Stottern, Leerlauf, Abwürgen am laufenden Band

VW Käfer 1200

Guten Morgen zusammen, ich hoffe, dass jemand von euch mit meinem Problem was anzufangen weiß. Hab mir vor 3 Jahren nen 1200L aus den 70ern gekauft - der ist auch komplett Standard-Motorisiert, hat den 34PS Motor mit Standardvergaser drin und hat super durchgezogen, komplett unauffällig.

Jetzt heuer im Juni ist er mir nach kurzem Stottern während der Fahrt ausgegangen und wollte nicht mehr anspringen. Der ADAC hat ihn dann mit Startspray soweit zum Laufen bekommen dass ich in die Werkstatt konnte. Starkes Stottern, sehr unregelmäßiger Lauf, immer kurz vorm Ausgehen. Der Zündverteiler war durch, also hat die Werkstatt mir den gewünschten Ignition123 reingebaut. Dann Vergaser komplett zerlegt, rein ins Ultraschallbad und mit sämtlichen neuen Dichtungen wieder zusammengebaut. Dann wurde noch ein Kraftstofffilter eingebaut, Zündkabel erneuert und der Vergaser professionell mit Messgerät eingestellt.

Er läuft auch, aber folgende Probleme bekommt die Werkstatt nicht in den Griff:

(1) Leicht unregelmäßiger Lauf, immer mit leichten Aussetzern - das merkt man vor allem im Standgas durch die Ortschaft, da schüttelt er dich immer leicht durch, das kannte ich vorher nicht. Durchziehen tut er aber gut wenn man ihm den Bleifuss gibt, ich denke aber dass das Stottern dann nur mehr untergeht, aber dennoch sicherlich da sein wird.

(2) Er hängt irgendwie zu lange am Gas wenn ich vom Pedal gehe. Also er braucht immer einen Moment länger, bis er zurück ins Standgas geht.

(3) Bei Wechsel aus der Fahrt in den Leerlauf (scheint schlimmer wenn er warm ist) dauert es in der Regel zwischen 5 und 10 Sekunden und er würgt sich ab, geht aus. Sehr gefährlich, weil ich immer Zwischengas geben muss, deshalb steht er jetzt auch schon wochenlang. Auch will er nicht mehr so richtig in den "Pfopfel"-Leerlauf wie man es von den Boxermotoren kennt, also mir scheint der Leerlauf immer leicht zu hoch zu sein. Ich muss aber halt auf den Mechaniker vertrauen. :-/

Nebenluft scheint er nicht zu ziehen, das wäre ja so ein Klassiker - ich hab Bremsenreiniger bei Leerlauf überall rangesprüht wo keine Elektronik ist, keine Auffälligkeit hör-/spürbar. Luftfilter ist ebenfalls neu (K&N) und sitzt fest auf dem Vergaser. Der Mechaniker tippt weiterhin auf Problem in der Zündung irgendwo. Sagt euch das was, vielleicht is es ja ein ganz typisches Problem wo es 1..2..3.. Stellen gibt wo man fündig werden sollte?

Danke euch für jede Hilfe.
Gruß
70sman

40 Antworten

Mir fiel eben im Vergleich Deiner Kappe mit der von Bugpepe auf das sie innen anders aussehen. Der Federkontakt schaut anders aus und bei Dir steht die 1 drin und bei Bugpepe nichts. Bist Du Dir sicher das ihr euch nicht verquatscht habt und aus Versehen die alte Kappe wieder eingebaut wurde?
Ihr habt beide einen 123 oder?

Für mich sieht das so aus, als würden die Verteilerbestandteile gar nicht zusammengehören.

Die Werkstatt eines noch so "guten Bekannten" hätte sich für mich in dem Moment disqualifiziert, wo statt grundlegendster Servicearbeiten (Ventilspielkontrolle und -einstellung) womöglich sinnlos Teile erneuert werden und das auch noch offensichtlich nicht fachgerecht.

Auch ist jeder Leitungsanschluss ein Risikofaktor. Mit dem Einbau eines Kraftstoffilters im Motorraum hast Du Dir völlig nutzlos zwei zusätzliche geschaffen...

