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DeepBlueGalants Blog

Japanischer Reisauflauf mit ein paar deutschen Kartoffeln.

19.03.2015 20:36    |    DeepBlueGalant    |    Kommentare (17)    |   Stichworte: EA0, Galant, Mitsubishi

Herzlich willkommen zum zweiten Teil meines Mehrteilers über meine große Autoliebe, den Mitsubishi Galant EA0. Während es im ersten Teil darum ging wie mein Interesse zu Mitsubishi geweckt wurde und was für Probleme ich mit meinem Astra hatte, erzähle ich in diesem Artikel wie ich zu meinem ersten Galant kam.

 

Der Nachfolger meines Astras - ein VW Passat CC?

 

VW Passat CCVW Passat CCNachdem mein Opel Astra G wirtschaftlich nicht mehr haltbar war, musste ein neuer fahrbarer Untersatz her. Schon während ich den Astra hatte, hatte ich angefangen auf einen Passat CC zu sparen. Einkalkuliert hatte ich mindestens 20.000€ für den CC. Aber der Astra hielt nicht lange genug, als das sich das verwirklichen ließ. Gerade mal ein Viertel der Summe hatte ich gespart. Nun musste schnell ein Nachfolger gefunden werden, weil ich ja beruflich auf ein Fahrzeug angewiesen war.

 

Déjà-vu - Mal wieder nervige Ratschläge meiner Eltern

 

Mein Galant und der Magentis meines KumpelsMein Galant und der Magentis meines KumpelsEigentlich war mein Interesse für Mitsubishi zu diesem Zeitpunkt merklich abgeklungen. Mein Wunsch nach einem jungen Gebrauchten - wie dem Passat CC - war da. Zwischenzeitlich spielte ich gedanklich auch mit einem Golf 5 oder Golf 6. Zwar finde ich, dass der Golf langeweile pur verkörpert, da er aber qualitativ einen guten Ruf hatte, kam er gedanklich auch in Frage. Zu diesem Zeitpunkt liebäugelte aber ein guter Freund von mir mit einem Galant EA0.

 

Ich gab damals noch zu bedenken, dass der Wagen seit 2003 nicht mehr angeboten würde und somit Probleme vorprogrammiert wären (Wie es nunmal bei alten Autos nicht ausbleibt). Es wurde dann bei ihm ein Kia Magentis, in dem mit dem SIRIUS-2 Motor (G4JP) sogar ein Motor aus Mitsubishi-Entwicklung steckt. Aber diese Geschichte hat meine Liebe für Mitsubishi wieder erweckt. Wobei... ich glaube sie war nie wirklich weg.

 

Als ich meinen Eltern erzählte, dass ich mir einen Galant V6 mit 163PS holen wollte ging das Theater wieder los. Sie wollte mich auf Teufel komm raus beeinflussen. Meine Mutter hatte Angst ich würde mich mit der Leistung tot fahren. Nie hatte sie ein Auto mit 100PS oder mehr besessen. Auch war sie in dem Glauben aufgewachsen, dass Fahrer großer Limousinen chronische Angeber und Bonzen waren. Mein Vater hatte erkannt, dass mich asiatische Fahrzeuge ansprechen und schlug als Vernunftvorschlag einen Kia Ceed vor, aber dieses mal ließ ich mir von meinen Eltern nicht reinreden.

 

Die Suche nach einem brauchbaren Galant

 

So war der Wagen auf mobile inseriertSo war der Wagen auf mobile inseriertIch sah mir viele Fahrzeuge im Internet an. Mein Budget hatte ich auf 2000€ festgelegt, da ich ein wenig Geld für Reperaturen zurückbehalten wollte und auch meinen Plan auf einen Passat CC zu sparen noch nicht ganz aufgeben wollte.

 

Aber im Frühjahr 2012 war es gar nicht so einfach einen Galant V6 mit wenig Kilometern auf dem Tacho für 2000€ zu bekommen. Ich fand dann meinen Galant mit Standort Düsseldorf auf mobile.de. Der ozeanblaue Wagen hatte 133.000KM gelaufen, war aus zweiter Hand und im September 1998 erstmalig zugelassen worden. Äußerlich hatte er die Basisausstattung (wie bei dem Modell "2500 V6" üblich), also keine zusätzliche Seitenverspoilerung wie bei den Sondermodellen "Avance" oder "Sport Edition" und der Ausstattungslinie "Elegance", die ja auch erst später auf den Markt kamen.

