Was haltet ihr von den aufkommenden Handy-Blitzern?

Ich würde gerne eure Auffassung zu den jetzt aufkommenden Handyblitzern wissen.

Was viele nicht ahnen obwohl sie grundsätzlich etwas von den neuen Blitzern hörten, ist dass nicht nur das Handy am Ohr geahndet wird sondern -möglich da meist von halb oben auf Autobahnbrücken etc. geblitzt wird- auch das vermeintlich versteckte Nachrichten-checken auf dem Schoß.

Bei uns im Konzern führt es aktuell zu teils hitzigen Diskussionen unter den Kollegen.
So habe ich beispielsweise zwei Mitarbeiter, welche mich für meine -bis zum Einsatz der Blitzerapp- häufigen staatlichen Geschwindigkeitsmessungen sehr von Häme bis zu harscher Kritik ins Gebet nahmen, jedoch nun kategorisch und mit viel Aufstampfen gegen die Handyblitzer sind.

So hört man von ihnen als auch Vielen anderen meist Ausreden wie "wenn mal ein dringendes Telefonat kommt..." und zur Faulheit der Nutzung der bei uns eigentlich in allen Flottenwagen vorhandenen Freisprecheinrichtungen kreatives wie "...Bluetooth saugt mir doch binnen Stunden den Akku leer" oder ähnliches.

Ich persönlich halte die Handyblitzer sogar für sehr viel angebrachter als viele Geschwindigkeitsmessungen, da letztere -auch so kritisiert von der Gewerkschaft der Polizei- bei weitem nicht immer da stehen wo es Sinn hätte sondern oft da wo es am profitabelsten ist. Handynutzung hingegen lenkt immer ab und teils für Sekunden bei fahrendem Auto den Blick von der Gasse.

Ich bin mal gespannt wie viele der (..ihrer Eigendiagnose nach..) übergenauen Autofahrer, welche sonst ihre vermeintlich "rasenden Mitfahrer" kritisieren, es nun auf diese Weise Punkte bis vielleicht Teils hin zur Lappenabgabe einträgt.

Kurzum : Ich begrüße die Handy-Blitzer

...zugegeben nicht zuletzt auch weil es zwangsläufig zusätzlich ohnehin viel zu gering vorhandenes Personal bei den Geschwindigkeitsmessungen abzieht, welche seit dem Grundsatzurteil des OGH FFM aus 2019 in Aufbau, Durchführung und bürokratischer Abarbeitung als "hoheitliche Aufgabe" deklariert wurden und seither nicht mehr an externe Firmen out-gesourced werden dürfen sondern staatlich abgearbeitet werden müssen - kurzum : Es bestehen sehr begrenzte Kapazitäten zur Abarbeitung von Themen mit sehr kurzer Verjährungsfrist -> es wird noch mehr verfallen als jetzt bereits

143 Antworten

Selbst das hantieren eines Handys ist schon nicht erlaubt. Soweit mir bekannt.

Zitat:

@KapitaenLueck schrieb am 7. September 2022 um 17:10:02 Uhr:


Selbst das hantieren eines Handys ist schon nicht erlaubt. Soweit mir bekannt.

https://www.test.de/.../ Abschnitt "Urteile zur Handy-Nutzung im Auto". Man darf z. B. das Handy an einen anderen Platz legen, auch wenn es z. B. runtergefallen ist.

notting

... btw: Letztens mit der Dame nicht schlecht gestaunt. Vor uns im Auto blinzelte uns nicht nur eine Messenger an, nein, da war auch gleich die Kamerasession aktiv. ... und nein, das Phone war nicht in Richtung Beifahrer ausgerichtet sondern in Richtung Fahrer. Die Beifahrerin lehnte sich dann zwischendurch auch mal weit rüber, quasi vor's Lenkrad, um auch in die Cam zu grinsen.

Da hätte ich mir doch direkt das Kennzeichen gemerkt 😁

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Habe die Zeit heute mal genutzt mich ein bisschen weiter einzulesen. Es ist spannend was mit dem Handy im Fahrzeug erlaubt ist und was nicht

Gut jeder Laie weiß nun das telefonieren über die Freispreche erlaubt ist. Wohl bereits deutlich weniger wissen vermutlich dass beispielsweise der eben erwähnte Videocall selbst unter Nutzung der Freispreche und bei Handy in der Halterung explizit verboten ist.

