Ich bin angeblich über eine rote Ampel gefahren

Hallo zusammen,
beim abfahren der Autobahn bin ich über gelb über die Ampel gefahren es war am späten Abend und sehr dunkel, es hat geregnet und die Fahrbahn war Nass. Die Polizei stand an der Roten Ampel, als ich dann rechts abgebogen bin war und in Rückspiegel guckte führ die Polizei los und hielt mich an und meinte ich sei über Rot gefahren. Deren Argument war das es bei mir Rot gewesen sein muss da für sie die Ampel grün war als ich auf der Fahrbahn auftauchte. Ich bin mir sicher das die Ampel beim überfahren noch gelb war. Meine Halte Linie ist ca. 15meter von der Fahrbahn entfernt, kann es sein das die Polizei das nicht berücksichtigt hat (hab mir bei Google Earth nochmal die Kreuzung angeschaut)? Wenn meine Ampel auf Rot springt wann wird die Ampel für die Polizei Grün? Ich hab der Polizei immer wieder versucht zu erklären das ich mir sicher bin das ich noch über gelb gefahren bin und auch gesagt das ich noch in der Probezeit bin und mir kein A-Delikt leisten kann. Anfangs war ein Polizist unfreundlich und meinte das sie sich sicher sind das es bei mir Rot gewesen sein muss. Am Ende waren sie sehr freundlich und meinten ich solle mir keine sorgen machen das ich meinen Führerschein verlieren würde da es kein A-Delikt ist und nur eine Ordnungswidrigkeit und das es ein Rotverstoß unter einer Sekunde ist.
Meine Probezeit wurde schon verlängert auf 4Jahre und im Netz steht auch das ein Rotverstoß unter 1 Sekunde ein A-Delikt ist. Ich habe am Ende auch nichts Unterschrieben oder ähnliches von der Polizei bekommen. Kann es sein das die Polizei das nicht Notiert hat? Die Polizei meinte aber das ich bald Post bekomme. Auch wurde mir gesagt das man Prüfen kann wann die Ampel umgesprungen ist zum genauen Zeitpunkt. Hätte ich Chancen bei einem Einspruch falls der Brief kommt?

Danke im Voraus

135 Antworten

Zitat:

@Holgernilsson schrieb am 22. September 2021 um 13:47:34 Uhr:



Warum es Blödsinn sein soll, davon auszugehen, dass ein Polizist nichts Falsches aussagt, erschließt sich mir nicht.

Polizeiliche Falschaussagen gab es schon, gibt es noch und wird es auch immer geben. Aber darum geht es nicht. Es geht vielmehr darum, dass auch Polizisten gegen Irrtum nicht gefeit sind. Genau wie alle anderen Menschen auf dieser Welt, inclusive Holgernilsson.

Ich fasse zusammen:

Entweder der TE ist bei Rot in die Kreuzung rein, weil die Ampel beim Überqueren der Haltelinie bereits gelb war (und er die 15m bis zur Kreuzung nicht mehr bei gelb geschafft hatte)

ODER die Ampel hatte eine Fehlfunktion, die nicht zur automatischen Auslösung der Schaltung auf "gelb blinken" führte, wie es bei jeder Ampel passieren sollte, da sie sonst gar nicht zulassungsfähig wäre. Ja, Ok, es geht auch mal was kaputt, das liesse sich jedoch nachträglich feststellen; kostet dann halt die Gutachterkosten, wenn man falsch liegt. (Die Ampel müsste mehr als 20Jahre alt sein, sonst kann das technisch bedingt nicht passieren)

ODER Die Polizisten hatten ein Wahrnehmungsproblem.

1....2.... oder 3, letzte Chance vorbei. Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht (hach, ist das lange her, ich glaub ich bin alt).

Zitat:

@Gunny-Highway schrieb am 22. September 2021 um 13:25:53 Uhr:


also nochmal für alle die, deren fs prüfung schon länger her ist und desahalb wohl vergessen haben:
gelb bedeutet nicht; du kannst noch mal eben schnell da rüber und alles ist gut
gelb bedeutet: achtung, gleich wirds rot, macht den den kreuzungsbereich frei, denn gleich bekommen die anderen grün und wollen und sollen dann auch gefahrlos fahren

Ein Gelblichtverstoß wird mit einem kleinen Bußgeld und ohne Punkte geahndet.

