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Fahrbericht i8

BMW i8 I12
Themenstarteram 21. April 2017 um 16:04

Um den i8 ist es ja ziemlich still geworden.

Mag daran liegen, dass der Wagen bei diversen Tests eher mäßig abgeschnitten hat.

Den meisten Testern muss ich nach meiner eigenen Erfahrung mit dem i8 aber sagen: Thema verfehlt. Sechs!

Der i8 wird hier gerne mit dem Porsche 911 verglichen, der ca. 30.000 Euro günstiger ist und auf der Rennstrecke die besseren Zeiten fährt.

Bei einem Test hat der Tester sein Unverständnis darüber geäußert, warum BMW keinen potenteren Vier- oder Sechszylinder eingebaut hat.

Wie gesagt: Thema nicht verstanden!

Der i8 ist ein Hybridsportler, der vor allem zwei Sachen machen soll…

1. Spaß machen

2. Dabei so wenig Sprit wie möglich verbrauchen

Einwand: Für 30.000 Euro kann man viel Sprit kaufen. Richtig, kauf Dir den Elfer und fahr auf die Rennstrecke. Viel Spaß.

Außerdem kann man mit dem i8 nicht dauerhaft 250 auf der Autobahn fahren, weil der Akku dann irgendwann leer ist und die 230 PS des Benziners alleine nicht für 250 reichen.

Ok, alles klar, wer also unbedingt dauerhaft 250 auf der Bahn fahren will, ist mit dem i8 schlecht beraten.

Spaß macht das aber nicht wirklich. 250 auf der Bahn kann jeder entsprechend motorisierte Mittelklassewagen besser.

Der i8 wirkt da wegen des brettharten Fahrwerks und der bei hohen Geschwindigkeiten zu leichtgängigen Lenkung nervös.

Kofferraum hat er auch keinen. Genauso wenig wie Bodenfreiheit. Hinter dem Motor ist nur Platz für eine Notebooktasche, das Ladekabel und die Handtasche der Frau.

Die Reifen sind auch zu schmal, um in der Kurvengeschwindigkeit dem Elfer das Wasser zu reichen.

Also was kann der i8?

Siehe Punkt 1!

Er macht Spaß. Und wie!

Artgerechte Haltung für den i8 ist die Landstraße. Möglichst kurvenreich und gerne auch mit sehr engen Kehren.

Das Fahrverhalten ist kartmäßig. Der Schwerpunkt liegt gefühlt auf Straßenniveau. Karosseriebewegungen wie Wanken und Rollen sind nicht vorhanden. Die Karosserie ist aus Kohlefaser, der Dreizylinder extrem klein und leicht und alles andere, was viel Gewicht hat liegt ganz weit unten. Die schweren Akkus sind im Fahrzeugboden eingebaut. Somit fühlt sich der Wagen viel leichter an, als er tatsächlich ist. Könnte das evtl. der Grund sein, warum man hier keinen größeren Motor eingebaut hat? Bingo! Warum sonst entwickeln die BMW Ingenieure einen extrem aufgeladenen winzigen Dreizylinder wenn man potentere Motoren aus dem Regal nehmen könnte.

Die braucht er auch gar nicht. Der i8 zieht so gewaltig und explosionsartig aus den Kehren raus, dass man nicht glauben kann, dass der Verbrenner nur 1,5 Liter und drei Zylinder hat.

Der E-Antrieb setzt jede noch so kleine Gaspedalbewegung ohne jede Verzögerung in Vortrieb um. Der Turbolader setzt sehr sanft ein, so dass man herrlich stressfrei und mit einem irren Druck aus der Kurve herausbeschleunigen kann ohne Angst zu haben, dass einen beim Einsetzen des Ladedrucks das Heck überholt.

Dieser irre Bumms, den der Wagen bei jeder Drehzahl und in jedem Gang absolut verzögerungsfrei erzeugt macht süchtig!!

Ich bin auch schon Sportwagen mit mehr Leistung gefahren. Aus der Spitzkehre herausbeschleunigen macht aber mit keinem so viel Spaß wie mit dem i8.

Die Lenkung ist direkt, sehr präzise aber bei hohen Geschwindigkeiten wie bereits gesagt zu leichtgängig.