Es wird aber noch interessanter.
So darf noch nicht mal der eingehende Anruf mit wisch auf dem Handy jedoch telefonieren über die Freispreche angenommen werden - bereits die Annahme muss über die Steuerung des Fahrzeuges oder der zugebauten Freisprecheinrichtung erfolgen, selbst wenn diese weiter weg liegt/hängt als das Handy.
Ebenfalls darf das Handy selbst bei stehendem Fahrzeug auf dem Parkplatz jedoch noch laufendem Motor nicht in irgendeiner Art händig bedient werden, da dies rechtlich die gleiche Fallhöhe hat wie bei 200kmh auf der AB.
Das Handy darf derweil aber auch beispielsweise bei den angegebenen 200kmh sofern das Fahrzeug die Anbindung unterstützt übers gekoppelte Infotainmentsystem bedient werden. Nachrichten/Mails lesen etc. ist hierüber erlaubt selbst übers Display in der Amaturenbrettmitte und auch das bedienen via des dortigen Touchscreen während der Fahrt stellt rechtlich aktuell kein Problem dar.

Da ist durchaus noch Nachschärfung notwendig 😉

Und noch interessanter wird’s mit Tablet

Mach es doch nicht so kompliziert.

Beim Autofahren hat das Handy in der Hand des Fahrers nicht zu suchen, egal was das Gesetz sagt.
Genauso wenig sollte man am Tablet des Autos herumspiele (siehe Innovision Cockpit im Touareg, der Monster-Screen in den akuellen Mercedes e-Modellen oder die Spielwiesen von Tesla) - auch wenn das Gesetz hier nichts Gegenteiliges sagt. Beide Hände an das Lenkrad und auf den Verkehr achten. Kann doch nicht so schwer sein. Man manchmal hat man echt den Eindruck die Menschheit ver*****...

Da kann man auch nicht wirklich anderer Meinung sein. Und wenn das Telefonat dann doch so wichtig ist, kann man auch kurz rechts ranfahren. Die Wahrheit ist die Meisten sind zu faul, machen sich um die Gefahren keinen Kopf und / oder überschätzen sich selbst.

Aber hier im Thread ging es ja nicht darum, was wir von elektronischen Gerät in der Hand während der Fahrt halten, sondern was wir von den Blitzern halten, die das Einhalten kontrollieren soll. Das muss man schon logisch trennen.

Und hier bleibt es aus meiner Sicht dabei:
Man muss zwischen den Freiheitsrechten und dem Kontrollwillen des Gesetzgebers abwägen. Wir sind kein Überwachungsstaat. Das hatten wir schon mal. War scheiße und ging schief.

Zitat:

@Julian44 schrieb am 7. September 2022 um 18:04:07 Uhr:


Mach es doch nicht so kompliziert.

Beim Autofahren hat das Handy in der Hand des Fahrers nicht zu suchen, egal was das Gesetz sagt.
Genauso wenig sollte man am Tablet des Autos herumspiele (siehe Innovision Cockpit im Touareg, der Monster-Screen in den akuellen Mercedes e-Modellen oder die Spielwiesen von Tesla) - auch wenn das Gesetz hier nichts Gegenteiliges sagt. Beide Hände an das Lenkrad und auf den Verkehr achten. Kann doch nicht so schwer sein. Man manchmal hat man echt den Eindruck die Menschheit ver*****...

..... sprach derjenige der hier über x-Posts diskutierte ob der Staat es nun wagen darf ihn versehentlich mit der Keksdose in der Hand statt dem Handy aufs Foto zu bannen - genau mein Humor ... 😁😁

nee, du musst es logisch trennen.
das sind zwei paar Schuhe.

Das ganze wird erst richtig interessant, wenn man sich die ganzen neuen Fahrzeuge anschaut.
Da geht fast nix ohne Touchdisplay.

Eigentlich kann man mit diesen Fahrzeugen gar nicht StVO konform unterwegs sein. Da ist das Thema Handy ja Kinderkram, da eindeutig ...

... oder doch nicht?

Wenn man sich die diversen Urteile mal anschaut, ist das rangehen ans Telefon noch erlaubt, sofern es fest mit dem Fahrzeug verbunden ist (Halterung). Man darf es kurz bedienen bzw. anschauen. Aber was ist kurz?
Es stellt sich ja auch die Frage, was mit den Headsets ist, welche ja als Freisprecheinrichtung mal akzeptiert waren.