 

Der Kauf

 

Ich fuhr also im Februar 2012 nach Düsseldorf. Im Gepäck meinen Vater, meine damalige Freundin und meinen besten Freund. Am vereinbarten Verkaufsplatz angekommen empfing uns einer Händler, der keinen besonders vertrauenswürdigen Eindruck machte. Er führte uns mit seinem Porsche Cayenne zu einem zweiten Platz, auf dem er weitere Autos abgestellt hatte. Dort stand er, mein künftiger Galant. Er war jedoch ordentlich zugefroren. Wir vereinbarten eine Probefahrt, wobei meine Freundin und mein Kumpel quasi als "Pfand" bei dem Händler zurückblieben. Während der Probefahrt sprang plötzlich die hintere rechte Tür auf. Sie war nicht richtig geschlossen gewesen und nur durch den Frost gehalten worden. Nach der Schrecksekunde setzten wir die Probefahrt fort, mussten jedoch sofort an einer Tanke anhalten, weil die Benzinanzeige mitten im roten Bereich war (Ja ja, das berühmte Mitsubishi-Schätzeisen sollte ich später noch zu deuten lernen :D). An der Tankstelle angekommen tankte ich für 5€. Komisch kam ich mir dabei schon vor Geld in ein Auto zu investieren, welches mir noch gar nicht gehörte. Aber ich war mir nicht sicher wie weit wir ansonsten noch mit dem Benzin gekommen wären. Außerdem hatte ich mich längst in den Mitsubishi verguckt :D.

 

Den Tankstellenbesuch nutzte ich außerdem, um die Innen- und Außenbeleuchtung, sowie den Motorraum zu inspizieren. Die Beleuchtung war in Ordnung und der Zahnriemen noch nicht fällig. Auch die elektrische Antenne funktionierte noch fehlerfrei, was beim Galant keine Selbstverständlichkeit ist.

im Innenraum war der Wagen sauber, jedoch gab es drei bis vier Brandlöcher, die darauf hinwiesen, dass der Vorbesitzer Raucher war. Riechen konnte man das zunächst kaum (Dazu später mehr). Rost hatte der Wagen - wie fast alle Galant EA0 - an den hinteren Radläufen. Links stärker als rechts, aber noch nicht besorgniserregend.

Dazu gab es einen Satz Sommerreifen auf original 15 Zoll Mitsubishi-Alufelgen, sowie einen Ski-Dachträger. Das Einzige was mir auffiel war, dass die Handbremse kaum funktionierte und der Wagen nur noch acht Monate TÜV hatte.

 

Ich kehrte also zum Händler zurück, der schon ungedulig wartete. Mit dem Preis wollte er nicht heruntergehen, ließ sich aber immerhin darauf ein die Handbremse zu richten und den Wagen frisch durch TÜV zu bringen. Allerdings wollte er zwingend eine Anzahlung haben, die ich auch leistete.

 

Der Wagen sollte mir dann nach hause geliefert werden.

 

Ob der Kauf eine gute Entscheidung war, erfahrt ihr im nächsten Teil meiner Serie

 

Bildquelle:

 

Passat CC: CC BY-SA 3.0 vom Benutzer "Thomas doerfer" auf wikipedia.org.

 

Nachtrag:

Irgendwie finde ich diesen Artikel nicht wirklich spannend, aber ab einer gewissen Länge muss man einen Cut machen. Der nächste Artikel aus dieser Reihe wird wieder interessanter.

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19.03.2015 22:48    |    Stratos Zero

Bin schon gespannt auf Teil 2, der Galant dieser Generation hat mir immer schon gut gefallen :)


19.03.2015 23:52    |    B.Trüger

V6, der Preis und die Seltenheit des Galant sprechen mich schon mal sehr an.

Ich bin auch gespannt auf Teil 2.


20.03.2015 09:49    |    markuswaf

Mach die Radhäuser hinten. Und schau dir die Stosdämpferdome vorn im Motorraum genau an, die sind in den seltensten Fällen durchgerostet.


