Rentner überfährt Zweijährigen auf Zebrastreifen - Reaktionstest oder Fahreignungstest sinnvoll?
Es ist schon wieder passiert: Ein Rentner (84) erfasst eine Mutter mit Kind auf einem Zebrastreifen in Berlin - das zweijährige Kind stirbt. Kurze Zeit vorher: 91-jähriger Autofahrer überrollt in Marzahn 89-Jährige an Zebrastreifen.
Findet ihr, dass Fahreignungstests ab 70 Jahren verpflichtend sein sollten? Oder auf freiwilliger Basis, dafür mit Anreizen wie z.B vergünstigte Versicherungstarife bei erfolgreichen Bestehen etc.?
Evt. kann auch seitens des Staates/ der Krankenversicherung mit Taxi-Gutscheinen für Arzt-Besuche unterstützt werden. Was meint ihr?
Euer Andre
518 Antworten
Zitat:
@nogel schrieb am 26. August 2025 um 17:09:29 Uhr:
Naja, vielleicht nimmt man eben nicht alle 50 Mio Führerschein Inhaber alle 2 Jahre, sondern nur Fahrer über 75 und nur alle 5 Jahre?
Unsere @Melosine könnte dafür gerne mal die Kosten errechnen ?
Die Sehkraft lässt meist ab 40 nach. Da offensichtlich viele "halbblinde" rumfahren die Tempolimits, Park- und Halteverbote nicht mehr sehen, Autobahnabfahrten nicht rechtzeitig wahrnehmen und dann von ganz links im fast 90° Winkel noch versuchen die Abfahrt zu erwischen u.d.g. wäre eine solche Untersuchung mindestens ab dem 40 Lebensjahr angebracht und nicht erst ab 75.
Zitat:@nogel schrieb am 26. August 2025 um 15:28:35 Uhr:
Na jetzt wirds aber drollig.Ein Gremium aus lauter Verkehrsexperten und Juristen, aber der Herr Blubber weiß es besser....🤣🤣🤣Man kann alles und jedes anzweifeln, wenn man argumentativ nicht mehr weiter weiß. In diesem Punkt ist damit für mich selbstverständlich EOD.
Ach weißt du, das kannst du drollig finden wie du willst. Ich habe zwei Jahrzehnte auch Verkehrsunfallsachen bearbeitet, zivil- und strafrechtlich. Ich war Mitglied in mehreren einschlägigen Arbeitskreisen und der Verkehrsgerichtstag war Pflichtveranstaltung.
Und so magst du deine mehr oder minder begründete Ansicht und Meinung haben, aber ich habe genug Expertise auf diesem Gebiet, um das ganze distanziert zu sehen und zu beurteilen.
Der Verkehrsgerichtstag ist im Wesentlichen eine Versammlung verkehrsrechtlicher Aktivisten. Etwa so, wie wenn du zu Fridays for Future gehst. Viel Alarmismus, viel Wunschdenken.
Zitat:
@Uwe Mettmann schrieb am 26. August 2025 um 15:08:03 Uhr:
Aber warum spiegelt sich das nicht in offiziellen Statistiken so krass wieder?
Solche Fahrer fallen meist schon anderen auf, die dann entsprechend reagieren oder sich zurücknehmen.
Vieles endet auch nicht in statistisch erfaßten Unfällen.
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Sehe ich auch so die Dunkelziffer ist hoch, gerade auch bei den ganzen kleinen schrammen die gerne mal gesammlt werden, was natürlich die anderen waren... bzw. in der eigenen Garagen von keiner Statistik erfasst werden...
Und wenn ich als Radler mal wieder den Notanker werfen muss, weil evtl. aus körperlichen Gründen der Schulterblick vom Autofahrer beim Rechtsabbigen unmöglich ist .. in welche statistik fließt das ein? Nur in meine persönliche...🙄
Zitat:
@Melosine schrieb am 26. August 2025 um 16:03:36 Uhr:
In Deutschland gibt es über 50 Millionen Führerscheininhaber. Wenn die alle zwei Jahre zum Test müssen, sind das pro Tag rund 70000 (wenn man 365 Tage zugrunde legt). Das ist in keinster Weise machbar. So, dann rechnen wir mal. Wenn so ein Test nur 20€ kostet, sind das pro tag 1,4 Millionen € die den Bürgern aus der Tasche gezogen werden.
Ähm, ja Weltuntergangsphilisopphie. Für mich sind es immer noch 20€/2annos ... 10€/Tag. ... das habe ich jeden 2. Tag an der zapfsäule zu lassen, jeden Monat an den Zoll zu zahlen undundund.
Bei eher realistischen 100€ sind wir bei knapp 7 Millionen. Das ergäbe dann übers Jahr knapp 2,6 Milliarden, die die Bevölkerung stemmen müsste. Super Sache.
Alles in allem zieht mir ein Auto ca. 5k€/Jahr aus der Tasche. Wo sollen mich dann 50€/Jahr nervös machen? ... und während ich jammer fahre ich an die Zapfsäule mit dem Premiumsprit 😁
Zitat:@Astradruide schrieb am 26. August 2025 um 18:24:59 Uhr:
Solche Fahrer fallen meist schon anderen auf, die dann entsprechend reagieren oder sich zurücknehmen.Vieles endet auch nicht in statistisch erfaßten Unfällen.
