Zahnriemen übersprungen? - Mögliche Folgeschäden?

Opel Astra F

Hallo Astra-Gemeinde,

eigentlich komme ich ja aus dem BMW-Lager. Heute wende ich mich mal an Euch, da es um ein Problem am Wagen meines Bruders geht. Es handelt sich um ein 98er Astra-F-Cabrio, das gerade einmal ca. 92.000 km gelaufen hat. Der Wagen wird kaum bewegt (im Jahr ca. 3000 - 5000 km) und dann meistens im Kurzstreckenbetrieb. Bei dem Motor handelt es sich um einen 1,8 - 16V mit 115 PS.

Gestern kam mein Bruder mit dem Wagen von der Autobahn. Beim Einparken in die Garage traten nach seiner Aussage plötzlich sehr laute Geräusche aus dem Bereich des Zahnriemens auf. Zum Glück wurde der Wagen da nur noch ca. 3 Meter bewegt u. dann direkt ausgeschaltet - nicht auszudenken, wenn das auf der Autobahn passiert wäre.

Ich habe mir das Ganze in der letzten Nacht kurz angesehen. Der Motor wurde dabei für ein paar Sekunden gestartet u. direkt wieder ausgeschaltet. Es waren ziemlich laute Schlaggeräusche aus dem Kasten des Zahnriemens zu hören.

Nun kenne ich mich mit den Opel Motoren nicht wirklich gut aus. Ich habe mal die Verkleidung der Abdeckung etwas zur Seite gedrückt um an den Riemen heranzukommen. Also gerissen ist der nicht. Die Spannung scheint auch ok zu sein. Ich vermute nun, dass der Zahnriemen übersprungen ist. Der Riemen wurde nach Aussagen meines Bruder vor ca. 3 Jahren gewechselt. Wie oben bereits erwähnt wird der Wagen eher selten bewegt.

Nun meine Fragen:
1. Wie kann es sein, dass der Zahnriemen einfach überspringt, obwohl er kaum gelaufen ist?
2. Ist das möglicherweise eine Schwachstelle an diesem Modell?
3. Können die Ventile Schaden genommen haben? - Der Motor ist ja nur kurz in diesem Zustand gelaufen. Ich habe aber in anderen Beiträgen gelesen, dass Ventilschäden beim 16V aufgrund der hohen Verdichtung schneller eintreten als z.B. beim 8V.
4. Welche Folgeschäden können eingetreten sein bzw. was sollte bei einer Reparatur nun alles überprüft u. erneuert werden?

Ich werde meinen Bruder nun raten den ADAC zu holen, damit der Wagen in die Werkstatt transportiert werden kann. Den Motor sollte man ja lieber nicht mehr starten.

Ich danke Euch schonmal für hilfreiche Antworten.

Gruß, Uwe

32 Antworten

Zitat:

Original geschrieben von fate_md


"Zahnrad" klingt doch auch nicht nach Umlenk- oder Spannrolle, sondern entweder Kurbelwellenritzel, Nockenwellenrad oder Wasserpumpe. Der Rest ist ja nicht verzahnt.

Gem. Aussage meines Bruders war das "Zahnrad" ca. 10 cm im Durchmesser und war unten im mittleren Bereich zu finden. Ich gehe somit vom Kurbelwellenritzel aus.

Wie sehen denn die Chancen aus, dass der Schaden nicht all zu groß ist, wenn es tatsächlich das Zahnrad der Kurbelwelle war? Ist ein Ventileinschlag oder Schaden an den Nockenwellen zu befürchten?

Ich habe die Werkstatt mal gebeten Fotos vom Schaden zu machen. Mich würde das auch mal interessieren, was da genau passiert ist. Ich werde dann berichten.

Gruß, Uwe

Was mir hierzu noch einfällt: der Motor wird nur sehr langsam warm (keine Ahnung ob das beim Astra normal ist, beim E46 geht es relativ schnell). Mein Bruder muss im Sommer ca. 10-15 km Stadverkehr fahren bis der Zeiger über die 90°C geht. Thermostat wurde bereits erneuert, jedoch ohne Verbesserung.

Könnte die Wasserpumpe aufgrund eines defekten Zahnrades an der Kurbelwelle einen Ausfall haben?

Ich sag mal so, da der Motor eurer Aussage nach noch startete, wenn auch mit komischem Geräusch, denke ich, dass ihr ultimatives Glück hattet. Mit nem noch so kleinen Ventilschaden (beim 16V werden die Ventile sofort verbogen bei nem Kontakt mit dem Kolben) wäre die Kompression auf dem jeweils betroffenen Zylinder sofort bei 0. Der Motor würde nicht anspringen und schon beim starten klingen wie ne Turbine (Anlasser dreht ja dann ohne Widerstand).

