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Tue Sep 28 10:26:32 CEST 2021    |    bjoernmg    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: BMW, eoos, ID.4, Kreislaufwirtschaft, Recycling

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Nachhaltigkeit sollte nicht bei Antrieb und Abgasen enden. In allen Fahrzeugen des Straßenverkehrs kann und muss viel mehr recycelt werden. 2019 produzierte die Deutschen 6,28 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle. Rund die Hälfte wird verbrannt. Hinzu kommt: Deutschland exportiert nach Angaben des Naturschutzbunds „Nabu“ jährlich etwa eine Million Tonnen nach Fernost. Beides ist kein wünschenswerter Umgang mit wertvollen Rohstoffen. Auf der IAA Mobility 2021 in München standen einige interessante Ideen zum Thema Recycling.

Ein Elektro-Dreirad aus Plastikabfall

Zum Beispiel das aus Plastikabfall gedruckte Elektro-Dreirad „ZUV“ des Wiener Design-Unternehmen Eoos Next. Dabei handelt es sich um ein elektrisches Dreirad, dessen selbsttragendes Chassis zu 100 Prozent aus Plastikabfällen entsteht – und zwar im 3D-Drucker. Daraus resultiert die rillenförmige Struktur des Fahrzeugs, das zwei Sitzplätze und eine Transportbox bietet.

Für den Druck kommt ein Industrieroboter zum Einsatz, prinzipiell kommt diese Methode mit minimaler Fertigungskomplexität aus – verglichen mit der industriellen Fahrradproduktion. Der 1,90 Meter lange Prototyp wiegt rund 100 Kilo und kann 200 Kilo zuladen. Das Chassis aus Plastikmüll kann problemlos wieder gehäckselt und der Kunststoff wiederverwendet werden.

VW ist weiter als die meisten anderen

Was im Autobau möglich ist, zeigt VW bei seinen elektrischen ID-Modellen. Dort bestehen Dachhimmel, Stoffe, Teppiche, Sitze, Türverkleidungen und Dekorflächen teilweise aus wiederverwendeten Materialien. Etwa aus PET, das nach seinem ersten Leben als Trinkflasche zurückgegeben wurde. Auch Polypropylen eignet sich laut VW gut zur Wiederverwendung, wenn es sortenrein verarbeitet wird. Ziel laut VW: Fahrzeugbauteile aus Kunststoff nicht nur aus Recyclat herstellen, sondern Türen, Konsolen und Blenden von vornherein so anlegen, dass sie nach einem Fahrzeugleben problemlos und wirtschaftlich wiederverwendet werden können.

Davon ist die Autobranche in ihrer Gesamtheit noch ein großes Stück entfernt. Wie weit, deutet BMW an: Mit dem „i Vision Circular“ zeigt der Autohersteller eine auf die Kreislaufwirtschaft optimierte Fahrzeugstudie – laut BMW ein Ausblick „auf das Jahr 2040“. Dabei konzentriert sich BMW nicht nur auf Kunststoff, sondern setzt auch wiederaufbereitete Metalle ein. Etwa Stahl und Aluminium. Laut BMW sind diese sogenannten „Sekundärmaterialien“ deutlich umweltgünstiger in der Herstellung als herkömmliche Metalle.

Den vollständigen Artikel findet Ihr hier

BMW-Showcar „i Vision Circular“: Alles drin, woran der Hersteller beim Thema Kreislaufwirtschaft arbeitetBMW-Showcar „i Vision Circular“: Alles drin, woran der Hersteller beim Thema Kreislaufwirtschaft arbeitet
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Thu Sep 30 09:53:03 CEST 2021    |    Trottel2011

Tatsächlich ist das Problem bei dem BMW Fahrzeug ein "Bescheuertes". Es wurde bei Carwow oder war es bei Vox Automobil hervorgehoben, dass die Leuchten integraler Bestandteil der Frontmaske sind. Das Problem mag doof klingen, ist es aber nicht: Mischmaterialien bei der Entsorgung stellen immer ein Problem dar. Es gibt noch kein Kunststoff, der sowohl beim Recycling wahlweise transparent oder farbig sein kann.

