Strassenverkehr und (Über)Forderung

Ein paar aktuelle Diskussionen lassen meine Gedanken zusammenfassend zur Thematik der (Über)Forderung im heutigen Strassenverkehr schweifen.

Was denkt Ihr darüber und/oder wie ergeht es euch "beim täglichen Wahnsinn auf den Strassen"?

War es früher besser, oder einfach nur anders? Wie denkt Ihr über den Faktor Mensch im ganzen - wird der heutige Verkehr zu viel, Stressfaktor? Warum sind teils immer mehr Leute manchmal offensichtlich überfordert, übersehen Dinge oder begehen wesentliche Fehler oder Irrtümer?

An manchen Tagen habe ich das Gefühl, als ob das komplexe System mit allem drum und dran, immer mehr zur (Über)Forderung führt bzw. stellweise sich der Kollaps schon abzeichnet...

Bin auf euere Ansichten gespannt!

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von neunter


Was denkt Ihr darüber und/oder wie ergeht es euch "beim täglichen Wahnsinn auf den Strassen"?

Hab weniger den Eindruck dass es Überforderung ist. Glaube dass ist mehr Gedankenlosigkeit und zunehmender Egoismus. Rücksicht und vorausschauendes Fahren bleibt dabei zunehmend auf der Strecke.

Dazu kommt in vielen Regionen mehr Verkehr, mehr Stau, schlechtere Straßen, ...

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Hi,

Zitat:

Unsere (europäische) Gesellschaft krankt aber vor allem an einer Überreglementierung. Andere Kulturen funktionieren auch ohne - hüten wir uns, diese zu verurteilen, weil sie anders funktionieren: Leute aus anderen Kulturen würden sich mit unserem Reglementierungswahn nicht abfinden können. (Ich sage das aus Erfahrung in der Verwandtschaft.)

Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, wie viele Tote und Verletzte per anno dort in den Ländern deiner Verwandschaft zu beklagen sind. Es gab auch in D mal Zeiten, da konnte man auf der Landstrasse so schnell fahren wie man wollte: Zwischen 1953 und 1957 existierten in Deutschland keinerlei Geschwindigkeitsbegrenzungen, erst ab 1957 wurde das Limit von 50 km/h innerhalb von Ortschaften festgelegt und 1972 wurden Begrenzungen für Außerortsstraßen – aufgrund der stetig steigenden Zahl von Verkehrstoten – eingeführt [Quelle: Motorblatt].

1953 kamen bei 1,26 Mio zugelassenen Kfz 12600 Menschen ums Leben, 2009 sind es bei ca. 50 Mio. zugelassenen Fahrzeugen "nur" 4000 ums Leben. Sicher ist ein Grund eine Ausweitung der Regeln (z.B. Einführung von Tempolimits auf Landstrassen und innerhalb geschlossener Ortschaften (andere Gründe sind sicher die bessere Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge, die besseren Strassen und die bessere Ausbildung der Fahrer). In anderen Ländern, in denen weniger reguliert wird, z.B. Türkei, wo erst vor kurzem ein funktionierender TÜV eingerichtet wurde, sterben doppelt so viele Menschen, wie im EU-Durchschnitt. In Indien ist die Lage ganz katastrophal.

Der Focus schreibt dazu: "Sich mit dem Taxi oder gar Moped durch den indischen Straßenverkehr zu quälen, zählt aus europäischer Sicht zu den Extremsportarten. Auch abgebrühte Sizilien- oder China-Reisende können in Indien noch neue Dimensionen der Angst erfahren. Mit rund 100 000 Verkehrstoten pro Jahr, die Hälfte davon Fußgänger, steht Indien an der Spitze der weltweiten Statistiken. Im Vergleich: In Deutschland liegt die Zahl der Todesopfer bei 4970 (2007).
Doch was genau macht den Straßenverkehr in Indien so gefährlich? Die Mischung aus Armut – eine neue Bremse kostet Geld – und Fatalismus – die Götter werdens richten – verführt zu gefährlichen Manövern. Zudem ist das Straßennetz in erbärmlichem Zustand, und es existiert kein TÜV für Privatfahrzeuge. Darüber hinaus sind nicht alle Verkehrsteilnehmer in der Lage, geschweige denn willens, sich an Regeln zu halten – Kühe und Kamele allemal nicht. Dabei ist das Regelwerk durchaus einfach: Der Größere hat recht. Alle anderen Verkehrsregeln sind bestenfalls als Handlungsvorschlag zu werten, genauso wie die irrige Annahme, jeder habe (vor allem im Dunkeln) seine eigene Fahrspur zu nutzen oder das Licht einzuschalten. Der Plan, mit dem Mietwagen Indien am eigenen Steuer zu erkunden, sollte genau dies bleiben: ein Plan." (Quelle)

So schlecht ist eine Einführung von Regeln und deren Durchsetzung dann doch nicht!

