Kaufempfehlung R129, welche Motorisierung?

Mercedes SL R129

Das Thema ist schon 1000 Mal besprochen, aber alle Einträge dazu sind über 10 Jahre alt. Ich stoße die Diskussion deswegen neu an. Ich träume von einem R129, der ist einfach nur wunderschön. Nun kann ich die Entscheidung nicht treffen, welcher es sein soll. Eigentlich würde ich gerne den 300-24V als Schalter nehmen. Leider sind die entweder zu teuer oder zu selten, sodass ich keinen in meinem Budget finde (ca. 15k). Als Schalter bleiben nur 280er und 300er übrig, die sind aber mit 193 PS mir etwas untermotorisiert, ich würde gerne schon ab und zu etwas sportlicher fahren. Automatik wäre für mich eher eine 2. Wahl, hier gibt es viele gute Angebote von 300-24 und 320. Es kommt hier aber ein Dilemma dazu, vom Verbrauch her sind die nicht so weit von dem 500er entfernt (ca. 10-15% weniger meines Wissens nach). Jetzt kommt die Frage, wie viel höher sind die Unterhaltungskosten bei dem 500er abgesehen vom Verbrauch? Der scheint genauso zuverlässig wie die anderen zu sein, gibt es da einen Hacken zB bei Ersatzteilen usw.?
Danke für die Hilfe voraus!

116 Antworten

Für über 50 % Großstadtverkehr ist so ein 500er mit V8 Motor in der Tat nicht wirklich geeignet, es sei denn die Spritkosten interessieren einen ebenfalls nicht wirklich.

Zur Klarstellung: Mein SL 500 Mopf2 mit dem M113 Motor zieht sich im reinen Stadtverkehr 16-17 l/100 km Super 95 rein. Die älteren 500 SL mit dem M119 Motor und noch 4-Gangautomatik liegen da sogar noch 1-2 l/100 km drüber.

Aber auch ein handgeschalteter 300 SL-24 wird bei überwiegend Stadtverkehr 13-14 l/100 km konsumieren. So ist das halt mit dem Verbrauch von (fast) Oldtimern mit mehr als 4-Zylindern.

Was soll's...das Leben ist zu kurz um es in eine Spardose zu stecken...
Aber in die Stadt gehört ein SL wirklich nicht hin. Da kommt man ja über
das Standgas kaum raus.
Ich habe es ja schon mal gesagt, wer einen SL fährt, der sollte keinen Gedanken auf Spritverbrauch
verschwenden, entweder man fährt einen SL und pfeift darauf dass das Teil gute 15 Liter braucht.
Oder wer sich Gedanken um Spritverbraucht macht, der soll besser einen Smart fahren...
...gibt es ja auch als Cabrio...

Ich denke, Du wirst hier nicht viel anderes hören als bisher schon gesagt wurde - nicht alles, was selten ist, wird automatisch mal „gesucht“ sein. Handgeschaltet wäre für die meisten hier ein k.o.-Kriterium, „sportlich“ fahren lässt sich ein R129 aus meiner Sicht ohnehin nie: Du musst immer bedenken, dass Du nicht von einem 850 kg-Golf 1 GTI redest, sondern von einem min. 1800 kg-Geschoss - die Physik setzt irgendwo Grenzen. Was den Preis angeht, seh ich’s ähnlich wie der Rest bis 15k findest Du durchaus brauchbare Autos, aber nichts für „Sammler“ mit ernsthafter Wertsteigerung. Wir haben den letzten R129 vor knapp 4 Jahren für meine Mutter angeschafft: SL 320 aus 97 mit mittlerer Ausstattung (Klima, Sitzheizung, Memory), Zustand dem Alter entsprechend gut, seriöser Vorbesitzer, keinen Wartungsstau, kleiner reparierter Frontschaden (gut gemacht, aber für viele schon Handycap), 130.000 km (nach optischen Gesichtspunkten realistisch, aber nicht „belegbar“), aber - und das war das größte Manko - 6 Vorbesitzer. Wahrscheinlich sind mehrere davon auch kaum gefahren, aber damit war das Ding für die Sammler-Fraktion völlig uninteressant und stand wie Blei. Den Zuschlag hat er trotzdem erhalten, weil der Zustand weit entfernt war von vielen anderen in dieser Preisklasse (das waren eher die Kübel mit erhöhtem Investitionsbedarf) und weil der Wagen bei meinen Eltern eben nicht nur 2-3.000 km im Jahr laufen würde, sondern meine Mutter den ganzjährig im Alltag nutzt und wir schätzungsweise eher bei 20-25.000 km/a sind. Der Wagen war für sie die perfekte Wahl, aber für „Wertsteigerung“ völlig ungeeignet. Und das ganze ist inzwischen eben 4 Jahre her, Preise haben sich seitdem entsprechend verschoben…

