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Plug-in Hybrid Prius geht in Serie -Was ist mit Strominfrastruktur?

Themenstarteram 9. August 2007 um 13:28

Hallo,

die CH-Automobilrevue meldet,daß in diesen Tagen eine Plug-in-Hybridversion

des derzeitigen Prius mit einer Gesamtleistung von 100 kW für Japan in Serienproduktion geht. Das System läßt sich in 60-90 Minuten an jeder Haushaltssteckdose aufladen.

Kann mir mal einer sagen,wie teuer der Spaß aus der Haushaltssteckdose wird?

Die kW-Preise liegen für Privatkunden derzeit bei knapp 20 Cent.

Wie soll das organisiert werden,wenn im Prius 3 ein Plug-in Sytem kommt?

Ich kann die Vorsteuer absetzen,da Firmenwagen.Muß man eine Extra-Steckdose haben?

Was ist mit Mineralölsteuerersatz? Wieviel geht Vater Staat verloren ?

Wie sehen das die Mineralölkonzerne? Steigen die ins Stromgeschäft ein?

Profitieren große Firmen aufgrund spezieller Stromverträge? Reißen die Stromversorger diesen Markt an sich? Kommen öffentliche Stromtankstellen mit Bistro und allem Pipapo? Fragen über Fragen? Auch der Chef der Mitsubishi-Autosparte hat in der selben Ausgabe angekündigt,daß man die Entwicklung alternativer Antriebe nun ganz auf das Elektroauto auf Basis von Litium-Ionen Akkus mit Plug-in System konzentriert. 2010 werden erste Modelle kommen.

Gruß Kühli

Beste Antwort im Thema

Hallo,

Atomstrom für den Prius? Da halte ich gar nichts davon, egal woher der Strom kommt.

Als es in der BRD in den 60er Jahren mit der Atomtechnik richtig losging, tauchte auch die Frage nach der Entsorgung des strahlenden Abfalls auf. Typische Antwort damals: Erst "machen" wir den Strom, das Problem der Entsorgung lösen wir später. Daran glaubten alle, es wurden sogar PKW mit Atomreaktor geplant, was heute ziemlich "komisch" wirkt.

Wie weit ist man 50 Jahre später gekommen?

Man besitzt schöne gelbe Metallfässer, die man z.B. in Karlsruhe "zwischenlagert", jeden Tag werden es mehr.

Das Problem der Entsorgung ist NICHT gelöst, im evt. "Endlager" in Gorleben stehen die Kastoren im Freien.

Bei der notwendigen sicheren Aufbewahrung handelt es sich um Zeiträume von mehreren 100000 Jahren.

Im Fernsehen laufe gerade wieder die grauenhaften Römer/10 Gebote-Filme (es ist Ostern:)), die auf eine sehr lange zurückliegende Zeit verweisen, mit Schwert, Pferdewagen und Steintafeln. Dabei sind das nur läppische 2000 Jahre, nichts im Vergleich zu den oben genannten Halbwertszeiten. Und sind die Salzstöcke sicher? Wer kann das wirklich sagen?

Ein weiterer "Witz" kommt noch dazu. Wenn die saubere Atomenergie wirklich das CO2-Problem lösen könnte, dann müssten doch weltweit mehr Atomkraftwerke gebaut werden, viel mehr.

Da aber die Uranvorräte beim jetzigen Verbrauch noch etwa 70 Jahre "halten", wäre das Uran noch schneller weg.

Also vielleicht 30(?) Jahre Strom und dann mehrere 100000 Jahre Endlager mit allen Problemen. Und was ist mit den Uranpreisen, wenn Uran knapp wird?

Schön wäre es ja, wenn es mit der "Transmutation" (ein Verfahren der Reduktion von Halbwertszeiten mit physik. Methoden) klappen würde, das ist aber nur eine Hoffnung, mehr nicht.

Für mich sieht das "Energieszenario" ziemlich unklar aus, was die Zukunft betrifft. Wir haben große Optionen, was das Einsparen betrifft, die Sonne mit 500Watt/qm bei uns könnte sicher besser genutzt werden plus Wind/Meer, aber beim jetzigen Energiebedarf ein Klacks. Und die Zeit läuft schnell davon.

Da aber äußerst kurzfristiges Denken bei vielen vorherrscht, so verwundert es nicht, dass z.B. in der Automobiltechnik "Energiesparen" eher belächelt wird, wir "brauchen" 170PS +, sonst ist das ja kein richtiges Auto.

Die Probleme werden späteren Generationen aufgebürdet. Hauptsache, mir geht es gut. Energie steht ja "unbegrenzt" zur Verfügung:).

Fazit für mich: Prius mit Atomstrom eine Scheinlösung, die mehr Fragen aufwirft als Lösungen.

