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29.08.2017 23:56    |    knuckleherby    |    Kommentare (25)    |   Stichworte: F / FL, FL 1947 Knucklehead, Harley, Harley-Davidson, Knucklehead, Sissybar

Neues Leder

 

Um endlich allen möglichen Kleinkram richtig verstauen zu können mußten nun mal brauchbare Taschen her.

Es gibt ja viele gute Firmen, die solche Taschen fertigen, meist aber nur Std-Größen und keine Sonderanfertigungen, und wenn, dann dauert es ewig und es ist ziemlich teuer.

Also ..... selber machen :)

 

Geplant ist (bzw. war) eine neue Werkzeugrolle und eine Seitentasche, die sich möglichst in den Rahmen "einfügt", also nicht zu groß.

Als Leder habe ich pflanzlich gegerbtes Blankleder mit etwa 3,5 - 4 mm ausgewählt, ist schön robust und einigermaßen formstabil.

 

hier erstmal die Seitentasche....

 

Schablone gefertigtSchablone gefertigt

 

Lederteile zugeschnittenLederteile zugeschnitten

 

einzelne Teile mit Kontaktkleber verklebt und anschließend vernähteinzelne Teile mit Kontaktkleber verklebt und anschließend vernäht

 

Lederbänder mit Schnallen vorbereitetLederbänder mit Schnallen vorbereitet

 

Schablone zur Befestigung am Rahmen zugeschnittenSchablone zur Befestigung am Rahmen zugeschnitten

 

mit 2 dreiteiligen Schellen am Rahmen verschraubt, das Blech verschwindet später in der Taschemit 2 dreiteiligen Schellen am Rahmen verschraubt, das Blech verschwindet später in der Tasche

 

mal probiert ob´s paßtmal probiert ob´s paßt

 

Leder noch etwas "bearbeitet"Leder noch etwas "bearbeitet"

 

die Rückseite sieht man zwar nicht wirklich, aber da mußte ich mich noch ´n bißchen austoben ...die Rückseite sieht man zwar nicht wirklich, aber da mußte ich mich noch ´n bißchen austoben ...

 

Teile für´s Schloß vorbereitet...Teile für´s Schloß vorbereitet...

 

 

paßtpaßt

 

...und fertig...und fertig

 

Ich bin kein Lederprofi und mancher hätte es sicher besser gemacht, aber für´s Erste hat´s ja ganz gut geklappt :)

 

 

 

 

 

 

.... oh, mit soviel Resonanz habe ich gar nicht gerechnet! :D

deshalb hier noch ein kleiner Nachtrag

 

Was das Werkzeug angeht, es braucht nicht wirklich viel, das habe ich mir zugelegt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- ein Satz Punziereisen

man braucht zwar nur ein paar davon, aber ein ganzer Satz war billiger

 

- Nähahle

dazu noch Nadeln + robustes gewachstes Ledergarn

 

-Lederfarbe zum Färben

brauchte aber nur die schwarze Farbe, der 2. braune Farbton war zum Mischen gedacht

 

- Locheisen mit verschiedenen Durchmessern

von 2 - 5 mm

 

- Swifelknife

damit werden die Umrisse der Motive vor dem Punzieren eingeschnitten (unten rechts im Bild)

 

- Lederfett

 

- Hammer

 

- Lederhobel

damit wird das Leder an den Nahtstellen dünner gehobelt (nicht auf dem Bild)

 

 

insgesamt hat alles zusammen etwa 100,- € gekostet

 

Das Bearbeiten des Leders, möchte ich an der Stelle nicht weiter ausführen, wäre auch viel zu umfangreich .... dazu gibt es eine Menge Youtube-Videos, die das gut erklären.

Nur soviel, es ist keine Hexerei und für jeden halbwegs handwerklich Begabten machbar.

 

Die Nähte sind alle mit der Handahle gemacht und deshalb auch teilweise unregelmäßig, vor allem die Erste auf der Rückseite :D ... stört mich aber nicht.

 

Ja, was die Schnallen angeht, hat meine Frau auch schon gesagt, sind etwas wuchtig:)

 

Alles in allem wirkt die Tasche vielleicht auch etwas überladen, auch mit den Motiven und dem Schloß dazu, aber genau so wollte ich es ;)

 

Diese Cobra Alpin Schnallen gibt es auch in anderen (kleineren) Größen, falls jemand ein ähnliches Projekt vorhaben sollte.

