Tuning von S-Klassen
Jetzt muss ich doch mal was loswerden.
Warum zum Geier ist hier fast jeder gegn Tuning von S-Klassen?
Es wird hier immer von Niveaulosigkeit und Billig geredet. Hat denn niemand von euch sich mal die Sachen von Carlsson etc. angesehen. Hier kann man doch wirklich nur von einer Ausprägung und Unterstreichung vorhandener Eleganz sprechen, oder?
Außerdem geht es hierbei vielmehr um Einzigartigkeit und Selbstverwirklichung als um kindisches gepose.
Na ja, ich kann halt manche von euren Aussagen echt nicht verstehen.
Gruß BG
Beste Antwort im Thema
Niemand sagt was gegen echte "Veredelungne".
Aber die sind schwierig und deshalb selten.
Meistens wird eine Jahrmarktverkleidung mit "bösem Blick", dümmlichen Protzfelgen und unzähligen Auspuffrohren draus.
Und das sieht für einen wahren afficionado eben scheiße aus, da hilft nix.
Außerdem geht das optische Tuning meist in die falsche Richtung, nämlich in Richtung "sportlich".
Das ist der Hauptfehler.
Eine S-Klasse kann meinetwegen ein "Wolf im Schafspelz" sein, aber niemals ein Sportwagen.
Daher nur kurz meine persönlichen Vorstellungen, wie man eine S-Klasse "tunen" kann, wenn es denn sein muß:
1.) Motor: Leistung grenzenlos nach oben = okay.
2.) Auspuff: Zweiflutige Anlage mit dezentem Bollern, bei hoher Drehzahl heiserem Röcheln = okay
Aber bitte nicht mehr als zwei schöne, ovale Endrohre.
3.) Kotflüge: Bördeln JA, Ziehen und Ausstellen: NEIN
4.) Lack: Edle Sonderlacke alla "designo" = okay
5.) Felgen: Nichts zu "Racing-mäßiges", eher flachig glatt wie zB. AMG Styling 2 oder BRABUS Monoblock.
Breite Reifen = okay, aber keine heraustretenden Walzen, Je nach Felgendesign Obergrenze 19", besser 18" oder vor W220 17".
6.) Keine blöden AMG oder BRABUS etc. Beschriftungen, keine dümmlichen "Sondergrille" außer AVANTGARDE. Keine "bösen Blicke" oder sonstige bunte Lichtspiele.
7.) Klarglas-Scheinwerfer, weiße Blinker o.ä. = okay
8.) Innenraum: HIER kann getunt werden! Alles in feinstem Nappa-Leder, aber WIRKLICH ALLES, auch Alcantara u.ä., exklusive Verarbeitunen, spezielle Raffungen und Ziernähte = okay.
Spezielle luxuriöse Hölzer, exquisite DVD und TV-Anlagen, elektrische Sitze auch im Fond, elektrische Vorhänge hinten und ähnliches, zB. echtes Lammfell im Fußraum, all das ist einer S-Klasse würdig.
Aber keine extremen Tieferlegungen, Neon-Schaltknöpfe und silbrige Nachrüstradios mit Disco-Geflimmer. Nur peinlich. Auch keine buntlackierten Bremssättel und diesen ganzen Schmonzes.
Und gaaaanz wichtig: Keine SPOILER!!!
Maximum sind dezente Front-und Hecklippen bzw. Seitenschweller alla original AMG oder, noch ein "edler" Tuner , LORINSER.
Je zurückhaltender die ÄUSSEREN Veränderungen, desto schöner.
Im INNEREN, also Motor und Fahrgastraum, sind dem Tunen und dem Geldzerstäuben ja trotzdem keine Grenzen gesetzt.
(Beispiel: Erneuern aller Holzteile gegen Neuteile aus glattem, ungemaserten Pianoholz, vom Konzertflügelhersteller "PECHSTEIN" mit 7 Schichten schwarzem Klavierlack behandelt und mit flüßigem Heißwachs handpoliert: 8.500,- EURO.
DAS ist S-Klasse-Tuning par excellence!)
Servus,
CAMLOT
49 Antworten
Hallo, Bernd!
Stil kann man nicht kaufen. 😉
Ich mag Dich und Deine Beiträge trotzdem, hat ja alles seine Berechtigung.
Warum wollen 50Cent-Pimp-My-Ride-Macs eigentlich solche "Opa-Karren" wie ne S-Klasse fahren?