ICH würde das defekte Teil ersetzen, den Zahnriemen auflegen, Steuerzeiten PENIBELST kontrollieren (auch nochmal mit nem Schraubendreher durch die Kerzenbohrung, ob die OT Markierung auf dem Ritzel auch wirklich OT ist) und dann starten.

Entweder er brummt dann wieder wie er soll, oder er ist eh jetzt schon hin, dann kommt ihr um´s zerlegen nicht drumrum.

10cm Zahnrad, klopfgeräusche .... oha, Wasserpumpe beim letzten wechsel nicht fest angezogen ?

Es bleibt spannend ...

Ähnliche Themen

So, wollte Euch eine kurze Zwischeninfo geben: mein Bruder hat schlechte Nachrichten von der Werkstatt erhalten. Alle Zylinder sind ohne Kompression. Die Ventile müssen wohl, wie bereits befürchtet, aufgesetzt haben. Der Werkstattmeister vermutet, dass die Einlassventile geschrottet sind. Da es nur ein Zweimannbetrieb ist und jede Menge Autos auf dem Hof sind wird die Rep. noch etwas länger dauern, dann kann auch Genaueres über alle betroffenen Teile berichtet werden.

Ich war kurz in der Werkstatt als ich wegen anderer Sache in der Nähe war und habe mir das mal angesehen (hatte leider nicht viel Zeit). Der Werkstattmeister zeigte mir einen ziemlich verbogenen Aluring der Wasserpumpe. Der muss wohl zwischen Zahnriemen und eines der Zahnräder geraten sein. Die kleinen Umlenkrollen sind wohl auch ziemlich ausgehärtet und müssten ebenfalls gem. Werstattmensch ersetzt werden. Beim versuchten Motorstart hat dieser direkt ohne Widerstand durchgedreht. Der Zahnriemen soll etwa 10 Zähne übersprungen haben. Die Kosten werden auf 1.200 bis 1.300 Euro geschätzt, also eigentlich wirtschaftlicher Totalschaden bei einem 98er Cabrio mit 92.000 Km. Wie so etwas bei der recht geringen Laufleistung und dem Fahrstil meines Bruders (eher langsam unterwegs) passieren kann ist mir nach wie vor ein Rätsel.

Gemäss Werkstattmeister hätte der Wagen vom ADAC nicht mehr gestartet werden dürfen. Nach Aussage meines Bruders hat er dem ADAC seinen Verdacht auf übersprungenen Zahnriemen sehr deutlich am Telefon mitgeteilt, auch dass es nicht ratsam wäre den Motor noch zu starten. Der ADAC-Mensch, der dann vor Ort war bestand aber wohl darauf, dass der Motor nochmal gestartet wird bevor er den Kollegen mit dem Abschleppwagen holt. Der Werkstattmeister meint, dass dieser Startversuch wohl letztendlich zum Totalschaden geführt hat. Ich denke damit dürfte das Weihnachtsfest für meinen Bruder gelaufen sein.

Meint Ihr, dass man den ADAC hier regresspflichtig machen kann? Wenn man einen Verdacht äußert, dass der Schaden durch einen übersprungenen Zahnriemen herrührt, sollte eigentlich jeder normal denkender Mensch, der auch nur ansatzweise Ahnung von Motoren hat die Finger vom Zündschlüssel lassen, oder etwa nicht?

Ich werde weiter berichten.

Gruß, Uwe

ja richtig aber der ADAC Mann konnte ja nuir gewinnen! Immerhin war der Wagen schon liegen geblieben. Weil der Schaden schon war.

Moin!
Ausserdem gehört der ZR bei dem Modell alle 4 Jahre ODER 60 Tkm getauscht, je nachdem was früher eintritt.
Mfg Ulf

Der Riemen war wohl 3 Jahre alt Uller. Die Pumpe?
Schade drum, so eins such ich...

richtig, gem. Aussage meines Bruders ist der Zahnriemen vor ca. 3 Jahren erneuert worden.
Ich habe mal die Bildersuche bemüht und bin auf einen Astra-F gestoßen, dessen "Aluring" der Wasserpumpe ebenfalls stark deformiert ist (wenn auch etwas heftiger als am Astra meines Bruders).

Seht mal hier:
http://www.google.de/imgres?...

Es scheint sich um den gleichen Motor zu handeln.
Kann mir einer erklären, was da eigentlich mit der Wasserpumpe passiert, dass dieser Aluring so zerfleddert wird. Kann dies die Ursache für die übersprungenen Zähne sein oder ist es eher ein Folgeschaden daraus?