 

Das Arbeiten mit Leder macht mir viel Spaß und ich habe nicht vor, dies kommerziell zu nutzen, dazu fehlt mir einfach die Zeit, ich bin froh, dass ich für meine paar Kleinigkeiten überhaupt die Zeit gefunden habe ... (bißchen was ist ja eh noch geplant...)

 

...und Nachmachen ist natürlich erlaubt :)

 

 

Regentauglichkeit

Bis jetzt nur "Erfahrung" mit einer halbe Stunde Fahrt im heftigen Platzregen, der Inhalt blieb dabei ziemlich trocken. Ich denke aber, bei längerer Regenfahrt wird es innen mit Sicherheit auch naß.

 

Ich habe deshalb den feuchteempfindlichen Inhalt teilweise in Plastikbeutel verstaut.

 

Die Werkzeugrolle, die vorne unten am Rahmen befestigt ist, wird innen jedenfalls deutlich nasser.

 

Das Einfetten macht das Leder zwar wasserabweisender, aber es wird trotzdem nicht zu 100% wasserdicht, und auch durch die Fugen kommt irgendwann Wasser rein.

 

Da ich nach Möglichkeit vermeide im Regen zu fahren ist das für mich zweitrangig ;)

 

Gruß Herby

 

 

...ja, und demnächst gibt´s noch eine Werzeugrolle, passend zur Tasche, und ´n bißchen Leder für die Sissybar.....

Hat Dir der Artikel gefallen? 12 von 12 fanden den Artikel lesenswert.

30.08.2017 10:14    |    Audi-100-Avant

Ich finde das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Sehr gute Arbeit.


30.08.2017 12:36    |    Hippo89

Richtig coole Idee und die Ausführung sieht auch wie vom Profi aus!


30.08.2017 13:50    |    mark29

Sauber! Sieht echt gut aus! Ist die Tasche abnehmbar?


30.08.2017 14:05    |    knuckleherby

danke euch :)

 

die Tasche ist fest verschraubt, und zwar zusammen mit dem Blech und den beiden Schrauben an den Schellen


01.09.2017 09:46    |    enrgy

für "nicht profi" sieht das aber wirklich sehr gut aus. da würde sich sicher so mancher gerne was von dir anfertigen lassen!


01.09.2017 10:08    |    Audi-100-Avant

Vielleicht kannst Du den Beitrag noch etwas ausbauen und beschreiben welche Werkzeuge man dafür braucht und wie man zu diesem Ergebnis kommt.


01.09.2017 11:59    |    1.2.3...meins

Einfach Top


01.09.2017 12:18    |    Schattenparker293

@ knuckleherby,

"Leider" muß ich Dir sagen, wenn Dein Rahmenhersteller Deine Tasche

sieht, droht Dir die Serienherstellung...........Bitte bleibe hart und laße

nur private Anfragen zu.

Mit anderen Worten: Geniale bzw. tolle IDEE und sehr schöne Ver-

arbeitung sowas kann nur mit LIEBE zum Objekt entstehen.

Danke für Deinen Bericht


02.09.2017 18:43    |    romanusko

Gute Idee und toll umgesetzt.

 

Genau so entstehen kleine Manufakturen, die etwas pfiffiges herstellen, was es derzeit noch nicht gibt. Man könnte ein Gebrauchsmusterschutz beantragen. Dann ist Dein Design geschützt (was man dann auch verkaufen kann). Kostet keine Unsummen. Am besten das Schnittmuster der Einzelteile aufzeichnen, bemaßen, kurz erklären welche Vorteile usw. und diese Dinge zum Deutschen Patentamt einsenden. Alle Infos dazu findet man auf deren Website. Machst Du das nicht, macht es ein anderer und dann hält er die Rechte daran...


02.09.2017 19:24    |    lenitsa

was ist, wenn es regnet ? also nur im Trockenen fahren !


02.09.2017 22:15    |    Schattenparker293

Das verwendete Leder kann man mit z.B. LEDERFETT imprägnieren.


03.09.2017 14:15    |    Schattenparker30

Fürs erste Mal sicher nicht schlecht, aber die Schnallen sind Extrem überdimensioniert und passen überhaupt nicht zum Gesamtbild der Tasche und die Nähte könnten sauberer und/oder auch von Hand genäht sein.