Insofern ist es für den TE natürlich von Bedeutung, ob die Ampel beim überqueren nun gelb oder rot war.

Zitat:

@WeissNicht schrieb am 22. September 2021 um 14:40:20 Uhr:


1....2.... oder 3, letzte Chance vorbei. Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht (hach, ist das lange her, ich glaub ich bin alt).

Wahrscheinlich ist es 1. Denkbar möglich (!) aber auch nicht.

Ich sehe bzw. sah hier nur einen, der sich festlegt. Der Rest sagt schlicht: Nichts genaues weiß man nicht.

Ähnliche Themen

Zitat:

@verkehrshindernis schrieb am 22. September 2021 um 14:39:08 Uhr:



Zitat:

@Holgernilsson schrieb am 22. September 2021 um 13:47:34 Uhr:



Warum es Blödsinn sein soll, davon auszugehen, dass ein Polizist nichts Falsches aussagt, erschließt sich mir nicht.

Polizeiliche Falschaussagen gab es schon, gibt es noch und wird es auch immer geben. Aber darum geht es nicht. Es geht vielmehr darum, dass auch Polizisten gegen Irrtum nicht gefeit sind. Genau wie alle anderen Menschen auf dieser Welt, inclusive Holgernilsson.

Richtig und weil ich auch davon ausgehe, dass auch gerade Polizisten sich ihrer Fehlbarkeit bewusst sind, gehe ich davon aus, dass sie eben nur bei klaren Fällen eine Verfolgung veranlassen. Daraus ergibt sich aber auch die bereits mehrfach erwähnte Chance für den TE, dass da nichts weiter kommen könnte, wenn es seitens der Polizisten auch nur den geringsten Zweifel an ihrer Feststellung geben würde.

Ach @Holgernilsson vielleicht lief es bei den beiden Beamten ja auch so ab:
Der frischgebackene Polizist (der noch ein paar Sternchen braucht) zu seinem Kollegen: "Guck mal, der kam noch angefahren, als wir schon grün hatten". Der Kollege dann: "Sicher?"
"Ja, ganz bestimmt. Habe ich genau gesehen"
"Na, wenn du meinst. Dann mal schnell hinterher. Aber den Papierktram machst du."
"Ja, alles klar"

Und schon hat sich was mit "Erfahrung" Und "geübt" Und "würde sicher nicht grundlos..."

Allerdings muss ich auch sagen, dass es mir mittlerweile viel zu viele Verkehrsteilnehmer gibt, die bei dunkelrot noch drüber brettern.
Gab schon Situationen, in denen ich mich verschätzt, gelb nicht mehr geschafft und bei rot rüber bin.* Und was seh ich im Rückspiegel? Der 50m hinter mir kommt noch hinterher!
Und wie oft meine Ampel schon grün hatte, während der Querverkehr noch munter weiter fährt... wirklich ganz schlechte Ampelschaltungen haben wir da in den letzten Jahren bekommen.

* ich erinnere mich dann immer selbst daran, zukünftig eben schon bei gelb anzuhalten. So wie es richtig wäre.
Mehr als 2 Minuten verliert man ja dabei nicht.

Ich bin wirklich erstaunt, wieviele Leute offenbar denken, wir würden in einem Bananenstaat leben.

Zitat:

@Luke1637 schrieb am 22. September 2021 um 16:44:26 Uhr:


Ach @Holgernilsson vielleicht lief es bei den beiden Beamten ja auch so ab:
Der frischgebackene Polizist (der noch ein paar Sternchen braucht) zu seinem Kollegen: "Guck mal, der kam noch angefahren, als wir schon grün hatten". Der Kollege dann: "Sicher?"
"Ja, ganz bestimmt. Habe ich genau gesehen"
"Na, wenn du meinst. Dann mal schnell hinterher. Aber den Papierktram machst du."
"Ja, alles klar"

Und schon hat sich was mit "Erfahrung" Und "geübt" Und "würde sicher nicht grundlos..."