Rückmeldung könnte besser sein, aber das ist bei den E-Lenkungen ja ein generelles Problem.

Die schmalen Reifen kommen dem Handling sehr zugute. Das Einlenken ist straff und präzise, Spurrillen machen ihm kaum etwas aus.

Die Traktion ist hervorragend. Selbst auf nasser Straße kann man brachial aus der Ecke herausziehen ohne ins Rutschen zu kommen.

Schaltet man das ESP aus und versucht am Kurvenausgang leicht herauszudriften erfährt man einen prinzipbedingten Nachteil des Hybridkonzepts. Der E-Antrieb an der Vorderachse baut das Drehmoment natürlich schneller auf als der Verbrenner hinten. Also verlieren die Vorderräder zuerst die Haftung und der Wagen schiebt leicht über die Vorderräder.

Driften ist also nicht sein Ding.

Bei eingeschaltetem ESP ist der Wagen nahezu Idiotensicher. Das ESP regelt sanft und kaum spürbar alles weg, was auch nur im Ansatz schwierig werden könnte.

Überhaupt ist der i8 sehr einfach zu fahren und man fühlt sich am Steuer spontan wohl. Man zieht ihn sich an wie einen Turnschuh und läuft los.

Nach den ersten paar Kurven ist es so als ob man nie ein anderes Auto gefahren hat. Sagt sogar meine Frau – und die ist eigentlich gar kein Sportwagenfan.

Das Getriebe ist ebenfalls toll. Er schaltet hoch und runter ohne jede Zugkraftunterbrechung und absolut ruckfrei.

Hier wurde bemängelt dass das Getriebe zu langsam schaltet. Beim Gas geben im Komfortmodus wird erst der Motor gestartet, dann heruntergeschaltet, dann Ladedruck aufgebaut und dann geht es erst los.

Wenn man Spaß haben möchte fährt man aber nicht im Komfortmodus. Im Sportmodus läuft der Verbrenner ständig mit. Außerdem wird dann gefälligst manuell über die Schaltwippen geschaltet.

Und das geht blitzschnell! Beim Herunterschalten gibt es einen kurzen Zwischengasstoß, der kleine Motor dreht sofort hoch wie ein Motorradmotor und zack ist der Gang drin. Gefühlt im selben Moment wie man die Schaltwippe betätigt und absolut ruckfrei, was gerade beim harten Anbremsen wichtig ist, um keine Unruhe ins Fahrwerk zu bringen.

Beim Hochschalten gibt es im Supersportwagenbereich Autos, die die Gänge noch schneller reinballern. Das geht dann aber mit einem kräftigen und unangenehmen Ruck.

Der i8 erledigt das gefühlt zwar etwas träger, aber eben ruckfrei.

Um zum Schluss noch mal auf Punkt zwei zu kommen (Sprit sparen)… Bei moderater Fahrweise sind sieben Liter in etwa der Durchschnitt. Auch bei Extremserpentinenheizerei habe ich den Durchschnittsverbrauch nicht über zehn bekommen. Das kann was und macht einfach ein gutes Gefühl.

Fazit: Auf der Landstraße würde ich den i8 jedem anderen Sportwagen vorziehen. Ab 135.000 Euro aufwärts ist eine Menge Kohle für ein reines Spaßgerät ohne Alltagsnutzen, aber den Elfer kauft man sich ja auch nicht als Familienauto. Der i8 ist etwas Besondere abseits vom Sportwagenmainstream. Sowohl optisch als auch vom Fahrerlebnis her.

Wer Bestzeiten auf der Rennstrecke oder Dauerheizen auf der Autobahn möchte ist mit dem Porsche besser bedient (um mal bei diesem eigentlich unpassenden Vergleich zu bleiben). Wer für einen Haufen Geld den maximalen Spaß will, der sollte mal eine Probefahrt mit dem i8 machen.

Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 21. April 2017 um 16:04

Um den i8 ist es ja ziemlich still geworden.

Mag daran liegen, dass der Wagen bei diversen Tests eher mäßig abgeschnitten hat.

Den meisten Testern muss ich nach meiner eigenen Erfahrung mit dem i8 aber sagen: Thema verfehlt. Sechs!

