Wie lange sollte man ein Fahrzeug fahren? Wann wird es teurer ein Fahrzeug zu behalten?
Hallo Allerseits,
über die Firma habe ich mir einen Golf 7 bestellt. Mir ist aufgefallen, dass die Full-Leasing-Gebühr (Leihgebühr, Reparaturen, Sprit, Reifen, Steuer, Versicherung, Ersatzwagen, alles mit drin) steigt, wenn man das Fahrzeug bei 30.000 km Fahrleistung im Jahr länger als 4 Jahre behält.
Das soll heißen, wenn ich den Golf für 4 Jahre inkl. 30.000 km für 4 Jahre fahren möchte, kostet er mich sagen wir mal 800€ im Monat, wenn ich das Fahrzeug aber 4 Jahre und einen Monat fahre, kostet er mich pro Monat 805€.
Am Ende der Leasing-Zeit habe ich die Möglichkeit das Fahrzeug abzukaufen. Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, ist das überhaupt wirtschaftlich? Um diese Frage im Detail zu beantworten, müsste man wissen, was das Fahrzeug nach 4 Jahren kosten wird. Da aber immer marktübliche Preise verlangt werden, würde ich dies gerne unabhängig von dem Kaufpreis nach 4 Jahren betrachten.
Wie lange sollte man ein Fahrzeug fahren? Wann wird es unwirtschaftlich. Wann fährt man günstiger, wenn man das alte Fahrzeug abstößt und stattdessen sich ein neues kauft?
Es geht mir bei dieser Diskussion nicht darum ein anderes gebrauchtes Fahrzeug oder einen Jahreswagen zu kaufen. Mir geht es tatsächlich nur um den Fall wie lange sollte man ein neu gekauftes Fahrzeug behalten.
Hier im Forum gibt es viele User die ihre Fahrzeuge schon nach kurzer Zeit verkaufen. Wenige schreiben, dass sie über 300.000 km mit einem Fahrzeug fahren.
Ich würde gerne Eure Meinung hören, wie lange man ein Fahrzeug fährt inkl. einer Begründung damit man mit der Antwort auch etwas anfangen kann.
Gruß
Beste Antwort im Thema
Ich denke, dass sich eine Reparatur immer lohnt.
Sofern man hinterher noch TÜV bekommt.
Wenn ich daran denke, was mein Golf VII gekostet hat, dann hätte ich meinen Golf IV bestimmt 4x komplett neu lackieren und 3 neue Motoren mit Getriebe und 3 Mal die Inneneinrichtung komplett tauschen können...
Ich glaube die Anschaffung eines neuen Autos hat immer mehr mit dem "haben will"-Effekt, als mit der Wirtschaftlichkeit zu tun...
Wie unzuverlässig muss denn ein Auto sein, damit ich mehr als 35.000€ an Reparaturkosten reinstecken muss, damit es wieder zuverlässig fährt?
Mir fällt da auf die Schnelle kein Bauteil ein, das so teuer ist...
Klar... Mein G7 fährt deutlich günstiger und schneller von A nach B als mein G4...
Aber wann soll sich das denn rechnen?
68 Antworten
Zitat:
@Timmerings Jan schrieb am 4. Juni 2015 um 18:51:52 Uhr:
Du hast also den Unterschied zwischen Verbrauchs-Ausgaben und Investitionen wirklich nicht kapiert, oder willst ihn nicht kapieren. Dein Problem.
Da du den Unterschied schon kennst, muss ich ihn dir nicht erklären 😉
Ein Fahrzeug ist ein "Verbrauchsausgabe"
Ich kaufe ein Haus, investiere Geld in selbiges und wohne darin. Bestenfalls bis man mich früher oder später mit den Füßen zuerst hinausträgt.
Bei einem Fahrzeug ist das anders, das nutze ich eine Zeit und dann muss (oder in meinem Fall, möchte) ich es ersetzen...
Zitat:
@Timmerings Jan schrieb am 4. Juni 2015 um 18:51:52 Uhr:
Und wenn du dein Auto gerade nicht siehst, hast du auch keins, oder wie jetzt?