Fragen über Fragen.

Beim Thema "Handy-Blitzer" denke ich, dass es viel zu spät kommt. Man sieht heutzutage eindeutig mehr Schlangenlinienfahrer wegen des ganzen Touchgeraffels in den Fahrzeugen und weniger, weil die ein Phone am Ohr haben.
Ich hatte in der letzten Zeit einige Mietwagen, wo ich mir dachte, was soll der Scheiß? Warum muss man für die Klimatisierung ins zigste Untermenü?! Auch ist die Bedienung mit Androidauto alles andere als intuitiv (CarPlay kenne ich nicht). Sprachsteuerung funzt auch nur, wenn man allein unterwegs ist. Allerdings fährt man hier auch oft im Blindflug, weil das System die Befehle oft nicht erkennt, vor allem wenn man nuschelt 😉.

Ich würde es persönlich begrüßen, dass alle relevanten Funktionen nur mit haptischen Feedback erlaubt sind. Dann würde sich das ganze Touchgeraffel von selbst erledigen. Das Urteil zum Teslafahrer macht das Hoffnung.

VG

Zitat:

@Julian44 schrieb am 7. September 2022 um 18:04:07 Uhr:


Und hier bleibt es aus meiner Sicht dabei:
Man muss zwischen den Freiheitsrechten und dem Kontrollwillen des Gesetzgebers abwägen. Wir sind kein Überwachungsstaat. Das hatten wir schon mal. War scheiße und ging schief.

Dann erklär mal den Unterschied zum profanen Geschwindigkeitsblitzer mit Foto?

Und wie hältst du es mit der Kennzeichenerfassung auf Parkplätzen von Supermärkten, die immer häufiger eingesetzt wird?

Gehst du dagegen auf die Straße?

Ach ja, hast du ein Android bzw. Apple Handy? Was machst du, damit Google bzw. Apple nicht dein Bewegungsprofil speichert?

Wie man sieht, ist es nicht ganz so trivial.

Ach ja, hast du ein Auto mit Notruffunktion? ja? Dann Glückwunsch, dein Hersteller weiß auch, wie, wann und wo du unterwegs warst.

Beim Staat machst du einen Aufriss, bei privaten Firmen ist es egal?

VG

Zitat:

Dann erklär mal den Unterschied zum profanen Geschwindigkeitsblitzer mit Foto?

Genau diese Diskrepanz die ich aktuell bei vielen im Bekanntenkreis und auch bei uns im Konzern zu dem Thema erlebe war für mich der Hauptausschlag heute hier diesen Thread zu öffnen.

So sind es erstaunlicherweise in auffallend vielen Fällen die gleichen Leute welche pauschal ein Hohelied auf alle Geschwindigkeitsblitzer singen oder gar noch mehr davon erbeten, in diesem Thema der Handy-Blitzer nun aber seeeehr dünnhäutig daher kommen und in vielen Fällen auf das Thema "Überwachung" zeigen.

Das in beiden Fällen Aufnahmen des Fahrers in der gleichen Situation -während der Fahrt- gemacht werden scheint für die Benannten kein Widerspruch dass es im einen Fall wohl okay erscheint und im anderen ein harter Persönlichkeitseingriff sei.

Ganz im Gegenteil lässt sich doch viel eher die Legitimität des Handyblitzers verargumentieren da Handynutzung in jedem Fall eine Ablenkung darstellt, derweil die Geschwindigkeitsblitzer -auch zum Leidwesen der Polizeigewerkschaften- häufig von den Kommunen dort aufgestellt werden wo sie nicht unbedingt sinnvoll sind, dafür aber viel Geld verdienen.

Wenn sich das Mobiltelefon in einer festen Halterung befindet, darf ich auch bei 250 Km/h auf der AB Nachrichten tippen. Wenn ich an einer geschlossenen Bahnschranke stehe und die Start/Stopp Automatik den Motor abgestellt hat, darf ich das Mobiltelefon nicht in die Hand nehmen. Nicht mal zum Ablesen der Uhrzeit. Die beiden Beispiele sind sicherlich extrem, entsprechen aber der Realität und zeigen sehr deutlich die massiven Schwächen dieser Vorschrift.

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