20.03.2015 10:16    |    Benzi 007

Hi,

Mich würde Teil 2 auch interessieren. Ich habe selbst 2 Stück gehabt als Kombi. Der erste war Schaltwagen wo die syncronisation vom 1 und 2 Gang echt bescheiden war. Der zweite, als 4 Gang Automatik, war schon Geil.

Ein wirklicher Schwachpunkt ist die Bremse vorne. Diese wird zu wenig gekühlt, dadurch ständig vibrieren und brummen.

Wenn Du wirklich Spaß an dem Auto hast und auch selbst schrauben willst habe ich ein komplettes Handbuch mit Schaltplänen für Dich.

Wo kommst Du her ?

 

Gruß Thomas


20.03.2015 10:59    |    kandidatnr2

Nachdem ich ihn 12 Jahre und runde 150.000 km gefahren habe, bin ich ihn gerade los geworden.


20.03.2015 19:14    |    DeepBlueGalant

Vielen Dank für die positive Rückmeldung. Das hier IST ja schon Teil 2 dieser Serie. Teil 1 findet ihr hier: http://www.motor-talk.de/.../...e-es-doch-ein-opel-astra-t5208510.html . Am dritten Teil der Serie schreibe ich noch.

 

@markuswaf: Vielen Dank, aber die Erlebnisse dieses Blogbeitrags liegen bereits 3 Jahre zurück. Es dauert noch etwas bis ich mit der Serie in der Gegenwart angelangt bin. Die Dome sind und waren aber in Ordnung.

 

@Benzi 007: Auch dir vielen Dank. ich komme aus Bochum, und du? Das Werkstatthandbuch und alle Ergänzungsbände habe ich bereits und auch Zugriff auf das Mitsubishi-Ersatzteilprogramm ASA :) . Also ich kann mich über das Getriebe in keinem Fall beklagen. Die Bremsen haben mit der Lebenszeit des Modells "Galant EA0" ein Update erfahren und von 14 auf 15 Zoll sowie von Ein- auf Zweikolben gewechselt. Wem das immer noch nicht reicht, der kann die 16 Zoll Anlage des Outlanders fahren, kann dann aber keine Felgen <16 Zoll fahren.

Einen detailierten Artikel zum Thema Bremsen beim EA0 findet man im Mitsu-Wiki auf mitsuwiki.org .

 

@kandidatnr2: Mich hat das Virus noch voll im Griff. :D


21.03.2015 21:22    |    DeepBlueGalant

@kandidatnr2: Aus welchem Grund hast du ihn denn eig. abgegeben?


23.03.2015 11:42    |    Benzi 007

Ich wohne in Wenden Kreis Olpe (OE).

Ich hatte beide Bremsanlagen (14 und 15) und bei beiden das selbe Problem.


23.03.2015 13:36    |    pico24229

Fande den Galant immer sehr elegant und dynamisch, die Front natürlich mehr als das Heck. Aber der Innenraum gefällt mir wie bei so vielen Japanern eher weniger.

 

Viel Spass mit dem schicken AUto!


23.03.2015 14:16    |    DeepBlueGalant

@Benzi007: Ist ja gar nicht so weit weg von mir. Außer dem Handbuch hast du nix vom Galant behalten, oder?

Ich fahre sogar noch auf der 14 Zoll Anlage und das problemlos. Überlege aber auf 16" zu wechseln. Wenn ich das mache, gibt es da auch einen Beitrag zu.

 

@pico24229: Gibt ja verschiedene Frontpartien, vor allem Avance und Sport Edition machen was her, hab ich leider nicht. Der Innenraum geht "für einen Japaner" echt klar. Es klappert nix. Im "2500 V6" sind Echtlederschaltknauf und Echtlederlenkrad Serie. Echtledersitze mit Sitzheizung gibt es auch, sind in meinem aber noch nicht drin. Die Mittelkonsole mit Plastik im Holzdekor ist in der Tat potthässlich, müssen wir uns nicht drüber unterhalten :D . Aber das haben auch nen paar deutsche Hersteller so gemacht.