Zitat:

Original geschrieben von nix4free



Zitat:

Original geschrieben von der-schrittmacher


Das Zusammenleben von millionen Menschen funktioniert nunmal nur mit Regeln und Vorschriften.

Leider werden diese aber zunehmend missachtet, selbst die einfachsten.

Es geht halt abwärts mit der Gesellschaft. Wie mit allen Kulturen die zur Zivilisation wurden und danach abstürzten.

Ok, die Verkehrsdichte hat zugenommen. Und ja, das Zusammenleben von vielen Menschen geht besser mit der Beachtung gewisser grundlegender Regeln.

Je weniger Regeln, desto besser - dafür lieber qualitativ bessere, umfassendere, solche, die das Mitdenken fördern statt einschränken. Statt dessen geht - gerade im Strassenverkehr - die Tendenz dahin, alles ins letzte Detail vorzuschreiben, bis das Mitdenken schon gar nicht mehr möglich ist.

100%ige Zustimmung!

(Über)regulierungswahn, Regelerotik, Kontrollfetischismus und Berufsbedenkentum sind die wahren Plagen unserer Zeit...😠

Anstatt den Menschen zum mündigen, eigenverantwortlich handelnden Bürger (Verkehrsteilnehmer) zu erziehen (durch die Anordnung & Überwachung weniger klarer sinnvoller Regeln), wird von o.g. Mischpoke ein Konzept verfolgt, welches selbstständiges Mitdenken geradezu verhindert und der gedankenlosen Teilnahme am Strassenverkehr vorschub leistet (...ist ja alles so schön geregelt...🙄); pure "Schrebergartenmentalität"...

Zitat:

Original geschrieben von letzterlude


der gedankenlosen Teilnahme am Strassenverkehr vorschub leistet (...ist ja alles so schön geregelt...🙄); pure "Schrebergartenmentalität"...

Nicht nur der gedankenlosen Teilnahme am Straßenverkehr. Am schlimmsten sind die Regulierer die keine Ahnung vom Regulieren haben, dafür gibt es ja jetzt wieder ein trauiges Beispiel.

Der Straßenverkehr spiegelt ja letztlich nur die gesellschaftlichen Zustände wieder. Und da kann ich nur sagen: Gute Nacht.

Nur, dass der Mensch nicht zum mündigen, eigenverantwortlichen Handeln taugt dürfte das Problem sein. Der Mensch ist und bleibt ein Herdentier, dass dummerweise dem nachrennt, welcher das größte Maul hat.

Der Mensch macht aus "Eigenverantwortlich" ganz schnell nur "Eigen", die Verantwortung geht ganz schnell baden.

Die Regeln entbinden nicht vom Denken!!!

P.s.: ich finds ganz angenehm in meinem Schrebergarten.

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Zitat:

Original geschrieben von der-schrittmacher


Nur, dass der Mensch nicht zum mündigen, eigenverantwortlichen Handeln taugt dürfte das Problem sein. Der Mensch ist und bleibt ein Herdentier, dass dummerweise dem nachrennt, welcher das größte Maul hat.

Der Mensch macht aus "Eigenverantwortlich" ganz schnell nur "Eigen", die Verantwortung geht ganz schnell baden.

Die Regeln entbinden nicht vom Denken!!!

P.s.: ich finds ganz angenehm in meinem Schrebergarten.

Das erklärt natürlich warum Du so regelverliebt bist...😉

Ich sehe das ganze wesentlich weniger dramatisch, die meisten Menschen können ganz gut eigenverantwortlich leben, man muss nur aufhören ihnen das aberziehen zu wollen...

Wichtig ist es das rechte Maß zwischen Eigenverantwortung und staatlicher Regulierung zu finden...

Zitat:

Original geschrieben von tiberius16



Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, wie viele Tote und Verletzte per anno dort in den Ländern deiner Verwandschaft zu beklagen sind.

Ich kann Dir dazu keine Zahlen liefern; ich kann Dir aber versichern, dass jede Statistik dazu ohne jede Aussagekraft ist, da es keine verlässlichen Daten dazu gibt. Gäbe es die, würden sie zensiert.

