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Warum eigentlich Zahnriemen und Steuerkette?

Themenstarteram 12. Juni 2012 um 14:39

Hallo,

ich frage mich schon länger, wieso man nicht komplett auf Zahnriemen bzw. Steuerkette verzichten kann und die Ventile elektronisch gesteuert öffnet und schließt? Auf diesem Wege könnte man auch gleich auf die Nockenwelle(n) verzichten.

Das würde einiges an Wartungsaufwand und vermutlich auch Gewicht sowie Platz einsparen.

Was meint ihr dazu?

Viele Grüße.

Sebastian

Beste Antwort im Thema

Naja bei nem normalen 0815-Motor...gerne mal mehr als 50x pro Sekunde auf/zu...höchstpräzise, versteht sich.

Das mit einer Beschleunigung des Ventils von schonmal 1000m/s²...

Dazu noch hohe thermische Belastung und Kernschrott wenn nur mal ein Stellmotor in falscher Position ausfällt.

 

Alles nich ganz so einfach...

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Soweit ich mich erinnere, werden die Ventile hydraulisch, also per Öldruck gesteuert. Nur der Öldruck selbst wird elektrisch gesteuert.

am 12. Juni 2012 um 20:53

Genauso ist das.

Und wenn man einfach mal die notwendige Leistung zum Öffnen und Schließen der Ventile berechnet, wird auch klar, weshalb das elektrisch eine gaanz schlechte Idee wäre ;)

 

Gruß SRAM

am 12. Juni 2012 um 21:38

Diese Gedanken hatte ich auch schon sehr oft. Ich bin dann zu dem Schluss gekommen, dass

1. Altbewährte Technik billiger ist und daher bevorzugt verwendet wird

2. Stromlos funktionierende Grundtechnik sinnvoller ist

Allerdings ärgere ich mich schon seit Jahren, dass Motoren mit königswellen, - oder zahnradgetriebenen Nockenwellen praktisch nicht mehr produziert werden. Vermutlich würden diese zu lange halten.

@meehster: Der Freiläufer (incl. damit verbundener sehr geringer Verdichtung, was Verbrauchsnachteil heißt) würde mich mal interessieren.

Zitat:

Original geschrieben von SRAM

Genauso ist das.

Und wenn man einfach mal die notwendige Leistung zum Öffnen und Schließen der Ventile berechnet, wird auch klar, weshalb das elektrisch eine gaanz schlechte Idee wäre ;)

 

Gruß SRAM

So schlecht ist die Idee nun auch wieder nicht. Es gibt da eine ganze Reihe von Ansätzen zur Realisierung (mit entsprechenden Patentanmeldungen), z. B. von FEV.

Der reizvolle Vorteil liegt in der sehr weitgehenden Freiheit zur Gestaltung von Ventilöffnungsphasen und Hüben. Mit einem 12 V Bordnetz sind die erforderlichen Leistungen allerdings wegen der hohen Ströme nicht erreichbar. Voraussetzung wäre das 42 V Netz, das aber nach wie vor auf sich warten lässt.

Zitat:

Original geschrieben von Rael_Imperial

Voraussetzung wäre das 42 V Netz, das aber nach wie vor auf sich warten lässt.

Wenn man sich erinnert, mit wieviel Getöse dieses 42-V-Netz angekündigt wurde, fragt man sich ernsthaft, warum die Einführung immer noch auf sich warten läßt...

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke

Zitat:

Original geschrieben von Rael_Imperial

Voraussetzung wäre das 42 V Netz, das aber nach wie vor auf sich warten lässt.

Wenn man sich erinnert, mit wieviel Getöse dieses 42-V-Netz angekündigt wurde, fragt man sich ernsthaft, warum die Einführung immer noch auf sich warten läßt...

Kosten

Zitat:

Original geschrieben von bbbbbbbbbbbb

Allerdings ärgere ich mich schon seit Jahren, dass Motoren mit königswellen, - oder zahnradgetriebenen Nockenwellen praktisch nicht mehr produziert werden. Vermutlich würden diese zu lange halten.

Königswellen-Ducatis sind Geldgräber bei der Wartung. Das kannste dir nur noch als Zahnarzt oder "Selbstschrauber" leisten.

