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DeepBlueGalants Blog

Japanischer Reisauflauf mit ein paar deutschen Kartoffeln.

25.05.2017 15:24    |    DeepBlueGalant    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: EA0, Galant, Mitsubishi

Pazifik ist Geschichte! Nachdem ich im letzten Teil meiner Blogserie erzählt hatte wie es mit meinem ersten Galant zu Ende ging, ist es nun an der Zeit sich wieder auf meinen neuen Galant Atlantik zu konzentrieren. Dieses Mal will ich meine Zeit von 2013-2015 mit dem Wagen zusammenfassen und mich dabei vor allem auf seine Probleme beschränken.

 

Mit dem Rauchen aufhören

 

Der geflickte KühlerschlauchDer geflickte KühlerschlauchHatte mich mein erster Galant innerhalb des einen Jahres noch mit allerlei Problemen genervt (Siehe Teil 3), so übernahm ich Atlantik in sehr gutem Zustand mit frischem TÜV und ließ den Zahnriemen sofort wechseln. Dennoch hatte ich mein erstes kleines Problem bereits einen Monat nach Kauf. Auf dem Weg zu einer Tankstelle rauchte es plötzlich aus dem Motorraum. Ich stellte den Wagen fernab der Zapfsäulen an der Reifendruck-Prüfmaschine ab und öffnete die Motorhaube - auf das Schlimmste wie einen Motorbrand gefasst. Doch es stellte sich schnell heraus, dass ein Kühlerschlauch von einem Marder angebissen wurde. Das Wasser tropfte auf den heißen Krümmer und bildete Wasserdampf, den ich für Rauch hielt. Eine mir unbekannte junge Frau Anfang 20, die mit ihrem Opel Calibra an der Tankstelle stand, kam auf mich zu. Sie hatte die Situation sofort erkannt und in ihrem Wagen ein starkes Klebeband liegen, mit dem wir meinen Kühlerschlauch flicken konnte. Hut ab vor dieser Hilfsbereitschaft! Die Frau hatte offensichtlich Schraubererfahrung. Kurz darauf kaufte ich mir für 30€ den Ersatzschlauch bei Mitsubishi und wechselte ihn gemeinsam mit meinem Nachbarn in Eigenregie. Von nun an nahm ich mir vor kleinere Reparaturen häufiger in die eigene Hand zu nehmen.

 

Radlager und Innenraumluftfilter

 

Innenraumluftfilter (alt VS neu)Innenraumluftfilter (alt VS neu)Nach einem problemlosen halben Jahr machte sich im November 2013 bei hohen Geschwindigkeiten plötzlich störende Geräusche bemerkbar. Nach einiger Zeit war das so nervig, dass ich zur Mitsubishi-Vertragswerkstatt fuhr. Aufgrund meines Umzugs nach Bochum wenige Monate zuvor fuhr ich also nicht mehr zu meinem Händler im Bergischen Land, sondern zum Bochumer Händler. Dort mahnte man mich schneller auf solche Geräusche zu reagieren. Das Radlager sei defekt und müsse ausgetauscht werden. Dies hätte einen schweren Unfall verursachen können, so die Werkstatt. Zu allem Überfluss entdeckten sie noch, dass Bremsscheiben und Klötze vorne abgefahren waren und erneuert werden musste. Das war dann ein sehr teurer Monat, den ich nur mit finanzieller Hilfe meiner Eltern stemmen konnte.

 

Danach hatte ich sehr lange Ruhe. Der Galant fuhr sich einfach traumhaft und ich konnte zum ersten Mal, seit ich Autos besitze, Geld zurücklegen. Im April 2014 führte ich endlich wieder eine eigene kleine Arbeit durch und tauschte den Innenraumluftfilter. Der Alte war wirklich sehr zugesetzt.

 

So laut wie ein Sportwagen

 

Der Riss zwischen Flexrohr und HosenrohrDer Riss zwischen Flexrohr und HosenrohrDas nächste richtige Problem trat erst im Juli 2014 auf, als es beim Beschleunigen von einer Ampel plötzlich ein hässliches Geräusch gab und der Wagen fortan wie ein Sportwagen klang. Es stellte sich heraus, dass aufgrund von Materialermüdung die Verbindung von Hosenrohr zu Flexrohr an der Abgasanlage gerissen war. Obwohl Rost beim Galant EA0 ein Thema ist, lag es eindeutig nicht am Rost, da Atlantik keine Rostprobleme hatte. Das Rohr war rostfrei und trotzdem gerissen. Versuche das Rohr von dem Vater eines Kollegen schweißen zu lassen schlugen fehl. Die Schweißnaht war schlecht und es drangen weiterhin Abgase aus der Verbindung, sodass auch die Geräuschkulisse weiterhin hoch war. Es blieb mir also nichts Anderes übrig, als das Hosenrohr (mitsamt Flexrohr) fachgerecht tauschen zu lassen. Das erledigte wieder der Mitsubishi-Vertragshändler.