Vielleicht klappt es ja mit der Fusion/Wasserstoffproduktion, aber wer kann da etwas vorhersagen?

Sparen und viel mehr Forschung, sieht jemand andere Wege:)?

Von den Römern haben wir immerhin das Kolosseum geerbt, was vererben wir? MfG Harry

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31 Antworten

Jetzt noch genauere Angaben hier

am 22. März 2008 um 0:39

Zitat:

Original geschrieben von Wallibelli

Hallo,

die CH-Automobilrevue meldet,daß in diesen Tagen eine Plug-in-Hybridversion

des derzeitigen Prius mit einer Gesamtleistung von 100 kW für Japan in Serienproduktion geht. Das System läßt sich in 60-90 Minuten an jeder Haushaltssteckdose aufladen.

Kann mir mal einer sagen,wie teuer der Spaß aus der Haushaltssteckdose wird?

Die kW-Preise liegen für Privatkunden derzeit bei knapp 20 Cent.

Wie soll das organisiert werden,wenn im Prius 3 ein Plug-in Sytem kommt?

Ich kann die Vorsteuer absetzen,da Firmenwagen.Muß man eine Extra-Steckdose haben?

Was ist mit Mineralölsteuerersatz? Wieviel geht Vater Staat verloren ?

Wie sehen das die Mineralölkonzerne? Steigen die ins Stromgeschäft ein?

Profitieren große Firmen aufgrund spezieller Stromverträge? Reißen die Stromversorger diesen Markt an sich? Kommen öffentliche Stromtankstellen mit Bistro und allem Pipapo? Fragen über Fragen? Auch der Chef der Mitsubishi-Autosparte hat in der selben Ausgabe angekündigt,daß man die Entwicklung alternativer Antriebe nun ganz auf das Elektroauto auf Basis von Litium-Ionen Akkus mit Plug-in System konzentriert. 2010 werden erste Modelle kommen.

Gruß Kühli

Japan erzeugt und der Durchschnittsjapaner bezieht sehr viel Atomstrom! Das ist Fakt. Man kann ueber diese Energieerzeugung denken was man will, aber umweltfreundlicher wird der Prius dadurch nicht. Ich hatte da mal eine Diskussion mit Tobi ;-) im ML Forum.

Ich finde die Idee gut, es wird aber erst ein Schuh draus (wie immer), wenn man das Gesamtbild betrachtet...

Wenn der Strom fuer Bayern aus einem russischen Reaktor in Temelin oder aus Dukovany (beide tschechische Republik) kommt, dann ist das schon bedenklich...

Entscheidend ist fuer mich wieviel Kilometer man im Jahr faehrt und wieviel Schadstoffe diese "verbrauchten" Kilometer erzeugen. Wer 5000 Km in einem 520d faehrt ist wahrscheinlich besser dran, als jemand mit 20000 Km im Prius, was wiederum nicht heisst, dass ich hier BMW verteidige! Ganz im Gegenteil. Was meint ihr zu dieser Kilometer "Debatte", lohnt es ein neues Thema aufzumachen?

Interessant waere auch zu diskutieren wieviele Teile in einem Auto aus Laendern kommen, welche die Umwelt total verschmutzen und / oder wo die Emissionen  eher untergeordnet sind. China ist so ein Beispiel. Ist ein chinesischer "Prius" automatisch umweltfreundlich ?

 

Gruss an dieses tolle Forum!

 

Attur

Zitat:

Original geschrieben von AttUR

Ich finde die Idee gut, es wird aber erst ein Schuh draus (wie immer), wenn man das Gesamtbild betrachtet...

Wenn der Strom fuer Bayern aus einem russischen Reaktor in Temelin oder aus Dukovany (beide tschechische Republik) kommt, dann ist das schon bedenklich...

Wenn die deutschen AKWs abgeschaltet werden hat gerade Bayern ein kleines Problem mit der Stromversorgung...

Zitat:

Entscheidend ist fuer mich wieviel Kilometer man im Jahr faehrt und wieviel Schadstoffe diese "verbrauchten" Kilometer erzeugen. Wer 5000 Km in einem 520d faehrt ist wahrscheinlich besser dran, als jemand mit 20000 Km im Prius

Dass jemand mit einem 520d nur 5000km fährt halte ich aber für einen sehr, sehr seltenen Ausnahmefall...

Lange Strecken fahre ich alleine sowieso mit der Bahn, diese Woche in ca. 36 Stunden mal wieder 1500km.

20000km im Auto schaffe ich auch leicht, aber mit einer durchschnittlichen "Auslastung" von vielleicht 1,9. Das macht es dann wieder etwas besser...

 

Das ist natürlich der entscheidende Punkt, aber die Frage ist halt, wie stark sich das beeinflussen lässt.

