Strassenverkehr und (Über)Forderung
Ein paar aktuelle Diskussionen lassen meine Gedanken zusammenfassend zur Thematik der (Über)Forderung im heutigen Strassenverkehr schweifen.
Was denkt Ihr darüber und/oder wie ergeht es euch "beim täglichen Wahnsinn auf den Strassen"?
War es früher besser, oder einfach nur anders? Wie denkt Ihr über den Faktor Mensch im ganzen - wird der heutige Verkehr zu viel, Stressfaktor? Warum sind teils immer mehr Leute manchmal offensichtlich überfordert, übersehen Dinge oder begehen wesentliche Fehler oder Irrtümer?
An manchen Tagen habe ich das Gefühl, als ob das komplexe System mit allem drum und dran, immer mehr zur (Über)Forderung führt bzw. stellweise sich der Kollaps schon abzeichnet...
Bin auf euere Ansichten gespannt!
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von neunter
Was denkt Ihr darüber und/oder wie ergeht es euch "beim täglichen Wahnsinn auf den Strassen"?
Hab weniger den Eindruck dass es Überforderung ist. Glaube dass ist mehr Gedankenlosigkeit und zunehmender Egoismus. Rücksicht und vorausschauendes Fahren bleibt dabei zunehmend auf der Strecke.
Dazu kommt in vielen Regionen mehr Verkehr, mehr Stau, schlechtere Straßen, ...
129 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von nix4free
Unsere (europäische) Gesellschaft krankt aber vor allem an einer Überreglementierung. Andere Kulturen funktionieren auch ohne - hüten wir uns, diese zu verurteilen, weil sie anders funktionieren: Leute aus anderen Kulturen würden sich mit unserem Reglementierungswahn nicht abfinden können. (Ich sage das aus Erfahrung in der Verwandtschaft.)Je weniger Regeln, desto besser - dafür lieber qualitativ bessere, umfassendere, solche, die das Mitdenken fördern statt einschränken. Statt dessen geht - gerade im Strassenverkehr - die Tendenz dahin, alles ins letzte Detail vorzuschreiben, bis das Mitdenken schon gar nicht mehr möglich ist.
Ein allfälliger Zerfall der Zivilisation ist so natürlich absehbar, denn das Mitdenken ist Grundbedingung für eine Zivilisation. "Früher war
allesmanches besser", aber man kann heute dafür vieles verbessern 😉
dick unterstreich😁
beispiel geschwindigkeitsüberschreitung:
es wird nicht besser, dass man die geschwindigkeiten gegen null absenkt. der 'normalfahrer' wird dadurch nur genervt und behindert.
die spezies, die eh mit 100 durch den ort brettert, störtes nicht, ob ein tempo 60, 50 oder 30 mißachtet wird.
fazit:
sinnvolle, wenige beschränkungen, und mehr überwachung neuralgischer punkte.
nicht nur die monitaer lukrativen wie blitzen bergab 50 m vorm ortsausgang😠
Zitat:
Solange man in Eigenverantwortung sich selbst einen Schaden zufügt kann das dem Rest der Menschheit relativ egal sein. Das sehe ich auch so.
Aber oft sind andere mit betroffen, und wenn es nur ein fetter Stau ist, weil jemand nicht einsieht mit 130 die linke Spur zu räumen. Da hört die Eigenverantwortung auf, es sei denn der verursacher entschädigt alle beteidigten für ihren Zeitverlust.
Es bleibt dabei, Regeln sind für alle da.
Genau richtig! Genau das habe ich gemeint!
Und in den allermeisten Fällen schadet man sich ja nur selbst, wenns um die Bussgelder geht...
Zitat:
sinnvolle, wenige beschränkungen, und mehr überwachung neuralgischer punkte.
nicht nur die monitaer lukrativen wie blitzen bergab 50 m vorm ortsausgang😠
QED. Es geht dir nicht um mehr Eigenverantwortung (die es nicht geben kann), es geht dir nur darum, mögliche Folgen deines eigenverantwortlichen Verhaltens zu reduzieren.