Dein Vergleich hinkt... Wenn du im Rewe einkaufst, dann möchte ich Mal sehen, wie du dein Auto in die Kasse stopfst 😉
Zitat:
@Timmerings Jan schrieb am 4. Juni 2015 um 18:51:52 Uhr:
Es nutzt dir, dass du die Sache selbst hast. Und dass du, wenn es denn wirklich nötig ist, es für eine ordentliche Summe Geld verkaufen kannst. Auch das ist im Zweifel mit einem halbwegs aktuellen Fahrzeug einfacher als mit einem volljährigen Rosthobel.
Dann wisch dir Mal die Augen, such die Rechung deines Fahrzeuges heraus und nun geh Mal damit zu einem Händler und frag ihn was du dafür bekommst... Du wärst über die Preisdifferenz überrascht...
Wenn ich meinen Golf mit seinen knappen 5.000km zum Händler bringe, dann bekomme ich da keine 35.000€ für... Aber das ist ja kein Problem, die Differenz erstattest du mir bestimmt 🙂
Übrigens: Mein Golf ist einem Autohaus noch ca. 20.000€ wert wenn ich ihn so wie er ist, drei Monate alt in Zahlung gebe... Na herzlichen Dank auch 😁
15.000€ ist schon ein herber Wertverlust für 3 Monate und 5.000km 😛
Übrigns: An dem Auto ist nichts dran... Also es fehlt nicht der Motor oder so, was einen solchen Preisverfall rechtfertigen würde...
Aber darum sollte es hier nicht gehen 🙂
An die, die sich das schönreden möchten.
Nun nehmt Mal euer altes, fahrbereites Auto und rechnet Mal wie lange ihr das für den Preis eines anderen Gebrauchtwagen / Neuwagen noch fahren könnt...
Da enden die Zahlenspiele recht schnell... 🙂
Just my 2ct... Ich werde sie in Sachwerte investieren und diese verkaufen wenn ich sie wieder brauche... Hoffentlich bekomme ich die 2ct wieder raus... 😁
Naja, deswegen verkauft man auch einen Neuwagen nicht nach nem halben Jahr sondern nach 3-4 Jahren. Wie schon gesagt, laut VW ist der Wertverlust in den ersten 4 Jahren nur knapp über 100€ pro Monat höher als der vom 5 bis 8 Jahr. Und an diesen knapp über 100€ kann man diverse Kosten noch abziehen.
Ohne Reparaturkostensupergau zahle ich also für 4 Jahre ab Neuwagen ca. 2500€ mehr pro Auto als wenn ich einen 4 Jahre alten Gebrauchten kaufe und den 4 Jahre fahre.
Zitat:
@Crusoe86 schrieb am 4. Juni 2015 um 20:39:24 Uhr:
Da du den Unterschied schon kennst, muss ich ihn dir nicht erklären 😉Zitat:
@Timmerings Jan schrieb am 4. Juni 2015 um 18:51:52 Uhr:
Du hast also den Unterschied zwischen Verbrauchs-Ausgaben und Investitionen wirklich nicht kapiert, oder willst ihn nicht kapieren. Dein Problem.
Ein Fahrzeug ist ein "Verbrauchsausgabe"
Nicht nur musst du mir den Unterschied nicht erklären; du kannst und solltest es auch niemand sonst erklären, denn deine Erklärung ist, wie man an deiner Anwendung derselben erkennt, totaler Unsinn. Verbrauchsausgaben sind solche Sachen wie Sprit, Steuern, Essen etc. Also Geld, für das du nichts bekommst, was du überhaupt noch verkaufen könntest.
Ein Neuwagen, ordentliches Werkzeug oder eben ein Haus: das sind Investitionen. Dafür bekommst du Dinge, die du zwar eher ziemlich lange nutzen als bald wieder verkaufen willst, bei denen das aber immerhin möglich und unter Umständen sinnvoll ist.
Zitat:
Ich kaufe ein Haus, investiere Geld in selbiges und wohne darin. Bestenfalls bis man mich früher oder später mit den Füßen zuerst hinausträgt.
Und du kaufst ein Auto, investierst Geld in selbiges und fährst darin. Bestenfalls bis einer von euch beiden das Zeitliche segnet.
Zitat:
Bei einem Fahrzeug ist das anders, das nutze ich eine Zeit und dann muss (oder in meinem Fall, möchte) ich es ersetzen...