Zitat:

Interessant waere auch zu diskutieren wieviele Teile in einem Auto aus Laendern kommen, welche die Umwelt total verschmutzen und / oder wo die Emissionen  eher untergeordnet sind.

Tja, dann müsste man das erstmal nachvollziehen können... Hin und wieder hat man ein paar Hinweise, aber in der Gesamtbetrachtung wird das extrem schwierig.

Hallo,

Atomstrom für den Prius? Da halte ich gar nichts davon, egal woher der Strom kommt.

Als es in der BRD in den 60er Jahren mit der Atomtechnik richtig losging, tauchte auch die Frage nach der Entsorgung des strahlenden Abfalls auf. Typische Antwort damals: Erst "machen" wir den Strom, das Problem der Entsorgung lösen wir später. Daran glaubten alle, es wurden sogar PKW mit Atomreaktor geplant, was heute ziemlich "komisch" wirkt.

Wie weit ist man 50 Jahre später gekommen?

Man besitzt schöne gelbe Metallfässer, die man z.B. in Karlsruhe "zwischenlagert", jeden Tag werden es mehr.

Das Problem der Entsorgung ist NICHT gelöst, im evt. "Endlager" in Gorleben stehen die Kastoren im Freien.

Bei der notwendigen sicheren Aufbewahrung handelt es sich um Zeiträume von mehreren 100000 Jahren.

Im Fernsehen laufe gerade wieder die grauenhaften Römer/10 Gebote-Filme (es ist Ostern:)), die auf eine sehr lange zurückliegende Zeit verweisen, mit Schwert, Pferdewagen und Steintafeln. Dabei sind das nur läppische 2000 Jahre, nichts im Vergleich zu den oben genannten Halbwertszeiten. Und sind die Salzstöcke sicher? Wer kann das wirklich sagen?

Ein weiterer "Witz" kommt noch dazu. Wenn die saubere Atomenergie wirklich das CO2-Problem lösen könnte, dann müssten doch weltweit mehr Atomkraftwerke gebaut werden, viel mehr.

Da aber die Uranvorräte beim jetzigen Verbrauch noch etwa 70 Jahre "halten", wäre das Uran noch schneller weg.

Also vielleicht 30(?) Jahre Strom und dann mehrere 100000 Jahre Endlager mit allen Problemen. Und was ist mit den Uranpreisen, wenn Uran knapp wird?

Schön wäre es ja, wenn es mit der "Transmutation" (ein Verfahren der Reduktion von Halbwertszeiten mit physik. Methoden) klappen würde, das ist aber nur eine Hoffnung, mehr nicht.

Für mich sieht das "Energieszenario" ziemlich unklar aus, was die Zukunft betrifft. Wir haben große Optionen, was das Einsparen betrifft, die Sonne mit 500Watt/qm bei uns könnte sicher besser genutzt werden plus Wind/Meer, aber beim jetzigen Energiebedarf ein Klacks. Und die Zeit läuft schnell davon.

Da aber äußerst kurzfristiges Denken bei vielen vorherrscht, so verwundert es nicht, dass z.B. in der Automobiltechnik "Energiesparen" eher belächelt wird, wir "brauchen" 170PS +, sonst ist das ja kein richtiges Auto.

Die Probleme werden späteren Generationen aufgebürdet. Hauptsache, mir geht es gut. Energie steht ja "unbegrenzt" zur Verfügung:).

Fazit für mich: Prius mit Atomstrom eine Scheinlösung, die mehr Fragen aufwirft als Lösungen.

Vielleicht klappt es ja mit der Fusion/Wasserstoffproduktion, aber wer kann da etwas vorhersagen?

Sparen und viel mehr Forschung, sieht jemand andere Wege:)?

Von den Römern haben wir immerhin das Kolosseum geerbt, was vererben wir? MfG Harry

Hi, Harry,

du gehst zwar zunächst vom Atomstrom für den Prius aus, wirst dann aber sehr schnell sehr allgemein. Ich will jetzt sicherlich keine Diskussion über Atomstrom eröffnen, halte es allerdings auch für einen grundlegenden Fehler, nicht auch auf die gegensätzliche Position hinzuweisen, da sonst immer wieder (nicht nur auf MT) der Eindruck entsteht, dass deine Meinung generell  die einzig respektable sei.

 

Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass wir (die Menschen auf dieser Erde), immer mehr Energie brauchen werden. Dies ist ohne Atomstrom überhaupt nicht in den Griff zu bekommen.