Zusammenfassend kann ich Dir nur dringend empfehlen, Dir jemanden zu suchen, der wirklich Ahnung hat.

Eine weitere Störungsquelle wäre der U- Schlauch am Verteiler. Der hat eine recht starken Knick. Den erneuern.
Der sieht aus wie ein wild gewordener Handfeger 😉

@Naxel63 ja den Kraftstofffilter wollten die unbedingt verbauen, da der Tank wohl außen erkennbar schon rostig war und überlackiert wurde - also um zu verhindern, dass Innenrost mit dem Kraftstoff zur Pumpe wandert. - Wie hätte man das mit dem Filter besser lösen müssen?

Ich sprech heute mal mit ihm - mir wäre am Liebsten der ganze Ignition Bums kommt raus und der Standard sauber eingestellt wieder rein... Ich halte euch auf dem Laufenden.

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Es gibt bessere Orte für den Filter. Entweder unter dem Tank oder hinten links wo die Metallleitung aus dem Tunnel kommt und auf einem Stück in einem Gummischlauch nach hinten führt. Oder sagen wir so: schlechter als im Motorraum geht es nicht.

Eine passende Maßnahme gegen einen verrosteten Tank wäre Tankentrostung oder ein neuer Tank.

Der Ignition hat doch nur Vorteile. Der größte: Wartungsfreiheit. Wenn Du den schon bezahlt hast, würde ich eventuelle Fehler beseitigen und ihn behalten. Ansonsten machst Du den mechanischen rein und fährst mit jedem Furz in die Werkstatt.

@Chriss009 wir haben grad gesprochen und tatsächlich hat er den Verteilerkopf gegen einen anderen getauscht, da der Original des Ignition bereits nach den ersten Fahrten verschlissen war. Wir versuchen jetzt einfach einen regulären Zündverteiler und werfen den Ignition vorerst mal raus.

Zitat:

@70sman schrieb am 19. September 2024 um 13:43:37 Uhr:


@Chriss009 wir haben grad gesprochen und tatsächlich hat er den Verteilerkopf gegen einen anderen getauscht, da der Original des Ignition bereits nach den ersten Fahrten verschlissen war. Wir versuchen jetzt einfach einen regulären Zündverteiler und werfen den Ignition vorerst mal raus.

....oder so etwas.

Diese fahre auch ich und bin sehr zufrieden.

Alles passt auf Anhieb und keinerlei Probleme.
Einbauen, Eistellen und glücklich sein.😉

Hier der Link dazu:
https://www.fulmax.de/information.php

Wäre eine Überlegung wert.....

Zitat:

@70sman schrieb am 19. September 2024 um 12:18:56 Uhr:


...ja den Kraftstofffilter wollten die unbedingt verbauen, da der Tank wohl außen erkennbar schon rostig war und überlackiert wurde...

Unter dem Tank bzw. an dessen Ausgang sollte sich sowieso einer befinden - ansonsten ist dazu alles gesagt.

Ich fahre übrigens in meinem 63er-Käfer und meinem 74er-Kübel - bei beiden bin ich der zweite Besitzer - unverändert und problemlos den originalen Verteiler. Jegliches Elektronikgedöns kommt mir erst dann ins Haus, wenn es dazu keine Alternative mehr gibt...

ich verstehe das alles nicht

es wird gebashed weil der 123 das Ursprungsproblem nicht behoben hat ?

dann lag es offensichtlich nicht am Zündimpulsgeber ( Verteiler )

die Hausaufgaben ( Ursachensuche ) wurden nicht gemacht.

diese Vorgehensweise ist ...

der 123 mit Unterdruck hat übrigens allen möglichen Schnickschnack integriert, was in der Regel die Leerlaufqualität verbessert und die notwendigen verschleißbedingten Arbeiten unnötig macht.

(kein Unterbrecherkontakt, kein Zündkondensator ) dazu verschiedene Zündkurven, spielfrei, Leerlaufruheregelung, drehzahlabhängige Ladezeit, Stromunterbrechung bei Motorstillstand

ich habe zwei von den Dingern verbaut und die funktionieren einwandfrei !

