Warum sind (gerade deutsche) E-Autos früh abgeregelt?

Hallo,

gibt es eigentlich irgend eine Erklärung warum die E-Autos ausgerechnet der deutscher Hersteller alle so geringe Höchstgeschwindigkeiten haben? Bei den Verbrennern ist es den Deutschen scheinbar immer wichtig, dass man möglichst nah an die 250 kommt und wenn man die sogar schafft, wird gerne noch Geld bezahlt um die Sperre aufzuheben.
Aber E-Autos? Warum werden selbt offensichtliche Sportwagen wie der i4 M50 bei 225 eingebremst? Die meisten EQ-Modelle von Mercedes trödeln irgendwo bei 160 herum und selbst Porsche lässt den Taycan nicht mal annähernd Richtung 300 laufen. Warum kann nur Tesla schnell? An der reinen Leistung wird es ja wohl nicht liegen oder? Vor allem sind die Teslas ja auch nicht erst seit kurzem schnell unterwegs, schon der P85D konnte 250 fahren.

[Titel von Motor-Talk angepasst]

173 Antworten

Der BMW i4 bietet in der Tat eine ordentliche Akkukapazität und Höchstgeschwindigket ... aber der Preis liegt schon deutlich über der Brot- und Butterklasse. Im Konfigurator erreicht man schnell die 70.000€ Marke. Gut, etwas Rabatt wird man schon bekommen und es gibt noch die Innovationsprämie, aber trotzdem liegt man damit deutlich über Budget.

Zitat:

@cafedelmar80 schrieb am 17. Januar 2022 um 22:29:04 Uhr:


Ich würde generell keinen PKW freiwillig kaufen wollen, der nur eine solch niedrige Höchstgeschwindigkeit im Datenblatt aufweist, ganz unabhängig vom Antriebskonzept. Natürlich sehe ich die Zeichen der Zeit, dass die E-Mobilitat im Kommen ist, innerhalb der nächsten zehn Jahre. Dieser Bereich der sehr begrenzten Autobahngeschwindigkeiten bei Elektromobilität, stößt mir allerdings seit Jahren "sauer" auf, seit ich die Entwicklung verfolge.

Nichts desto trotz hoffe ich, dass sowohl deutsche als auch ausländische Hersteller in den nächsten Jahren E-Autos weiterentwickeln (Effizienz, Akkukapazität, etc.) und gute Reichweiten, bzw. Fahrleistungen nicht nur dem E-Auto- Luxussegment vorbehalten bleiben, sondern auch im preisbewussten "Brot-und-Butterbereich", in allen Fahrzeugkategorien ankommen.

Ich würde mir keine allzu großen Hoffnungen machen, im besten Fall werden die Fahrzeuge erheblich billiger auf etwa dem technischen Niveau von heute.

Zitat:

@cafedelmar80 schrieb am 17. Januar 2022 um 22:29:04 Uhr:


Ich würde generell keinen PKW freiwillig kaufen wollen, der nur eine solch niedrige Höchstgeschwindigkeit im Datenblatt aufweist, ganz unabhängig vom Antriebskonzept.

Ich halte das unabhängig von dir aber für einen guten und sinnvollen Weg.

Wie schon andere festgestellt haben, mit 150 gehörst du bereits zum schnellsten kleinen Kreis auf der Autobahn, in fast allen anderen Ländern stellt sich die Frage nach >150 gar nicht erst. Zu deutsch: Das hohe Tempo ist für einen verschwindend geringen Käuferanteil wirklich relevant.

In der Konsequenz macht der Verzicht ein Auto aber schlicht preiswerter, das wird für die meisten Kunden ien viel wichtigeres Kriterium sein. Von Bremsanlage über Reifen bis zur Kühlanforderung für hohe Dauerleistungen etc.. ist der Aufwand einfach hoch, kinetische Energie wie Luftwiderstand gehen halt quadratisch mit der Geschwindigkeit. Von 150 auf 200 ist da schon fast eine Verdopplung an Energie die die Bremse bei einer Vollbremsung verkraften muss oder auch fast eine Verdopplung der aufzubringenden Motorleistung.