 

Und vielen Dank! Bin schon drei Jahre mit dem Galantvirus infiziert. Denke das hält noch en Weile an. :)


23.03.2015 15:10    |    HerrLehmann

Zitat:

spielte ich gedanklich auch mit einem Golf 5 oder Golf 6. ... da er aber qualitativ einen guten Ruf hatte

Manche Vorurteile sterben nie aus. ;)

 

Dieser Galant hat mir damals zu Bauzeiten auch gut gefallen. Hätte beinahe mal einen Kombi dieser Serie gekauft als Gebrauchten, war aber dann leider zu schnell weg.

Ein ehemaliger Kollege hat dann so ein Teil als V6 geerbt. Lief sehr leise der Motor.


24.03.2015 06:45    |    Turboschlumpf6

Im Jahre 2001 habe ich einen solchen Galant für einen Kumpel gekauft. Das Auto war 3 Jahre alt und hatte unter 30.000 km runter. Er hatte ihn dann 10 Jahre behalten und problemlos über 300.000 km km abgerissen.

 

Der V6 war schon eine Wucht.


24.03.2015 14:48    |    DeepBlueGalant

@HerrLehmann @XG30_2000 : Stimmt, das 2,5L V6 6A13-Aggregat ist echt toll. Hat einen schönen Klang, ist durchzugsstark genug (Natürlich nicht mit einem Turbomotor vergleichbar) und gut verarbeitet. Wie lange er hält weiß ich jedoch nicht. Spätestens nach 400.000KM ist die Galantkarosse meist durchgerostet. Der Motor fährt auf jeden Fall auch noch mit 400.000KM Laufleistung gut. Bereits in den 80er Jahren hat Mitsubishi übrigens mit seiner Laufleistung geworben:


Bild

25.03.2015 08:39    |    w_white

kann zwar nur über den 2.0er 4 Zylinder sprechen, aber da war mindestens genau so robust. Man sollte sich aber strikt an die Zahnriemnewechselintervalle halten, war bei mir schon zemlich am Ende nach 90.000km.

Schade dass es keinen Nachfolger mit ähnlichen Qualitäten und Design gegben hat :(


27.03.2015 11:55    |    British_Engineering

Schöner Artikel, freue mich schon auf den nächsten Teil.

 

Mein Patenonkel hat einen Galant Kombi dieser Baureihe von 1997 bis 2012 gefahren. War die Zwei-Liter Version in Kombination mit Automatik-Getriebe. 240.000 Kilometer hat er mit dem Wagen insgesamt zurückgelegt und dann wurde er nur verkauft, weil das Automatik-Getriebe nicht mehr sauber schaltete. Ein wenig Rost hatte auch dieses Auto, aber der Gammel-Befall hielt sich in engen Grenzen, denn es war ein Garagenwagen der auch die letzten Jahre gut gepflegt wurde. Mein Patenonkel war mittlerweile Rentner und hatte mal Zeit, sich um den Wagen zu kümmern. Vorher musste er immer nur funktionieren, wobei die Wartungen stets eingehalten wurden.

 

Weil Mitsubishi ja mittlerweile nur noch auf mehr oder minder fragwürdige Nischenprodukte setzt, verließ mein Onkel die Marke nach mehr als 20 zufriedenen Jahren und kaufte sich wieder einen VW. Jetzt war es halt kein Passat 32B mehr, sondern ein Golf Plus. So kann man seinen Marktanteil auch vernichten.


24.07.2015 15:28    |    Trackback

Kommentiert auf: DeepBlueGalants Blog:

 

Mitsubishi Galant EA0 V6: Teil 3 - Von Problemen und Umbauten

 

[...] Artikeln darum ging wie ich zu Mitsubishi gekommen bin (Teil1) und wie ich den Galant gekauft habe (Teil2), möchte ich diesen Blog-Beitrag einmal den Problemen und Umbauten widmen. Wer hier neu einsteigt, dem empfehle [...]

 

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25.07.2015 03:34    |    chris230379

"Zwar finde ich, dass der Golf langeweile pur verkörpert"

 

absolut meine Meinung

 

"empfing uns einer Händler, der keinen besonders vertrauenswürdigen Eindruck machte"

 

in solchen Momenten mache ich den Leuten (wie meinem Kumpel) klar

 

ich kaufe das Auto, nicht den Menschen.


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