Das ist das Einzige, was mir dabei nicht einleuchtet.
In meinem Umfeld hats immer von Benzen gewimmelt, aber vor meinem 30. Lebensjahr bin ich nur unter Strafandrohung in sowas eingestiegen.😛
However, nice greetings 2 U
CAMLOT.
der weder sechzig noch übergewichtig ist. 😉
BTW - Champagner kann man nicht panschen, weil es dann keiner mehr ist ! 😛
Hallo Camlot,
Du bist bis zu deinem 30. Lebensjahr nur unter Strafandrohung in einen Mercedes gestiegen? Da hast du aber 22 schöne Jahre verpaßt :-)
Was mir immer wieder auffällt: Für die Generation 40+ ist ein Mercedes meist ein Auto, welches man mit "Opa" bzw "Langweilig" oder "Neid" verbindet.
In meinem gleichaltrigen Freundeskreis (ich bin Baujahr ´82) ist dagegen ein Mercedes gleichzusetzen mit stilvoller und bequemer Fortbewegung sowie hervorragender Qualität. Was das allerdings mit "langweilg" und "Rentner" zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Naja, war auch von der Sichtweise her in euerer Jugend eine etwas andere Zeit, oder? :-)
P.S. Was hast Du denn vor deinen Benzen so bewegt?
MFG Sven (Ach ja, und kann mal jemand wieder etwas Holz ins Kaminzimmer legen?)
...jaja, der liebe Stil...
Folgendes Fahrzeug habe ich neulich auf dem HSV-Parkplatz entdeckt. Ich hatte keine Cam dabei, habe dann aber im I-Net nachgesehen. Der ist von fab-design.
Dem Kennzeichen nach war es der Wagen eines Schweizer Nationalspielers, der zwar anscheinend Geld wie Heu hat, aber von Stil keinen blassen Schimmer hat...
(meine Meinung...Ich finds grottig.)
Tuning
Bei den neueren Autos wie dem W-220 bin ich generell für ein Tuning, serienmäßig kommen die einfach zu brav und dezent daher.
Bei den älteren Modellen, wie dem W-116 & W-126 kann ein Tuning oft verbastelt wirken, besonders beim 116er, glänzende Felgen sind selbstverständlich Ok, aber wenn man ein sehr gepflegtes Auto dieser Modellreihen besitzt, wirkt ein unverbauter Originalzustand oft beeindruckender.
Die Merkmale eines Tunings sind auch entscheident, da gibt es auch sehr viele unschöne Möglichkeiten sein Auto zu verschanden, z.b. Rennlenkräder, Bonbonfarben getönte Scheiben und ähnliches.
Bei meinem damaligen SEC W-126 hatte OZ-Futura Felgen und rot-weisse Rückleuchten, sowie weisse Frontblinker, das sah perfekt aus. Tuning im Innenraum ist für mich absolut kein Thema, wirkt einfach in einem exlusiven Auto nicht, schon ein moderenes Radio im W-126, mit den unterschiedlichen Farbtönen des Receivers ist fatal.
Bei den neueren Autos ist absolut mehr möglich, die Zeiten haben sich einfach geändert, heute kommt eine S-Klasse eben sportlich daher, nicht wie einstmals majestätisch. Da sind auch gewaltige Auspuffanlagen und breite Reifen schon werksmäßig verarbeitet, das hätte es früher nie gegeben. Und jedes leicht sportliche Auto, egal welchen Herstellers kommt heute mit sichtbaren Auspuffrohren vom Band, bei Mercedes sowieso.
An meinem W-220 habe ich nicht viel verändert - lediglich die Felgen und die Auspuffanlage. Fahre jetzt auf 19" MAE Jeweline Felgen und habe eine vierflutige Anlage von Eisenmann verbauen lassen, sieht wirklich gut aus und der Sound ist perfekt, nicht dezent, aber auch nicht drönend, etwa so wie die AMG-Anlage.
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@daimler201
Hi, Sven!
Tja, wenn wir das ganze Holz an der Nebenfront verheizen, wird´s im Kaminzimmer huschi-kühl...😉
Ausnahmsweise kann ich Dir leider nicht zustimmen.
Rentner- und Opa-Image war keineswegs vorherrschend in meiner Generation.