Daran ist rein gar nichts anders, außer vielleicht die geplante Haltedauer des Investitionsguts. Häuser halten nämlich auch nicht ewig, und auch sie müssen manchmal ersetzt werden (zu klein wegen Kindern, zu weit weg von der neuen Arbeit, zu groß fürs Alter, ...), genauso wie Autos.
Zitat:
Dann wisch dir Mal die Augen, such die Rechung deines Fahrzeuges heraus und nun geh Mal damit zu einem Händler und frag ihn was du dafür bekommst... Du wärst über die Preisdifferenz überrascht...
Interessant, was du alles über mich, und das, was mich noch überraschen kann, zu wissen glaubst.
Zitat:
Wenn ich meinen Golf mit seinen knappen 5.000km zum Händler bringe, dann bekomme ich da keine 35.000€ für...
Wenn du gelegentlich mal lesen würdest, was ich schreibe, wüsstest du, dass ich das auch nirgends behauptet habe. Tatsächlich war ich hier mit der erste, der mit starken Worten speziell auf den horrenden Wertverlust bei Neuwagen hingewiesen hat.
Diese Diskussion kommt dann dabei heraus, wenn einer der nur aufs Konto schaut auf einen Betriebswirt trifft ... 🙄
Und das da
Zitat:
@Timmerings Jan schrieb am 4. Juni 2015 um 14:32:53 Uhr:
Genauso unsinnig ist es, wie in einer anderen Antwort hier geschehen, die jährlichen Spritkosten stumpf in die Rechnung für einen wirtschaftlichen Totalschaden einzubeziehen. Wenn überhaupt, kann da nur die Änderung dieses Postens eine Rolle spielen, die z.B. durch ein eventuell sparsameres Neufahrzeug zustande kommt.
war von mir natürlich nicht wirklich ernst gemeint ... 🙂 ... Ich wollte nur die Betrachtung des Restwertes in Bezug auf Ausgaben zur weiteren Nutzung etwas überspitzen ... 😉
Ich gebe Die ja sogar recht, wenn Du schreibst, dass man nur die Änderung des Postens betrachten darf. Dann sollte man das natürlich für sämtliche Verschleißteile machen, da diese ja irgendwann auch bei einem neue(re)n Auto anfallen werden. Sie kommen dann halt einfach später. Aber um das zu erreichen hat man vorerst noch viel mehr Geld ins andere Fahreug investiert.
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In den 1980ern, also zu Golf II-Zeiten war ich immer der Auffassung, der optimale Zeitpunkt für den Fahrzeugwechsel sei spätestens dann erreicht, wenn als Zuzahlung für den Neuen erheblich weniger in Bar fällig wurde als der Händler für den Alten als Inzahlungnahmepreis kalkuliert hat. Blieb man in der gleichen Fahrzeugklasse, klappte das damals auch immer ganz gut. Mit Zuzahlungen im Bereich von 5 - 6000 deutschen Mark nach zwei bis drei Jahren, war der Wertverlust so immer noch zu vertreten und mit dem Ansparen war es u. a. aufgrund der damaligen Fahrzeugpreise auch nicht so ein Akt wie heute 🙂😎. So jedenfalls meine Erinnerung. Ist der Alte weniger wert als das neue Wunschfahrzeug, hat man schon zu lange gewartet.
Von 1984 - 1992 hatte ich so vier (!) Golf II (Golf C 1.3, Golf Diesel 1.6, Golf GT Special 1.8 erstmals mit Katalysator und zuletzt einen Golf Manhattan 1.8 ebenfalls mit 90 PS).
Leider ist sowas heute natürlich nicht mehr machbar... 🙁. Schön war die Zeit damals: Alle zwei bis Jahre ein bar bezahlter brandneuer Golf 🙂. Unter 10.000 € Zuzahlung läuft heute meiner Erfahrung nach aber leider so gut wie nichts. Zumindest mir fiel es vor 30 Jahren leichter, in 2 - 3 Jahren 5.000 Mark anzusparen als heute 5t €. Vielleicht sollte ich mal den Arbeitsplatz wechseln 😉. Den meisten wird es aber sicher ähnlich gehen. Daher ist heute für fast alle, die einen Neuwagen nur 3 oder 4 Jahre fahren möchten, eine Finanzierung mit überschaubaren Raten und akzeptabler Anzahlung im "1980er Jahre Zuzahlungsbereich" meiner Ansicht nach noch eine vernünftige Vorgehensweise (idealerweise inclusive Garantie für den vereinbarten Zeitraum und inclusiver aller Wartungen).