 

Dies als Prämisse, ist es mir deutlich lieber, der in Deutschland verbrauchte Strom käme aus heimischen AKWs, weil diese noch (bald werden wir den technologischen Anschluss mangels Masse verpasst haben) aus den sichersten Kraftwerken der Welt, von Deutschen kontrolliert, käme, und nicht aus weniger sicheren, die unsere lieben Nachbarn fleißig an den Grenzen hoch ziehen; sei es in Frankreich, Osteuropa oder sonst wo.

 

Und wäre die Suche nach Endlagerstätten nicht in so erheblichem Umfang von den Grünen be- und verhindert worden, wären wir auch hier sicher schon weiter. Es ist ziemlich unfair, mangelnde Endlagerstätten der Atomindustrie in die Schuhe zu schieben.

 

Nicht ich, sondern die meisten Experten halten Atomenergie für eine grundsätzlich sehr sichere Technologie. Sie ist mit Sicherheit die umweltschonendste und könnte dazu beitragen, dass die enorm hohe Zahl von verschütteten und dann toten Kumpels weltweit deutlich zurück geht.

 

Grundsätzlich ist mir kein Problem bekannt, dass die Menschheit im Laufe ihrer Entwicklung nicht in den Griff bekommen hätte, ich bin sehr zuversichtlich, dass nun nicht ausgerechnet wir bei der zivilen Nutzung der Atomenergie hier plötzlich vor einem Wendepunkt stehen.

 

Gruß,

Happycroco

Mir ist das Prinzip "Hoffnung" zu wenig. Und eine Problematik wie die "Kernenergie" gab es bisher auf der Erde noch nicht, also ist der Hinweis, bisher habe es die Menschheit noch immer geschafft, etwas blauäugig und spekulativ.

Ich habe übrigens rel. wenig Angst vor Katastrophen, bin sehr technikfreundlich, allerdings liegt Tschernobyl noch nicht so lange zurück. Was ist aber z.B. mit Terroranschlägen, auch da haben wir dazulernen müssen, leider.

Mein Argument war und ist: die Uranvorräte halten noch etwa 70 Jahre (das ist unbestritten) und die Endlagerung dauert mehrere 100000 Jahre, da besteht doch eine Diskrepanz, wir geben die Probleme einfach weiter. Wenn nun doch Wasser in die Salzstöcke gelangt, könnte z.B. Plutonium nach draußen gelangen, keine sehr schöne Vorstellung.

Man kann es drehen und wenden wie man will, in 70 Jahren spätesten ist Schluss, um eine Endlagerung als "Lösung" werden wir gar nicht herumkommen (egal ob schwarz, rot, grün), ob sie über den notwendigen Zeitraum funktioniert, wissen wir nicht. Nur ist eine Einstellung "nach mir die Sintflut" durch NICHTS gerechtfertigt.

"Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass wir (die Menschen auf dieser Erde), immer mehr Energie brauchen werden. Dies ist ohne Atomstrom überhaupt nicht in den Griff zu bekommen."

Wir wünschen uns mehr Energie, ob wir sie wirklich bekommen, ist unklar. Atomstrom taugt als langfristige Lösung nicht, da wie beim Öl die Vorräte begrenzt sind. Manchmal besteht zwischen Wunsch und Wirklichkeit ein Widerspruch.

Ich sagte ja, Sparen und (sehr viel mehr) Forschung. Wie schwierig das nur im Automobilbereich ist, kann leicht gezeigt werden, im Bewusstsein ist das noch nicht bei allen angekommen.

"da sonst immer wieder (nicht nur auf MT) der Eindruck entsteht, dass deine Meinung generell die einzig respektable sei." Diesen Satz verstehe ich nicht. Lasse ich andere Meinungen nicht zu? MfG Harry

Die Lösung ist, wie so oft direkt vor der Nase.

Was fehlt ist einfach der Wille.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,539315,00.html

 

...Durch Sonnenstrahlen gelangt binnen 40 Minuten so viel Energie auf unseren Planeten, wie wir weltweit während eines Jahres verbrauchen. Die USA haben das Glück, allein in ihrem Südwesten mindestens 650.000 Quadratkilometer geeigneter Fläche für die Aufstellung von Solarkraftwerken zu besitzen. Dieses Gebiet erhält jährlich etwa 5000 Exajoule Sonnenenergie (1 EJ = 1018 Joule), das entspricht rund 1,3 Millionen Terawattstunden. Das ist eine...

Ich vermute mal, dass uns LANGFRISTIG nicht viel anderes übrig bleibt, als die Sonnenenergie zu nutzen. Allerdings wird das nicht einfach sein und je früher man anfängt, desto besser. Erdöl ist ja auch Sonnenenergie, in Millionen von Jahren produziert, in 200 Jahren "verbraucht". Und den Prius über eine Solarzelle auf dem Autodach aufladen? Eher unwahrscheinlich:D. Man sieht die Problematik. Harry

P.S. Ich freue mich, dass nicht alle so griesgrämig in die Zukunft schauen wie ich. Hoffentlich klappts.