Der i8 wird hier gerne mit dem Porsche 911 verglichen, der ca. 30.000 Euro günstiger ist und auf der Rennstrecke die besseren Zeiten fährt.

Bei einem Test hat der Tester sein Unverständnis darüber geäußert, warum BMW keinen potenteren Vier- oder Sechszylinder eingebaut hat.

Wie gesagt: Thema nicht verstanden!

Der i8 ist ein Hybridsportler, der vor allem zwei Sachen machen soll…

1. Spaß machen

2. Dabei so wenig Sprit wie möglich verbrauchen

Einwand: Für 30.000 Euro kann man viel Sprit kaufen. Richtig, kauf Dir den Elfer und fahr auf die Rennstrecke. Viel Spaß.

Außerdem kann man mit dem i8 nicht dauerhaft 250 auf der Autobahn fahren, weil der Akku dann irgendwann leer ist und die 230 PS des Benziners alleine nicht für 250 reichen.

Ok, alles klar, wer also unbedingt dauerhaft 250 auf der Bahn fahren will, ist mit dem i8 schlecht beraten.

Spaß macht das aber nicht wirklich. 250 auf der Bahn kann jeder entsprechend motorisierte Mittelklassewagen besser.

Der i8 wirkt da wegen des brettharten Fahrwerks und der bei hohen Geschwindigkeiten zu leichtgängigen Lenkung nervös.

Kofferraum hat er auch keinen. Genauso wenig wie Bodenfreiheit. Hinter dem Motor ist nur Platz für eine Notebooktasche, das Ladekabel und die Handtasche der Frau.

Die Reifen sind auch zu schmal, um in der Kurvengeschwindigkeit dem Elfer das Wasser zu reichen.

Also was kann der i8?

Siehe Punkt 1!

Er macht Spaß. Und wie!

Artgerechte Haltung für den i8 ist die Landstraße. Möglichst kurvenreich und gerne auch mit sehr engen Kehren.

Das Fahrverhalten ist kartmäßig. Der Schwerpunkt liegt gefühlt auf Straßenniveau. Karosseriebewegungen wie Wanken und Rollen sind nicht vorhanden. Die Karosserie ist aus Kohlefaser, der Dreizylinder extrem klein und leicht und alles andere, was viel Gewicht hat liegt ganz weit unten. Die schweren Akkus sind im Fahrzeugboden eingebaut. Somit fühlt sich der Wagen viel leichter an, als er tatsächlich ist. Könnte das evtl. der Grund sein, warum man hier keinen größeren Motor eingebaut hat? Bingo! Warum sonst entwickeln die BMW Ingenieure einen extrem aufgeladenen winzigen Dreizylinder wenn man potentere Motoren aus dem Regal nehmen könnte.

Die braucht er auch gar nicht. Der i8 zieht so gewaltig und explosionsartig aus den Kehren raus, dass man nicht glauben kann, dass der Verbrenner nur 1,5 Liter und drei Zylinder hat.

Der E-Antrieb setzt jede noch so kleine Gaspedalbewegung ohne jede Verzögerung in Vortrieb um. Der Turbolader setzt sehr sanft ein, so dass man herrlich stressfrei und mit einem irren Druck aus der Kurve herausbeschleunigen kann ohne Angst zu haben, dass einen beim Einsetzen des Ladedrucks das Heck überholt.

Dieser irre Bumms, den der Wagen bei jeder Drehzahl und in jedem Gang absolut verzögerungsfrei erzeugt macht süchtig!!

Ich bin auch schon Sportwagen mit mehr Leistung gefahren. Aus der Spitzkehre herausbeschleunigen macht aber mit keinem so viel Spaß wie mit dem i8.

Die Lenkung ist direkt, sehr präzise aber bei hohen Geschwindigkeiten wie bereits gesagt zu leichtgängig.

Rückmeldung könnte besser sein, aber das ist bei den E-Lenkungen ja ein generelles Problem.

Die schmalen Reifen kommen dem Handling sehr zugute. Das Einlenken ist straff und präzise, Spurrillen machen ihm kaum etwas aus.