Falls es nicht zwingend ein Neuer werden muß und man das erforderliche Kleingeld irgendwann doch mal zusammengespart hat, sollte man vielleicht alternativ nach einem 2 oder 3jährigen gut gepflegten Wagen Ausschau halten, den vorsichtig und pfleglich behandeln und hoffen, dass in Zukunft kostspielige Reparaturen die Ausnahme bleiben. Wie runtergerockt so ein gutes Stück nach 12, 13 Jahren ist und wie hoch der Reparaturbedarf ist, hat man dann ja zumindest teilweise selbst in der Hand.
Zitat:
@DPLounge schrieb am 5. Juni 2015 um 11:59:35 Uhr:
… Zumindest mir fiel es vor 30 Jahren leichter, in 2 - 3 Jahren 5.000 Mark anzusparen als heute 5t €. …
Da die damaligen 5.000 DM von 1985 durch Preissteigerung ziemlich exakt den heutigen 5.000 € entsprechen, muss das an was anderem liegen 😁
Autos sind vor allem durch mehr Gimmicks ziemlich teuer geworden, ausstattugsbereinigt sind sie aber eher günstiger geworden. Zudem sind aktuelle Finanzierungskosten DEUTLICH günstiger als vor 20, 30 Jahren.
Wenn man nur das Geld betrachtet ist es wahrscheinlich am günstigsten, ein Auto möglichst lange zu fahren. Ich mache das nicht und hatte in den letzten 30 Jahren 30 Autos. In den letzten 25 nur eins, das älter als vier Jahre war, keins das mehr als 90 TKM gelaufen hatte.
Ich würde nie auf die Idee kommen, finanziell ein aktuelles Auto mit einer 10, 20 30 Jahre alten „Möhre” zu vergleichen. Das funktioniert schon aufgrund der Funktionalität nur bedingt. Ich gönne mir da gerne das aktuelle. Ich trage auch keine 20 Jahre alten Hemden, Hosen oder Jacken, obwohl es vielleicht mit einem Flicken noch gehen würde 😉
Zitat:
@ziemtstein schrieb am 4. Juni 2015 um 07:53:50 Uhr:
Das waren noch Zeiten, Taubitz kann sicher mit seinem Bora davon berichten.Kann man einen 4er Golf vergleichen mit einem 7er Golf. geht das überhaupt noch.
Man kann einen Wagen solange fahren, wie er rollt. Über 10 Jahre bin ich alte Honda gefahren. Habe nichts mehr investiert in "Luxusreparaturen". Die Klima war hinüber, na und ... war egal, der Wagen rollte.
Gleiches beim Octavia 2 der 16 Jahre über Deutschlands Asphalt rollte, Klima kaputt.Und wie viele Autoradios waren drin, zwei, drei... ja im Aldi eins geholt für 70 € eingebaut und fertig.
Ja die Bremsen, ruckzug repariert und selbst mit Hand angelegt, Kosten, niedrig...
Glühbirne wechseln, 1€ an der Tanke, fertig.
Die Batterie hinüber ab zu Max Bahr einen Fuffi hingelegt und selbst eingebaut. Heute Zwangsaufenthalte in der Werkstatt zum N E U C O D I E R E N..... So einfach und so billig war das mal, vorbei issesHeute???
Glühbirnenwechsel selbst? Fehler rauscodieren? Welche Hausfrau kann das selbst?
Radio wechseln für 29€? Heute ist da wohl Minimum einen 1000€ fällig.Auspuff selber abschrauben....
Ich denke mal sind die Autos nicht unzuverlässiger als vor 10 Jahren, aber gefühlt ist jede winzige Reparatur unverhältnismäßig teuer als damals.Genau das wird wohl gewünscht.... Reparatur und Werterhalt bringen dem Autokonzern nichts....
