Rentner überfährt Zweijährigen auf Zebrastreifen - Reaktionstest oder Fahreignungstest sinnvoll?

Es ist schon wieder passiert: Ein Rentner (84) erfasst eine Mutter mit Kind auf einem Zebrastreifen in Berlin - das zweijährige Kind stirbt. Kurze Zeit vorher: 91-jähriger Autofahrer überrollt in Marzahn 89-Jährige an Zebrastreifen.

Findet ihr, dass Fahreignungstests ab 70 Jahren verpflichtend sein sollten? Oder auf freiwilliger Basis, dafür mit Anreizen wie z.B vergünstigte Versicherungstarife bei erfolgreichen Bestehen etc.?

Evt. kann auch seitens des Staates/ der Krankenversicherung mit Taxi-Gutscheinen für Arzt-Besuche unterstützt werden. Was meint ihr?

Euer Andre

507 Antworten
Zitat:
@Taunusrenner schrieb am 26. August 2025 um 18:42:16 Uhr:
. Neue oder andere Ideen werden von vorherein getötet. Also, es soll sich etwas ändern und man ist auch uunbedingt dafür, aber doch nicht mit neuen Gedanken und Verfahren?
Solange die Benkenträger die Überhand haben, könnte hier ewig weiterdiskutiert werden- ändern würde sich jedoch nichts. Kein Wunder, dass der ohnhin schon mehr als lahmende Fortschritt in Deutschland zum Stillstand kommt.

Es ist immer noch die Frage: Was will man erreichen ?

Unfälle signifikant senken ?

Da müsste man dann erstmal bei anderen Dingen ansetzten. Promille, Smartphones, Geschwindigkeit, Abstand.

Die paar Senioren die man ggf. nicht mehr fahren lässt fallen nicht ins Gewicht.

Die Bürokratie bringt dann alleine die Erfassung überhaupt. Irgendein Amt muss schließlich die Jahrgänge überpüfen, schauen wer einen FS hat und diesen dann anschreiben. Dann Fristen überwachen, Eingang der Testergebnisse überwachen, erneut anschreiben um die Fahrerlaubnis zu entziehen usw.

Unbürokratisch wäre es letztendlich nur die Gültigkeit des FS von vorneherein auf jeweils 5 Jahre zu begrenzen.

Ich frage mich immer noch warum hier einige scheinbar so ein Problem damit haben. Wer das ab 70 befürwortet dürfte auch kein Problem haben wenn dies dann eben auch den 25, 30, 35... jährigen trifft. Meinetwegen die erste Frist 10 Jahre nach der Probezeit. In der Theorie wäre man dann eben ab 30 "fällig".

Kein Aufwand für Behörden. Der Inhaber ist selbst verantwortlich. Verpasst er es ist derjenige automatisch ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs und hat eben die Konsequenzen zu tragen.

Die paar EUR und ein Tag Urlaub alle 5 Jahre kann auch jeder problemlos aufbringen. Ist schließlich auch Privatvergnügen.

Und sollte dann eben bei einem 45 jährigen, warum auch immer, möglicherweise eine Fahruntauglichkeit festgestellt werden ist dass auch alleine sein Problem.

Aber immer noch scheint hier, gerade bei den U70 jährigen regelrecht "Angst" davor zu bestehen.

Zitat:@MZ-ES-Freak schrieb am 26. August 2025 um 19:26:14 Uhr:
Wo siehst du denn einen gebahren Weg, ohne mehr Bürokratie, mal ganz allgemein die Verkehrssicherheit zu erhöhen, und damit Tote zu minimieren?

Allgemeines Tempolimit von 120 Km/h auf Autobahnen und 80 Km/h auf Landstraße. Innerorts 30. (nein, ich will da keine Diskussion entfachen). Kein bürokratischer Aufwand erforderlich.

Leistungsbegrenzung für Fahranfänger und eine allgemeine Leistungsbegrenzung auf maximal 200 PS. Minimaler bürokratischer Aufwand.

Güterverkehr massiv auf die Schiene verlagern. OK, das ist nicht so einfach. Sehe ich ein, sollte aber mehr Fokus erhalten.

Generelles Überholverbot für schwere LKW (ausgenommen landwirtschaftliche und einspurige Fahrzeuge). Kein bürokratischer Aufwand.

Nicht abschaltbare und nervtötende Warntöne ab einer Überschreitung von 10% des geltenden Limit. Kein bürokratischer Aufwand.

