Warum sind (gerade deutsche) E-Autos früh abgeregelt?

Hallo,

gibt es eigentlich irgend eine Erklärung warum die E-Autos ausgerechnet der deutscher Hersteller alle so geringe Höchstgeschwindigkeiten haben? Bei den Verbrennern ist es den Deutschen scheinbar immer wichtig, dass man möglichst nah an die 250 kommt und wenn man die sogar schafft, wird gerne noch Geld bezahlt um die Sperre aufzuheben.
Aber E-Autos? Warum werden selbt offensichtliche Sportwagen wie der i4 M50 bei 225 eingebremst? Die meisten EQ-Modelle von Mercedes trödeln irgendwo bei 160 herum und selbst Porsche lässt den Taycan nicht mal annähernd Richtung 300 laufen. Warum kann nur Tesla schnell? An der reinen Leistung wird es ja wohl nicht liegen oder? Vor allem sind die Teslas ja auch nicht erst seit kurzem schnell unterwegs, schon der P85D konnte 250 fahren.

[Titel von Motor-Talk angepasst]

173 Antworten

Zitat:

@Martyn136 schrieb am 21. Januar 2022 um 00:14:12 Uhr:



Zitat:

@Xentres schrieb am 19. Januar 2022 um 08:32:04 Uhr:


Euch ist schon klar, dass die Drehmoment-Drehzahl-Grafik die Maximalleistungskurve darstellen dürfte und in der Fläche untehalb der Leistungskurve die Betriebspunkte beliebig anfahrbar sind?
Aber ganz ohne Getriebe sind natürlich die Möglichkeiten begrenzt, da mit einer Fixübersetzung ohne Getriebe immer ein festes Verhältnis von Drehzahl zu Geschwindigkeit besteht.

Morgen...!
Welche Möglichkeiten sollen begrenzt sein?

MfG André

Ich habe einen Beitrag zur "Entwicklung von Energiedichten" jetzt zum 2. Mal entfernt, da er in diesem Thread komplett am Thema vorbei führt.

Gruß
Zimpalazumpala, MT-Moderator

In Teslas "Plaid"-Modellen kommt ein selbst entwickelter Motor zum Einsatz, der in der benötigten Größe die 20.000 U/min, die für 322km/h benötigt werden, aushält. Wenn man solche Technik nicht hat, wie alle anderen, muss man ein SchaltGetriebe vorschalten und der Marketingabteilung den Auftrag geben, dass als "Vorteil" zu verkaufen.

Edit: Ich habs ergänzt. 😉

Auch dieser Motor wird ein Getriebe besitzen, da bin ich ziemlich sicher. Die Raddrehzahlen werden ja reduziert und nicht erhöht, d.h. die Motoren sind alle drehzahlfest bei dieser Geschwindigkeit.

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Zitat:

@draine schrieb am 21. Januar 2022 um 11:19:14 Uhr:


Auch dieser Motor wird ein Getriebe besitzen, da bin ich ziemlich sicher. Die Raddrehzahlen werden ja reduziert und nicht erhöht, d.h. die Motoren sind alle drehzahlfest bei dieser Geschwindigkeit.

Morgen...!
Ja, ein Elektromotor hat immer ein Getriebe verbaut (z.B. Stirnradgetriebe mit fester Über-/Untersetzung). Was hier aber angesprochen wird, ist ein schaltbares Getriebe wie bei den Verbrennern. 😉

MfG André

Zitat:

@draine schrieb am 21. Januar 2022 um 11:19:14 Uhr:


Auch dieser Motor wird ein Getriebe besitzen, da bin ich ziemlich sicher. Die Raddrehzahlen werden ja reduziert und nicht erhöht, d.h. die Motoren sind alle drehzahlfest bei dieser Geschwindigkeit.

Mit Getriebe wird hier wohl ein Schaltgetriebe gemeint sein. Eine starre Übersetzung hat natürlich jedes BEV, die ist aber erheblich leichter und unanfälliger als ein Schaltgetriebe.