 

Manchmal besser ohne Fachwerkstatt

 

Im Dezember 2014 trat schließlich das nächste Problem auf. Der Wagen fing plötzlich an bei jeder Bremsung das ABS auszulösen. Meine Internet-Recherche ergab, dass es vermutlich an gerissenen ABS-Ringen liegen würde. Beim Bochumer Händler wollte ich diesen Verdacht überprüfen und das Problem beheben lassen. Doch es kam anders. Für die Überprüfung des Wagens stellten sie mir 38,00€ in Rechnung - mit dem Ergebnis, dass mein Verdacht richtig war. Das ärgerte mich schon ein wenig, weil ich dachte sie könnten mal eben drüber sehen. Ich war ja schon mehrfach in der Werkstatt und hatte dort viel Geld gelassen. Aber der eigentliche Schock kam erst noch. Man teilte mir mit, dass es bei Mitsubishi keine ABS-Ringe einzeln zu kaufen gäbe, Drittanbieterteile würden sie nicht verbauen. Man hätte lediglich die Antriebswellen mit samt der ABS-Ringe verbauen können. Diese hätten 1000€ pro Seite + 19% MwSt + Einbau gekostet. Die defekten Ringe wären somit ein wirtschaftlicher Totalschaden gewesen. Ich lehnte dankend ab und mied daraufhin die Vertragswerkstatt lange Zeit.

 

Stattdessen ergab sich eine neue Möglichkeit. Ich fuhr nun schon fast drei Jahre lang Mitsubishi und war somit in der Szene etwas besser vernetzt. Von einem Mitsubishi-Treffen aus Bochum kannte ich eine junge Frau aus Duisburg und ihren Mann. Beide sind Mitsubishi-Liebhaber und besitzen mehrere seltene Mitsubishi FTO Sportcoupés, die es in Deutschland nie offiziell zu kaufen gab. Auf meine Frage, ob man mir mit meinem Problem helfen könne, reagierte man sehr herzlich und lud mich nach Duisburg ein. Auf ebay erwarb ich vorher noch zwei neue ABS-Ringe für insgesamt 14€. In einer Achtstundenaktion lösten wir die alten ABS-Ringe, erneuerten das Antriebswellenfett und brachten die neuen ABS-Ringe an. Meiner Bitte selbst anpacken zu können, damit ich was dazu lerne, kam man gerne nach. Ab Ende des Tages gab ich alles Geld was ich dabei hatte - also etwa 70€ - in die Hallenkasse, die der Finanzierung der Nebenkosten dient. Das war gemessen an der Arbeit lächerlich wenig und ich hatte durchaus ein schlechtes Gewissen, aber man versicherte mir, dass das in Ordnung sei. Ich entschied für mich fortan nur noch im absoluten Notfall in eine richtige Werkstatt zu fahren und alles andere selbst zu machen.

 

Auf weitere zwei JahreAuf weitere zwei JahreAtlantik war weiterhin in einem super Zustand. Das bestätigte mir auch der TÜV-Prüfer, der mir im März 2015 den Segen für weitere zwei Jahre gab. Er selbst war total begeistert vom V6-Motor sowie dem Allgemeinzustand. Als die Abgaswerte zuerst nicht stimmten, trat er einmal das Gaspedal durch. Danach stimmten sie. Alles in allem waren es zwei tolle Jahre mit diesem Wagen. Atlantik ist mit Abstand der zuverlässigste Wagen, den ich je hatte. Den Zeitraum von 2015 bis 2017 bilde ich noch in einem weiteren Artikel ab.

 

Im nächsten Teil meiner Blogreihe geht es dann um Veränderungen, die ich an Atlantik vorgenommen habel

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28.05.2017 09:27    |    Goify

Diese in der Vergangenheit liegenden Ereignisse verwirren mich irgendwie immer wieder, trotzdem lesen sich deine Geschichten recht schön. Wirst ja langsam zu einem richtigen Schrauber.


28.05.2017 13:06    |    DeepBlueGalant

Danke! Die Sache ist, wenn die Dinge in der Vergangenheit liegen, kann man sehr viel detaillierter darüber berichten. Wenn die Dinge in der Gegenwart liegen, kann es sein, dass man sie im nächsten Blogeintrag bereits wieder revidieren muss. Davon ab bin ich beim Schreiben einfach so unglaublich langsam, dass die Zeit schneller voranschreitet als mein Blogeintrag. :D Bald bin ich mit dem EA0 in der Gegenwart angelangt und dann weiß ich wahrscheinlich gar nicht mehr was ich schreiben soll.