@ tiberius16
Ich kann mir nicht vorstellen das Dein Gedanke funktioniert. Lasche Regeln in Verbindung mit eigener Abwägung des Risikos . Unfallursache Nummer 1 wäre dann: Selbstüberschätzung, da bin ich mir sicher.
Zitat:
Original geschrieben von sukkubus
die spezies, die eh mit 100 durch den ort brettert, störtes nicht, ob ein tempo 60, 50 oder 30 mißachtet wird.
..ne, ne, viele interessiert es nicht das Alkohol am Steuer verboten ist, trotsdem wird es nicht legalisiert besoffen durch die Landschaft zu gurken.😉
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Langsam gewinne ich den Eindruck, dass ich zu kompliziert schreibe: Ich meine folgendes: Es kann nicht mehr dieser berühmten Eigenverantwortung geben, die immer wieder gefordert wird, weil man schon jetzt eigenverantwortlich handelt. Egal wie hart oder lasch die Regeln sind, man ist immer Eigenverantwortlich. Ich habe keine lascheren Regeln gefordert! Ich habe vielmehr versucht, diejenigen zu entlarven, die sich unter dem Deckmantel nach mehr "Eigenverantwortung" nicht mehr Eigenverantwortung wollen, sondern nur weniger mögliche negative Konsequenzen ihres Handelns fordern.
Ich bin im Gegenteil für mehr Überwachung. Damit würde die Güterabwägung, die ich oben erwähnte, zu gunsten der Risiken ausfallen und weniger zu gunsten des Funs und des Schneller ankommen wollens. Und das würde zu mehr Sicherheit führen. Nicht noch schärferere Regeln. Mehr Überwachung der bestehenden Regeln.
Zitat:
Original geschrieben von tiberius16
Langsam gewinne ich den Eindruck, dass ich zu kompliziert schreibe: Ich meine folgendes: Es kann nicht mehr dieser berühmten Eigenverantwortung geben, die immer wieder gefordert wird, weil man schon jetzt eigenverantwortlich handelt. Egal wie hart oder lasch die Regeln sind, man ist immer Eigenverantwortlich. Ich habe keine lascheren Regeln gefordert! Ich habe vielmehr versucht, diejenigen zu entlarven, die sich unter dem Deckmantel nach mehr "Eigenverantwortung" nicht mehr Eigenverantwortung wollen, sondern nur weniger mögliche negative Konsequenzen ihres Handelns fordern.Ich bin im Gegenteil für mehr Überwachung. Damit würde die Güterabwägung, die ich oben erwähnte, zu gunsten der Risiken ausfallen und weniger zu gunsten des Funs und des Schneller ankommen wollens. Und das würde zu mehr Sicherheit führen. Nicht noch schärferere Regeln. Mehr Überwachung der bestehenden Regeln.
OK, nun habe ich es wohl verstanden.🙂
Zitat:
Original geschrieben von tiberius16
Ich bin im Gegenteil für mehr Überwachung.
Traurig, dass so manch einer zu Gunsten eines etwaigen marginalen Sicherheitgewinns, sich für Einschränkung seiner Freiheit einsetzt...🙄
Bevor wir hier staatlichen Allmachtsphantasien das Wort reden, sollten geltende Reglen & Gesetze (und das beileibe nicht nur im Bereich der STVO) erstmal auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft werden und nur diejenigen übrig bleiben die einer kritischen Untersuchung (gerade bezüglich des Eingriffs in individuelle Freiheiten des Bürgers) standhalten. Diese können dann auch gerne effektiver überwacht werden.
Im übrigen sollten wir endlich davon wegkommen, Vorschriften am "größten anzunehmenden Vollpfosten" auszurichten, beziehungsweise am worstcase-Szenario festzumachen...
Merke: Die Erlangung der absoluten Sicherheit (falls es sowas überhaupt gibt) ist nur durch die vollständige Aufgabe der individuellen Freiheit möglich...
Natürlich birgt ein weitesgehend eigenverantwortlich bestimmtes Leben Risiken, aber diese sind der "Preis" besagter Freiheit!
solange aber die "größten Vollpfosten" am Verkehr teilnehmen dürfen, muss sich eben auch nach diesen gerichtet werden - gibt eben nicht nur Superhelden oder Leute die sich dafür halten.