Bosch hat sogar ein CVT präsentiert, um den E-Antrieb sowohl bei niedrigen als auch hohen Geschwindigkeiten optimal betreiben zu können.
Dennoch würde ich sowas lieber nicht im E-Auto haben wollen.

https://www.autogazette.de/.../...r-effizienz-im-e-auto-989407405.html

https://...ch-mobility-solutions.com/.../

Getriebe im eAuto. Aber ja gerne. Schaut euch die chinesischen Automaten genauer an. Für e und Allrad entwickelt. Gutes auch hier in der EU verkauftes Beispiel: MG Marvel R mit 200km/h VMax TriMotor AWD 2Gang Getriebe. Antriebseinheit vom MG Eigentümer SAIC auch für Nutzfahrzeuge entwickelt. Starres Getriebe ohne Schaltunterbrechungen mit situativer Nutzung der Motoren je nach Leistungsabruf. Hat nichts mit einem Handschaltergetriebe, CVT, oder Wandler zu tun. Und SAIC/MG ist nicht der einzige eAntriebbauer mit Getriebe. Und natürlich ist das Getriebe auch Anhänger tauglich. Anhängerkupplung kann ab Werk bestellt werden.
Auf dem deutschen Markt wird halt noch in den Kundenköpfen gegen die englische MG Vergangenheit gekämpft. So what! Ansehen, probefahren und eigenes Urteil im Preisleistungsvergleich machen. Und zumindest technisch über den deutschen Tellerand sehen. Tesla hat gezeigt das es andere Wege gibt. Und es gibt sehr viele davon.

Und für die Kombiliebhaber lohnt ein Blick auf den MG 5.

Zitat:

@Hannes1971 schrieb am 21. Januar 2022 um 11:51:40 Uhr:



Zitat:

@draine schrieb am 21. Januar 2022 um 11:19:14 Uhr:


Auch dieser Motor wird ein Getriebe besitzen, da bin ich ziemlich sicher. Die Raddrehzahlen werden ja reduziert und nicht erhöht, d.h. die Motoren sind alle drehzahlfest bei dieser Geschwindigkeit.

Mit Getriebe wird hier wohl ein Schaltgetriebe gemeint sein. Eine starre Übersetzung hat natürlich jedes BEV, die ist aber erheblich leichter und unanfälliger als ein Schaltgetriebe.

Es gibt ein sehr anschauliches Video dazu wie der Antriebsstrang des Model 3/Y aufgebaut ist. Fand ich auch genial erklärt.

https://www.youtube.com/watch?v=SRUrB7ruh-8

Ist doch klar, dass Bosch als Zulieferer gerne jede Menge unnötige Zulieferteile für die Autos von morgen zuliefern möchte möchte.

Der Lucid Air kommt auch ohne Schaltgetriebe aus und rennt in der größten Motorisierung 270km/h. Auch ohne den Tesla Wundermotor aus dem Plaid. Das sollte für den Hausgebrauch reichen.

Wofür der Marvel R eine Zweigang Automatik hat ist mir nicht klar. Mit dem Thema des Threads hat das jedenfalls nicht viel zu tun, er ist bei 200km/h abgeregelt.

So wie ich das verstanden habe wegen den 2 eMotoren mit unterschiedlicher Auslegung. Einer optimiert für Stadt, einer eher für Geschwindigkeit und Dynamik, beide für optimale Effizienz.

Das Thema ist Tempo Einschränkung hiesiger eFahrzeuge. Eine These war es geht nicht anders. Daher mein Hinweis über den Tellerand zu sehen und es geht. Bei Tesla und anderen, mit und ohne Getriebe.

Die Frage warum es bei unseren lokalen Herstellern nicht in Masse mit vielen Modellen zu gehen scheint, ist noch immer nicht zufriedenstellend beantwortet.

Also weiter im Thema.
Was treibt gerade Hersteller deutscher E-Autos diese früh abzuregeln?

Im Moment tendiere ich zu der erstaunlichen Antwort technisches Unvermögen, technische Ineffizienz und Profit Optimierung. Dinge für die gerade ABM sonst nicht standen.

Wer kann uns überzeugend anderes erklären?

Solange hier keiner der Enwicklungsingenieure oder andere Entscheider der Autoindustrie dir eine Antwort liefert, bekommst Du keine Antwort und kannst selber auch keine Antwort zusammenreimen.

Es bleibt bei Vermutungen, Hinweisen und Ideen.