In meiner Kindheit war Mercedes-Benz Weltmeister in der Formel 1 und baute mit dem 300SLR den Sieger der wichtigsten Langstreckenrennen und mit der Straßenversion 300SL den schnellsten Seriensportwagen der Welt (260 km/h/schon 1955!)
Im elegant-sportlichen Bereich gab es den wunderschönen 190 SL, den meine damals noch sehr sehr junge Mutter fuhr und das große 300 S - Kabriolett meines Großvaters wirkte auch keineswegs unsportlich.
Es war mehr eine Art Trotz, daß ich als "Selbstfahrer" andere Marken bevorzugte, mein älterer Bruder übrigens auch.
So um die 30 kehrten wir beide jeweils reumütig aber eigentlich doch auch gezwungenermaßen ("Dienstwagen"😉 zum Stern zurück. ( Heimlich habe ich heute auch noch was anderes daheim...😛 )
Was es da alles gab ist aber eher Thema für Kaminzimmer oder PN.
@all
Natürlich haben sich die Zeiten geändert.
Trotzdem habe ich eine Bitte :
Wer postet mir hier ein Bild von einer auffällig "modern" getunten S-Klasse, wie ich sie als "unpassend" empfinde, die einem WIRKLICHEN MITGLIED der FINANZIELLEN und STILISTISCHEN OBERKLASSE gehört ?!
(Dazu gehören NICHT: Fußballer, Eintagsfliegen aus dem Show-Biz, Würstel- oder Pizza-Könige, Lottogewinner, Zuhälter, Nachtclub- und Disco-Betreiber oder IT-Emporkömmlinge, die gestern noch nichts hatten und morgen vielleicht schon wieder nichts.., auch keine Ölprinzen aus Dubai oder Abu Dabi und keine russischen Mafia-Bosse)
Zegt mir die Autos von Gates, Gettys, Vanderbilts, Rockefellers, Grimaldis, Aga Khans, Al Fayeds, Dasslers, Hortens, Flicks, Mathner-Markhoffs, Kamprads usw.
Dann werde ich vielleicht umdenken.
Selbst Niki Lauda fährt einen MB der nur "unsichtbar" getunt ist, aber dafür gewaltig....😛
Bis dann,
Euer "Oldie" CAMLOT
Erstmal an JH-V220:
Glückwunsch zu Deinem individuellen Design !
Interessant: FAB-Design fiel mir auch schon auf.
Und zwar hiermit: 🙂
(Anregenden Spaß damit !)
http://img28.exs.cx/img28/8074/pkw_mer_cl55_fab_05.jpg
http://img28.exs.cx/img28/6150/pkw_mer_cl55_fab_06.jpg
http://img30.exs.cx/img30/294/pkw_mer_cl55_fab_08.jpg
http://img28.exs.cx/img28/5396/pkw_mer_cl55_fab_04.jpg
http://img28.exs.cx/img28/3993/pkw_mer_cl55_fab_03.jpg
http://img28.exs.cx/img28/2710/pkw_mer_cl55_fab_12.jpg
http://img28.exs.cx/img28/306/pkw_mer_cl55_fab_09.jpg
Zu Camlot:
Du spricht mir mal wieder vielfach aus der Seele !
Gerade die äußeren Akzente müssen einfach unauffällig bleiben. Der Innenraum ist privater und hier ist auch mehr erlaubt. (Außer roter Cockpitbeleuchtung und ähnlichem Mist.)
Die Formensprache des Originalfahrzeugs bedient sich vor sallem außen der leisen Töne.
Dazu passen keine brüllenden Effekte wie Angeberfelgen usw. .
Das ist dann wie Harfe mit Fabriksirene.
Und hallo Bernd !
Das Bild mit den Steinapplikationen kommt mir irgendwie bekannt vor !
Schön daß Du den Beitrag dazu gelesen hast, ohne mir damals an den Hals gegangen zu sein ! 😁
Dann muß ich´s hier wohl auch noch mal sagen: Für´s Lenkrad hat´s offenbar nicht mehr gereicht. Das sieht daneben einfach billig aus, wie gewollt und (finanziell ?) nicht gekonnt. peinlich, peinlich...
Damit will ich nichts gegen Steinapplikation an sich sagen. In mehreren unten noch zu erwähnenden Facetten ist sowas durchaus angemessen. Nur hier hat jemand keinen Stil gehabt.
So und jetzt mal generell zu den unterschiedlichen Standpunkten von Bernd und Camlot:
(Ich glaube nämlich ich habe einen gemeinsamen Nenner für Euch.)