Meine Theorie geht ja in die Richtung, dass sich der Aluring ablöst, dann zwischen Zahnriemen und Scheibe verkeilt und durch die plötzliche Blockade der Riemen weiter durchrutscht mit den bekannten Folgen an den Ventilen. Wie seht Ihr das?

Gibt es an dieser Motorausführung spezielle Schwachstellen im Bereich der Wasserpumpe und des Zahnriemens?
Kann man hier überhaupt Einfluss nehmen? Es hat sich schließlich vorher nichts angekündigt, außer dass der Motor aus meiner Sicht (fahre einen BMW E46) sehr spät auf Temperatur kommt.

Mein Bruder ist noch am Überlegen, ob er den Wagen reparieren lässt. Ich schätze, dass er es tun wird, trotz des wirtschaftlichen Totalschadens. Nur wäre es dann später gut zu wissen, wo hier die Ursache liegt und was man ggf. beim Fahren des Autos beachten sollte. Da ich aus dem BMW-Lager komme weis ich nicht, ob es hier am Opel Astra F 1,8 16V-Motor spezielles zu beachten gibt.

Danke schonmal für Eure Ratschläge.

Gruß, Uwe

Moin!
Sagen wir mal so, Zahnriemen auf den aufgelösten Ring aufgelaufen und dann komplett zerstört und die Reste durch den ZR- Trieb auch noch durchgezogen und ZR übergesprungen.
Die Frage ist eher wo kam die Pumpe her? QH? das hatte ich beim C14NZ nämlich genauso, ZR, Spannrolle, Wapu und Thermostat Tausch, dann keine 10 Tkm Kopfdichtung hin, also Kopfdichtung neu und ZR NEU, aber Pumpe blieb drin, keine weiteren 10 Tkm ZR übergesprungen (1 Zahn) und Pumpe an der gleichen Stelle hin/aufgelöst, es ist übrigens verzinkter Stahl, kein Alu . Bilder sahen bei mir genauso aus, 1/4 der Führung war noch dran. Also nochmal Pumpe und ZR-Kit rein und gut, Kopf hatte es überlebt und ist wohl auch schon weit über 20 Tkm her (Anfang 2010).
Mfg Ulf
P.S. Wenn der wirklich sehr spät auf Temp. kommt, einfach mal das Thermostat tauschen, ist bei dem Motor in der Frühstückspause gemacht.

Zitat:

Original geschrieben von mozartschwarz


Der Riemen war wohl 3 Jahre alt Uller. Die Pumpe?
Schade drum, so eins such ich...

Moin!

Wat suchst du und findest nich? Z.B. nen ollen EPC 4 hätte wohl nächste Woche mehr als über.😁

Mfg Ulf

so, für alle, die es interessiert möchte ich Euch nun informieren wie es nun weitergegangen ist.

Mein Bruder hatte sich trotz wirtschaftlichen Totalschadens (98er Baujahr) für die Instandsetzung entschieden, da für das Wunsch-Cabrio, welches das Astra-Cab. ablösen sollte noch nicht genügend zusammengespart war.

Der Wagen war ca. 3 Wochen in der Werkstatt (Zweimannbetrieb) wg. Ausfall des zweiten Meisters, Privattermine u. anderer Probleme (Motor ließ sich nach dem Zusammenbau angeblich nicht starten) u. wurde kurz vor Weihnachten fertig.

Es wurden die 8 Einlaßventile erneuert, da diese ja angeblich aufgeschlagen hatten. Außerdem wurde WaPu und Zahnriemen erneuert. Nebenbei wurde noch der Zyl.kopf aus- und eingebaut u. die Zyl.kopfdichtungen erneuert, weiterhin Ölwechsel und Kühlerfrostschutz.

Die Rechnung belief sich auf ca. 1.200 Euro. Weihnachten war somit für meinen Bruder gelaufen.

Wir haben uns die ausgetauschten Teile aushändigen lassen und ich habe mal diverse Fotos gemacht (siehe Anhang).

Der Zahnriemen selbst sah noch ok aus, keine Altersrisse oder Ähnliches. Er war ja erst 3 Jahre drin und mein Bruder fährt nur ca. 3.000 - 5.000 km pro Jahr mit dem Fahrzeug (akt. KM- Stand ca. 94.000 km). Es ist an einer Seite ein leichter Abrieb zu sehen auf ca. 5 cm Länge (siehe Detailaufnahme). Ob das jetzt beim Ausbau passiert ist oder ob hier möglicherweise der verbogene Ring der Wasserpumpe hereingeraten ist kann ich nicht beurteilen.