Hallo gtanas,

ich habe und fahre seit fast 15 Jahren einen SL320 mit dem M104 Reihensechszylinder, Baujahr 1994. Ich bin mit dem Wagen sehr zufrieden, zumindest für meine Belange ;-) Früher bin ich auch den 500er, Baujahr 1993, ab und zu gefahren. Der 500er ist sportlicher als der 320er. Beide klingen gut, auch ohne speziellen Auspuff. Der 500er neigt in der Stadt eher zu erhöhtem Spritverbrauch (stets über 15 Liter, eher um die 18/100km). Mit dem 320er kann man locker mit 10 bis 13 Litern auf 100 km auskommen, inklusive Stadtmix. Aber was soll ich sagen, als Schönwetterauto ist das für mich nicht wirklich wichtig. Weder der Verbrauch noch das "Sportliche". Selbst mein aktueller Geschäftswagen ist "sportlicher zu fahren" (5er BMW). Schalter würde ich nicht kaufen. Noch ein Tipp: Schau weniger auf die Laufleistung und mehr darauf, wie viele Besitzer den Wagen hatten und vor allem, ob und wie der Wagen gepflegt worden ist. Vor allem, ob der Motorkabelbaum bereits ausgetauscht worden ist. Ich wünsche dir nun eine glückliche Hand bei der Entscheidung.... Viele Grüße aus dem Süden!

Ähnliche Themen

@sommer57: Deine Anmerkung zum MKB ist völlig richtig. Entweder er wurde bereits erneuert, oder er ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Streuselkuchen.
Auch die Kunststoffgleitschienen im Steuertrieb zerfallen gerne mal, da alles an Weichmachern längst verdunstet ist.
Und wenn sowas fällig ist, ist das Budget von locker drei bis fünf Jahren fällig.
Es sind 30+ Jahre alte Autos, da kann auch bei top gepflegten Exemplaren unverhofft etwas passieren. Darüber muss man sich im Klaren sein.

@Graf Zahl 91
ich weiß zwar nicht wie alt deine Mutter ist, aber meistens kaufen sich ältere Leute
doch Auto, wo man nicht so tief sitzt bzw. tief ein- und aussteigen muss...
Solche Mini-SUVs und ähnliches...
Respekt für deine Mutter, das ist Leidenschaft...
Ich tue mir da in der Garage schon manches Mal schwer mit dem Aussteigen,
wenn ich die Tür nicht weit genug aufbekomme und das Verdeck zu ist.
Grüße...thomas

@bad-one
Momentan "erst" 64, aber der erste R129 (der jetzige ist der zweite) kam auch erst mit Mitte fünfzig. Eigentlich war zuhaus immer Vernunft angesagt, nach einem Passat 32B in dunkelster Erinnerung bin ich in W124 und S124 als 250 D bzw. 250 TD aufgewachsen, bis das T-Modell eines Tages den Platz für einen Firmenwagen räumen musste. Den 250 D fuhr meine Mutter noch eine halbe Ewigkeit und über ein Cabrio hätte bei uns nie jemand nachgedacht, wenn ich nicht vor etwas über zehn Jahren mal einen SL gekauft hätte. Meiner blieb nicht lang (zwei Plätze und kleiner Kofferraum waren doch keine so brillante Idee und als Student fehlte das Geld für einen Zweitwagen), aber meine Mutter hat's damals nachhaltig erwischt 😉

Zitat:

@Graf Zahl 91 schrieb am 14. April 2024 um 09:33:24 Uhr:


Ich denke, Du wirst hier nicht viel anderes hören als bisher schon gesagt wurde - nicht alles, was selten ist, wird automatisch mal „gesucht“ sein. Handgeschaltet wäre für die meisten hier ein k.o.-Kriterium, „sportlich“ fahren lässt sich ein R129 aus meiner Sicht ohnehin nie: Du musst immer bedenken, dass Du nicht von einem 850 kg-Golf 1 GTI redest, sondern von einem min. 1800 kg-Geschoss - die Physik setzt irgendwo Grenzen.

bin letzte Woche tatsächlich das erste Mal den 320er gefahren, und ja das Gewicht merkt man direkt. Die Automatik hat positiv gewirkt, ich hatte Angst dass ein altes auto sehr langsam schaltet.
Würde wahrscheinlich doch den 320er nehmen, obwohl ich den jetzt auch nicht sehr schnell finde, finde aber dass es mir reicht.