Die Traktion ist hervorragend. Selbst auf nasser Straße kann man brachial aus der Ecke herausziehen ohne ins Rutschen zu kommen.

Schaltet man das ESP aus und versucht am Kurvenausgang leicht herauszudriften erfährt man einen prinzipbedingten Nachteil des Hybridkonzepts. Der E-Antrieb an der Vorderachse baut das Drehmoment natürlich schneller auf als der Verbrenner hinten. Also verlieren die Vorderräder zuerst die Haftung und der Wagen schiebt leicht über die Vorderräder.

Driften ist also nicht sein Ding.

Bei eingeschaltetem ESP ist der Wagen nahezu Idiotensicher. Das ESP regelt sanft und kaum spürbar alles weg, was auch nur im Ansatz schwierig werden könnte.

Überhaupt ist der i8 sehr einfach zu fahren und man fühlt sich am Steuer spontan wohl. Man zieht ihn sich an wie einen Turnschuh und läuft los.

Nach den ersten paar Kurven ist es so als ob man nie ein anderes Auto gefahren hat. Sagt sogar meine Frau – und die ist eigentlich gar kein Sportwagenfan.

Das Getriebe ist ebenfalls toll. Er schaltet hoch und runter ohne jede Zugkraftunterbrechung und absolut ruckfrei.

Hier wurde bemängelt dass das Getriebe zu langsam schaltet. Beim Gas geben im Komfortmodus wird erst der Motor gestartet, dann heruntergeschaltet, dann Ladedruck aufgebaut und dann geht es erst los.

Wenn man Spaß haben möchte fährt man aber nicht im Komfortmodus. Im Sportmodus läuft der Verbrenner ständig mit. Außerdem wird dann gefälligst manuell über die Schaltwippen geschaltet.

Und das geht blitzschnell! Beim Herunterschalten gibt es einen kurzen Zwischengasstoß, der kleine Motor dreht sofort hoch wie ein Motorradmotor und zack ist der Gang drin. Gefühlt im selben Moment wie man die Schaltwippe betätigt und absolut ruckfrei, was gerade beim harten Anbremsen wichtig ist, um keine Unruhe ins Fahrwerk zu bringen.

Beim Hochschalten gibt es im Supersportwagenbereich Autos, die die Gänge noch schneller reinballern. Das geht dann aber mit einem kräftigen und unangenehmen Ruck.

Der i8 erledigt das gefühlt zwar etwas träger, aber eben ruckfrei.

Um zum Schluss noch mal auf Punkt zwei zu kommen (Sprit sparen)… Bei moderater Fahrweise sind sieben Liter in etwa der Durchschnitt. Auch bei Extremserpentinenheizerei habe ich den Durchschnittsverbrauch nicht über zehn bekommen. Das kann was und macht einfach ein gutes Gefühl.

Fazit: Auf der Landstraße würde ich den i8 jedem anderen Sportwagen vorziehen. Ab 135.000 Euro aufwärts ist eine Menge Kohle für ein reines Spaßgerät ohne Alltagsnutzen, aber den Elfer kauft man sich ja auch nicht als Familienauto. Der i8 ist etwas Besondere abseits vom Sportwagenmainstream. Sowohl optisch als auch vom Fahrerlebnis her.

Wer Bestzeiten auf der Rennstrecke oder Dauerheizen auf der Autobahn möchte ist mit dem Porsche besser bedient (um mal bei diesem eigentlich unpassenden Vergleich zu bleiben). Wer für einen Haufen Geld den maximalen Spaß will, der sollte mal eine Probefahrt mit dem i8 machen.

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Ich kann das von dir geschriebene nur so unterschreiben.

Wobei eine kleine Korrektur wäre noch: Der i8 sollte aufgrund seines tiefen CW-Werts jederzeit und dauerhaft 250 knacken können. Allerdings mit leerer Batterie natürlich mit viel Anlauf...

Toll übrigens auch, dass der Spyder allem Anschein nach mehr E-Reichweite bekommen soll...

Moin.

Einer der besten Fahrberichte seid langen. Und ganz wichtig: Sinn des I8 verstanden.