 

P.S. beim nächsten Versuch würde ich die Schnallen ganz weglassen und lieber eine lange Metallversteifung hinter dem Lederdeckel unter der Schlossabdeckung anbringen, denn das mit dem Schloss ist eine geniale Idee.


06.09.2017 12:59    |    mark29

Ich find die Schnallen passen, wie sie sind.

 

Für gleichmäßige Nähte hab ich mir mal eine Lochzange gebaute, aus einer Kombizange, 3 Flacheisen, 2 davon gelocht und einer Handvoll Nägeln- damit kann ich in 2 Reihen mit je 15 Nägeln die Löcher vorstanzen...


08.09.2017 16:44    |    Syaoran

Super Arbeit, stell ich mir nur mit Ahle ohne vorgestochene Löher echt kraftraubend vor, find ich bärenstark :)

 

Was mark29 da anschneidet ist auch käuflich auf Ledersupplyseiten mit verschiedenen Lochabständen/Zahnanzahl (max. glaube 6) erhälltlich. Mit diesen Prickeisen werden per Schlägelschlag dann einfach löcher in das Leder geschlagen, was eine passende Unterlage wie ein Holzbrett oder ein ausgedientes Frühstücksbrettchen erfordert.

Das vorherige ausheben einer Senke mit einem Nahtsenker erleichtert dann das "Spurhalten" und hat zum netten Nebeneffekt, dass die Naht halt bündig mit dem Leder versenkt wird, was bei so einer Tasche nicht wirklich nötig ist, aber bei einem Gürtel schon von Vorteil zwecks Nahtverschleiß ist.

 

Für die Wasserfestigkeit kann man den Nähten mit Bienen/Carnaubawachs (womit das "Nähgarn" fürs Leder eingestrichen wird oder schon vorbehandelt ist) und einem Föhn gut beikommen, kann man auch mit der kompletten Tasche machen. Einfach Wachs auftragen und mit dem Föhn gleichmäßig erhitzen und eindifundieren lassen. Die offenliegenen Ledekanten könnte man noch mit Wasserfester Kantenfarbe behandeln (falls nicht geschehen, ich kanns nicht erkennen) was das Leder vor ungewollten Aufquellen schützen sollte und gleichzeitig abdichtet.

Das wären eigentlich die einzigen Verbesserungsmöglichkeiten für diese echt gelungene Tasche.


21.09.2017 07:09    |    Juergen-Z3

Moin,

 

das Ergebnis ist wirklich super geworden. Sehr schöner und gut geschriebener Bericht.

 

Ich habe mich auch etwas mit der Befestigung der Standard-Taschen beschäftigt und mir auch eine Aluplatte zur Verstärkung von innen angefertigt. Da meine nur mittels 4 Lederriemen, die sich mit der Zeit längen, am Rahmen befestigt ist, hat die untere Ecke schon öfter Kontakt mit der Straße. Man nimmt sich also mit so einer Rahmentasche auch einige Grade bei der möglichen Schräglage. (Das sollte jedem vorher bewusst sein....und nicht überrascht sein, wie schnell so eine Rahmentasche in der Kurve schleift.....)

 

Deshalb ist deine angebrachte Metallverstärkung an der unteren Ecke sehr sinnvoll und sieht zudem auch noch gut aus. .....

 

Allerdings würde ich die Tasche etwas weiter hinten am Rahmen befestigen, so dass der Stiefelabsatz der Sozia noch hinter die Fussraste passt. Das ist ein Punkt den meine Sozia schon bemängelt hat. Zudem kommt sie dann auch 2 bis 3 Zentimeter höher, was wiederum die mögliche Schräglage verbessert.

 

Ich werde wohl deine Befestigung mit den Schellen am Rahmen übernehmen, dann sitzt die Tasche schön "tigth".

Kannst du mir hierzu deine Bezugsquelle mitteilen? Hast du sie wirklich nur unten befestigt?

 

Grüße,

 

Jürgen W. aus P. :cool:


21.09.2017 07:43    |    knuckleherby

Hi Jürgen,

 

ja, die Tasche ist tatsächlich nur mit den beiden 3-tlg. Schellen befestigt, wie sie z.B. von W&W angeboten werden (https://www.wwag.com/.../DirectAction?page=%21125888).