28.05.2017 13:42    |    Goify

Hier steht auch eine Hebebühne und ich habe einiges an meinem Altwagen gemacht und trotzdem komme ich nicht zum Schreiben. Dafür habe ich jetzt endlich Schubkästen in meinem Schreibtisch und eine neue Wandheizung. Man muss da Prioritäten setzen. ;)


28.05.2017 13:55    |    DeepBlueGalant

Prioritäten muss man immer setzen, das ist klar. Und bloggen braucht einfach viel Zeit. Umso trauriger dann, wenn es kaum jemand liest.

 

Mir würde es schon reichen, wenn ich endlich eine Halle hätte. Schrauben draußen auf der Straße ist einfach Mist und ich kann auch nicht jedes mal zu meiner Bekannten nach Duisburg. Aber mit etwas Glück ergibt sich bald was. Dann wird da auch drüber gebloggt.


28.05.2017 13:59    |    Goify

Eine Halle habe ich auch nicht, aber eine sehr große Garage mit 3,5 m Höhe und eben seit Dienstag eine Hebebühne, weil ich viele Dinge im Stehen viel besser machen kann, als im Liegen. Das Teil hat zwar einen höheren Wert als mein Auto, aber das musste jetzt irgendwie sein. Und dann habe ich entdeckt, dass unter ein angehobenes Auto ja noch eins drunter passt... :)


29.05.2017 15:33    |    pico24229

Endlich nicht mehr zum Vertragshändler :D und kein unnötiges Geld verbrennen. Ist doch kein Ferrrari ;)


29.05.2017 18:05    |    DeepBlueGalant

Stimmt @pico24229 . Aber manchmal fühlt sich das von den Ersatzteilpreisen so an, wenn z.B. aus 14€ Kosten für ABS-Ringe plötzlich 2000€ für neue Antriebswellen plus MwSt plus Einbau werden :( . Aber bei bestimmten Sachen werde ich weiterhin die Werkstatt ranlassen, z.B. beim Zahnriemenwechsel.

 

@Goify

Wenn das mit der Halle klappt, ist auch eine Hebebühne geplant. Ich hoffe mal einfach.


30.05.2017 08:45    |    pico24229

Naja generell gönnt man sich da ja auch was und hat auch Vorteile. Aber so einen Kostenaufschlag? Und dann für so einen alten Gebrauchtwagen? Die freien Werkstätten können das doch genauso gut. Da sehe ich einfach nur Geldverschwendung.


30.05.2017 14:52    |    usernamehere

Sehr schön geschriebener Blog! Und ein sehr interessantes Auto.


04.06.2017 16:28    |    HelldriverNRW

Ich lese deinen Blog auch sehr gern - obwohl ich eigentlich kein ausgesprochener Japan-Anhänger bin, sondern interessenmässig eher an BMW E38/E39 und Mercedes W202/W210 hängengeblieben bin.

 

Dein Galant gefällt mir aber auch gut.

 

Gebe meinen bei Reparaturen, welche ich nicht selbst machen kann, auch in die günstige "Freie" - gerade mit Fahrzeugen dieser älteren Generation sind meiner Erfahrung nach die Chancen recht hoch, da noch eine fähige und motivierte zu finden, welche auch bei zeitwertgerechten Lösungen statt bloßem (Neu-)Teiletausch mitzieht.


06.06.2017 19:46    |    Evo-Master

Gibt es nicht weiteres zu der 20 Jährigen zu erzählen? :D


06.06.2017 20:37    |    DeepBlueGalant

@usernamehere @HelldriverNRW

Ich freue mich wirklich über eure positive Rückmeldung. Ich hatte schon längere Zeit Motor-Talk gelesen bevor ich mit dem Bloggen angefangen hatte. Denn ich habe gemerkt, dass es nicht all zu viele Blogs hier gibt, die sich mit japanischen Autos auseinandersetzen. Aber ich merke, dass es auf Motor-Talk eigentlich eine große Markenoffenheit gibt (von einigen Spezis mal abgesehen) und das finde ich wirklich klasse.

 

@Evo-Master

Was meinst du damit? Die Blogserie wird doch fortgeführt. Es sind aktuell noch drei Artikel bei mir zum Galant in der Rohfassung aber auch noch diverse Artikel zu anderen Themen. Oder meinst du weil der Artikel nur bis 2015 reicht? Die restliche Zeit bis 2017 kommt in einem anderen Beitrag.


07.06.2017 16:18    |    VincentVEGA_

Hach ja, so in etwa kam ich auch dazu, mal was selbst machen zu wollen. Nur habe ich nach einiger Zeit einsehen müssen, dass ich Werkzeug besser meide. :(

Wobei ich auch ein weitaus problematischeres Auto mit weitaus größerem Reparaturbedarf hatte, das war halt die falsche Karre zur falschen Zeit. Ich denke (und hoffe), dir gelang das dann besser. Der nächste Artikel wird uns ja aufklären. :D


Deine Antwort auf "Mitsubishi Galant EA0 V6: Teil 8 - Der beste Wagen, den ich je hatte"