Zitat:

Original geschrieben von harryman1946

 

"da sonst immer wieder (nicht nur auf MT) der Eindruck entsteht, dass deine Meinung generell die einzig respektable sei." Diesen Satz verstehe ich nicht. Lasse ich andere Meinungen nicht zu? MfG Harry

Hi, Harry,

ich möchte nicht weiter argumentieren, das Thema ist mir für diese Forumsform viel zu diffizil.

Ich möchte nur nicht, dass du den Eindruck bekommst, dass mein letzter Satz ein wie auch immer gearteter Vorwurf an dich gewesen sei. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass es auch durchaus ernsthafte andere Ansichten gibt; diese gehen heute, sicherlich auch im Zeichen der political correctness, sehr häufig unter.

 

Sieht man auch an der roten Wertung meines Beitrags, anderes als die gängige Meinung wird, wenn möglich, untergebuttert, zumindest abgestraft. Sowas ist einfach nur dumm.

 

Gruß,

Happycroco

Ich denke durchaus, dass man es hier diskutieren kann. Das Ei des Kolumbus werden wir Motor-Talker zwar auch nicht finden, aber was soll's.

Hier mein Beitrag aus einem anderen Forum aus dem Jahr 2006, den ich unverändert unterschreiben kann und daher hier in Gänze zitieren möchte.

#####

Die Menschheit hat sich zu wenig Gedanken über eine nachhaltige Energieversorgung gemacht. Im Technologie- und Machbarkeits-Wahn, vielleicht eine Folge der gewaltigen wissenschaftlichen Fortschritte Anfang des 20. Jahrhunderts, schien die Atomkraft tatsächlich der Stein der Weisen zu sein. Sollten nicht auch mal Autos mit einem Mini-Reaktor betrieben werden?

Hier wird mit der Büchse der Pandora hantiert. Es ist nicht so, dass ich die deutschen Kraftwerke nicht für prinzipiell sicher hielte (als Laie kann ich das ohnehin nur "glauben"), aber bei einer derart gefährlichen Technologie muss es eine 100-prozentige Sicherheit geben. Warum soll nicht auch in Deutschland mal ein Missgeschick passieren? Oder in Frankreich, welches stark auf Atomkraft setzt? Mal ein kleiner Schlenker: Wer erinnert sich noch, als plötzlich aus dem hochzivilisierten Deutschland, genauer dem Münsterland, infolge der Stromversorgungsprobleme Bilder wie aus einem Notstandsgebiet gesendet wurden? Das hat nun nichts mit Atomkraft zu tun, aber wer hätte das vorher für möglich gehalten?

Dass Atomstrom billig ist, liegt an der indirekten Subventionierung. Die Rechnung sähe bestimmt anders aus, wenn die Kosten für Transport und Lagerung der Brennelemente wirklichkeitsgetreu umgelegt würden.

Atomkraft verbietet sich schon aus dem Grund, dass wir sämtlichen nachfolgenden Generationen eine strahlende Erblast hinterlassen. Die Menschheit geht ja ohnehin nicht gerade zimperlich mit ihren Lebensgrundlagen um, aber das scheint mir doch sehr kaltschnäuzig zu sein.

Von der Kernfusion, gar der "kalten", hört man auch nichts mehr.

Es sollen nun nicht "von heute auf morgen" sämtliche als "sicher" eingestuften Kraftwerke abgeschaltet werden, aber es muss auch unmissverständlich klar sein, dass dies eine Technologie ohne Zukunft ist.

Stattdessen sollten wir mit aller Kraft einen Schwenk zu anderen Energiegewinnungsverfahren machen. Ich habe auf diesem Gebiet noch keine wirklich kühnen Pläne vernommen. Was ist mit riesigen Solarfarmen in der Sahara? Mit Unterwasser-Turbinen?

Ist zwar Wärme und nicht Strom, aber ... Warum wird nicht schon jedes Haus in Deutschland geothermisch versorgt? Egal ob mit eigener Wärmepumpe oder von speziellen Geothermie-Kraftwerken.

Das Geld muss in solche Technologien gesteckt werden. Ganz nebenbei hätte Deutschland wohl auch gute Chancen, sich mit umweltfreundlicher Spitzentechnologie ein profitables Wirtschaftsfeld zu erschließen.

Zitat:

Original geschrieben von AttUR

Zitat:

Japan erzeugt und der Durchschnittsjapaner bezieht sehr viel Atomstrom! Das ist Fakt. Man kann ueber diese Energieerzeugung denken was man will, aber umweltfreundlicher wird der Prius dadurch nicht. Ich hatte da mal eine Diskussion mit Tobi ;-) im ML Forum.