Kaufe neu.
PS: Wer böse denkt, das alle ihre Konzerne ihre Fahrzeuge unwirtschaftlich reparierbar machen.... wird recht haben.
Die Prognose... Irgendwann wird es nur noch Privatleasing mit Vollservice und hohen Raten geben...weil sich niemand mal so schnell eine Radioreparatur für 2000€ leisten kann oder weil bei Nichtreparatur das Auto irgendwann komplett streikt, der Elektronik sei dank.
Wird Zeit die Software im Auto endlich offen zu gestalten. Wie bei den Smartphones. Dann wären viele Probleme gelöst da eine community dahinter steht.
Rein wirtschaftlich gibt es denke ich wenige Gründe dagegen, ein Auto so lange zu fahren bis es auseinander fällt. Mein noch aktuelles Gefährt, ein Ford Fiesta aus 2003 mit der allereinfachsten Ausstattung (3 Türen, keine elektrischen Fensterheber, keine elektr. verstellbaren Spiegel, keine Zentralverriegelung ...) mit 68 PS geht nächsten Monat in den Besitz meiner Eltern über mit inzwischen über 300.000 km auf der Uhr. Da wurden im Dezember mal die Einspritzdüsen erneuert und eine neue Batterie kam rein, ansonsten war in den gut 5 Jahren die ich den Wagen jetzt fahre (gekauft mit 117.000 km) lediglich der Temperaturfühler von der Motortemperatur hinüber und eine neue Lichtmaschine ist drin. Und wenn er 2 Türen mehr hätte würde ich ihn auch nach wie vor noch fahren.
Eingetauscht beim Neukauf wurde ein Fiat Tipo meines Vaters aus 1989, und der lief soweit auch noch problemlos, also für sein Alter. Klar, die Unterhaltskosten sind bei einem alten Fahrzeug in der Regel etwas höher, dafür kann man da vieles noch selber machen.
Ich denke wer sich ein Auto in dieser Altersklasse kauft wird damit auch nicht jedes Jahr zur Inspektion fahren, wenn überhaupt. Da übersteigen die Inspektionskosten ja zum Teil schon den Wert des Fahrzeugs. Und Scheckheftgepflegt dürften da auch sowieso die wenigsten sein.
Zitat:
@Leijona schrieb am 5. Juni 2015 um 13:39:52 Uhr:
Rein wirtschaftlich gibt es denke ich wenige Gründe dagegen, ein Auto so lange zu fahren bis es auseinander fällt. Mein noch aktuelles Gefährt, ein Ford Fiesta aus 2003 mit der allereinfachsten Ausstattung (3 Türen, keine elektrischen Fensterheber, keine elektr. verstellbaren Spiegel, keine Zentralverriegelung ...) mit 68 PS geht nächsten Monat in den Besitz meiner Eltern über mit inzwischen über 300.000 km auf der Uhr.
Kurz nach dem Verkauf unseres Fiestas Ende der neunziger Jahre wurde uns noch nachträglich ganz Angst und Bange, nachdem wir erfuhren, was uns im Falle eine Unfalls hätte blühen können.
Der ADAC(?) testete damals praktisch "unser" Fahrzeug mit ähnlichem Alter (ca. 12 Jahre), augenscheinlich voll in Schuss, mit TÜV, als Beispiel für einen älteren Kleinwagen. Das Ergebnis war katastrophal, denn bei dem simulierten Frontalzusammenstoß hatte es buchstäblich die gesamte Karosserie zerbröselt. Die Ursache war offensichtlich starke Materialermüdung, die im täglichen Gebrauch und auch beim TÜV offenbar nicht zu erkennen war.
Dies hatte uns die Augen geöffnet, dass neben der Berücksichtigung des allgemeinen Fortschritt in der Sicherheitstechnik auch solche Aspekte bei der Entscheidung, wie lange ein Auto gefahren werden sollte, spielen sollten.
TÜV ist sowieso so eine Sache. Die beanstanden ja nicht mal 10 Jahre alte Reifen auf einem 10 Jahre alten Auto, wenn diese noch ausreichend Profil haben, weil nur wenig gefahren wurde und im Winter immer korrekt Winterreifen montiert wurden. Sollten die auch 10 Jahre alt sein, fällt sowas frühestens dann auf, wenn der gute Gebrauchtwagen mit 2 Jahren TÜV verunfallt irgendwo im Graben liegt.
