OM642 Ventil Kurbelgehäuseentlüftung
Hallo Leute,
kann mir jemand mal die Funktion des Ventils an der Kurbelgehäuseentlüftung beim OM642 erklären ?
Danke.
Bodo
P.S.: Bild ist aus dem Chrysler Forum vom Marco geklaut.
Danke Marco !
Beste Antwort im Thema
Das ist ein federbelastetes Membranventil. Es regelt in Abhängigkeit vom Kurbelgehäusedruck (KG-Druck) die Gasmenge, die vor den Turbo geleitet wird, und damit den Unterdruck im Kurbelgehäuse, und zwar so:
Über der Membran herrscht Umgebungsdruck, unter der Membran annähernd KG-Druck. Im Ruhezustand drückt eine Feder das Ventil ganz auf, es saugt also (beim Motorstart) maximal aus dem KG. Wenn der Druck im KG und somit auch unter der Membran sinkt, saugt es die Membran runter in Richtung Ventilsitz. Das begrenzt den Gasdurchfluss, und der Unterdruck im KG sinkt nicht weiter. Gibt man Gas und der KG-Druck erhöht sich (durch verstärkten Blowby), steigt der Druck unter der Membran, sie hebt sich und mehr Gas wird aus dem KG gesaugt.
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Am Turbolader ist bei dir Öl, weil deine rote Dichtung defekt ist. Das ist aber nicht seit gestern.
Wenn das KGE Ventil defekt ist, dann tropft das Öl hinten am Katalysator runter.
Wenn bei dir am Turbolader die Gegend verölt ist, musst du neue rote Dichtung einbauen.
Ganz ehrlich, ich halte es für ein schlechtes Gerücht, dass ein KGE kaputtgeht. Habe nun schon mehrere in der Hand gehabt, alle aufgemacht, alle i.O. Wenn irgendjemand das Ding anknallt, so dass das Plastikgehäuse bricht oder es nicht schafft eine Schelle an der Verbindung zum Reinluftkanal zum Abdichten zu installieren ... was soll ich sagen, dann sind eben 35€ bei Fiat oder 100€ bei MB. Ja, und für den Fall, dass das Teil am Sitz schwitzt weil die Dichtung geschrumpft ist ... dann halt etwas Flüssigdichtung. Jedenfalls ist die Wiederherstellung in den meisten Fällen mit einigen Cent getan.
Zitat:
@jpebert schrieb am 18. November 2017 um 21:20:04 Uhr:
Ganz ehrlich, ich halte es für ein schlechtes Gerücht, dass ein KGE kaputtgeht. Habe nun schon mehrere in der Hand gehabt, alle aufgemacht, alle i.O. Wenn irgendjemand das Ding anknallt, so dass das Plastikgehäuse bricht oder es nicht schafft eine Schelle an der Verbindung zum Reinluftkanal zum Abdichten zu installieren ... was soll ich sagen, dann sind eben 35€ bei Fiat oder 100€ bei MB fällig. Ja, und für den Fall, dass das Teil am Sitz schwitzt weil die Dichtung geschrumpft ist ... dann halt etwas Flüssigdichtung. Jedenfalls ist die Wiederherstellung in den meisten Fällen mit einigen Cent getan.
Meine Membrane war so kaputt, dass das Öl hinten auf den Kat getropft hat. Ich habe das Ventil auseinander genommen und hatte ein riesieges Loch in der Membrane. Die Membrane war übrigens auch sehr hart.
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Das glaube ich gern, kann passieren. Aber hier gehen die KGEs ja wie geschnitten Brot. Ich habe 8-12 Jahre alte Membranen gesehen, alle weich, vollflächig, i.O.
Da gibt es doch, auch von den Herstellern selber, eine Faustregel:
alle 60.000 km oder
alle 3 Jahre
aus meiner Sicht ein Teil das zum regelmäßigen Service dazugehört.
und im Normalfall reicht dann auch das KGE selber, wie zum Beispiel:
VAICO V30-2620 Ventil, Kurbelgehäuseentlüftung
für 17,50 Euro
Habe mir obige KGE gekauft. Zwei Fragen:
1. Wie funktioniert die KGE? Hätte nicht ein einfacher Anschlussschlauch Kurbelgehäuse - Reinluftkanal gereicht? Egal auf welcher Seite ich reinblase, auf der anderen Seite kommt die Luft genauso raus. Welche Aufgabe hat die Membran? Ich vermute, dass sich an der Membran das Öl abschlagen soll. Wenn ich aber schaue, was am Reinluftkanal ankommt, dann habe ich meine Zweifel am Sinn des Bauteil.
2. Die erste KGE hatte ich etwa bei 280tkm gewechselt. Die zweite jetzt bei 370tkm. Am selben Auto. Waren jeweils i.O. Hatte jemals einer von Euch eine (augenscheinlich!!!) defekte KGE? Wenn das überhaupt möglich ist. Selbst wenn die Membran wellig oder gerissen ist, dürfte das kaum ihrer mangelhaften Funktionalität abträglich sein 😉
Vielleicht verstehe ich es nicht?
In mir keimt der Verdacht, dass es völlig sinnlos ist, sich um dieses Teil zu bemühen. Siehe meine beiden Fragen oben.
