M Intensive Training - was man dabei für die Straße lernt
Habe gestern an einem M3 Training auf dem Salzburgring teilgenommen.
Was ich dabei gelernt habe:
1 Plötzliches Ausweichen bei 100 km/h dürfte auf der Landstraße üblicherweise daneben gehen
2 Zwei mal ohne Unterbrechung einen kompletten Kreis driften ist eine riesen Gaudi
3 eine Seitenbeschleunigung von 1,3 g hat schon was, was müssen F1 Fahrer da leisten
4 Bei allen Übungen wäre ich mit meinem F31 Fahrwerk abgeflogen
5 Die Höchstgeschwindigkeit meines 320d von 238 km/h ist auf der BAB einfach nur lebensgefährlich
6 ich werde in Zukunft etwas langsamer angehen lassen
7 der nächste BMW hat sicher ein M Fahrwerk
8 Apropos: 25 schnelle Rundem über den Salzburgring sind echt anstrengend und die Konzentration läßt nach
Drive save
Beste Antwort im Thema
Habe gestern an einem M3 Training auf dem Salzburgring teilgenommen.
Was ich dabei gelernt habe:
1 Plötzliches Ausweichen bei 100 km/h dürfte auf der Landstraße üblicherweise daneben gehen
2 Zwei mal ohne Unterbrechung einen kompletten Kreis driften ist eine riesen Gaudi
3 eine Seitenbeschleunigung von 1,3 g hat schon was, was müssen F1 Fahrer da leisten
4 Bei allen Übungen wäre ich mit meinem F31 Fahrwerk abgeflogen
5 Die Höchstgeschwindigkeit meines 320d von 238 km/h ist auf der BAB einfach nur lebensgefährlich
6 ich werde in Zukunft etwas langsamer angehen lassen
7 der nächste BMW hat sicher ein M Fahrwerk
8 Apropos: 25 schnelle Rundem über den Salzburgring sind echt anstrengend und die Konzentration läßt nach
Drive save
29 Antworten
Daß die modernen, vielgepriesenen elektronischen Helferlein nur bis etwas über 100 km/h was nützen ist mir selbst als alten "Autofreak" nicht bekannt gewesen!
Hab ich auch noch nirgends gelesen...
Ich finde, das ist aber enorm wichtig zu wissen !
Bringt darüber auch ABS nichts mehr, weil es nicht mehr schnell genug "Stottern" kann ?
Zitat:
Original geschrieben von Rambello
Daß die modernen, vielgepriesenen elektronischen Helferlein nur bis etwas über 100 km/h was nützen ist mir selbst als alten "Autofreak" nicht bekannt gewesen!
Hab ich auch noch nirgends gelesen...Ich finde, das ist aber enorm wichtig zu wissen !
Bringt darüber auch ABS nichts mehr, weil es nicht mehr schnell genug "Stottern" kann ?
Das gilt nur für Fahrzeuge mit einer Fahrdynamik die sich anfühlt als würden 250 kg Bleibarren im Kofferraum liegen. Unverständlich das so etwas immer noch frei verkäuflich ist. Bei solchen Abflügen könnten ja auch andere Verkehrsteilnehmer beschädigt werden. F3x sind da etwas sicherer. Der lange Radstand und die 50:50 Gewichtsverteilung führen zu einer hohen Spurstabilität. Selbst bei DSC off.
http://www.bild.de/.../...er-stirbt-nach-autounfall-33002724.bild.html
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Was hat jetzt der Unfall damit zutun ? Wie so alles im Alltag braucht ein gesunden menschenverstand.
Zitat:
Original geschrieben von Rambello
Daß die modernen, vielgepriesenen elektronischen Helferlein nur bis etwas über 100 km/h was nützen ist mir selbst als alten "Autofreak" nicht bekannt gewesen!
Hab ich auch noch nirgends gelesen...Ich finde, das ist aber enorm wichtig zu wissen !
