe X308 war der Daimler ein sogenannter Super V8 wie auch im Nachfolger X350. Im Kleid des X308 ein 4.0 V8 Kompressor mit 363 PS, sowie ein 4.2 L V8 Kompressor mit 396 im Nachfolger.

Der Daimlercharme ging m.M.n. ab dem X308 verloren, der noch eine opulente Innenausstattung besaß.

 

In den Zeiten als sich Mercedes und BMW noch mit 8- und 6-Zylindern versuchten, gab es damals mit dem XJ 12 der Serie 1 die schnellste Serienlimousine auf dem Markt.


12.10.2014 14:37    |    Brucklyn

Schick, schick, sowas würde mir auch gefallen. Ich täte auch den 6-Zylinder nehmen. Aber da ist auch bei mir die blanke Angst vor den Kosten...


12.10.2014 18:31    |    scion

Schöner Bericht

 

The most beautiful 4 Door Sedan: https://www.youtube.com/watch?v=EXLrU25gRwQ

 

Ich mag die alten Jags auch sehr gern und ich finde, die Firma ist sich über die Jahre immer treu geblieben.


13.10.2014 11:10    |    Prime88

Sehr feiner Artikel und wirklich toll geschrieben. Für einen Moment war ich derjenige, der dieses dezent majestätische Fahrzeug erkunden durfte. Ich finde fast schon das die Eigenschaften solcher ''besonderen'' Fahrzeuge nicht mit den von heutigen verglichen werden dürfen, einzig allein der Charakter ist der Maßstab, aber das nur am Rande meiner Philosophie.

 

Natürlich sind mehr solcher Beiträge dringenst erwünscht.


13.10.2014 15:10    |    Trottel2011

Schöner Artikel... Jetzt weisst du sicherlich warum ich mir noch einen XJ-S V12 gesichert habe! Wenn dich die Katze interessiert... MEIN Blog findest du hier schon schnell! ;)


13.10.2014 18:21    |    tomato

@Trottel2011

Deinen Blog kenne ich natürlich. :)

Ich bin allerdings nicht so der begnadete Bastler, ich fahre lieber. ;) Deswegen wäre so ein V12-Jaguar auch nichts für mich. Aber Spaß gemacht hat´s jede Menge.

 

Freut mich, dass es Euch gefällt.


13.10.2014 18:23    |    daytonashelby

Sehr schönes Auto. Ein weiterer Beweis dafür, dass man grosse, elegante Fahrzeuge auch fein zeichnen kann. Das haben mittlerweile fast alle Designer komplett verlernt.


13.10.2014 22:17    |    MMEB

Hi.#

Nun ja. Mir kommt das weniger fein gezeichnet vor. Mir kommt er vor wie ein LKW, nur nicht so hoch. Innen ein Abbild eines alten Bundeswehr LKW's, nur halt mit Wurzelholz statt Nato-Oliv!

Tja, wobei ja man da auch in's Schwärmen kommt. Also für ein Nostalgiger richtig. Oder?

Das was mich an dem Wagen fasziniert, sind halt die 12 Zylinder. Mehr aber auch nicht.

Trotz alle dem, aufschlussreicher Artikel, über ein weniger interessantes Objekt.

Weiterhin viel Glück, greets MMEB


17.10.2014 09:53    |    DieselracerGTD

Der Jaguar XJ40 als Basis für den Daimler, bzw. für 12ender hieß er dann intern XJ81, ist vom Design her doch recht polarisierend.

Hier gibt es entweder mögen oder ablehnen. Für seine Zeit war es jedoch passend.

XJ Serie 1 bis 3 sind dagegen m.M.n. optisch zu bevorzugen und auch die Nachfolger X300 und X308 von der Formensprache.

 

Leider scheint die Begeisterung für solch klassische Automobile auf MT eher begrenzt zu sein, alte rostendende W124 / E190er und Omega, Scorpio sowie weitere Geschmacksverbrechen, am besten noch Nullaustatter, stehen hier höher im Kurs. Da widmen sich auch nur wenige den Sternen unter den Sternen wie dem E500 von Porsche.


17.10.2014 19:36    |    Prime88

@Dieselracer ich gebe dir da zu nem gewissen Teil Recht, allerdings liegt das vielleicht an der Eigenschaft, wie erreichbar manche Autos sind.....W124 , Omega und Co sind nun mal in einer anderen Preisklasse und haben trotzdem Klassikerwert.


18.10.2014 19:02    |    DieselracerGTD

@Prime88

Ich würde das ganze etwas differenzierter betrachten. Besonders in Hinblick auf den Begriff Kulturgut.