Nochmal mein Senf zu dem Thema: Aus meiner Sicht ist der R129 mit - egal welcher Motorisierung - kein sportlicher Wagen. Dafür ist er einfach zu schwer, zu groß und zu träge. Ich hab den 500er, gefahren wir der gemütlich auf der Landstraße, im Gebirge, auch mal flott auf der AB, insgesamt wenige tausend km im Jahr. Kosten für Treibstoff sind dabei von ziemlich untergeordneter Dimension und Bedeutung. Bin viel in den USA und fahre, wenn in CA unterwegs, eigentlich immer Mustang (der erste war vor vielen Jahren ein 2007er 4.0 V6 und der war in jeder Beziehung so grottenschlecht, dass ich 12 Jahre überhaupt keine Lust mehr auf Mustang hatte). Seit 2019 allerdings meistens den GT (5L, V8), letzte Woche hab ich dann mal den 2.3L Ecoboost (irgendwas zwischen 317 und 330 PS 4Zyl) ausprobiert. Der Eco ist ein tolles Auto, das sich klasse und sparsam fährt. Wie gesagt ein tolles Auto, wenn es Ford Donkey oder Pony heißen würde. Aber es ist kein Mustang. Meiner Meinung nach gehört in einen Mustang jedoch ein V8 und genauso in den SL und dazu eine Automatik, wobei im GT auch eine 6-Gang Handschaltung vorstellbar ist (aber nicht im Großraum LA, wo man die meiste Zeit im Stau schleicht). Das sind keine Vernunftskutschen sondern unvernünftige Genussautos. Zum Charisma des SL passt ein großvolumiger Motor, der ein untertouriges cruisen an sonnigen Tagen zum Genuss macht und das können die 2.8 - 3.2 oder gar die 24V (im SL) nicht. Die passen besser in sowas wie den SLK. Natürlich kommt man auch mit den kleinen Motoren von A nach B, aber dafür sind diese Autos nicht gemacht. Das ist meine Meinung und natürlich steht es jedem frei das völlig anders zu sehen.

Noch ein paar Tipps: Auch Rost ist beim SL ein Thema. Guck dir die unteren und Türkanten und Radläufe genau an, möglichst auf der Bühne. Fahrwerksteile: Sind die diversen Gummis rissig oder spröde, Spiel in der Lenkung? Motorlager in Ordnung? Sind die diversen Betriebsflüssigkeiten regelmäßig getauscht? Ist ADS verbaut? Toll, wenn es funktioniert, teuer, wenn nicht. SL fahren ist, auch wenn die Autos nach 20-30 Jahren rel. günstig sind (egal ob 15, 20 oder 30t€), nie ein billiger Spaß, immer dran denken....

Auch sehr empfehlenswert:
https://www.r129sl-club.de/der-r129/kaufberatung.html

wer davor zuckt evt. noch 5-10K (mehr geht auch ohne Probleme aus eigener Erfahrung) in so einen "Neuerwerb" reinzustecken, sollte sich nach was anderem umsehen.

Und da rede ich nicht von den 15K SLs sondern durchaus von (zumindest optisch) durchaus schönen und gepflegten Exemplaren um die 30K. Und selbst bei einer low KM Zeitkapsel für 60,70K kann das auch noch richtig teuer werden bzw. erst recht da rumstehen kein Fahrzeug auf Dauer ab kann.

Und ich spreche nicht von Reparaturen an "exotischen" ADS und 12 Zylinder Autos sondern von ganz normaler, aber richtiger Wartung und evt. Instandsetzung an Motor, Verdeck und Fahrwerk um da einen guten technischen Grund ins Auto zu bekommen. Natürlich in Fachbetrieben. Evt. Überarbeitung von Interieurteilen wie Plastik, Holz und Leder kommt da noch je nach dem on Top. Auch nicht für paar Mark zu machen.