Schon bedenklich... 😕. Seitdem ich sowas bei Besichtigung eines Gebrauchtwagens mit frischem TÜV von Privat mal erleben durfte, habe ich sowieso Bedenken, was das Qualitätssiegel "TÜV" angeht. Und wer weiss, ob Stoßdämpfer und andere Fahrwerkskomponenten (-> Stichwort "Materialermüdung"😉 dort immer so penibel untersucht werden wenn der TÜV-Prüfer schon bei den Reifen auf beiden Augen blind ist!?
Keine Frage, dass neue Fahrzeuge höhere Sicherheitsreserven bieten. Zumal Besitzer neuerer Fahrzeuge vieles einfach auch genauer nehmen.
Das ein Neuwagen ein Plus an Sicherheits gegenüber einem 12 Jahre alten Gebrauchtwagen bietet ist doch ganz klar, alles andere wäre auch ziemlich katastrophal. Das einzige wo mein Basis-Fiesta mehr bietet (bzw. geboten hat, weil inzwischen auch ausgetauscht) gegen einen absoluten Basis-Golf war das Kassettenradio, beim Golf muss man ein Radio ja erst noch extra dazukaufen. Ansonsten ist da heutzutage doch Zentralverriegelung, Funkfernbedienung, Klimaanlage, elektrische Fensterheber, elektrische Spiegel und so alles schon Serie, und ähnlich geht der Fortschritt ja auch bei der Sicherheit.
Ist deswegen jetzt jeder mit einem Golf IV auf Deutschlands Straßen eine Gefahr für die Menschheit? Vermutlich, denn Xenon hat der ja auch nicht. (Vorsicht: Ironie)
Ich denke, es hängt immer auch ein wenig von der aktuellen Situation ab. Ich bin 4 Jahre lang 86 km einfache Strecke zur Arbeit gependelt, der Wagen hatte am Ende einer Woche 1.000 km mehr auf dem Tacho. Diese Strecke bin ich zeitweise auch mit einem Ford Mondeo MK 1, eine Renault Twingo aus 1993 und dem o. g. Fiat Tipo gefahren. Sicherlich merkt man da schon einen gehörigen Unterschied und wer das Auto häufig nutzt, für den macht es schon Sinn, den Wagen je nachdem "regelmäßig" zu wechseln. Denn je komfortabler das Reisegefährt, desto mehr kann ich mich auf den Verkehr konzentrieren. Alleine als ich heute Nachmittag nochmal eine Runde mit meinem Fiesta gefahren bin, habe ich bei den Temperaturen um die 30° C schon die Klimaautomatik sehr vermisst und sehne dem Monatsende immer mehr herbei. Aber auch das sind alles Komfortsachen. Deswegen wird der Neuwagen immer noch nicht günstiger als das aktuelle Fahrzeug.
Meine Eltern hatten bis 2010 einen Mitshubishi Space Gear, Baujahr 2001. Der Wagen wurde damals gekauft, weil wir jedes Jahr mit 3 Kindern für eine Woche an die See gefahren sind, da wurde es in der C-Klasse-Limousine und dem Golf II schon mal kuschelig. War an sich auch ein ordentliches Auto, braucht man aber auch nicht mehr, wenn die Kinder irgendwann erwachsen sind und nicht mehr mit in den Urlaub fahren. Und dann sind 13 - 15 Liter Benzin auf 100 km sicher nicht wirtschaftlich. Da kommt dann vielleicht ein Neuwagen schon in Frage, der dann nur noch 5 Liter verbraucht, aber eben auch deutlich kleiner ist. Ich denke ein T 5 kommt sicher auch an seine 10 Liter, eher drüber. Vom Kaufpreis mal ganz zu schweigen. Somit ist auch diese Situation nicht wirklich vergleichbar.