Die von Camlot angesprochenen Persönlichkeiten zeichnen sich dadurch aus, daß sie eigentlich gar kein großes Interesse an ihrem Auto haben.
Aber gerade das ist eben Stil.
Diesen muß ich aber kurz noch etwas erweitern:
Gates hängt mit Wollpulli im Milliardärsclub rum. Garantiert nicht mal eine Rolex ! Wozu denn ? Was hätte er dsvon ?
Das Wissen um einen aufwendigen Herstellprozeß alleine bringt mir übrigens noch gar nix. Das wäre pure Dekadenz. Erst wenn dadurch ein für mich spürbarer Nutzen entsteht, bekommt der Aufwand einen Sinn. Platin sieht unscheinbar aus und ist sauteuer. Und was bringt mir das ? Wenn´s besser hält, pflegeleichter ist, weil noch weniger zu Oxidation neigend als Gold, sogar wenn´s für mich nur subjektiv schöner asussieht, dann ist der Aufwand zu rechtfertigen.
Aber nur dadurch, daß ich weiß, daß nur wenige sich das leisten können, eine Rechtfertigung für den (finanziellen) Aufwand herzuleiten, das hat den gleichen mentalen Hintergrund wie Angeberfelgen auf der S-Klasse: "Ich hab´ was, das andere nicht haben, ich bin was besonderes."
So schließt sich der Kreis, Camlot geht rechts rum, Bernd links rum und bei 180° treffen sie sich wieder. 😉
Finde ich absolut ok !
Um es nochmal zu betonen (jedenfalls hier bei MT): Bernds Crazy-Car Style ist durchaus eine Kunstform und er ist da keineswegs geschmacklos !
Aber wie jedes gute Werk, kann auch das nur gelingen, wenn sehr viel Energie (Geld) und auch sehr viel stilistische Souveränität hineingesteckt werden.
Die stilistische Souveränität besteht bei der von Camlot vertretenen Klientel vor allem darin, daß man es nicht nötig hat, mit dem Auto aufzufallen, sondern es einfach nur so nutzen möchte, wie es meisten Nutzen bringt. Nämlich nicht ganz bestimmt nicht als tiefergelegte Schlagloch-Hoppelkiste mit Dröhnauspuff.
Genau das ist mir ja auch an dem Camlot-Stil so sympathisch: Es geht dabei vordergründig um den sachlichen Nutzen garniert mit vielen luxuriösen Add-Ons wie Komfort und Ästhetik. (Die ab einem gewissen geistigen Level tatsächlich auch einen praktischen Nutzen im täglichen Leben mitbringt - nämlich daß man zu geistiger Ruhe und Konzentraztion -und damit höherer Leistungsfähigkeit- findet.)
Der von Bernd vertretene Stil (er sagt soger selbst, daß er nicht unbedingt alltagstauglich ist) kann bei engagierter und inspirierter Betreibung durchaus eine Kunstform darstellen, die auch ein hohes handwerkliches Geschick belegt bzw. erfordert. (Wie die Rolex.)
Und genau als diese Kunstform kann ich das auch voll und ganz akzeptieren, und jetzt können wir auch zu dem eigentlichen Hauptnenner kommen:
Beide Stile tragen nur dann, wenn sie professionell betrieben werden. Der asoziale Analphabet, der im Lotto gewinnt und sich einen S65 kauft (Internet-Emporkömmling), wird stilistisch niemals die tragfähige Ruhe mit senem Wagen ausstrahlen können wie ein erfolgreicher, seriöser und sozial gefestiger Bildungsmensch. Es fehlt einfach der Hintergrund. (Sogar schon für das Foto !)
Ebenso wird auch der möchtegern-Tuner nichts Beeindruckendes schaffen, der das Wort Stil nicht von "Stiel" unterscheiden kann und dabei innerlich schmierig zu grinsen anfängt.
Tunen bedeutet für den einfach nur, etwas zu verändern, egal ob dadurch technisch oder stilistisch etwas besser wird. Am besten so, wie er das anderswo schon mal gesehen hat, mehr kommt nicht.
Erstens schafft er damit nichts Eigenes und zweitens bringt er überhaupt keine Linie rein - es entsteht kein Werk sondern ein Haufen orientierungsloser stlistischer Krimskrams.