Zitat:

Zwischen 1953 und 1957 existierten in Deutschland keinerlei Geschwindigkeitsbegrenzungen

Damals war das Gefahrenbewusstsein und der technische Stand der Fahrzeuge auch nicht zu vergelichen mit heute. Es bräuchte die TL auch heute nicht, würden alle den Verstand einschalten. Dann würden nämlich 99,9% von sich aus innerorts 30, 40, 50 oder 60 km/h fahren

je nachdem, was die Situation gerade erlaubt.

Die restlichen 0.1% tun das auch heute mit den Begrenzungen nicht und werden es nie tun. Das einzige, was es mit 100%iger Sicherheit nie geben wird, ist die 100%ige Sicherheit.

Zitat:

...sterben doppelt so viele Menschen, wie...

Das immer gern zitierte Argument! Die Frage wäre, ob die Zahlen, so wie sie erhoben wurden, überhaupt vergleichbar sind. Sind das absolute Zahlen (dann sagen sie gar nichts aus...) oder relative Zahlen (dann müssten die Ausgangsbedingungen (ver-)gleich(bar) sein)?

Zitat:

Der Focus schreibt dazu: ...

Immer wieder interessant, solche Beiträge zu lesen. Nur ist das die Sicht einer/s Europäers/in, die/der europäische Verhaltensvorstellungen auf andere kulturelle Gegebenheiten anzuwenden versucht und damit eben kläglich scheitert: andere Länder - andere Denkensweisen - andere Sitten!

Zitat:

So schlecht ist eine Einführung von Regeln und deren Durchsetzung dann doch nicht!

Genau das habe ich ja in meinem ersten Satz geschrieben:

Zitat:

das Zusammenleben von vielen Menschen geht besser mit der Beachtung gewisser grundlegender Regeln;

wogegen ich mich wende ist der Irrglaube, dass man "das dumme Volk" nur für alles und jedes mit Verboten und Beschränkungen eindecken muss, um eine vollständige Sicherheit zu erreichen; nur gibt es die eben nicht. Das einzige, was wirklich funktioniert, sind wenige sinn- und massvolle Regeln kombiniert mit dem gesunden Menschenverstand. Letzteres ist auch eine (moralische) Aufgabe unserer Gesellschaft.

Zitat:

Original geschrieben von nix4free


Das einzige, was wirklich funktioniert, sind wenige sinn- und massvolle Regeln kombiniert mit dem gesunden Menschenverstand.

Theoretisch ja, nutzt nur nicht wenn die Grundregel Motor An = Verstand Aus lautet. 🙄

Das es keine absolute Sicherheit gibt ist klar. Aber ich sehe nicht, wo ich im Strassenverkehr nicht eigenverantwortlich bin. ICH entscheide, ob ich mich an die Regeln halte, ICH entscheide, wie schnell ich fahre, ICH entscheide, ob ich bei Rot fahren will, ICH muss die Folgen tragen, wenn ich EIGENVERANTWORTLICH entschieden habe, mich nicht an die Regeln zu halten (z.B. Bussgeld, diese mögliche Folge ist mir ja vorher klar, oder?). Aber es kommen noch wesentliche Punkte dazu, die die "Regelhasser" gerne vergessen:

1. Wenn ICH eigenverantwortlich die Regeln missachte und es dadurch zu einem Unfall kommt, dann muss u. U. ein anderer FREMDVERANTWORTLICH die Folgen tragen/mittragen!

2. Wenn es durch das eigenverantwortliche, nicht regelkonforme Verhalten zu einem Unfall kommt (und das Unfälle passieren, weil sich jemand nicht an die Regeln gehalten hat, ist, denke ich, unbestritten), sind die Regeln letztlich auch dazu da, die Schuldfrage zu klären und demjenigen der fremdverantwortlich Unfallschäden erlitten hat, möglichst angemessen zu entschädigen.

Die Regeln entbinden dich und niemanden daran eigenverantwortlich zu handeln. Wie gesagt, du kannst, ja musst, jede Entscheidung eigenverantwortlich treffen, schon jetzt. Niemand sitzt bei dir im Auto und nimmt dir diese Verantwortung ab. Du musst aber bereit sein, die Folgen zu tragen. Kurz: Das Risiko ist nicht nur eine Bestrafung für die Nichteinhaltung der Regeln, sondern dass auch Unschuldige mit diese Folgen tragen müssen. Und das ist auch dann der Fall, wenn du dich bei einem Alleinunfall um den Baum wickelst. Dann haben auch andere Folgen zu tragen und seien es nur die Retter, die dich aus dem Auto schneiden müssen...

Du hast die EIGENVERANTWORTLICHE Wahl. Daraus leitet sich aber auch ab, dass du für eventuelle Folgen VERANTWORTLICH bist!