Zahnrad-Antrieb haben glaub ich die jüngeren 2.0 TDIs von Volkswagen. Blöderweise in etlichen Baureihen eine serienmäßige Materialschwäche am Ölpumpenmitnehmer, dort dreht sich ein Vierkant rund. Zu spät bemerkt wars das mit dem Motor.

 

Zitat:

Original geschrieben von snooopy365

Mir wäre neu das der Multiair die Ventile elektrisch steuert.

Abgesehen davon wirst du diese Technik bevor sie im Serienauto landet in der Formel1 sehen.

Solange die es nicht nutzen habe ich für die Serie da keine Hoffnung.

In der F1 hat man vor Jahren, als das Reglement diesbezüglich noch Freiheiten bot, in diese Richtung experimentiert. Aber anscheinend hat man keine sinnvolle Lösung gefunden.

am 14. Juni 2012 um 17:42

Zitat:

Königswellen-Ducatis sind Geldgräber bei der Wartung.

Aber nicht wegen der Königswelle, sondern wegen der Desmodromik ;)

 

Gruß SRAM

am 14. Juni 2012 um 17:52

Zitat:

Original geschrieben von Diabolomk

Zitat:

Original geschrieben von LordExcalibur

Man könnte die Ventile ja so konstruieren, dass diese nicht mehr wie heute in den Zylinder hereinragen wenn sie geöffnet sind, sondern einfach das "Loch" öffnen oder schließen. Ich stelle mir das so ähnlich vor wie eine Herzklappe oder wie die Verschlussklappe bei einem Fotoapparat.

Solche Freiläufer haben schlechte Abgaswerte, hohe Verbräuche etc.

auch freiläufer gehen doch nach innen auf ?! nur der abstand zum Kolben bleibt immer gewahrt! meistens ist die verdichtung dann niedriger - gute Beispiele die alten opels...

am 14. Juni 2012 um 19:16

Zitat:

Original geschrieben von GaryK

Königswellen-Ducatis sind Geldgräber bei der Wartung. Das kannste dir nur noch als Zahnarzt oder "Selbstschrauber" leisten.

Zahnrad-Antrieb haben glaub ich die jüngeren 2.0 TDIs von Volkswagen.

Mit welcher Begründung? Königswellen und Zahnräder sind meines Wissens völlig wartungsfrei.

Der 2.0 TDI hat einen stinknormalen Zahnriemen. Früher gab es mal einen zahnradgetriebenen TDI bei VW.

V10 TDI hat Stirnradgetriebe und der R5 TDI müsste das auch haben.

Rein elektrische Systeme sind meinem Empfinden nach noch zu teuer und zu unzuverlässig. Ein wichtiger Schritt wäre allerdings, dass man auf Zahnriemen und Steuerkette komplett verzichtet und stattdessen Zahnräder einsetzt. Damit wäre die Motorsteuerung eines Motors nahezu unzerstörbar, aber das soll sie wohl anscheinend nicht sein.

Wer will den schon ein Auto das nie kaputt geht? Das macht man ja keinen Gewinn!

Das Problem ist halt auch die Anordnung der Nebenaggregate. Es kommt ja auch immer mehr Bauteile in den Motorraum.

Zitat:

Original geschrieben von bbbbbbbbbbbb

...

Allerdings ärgere ich mich schon seit Jahren, dass Motoren mit königswellen, - oder zahnradgetriebenen Nockenwellen praktisch nicht mehr produziert werden. Vermutlich würden diese zu lange halten.

...

Hi!

Ohne es tatsächlich zu wissen was in der Motorenentwicklung an dieser Stelle abgeht.

Aber aufgrund der CO2-Geschichten (Reduktion des NEFZ-Verbrauchs auf Teufel komm raus) wird man eher versuchen die bewegten Massen im und am Motor so weit wie möglich zu reduzieren. Außerdem kommt das bei Zahnrädern oft vorhandene lautere Geräusch stärker durch.

Zahnriemen dürfte die geringste Masse und maximale Dämpfung haben. Und Kette vermutlich Vorteile bei Lebensdauer und quasi Wartungsfreiheit.

Gruß

Hyperbel

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