Ok, andererseits, mit höherem Tempo hat man nach dem McDrive weniger Zeit den Kindern auf dem Weg nach Hause die Pommes wegzuessen 😁

Na ja die Bremsanlage wird ja nicht wirklich kleiner, nur weil die Höchstgeschwindigkeit geringer ist. Heute sind >300 mm vorne doch normaler Standard, auch bei abgeregelten Autos. Das beeinflusst ja auch die 100-0 Bremsung. Klar könnte man die Bremse auch kleiner machen aber dann bremmst du halt nur 3x 100-0 und nicht 6x oder 8x ... das viele E-Autos jetzt Bremstrommeln bekommen liegt ja eher an der geringen Belastung der Bremse, damit die nicht einrostet. Die Bremswirkung von Trommeln ist ja sogar höher als von Bremsscheiben, nur die Wärmeabfuhr ist viel schlechter.

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Zitat:

@draine schrieb am 18. Januar 2022 um 10:36:31 Uhr:


Na ja die Bremsanlage wird ja nicht wirklich kleiner, nur weil die Höchstgeschwindigkeit geringer ist. Heute sind >300 mm vorne doch normaler Standard,

Liegt aber eben auch am "Standard", da wird einfach in den Baukasten gegriffen. Wenn es in der Baureihe bzw. dem Baukasten viele nicht abgeregelte Modelle gibt lohnt die Entwicklung einer extra kleineren Bremse einfach nicht. So wird VW für einen bei 140 abgeregelten E-Golf keine andere Bremse konstruieren und die der kleinen Verbrenner einbauen die aber schon Richtung 200 laufen.

200-0 ist letztlich die gleiche kinetische Energie wie 4 mal 100-0. Beim E-Auto sinkt die Anforderung dank Rekuperation auch nochmal.

Zitat:

@Moers75 schrieb am 18. Januar 2022 um 12:26:01 Uhr:


200-0 ist letztlich die gleiche kinetische Energie wie 4 mal 100-0. Beim E-Auto sinkt die Anforderung dank Rekuperation auch nochmal.

... die selbe kinetische Energie, die sich bei einer größeren Bremsanlage jedoch auf eine größere Fläche verteilt, d.h. die Bremsscheibe kann A mehr Wärme aufnehmen und B schneller wieder abgeben.

Die Rekuperation hat bei einer Vollbremsung eigentlich keinen wirklichen Einfluss, da der kritische Punkt bei einer Vollbremsung dann eher der Reifen ist. Und den bringt auch eine kleine Bremsanlage an die Grenze.

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 11. Januar 2022 um 08:12:08 Uhr:



Zitat:

@pcAndre schrieb am 10. Januar 2022 um 20:15:43 Uhr:
...

Stimmt, wobei man sich ja schon ganz glücklich schätzen kann, wenn die Charakteristik des Diagramms akzeptiert werden würde und erkannt werden würde, dass der Leistungsverlauf weder konstant ist, noch einfach nur eine Frage einer Programmierung ist. Und dass daraus etwas folgt.

Warum das Diagramm so aussieht, wie es aussieht ... so viel würde ich ja erst mal gar nicht verlangen.

@Tom9973

.../ Weil Elektrotechnik das eben auch kann, lässt sich per Smartphone die Leistungscharakteristik beliebig verändern. So kann ein 125er-Zweitakter ebenso simuliert werden wie ein 450er-Viertakter./...

Scheint wohl doch möglich zu sein, den Leistungs- u. Drehmomentverlauf unabhängig von der Sekundär-Übersetzung zu verändern?

Euch ist schon klar, dass die Drehmoment-Drehzahl-Grafik die Maximalleistungskurve darstellen dürfte und in der Fläche untehalb der Leistungskurve die Betriebspunkte beliebig anfahrbar sind?

Ich dachte in der digitalen Welt gibt's nur 0 oder 1 😉

Zitat:

@Xentres schrieb am 19. Januar 2022 um 08:32:04 Uhr:


Euch ist schon klar, dass die Drehmoment-Drehzahl-Grafik die Maximalleistungskurve darstellen dürfte und in der Fläche untehalb der Leistungskurve die Betriebspunkte beliebig anfahrbar sind?

Mir schon und nichts anderes kann man per Smartphone dort einstellen. Immer nur unterhalb der Maximalleistungskurve, aber hier wollte manchen ja einfach mal darüber beliebig einstellen.

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