Indivieduelle Freiheit ist ja schön und gut, hat aber in einem Umfeld wie dem allgemeinen Straßenverkehr nichts verloren. Da ist schlicht nichts Individuelles.
individuell kannst du auf deinem Grundstück oder deinem Keller sein aber nicht dort, wo es den Rest der Menschheit beeinträchtigen kann.
Wer seine Individualität ausleben möchte kann ja nach Urugay oder sonst wohin gehen und sich dort ein Stück Land kaufen um dort glücklich zu werden. Hier sollte jedenfalls eine Gemeinschafft laufen, welche Indiviualität eben gewissermaßen ausschließt.
Zitat:
Original geschrieben von der-schrittmacher
solange aber die "größten Vollpfosten" am Verkehr teilnehmen dürfen, muss sich eben auch nach diesen gerichtet werden - gibt eben nicht nur Suoperhelden oder Leute die sich dafür halten.
Liest Du meine postings eigentlich komplett oder interpretierst Du schon vorab; ich sprach ausdrücklich vom DURCHSCHNITTSFAHRER...
...und nein, ich sehe es weder im Strassenverkehr noch in sonstigen Lebensbereichen ein, dass sich die zumindest durchschnittlich "Fähigen/willigen", nach den "Unfähigen/willigen" zu richten haben!
@Letzterlude:
Siehe meine Ausführungen zum Sinn der STVO.
Aber um die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen: Welche konkrete Regel der STVO beschränkt dich in deiner Freiheit?
Zweite Frage: Wer definiert, ob jemand ein "Vollpfosten" ist?
Die Unfähigen sind aber jene, welche einen Führerschein erworben haben (im guten Wissen, dass es Vorschriften gibt an die man sich eben zu halten hat) um am gemeinsamen Leben auf der Straße teil zu nehmen, sich jedoch für Besseres halten und die gelernten Regeln für sich außer Kraft setzen.
Wenn es dir die nicht so Erhabenen doch so egal sind, solltest du vieleicht nicht in einem Sozialstaat leben.
Fähig ist, wer über den Fehlern der Anderen steht, diese hinnimmt und sich eben an Vorschriften hält, auch wenn es Andere nicht tun.
Fähig ist auch, wer gegen ansich unsinnige Vorschriften vorgeht und diese auf rechtlichem Weg aus der Welt schafft.
Zitat:
Original geschrieben von tiberius16
@Letzterlude:Siehe meine Ausführungen zum Sinn der STVO.
Aber um die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen: Welche konkrete Regel der STVO beschränkt dich in deiner Freiheit?
Es ist weniger eine bestimmte Vorschrift (aber auch da gibt es welche; kenne da jetzt aber nicht die einzelnen §§), es ist oftmals eher die Umsetzung; nur ein Beispiel; das oft mehr oder minder willkürliche ansetzen von Limits, bzw. deren Höhe oder das erlassen eines Überholverbotes auf schnurgerader Strecke, weil es dort vereinzelte "Discounfälle" (übrigens alle unter Alkoholeinfluß) gegeben hat (Bsp. aus meiner Gegend)...
Beides Maßnahmen, die überflüssig waren und am Kern der Problematik (Alk) vorbeigehen, aber einer Menge anderer Verkehrsteilnehmer Unannehmlichkeiten bereitet haben...
Von Begrenzungen, die in Verbindung mit stationären Kontrollpunkten eher der Einnahmeoptimierung, als denn der Sicherheit dienen, brauch ich wohl erst gar nicht zu reden...
Die Regeln der STVO sind also in Ordnung, dass ist doch schon mal erfreulich. Die Anwendung der Regeln mag in einzelnen Fällen sicher überprüfungswürdig sein, aber letztlich sehe ich dem Regelwerk keine ungebührliche Beschränkung der Freiheitsrechte und eigentlich auch nicht in der Anwendung.
Die zweite Frage hast du noch nicht beantwortet.
es gibt genügend Studien zu schnurgeraden Strecken und den Unfällen dort - die Unfälle dort haben beim besten Willen nicht alle mit Alkohol zu tun.
Das Thema ist auch nicht Alk, sondern unqualifizierte Fahrer am Steuer.