Der Schaft der Einlaßventile ist bei den meisten leicht S-förmig gebogen. Ich gehe mal davon aus, dass die eigentlich gerade sein sollten. Das ist dann wohl vermutlich die Folge des vermeintlichen Aufsetzers. Die schwarze Kruste lässt sich teilweise mit dem Fingernagel abkratzen. Das scheint wohl festgebrannter Ruß zu sein. Interessant ist nur, dass das bei einigen Ventilen mehr und bei anderen weniger verschmutzt ist.

Für mich ist immer noch rätselhaft, was es mit dem verbogenen Ring von der Wasserpumpe auf sich hat, der aus meiner Sicht die Ursache des Ganzen ist. Was ist das für ein Ring (wozu wird der benötigt und wo sitzt der eigentlich an der Wasserpumpe?) und warum löst sich das Teil einfach ab? Das scheint ja wohl kein Einzelfall zu sein, dass der sich löst, wie man am verlinkten Bild meines Beitrages vom 11.12.11 entnehmen kann. Die Werkstatt hatte keine Erklärung hierfür.

Wie kann man ein solches Ablösen des Rings verhindern?

Mein Bruder erwähnte nun , dass es bereits im Vorfeld merkwürdeige Klackergeräusche im Leerlauf gegeben haben soll. Die Werkstatt wurde mal darauf angesprochen, jedoch war nichts festzustellen (Vorführeffekt). Auch ich kann von teilweise merkwürdigen Geräuschen im Leerlauf berichten, aber auch teilweise bei langsamer Fahrt im 1. Gang oder Rückwärtsgang. Ich fahre den Wagen aber auch nur äußerst selten. Könnten das bereits die ersten Anzeichen einer ablebenden Wasserpumpe gewesen sein?

Mein Bruder berichtet weiterhin, dass vor der Rep. das Fahrzeug nur sehr langsam auf Temperatur gekommen ist (trotz Thermostaterneuerung). Nun sei wieder alles in Ordnung.

Hat einer eine Erklärung zu dem Vorfall? Wie oft wechselt Ihr die Wasserpumpe? Muss das nicht bei jedem Zahnriemenwechsel mit erledigt werden oder gibt es da irgendwelche anderen Fristen zu beachten?
Ich hoffe, dass hier jemand fachkundigen Rat geben kann.

Gruß, Uwe

Alle Teile
Ventile
Ventile Unterseite
+2

Bei Bedarf kann ich auch noch ein paar Detailaufnahmen nachliefern, wenn ich wieder bei meinem Bruder bin.

Gruß, Uwe

der ring an der wasserpumpe ist eigentlich als führung gedacht, damit der zahnriemen in richtung bleibt und nicht von der wapu rutscht wenn zum beispiel nich korrekt montiert wurde, der ring zentriert praktisch den riemen im riementrieb
wenn der sich löst, ist normalerweise genietet oder geschraubt, kann das eigentlich nur an altersbedingter materialermüdung, material- oder nem montagefehler liegen

in der tat sollten die ventile grade sein 😁

aber bei der ventilverformung das ganze ohne neue führungen zu verbauen, ist entweder en glücksspiel oder die sicherheit für den nächsten motorschaden wenn eine der führungen sich verabschiedet

Zitat:

Original geschrieben von alex_astragt


der ring an der wasserpumpe ist eigentlich als führung gedacht, damit der zahnriemen in richtung bleibt und nicht von der wapu rutscht wenn zum beispiel nich korrekt montiert wurde, der ring zentriert praktisch den riemen im riementrieb
wenn der sich löst, ist normalerweise genietet oder geschraubt, kann das eigentlich nur an altersbedingter materialermüdung, material- oder nem montagefehler liegen

in der tat sollten die ventile grade sein 😁

aber bei der ventilverformung das ganze ohne neue führungen zu verbauen, ist entweder en glücksspiel oder die sicherheit für den nächsten motorschaden wenn eine der führungen sich verabschiedet

Danke für Deine Erklärung. Ich hoffe doch, dass die Werkstatt da neue Führungen eingebaut hat. Kann man das auf die Schnelle irgendwie erkennen? Ich weiß nicht ob alle Teile in der RG aufgeführt sind, jedoch lese ich hier auch was von "6 St. Sicherungskeil" und neben den Materialkosten von 8 Einlassventilen auch die Pos. "Einlassventile erneuern (komplett)". Möglicherweise ist das da schon enthalten.

Geht man mal davon aus, dass die WaPu beim letzten Zahnriemenwechsel auch erneuert worden ist, wäre sie ja auch jetzt 3 Jahre da drin. Das wären also max. 15.000 km. Materialermüdung würde ich da ausschließen. Eher dann Materialfehler. Es sei denn die Werkstatt hat beim letzten Zahnriemenwechsel die WaPu nicht mit erneuert 😰

Deine Antwort
Ähnliche Themen