Ich finde die Idee gut, es wird aber erst ein Schuh draus (wie immer), wenn man das Gesamtbild betrachtet...

Wenn der Strom fuer Bayern aus einem russischen Reaktor in Temelin oder aus Dukovany (beide tschechische Republik) kommt, dann ist das schon bedenklich...

Allerdings!

 

Nur sprießen die Elektroautos nicht wie Pilze aus dem Boden. So kann sich also auch parallel eine "grüne" Infrastruktur bilden.

 

Der heutige Plug-in Fahrer kann zum Beispiel eine Anlage im Sonnenpark leasen. Mehr Leasing-Interessenten - mehr Sonnenparks.

 

Ich bleibe aber bei dir und sehe problematische Versorgung, da die multinationalen Konzerne das Sagen und konservative Interessen haben. Dezentralisierung ist vonnöten.

 

 

Zitat:

Entscheidend ist fuer mich wieviel Kilometer man im Jahr faehrt und wieviel Schadstoffe diese "verbrauchten" Kilometer erzeugen. Wer 5000 Km in einem 520d faehrt ist wahrscheinlich besser dran, als jemand mit 20000 Km im Prius, was wiederum nicht heisst, dass ich hier BMW verteidige!

Ganz im Gegenteil. Was meint ihr zu dieser Kilometer "Debatte", lohnt es ein neues Thema aufzumachen?

Netter Versuch. :-)

Ich mache es noch krasser. Da argumente doch ein "grüner" Porsche Cayenne-Fahrer, sein Porsche wäre mit seinen 10TKM Jahreslaufleistung weniger umweltschädlich als ein Prius, der im Jahr 60TKM fährt. Statt "Prius" könnte man natürlich auch "320d" oder "Citroën C1" einsetzen.

Verlockend, sich selber zu betrügen. Denn führe er seine 10TKM im Prius, 320d oder C1 würde er schnell merken wie unzulässig ein solcher Vergleich ist.

 

"Entscheidend ist fuer mich wieviel Kilometer man im Jahr faehrt"

Ist also schon richtig. Aber nur wenn man das gleiche Fahrzeug ansetzt.

 

Zitat:

Interessant waere auch zu diskutieren wieviele Teile in einem Auto aus Laendern kommen, welche die Umwelt total verschmutzen und / oder wo die Emissionen  eher untergeordnet sind. China ist so ein Beispiel. Ist ein chinesischer "Prius" automatisch umweltfreundlich ?

Es gibt neuerdings tatsächlich chinesische Prius. Allerdings:

 

1. werden diese nur für den chinesischen Markt montiert

2. kann man den Standort China oder anderer Länder nicht in einen Topf werfen. Ich konnte allerdings nicht recherchieren, ob das chinesische Werk von FAW, in welchem der Prius für den chin. Markt montiert wird, nach ISO-Norm 14001 zertifiziert ist. Bis dahin gehe ich mal davon aus, dass dies noch nicht der Fall ist.

 

PS: Der oben von mir erwähnte Cayenne ist ein Ungar. :-)

 

Gruß

Zitat:

sg

Thema Energieversorgung der Zukunft:

Ich beziehe Postion mit emjay und Harry. Gerade Harry hat das sehr gut und sehr differenziert beschrieben.

 

Gruß

sg

 

Hallo zusammen,

 

Danke fuer die rege Diskussion.

Also selbstverstaendlich ist der Prius ein sauberes Auto! Und nicht unser gesamter Strom kommt aus AKW's! Ich wollte hier lediglich eine Schattenseite darstellen, die es immer und ueberall gibt...

 

Tobi, gut gemacht! Ich habe in Deutschland auch oefter die Bahn benutzt, soweit moeglich. Die etwas weitere Umgegend von Frankfurt ist ja nur sehr schwer mit der Bahn zu erreichen, nachdem man viele "unprofitable Strecken" einfach abgeklemmt hat.

 

Nun "oute" ich mich ein wenig...;-) ich habe Kernkraftwerksbau studiert und war ca. 3 Jahre in verschiedenen KKW's. Zur Schulung oder zur Inbetriebnahme , u.a. auch fuer nukleare Notkuehlsysteme. Der gleiche Reaktor wie in Dukovany und zum Schluss war ich am WWER-1000 Reaktor (wie in Temelin).

Beide Reaktoren haben nichts mit Tschernobyl zu tun! Die Sicherheitsstandards der letzten Bloecke waren IAEA adaequat.