Bringt darüber auch ABS nichts mehr, weil es nicht mehr schnell genug "Stottern" kann ?
ABS und ESP funktionieren auch bei 250km/h noch. Nur ist die Energie schon so groß, dass die paar handgroßen Reifenaufstandflächen, die bei Regen nochmal kleiner werden, die Kräfte nicht mehr übertragen können.
Drum sollte man schon wissen was man tut und nicht panisch am Lenkrad drehen, wenn es mal knapp wird, sondern gefühlvoll lenken. Und genau das lernt man auch in solchen Kursen.
Die wichtigste Lektion ist aber die Grenze zu erfahren bzw. wie schmal der Grad zwischen "Das Auto liegt wie auf Schienen" und "Oh mein Gott wir werden alle sterben" wirklich ist. Moderne Autos entkoppeln den Fahrer so sehr von der Umwelt und den einwirkenden Kräften, dass eine gelegentliche Erinnerung im Fahrsicherheitszentrum auf jeden Fall lohnenswert ist.
Zitat:
Original geschrieben von gilu4
Welches Fahrzeugmodell hast du zerlegt?Zitat:
Original geschrieben von UA2
Naja, die Helferlein sind auf den üblichen Tempobereich abgestimmt. Also die Landstrasse maximal. Schon bei 120 und erst recht ab 160 sind die Systeme auch ganz schnell überfordert. Hier streckt so viel Energie im Fahrzeugsystem, dass man so ein Auto ganz schnell verlieren kann.Ich hatte es erst vor einem guten Jahr erlebt, wie schnell so ein Auto bei 120 auf nasser Fahrbahn unkontrollierbar werden kann, obwohl es ein neuer dt. Sportwagen mit neuster Technik war. Was dann passierte war eigentlich nur mit Beten zu umschreiben. Irgendwie habe ich viel Glück gehabt und den Baum nach einiegen Erdarbeiten so getroffen, dass der Wagen Totalschaden war aber ich ohne jegliche Blessuren davon kam.
Es ist schon Wahnsinn, wie die Gewalten innerhalb von einer halben Sekunde enorm mächtig werden und Du schlichtweg garnichts mehr ausrichten kannst. Bei 170km/h ist das System sogar schon doppelt so geladen wie bei 120 und dann ist alles doppelt so grausam.
Eines mit Stuttgarter Wappen im Emblem. 🙁
Die Autos sind heute verdammt sicher geworden, die Reifen haften wie Pattex.
Die Physik ist aber die gleiche geblieben.
Bei 50 oder noch bei 80 regelt so ein ESP wieder in die Spur zurück. Aber bei 180 ist der Grat zwischen Vollkommenem Kontrollverlust und es geht sich noch gut aus dermassen schmal geworden, dass so ein System dann auch ganz schnell am Ende ist. Die Zeit zum Reagieren wird sehr klein.
Ich bin früher ein paar Mal auf der Rennstrecke abgeflogen und war jedesmal geradezu amüsiert, was mit dem System und meiner kleinen Welt passiert, wenn man Spielball der Physik wird. Dein Kosmos klappt zusammen auf Kopf und Körper und ausserhalb toben mächtige Kräfte.
Wenn Du mit 150 Sachen rotierend nur noch den Wechsel zw. hellblauer und hellbrauner Aussicht wahrnimmst, es an Dir zerrt und reisst, und Du einfach garnichts mehr machen kannst ausser abzuwarten, dass dies irgendwann mal aufhört - hast die Überschläge noch so bis 8 mitgezählt, dann das Grübeln bekommen, was das jetzt für einen Sinn macht und irgendwann die Lust auf dieses Trieseln Dir vergeht - und dann plötzlich eine absolute Ruhe eintritt und Du in Deinen Körper reinfragst: "hey, seid ihr alle noch da und dran?", dann weisst Du, wie gnadenlos Tempo und deren Energie sein kann.