Natürlich spiegelt sich das in den Statistiken wieder. Man muss nur auf die richtige Statistik schauen, nämlich verursachte Unfälle pro gefahrenen Kilometer, abhängig vom Alter. Und da sieht es ab 80 aufwärts zappenduster aus.
Zitat:
@gordonairdail schrieb am 26. August 2025 um 16:45:00 Uhr:
Nur die Kosten für die HU sind wesentlich geringer und diese Art Untersuchung macht auch Sinn !
Das Model der Zukunft: Gleich neben der Prüfhalle steht der Fahrsimulator, da hüpft man rein und am Ende freut man sich wenn man zwei "Plaketten" bekommt 🙂
Anhand der meisten letzten Beiträge kann man erkennen, warum es niemals zu diesen Tests kommen wird: Für viele wäre das nur mit Althergebrachtem zu bewerkstelligen- also gar nicht. Neue oder andere Ideen werden von vorherein getötet. Also, es soll sich etwas ändern und man ist auch uunbedingt dafür, aber doch nicht mit neuen Gedanken und Verfahren?
Solange die Benkenträger die Überhand haben, könnte hier ewig weiterdiskutiert werden- ändern würde sich jedoch nichts. Kein Wunder, dass der ohnhin schon mehr als lahmende Fortschritt in Deutschland zum Stillstand kommt.
Ich klinke mich daher auch hier aus.
Zitat:
@Astradruide schrieb am 26. August 2025 um 18:36:27 Uhr:
Das Model der Zukunft: Gleich neben der Prüfhalle steht der Fahrsimulator, da hüpft man rein und am Ende freut man sich wenn man zwei "Plaketten" bekommt 🙂
Warum immer was Neues erfinden. Wie schon mal gesagt, bei Taxi, LKW und sonstwas Fahrern klappt das doch schon seit Jahren mit dem 5-Jahres-Check. Für mich kein zusätzlicher Aufwand, alle paar Jahre ist eh der Check beim Hausarzt und die Kontrolle meiner Sehstärke für die Brille fällig, paar Euro extra für die Bescheinigung, fertig.
Wenn man das auf den eh ab 35 alle 5 Jahre von den Krankenkassen bezahlten und empfohlenen Check verbindet und man mit dem 10€-Sehtest beim Optiker zufrieden ist wäre der tatsächliche zusätzliche Aufwand minimal. Würde man es dann noch mit Digitalisierung - ok, Fremdwort in unserem Land - schaffen dass bestandene Tests automatisch vom Arzt oder Optiker online bei der Führerscheinstelle gemeldet werden und kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand - ok, ich weiß, zu einfach, kranke Phantasie in Deutschland. 😱
Zitat:
@tartra schrieb am 26. August 2025 um 18:29:06 Uhr:
Sehe ich auch so die Dunkelziffer ist hoch, gerade auch bei den ganzen kleinen schrammen die gerne mal gesammlt werden, was natürlich die anderen waren... bzw. in der eigenen Garagen von keiner Statistik erfasst werden...
Und wenn ich als Radler mal wieder den Notanker werfen muss, weil evtl. aus körperlichen Gründen der Schulterblick vom Autofahrer beim Rechtsabbigen unmöglich ist .. in welche statistik fließt das ein? Nur in meine persönliche...🙄
Das mag ja sein, aber kleine Schrammen sind kein Grund den Führerschein wegzunehmen.
Was Fahrradfahrer betrifft, war es eine Frau um die 40, die mich als Fahrradfahrer beinahe abgeräumt hat. Auch beobachte ich immer wieder, dass über den Fahrradweg geschossen wird, um dann an der Straße anzuhalten, um die Vorfahrt zu gewähren. Eigentlich nie waren es ältere Mitbürger. Diesen das in die Schuhe zu schieben, geht klar in Richtung Hexenjagt.
Gruß Uwe
Zitat:
@Astradruide schrieb am 26. August 2025 um 18:36:27 Uhr:
Das Model der Zukunft: Gleich neben der Prüfhalle steht der Fahrsimulator, da hüpft man rein und am Ende freut man sich wenn man zwei "Plaketten" bekommt 🙂
können wir uns auf eine Körperstelle für die Plakette einigen?😁😁
Zitat:@Taunusrenner schrieb am 26. August 2025 um 18:42:16 Uhr:
Neue oder andere Ideen werden von vorherein getötet.
Die einzige neue, oder besser alte Idee hier lautet: Noch mehr Kontrolle und noch mehr Bürokratie. Super fortschrittlich.
Zitat:
@tartra schrieb am 26. August 2025 um 18:53:56 Uhr:
können wir uns auf eine Körperstelle für die Plakette einigen?😁😁
Wenn ich das beantworte krieg ich 'ne Sperre
Zitat:@Melosine schrieb am 26. August 2025 um 19:13:31 Uhr:
Die einzige neue, oder besser alte Idee hier lautet: Noch mehr Kontrolle und noch mehr Bürokratie. Super fortschrittlich.
Wo siehst du denn einen gebahren Weg, ohne mehr Bürokratie, mal ganz allgemein die Verkehrssicherheit zu erhöhen, und damit Tote zu minimieren?