Stückzahl als Kriterium fällt bedingt weg, wenn man sich nur mal Käfer oder die Ente näher anschaut, die in sehr großen Stückzahlen gebaut wurden.

Erhaltungszustand wäre für mich ein bedeutenderes Kriterium. Rostige W124 in obskuren Basisausstattungen mit hohen KM-Laufleistungen gibt es wie Sand am mehr. Das ist Rotz und kein Kulturgut. Gepflegte E320 Coupes, E400, E500 spielen in der selben Preisklasse wie Jaguar bzw. sogar noch weit drüber, da sehr gehypt. Ein vollausgestatteter perfekt erhaltener Omega hat auch Seltenheitswert, das ist auch Kulturgut.

Von den Basisausstattern mit Minimalmotorisierung reicht doch ein Exemplar für die Nachwelt als Zeitdokument, dass Leute so verrückt waren dies zu ordern.

Wenn ich mir einen Klassiker hole als Spaßfahrzeug zählt doch die Prämisse, so viel wie bei dem Modell möglich war und bestmöglich erhalten bzw. in Sachen Unterhalt vlt. nicht die Topmotorisierung, aber auch nicht die Basis.

Auch zusammengeschweißte Basiswagen mögen ein bisschen Spaß bringen und Mobilität, sind jedoch weit von dem Begriff Klassiker entfernt oder gar Erhaltenswürdig.


18.10.2014 22:28    |    Trottel2011

@tomato

Mir ist jetzt aufgefallen: du hast bei der Bremse geschrieben, dass der Wechsel sehr teuer sei... Naja, nicht ganz. Die Hinterachse des XJ40/81 hat mit dem der XJ-S und XJ Serien 1-3 absolut nichts gemein. Die Bremsen liegen außen (also "normal"). Beim XJS (also ohne -) wurden die Bremsen genauso nach außen verlegt.

 

@DieselracerGTD

Tatsächlich muss man das immer mit einem gewissen Abstand lesen. Das Problem ist aber auch, dass viele sich ihre "Alltagsstraßenautos" aus der Kindheit hinstellen wollen. Das heißt, dass die Autos, die man früher als Kind häufiger sah, oftmals einfach als "Wunscholdtimer" hingestellt werden. Ein W124/W123 oder E30, Golf II, Omega I usw. schnell in Deutschland als Oldtimer und Youngtimer ihre Anhänger finden.

 

Seltene Fahrzeuge bleiben einfach was die Fangemeinde und der Bekanntheit angeht, seltene Fahrzeuge. Ich habe mit meinem XJ-S bisher vielleicht einen oder zwei Kenner gefunden, die das Auto auf Anhieb als Jaguar XJ-S identifizieren konnten. Sprich Leute schauen sich den Wagen an, können es aber nicht irgendeiner Marke zuweisen. Das ist in Deutschland einfach so. In GB jedoch kennt JEDER den Wagen. Kein Wunder, da es dort eben in den 70ern, 80ern und 90ern eine Alltagskiste war. Genau auch hier der Daimler Double Six.

 

Leute können sich dafür zwar begeistern, wenn sie den Wagen in Natura sehen und hören können, aber im Netz wird schnellstens "abgeriegelt". Man läßt einfach die Scheuklappen an. Mit Absicht habe ich meine XJ-S Teilrestauration hier im Blog thematisiert. Viele Leser (also viele im Sinne von Tausende) habe ich nicht, aber das ist wahrscheinlich weil der Wagen nicht besonders viele interessiert, weil sie mit dem Wagen nichts anfangen können.

 

Wie auch bei dir, finde ich die "Basis-Ausstatter" Modelle als Oldtimer alles Andere als "interessant". Das ist quasi wie ein W126er mit 2.6l R6, Schaltgetriebe, Stoffsitze, Kurbelfenster, keine Klimaanlage und in Unilack... Warum sowas dann in Massen erhalten wird ist fragwürdig.


18.10.2014 22:50    |    tomato

@Trottel2011

 

Ahja, ok man lernt nie aus. Danke für die Richtigstellung.


18.10.2014 23:11    |    DieselracerGTD

@Trottel2011

 

So in der Art könnte man das Verhalten vlt. erklären. Deinen Blog kenne ich natürlich schon und verfolge ihn seid der Überfahrt von der Insel. Sehr gut gemacht, Detailreich und umfassend, für "two left Hands" wie mich jedoch auch teilweise Abschreckend in der Schraubarbeit.

Mit dem XJ-S fährt man auch bei Jaguar sehr auf Seltenheit, wobei man ja auch noch die unterschiedlichen Modelltypen unterscheiden muss, bei den Cabrios davon ja auch. Diese Designrichtung packt mich jedoch leider eher weniger, genauso wie der XJ40. Dennoch dürfte das Fahrerlebnis für sich sprechen. In der Kategorie wäre auch ein Lancia Thema 3.2 bei mir angesiedelt. Durch die Technik und Leder von PF mehr als interessant.