Der genannte Hauptnenner besteht nun aus folgenden Faktoren:
- Kunst (hier die Kunst, zu leben, dort die Kunst, zu gestalten)
- Unabhängigkeit: Für beide ist das ursprüngliche Auto bloß eine zweckdienliche Masse. Die Marke z.B. ist beiden gar nicht so wichtig. Beide sind fernab von Schonbezügen und ahnlichem Muff.
- Niveau: Beide Stilausprägungen können nicht im Lotto gewonnen werden
- Ohne erfolgreiche Betätigung im eigenen Umfeld funktioniert beides nicht. Der Prinz, für den der SL65 vom Himmel fällt, wird genau wie der Fahrer eines Crazy-Cars einfach nur peinlich wirken, wenn er im Grunde nur ein Depp ist.
Also Bernd und Camlot: Ihr seid eich viel ähnlicher, als Ihr vielleicht gedacht hättet !
Ihr habt vielleicht nur unterschiedliche Vorzeichen.
Vorzeichen sind aber auf dem Niveau eines Spießers von Bedeutung, der Sprüche wie "Geiz ist Geil" glaubt und ganz viel mit kleinen Zahlen hin und her rechnet.
Der Mathematiker, der die Welt mit Distanz betrachtet, weiß, daß Minus Unendlich exakt dieselbe Zahl ist, wie Plus Unendlich. Genau so wie Minus Null exakt das Selbe ist, wie Plus Null. Null und Unendlich gibt es jeweils nur einmal. Man nennt diese Zahlenwerte auch Singularitäten.
Diese Tatsache gilt übrigens in konkaven wie in konvexen Universen gleichermaßen !
(Die Gültigkeit in einem planen Universum könnte man quasi als hebbare Definitionslücke durch Grenzwertbildung erschließen....)
Jetzt die philosophische Schlußfolgerung: Wer einen Weg nur weit genug geht, entfernt sich nicht so sehr von dem anderen, der in die entgegensetzte Richtung geht, sondern beide nähern sich vielmehr dem gleichen Punkt !
Ein Vorzeichen hat für einen Außenstehenden dabei keine große Bedeutung, die Struktur des ganzen zählt !
In diesem Sinne nennen wir den gemeinsamen Apex hier einfach mal "Stilistische Perfektion".
Wer sich aber vom Nullpunkt nicht weit enfernt, der wird sich dort immer im Gedränge der Sitzenbleiber um kleinkarierte Differenzen streiten. Plus ein bischen, Minus ein bischen, das ist da noch sehr wichtig.
Wer sich aber von dort möglichst weit entfernt, für den zählt auf einmal nur noch der Abstand, nicht mehr die Richtung, und er kann die Vertreter anderer Richtungen quasi "von Profi zu Profi" verstehen.
Leute, die nicht ganz so viel nachdenken, sagen in solchen Fällen meistens "... wenn´s gut gemacht ist". Das stimmt im Prinzip, nur ist die Aussage zu dehnbar und fordert zu wenig.
Sie trägt aber zumindest in den meitsten Fällen zur Entspannung bei. Der Konjunktiv ist dann aber meistens eher im negativen Sinne zu interpretieren. 😉
MfG ZBb5e8
Moin,
Eventuell sollte man sich mal kurz Gedanken machen ... über WAS wir/Ihr hier redet ?
Tuning heißt originär mal Verbesserung. Also Erhalt, Optimierung und Verbesserung des Vorhandenen.
Heißt, das Ich Schwächen des Fahrzeuges und Kompromisse die der Großserienhersteller eingehen muss, beseitige und das Fahrzeug damit in seinen Eigenschaften verbessere. Das kann, je nach Anspruch meinerseits verbunden sein mit optimierungen an Motor, Fahrwerk etc.pp.
Das alles beeinflusst die Struktur und die Erscheinung eines Fahrzeuges aber grundlegend nicht, es sei denn, im Rahmen der Optimierung wird auch die Aerodynamik verbessert (Was 90% aller Bodykits ja nunmal NICHT machen).
Das andere ist Individualisierung ... Individualisierung ist wesentlich stärker als eine Optimierung vom persönlichen Geschmack beeinflusst. Auch wenn mir etwas nicht gefällt vom Geschmackspunkt ausgehend, kann es dennoch Stil haben, wenn es in sich geschlossen und Harmonisch ist. Deshalb bewerte Ich z.B. den aktuellen 7er als Stillos, da er nicht in sich geschlossen ist und keine Harmonie beinhaltet. Der 6er, der einer sehr ähnlichen Formensprache folgt, hingegen schließt sein Thema gut ab und wirkt auf mich harmonisch. Obwohl beide Fahrzeuge auf die gleichen Stilmittel setzen, ist der eine Vertreter für mich stillos und hässlich, der andere schön und stilistisch hoch attraktiv.