Ich hatte den I8 auch vor 14 Tagen und kann den Bericht zu 100% unterschreiben. Das Auto macht Mega-Spaß. Es ist mal was ganz Anderes. Für mich eine ernste Alternative.

Wenn man das dann im Bekanntenkreis berichtet, kommen immer dieselben Aussagen:

Zu Teuer

Zu wenig E-Reichweite

Zu wenig Leistung

Nix für die Rennstrecke

Dafür gibt’s einen Porsche

Mein Kontra:

Neue Technik in Carbon kostet halt Geld

30km elektrisch sind 30 km mehr, als ein normales Auto hat

Für 85% alles Autos reicht es

Da will ich auch gar nicht fahren

Ich möchte keinen Porsche

Gruß

Pit

Super Fahrbericht, danke!

Bis zu welcher Geschwindigkeit kann der i8 die Batterieladung erhalten?

Bis wie viel km/h läuft der E-Motor überhaupt mit? Es ist doch ein Parallelhybrid wie ein 225xe, richtig? Dort läuft der E-Motor nur bis 125 km/h mit, aber ich denke, beim i8 ist das eher wie bei einem Tesla, also bis zur Höchstgeschwindigkeit, oder?

Was mir am i8 auch sehr gefällt ist das Design. Viele denken, dass er ein Zweisitzer ist, bis man reinguckt und erstaunt feststellt, dass da hinten Sitze sind, die mehr Platz bieten als in einem 911er. Ich saß zwar noch nicht hinten drin, aber es sieht zumindest nach einigermaßen brauchbaren Sitzen aus.

http://i.auto-bild.de/.../BMW-i8-1200x800-45064b01d246f3f7.jpg

j.

Themenstarteram 15. Mai 2017 um 10:41

Die erste Frage kann ich nicht beantworten. Dürfte sehr deutlich über 200 liegen. Dafür müsste man mal längere Zeit mit hohem Autobahntempo fahren. Ist aber praxisfremd, da der i8 den Akku im Sportmodus sofort nachlädt wenn man bremst und je nach Fahrsituation auch wenn man nur vom Gas geht. Wenn man also bei ü200 bremst, wird eine ordentliche Ladung Watt in die Akkus gedrückt.

Wann der E-Motor läuft hängt vom Fahrmodus ab.

Im Comfortmodus wird so lange wie möglich elektrisch gefahren und der Verbrennungsmotor nur zeitweise zugeschaltet.

Im Sportmodus ist es umgekehrt. Da läuft der Verbrenner immer und der E-Antrieb wird je nach Gaspedalstellung als „Nachbrenner“ verwendet. Wird im Display dann als „E-Boost“ angezeigt.

Ich nehme an, der E-Motor im i8 ist wie bei Tesla für hohe Geschwindigkeit (250) geeignet und steigt nicht aus wie beim 225xe (125 km/h).

j.

Themenstarteram 15. Mai 2017 um 20:07

Ja. Geht volles Rohr bis der Akku leer ist. :D

Das ist bemerkenswert, denn der Unterschied ggü. fast allen anderen E-Autos, außer Tesla, ist groß. Dreht der i8 einfach höhere Drehzahlen oder wie geht das? Oder ist die Übersetzung anders als in einem 225xe? Am E-Motor hat der i8 doch auch kein Getriebe, oder?

j.

Zitat:

@jennss schrieb am 15. Mai 2017 um 20:25:57 Uhr:

Am E-Motor hat der i8 doch auch kein Getriebe, oder?

Demnach schon:

https://www.leebmann24.de/.../?...

Bei welchem Tempo schaltet das Getriebe im i8? Beim Anfahren braucht es wohl nicht eingekuppelt zu werden, nur beim Gangwechsel, richtig?

Wie ist dabei Tesla? Hat der auch 2 Gänge?

j.

Zitat:

@Black Memories schrieb am 21. April 2017 um 16:04:06 Uhr:

Um den i8 ist es ja ziemlich still geworden.

Mag daran liegen, dass der Wagen bei diversen Tests eher mäßig abgeschnitten hat.

Den meisten Testern muss ich nach meiner eigenen Erfahrung mit dem i8 aber sagen: Thema verfehlt. Sechs!

