Golf: 1. Inspektion nach 7000 km ???!???
Hallo zusammen,
brauche euren Rat.
Nach einem Jahr und 7000 km erscheint beim Golf V (1,6) meiner Mutter ein kleiner Schraubenschlüssel im Display. Naja, die Zum VW-Händler. Der meinte, es sei die erste kleine Inspektion fällig.
Ich kann das aber nicht glauben. Was meint Ihr dazu? Ist doch VIEL zu früh, oder?? Und das obwohl der Golf laut Verkäufer auf Lonflife ist!
Und das seltsameste kommt jetzt. Der Meister macht einen Termin für nächste Woche, sackt das Serviceheft ein und lässt meine Mutter den Umfang der Inspektion unterschreiben. WARUM?? Sowas hab ich ja noch nie erlebt?
Was sagt ihr dazu?
Wie kann ich das mit dem Longlife überprüfen?
Danke im Voraus.
22 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Manuel A4 TDI
Bei ökonomischer Fahrweise und bei überwiegendem Langstreckenbetrieb kann ein maximales Wartungsintervall von 30.000 km oder 2 Jahren bei Benzinmotoren bzw. 50.000 km und 2 Jahren bei Dieselmotoren erreicht werden.
WOW, sehr aufschlußreich.
Allerding hab ich noch von keinem gehöhrt, der mit nem G5 mehr als 30.000km geschaft hat. Das gabs doch nur beim G4 bzw. vor einiger Zeit mal, oder?
Wir fahren mit einem unserer G5 auch nur Langstrecke (50-70km pro weg) und sehr schonend (100km/h Landstrassespritsparend). Nach genau 30.000 sollten wir zum Service. 50.000 gibt es glaub ich net mehr.
Wenn ich das richtig verstehe, kann bei WIV auch die ZEIT auf <2 Jahre verkürzt werden. Somit wäre es unter extrem ungünstigen Bedingungen schon möglich, dass Rafi008 nach 7000km und 16 Monaten zum Service muß.
Nein nach 12Monaten. Der kürzeste mögliche Intervall ist wie in der guten alten Zeit 15.000km oder 1Jahr. Je nachdem was zuerst auftritt.
Gruß
Manuel
@Manu
Vielen dank auch von mir für Deine ausführlichen Ausführungen...😉
Zitat:
Bremsbelagsverschleißanzeige
Der Verschleiß des Bremsbelages wird elektrisch ermittelt. Hat der Bremsbelag die Verschleißgrenze erreicht, wird die Kontaktschleife durchtrennt und die Warnanzeige im Schalttafeleinsatz leuchtet auf.Fahrzeugabhängig erscheint auf dem Display des Schalttafeleinsatzes die Warnung „Bremsbelag prüfen“ oder eine akustische Warnung
1) Weißt Du zufällig, ob der Golf Trendline 1.6 Benziner auch die Bremsbelagwarnung im MFA-Display anzeigt?
Zitat:
Die Bremsbelagsverschleißkontrolle erfolgt am inneren Belag des linken Vorderrades.
2) Hat das mit dem linken Vorderrad einen speziellen Grund? Ist es vielleicht generell so, dass die Vorderbremsen IMMER stärker abgenutzt werden als die hinteren? Oder umgekehrt: Ist keine Situation denkbar, bei der die Hinterradbremsen stärker abgenutzt werden als die vorderen und die Warnung im Display so ggf. viel zu spät kommen würde...?
3) Öltemperatur:
Habe ich das richtig verstanden, die Temp Anzeige (90°C Anzeige) im Cockpitinstrument bezieht sich auf die Öltemperatur? Wenn dem so ist, kann man irgendwie die Motorkühlflüssigkeitstemperatur (was für ein Wort!) ablesen bzw. ist diese Temperatur eigentlich für irgendwas wichtig?