Das entsprechende Stilmittel, sei es eine große Felge, ein Spoiler, eine Individualisierung des Innenraumes etc.pp. kann also absolut identisch gewählt werden und trotzdem zu zwei völlig unterschiedlichen Ergebnissen führen. Eine 20 Zoll Felge kann brachial aggressiv hässlich aussehen, nicht ins Konzept passen an Fahrzeug A ... und sich hervorragend in das Konzept des gleichen Modells an Fahrzeug B fügen, wenn alles in sich stimmig ist.
Sicherlich ist es ungleich SCHWERER solche Umbauten an einem Fahrzeug wie einer S-Klasse durchzuführen, da dieses Fahrzeug bereits ein in sich gefügtes Konzept durch Proportionen und Linienführung vorgibt, aber unmöglich ist auch das nicht.
Und für jeden selbst ist es einfach so, das Geschmack sehr schwer zu Diskutieren ist und selbstredend auch IMMER einen gewissen Zeitgeisteinfluss hat. Denn im Moment ist es so, das z.B. Porsche sehr stark gedeckte Farben verkauft, während vor wenigen Jahren Farben wie Graumetallic kaum gefragt waren, während damals halt Bonbonlila oder Quietschgelb in waren. Nur ... ist dieses Auto deshalb hässlich ? Ich denke nicht, denn man kann es nunmal nur an seinen damaligen Masstäben messen.
Schönen Gruß,
Kester
Volle Zustimmung.
Ich würde aber Tuning im Sinne von "Feinabstimmung" auch für optische Aspekte akzeptieren.
Nur wenn die Latte schon durch ein sehr starkes und stimmiges, ausgefeiltes Designkonzept sehr hoch liegt, dann ist es halt schwer, auch in diesem Punkt tatsächlich noch was zu verbessern.
Das gilt allerdings auch für viele technische Tuningmaßnahmen, denn sehr oft wird auch dort nur individualisiert, aber nicht wirklich verbessert.
Selbstverständlich kann man den von Hersteller vorgegebenen Komromiß zwischen Fahreingenschaften und Komfort noch in die eine oder andere Richtung verschieben.
Wenn ich aber eine Eigenschaft (in der Regel Komfort und auch Haltbarkeit) zugunsten besserer Fahrleistungen aufgebe, dann ist das ok. wenn ich mir dessen bewußt bin und das explizit so will.
Das ist leider nur sehr selten gegeben.
Oft hört man tatsächlich Aussagen wie "Man spürt jetzt jedes Splitsteinchen und in Parkhäusern setzt er oft auf. Diese Scheiß Parkhauskonstrukteure ! Aber dafür sieht´s halt geil aus."
Mit solchen Zeitgenossen kann man vom kognitiven Standpunkt her ja nicht mal mehr Mitleid haben.
Das hat dann nichts mehr mit Tuning zu tun, wo ja Verbesserungen erzielt werden sollen, sondern dafür müßte ein neues Wort her.
"Murksing" vielleicht, oder "Dumbing" ?
MfG ZBb5e8
Zitat:
Original geschrieben von ZBb5e8
So schließt sich der Kreis, Camlot geht rechts rum, Bernd links rum und bei 180° treffen sie sich wieder. 😉
Ja, wir treffen uns bei 180°, aber dann habe ich geile Felgen drauf und Camlot hat nur ein schwarzes Armaturenbrett. 😛
Jedenfalls fühle ich mich gut und treffend analysiert. 😉
Hi Bernd !
Freut mich, daß Du damit glücklich bist !
Hoffentlich ist es Camlot auch. Schon zwei Tage kein Beitrag mehr...
Camlot !
Hoffe, es geht Dir gut !
MfG ZBb5e8
Zitat:
Original geschrieben von Camlot
Trotzdem habe ich eine Bitte :
Wer postet mir hier ein Bild von einer auffällig "modern" getunten S-Klasse, wie ich sie als "unpassend" empfinde, die einem WIRKLICHEN MITGLIED der FINANZIELLEN und STILISTISCHEN OBERKLASSE gehört ?!