Der i8 wird hier gerne mit dem Porsche 911 verglichen, der ca. 30.000 Euro günstiger ist und auf der Rennstrecke die besseren Zeiten fährt.

Bei einem Test hat der Tester sein Unverständnis darüber geäußert, warum BMW keinen potenteren Vier- oder Sechszylinder eingebaut hat.

Wie gesagt: Thema nicht verstanden!

Der i8 ist ein Hybridsportler, der vor allem zwei Sachen machen soll…

1. Spaß machen

2. Dabei so wenig Sprit wie möglich verbrauchen

Einwand: Für 30.000 Euro kann man viel Sprit kaufen. Richtig, kauf Dir den Elfer und fahr auf die Rennstrecke. Viel Spaß.

Außerdem kann man mit dem i8 nicht dauerhaft 250 auf der Autobahn fahren, weil der Akku dann irgendwann leer ist und die 230 PS des Benziners alleine nicht für 250 reichen.

Ok, alles klar, wer also unbedingt dauerhaft 250 auf der Bahn fahren will, ist mit dem i8 schlecht beraten.

Spaß macht das aber nicht wirklich. 250 auf der Bahn kann jeder entsprechend motorisierte Mittelklassewagen besser.

Der i8 wirkt da wegen des brettharten Fahrwerks und der bei hohen Geschwindigkeiten zu leichtgängigen Lenkung nervös.

Kofferraum hat er auch keinen. Genauso wenig wie Bodenfreiheit. Hinter dem Motor ist nur Platz für eine Notebooktasche, das Ladekabel und die Handtasche der Frau.

Die Reifen sind auch zu schmal, um in der Kurvengeschwindigkeit dem Elfer das Wasser zu reichen.

Also was kann der i8?

Siehe Punkt 1!

Er macht Spaß. Und wie!

Artgerechte Haltung für den i8 ist die Landstraße. Möglichst kurvenreich und gerne auch mit sehr engen Kehren.

Das Fahrverhalten ist kartmäßig. Der Schwerpunkt liegt gefühlt auf Straßenniveau. Karosseriebewegungen wie Wanken und Rollen sind nicht vorhanden. Die Karosserie ist aus Kohlefaser, der Dreizylinder extrem klein und leicht und alles andere, was viel Gewicht hat liegt ganz weit unten. Die schweren Akkus sind im Fahrzeugboden eingebaut. Somit fühlt sich der Wagen viel leichter an, als er tatsächlich ist. Könnte das evtl. der Grund sein, warum man hier keinen größeren Motor eingebaut hat? Bingo! Warum sonst entwickeln die BMW Ingenieure einen extrem aufgeladenen winzigen Dreizylinder wenn man potentere Motoren aus dem Regal nehmen könnte.

Die braucht er auch gar nicht. Der i8 zieht so gewaltig und explosionsartig aus den Kehren raus, dass man nicht glauben kann, dass der Verbrenner nur 1,5 Liter und drei Zylinder hat.

Der E-Antrieb setzt jede noch so kleine Gaspedalbewegung ohne jede Verzögerung in Vortrieb um. Der Turbolader setzt sehr sanft ein, so dass man herrlich stressfrei und mit einem irren Druck aus der Kurve herausbeschleunigen kann ohne Angst zu haben, dass einen beim Einsetzen des Ladedrucks das Heck überholt.

Dieser irre Bumms, den der Wagen bei jeder Drehzahl und in jedem Gang absolut verzögerungsfrei erzeugt macht süchtig!!

Ich bin auch schon Sportwagen mit mehr Leistung gefahren. Aus der Spitzkehre herausbeschleunigen macht aber mit keinem so viel Spaß wie mit dem i8.

Die Lenkung ist direkt, sehr präzise aber bei hohen Geschwindigkeiten wie bereits gesagt zu leichtgängig.

Rückmeldung könnte besser sein, aber das ist bei den E-Lenkungen ja ein generelles Problem.

Die schmalen Reifen kommen dem Handling sehr zugute. Das Einlenken ist straff und präzise, Spurrillen machen ihm kaum etwas aus.

Die Traktion ist hervorragend. Selbst auf nasser Straße kann man brachial aus der Ecke herausziehen ohne ins Rutschen zu kommen.