Ich frage deshalb, weil ich wissen möchte, ob es eine Anzeige gibt, die einen Motor-Kühlmittelverlust (ggf. Totalverlust = Behälter leer!) und so eine evt. nicht mehr ausreichende Kühlung des Motors anzeigt...oder merkt man sowas erst, wenn es anfängt vorne zu rauchen...?! 😉 😉
Vielen dank! 😉
Viele Grüße
Susan
@ Susan
1)
Bei jedem Golf wird das Erreichen der Verschleißgrenze der Bremsbeläge im Kombiinstrument angezeigt. Bei denen ohne MFA anhand eines Leuchtsymbols (das zugegebenermaßen auch noch für weitere Probleme bei der Bremsanlage steht, hier muss man also der eigentlichen Ursache noch auf den Grund gehen). Bei den Fahrzeugen mit MFA bekommst Du eine Text-Warnmeldung wie "Bremsbeläge prüfen" (den genauen Wortlaut kann ich Dir jetzt leider nicht sagen) angezeigt. Das ist unabhängig von der Motorisierung - also auch Dein MFA kann das. Im Gegensatz zum einfachen Kombiinstrument bekommst Du bei der MFA eine detailiertere Fehlerbeschreibung angezeigt. Ist z.B. die Handbremse angezogen zeigt die MFA im Display die Meldung "Handbremse lösen", bei den Fahrzeugen ohne MFA würde hier im Kombiinstrument das gleiche Symbol leuchten wie beim Erreichen der Verschleißgrenze der Bremsbeläge - ein roter Kreis mit Klötzen links und rechts. Bei den Fahrzeugen ohne MFA musst Du also die Ursache für das Aufleuchten dieses Warnsymbols erstmal finden, während die MFA Dir dies in vielen Fällen abnimmt. Natürlich kann die MFA nicht jeden Fehler bei der Bremsanlage abbilden. Ist der Fehler komplizierter oder nicht auf so einfache Fälle wie eine angezogene handbremse o.ä. zurückzuführen, bekommst Du einen Standardtext "Bremsanlage prüfen - bitte Werkstatt aufsuchen" oder ähnlich angezeigt. Dann sollte man schleunigst eine Werkstatt aufsuchen und den Fehler suchen und beheben lassen. Die Verschleißgrenze der Bremsbeläge wird sehr früh signalisiert. D.h. Du brauchst nicht sofort die Beläge wechseln. I.d.R. kann man noch eine Zeit beruhigt weiterfahren - eine genaue Kilometerangabe spar ich mir hier jetzt. Man sollte aber die Beläge im Auge behalten und den Wechsel bereits einplanen.
2)
Das der Belagverschleiß an den vorderen Rädern geprüft wird, hat schon seinen Grund. Die Beläge vorne werden deutlich stärker beansprucht als die hinteren. Jeder Körper ist bestrebt seinen aktuellen Bewegungszustand beizubehalten, sofern keine äußeren Kräfte auf ihn wirken - gäbe es keine Reibung, würde Dein Auto also immer mit der einmal erreichten Geschwindigkeit weiterfahren wollen, sofern keine weiteren Kräfte darauf wirken. Bremst Du nun bei Vorwärtsfahrt, bringst Du also äußere Kräfte ein, die Dein Auto dazu zwingen negativ zu "beschleunigen" (seine Geschwindigkeit zu reduzieren). Aufgrund einer gewissen Trägheit will Dein Auto trotz des Bremsens aber eigentlich mit der gleichen Geschwindigkeit weiterfahren. Es kommt zu einer Verlagerung des Schwerpunkts und somit ändern sich die Achslasten. Du hast das bei einer stärkeren Bremsung vielleicht schon mal gespürt. Das Auto "schiebt" trotz blockierender Räder weiter nach vorne. Das ganze Fahrzeuggewicht "drückt" gewissermaßen von hinten. Dabei werden die vorderen Federn durch die Gewichtsverlagerung zusammengedrückt und der gesamte Vorderwagen "taucht", d.h. senkt sich ab. Die vorderen Bremsen bekommen also fast die ganze Last ab, während die hinteren dabei nur gering beansprucht werden. So sind die vorderen Beläge auch deutlich eher verschlissen als die hinten. Somit macht es auch Sinn den Verschleiß