(Dazu gehören NICHT: Fußballer, Eintagsfliegen aus dem Show-Biz, Würstel- oder Pizza-Könige, Lottogewinner, Zuhälter, Nachtclub- und Disco-Betreiber oder IT-Emporkömmlinge, die gestern noch nichts hatten und morgen vielleicht schon wieder nichts.., auch keine Ölprinzen aus Dubai oder Abu Dabi und keine russischen Mafia-Bosse)
Zegt mir die Autos von Gates, Gettys, Vanderbilts, Rockefellers, Grimaldis, Aga Khans, Al Fayeds, Dasslers, Hortens, Flicks, Mathner-Markhoffs, Kamprads usw.
sorry aber solch einen schmarrn hab ich lange nicht mehr gelesen. du lässt dir also die optik anhand von den von dir aufgezählten typen diktieren? grenzt ja schon fast an den spruch aus dem fenster zu springen weil der carl auch gesprungen ist (wer ist schon carl?)
Ich denke auch du solltest andere geschmäcker und andere menschen zu akzeptieren lernen und nicht deine "angepasste" lebensweise als das non plus ultra hinstellen.
*zum wiederholten mal den kopf schüttel beim lesen dieser selbstherrlichen beiträge*
Zitat:
Original geschrieben von pv125
du lässt dir also die optik anhand von den von dir aufgezählten typen diktieren?
Habe ich das irgendwo geschrieben? 🙄
Zitat:
Ich denke auch du solltest andere geschmäcker und andere menschen zu akzeptieren lernen
Auch habe ich nirgendwo geschrieben, daß ich andere
"Geschmäcker" nicht akzeptiere.
Wie auch? Muß man doch akzeptieren!
Ich darf aber doch sehr wohl sagen, was mir besser gefällt und was weniger.
Auch DAS muß akzeptiert werden, oder etwa nicht?!
Schon gar nicht habe ich etwas derart politisch Unkorreketes geschrieben wie daß ich keine "anderen Menschen" akzeptiere!!???
Da ist es nun an mir den Kopf zu schütteln....🙄
Zitat:
und nicht deine "angepasste" lebensweise als das non plus ultra hin stellen.
Was weißt Du über meine "Lebensweise"? *staun*
Und was hat sie mit mit meinem Geschmack beim Tuning von S-Klasse-Wagen zu tun?
Für MICH ist sie, die meinige Lebensweise, mag sie Dir nun "angepaßt" (paßt man sich nicht immer irgendwie an die selbstgewählte Umgebung an?) erscheinen oder wie auch immer, übrigens absolut das Non -Plus - Ultra. Ist ja auch mein Leben.
Was für DICH das Non-Plus-Ultra ist vermag ich nicht zu beurteilen.
Es ist mir aber genauso sch***egal, wie Dir meine Lebensweise und mein Geschmack- und Qualitätsempfinden zu sein hat.
Ich akzeptiere Deinen Geschmack (ich kenne ihn übrigens gar nicht) , also, bitte, akzeptiere Du auch meinen.
Alles klar?
CAMLOT
Zitat:
Original geschrieben von pv125
[...] du lässt dir also die optik anhand von den von dir aufgezählten typen diktieren? grenzt ja schon fast an den spruch aus dem fenster zu springen weil der carl auch gesprungen ist (wer ist schon carl?) [...]
Ich habe die entsprechenden Beispiele weniger als eine Hommage an den Herdentrieb verstanden als vielmehr einen Verweis auf parallele Entwicklungen, über die man nachdenken darf.
Die Frage war: "Was ist der Grund, warum sich jemand in einer bestimmten Weise verhält ?"
Nicht: "Wessen Verhalten kopiere ich ?"
Woher ich weiß, daß es nicht doch um die zweite Möglichkeit ging ?
Platt gesagt: Niemand kann sich auf Dauer erfolgreich verstellen.
Wer es dennoch versucht, trägt einen kontraproduktiven Störfaktor mit sich herum und wird sein Ziel erst recht nicht erreichen.
Der Versuch wäre mittelfristig zum Scheitern verurteilt.
Ich empfinde keine besondere Bewunderung für Camlots Positiv-Beispiele, dennoch kann man sie als Maßstab für echte Prosperität heranziehen.
Daher teile ich seine beschriebene Erkenntnis (mit Vergnügen), ohne jedoch die geringste Neigung zu verspüren, einen Maßstab für mein eigenes Tun daraus abzuleiten.