Schaltet man das ESP aus und versucht am Kurvenausgang leicht herauszudriften erfährt man einen prinzipbedingten Nachteil des Hybridkonzepts. Der E-Antrieb an der Vorderachse baut das Drehmoment natürlich schneller auf als der Verbrenner hinten. Also verlieren die Vorderräder zuerst die Haftung und der Wagen schiebt leicht über die Vorderräder.

Driften ist also nicht sein Ding.

Bei eingeschaltetem ESP ist der Wagen nahezu Idiotensicher. Das ESP regelt sanft und kaum spürbar alles weg, was auch nur im Ansatz schwierig werden könnte.

Überhaupt ist der i8 sehr einfach zu fahren und man fühlt sich am Steuer spontan wohl. Man zieht ihn sich an wie einen Turnschuh und läuft los.

Nach den ersten paar Kurven ist es so als ob man nie ein anderes Auto gefahren hat. Sagt sogar meine Frau – und die ist eigentlich gar kein Sportwagenfan.

Das Getriebe ist ebenfalls toll. Er schaltet hoch und runter ohne jede Zugkraftunterbrechung und absolut ruckfrei.

Hier wurde bemängelt dass das Getriebe zu langsam schaltet. Beim Gas geben im Komfortmodus wird erst der Motor gestartet, dann heruntergeschaltet, dann Ladedruck aufgebaut und dann geht es erst los.

Wenn man Spaß haben möchte fährt man aber nicht im Komfortmodus. Im Sportmodus läuft der Verbrenner ständig mit. Außerdem wird dann gefälligst manuell über die Schaltwippen geschaltet.

Und das geht blitzschnell! Beim Herunterschalten gibt es einen kurzen Zwischengasstoß, der kleine Motor dreht sofort hoch wie ein Motorradmotor und zack ist der Gang drin. Gefühlt im selben Moment wie man die Schaltwippe betätigt und absolut ruckfrei, was gerade beim harten Anbremsen wichtig ist, um keine Unruhe ins Fahrwerk zu bringen.

Beim Hochschalten gibt es im Supersportwagenbereich Autos, die die Gänge noch schneller reinballern. Das geht dann aber mit einem kräftigen und unangenehmen Ruck.

Der i8 erledigt das gefühlt zwar etwas träger, aber eben ruckfrei.

Um zum Schluss noch mal auf Punkt zwei zu kommen (Sprit sparen)… Bei moderater Fahrweise sind sieben Liter in etwa der Durchschnitt. Auch bei Extremserpentinenheizerei habe ich den Durchschnittsverbrauch nicht über zehn bekommen. Das kann was und macht einfach ein gutes Gefühl.

Fazit: Auf der Landstraße würde ich den i8 jedem anderen Sportwagen vorziehen. Ab 135.000 Euro aufwärts ist eine Menge Kohle für ein reines Spaßgerät ohne Alltagsnutzen, aber den Elfer kauft man sich ja auch nicht als Familienauto. Der i8 ist etwas Besondere abseits vom Sportwagenmainstream. Sowohl optisch als auch vom Fahrerlebnis her.

Wer Bestzeiten auf der Rennstrecke oder Dauerheizen auf der Autobahn möchte ist mit dem Porsche besser bedient (um mal bei diesem eigentlich unpassenden Vergleich zu bleiben). Wer für einen Haufen Geld den maximalen Spaß will, der sollte mal eine Probefahrt mit dem i8 machen.

Seit 2 Jahren fahre ich nun meinen i8 - 24.000 (Spaß)-km - und den "Fahrbericht i8" hätte ich genau so geschrieben wie "Black Memories".

Es bestand für mich aber zu der (blau angezeigten) elektrischen Reichweite Erklärungsbedarf:

Nach jeder Akku-Ladung (100%) wird ein anderer Wert angegeben, von 20 bis 39 km ist hier alles möglich.

Erklärung verschiedener i8-Fachleute: Die Software "lernt" meine Fahrweise, daher die unterschiedlichen Reichweiten. Das hatte ich aber nicht verstanden, woher will die Software v o r h e r wissen, wie ich gleich fahren werde?