der Bremsbeläge an den vorderen Rädern zu messen. Der Effekt des Eintauchens ist besonders schön bei Off-Roadern zu beobachten, die einen großen Federweg haben - die tauchen bei einer starken Bremsung vorne richtig deutlich ab. Bei Fahrzeugen mit Sportfahrwerken oder Tieferlegung ist dieser Effekt weniger deutllich zu beobachten. Hier ist der Federweg kürzer und die Federn härter, so dass diese weniger gestaucht werden. Nichtsdestotrotz werden auch deren Bremsbeläge vorne stärker beansprucht, weil hier diegleichen Naturgesetze gelten. Moderne Fahrwerke mit Luftfederung können diesen Effekt des "Bremstauchens" deutlich verringern. Optisch bleibt das Fahrzeug von der Seite gesehen bei einer Vollbremsung nahezu waagerecht. Auch das Wanken der Karosserie bei schneller Kurvenfahrt kann mit einem solchen "aktiven" Luftfahrwerk verringert werden. Aber zurück zu den Bremsen. Die vorderen Bremsen sind auch immer stärker ausgelegt. Bremsscheiben vorne sind i.d.R. vom Durchmesser auch immer größer als die hinteren. Die vorderen Beläge wirst Du auch immer häufiger tauschen müssen als die hinteren. Die hinteren Bremsen werden eigentlich nur dann stärker beansprucht wenn Du aus hoher Geschwindigkeit bei Rückwärtsfahrt abbremst. Dann hast Du natürlich genau die umgekehrte Situation wie oben. Aber wer fährt schon ständig im Rückwärtsgang in den Drehzahlbegrenzer und macht dann schon eine Vollbremsung 😁
3)
Die Temperaturanzeige im Kombiinstrument bezieht sich auf die Kühlflüssigkeit (im Volksmund: Kühlwassertemperatur), nicht auf die Öltemperatur. Im G1 und G2 gab es analoge Zusatzinstrumente, die die Öltemperatur angezeigt haben. Beim G3 gab es dasin analoger Form, glaub ich, schon nicht mehr. Die Temperatur des Kühlwassers ist schon wichtig. Wird der Motor aufgrund von mangelnder Kühlflüssigkeit oder Überbeanspruchung zu heiss, kann es zu Motorschäden kommen. Überbeanspruchung ist bei modernen Fahrzeugen eher selten (vorschriftsmäßige Benutzung vorausgesetzt), aber zu geringer Kühlmittelstand kann durchaus vorkommen. Das Kühlmittel dient dazu vom Motor produzierte Wärme aufzunehmen und abzuführen. Im Kühler wird das Wasser anschließend durch den Fahrtwind und/oder Zusatzlüfter wieder abgekühlt. Der Kühlkreislauf ist an und für sich ein geschlossenes System. Entweicht trotzdem Kühlflüssigkeit in größeren Mengen, muss die verbleibenden Menge die gleiche Wärmeenergie aufnehmen wie die zuvor größere Menge Kühlflüssigkeit. Die Kühlflüssigkeit wird dadurch wärmer. Beim Kochen hast Du den gleichen Effekt vielleicht auch schon mal beobachtet - eine kleine Menge Wasser im Topf kocht schneller als eine große Menge bei gleicher Herdplatteneinstellung. Steigt also die Temperatur der Kühlflüssigkeit über das Normalniveau an und sinkt bei gleichbleibender Geschwindigkeit nicht mehr ab, so könnte das ein Anzeichen dafür sein, dass evtl. der Kühlmittelstand zu niederig ist. Das kann natürlich auch andere Ursachen haben!!! Beim Stop-and-Go im z.B. Stau kann die Temperatur der Kühlflüssigkeit auch kurz über Normalniveau ansteigen. Bei ca. 92°C sollte dann der elektrische Zusatzlüfter (vor dem Kühler) anspringen. Erreicht die Kühlmitteltemperatur ca. 99°C schaltet der Lüfter auf eine höhere Geschwindigkeitt (angebebenen Werte können modellabhängig etwas variieren). Steigt die Temperatur weiter, ereicht Werte von über 105°C und macht keinerlei Anzeichen zu sinken, droht Gefahr! In so einem Fall den Pannendienst oder eine Werkstatt zu Hilfe rufen.