Soweit ich die Konstruktion verstehe, soll sie nicht das Öl abscheiden, sondern den Ölnebel/Öldämpfe. Und nur den Überdruck aus dem Kurbelgehäuse wieder der Frischluft zuführen. In früheren Autos war es tatsächlich so, dass man nur einen einfachen Schlauch benutzt hat, der aber allerdings eine Art Ölsieb in sich montiert hatte. Wenn man z.B. Golf II Kurbelgehäuseentlüftung oder so googelt sollte man so ein Bild sicher noch finden.
Bei meinem V6 ist die KGE inzwischen undicht. Vermutlich würde es reichen, wenn man die Dichtung neu macht. Das Öl läuft jedenfalls seitlich am Block runter
Zitat:
@chruetters schrieb am 23. Juni 2018 um 22:33:36 Uhr:
Soweit ich die Konstruktion verstehe, soll sie nicht das Öl abscheiden, sondern den Ölnebel/Öldämpfe. Und nur den Überdruck aus dem Kurbelgehäuse wieder der Frischluft zuführen. In früheren Autos war es tatsächlich so, dass man nur einen einfachen Schlauch benutzt hat, der aber allerdings eine Art Ölsieb in sich montiert hatte. Wenn man z.B. Golf II Kurbelgehäuseentlüftung oder so googelt sollte man so ein Bild sicher noch finden.
Bei meinem V6 ist die KGE inzwischen undicht. Vermutlich würde es reichen, wenn man die Dichtung neu macht. Das Öl läuft jedenfalls seitlich am Block runter
So ist es.
Zitat:
@chruetters schrieb am 23. Juni 2018 um 22:33:36 Uhr:
Soweit ich die Konstruktion verstehe, soll sie nicht das Öl abscheiden, sondern den Ölnebel/Öldämpfe. Und nur den Überdruck aus dem Kurbelgehäuse wieder der Frischluft zuführen. In früheren Autos war es tatsächlich so, dass man nur einen einfachen Schlauch benutzt hat, der aber allerdings eine Art Ölsieb in sich montiert hatte. Wenn man z.B. Golf II Kurbelgehäuseentlüftung oder so googelt sollte man so ein Bild sicher noch finden.
Bei meinem V6 ist die KGE inzwischen undicht. Vermutlich würde es reichen, wenn man die Dichtung neu macht. Das Öl läuft jedenfalls seitlich am Block runter
Du, Christian, die KGE soll das Öl abescheiden, was in der Motorluft enthalten ist (Motorluft = Öldämpfe, oder wie auch immer man es bezeichnen will. Ölluft läßt sich nicht abscheiden, nur das in der Luft enthaltene Öl) . ... Schon klar. Das war nicht meine Frage. Baue mal eine KGE auseinander, dann weißt Du was ich meine. Und blase mal hinten und vorne rein, Durchgang. Ich glaube, das Öl aus der Motorluft schlägt sich überall ab. Ja auch in der KGE, aber wohl noch mehr im Zuleitungsschlauch und im Reinluftkanal.
Ich glaube ich werde ab jetzt jegliche KGE an allen OM642 ignorieren und auch alle Posts mit Hinweisen zu dringenden Tausch 😉
Ja, eine Ölfalle per feinmaschigem Metallsieb oder Schwamm halte ich für wirksamer.
Ja, mache einen neuen Dichtring für 0,03 Cent darauf falls der Anschluss undicht sein sollte. Und vergiss das Teil.
Vielleicht habe ich etwas Missverstanden. Aber die KGE hat nicht die Aufgabe, irgendetwas (Öl, Dämpfe, Luft, usw.) abzuscheiden.
Die KGE ist nur ein Druckregelventil. Ohne andere Aufgabe.
Bei einem Sauger ist Überdruck im KG bekanntlich nicht erwünscht. Darum gibt es den Entlüftungsschlauch. Die minimalen Öldämpfe werden ohne Konsequenzen mit verbrannt.
Bei einem Turbo(-Diesel) entsteht in manchen Lastsituationen vor dem Turbo und damit im KG leider ein ziemlich großer Unterdruck.
Genauso wie ein Überdruck für das KG schädlich sein soll, so soll auch ein zu großer Unterdruck für KG, Simmeringe, Ölschaftsdichtungen und Kolbenringe nicht so gut sein.
Viel schlimmer ist aber, dass ohne KGE (oder bei Defektem) die Öl Dämpfe regelrecht abgesaugt werden. Das lässt den Reinluftkanal versotten und trägt bei der Verbrennung evtl. auch zur Verkokung bei.
Dafür gibt es das KGE. Im Einbauzustand ist das KGE geöffnet. Bei plötzlich großer Last oder anders sich erhöhendem Unterdruck, wird die Membran im KGE schrittweise geschlossen. Ich nehme an, dass im Maximum der Unterdruck auf nahezu Null gesenkt wird aber auch nicht geschlossen wird, damit im KG kein Überdruck entsteht.
Bei defekter Membarne kann das KGE nicht mehr geschlossen werden, mit den bekannten Problemen.
Darum ist es auch nicht sinnvoll, ein OCC ohne KGE zu verwenden. Der OCC scheidet zwar die Dämpfe und Nebel ab (unnötig viel und kontraproduktiv) aber der nicht erwünschte Unterdruck bleibt eben trotzdem erhalten.
VG