Aber WENN die Apparate einmal von Grund auf durchgewartet sind, sind die auch recht günstig zu unterhalten - auch die V8. Aber so einen mußte erstmal finden. Meist wird in Fahrzeuge - egal welche - nix mehr investiert sondern alles "abgefahren" wenn die verkauft werden sollen.

ADS uns solch unnötiger SchnickSchnack wäre für mich eh ein Grund die Karre stehen zu lassen.
Braucht kein Mensch, und wie die Vorredner schon gesagt haben...
Wenn's mal nicht mehr funktioniert, wird's so richtig teuer.
Ich weiß nicht wie es anderen so geht... ich fahre einen R129 und keinen R230/231 weil ich nicht
mit unnötigen Spielereien überschüttet werden will....
Wenn man da so manches Mal liest was die Leute für Probleme mit ihrer Technik haben...
alleine schon die dutzende Beiträge wegen der Komfortbatterie...
Grüße...thomas

Naja... so schlimm ist es auch wieder nicht. Ich habe da ganz andere Erfahrungen mit vergleichbaren Autos aus den 80ern bzw. 90ern gemacht. Beim SL/R129 findet man immer noch (fast) alles und zumindest jemanden, der sich damit auskennt. Versuch mal, einen Experten zu finden, der einen Lancia Trevi mit Root-Kompressor aus dem Jahr 1985 noch einstellen kann. Ganz zu schweigen von der Ersatzteilbeschaffung oder Reparaturen. Oder ein Kabelbaum, innenliegende Scheibenbremsen usw. eines Alfas GTV aus den Achtzigern. Beim R129 wurden die Motoren und viele andere Teile wirklich fast „millionenfach“ verbaut, und in Deutschland gibt es immer noch genug Leute, die diese Autos reparieren können - notfalls mit Teilen von noch genug vorhandenen Schlachtern. Auch im W124-Fan-Bereich wirst du fündig. Klar, dieses Hobby ist nichts für Geizkragen. Und da man solche „Schätzchen“ nicht als DAILY nutzt und sie auch nicht wirklich zuverlässig sein müssen, bin ich diesbezüglich mit den R129 eher entspannt ... :-)

Allzeit gute Fahrt!"

Stimmt, muss ich dich recht geben...
Mercedes ist ziemlich gut in der Ersatzteilversorgung bei Young-/Oldtimern.
Ich hatte mal einen Audi Quattro von 1990, nach 15 Jahren war die Ersatzteilbeschaffung einen echte
Katastrophe... 1999 habe ich 6 Wochen auf eine Antriebswelle gewartet, 2005 gab es keine Bremsleitungen
mehr... da wird man bei Mercedes schon echt verwöhnt...
Mal etwas anderes zu Audi und Mercedes...
in den 1930er Jahren waren doch die beiden auf der Rennstrecke die grossen Konkurrenten,
Rosenberger auf dem Audi und Caracciola auf den Silberpfeilen.
Von den Silberpfeilen der W-Baureihe gibt es im Mercedes Museum von jedem Typ noch etlicher Exemplare,
von dem 16 Zylinder Audi, existiert kein einziges vollständiges Original mehr...soweit zur Mentalität, was
Historienpflege betrifft....
...aber das nur mal so am Rande....

So ein Quatsch...ausser das sollte Ironie sein...die Auto Union C/D Rennwagen wurden 1945 aus Zwickau in die SU abtransportiert und dort zerlegt/gecrashed/verschrottet bis auf einen Satz E-Teile, aus denen wieder 2 Renner aufgebaut wurden. Die MB Silberpfeile blieben rel. unbehelligt im Werk, deswegen gibts da noch die meisten.

Zitat:

@bad-one ADS [...] Braucht kein Mensch, und wie die Vorredner schon gesagt haben... Wenn's mal nicht mehr funktioniert, wird's so richtig teuer.

Nur, damit du es mal gelesen hast: Ein R129 ohne ADS ist wie ein Käsebrot ohne Käse und für mich(!) ein Grund, so ein Auto stehen zu lassen.

Definiere doch mal bitte "richtig teuer". 20 Euro? 200 Euro? 2000 Euro? 2 Millionen Euro?

Deine Antwort
Ähnliche Themen