VORSICHT !!!!! HEISSES KÜHLWASSER BZW. DAMPF KANN VERBRÜHUNGEN ZUFOLGE HABEN. In so einem Fall kann es beim Öffnen der Motorhaube bzw. des Kühlwasserbehälter zu schlimmen Verletzungen kommen!!!!! Heisser Dampf oder übersprudelnde Kühlflüssigkeit, etc. können ernsthafte Verletzungen verursachen!!!!!
Also hin und wieder kann ein Blick auf die Temperaturanzeige nicht schaden. Wird es kritisch von der Temperatur leuchtet aber auch einsprechendes Symbol im Kombiinstrument bzw. kommt ein Hinweis über die MFA. Die MFA warnt auch bei zu geringem Kühlmittelstand. Für die Öltemperatur gibt es beim G5 keine analoge Anzeige. Soweit ich weiß, kannst Du die aktuelle Öltemperatur allerdings über die MFA abrufen. Bin mir nicht ganz sicher, da ich schon gerne mal die Bordcomputer von VW, Audi, BMW und Mercedes durcheinanderbringe 🙂
@ Manuel
SEHR interessanter Beitrag!!!!!!
Viele Grüße, Euer
Gwendac
PS: Alle Angaben ohne Gewähr. Befolgung auf eigene Verantwortung und Gefahr. Ich übernehme keine Haftung für Schäden an Gesundheit oder Material.
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@ Susan
Hab´ Dir gerade eine PN geschickt. Würde mich freuen, wenn Du mir weiterhelfen könntest!!!
Viele Grüße,
Gwendac
hmm, ich hab das jetzt mal alles durchgelesen und komme jetzt zu meiner frage:
der golf meiner frau ist jetzt 23 monate alt und hat 16300 km runter (golf 5 1.6 fsi) mittlerweile leuchtet seit längeren der gabelschlüssel auf mit der information -1200 km oder -41 tage. sie hat den wagen mit 12 monaten übernommen, eine ölwechselkarte hängt nicht im motorraum.
1. hat sie jetzt longlifeöl drin?
2. nach durchsuchen des forum verlangt der händler so zwischen 150 - 200 Euro für den Ölwechsel. fastbox (österr. atu) verlangt dafür keine 80 euro (anzunehmen, dass es kein longlife ist). ist es sinnvoll den ölwechsel beim händler zu machen (garantie/kulanz, eintrag ins scheckheft!?)
3. da sie eh sehr wenig fährt, erscheint mir das longlifeöl zu teuer, wie seht ihr das?
cu illtec
Zitat:
Original geschrieben von faceman22
WOW, sehr aufschlußreich.
Allerding hab ich noch von keinem gehöhrt, der mit nem G5 mehr als 30.000km geschaft hat. Das gabs doch nur beim G4 bzw. vor einiger Zeit mal, oder?
Meinen 2,0 TDI habe ich mit 55.000 km gewandelt. zu diesem Zeitpunkt hatte ich lt. MfA noch 6.000 km bis zur 1. Inspektion.
Also ich war eigentlich schwer begeistert. Nur leider zickte mein motor weswegen ich gewandelt habe. vielleicht war meine MFA ja defekt.und deshalb ist der motor hopps gegangen. *schulterzuck*
Nach Anzeige muss ich bei 62400 km zur 2. Inspektion...
Die 1.Inspektion hab ich auch bei über 31.000 km gehabt...
Ingo