Jetzt weiß ich: Es wird die v o r a u s sichtliche elektrische Reichweite angezeigt, wenn mein Fahrprofil dem bisherigen entspricht (!)

Mich interessiert aber die tatsächliche Reichweite bei meinem momentanen Fahrstil. Das werde ich nun prüfen:

Tages-km auf 0 und mit e-Drive fahren, bis der Akku leer ist.

Ich hatte einen i8 für ein Wochenende, als Ersatzwagen für unseren i3, der in der Werkstatt zur Inspektion war.

Ich habe auch noch eine leichter gemachte Lotus Elise, die wiegt mit leerem Tank 690 Kilo.

Das mit dem super Fahrspaß, kartmäßiges Fahrverhalten und vor allem artgerechte Haltung auf Landstraßen, kann ich nur sehr bedingt unterschreiben. Gegen meine Lotus Elise fühlt sich der i8 auf Landstraßen an wie die ESSO Deutschland. Schwer und träge. Meine Elise hat zwar nur ca. 180 PS, aber um eine i8 fährst du damit auf der Landstraße Kreise, selbst bei der Beschleunigung bis ca. 180 fühlt sich das kleine Biest druckvoller an.

Aber für so eine schwere Karre fährt der i8 auf der Landstraße recht zackig, das stimmt.

Ich fand den i8 auf der Autobahn klasse, sehr leise, auch bei den Windgeräuschen. Auf der Autobahn liegt er schön suverän und satt auf der Straße, vermittelt ein extrem sicheres Gefühl.

Am Rande: mit meiner Elise auf der Autobahn, das ist speziell, da will ich hier jetzt nicht näher drauf eingehen, positiv ist da nur dass es damit keinen spürbaren Einfluss von Seitenwind gibt, hat Heizung und Scheibenwischer, Radio ist z.B. nicht nutzbar, weil unhörbar :p

Für die Autobahn haben wir unsere alte Familienkutsche, 545i.

Wenn ich mit dem i8 auf der Autobahn 180 - 200 gefahren bin, das fand ich sehr entspannt und klasse. Dabei ist der Verbrauch unglaublich niedrig, das finde ich sagenhaft. Da sehe ich in der Praxis die größten Vorteile des i8. Und unsere Kids konnten hinten mitfahren, das geht mit der Elise nicht.

Und nun zum -aus meiner Sicht- größten Pluspunkt des i8, dem hier nicht so viel Beachtung geschenkt wurde: die Optik. Der uns zur Verfügung gestellt i8 war schwarz. Ich finde, der i8 sieht atemberaubend schön aus, viel besser als auf Bildern. Respekt, dass BMW sowas zusammengebaut hat. Allein schon wegen der Optik könnte ich schwach werden.

Aber der i8 würde sich bei uns wohl die Reifen platt stehen. So wie bei meinem Motorrad, das habe ich irgendwann abgemeldet. Und ich bin kein Fahrzeugsammler, aber wenn es so wäre, oder ich irgendwann doch einer werde, kaufe ich mir vermutlich zuerst einen i8!

Zitat:

@Norbert W. schrieb am 31. Mai 2017 um 05:43:40 Uhr:

Und nun zum -aus meiner Sicht- größten Pluspunkt des i8, dem hier nicht so viel Beachtung geschenkt wurde: die Optik. Der uns zur Verfügung gestellt i8 war schwarz. Ich finde, der i8 sieht atemberaubend schön aus, viel besser als auf Bildern. Respekt, dass BMW sowas zusammengebaut hat. Allein schon wegen der Optik könnte ich schwach werden.

Das sehe ich auch als echte Pluspunkt. Und beim Türöffnen sieht man auch immer das ganze Carbon... das ist schon nett :). Optisch sehe ich den i8 schon knapp hinter einem Ford GT. Das Design sehe ich auch als großen Reiz beim i8. Bei einem Allerweltsdesign würde man kaum den Preis zahlen. Ich weiß auch nicht, ob Metalle für dieses Design geeignet wären oder ob das nur mit Carbon bzw. Kunststoffen geht.

j.

Im neuen Heft SportAuto (März) ist ein Dauertest vom i8 drin, ganz interessant.

j.

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