 

Ich hatte allerdings schon einen 3. Befstigungspunkt eingeplant, falls sich die Tasche verdrehen sollte.

 

Wichig war mir vor allem, dass das obere Rahmenrohr sichtbar und frei von Schellen bleibt um die Optik des Starrahmens nicht zu "verbauen".

 

Was den Fußraster angeht, der steht noch weit genug ab, um Platz für einen Schuh zu bieten,

hier noch ein Bild aus Sicht von oben

 

Gruß Herby


Bild

21.09.2017 12:12    |    Juergen-Z3

Hey,

 

danke für deine schnelle Antwort. Das mit dem Verbauen des Rahmens dachte ich mir schon.... wäre ja auch sehr schade denn der rote Rahmen ist schon ein Hingucker... :D

 

Da deine Tasche ja quasi "im" Rahmen sitzt, ist der Abstand zur Fußraste kein Problem. Das Bild von oben zeigt das eindeutig.

 

Die normalen Rahmentaschen sitzen ja meistens auf dem Rahmen, daher wird's dann knapp zum Schuh bzw. zur Straße.....

 

Also: Top durchdacht und alles richtig gemacht!

 

Gute Fahrt,

 

Jürgen


19.10.2017 12:32    |    HDPepe

Daumen hoch für die gut gemachte Tasche und Arbeit von einem "Laien"

Die Befestigungslösung hat mich zu der Überlegung gebracht, dass man dann ja auch die Tasche dort anbringen könnte (siehe Bild)

Natürlich, dann natürlich dem dort vorgegebenen "Dreieck" angepasst.

Oder gibt es da Einschränkungen, wegen der Bautiefe?

Die Schräglage, wie von Jürgen angeführt, wäre dann ja kein Problem.

Pepe (der an seinem Bike feste Koffer hat)


Bild

20.10.2017 11:06    |    knuckleherby

danke Pepe,

 

ja, hier wäre eine Befestigung ebenfalls möglich

 

Gruß Herby


11.11.2017 20:45    |    Uli G.

Saubere Arbeit!

Um gleichmäßige Nähte hinzubekommen, nimmt man ein Kopierrad, mit dem man auf den zu vernähenden Lederstücken den Nahtverlauf abrollt. Jetzt nur noch jedes zweite "Loch" mit Ahle durchbohren und vernähen, und schon hat man eine gleichmäßige Naht :).

 

Grüße

Uli


11.11.2017 22:09    |    knuckleherby

oh ja! Danke für den Tip, Uli ! :)

 

 

Gruß Herby


03.12.2017 13:53    |    Uli G.

Noch ein Tip, den ich gerade durch einen Freund gelernt habe, der gern im Winter auch mal am Esszimmertisch Lederarbeiten durchführt und durch das Hammergeräusch beim punzieren unangenehm auffiel:

Ein alter (ausgedienter!), polierter Grabstein, so 40x40x15cm, vom Steinmetz für kleines Geld erstanden (30€), dazu ein etwa gleich großes Stück festes Schaumgummi von 10-15cm Stärke als Unterlage, und schon ist das punzieren fast lautlos durchzuführen. Das Schaumgummi drückt sich unter dem Gewicht des Steines auf 2-3cm zusammen, ist aber immer noch elastisch genug, um das hämmern sehr gut zu dämpfen, und der Stein wird wg. seines Gewichts nur unwesentlich ausgelenkt. Auf dem Tisch einer Biergartengarnitur vorgeführt, ließ sich nur noch das "Pink" des Hammers auf das Punziereisen hören, mehr nicht. Schon ist Ruhe :), und niemand hat was zu nörgeln ;).

 

Grüße

Uli


Deine Antwort auf "Neues Leder"

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knuckleherby knuckleherby


 

Servus!

Wie der eine oder andere vermuten könnte geht es hier ausschließlich um Knuckleheads :D

 

Viel Spaß beim Lesen!

Schon gewußt?

Knuckleheads hatten keine Rahmennummer, nur eine Motornummer. Die ersten beiden Ziffern vor den Buchstaben geben das Modelljahr an, die Buchstaben bezeichnen den Motortyp, dahinter steht eine 4 oder 5-stellige Zahl, die Seriennummer.

Rahmennummern führte man bei HD erst Ende der 60er Jahre ein.

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