Für den hiesigen Markt könnte man auch einfach vermuten, das einfach die Annahme zu Grunde liegt, das 130 km/h Richtgeschwindigkeit ist, und zum kurzen Überholen reicht 160km/h. Plus noch der im Raum stehende Elefant des Tempolimits.

Welchen Nutzen haben dann Hersteller UND Kunde wenn ich den Aufwand treibe? Würde es mir die Masse der Kunden honorieren?

EDIT: Zu viele Tippfehler

Man könnte auch einfach vermuten, dass die dt. Hersteller erst momentan langsam in die Gänge kommen bei ihrem E-Auto Angebot. Da fängt man dann (vom Vertrieb her gedacht) einfach etwas niedriger an und kann dann die nächsten Jahre und Modellgenerationen große Neuigkeiten und Verbesserungen ankündigen á la "jetzt viel besser als der Vorgänger und bis zu 180/200/250 km/h schnell", "jetzt als Sportversion erhältlich", etc....und grast damit nach und nach die verschiedenen Kundenschichten ab bzw. bringt frühere Käufer zum Wechseln und erzeugt somit eine konstante Nachfrage.

Außerdem war es z.B. beim Taycan wohl so, dass der bisher noch nicht schneller sein durfte als die 911er (Taycan Turbo S abgeregelt bei 260 km/h, langsamster 911 hingegen bei 289km/h) - es hat also manchmal auch schlicht (noch) markenspezifische Marketinggründe. 😉

Ich vermute auch, dass die bestehenden Autobauer ihre Bestandskunden wohl schon recht gut kennen.
Wenn die jetzt das BEV 250km/h schnell laufen lassen, werden genug kommen, und sich beschweren warum der Akku so schnell leer ist...
Bei neuen Firmen und da zähle ich Tesla immer noch dazu, ist die Kundenschicht eine andere. Der er sich einen Tesla kauft, weiß dass er etwas neues bekommt, mit vielen Vor- aber auch einigen Nachteilen. Denen nimmt man gewisse Sachen nicht so übel wie einen traditionellen Autobauer bzw. man beschäftigt sich vorher eher mit dem Thema BEV als bei etablierten Herstellern...

Bei Porsche bin ich bei ballex. Das hätte einen Aufschrei gegeben, wenn der Taycan schneller als der Panamera gewesen wäre. Mittlerweile glaube ich, dass da auch Porsche die Zügel anziehen kann...

Zitat:

@Peter_AT schrieb am 21. Januar 2022 um 17:29:35 Uhr:


Ich vermute auch, dass die bestehenden Autobauer ihre Bestandskunden wohl schon recht gut kennen.
Wenn die jetzt das BEV 250km/h schnell laufen lassen, werden genug kommen, und sich beschweren warum der Akku so schnell leer ist...
Bei neuen Firmen und da zähle ich Tesla immer noch dazu, ist die Kundenschicht eine andere. Der er sich einen Tesla kauft, weiß dass er etwas neues bekommt, mit vielen Vor- aber auch einigen Nachteilen. Denen nimmt man gewisse Sachen nicht so übel wie einen traditionellen Autobauer bzw. man beschäftigt sich vorher eher mit dem Thema BEV als bei etablierten Herstellern...

Bei Porsche bin ich bei ballex. Das hätte einen Aufschrei gegeben, wenn der Taycan schneller als der Panamera gewesen wäre. Mittlerweile glaube ich, dass da auch Porsche die Zügel anziehen kann...

Ich bin mir nicht so sicher ob Tesla sich an der Stelle so viele Gedanken gemacht hat. Man muss sich ja nur den Umgang mit dem Thema "Autopilot" in Bezug auf Marketing und den dann tatsächlichen Fähigkeiten anschauen. Da habe ich dann schon den ein oder anderen amerikanischen Kollegen erlebt, der bei "geht zu 60%" sagt hauen wir raus. Da muss man dann immer einbremsen.

Aber das mit der Kundenschicht ist ein guter Punkt, ich könnte mir Vorstellen das da ein E-Auto Fahrer anders eingeschätzt wird als ein traditioneller Petrol Head der auf mind. 6 Zylinder und Sportauspuff steht.

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