Notbremsassistent als zwingende Ausstattung. Kein bürokratischer Aufwand.

Zitat:
@NeuerBesitzer schrieb am 26. August 2025 um 19:39:57 Uhr:
Die paar EUR und ein Tag Urlaub alle 5 Jahre kann auch jeder problemlos aufbringen.

Das wäre für mich noch das "tragfähigste" Gegenargument. Schließlich müssen Terminwahl und "Freistellung" anschl. zusammenpassen.

Aber immer noch scheint hier, gerade bei den U70 jährigen regelrecht "Angst" davor zu bestehen.

Müsste man einen Poll aufsetzen.

Ich würde ja nicht nur heute dafür Stimmen, ich weiß ja auch das mich das eines Tages auch "treffen" wird ... wenn ich dahinkomme.

Zitat:
@Melosine schrieb am 26. August 2025 um 19:45:36 Uhr:
Güterverkehr massiv auf die Schiene verlagern.
Generelles Überholverbot für schwere LKW (ausgenommen landwirtschaftliche und einspurige Fahrzeuge). Kein bürokratischer Aufwand.

Hast du was gegen LKW? Beides kein großes Sicherheitsthema. 80 auf Landstraßen für alle funktioniert, einfach mal quer durch die Niederlande fahren und auf die Durchschnittsgeschwindigkeit gucken. LKW 60, PKW 100, ... alle 80 bringt kaum noch nötige Überholmanöver und deutlich besseren Verkehrsfluss.

Aber einfache Lösungen kriegen wir in D nicht geschissen, das zeigt die Diskussion hier genauso wie das leidige Maut-Thema. Simple Vignette die in vielen Ländern funktioniert? Zu einfach. Einfach die Lösung die Berufskraftfahrer alle 5 Jahre mit Seh- und Gesundheitstest eh schon machen für alle übernehmen? Zu einfach. Gleiches Tempolimit auf Landstraßen für alle? Zu einfach. Vernünftige Radwege? Zu einfach.

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Zitat:
@Astradruide schrieb am 26. August 2025 um 19:48:24 Uhr:
Das wäre für mich noch das "tragfähigste" Gegenargument. Schließlich müssen Terminwahl und "Freistellung" anschl. zusammenpassen.
Müsste man einen Poll aufsetzen.
Ich würde ja nicht nur heute dafür Stimmen, ich weiß ja auch das mich das eines Tages auch "treffen" wird ... wenn ich dahinkomme.

Aber alleine dein Problem. Innerhalb von 5 Jahren sollte man einen rechtzeitigen Termin ja wohl hinbekommen. Wenn halt nicht: Keine gültige Fahrerlaubnis und auch ganz allein dein Problem.

Zudem: Kiffen ist ja legal und sogar gesellschaftlich wie Alkohol akzeptiert. Ich traue einem regelmäßigen Kiffer durchaus zu dass diese die Fahruntüchtigkeit deutlich vor 70 erreichen. Deshalb lieber für alle; ohne Altersgrenze und gut ist

Wie geschrieben: Ist die unbürokratischste Lösung. Wers nicht will: Auch kein Problem. Wird keiner gezwungen Auto zu fahren.

Zitat:
@Melosine schrieb am 26. August 2025 um 19:45:36 Uhr:
Allgemeines Tempolimit von 120 Km/h auf Autobahnen und 80 Km/h auf Landstraße. Innerorts 30. (nein, ich will da keine Diskussion entfachen). Kein bürokratischer Aufwand erforderlich.

Völlig am Ziel vorbei, wenn Tempolimit, dann 80 km/h auf der Autobahn und 60 km/h. Alles andere ist egoistisch, von den Leuten, die meist sowieso meist nicht schneller als 120 oder 130 km/h fahren. Keine Einschränkungen für einen selbst aber Einschränkungen für andere Autofahrer.

Dabei ist 120 km/h ein fauler Kompromiss, bringt nicht viel. Besser eben die 80 km/h auf der Autobahn, weil dann alle mit vergleichbarer Geschwindigkeit unterwegs sind. Da die Differenzgeschwindigkeit marginal ist, sind Unfallfolgen, wenn es diese noch gibt, wesentlich geringer.

Weiterhin gibt es keinen Grund die linke Spur zu bevölkern und die rechte ist frei. Da alle die gleiche Geschwindigkeit fahren, verteilt sich der Verkehr auf alle Spuren.