Meine Entscheidung dies zu studieren kam 1980, da war man euphoristisch und nicht nur das "Atomauto" schien moeglich, hier ein paar Beispiele:

 

- Projekt Hausheizung mit abgebrannten Brennstaeben in Finnland

- Atomflugzeug (USA / Sowjetunion)

- Atomschiffe (da gabs ja 2 aus D, die OTTO Hahn und ?, weiss nicht mehr)

- Projekt kernkraftwerk New York City

- Atomraumschiffe (Was man in der SU mit Satelliten teilweise gemacht hat, welche dann in Canada abgestuerzt sind)

 

Also mir erschien die Zukunft mit "Atompower"!

 

Meine Meinung heute:

 

- Es duerfte nicht ein Dach ohne Solarzellen mehr gedeckt werden! Der dort erzeugte Strom koennte auch ueber Pumpspeicherwerke sozusagen "gespeichert werden"

- Oel sollte in Kraftwerken ueberhaupt nicht verfeuert werden, sondern fuer Kunststoffe, etc. verwendet werden

- Hausheizung ueber Geothermic oder Holz oder andere regenrierbare Rohstoffe (Raps, obwohl das schwierig mit der Anbauflaeche wird)

- Falls wirklich Atomkraftwerke, notwendig sein sollten, dann solche, welche wirtschaftlich und sicher sind, z.B. der Kugelhaufenreaktor, der bald in Koeberg (Suedafrika) entstehen soll und der eine Kernschmelze physikalisch nicht zulaesst, ausserdem sind Temperaturen um 950 Grad Celsius drin anstelle um die 280 Grad Celsius, wo man alles ueber Massenstrom machen muss (riesige Turbinen, Rohrleitungen etc.) Also wenn schon ein AKW, dann bitte mit ausgereifter Technologie und da ist Deutschland gut, wenn auch nicht mehr vorn (uebrigens wie die USA auch), denn der Strom kam immer aus der Steckdose und nun hat man den Anschluss verpasst, schaut euch mal die Umgebung von Hanau und die Industrieruinen und die dadurch initiierte Arbeitslosigkeit an...

- Strom aus AKW's welche als ziemlich unsicher gelten oder wo Laender nur auf Atom und nicht auf regenerierbare Energien setzen, sollte nicht importiert werden

- Stelzenmonster (Windkraftwerke) sollten nur da aufgestellt werden, wo die Landschaft nicht verschandelt wird und dort verstaerkt

 

Die Endlagerung ist das groesste Problem. Man bentuzt Salzstoecke, da die trocken sind, seit Millionen Jahren und Wasser eine radioaktive Verseuchung nicht weitertragen kann. Ob das in 100.000 Jahren noch so stimmt?

Und man bedenke: Bei einem KG Plutonium (Halbwertszeit 2.4 mal 10 hoch 4 Jahre) ist noch 24000 Jahren erst ein halbes Kilo zerfallen, nach weiteren 24000 Jahren sind immer noch 250 Gramm uebrig usw.

Ich bezweifle eine sichere Endlagerung auf der Erde, bin aber kein Geologe und kann daher nur meine persoenlichen Empfindungen widerspiegeln.

 

Aber das ist ja alles mehr oder weniger rein philosophisch, denn aendern werden wir wohl nichts.

 

Sorry fuer den weiten Ausflug... aber so sauber wie in dem Video mit der Strombetankung ist wohl das ganze nicht.

 

Tobi, genau, man kann nicht recherchieren, wo alle Teile herkommen, da wuerde vielleicht so mancher Kunde auch bei deutschen Autos schauen ;-) Aber Fakt ist: Japan forciert Atompower... und der Prius ist mit (relativ hoher) anteilmaessiger Atompower gebaut. (aktuelle Zahlen habe ich gerade nicht zur Hand, kann ich aber nachliefern) Ich will das hier nicht geisseln, eben nur bewusst machen.

 

Gruss

 

Attur

 

Ach so, hab noch vergessen zu erwaehnen, dass es hier eine Menge Prius gibt und gestern habe ich in unserer Strasse einen Camry Hybrid gesehen...

 

Hallo,

kann ich fast alles unterschreiben, mir ist der Ansatz: "saubere Atomenergie speist Elektro-Autos der Zukunft" nicht einsichtig. Und wie gesagt, ohne in die Pro-Kontra-Atom-Diskussion einsteigen zu wollen, die Ressource Uran geht zu Ende.

Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Zur Fusion: da ist von der EU in Südfrankreich ein größeres System (als z.B. in Garching) geplant, ich schätze nochmals 50 Jahre, bis das evt. funktioniert. Und wenn es nicht funktioniert? Übrigens erzeugen auch Fusionsreaktoren radioaktive Abfälle, aber "Hochgehen" können sie nicht.

Und Croco: wer wird sich über "ROT" schon ärgern? Don't worry, be happy:).Ich klickere dir gleich noch ein "GRÜN", das Thema ist halt emotional stark besetzt.