Es müsste also schon verdammt viel anfallen, damit ein Neuwagen wirklich sich finanziell rechnet. Also jetzt mal abgesehen davon, dass es ein junger Gebrauchter mindestens genauso tun würde in den meisten Fällen. Es gibt sicher genügend andere Gründe, die für ein neues Auto sprechen, und wenn man wie bei meinen Eltern von einem Van auf einen Kompaktwagen umsteigt ist das sicherlich auch deutlich günstiger, hat aber vorrangig einfach den Grund, dass sich die Vorraussetzungen geändert haben.
Ein 10 Jahre alter Golf V würde mich vielleicht 15.000 € weniger kosten als mein jetzt neuer Golf VII. Da muss der Ver aber schon bald 3stellig verbrauchen und jedes Jahr einen Motorschaden haben, dass der auf die gleichen Kosten kommt.
Wer also bei seiner Rechnung zu dem Ergebnis kommt, dass ein Neuwagen die für ihn günstigste Möglichkeit ist Auto zu fahren, der rechnet sich verdammt viel schön. Selbst wenn ich mich jetzt entscheide, ob ich den Golf III oder den Golf IV kaufe, dürte mich der Golf III immer noch günstiger kommen, wenn die Vorraussetzungen vergleichbar sind, sprich ähnlicher Motor, ähnliche Ausstattung etc.
Zitat:
@Leijona schrieb am 5. Juni 2015 um 18:52:16 Uhr:
Wer also bei seiner Rechnung zu dem Ergebnis kommt, dass ein Neuwagen die für ihn günstigste Möglichkeit ist Auto zu fahren, der rechnet sich verdammt viel schön.
Ich denke, dass bei der Entscheidung für einen Neuwagen schlicht auch das "haben wollen" eine große Rolle spielt (so zumindest bei mir). Nicht alles muss nur rational entschieden werden, denn es werden ja auch sonst im Leben nicht alle Entscheidungen für kleinere oder größere Anschaffungen alleinig unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit getroffen.
Und noch etwas - ohne die Neuwagenkäufer gäbe es keine Gebrauchte auf dem Markt. :-)
Zitat:
@tvi schrieb am 5. Juni 2015 um 19:05:49 Uhr:
Ich denke, dass bei der Entscheidung für einen Neuwagen schlicht auch das "haben wollen" eine große Rolle spielt (so zumindest bei mir). Nicht alles muss nur rational entschieden werden, denn es werden ja auch sonst im Leben nicht alle Entscheidungen für kleinere oder größere Anschaffungen alleinig unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit getroffen.Zitat:
@Leijona schrieb am 5. Juni 2015 um 18:52:16 Uhr:
Wer also bei seiner Rechnung zu dem Ergebnis kommt, dass ein Neuwagen die für ihn günstigste Möglichkeit ist Auto zu fahren, der rechnet sich verdammt viel schön.Und noch etwas - ohne die Neuwagenkäufer gäbe es keine Gebrauchte auf dem Markt. :-)
Sicher das, ich habe mir ja auch einen Neuwagen gekauft. Ein vergleichbarer Golf V (ab 2005, bis 100.000 km) hätte mich keine 10.000 € gekostet, jetzt habe ich einen Golf VII für 20.000 € vor der Türe stehen. Das ist reines "haben wollen", mehr ist das nicht. Meinen Fiesta verkaufe ich auch nur, weil mir einfach hinten inzwischen 2 Türen fehlen, dass sich ein Diesel bei nur noch 11 km zur Arbeit auch nicht mehr rechnen ist ein ganz kleiner Nebeneffekt. Ich glaube bis ich die 20.000 € wieder raushätte wäre ich schon lange in Rente. Zumal sich der Fiesta auch nur knappe 6 Liter genehmigt im Stadtverkehr.
Ich wollte halt etwas neues. Und zwar so richtig neu neu. Und so habe ich mir halt einen Golf VII gekauft.
Ich habe in meiner Küche auch einen Kühlschrank für 700 € stehen, Begründung "Ich will einen Kühlschrank, der größer ist als ich". Da ich nun mal 1,97 m groß bin musste ein 2m Kühlschrank her. Ich freue mich zwar jedes mal über den vielen Platz, benötigen tue ich ihn aber die meiste Zeit doch nicht. Hach, wäre das Leben langweilig, wenn man alles nur rational entscheiden würde. Manche kaufen sich Neuwagen, andere haben 60 Zoll 3D Fernseher, andere fahren jedes Jahr groß in den Urlaub ... auf jeden Fall hat da am Ende jeder mehr von, wenn man das Geld irgendwie in Umlauf bringt, als wenn ich mich Dagobert nenne und in meinen Goldmünzen schwimme. Auch wenn gewisse Rücklagen immer vorhanden sein sollten, aber ich schweife zu sehr ab.