Dann ist das auch eine ökologische optimale Lösung, da der Verbrauch der Fahrzeuge bei dieser Geschwindigkeit ein Minimum ist.

Außerdem dauert die Fahrt länger, also auch noch ein Ansporn öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn zu nutzen. Diese hat dann auch mehr Geld, die Bahn besser auszubauen.

Leider ist dann auf Landstraße ein Limit von 60 km/h notwendig, um zu verhindern, dass viel Verkehr von der Autobahn auf die Landstraße abwandert, was wiederum ein höheres Unfallaufkommen bedeuten würde.

Ziehst du mit meinem Vorschlag mit? Wenn nicht siehe erster Absatz.

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Generelles Überholverbot für schwere LKW (ausgenommen landwirtschaftliche und einspurige Fahrzeuge). .

Dann zieht der langsamste LKW eine riesige Schlange an LKWs hinter sich her. Wenn die dann an einer Auffahrt vorbeifährt, ist ein Auffahren auf die Autobahn schwierig. Dies in Verbindung mit den Leuten, die nicht auffahren können, bedeutet das ein erhöhtes Unfallaufkommen, vermutlich sogar auch mit schweren Unfällen.

Gruß

Uwe

....wenn Tempolimit, dann 80 km/h auf der Autobahn und 60 km/h....(...)...Außerdem dauert die Fahrt länger, also auch noch ein Ansporn öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn zu nutzen

Da sprüht ja ein wahres Feuerwerk an Ideologie.....☹️ ---> nicht mehr ernstzunehmender Beitrag...

Nein, die einzig wahre Lösung. Ich weiß aber, dass diese nicht kommen wird, weil Leute wie z.B. du sich gegen die richtige gute Lösung wehren wird.

Somit bleibt es, wie es ist und das passt mir auch.

Wenn aber Tempolimit, dann bitte konsequent, sie mein letzter Beitrag, da würde ich mitziehen, zwar nicht freudstrahlend, aber ja.

Gruß

Uwe

Zitat:@Melosine schrieb am 26. August 2025 um 19:45:36 Uhr:

Leistungsbegrenzung für Fahranfänger und eine allgemeine Leistungsbegrenzung auf maximal 200 PS. Minimaler bürokratischer Aufwand.

Notbremsassistent als zwingende Ausstattung. Kein bürokratischer Aufwand.

Nun ja, Notbremsassistent ist längst vorgeschrieben.

Leistungsbegrenzung für Fahranfänger...ja, dann kommen sicherlich wieder etliche bürokratische Hürden. Anpassung FEV, dann müsste man Leistungsgewichte definieren. Weiterhin würde es einen riesen Boom mit Drosselungen geben damit man auch Brot und Butter Autos nehmen kann (schau dir den Markt mit Kleinwagen an, das wird sukzessive ausgedünnt)

Dann würden tausende Fahrzeuge eine Änderungsabnahme brauchen, einhergend mit unverzüglicher Änderung der Papiere. Wenn das keine Bürokratie ist, weiß ich auch nicht.

(Man sieht es ja bei den Krafträdern A/A2)

Zitat:
@Uwe Mettmann schrieb am 26. August 2025 um 20:36:05 Uhr:
Leider ist dann auf Landstraße ein Limit von 60 km/h notwendig, um zu verhindern, dass viel Verkehr von der Autobahn auf die Landstraße abwandert, was wiederum ein höheres Unfallaufkommen bedeuten würde.

Hält sich doch eh keiner dran. Und letztlich mal in anderen Länder gucken, 80 für alle funktioniert. Die Autobahn ist immer noch schneller, gewissen Lenkungseffekt könnte man problemlos über das vorhandene Mautsystem umsetzen. Da wo zu viel auf die Landstraße ausgewichen wird erhöht man halt die Maut. Alle relevanten Ausweichstrecken sind doch eh mittlerweile mit dem Mautsystem für LKW ausgestattet um genau das zu reduzieren.

Man könnte vieles mit vorhandenen Strukturen und vorhandener Infrastruktur, man muss nur wollen.