Noch ein pers. Erlebnis: vor einigen(!) Jährchen im Fortgeschrittenenpraktikum tief im Keller einer bekannten Uni war auf dem Betonboden ein roter Kreis eingezeichnet. Hier dürft ihr nicht stehenbleiben, da ist vor einiger Zeit eine rad.akt. Flüssigkeit ausgelaufen, da strahlt's. Große Heiterkeit bei uns, ich bin immer mit Anlauf drübergesprungen, man war/ist halt sportlich.:) Heute denkt man vermutlich etwas vorsichtiger und würde anders verfahren (alles abreißen). In der Schule hatten wir noch eine eigene Neutronenquelle und literweise Quecksilber, niemand sah irgendwelche Probleme.

Geschadet hat es mir auch nicht, aber die Zeiten ändern sich trotzdem.

Ich sehe es so: Öl/Gas geht sehr schnell aus - 30-60 Jahre, Uran 70 Jahre, Kohle 100 Jahre und dann wird es äußerst kritisch, wenn keine Nachfolgetechnologie zur Verfügung steht, wobei vor dem Ausgehen die Preise schon lange vorher unbezahlbar werden.

Was bleibt? Sparen, Sonne, Luft, Wasser, Geothermie und vielleicht die Fusion und riesige Chancen für die Länder, die diese neuen Techniken nutzen und verkaufen können.

Wie es dann aussehen könnte? Keine Ahnung, zumindest wird alles deutlich schwieriger sein als heute.

Wie beklagt sich ein SUV-Fahrer im Heise-Forum so schön?

http://www.heise.de/.../

"In Punkto Benzinpreise sollte inzwischen selbst dem Dümmsten auf

diesen Planeten klar geworden sein, dass es sich um rein spekulative

Preise handelt, die auf irgendwelchen Finanzpokerspielen basieren.

Natürlich ist die Nachfrage nach Rohöl angestiegen aber das hat mit

dem Autoverkehr in Deutschland wenig zu tun. Wer schon etwas tun

will, der soll dann bitte chinesische oder indische Waren

boykottieren, denn gerade in diesen Ländern ist die Nachfrage nach

Rohöl stark angestiegen."

Wenn alles so einfach wäre - glaub ich aber nicht. Harry

Zitat:

Original geschrieben von tobistenzel

 

Zitat:

Lange Strecken fahre ich alleine sowieso mit der Bahn, diese Woche in ca. 36 Stunden mal wieder 1500km.

20000km im Auto schaffe ich auch leicht, aber mit einer durchschnittlichen "Auslastung" von vielleicht 1,9. Das macht es dann wieder etwas besser...

 

 

Das ist natürlich der entscheidende Punkt, aber die Frage ist halt, wie stark sich das beeinflussen lässt.

Hier sollte eigentlich die Politik ansetzen und Verkehr verhindern. Menschen sollten dort wohnen wo sie arbeiten (oder in geringer Entfernung). Aber die Realitatet ist davon so weit entfernt, wie der Genosse Honecker vom real existierenden Sozialismus.

(Sorry, Das konnte ich mir dann doch nicht verkneifen ;-)

Anstelle solche Plaene zu forcieren, wird es immer schwieriger einen Job zu finden (weltweit) und wer nicht mobil ist wird zum Aussenseiter.

Allein ein FAkt in D: Ein Arbeitsloser hat eine Arbeit anzunehmen im Umfeld von 100 Km (einfache Entfernung) zu seinem Wohnort (oder sind es schon 200? Bin nicht mehr auf dem Laufenden). Was soll denn das? Nun, ja er koennte zu seinem neuen Wohnort ziehen, aber was macht er mit seiner Familie? Bekommen die alle Arbeit da? Wollen alle dorthin ziehen, ihre sozialen Bindungen verlassen... und das alles fuer die Natur? Schwer zu sagen.

Absoluter Schwachsinn nach meinem Dafuerhalten. Hier wird Verkehr kuenstlich erzeugt anstelle zu vermeiden.

Thema LKW: Da bekomme ich einen Hals, wenn ich das auf der Autobahn sehe. Da gibts Konzepte von der Uni Bochum Paletten unterirdisch durch Rohre in einem Verteilersystem zu transportieren, aber die Infrastruktur ist nicht da. Es fragt auch keiner nach solche Loesungen, da der LKW immer noch billig ist.

 

1992 musste ich als Logistiker zusehen, wie unsere Firma von der Bahn auf den LKW gestiegen ist, obwohl alles prima geklappt hatte. Der LKW war halt billiger, fiel auseinander und der Fahrer kam aus Osteuropa und arbeitete fuer einen "Appel und ein Ei"...

 

Gruss

 

Attur

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