Allerdings muss ich auch sagen, dass es mir mittlerweile viel zu viele Verkehrsteilnehmer gibt, die bei dunkelrot noch drüber brettern.
Gab schon Situationen, in denen ich mich verschätzt, gelb nicht mehr geschafft und bei rot rüber bin.* Und was seh ich im Rückspiegel? Der 50m hinter mir kommt noch hinterher!
Und wie oft meine Ampel schon grün hatte, während der Querverkehr noch munter weiter fährt... wirklich ganz schlechte Ampelschaltungen haben wir da in den letzten Jahren bekommen.

* ich erinnere mich dann immer selbst daran, zukünftig eben schon bei gelb anzuhalten. So wie es richtig wäre.
Mehr als 2 Minuten verliert man ja dabei nicht.

Natürlich können auch Polizisten Fehler machen. Aber ich denke die Fehlerwahrscheinlichkeit ist eher geringer als bei Nicht-Polizisten. Aber nehmen wir mal dein beispiel. Ok, läuft so ab. Ein frischgebackener will sich eine beförderung "verdienen". der rest passt auch (er hat das Alter welches überhaupt eine Beförderung erlaubt, die Planstelle ist auch da weil ein Obermeister zufällig gerade in Pension gegangen ist und und und). Der beschuldigte wehrt sich. Es kommt zu einer Verhandlung und der betroffene bekommt Recht weil sich die Polizisten dann eben doch nicht so einig sind. das machte der frischgebackene Polizist dreimal und danach ist er wahrscheinlich das lachblatt seiner Dienststelle, seine Leistungsbeurteilung fällt auch nicht entsprechend aus und seine ihm potenziell möglich erscheinende Beförderung rückt in weite Ferne. Bei zweiten mal als es zu einer verhandlung kam wird sich ein Richter vielleicht auch denken "Ach, der frischgebackene Polizist schon wieder, mit seiner wahrnehmung war es scon beim ersten mal nicht so dolle...mal schauen wie standhaft er diesmal ist." Zu einer bewussten Falschaussage wird sich der frischgebackene (und auch keine altgebackenen) auch nicht hinreißen lassen. das wäre es wohl nicht nur mit beförderungen gewesen sondern unter Umständen mit seinem Job und Beamtenstatus :-)

Wird ja immer besser. Nun wird auch noch suggeriert, dass Polizisten durch die Anzahl der verfolgten Tatbestände eine schnellere Beförderung erreichen könnten.

@NeuerBesitzer Die Fehlerwahrscheinlichkeit ist bei Polizisten geringer als bei Nicht-Polizisten?! Wie das? Sind das Übermenschen? Oder wie begründet Du diese Theorie?

Ich höre/lese ständig, dass die Polizei chronisch unterbesetzt sei und Berge von Überstunden schiebt, so dass die Belastung für die Beamten extrem sei.

Eigentlich ideale Voraussetzungen für Fehler ...

Zitat:

@mussdassein schrieb am 22. September 2021 um 17:08:03 Uhr:


Die Fehlerwahrscheinlichkeit ist bei Polizisten geringer als bei Nicht-Polizisten?! Wie das? Sind das Übermenschen? Oder wie begründet Du diese Theorie?

Ich höre/lese ständig, dass die Polizei chronisch unterbesetzt sei und Berge von Überstunden schiebt. Eigentlich ideale Voraussetzungen für Fehler ...

Diese Unterbesetzung wird dann aber wohl nicht dazu führen, dass man einfache Rotlichtverstösse, die eigentlich gar keine waren, verfolgt.

Zitat:

@NeuerBesitzer schrieb am 22. September 2021 um 17:01:10 Uhr:


Natürlich können auch Polizisten Fehler machen. Aber ich denke die Fehlerwahrscheinlichkeit ist eher geringer als bei Nicht-Polizisten.

Grundsätzlich? Warum sollte das so sein?

Die Besoldung und die Arbeitsbedingungen bei der Polizei sind m.E. kaum geeignet, eine wirksame Bestenauslese zu betreiben. Natürlich gibt es gewisse Anforderungen, die in manchen Bereichen auch eher hoch sind. Aber Polizisten sind nicht allesamt hochbegabte Überflieger, sondern am Ende doch eher ein Querschnitt der Gesellschaft mit einem gewissen Treshhold nach "ganz unten".