Mag durchaus sein, daß die 123er wunderbar funktionieren - hört bzw. liest man ja auch immer wieder.

Die Voraussetzungen dafür sind aber sicher ein intaktes Gerät einerseits und fachgerechter Einbau andererseits.
Mindestens eine der Voraussetzungen scheint hier aber zweifelhaft.

Auch wird der (womöglich auch noch sinnlose) Austausch des Verteilers keinen ewigen Servicerückstand kompensieren können...

Zitat:

@70sman schrieb am 18. September 2024 um 08:32:00 Uhr:


Der ADAC hat ihn dann mit Startspray soweit zum Laufen bekommen dass ich in die Werkstatt konnte.

Das Problem fing hier an, man erinnere sich an den Startbeitrag.

Wenn der mit Starthilfespray wieder an geht, liegt es nicht an der Zündung, denn das Spray enthält keine Zündfunken.

Also ist es ein Problem in der Kraftstoffzufuhr bzw. Gemischaufbereitung.

Wenn es schlagartig auftritt, ist es normalerweise auch eng einzugrenzen, und nicht auf Verschleiß oder sowas zurückzuführen. Es hat dann auch keinerlei Sinn, den Vergaser, wie angeführt, komplett zu zerlegen, ins Ultraschallbad zu tun und mit neuen Dichtungen zusammenzubauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwas schlechter wird, ist deutlich größer als die, dass etwas besser wird. Ich weiß auch nicht, was man da immer für einen "Dreck" sucht, es sei denn, man hat wirklich verdrecktes Benzin getankt und keinen funktionierenden Filter.
Wenn der "Experte" es dann z. B. noch schafft, mit der Druckluftpistole das Rückschlagventil der Beschleunigerpumpe festzusetzen und es nicht merkt, dann ist eh alles Verloren.

Da die neue Wunderzündung offensichtlich irgendwie zweifelhaft ist, würde ich zuerst einmal den alten Verteiler wieder einbauen und statisch Schließwinkel und ZZP checken. Dazu braucht man beim Käfer NULL Meßgerät und auch der Motor muss nicht laufen.
Ventileinstellung sowieso.
Dann das Benzinproblem suchen und eliminieren.
Und dann kann man sich wieder mit dem elektronischen Verteiler beschäftigen, wenn man will.

Alles gleichzeitig wollen ist Gemurkse.

Hallo
Also ich habe auch das selbe Problem mit meinen Käfer.
Ich hatte nach und nach alles getauscht.
Die Verteilerkappe, Zündkabel, Kondensator , Dichtungen am Vergaser aber wie gesagt alles nach und nach und nach jedem gewechseltem Teil geschaut ob der Fehler weg ist..... ZZP wurde auch Kontrolliert... aber das Stottern ist immer noch.

Hast Du Dir mal den Unterbrecherkontakt im Verteiler angesehen?

Mir fällt da noch die Zündspule ein und der Verteiler Läufer.
Denen sieht man Defekte nicht an. Zündspule kalt= i.O.
Warme Zündspule: Fehlzündungen.

Beim Verteilerläufer liegt der Fehler unter der schwarzen Vergussmasse, sieht Augenscheinlich ok aus aber innerlich kann er Verbrannt sein( Kohlestift) wie der in der Verteilerkappe (mitte)

Wenn möglich dies mal versuchsweise tauschen.

Wenn man das nötige Feingefühl besitzt und die Zündung als schwächlich in Verdacht hat, kann man u. U. auch durch eine Gegenprobe schlauer werden: einfach mal die Benzinsorte wechseln.
Marketing hat's ja geschafft, dass manche Leute glauben, je teurer das Benzin sei, desto besser sei es auch für ihr "Schätzchen". Käfer hingegen sehnt sich nach dem ollen Normalbenzin, das zündete am besten.
Wenn ich wissen will, ob die Zündkerzen noch was taugen, gebe ich meinem auf leeren Tank 5l super-duper-100Oktan-Muschelbenzin. Wenn er dann ins Stottern kommt, muss was gemacht werden.

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