Das Transparente Plastik von Scheinwerfern (z.B. beim BMW Modell durch Polycarbonat oder Lexan oder oder) kann nicht einfach mit dem farbigen Kunststoff gemischt werden und danach wieder zu Scheinwerfern werden. Damit eine ganzheitliche und vorallem umweltgerechte sowie wirtschaftskreislaufgerechte Aufbereitung erfolgen kann, ist es zwingend erforderlich, dass man solche Bauteile getrennt sammelt und entsprechend ohne Mischmaterialien verarbeiten kann. Zusätzlich müssten die Kunststoffe sortenrein sein, was die wenigsten sind.

Wenn ich ein Schwerfer mit LEDs in die Stoßstange integriere, habe ich Metalle, transparente Kunststoffe, Sondermüll und Restplastik. Normal würde sowas verfeuert werden. Auch wenn BMW das als "umweltgünstiger" bezeichnen will...

Thu Sep 30 13:52:04 CEST 2021    |    bjoernmg

Meinst Du mit "dem BMW Fahrzeug" die IAA Studie, oder ein anderes Modell? Wenn ersteres: Interessanter Aspekt, der zeigt, wie tief in die Konstruktion das Thema geht.

Thu Sep 30 14:53:02 CEST 2021    |    Trottel2011

Die IAA Studie. Die Trennung im Wirtschaftskreislauf versucht die getrennten Materialien sortenrein zu halten. Jede Vermischung mit einem anderen Stoff macht die Sorte dann nicht für den gleichen Zweck nutzbar.

Bei einem Metall ist das weniger ein Problem. Aluminium schmilzt ja bei niedrigere Temperaturen als Stahl. Daher kann man Metalle einfacher trennen. Kunststoffe sind aufwendiger und Kunststoff gilt es einfach zu vermeiden. Je weniger Kunststoff im Auto einzieht, desto weniger muss man die Sortenreinheit beachten.

Fri Oct 01 07:45:41 CEST 2021    |    slv rider

was würden wir blos ohne recycelte pet flaschen machen? obwohl, die einwegflaschenboom gab es vor nicht allzu langer zeit noch gar nicht. ein menschgemachtes problem eben.

Sun Oct 03 13:19:00 CEST 2021    |    Sp3kul4tiuS

@ Trottel

das habe ich mir schon früher bei diesen recycling Taschen gefragt. Wie werden die denn weiterverarbeitet.
Gut das Zeug hat einen Kreislauf mehr geschafft aber in Wirklichkeit bringt das ja nichts.
Klingt aber gut.

Eigentlich kaufe ich wo es geht Glasflaschen.

Sun Oct 03 13:46:34 CEST 2021    |    Trottel2011

@Sp3kul4tiuS meinst du die gelben Säcke? Allgemein wird da nicht viel getrennt. Mischstoffe werden weitestgehend aussortiert, zerkleinert, in Wasser aufgelöst. Danach wird alles was pberbleint soweit quasi zu einem Mischmaterial gemacht, welches nachher so als Beispiel zu diesen Teppichen usw. gemacht wird. Tetrapaks, eigentlich als Retter der Welt gedacht, sind auch Müll. Man kann das Material, 3 Materialien, kaum richtig trennen. Pappe, Alufolie und Kunststoffschichten.

Wenn die Produktdesigner mal einfach ganzheitlich denken würden, wäre alles deutlich anders. Glas ist auch nicht ohne. Da ist das Recycling ja zwar unendlich möglich, prinzipiell, jedoch ist sehr viel Energie zum Verwerten erforderlich. Und bedenke den Müll, der auf den Flaschen geklebt oder gemalt wird. Siehe die Flaschen von True Fruits. Der Lack ist nur durch abbrennen entfernbar. Und was verbrannt werden muss, wird dem Kreislauf entnommen - auf Dauer. Und die Papieretiketten si d genauso bescheiden, da der Kleber das Glas verschmutzt.

Das Beste wäre immer och in Kunststoff zu verpacken, aber mit einem einheitlichen, gut zu recyclenden Material. Es gibt Kunststoffe, die sind so verwertbar, aber sie sehen optisch nicht super aus. Farblich nicht einheitlich. Aber es ist sortenrein und somit immer einfach zu recyceln.

Sun Oct 03 16:27:25 CEST 2021    |    Sp3kul4tiuS

ne einkaufstüten aus alten PET Flaschen.

Da steht ja dick und breit drauf aus was es gemacht wird... und danach?? Verbrennunmgsanlage.

Sun Oct 03 18:19:45 CEST 2021    |    Trottel2011

Natürlich. Wo sonst? PET kann theoretisch auch häufig recycelt werden. Aber dazu muss es wieder - richtig - sortenrein sein...

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