Von daher soll sich von mir aus jeder, der sich einen Neuwagen kaufen möchte, einen Neuwagen kaufen, wann und wie ausgestattet er möchte, solange er seinen Spaß dran hat. Wenn es jemand schafft, dass ganze ohne irgendwelche schönrechnereien rational zu begründen, darf er sich gerne bei mir melden. 🙂
Auf diesen Beitrag muss ich antworten. Bisher hatte ich bei allen Gebrauchten nur Ärger. Egal ob Privat oder vom Händler.
Ja, ich bin ein Autolegasteniker, ich höre am Klang des Fahrzeuges keine defekte. Ich prüfe im Motorraum, was ich prüfen kann, ich lasse die Inspektion machen, auch Tanken ist kein Problem. Reifen wechseln ist so das komplizierteste, was ich mir am Fahrzeug zutraue, für alles andere besuche ich eine Werkstatt oder den Schrauber um die Ecke.
Die Erfahrungen mit gebrauchten lassen mich Neuwagen fahren. Über die Firma geht das bezahlbar. Aufgrund von Familie musste ein größeres Auto her. Jetzt reicht wieder ein Golf, auf den ich mich schon sehr freue und diesen will ich eigentlich länger fahren.
Sorgen machen mir hier gelesene Aussagen wie: Rußpartikelfilter ist zwischen 120.000 und 150.000 km fällig (ja es gibt ausnahmen). Die Xenon-Brennen sind dann fällig, die Stoßdämpfer sollte man da tauschen, ...)
Wenn ich diese Reparaturen so zusammen zähle, frage ich mich halt, macht es trotzdem Sinn ein Auto mit 120.000 km nach 4 Jahren zu kaufen, bei dem ich den Vorbesitzer kenne (ich) und alle Mängel/Unfälle/Rämpler auch.
Das ist der Grund, warum mich dieser Thread interessiert und warum ich ihn ins Leben gerufen haben und das erklärt auch, warum ich Neuwagen kaufen und keine Gebrauchten.
Diese "Sorgenkandidaten" wurden in diesem Thread nicht ein mal erwähnt, daher ist mir jetzt klar, was sind alles Ausnahmen und werden nicht geballt auf mich zu kommen, und wenn doch, war es halt Pech.
Ich muss mir da nichts schönrechnen. Neuwagen sind schweineteuer und ein absoluter Luxus.
Wie dem auch sei, der Thread ist weiterhin hochinteressant.
Gruß
Zitat:
@BrownEyes schrieb am 5. Juni 2015 um 23:51:58 Uhr:
Sorgen machen mir hier gelesene Aussagen wie: Rußpartikelfilter ist zwischen 120.000 und 150.000 km fällig (ja es gibt ausnahmen). Die Xenon-Brennen sind dann fällig, die Stoßdämpfer sollte man da tauschen, ...)
Wenn ich diese Reparaturen so zusammen zähle, frage ich mich halt, macht es trotzdem Sinn ein Auto mit 120.000 km nach 4 Jahren zu kaufen, bei dem ich den Vorbesitzer kenne (ich) und alle Mängel/Unfälle/Rämpler auch.
Wenn du an einen seriösen Händler hast, dann lässt er normal nochmals alle Servicearbeiten vor dem Verkauf machen. Wenn er es nicht machen will, gibt es ebend 2 Möglickeiten wie du auch mit nem gebrauchten glücklich werden kannst.
1. Der Händler geht so weit im Preis runter, das du die evtl. anfallenden Reparaturen/Servicearbeiten durchführen lassen kannst.
oder
2. Du suchst dir ein anderes Auto wo die Arbeiten schon durchgeführt wurden.
Wer sagt dir das z.B. ein Xenonbrenner nicht nach 2 3/4 Jahren kaputt geht? Dann wird dir VW auch nichts bezahlen.