 

Als Kind saß ich häufig in alten Nasenbären (Passat)... ich hoffe, dass so etwas nie bei mir in der Garage stehen wird :D, selbst als VR6 wäre das nie ein Reiz. Da war und ist der S-Type aus der Jungendzeit doch angenehmer :D

Hat jedoch auch Vorteile eine nur hier im Lande verkannte Marke zu mögen, sie sind günstig zu haben und besitzen das Gewisse etwas der Seltenheit.


18.10.2014 23:44    |    Trottel2011

Ich persönlich habe schon immer ein Herz für "Schrullen" gehabt. Autos die kaum einer kennt und die optisch extrem eigenständig sind. So mein Alltagsauto... Ein Volvo C30. In der Form gibt es kein 2. Auto auf dem Markt. Bin quasi "Anti-Mainstream" was mein Autowunsch angeht. Momentan spricht mich auf dem Automarkt kein Auto so sehr an, dass ich auch neukaufen würde (einzig der GT86 aber der scheidet wegen Alltag aus :D). Nur ein Wagen hat es mir momentan angetan - der letzte Saab 9-5. Optisch eigenständig. Dazu von der Schweden-Kultmarke mit bewegter Geschichte... Aber ich verlaufe mich gerade textlich.

 

Jeder hat sein Wunschauto. Manch einer mag gerne ein Passat 35i als Oldtimer haben wollen. Ein anderer ein W124 T-Modell in Taxibeige. Und andere wiederum ein Astra F. Für mich ist das absolut nichts. Nicht weil ich sie nicht mag aber weil ich sie einfach zu "beliebig" finde. Vielleicht bin ich nur zu sehr abgestumpft? Genauso sind die "normalen" Traumwagen der Menschen auch ncihts für mich. Ein Lambo Countach? Ein Ferrari F40? Ein Porsche 911? Auch wieder zu beliebig und zu "normal". Jeder will ein Countach, ein F40 oder 911 (oder auch alle 3 auf einmal). Ich kann mich da nicht begeistern...


19.10.2014 17:54    |    DieselracerGTD

@Trottel2011, als Drive mit Spoilern bzw. die Sportversionen des C30 mit den farblich absetzbaren Spoilerpakten ein sehr hübsches und individuelles Auto. Motorisch als T5 interessant. Der letzte Saab sieht ebenfalls sehr gelungen aus. Skandinavisches Design mit der Reduktion und Klarheit sagt mit eh zu. An diesen modernen Charakter erinnert mich auch der XF vom Innenraum mit viel Holz, Leder, wenigen Schaltern, kühlem Aluminium und blauer Beleuchtung. Vom Fahrfeeling her jedoch zum S-Type hin eher ein Rückschritt und als 2.2D viel zu laut und rumplig im Innenraum.

 

Aus praktischen Gründen war bei mir vor 4 Jahren Diesel gesetzt. Jaguar XJ 2.7D fuhr sich als sehr junger Gebrauchtwagen göttlich, aber aufgrund der Neidgesellschaft in D als junger Mensch nicht unbedingt fahrbar und wegen der Alukarosse exorbitant teuer in der Versicherung. Daher aktuell die nicht ganz so langweilige Heizölrennerversion GTD im hübscheren Golfkleid (beim normalen stirbt man von der Außenoptik vor lauter Schläfrigkeit) als Neuwagen.

 

Da ich automobiltechnisch affin bin, würde ich Fahrzeuge wie den F40 liebend gerne einmal fahren, auch ältere 911er haben ihren Reiz. Selber besitzen und realistisch betrachtet jedoch andere Autos. Grace Pace and Value for Money, da bleibt ja nur Jaguar übrig. Optisch und technisch ist da der XJ 8 X308 mein Favorit. Von den Klassikern natürlich der E-Type und realistischer die 2te XJ Serie, gerne auch als Coupe.

 

Bei entsprechenden Rahmenbedingungen würde ich wohl auch massenweise Autos fahren und besitzen wollen :D


Deine Antwort auf "Ein Daimler muss nicht immer aus Stuttgart kommen"

Blogautor(en)

tomato tomato

Kanutreter


Der Schlüssel zum Spaß beim Fahren ist nicht das Leistungsgewicht, sondern die Leistung UND das Gewicht. ;)

Besucher

  • anonym
  • allroad_dd
  • Bullibuh
  • bnxm5
  • VolkerIZ
  • ElMaestro83
  • Elkman
  • iso3200
  • Kitoma
  • Ascender

Banner Widget