Leistung drosseln wird schwierig und ist mit viel Aufwand und Bürokratie verbunden. Heute hat selbst ein kleiner Golf Diesel Fahrleistungen wie in den 80ern ein Sportwagen, das reicht locker um viel Blödsinn zu machen. Wenn ich gewisse Unfälle mit höher motorisierten Fahrzeugen sehen wäre ich eher für ein Verbot Fahrhilfen im öffentlichen Straßenverkehr auszuschalten und die Möglichkeit in den Fahrzeugen dafür zu deaktivieren.

Zitat:
@Melosine schrieb am 26. August 2025 um 19:45:36 Uhr:
Güterverkehr massiv auf die Schiene verlagern.

Die altbekannte Phrase, klingt griffig und sinnvoll. Kommt seit Jahren in jeder zweiten Rede der Grünen vor aber offenbart unmittelbar die Inkompetenz dieser Truppe 😂

Die Realität (!) sieht so aus: das Schienennetz pfeift auf dem allerletzten Loch, sowohl vom Zustand her, als auch von der Kapazität!

Wollte man nur 10 % der Güter auf die Schiene verlagern, müßte das Schienennetz verdoppelt werden!

Man hätte die Weichen dafür vor 50 Jahren stellen müssen - heute ist man schon überfordert, das aktuelle Netz instand zu halten.

Das stimmt leider. Und betrifft in gleicher Weise den ÖPNV.

Zitat:
@Melosine schrieb am 26. August 2025 um 19:45:36 Uhr:
Allgemeines Tempolimit von 120 Km/h auf Autobahnen und 80 Km/h auf Landstraße. Innerorts 30. (nein, ich will da keine Diskussion entfachen). Kein bürokratischer Aufwand erforderlich.
Leistungsbegrenzung für Fahranfänger und eine allgemeine Leistungsbegrenzung auf maximal 200 PS. Minimaler bürokratischer Aufwand.
....

Du sprichst mir aus der Seele. Das wären Maßnahmen, die defintiv einfach umzusetzen wären und was bringen würden.
Aber daran hat niemand Interesse, da sich der Bürger dann nicht mehr so frei fühlt und gegängelt wird. Stattdessen werden Maßnahmen diskutiert, die max. homöopathische Wirkung haben und Gruppen trifft, für sich kaum einer interessiert.

Die deutschen Spediteure haben vor ein paar Jahren mal versucht, einiges mehr an Gütern auf die Schiene zu verlagern. Dann kam Weselsky und hat das ganze Land in Geiselhaft genommen. Das probieren die so schnell nicht wieder.

Nur ein Beispiel.

Zitat:
@Holger-TDI schrieb am 27. August 2025 um 08:21:24 Uhr:
Du sprichst mir aus der Seele. Das wären Maßnahmen, die defintiv einfach umzusetzen wären und was bringen würden.
Aber daran hat niemand Interesse, da sich der Bürger dann nicht mehr so frei fühlt und gegängelt wird. Stattdessen werden Maßnahmen diskutiert, die max. homöopathische Wirkung haben und Gruppen trifft, für sich kaum einer interessiert.

Das hatte wir doch gerade, diese halbherzigen Tempolimits bringen nicht wirklich was, denn sonst wäre Deutschland auf den letzten Plätzen der Unfallstatistik zwischen den Ländern Europas.

Nein, wenn Tempolimit, dann konsequent: Klick mich

Aber nein, wenn es einen selbst einschränkt, dann will man so etwas nicht, genauso wie die Fahreignungsuntersuchungen, da fordert man die erst für unsere älteren Mitbürger und lehnt sie mit Händen und Füßen für sich ab. Wenn es einen selbst einschränkt, nein, da ist plötzlich die Sicherheit im Straßenverkehr egal.

Selbst mal etwas für ein Ziel zu opfern, kommt überhaupt nicht in Frage. Gerade ein Tempolimit, bei dem es kaum Differenzgeschwindigkeiten zwischen den Fahrzeugen gibt, bringt die Sicherheit in unserem Straßenverkehr einen meilenweiten Schritt nach vorne, vielmehr als Fahreignungsuntersuchungen.

Die Forderung mit 200 PS Grenze ist auch wieder so halbherzig, dass es nichts bringt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Leute, die so etwas fordern, die Leistung ihres Fahrzeugs überhaupt nicht kennen, da sie kaum mit Drehzahlen über 2000 U/min fahren. Sorry, aber ein Fahrzeug mit 200 PS ist eine Rakete, wenn man denn diese Leistung auch abruft. Das fährt auch 250 km/h. Damit kann man sich problemlos totfahren.

Gruß

Uwe

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