Dazu fördern die Arbeitsbedingungen auch nicht unbedingt eine niedrige Fehlerquote.

Bei Beobachtungen im Straßenverkehr? Da würde ich PolizistInnen grundsätzlich eine deutlich höhere Kompetenz als dem Durchschnitt attestieren. Ebenso bei der rechtlichen Einordnung. Es bleibt aber noch ausreichend Spielraum für Fehler.

Deswegen werden in einem gerichtlichen Owi-Verfahren die Polizeibeamten als Zeugen vernommen. Ist ihre Aussage plausibel, konsistent und ergeben sich nicht aus irgendwelchen Gründen Zweifel an der Glaubwürdigkeit, wird das Gericht ihnen Glauben schenken... denn grundsätzlich sind Polizeibeamte gerade bei Verkehrsdelikten sehr zuverlässige Zeugen.

Diese Mühe macht sich das Gericht aber nicht aus Spaß, sondern weil es die Aufgabe ist, die konkrete Aussage der Polizisten zu durchleuchten.

Zitat:

@NeuerBesitzer schrieb am 22. September 2021 um 17:01:10 Uhr:


Zu einer bewussten Falschaussage wird sich der frischgebackene (und auch keine altgebackenen) auch nicht hinreißen lassen. das wäre es wohl nicht nur mit beförderungen gewesen sondern unter Umständen mit seinem Job und Beamtenstatus :-)

Ein klassischer Fehlschluss. Mit der Logik gäbe es keine Straftaten, denn letztlich drohen doch jedem Straftäter daraus negative Konsequenzen.

Straftaten werden im Affekt begangen, aus Notwendigkeit oder schlicht in der Überzeugung und Hoffnung, nicht entdeckt zu werden.

Nachweislich wurden bereits Polizisten bereits wegen Falschaussagen verurteilt. Also geht - wenn das nicht alles Fehlurteile waren - deine Behauptung nicht auf.

Glaube ich deshalb, dass der TE hier Opfer einer bewussten Falschaussage geworden ist? Nein, das tue ich nicht.

Aber so zu tun, als sei dies prinzipiell im Reich der Sagen angesiedelt, ist realitätfern.

Wem der TE sagt, er sei bei Gelb drüber gefahren, dann gebietet es der Anstand, dies wenigstens als mögliche Wahrheit zu akzeptieren. Jedenfalls solange dies nicht erkennbar und nachweislich falsch ist.

Eine wahnsinnige Diskussion über jemanden der gar nicht mehr da ist.
Oder meldet sich der TE noch mal zu Wort???
Ist schließlich dein thread

Zitat:

@Holgernilsson schrieb am 22. September 2021 um 17:07:28 Uhr:


Wird ja immer besser. Nun wird auch noch suggeriert, dass Polizisten durch die Anzahl der verfolgten Tatbestände eine schnellere Beförderung erreichen könnten.

Polizeibeamte bekommen mittlerweile Ziele vorgegeben.

Das ist keine Suggestion, sondern Tatsache.

Zitat:

@mussdassein schrieb am 22. September 2021 um 17:15:23 Uhr:



Zitat:

@Holgernilsson schrieb am 22. September 2021 um 17:07:28 Uhr:


Wird ja immer besser. Nun wird auch noch suggeriert, dass Polizisten durch die Anzahl der verfolgten Tatbestände eine schnellere Beförderung erreichen könnten.

Polizeibeamte bekommen mittlerweile Ziele vorgegeben.

Das ist keine Suggestion, sondern Tatsache.

Was Du meinst, betrifft die Parkraumbewirtschaftung. Da gibt es tatsächlich Vorgaben. Da geht es aber nicht darum, unbescholtene Bürger für etwas, was sie nicht begangen haben, zur Verantwortung zu ziehen. Da geht es darum, die Ordnungskräfte anzuhalten, die Kontrollen gewissenhaft genug durchzuführen und vor allem die Falschparker und Behinderer des fließenden Verkehrs für ihr rechtswidriges Tun zu verwarnen oder ggf. zu bestrafen.

Ähnliche Themen