Ich kann mir also gut vorstellen, daß auch andere, -z.B. eben Camlot- in der Lage sind, diese Distanz zu wahren. 😉
Uns allen gemein ist nur, daß wir andere Interessen haben, als durch unser Fortbewegungsmittel aufzufallen.
Der Bezug zum Thema:
Es ging um den Unterschied zwischen der Nutzung einer S-Klasse als zweckdienliches Fortbewegungsmittel mit dem Mehrwert "Schönheit ab Werk" (woraus eine gewisse Souveränität spricht) und der Nutzung einer S-Klasse als Vermittler einer Anspruchsforderung "Guck mal ich da und meine Superfelgen !" (woraus das genaue Gegenteil spricht).
Es ging sicher nicht um Nachahmung.
Insoweit ist auch meine Meinung zu diesem Aspekt des Themas "Tuning von S-Klassen" damit sehr gut wiedergegeben. 😉
Man fährt das Auto nicht für die Nachbarn.
MfG ZBb5e8
Zitat:
Original geschrieben von ZbB5e8
Ich empfinde keine besondere Bewunderung für Camlots Positiv-Beispiele, dennoch kann man sie als Maßstab für echte Prosperität heranziehen.
Daher teile ich seine beschriebene Erkenntnis (mit Vergnügen), ohne jedoch die geringste Neigung zu verspüren, einen Maßstab für mein eigenes Tun daraus abzuleiten.
Hi, ZbB5e8 !
Du hast es wieder mal auf den Punkt gebracht.
Besser kann man es schwerlich formulieren.
Ich nannte diese Familiennamen auch überhaupt nicht als Zeichen von "Bewunderung", welcher Art auch immer, sondern es waren die erstbesten Namen, die mir als Synonym für "echte Prosperität", wie Du es so schön ausdrückst, eingefallen sind.
Meine Frage war darüberhinaus durchaus ehrlich interessiert gemeint:
Unabhängig davon, ob irgendein Mitglied der genannten Familien überhaupt MB fährt (wovon wir aber durchwegs ausgehen können), würde es mich auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen tatsächlich wundern zu erfahren, daß beispielsweiae der Allerreichste, also Ingvar Kamprad von IKEA, eine "geile" lachsfarbene S-Klasse mit vergoldeten 20"-Lexani-Felgen, 6-Rohr-Auspuff von Vaeth und nem Elch statt einem Mercedes-Stern fährt.
Soviel ich weiß fährt er einen Volvo und antwortete auf eine diesbezügliche Frage sinngemäß "es ist schön zu wissen, daß ich mir jederzeit einen Neuen kaufen könnte."
Jedenfalls haben solche Leute eher einen -serienmäßigen - Enzo, Murciellago oder auch SLR zuhause in der Garage als einen von AC-Automotive mit "Flügeltüren" aufgemotzten S oder CL.
Das wollte ich anmerken, anfragen, hinterfragen.
Es ist typisch für viele Diskuttanten, leider auch in Gremien, in denen man Diskussionskultur erwarten könnte, daß alle Aussagen immer nur zu (meist falschen) Rückschlüssen auf die Person des Diskussionsteilnehmers herangezogen werden.
Es ging doch lediglich um das Tunen von S-klassen und nicht um "Lebensweisen".
In der Verfilmung von F.Scott Fitzgeralds "The Great Gatsby" sieht man Mangel an "echtem Stil" sehr deutlich am Outfit und dem Auto des Emporkömmlings Jay Gatsby:
Er trägt auch Maßanzüge, wie die Leute mit denen er nun verkehrt, nur sind seine übertrieben auffällig gestreift.
Er fährt auch Rolls-Royce wie die "Anderen", aber seiner ist GELB mit VERGOLDETEN Speichenrädern....
Und dieses Beispiel gilt nicht nur für die 20erJahre des vorigen Jahrhunderts, in denen die Handlung spielt, sondern es läßt sich nahtlos auf die heutige Situation zum Topic "Tuning von S-Klassen" übertragen.
CAMLOT
P.S. : "Queen Mary" wird zwischen Weihnachten und Neujahr wohl zur letzten Kreuz..,äh, Sternfahrt auslaufen. Mit 31.12. soll die Abmeldung erfolgen 🙁
Ich werde persönlich für einen schönen letzten Ankerplatz sorgen.