ESP ist eine gute Sache, doch auch dieses System kann nicht nach Belieben die Grenzen aufweichen. Besser, man fährt so, dass es nicht in Aktion tritt. Gefährlich ist die Selbstüberschätzung - ich schmunzele jedesmal, wenn ich lese, dass Leute das DSC/DTS abschalten, weil sie meinen, sie könnten es besser (Nordschleifen-Fahrer). Solange man auf die unkonventionelle Reaktion des Fz vorbereitet ist, ist ja alles easy, doch was ist, wenn man es nicht ist ...
Übrigens ist dei den Zuffis und nicht nur dort, sondern bei fast allen Wagen, die UHP-Sportreifen haben - Thema Mischbereifung -, dass die hinteren Reifen nur noch einen kleinen Negativprofilanteil im Gegensatz zu den Vorderreifen haben. Dadurch schwimmen dann diese Fzge hinten wesentlich schneller auf. Ein Fz, was hinten instabil wird, ist nicht kontrollierbar, auch nicht für einen Profi. In dem Fall verliert man einfach die Kontrolle - Punkt.
Zumindest in diesem Punkt ist ein grosser Vorteil der Gleichbereifung. Hier verlierst Du meist vorne eher den Grip bei Nässe, der Wagen schiebt etwas geradeaus und meist war's das.
Seither bin ich bei Nässe ein Schisser und schleiche gemütlich auf der rechten Spur vor mich hin.
Renntrainings und Driftkurse habe ich alle mitgemacht. Aber bei 120 auf Nässe und dann in einen Sturzbach über die Fahrbahn, schwupp, da halfen dann weder Kurse noch ESP.
Zitat:
Original geschrieben von Simon1974
Vielleicht leidet auch derjenige an Selbstüberschätzung, der seinen Wagen so "abfangen" muss....?Zitat:
Original geschrieben von DerBaum
Muss dabei an folgendes Video denken.
http://www.youtube.com/watch?v=JKZj7xyTuXw
99,9% der Motortalk User hätten den Wagen sicher nicht mehr abgefangen, davon leiden 99,8% an Selbstüberschätzung...Derjenige kann doch froh sein, dass er bei seinem Schleudervorgang keinen Dritten gerammt hat.
DasZitat:
Original geschrieben von UA2
Renntrainings und Driftkurse habe ich alle mitgemacht. Aber bei 120 auf Nässe und dann in einen Sturzbach über die Fahrbahn, schwupp, da halfen dann weder Kurse noch ESP.
ist der Grund warum du abgeflogen bist. Deshalb tausche ich Sommerreifen bei ca. 4mm Restprofil und Winterreifen bei ca. 6mm aus.
Zitat:
Original geschrieben von MartinBru
Das ist der Grund warum du abgeflogen bist. Deshalb tausche ich Sommerreifen bei ca. 4mm Restprofil und Winterreifen bei ca. 6mm aus.Zitat:
Original geschrieben von UA2
Renntrainings und Driftkurse habe ich alle mitgemacht. Aber bei 120 auf Nässe und dann in einen Sturzbach über die Fahrbahn, schwupp, da halfen dann weder Kurse noch ESP.
Hatte 5,5-6mm Prifil. Ich tausche auch bei 4mm Restprofil.
Zitat:
Original geschrieben von UA2
Ich bin früher ein paar Mal auf der Rennstrecke abgeflogen und war jedesmal geradezu amüsiert, was mit dem System und meiner kleinen Welt passiert, wenn man Spielball der Physik wird. Dein Kosmos klappt zusammen auf Kopf und Körper und ausserhalb toben mächtige Kräfte.