Zitat:

Original geschrieben von tiberius16


Das es keine absolute Sicherheit gibt ist klar. Aber ich sehe nicht, wo ich im Strassenverkehr nicht eigenverantwortlich bin. ICH entscheide, ob ich mich an die Regeln halte...

Hmm, also ich gehe mal davon aus, dass der Sinn von Regeln ist, sich

daran zu halten

.

Genau die Einstellung, dass es für die Einhaltung von Vorschriften der Eigenverantwortung bedarf, ist dafür verantwortlich, dass der Gesetzgeber Vorschriften strenger erlässt, als tatsächlich notwendig. So entstehen nicht einzusehende Beschränkungen. Regeln einzuhalten ist aber nur sinnvoll, wenn sie verhältnismässig sind. Teufelskreis geschlossen!

Ajo... man begrenzt auf 60 damit die Leut mit maximal 80 durchfahren und auf Schrittgeschwindigkeit damits wenigstens bei 30 bleibt... Und als jemand der sich an solche Regeln hält ist man dann quasi der gearschte und wird noch als "Blocker" und "Schleicher" beschimpft...

Zitat:

Original geschrieben von Marodeur


Ajo... man begrenzt auf 60 damit die Leut mit maximal 80 durchfahren und auf Schrittgeschwindigkeit damits wenigstens bei 30 bleibt... Und als jemand der sich an solche Regeln hält ist man dann quasi der gearschte und wird noch als "Blocker" und "Schleicher" beschimpft...

Du bestätigst damit nur das Gesagte. Es ist wichtig wenige sinnvolle Regeln zu haben, welche auch eingehalten werden; nicht weil man

muss

, sondern weil man einsieht, dass die Regeln sinnvoll sind und deshalb freiwillig einhält.

Die von Dir erwähnte Übertretung zeigt ja gerade, dass man sich daran gewöhnt hat, dass Beschränkungen meist nicht der Situation entsprechen. Und jetzt fordert man natürlich noch rigorosere Beschränkungen, die dann selbstverständlich noch weniger eingehalten werden - auch von den Befürwortern der Beschränkung nicht, wie in anderen Threads zu lesen ist.

Heya,

Zitat:

Original geschrieben von nix4free


Es ist wichtig wenige sinnvolle Regeln zu haben, welche auch eingehalten werden; nicht weil man muss, sondern weil man einsieht, dass die Regeln sinnvoll sind und deshalb freiwillig einhält.

tja, nur leider ist dieses "man" das Problem. Und dann kommen noch die Egoisten, die sagen: Mit meinem <hier super tolles Fahrzeug einfügen> kann ich auf der Landstraße locker 140 fahren, also sind die 100 nicht sinnvoll.... und dann lass mal zwei solcher Experten aufeinandertreffen, im wörtlichen Sinne: Gleiche Straße, jeder ist der Meinung, er kann überholen...

Ich wiederhole es zum x-ten Mal: Die Regeln sind kein Selbstzweck, sie dienen auch dazu, dass jeder Fahrer sich auf den anderen verlassen kann (bzw. können sollte).

Elderian

Zitat:

Original geschrieben von nix4free



Zitat:

Original geschrieben von Marodeur


Ajo... man begrenzt auf 60 damit die Leut mit maximal 80 durchfahren und auf Schrittgeschwindigkeit damits wenigstens bei 30 bleibt... Und als jemand der sich an solche Regeln hält ist man dann quasi der gearschte und wird noch als "Blocker" und "Schleicher" beschimpft...
Es ist wichtig wenige sinnvolle Regeln zu haben, welche auch eingehalten werden; nicht weil man muss, sondern weil man einsieht, dass die Regeln sinnvoll sind und deshalb freiwillig einhält.

Es wird nie auch nur eine Regel geben in der alle den Sinn erkennen. Jeder sieht es aus einem anderen Winkel.

Auch wenn man den Sinn einer Regel nicht erkennt gibt einem dies nicht das Recht diese zu überschreiten bzw. zu ignorieren. Das funktioniert nicht und wird nie funktionieren in unserem komplexen System.

Auch ich, man höre und staune, finde viele Regeln und Vorschriften unsinnig und überflüssig. Ich wette da sind auch einige dabei die jemand von Euch höchst wichtig erscheint.

Ich halte mich an die Regeln und damit gut.

Komme mir jetzt bitt niemand wieder mit Regelhörigkeit und ich solle doch mal meinen Kopf benutzen. Mache ich täglich, oft für andere mit.