Wenn Du mit 150 Sachen rotierend nur noch den Wechsel zw. hellblauer und hellbrauner Aussicht wahrnimmst, es an Dir zerrt und reisst, und Du einfach garnichts mehr machen kannst ausser abzuwarten, dass dies irgendwann mal aufhört - hast die Überschläge noch so bis 8 mitgezählt, dann das Grübeln bekommen, was das jetzt für einen Sinn macht und irgendwann die Lust auf dieses Trieseln Dir vergeht - und dann plötzlich eine absolute Ruhe eintritt und Du in Deinen Körper reinfragst: "hey, seid ihr alle noch da und dran?", dann weisst Du, wie gnadenlos Tempo und deren Energie sein kann.
Auf den Punkt. Wer das selber schon erlebt, geht die Beschreibung unter die Haut.
Aber wie vermittelt man diese Erfahrung/Erkenntnis Leuten die davon bislang verschont blieben?
Zitat:
Seither bin ich bei Nässe ein Schisser und schleiche gemütlich auf der rechten Spur vor mich hin.
Soweit würde ich dann doch nicht gehen. Sagen wir mal man hat eine realistische Einschätzung und lässt die risikobereiten die es bei Starkregen immer wieder gibt einfach ziehen. Mehr Respekt als vor dem Tempo bei Starkregen habe ich da vor dem (oft zu geringem) Abstand. Lieber ein wenig schneller als "gewünscht" und aus einem Pulk raus/vorbei, als bei geringem Tempo mit viel zu geringem Abstand in einer Metalllawine über km hinweg fahren.
So komisch es klingen mag - ein Unfall, so dann man ihn körperlich schadlos übersteht ist faszinierend.
Plötzlich, von einem zum anderen Moment merkt man, dass man keinen Einfluss mehr auf die Situation hat. Du bist der Natur vollkommen ausgeliefert und kannst nur noch passiv zuschauen, was mit Dir passiert.
Wiegesagt, wer glaubt, bei 200 noch wirklich aktiv ein Auto aus so einer kritischen Situation retten zu können, der überschätzt sich. ESP und DSC usw. schützen nur noch minimal - ja, sie sind besser als ohne - aber der Grat ist so schmal geworden, dass die Systeme ein Milli-My nach dem menschlichen Kontrollverlust ebenso kapitulieren.
Ich kann UA2 nur zustimmen und gleichzeitig jedem Leser hier ebenfalls empfehlen, regelmäßig Fahrertrainings beizuwohnen. Ich war bisher bei 5 oder 6 Fahrertraings auf ÖAMTC (österr. ADAC) Testgeländen, 2x Wintertrainings auf zugefrorenen Seen (Audi A4 3,0 Quattro, TT 3,0 Quattro), 2x Spezialtrainings auf dem Salzburgring (Audi RS4 & R8) und ein Drifttraining.
Darüber hinaus war ich mit den eigenen Autos schon bei einigen Touristenfahrten am Nürburg- und Salzburgring dabei.
Wenn ich daraus eine Lehre gezogen habe ist, dass man die Grenzen der Physik nicht überlisten kann. Bei Regen/Schnee/Eis bin ich ein defensiverer Fahrer geworden, ich sitze richtig im Auto (was sehr viele Fahrer falsch machen) und habe eigentlich so gut wie immer beide Hände in der 14:45 Position am Lenkrad. Damit kann man im Überraschungsmoment schon mal ordentlich reagieren und damit möglicherweise schon das schlimmste verhindern (was mir bisher in einer unerwarteten, unprovozierten Situation vor vielen Jahren einen größeren Unfall erspart hat).
Ich werde vielleicht kommendes Jahr mal wieder auf den Salzburgring fahren, um auch mal die Grenzen meines F31 auszuloten. Allerdings fliegen vorher die RFTs und das Fahrwerk wird noch verbessert.
Wie gesagt, ich empfehle solche Trainings jedem Fahrer, eigentlich sollten sie alle 10 Jahre für alle Führerscheinbesitzer pflicht werden. Dann gäbe es garantiert weniger Unfääle mit verherrendem Ausgang auf unseren Straßen, da sehr viele Unfälle auf schlechte Vorbereitung und Selbstüberschätzung zurückzuführen sind.
Greetz,
XStoneX