Der wesentliche Punkt ist, dass sich jeder mal nicht an die Regeln hält. Und zwar Eigenverantwortlich. Im wahrsten Sinne des Wortes, weil niemand einem die Verantwortung abnimmt. Auch nicht die Regeln. Ich selbst habe mich oft nicht an die Regeln gehalten und wurde dreimal in meinem Leben geblitzt. Aber ich habe in diesen Momenten vorher selbst entschieden, dass ich schneller als erlaubt fahren wollte. Niemand hat mir diese Entscheidung aufgedrängt oder gar abgenommen. Ich war es, im wahrsten Sinne des Wortes "eigen"verantwortlich.

Vielleicht ist es sinnvoll, sich den Zweck der Regeln, also der STVO, ins Gedächtnis zu rufen. Ihr Inhalt ist nicht darauf ausgelegt, den größtmöglichen Fun zu haben, sie ist nicht darauf ausgelegt, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Sie ist dazu da, ALLEN Verkehrsteilnehmern unabhängig von ihrerem Können, ihrem Ausbildungsstand (Führerschein ja/nein) und der Wahl ihres Verkehrsmittels zu ermöglichen im Strassenverkehr möglichst sicher von A nach B zu kommen. Und sie belässt die Verantwortung beim Verkehrsteilnehmer.

Zitat:

Hmm, also ich gehe mal davon aus, dass der Sinn von Regeln ist, sich daran zu halten.

Genau die Einstellung, dass es für die Einhaltung von Vorschriften der Eigenverantwortung bedarf, ist dafür verantwortlich, dass der Gesetzgeber Vorschriften strenger erlässt, als tatsächlich notwendig.

Du hast mich missverstanden. Ich habe nicht für die Missachtung der Regeln plädiert, sondern nur versucht zu verdeutlichen, dass bereits jetzt jeder dafür selbst verantwortlich ist, sich an die Regeln zu halten, die Forderung nach mehr Eigenverantwortung also unsinnig ist, da mehr Eigenverantwortung nicht geht. Was vielmehr gefordert ist, ist nicht mehr Eigenverantwortung, sondern lockerere Regeln, mit dem Hintergrund, nicht mehr für die Nichteinhaltung von Regeln zu Kasse gebeten zu werden, also einen Teil der möglichen Folgen des eigenverantwortlichen Handlungen nicht mehr verantworten zu müssen. Nicht mehr und nicht weniger. Das wäre vielleicht sogar o.k., wenn die Folgen nur denjenigen träfe, der dies fordert, aber oft genug müssen andere die Folgen tragen. Und das ist wie oben ausgeführt, nicht im Sinne der STVO sondern absolut konträr zur STVO.

Oder um es etwas zu verdeutlichen: Wenn ich eine Entscheidung treffe, ist dies immer eine Güterabwägung: Ich möchte schneller fahren, was sind die möglichen Folgen? Auf Basis dieser möglichen Folgen (ich habe mehr Spass, bin schneller da, muss unter Umständen ein Bussgeld zahlen, mein Führerschein ist weg, ich verursache einen Unfall, wobei letzteres nie ins Kalkül gezogen wird) entscheide ich, ob sich das Risiko lohnt, sprich die Vorteile die möglichen negativen Konsequenzen überwiegen. Das macht jeder so. Oft genug entscheidet man sich dafür, das die Vorteile überwiegen. Aber dann, und das sieht man an den vielen Heulthreads, kommt, wenn die Blitze zugeschlagen hat, das große Gejammere und es wird mehr Eigenverantwortung gefordert. Aber die gibts nicht, denn man hat schon Eigenverantwortlich gehandelt...

Zitat:

Original geschrieben von tiberius16


Der wesentliche Punkt ist, dass sich jeder mal nicht an die Regeln hält. Und zwar Eigenverantwortlich. Im wahrsten Sinne des Wortes, weil niemand einem die Verantwortung abnimmt. Auch nicht die Regeln. Ich selbst habe mich oft nicht an die Regeln gehalten und wurde dreimal in meinem Leben geblitzt. Aber ich habe in diesen Momenten vorher selbst entschieden, dass ich schneller als erlaubt fahren wollte. Niemand hat mir diese Entscheidung aufgedrängt oder gar abgenommen. Ich war es, im wahrsten Sinne des Wortes "eigen"verantwortlich.

Solange man in Eigenverantwortung sich selbst einen Schaden zufügt kann das dem Rest der Menschheit relativ egal sein. Das sehe ich auch so.

Aber oft sind andere mit betroffen, und wenn es nur ein fetter Stau ist, weil jemand nicht einsieht mit 130 die linke Spur zu räumen. Da hört die Eigenverantwortung auf, es sei denn der verursacher entschädigt alle beteidigten für ihren Zeitverlust.

Es bleibt dabei, Regeln sind für alle da.

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