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Ersteindruck Dacia Dokker 1.6 LPG

Dacia
Themenstarteram 1. August 2014 um 8:16

Vorgestern habe ich einen neuen Dacia Dokker 1.6 LPG beim Händler abgeholt. Es handelt sich dabei um einen Laureate mit

- Klang & Klima Paket

- Sicherheitstrennnetz

- Rentneraugen hinten

- Anhängerkupplung (nachgerüstet beim Händler)

Der Wagen wird als „Einwechselspieler“ in unserer Firma genutzt. Von daher wird der Wagen unter 10.000 km/a bekommen und das mit wechselnden Fahrern. Günstig in Anschaffung und Unterhalt und so praktisch und unkompliziert wie möglich im Betrieb sollte er also sein.

Aus Neugier bin ich jetzt mal 2 Tage mit dem Wagen herumgegondelt und dazu meine ersten Eindrücke:

1.) Qualität aussen

Auf den ersten Blick alles okay. Auf Spaltmaße sollte man nicht allzu genau achten. Im Detail (Radkästen, Schweller) zeigt sich doch die recht grobe Verarbeitungsweise.

2.) Qualität innen

Alles ist schlicht und einfach gehalten. Zweckmäßigkeit geht vor Wohnlichkeit. Daher gibt es viel nacktes Blech und Hartplastik zu sehen. Für unseren Einsatzzweck ist das aber angemessen, da unempfindlich und einfach zu reinigen.

Bis jetzt klappert und rappelt nichts. Das würde ich aber auch bei jedem Neufahrzeug – unabhängig von der Preisklasse – erwarten. Es wird sich zeigen, wie „abnutzungsresistent“ sich der Innenraum über die Jahre zeigt.

Aus meiner Sicht passen nur die chromumrandeten Instrumente / Lüftungsdüsen sowie der Hochglanzlack in der mittelkonsole nicht so ganz dazu. Das wirkt ein wenig wie "gewollt und nicht gekonnt". Da hätte man durchgängig bei schlichter Optik bleiben können.

3.) Raumangebot

Luftig in allen Bereichen, insbesondere was die erste Reihe und den Kofferraum angeht. In der zweiten Reihe sind drei vollwertige (dank fehlendem Kardantunnel) Sitzplätze vorhanden. Dort können zwei Erwachsene oder drei Kinder auch auf längeren Strecken gut untergebracht werden.

Dank mangelnder Designspielereien sind die verfügbaren Räume gut nutzbar. Dank LPG gibt es weder Reserverad noch zusätzliche Mulde unter dem Ladeboden. Dateillösungen für die Unterbringung von Radkreuz, Pannenset und Warndreieck gibt es nicht. Die Sachen sind an der Kofferraumseite festgemacht. Läd man sperrige Güter ein, sollte man hier tunlichst aufpassen, nichts zu zerdeppern.

4.) Bedienung

Über Scheibenwischer– und Hupenbedienung muß man erstmal den Kopf schütteln. Diese Teile sind wohl mit rumänisch-französischem Humor konstruiert worden.

Alles andere ist aber dort vorhanden, wo man es erwartet. Auch die elektr. Bedienung der Fensterheber findet sich dort, wo sie hingehört: in der Türverkleidung. Radio, Navi und Klima geben keine Rätsel auf und können ohne Bedienungsanleitung sofort genutzt werden.

Die elktr. Fensterheber verfügen über keine Tipschaltung (volles versenken durch einmaligen Druck), nicht schlimm aber man ist es sonst halt schon so gewohnt. Dafür verfügen die Blinker über die Komfortfunktion des dreimaligen Blinkens bei einmaliger Bedienung - sehr angenehm.

Das das Navi aber über keinerlei Stauerkennung (nicht mal TMC) verfügt, ist ein echtes Manko.

Toll ist natürlich die Rundumsicht. So viel Fensterfläche in jede Richtung. Wer seinen Kopf dreht, bekommt wirklich mit, was rund ums Auto gerade geschieht. Das ist ja bei den neuen Fahrzeugdesigns leider nicht mehr so.

Sehr praktisch sind die Schiebetüren rechts und links. Dafür könnte der Wagen für Familien zur Alternative zum Lodgy werden. Dem widerspricht leider das Fehlen von hinteren Seitenairbags.

Türen, Kofferraum, hintere Rückbank – ist alles leicht zu öffnen, schließen oder umzuklappen. Die Mechanismen sind einfach und selbsterklärend. Hoffentlich auch entsprechend unanfällig.

5.) Sitze

Tja, ich würde mal sagen: Der Preislage entsprechend. Straff genug aber zu kurze Beinauflagen, wenig Seitenhalt und noch weniger Rückenstützung. 200 km kann ich am Stück darauf sitzen, dann wird es für mich ungemütlich.

Dieses Fazit ziehe ich aber für fast alle Sitze in Autos der unteren Preisklasse. Selbst im wesentlich teureren VW Caddy fühlen sich die Sitze für mich nicht wesentlich besser an.

6.) Motor

Für uns war nur die Einstiegsmotorisierung dank kostenlosem LPG-Zusatz und niedrigem Preis interessant. Die besseren Motoren kosten ordentlich Aufpreis, da kann man dann schon über Alternativen nachdenken.

Der 1.6er zeigt zwei Gesichter. Dank konservativer Technik (2-Ventiler ohne Direkteinspritzung) läuft er recht sanft. Im Stadtbetrieb ist man zunächst über die niedrige Geräuschkulisse erstaunt. Die Fahrleistung sind in der Stand und über Land ausreichend.

Dank 1.6 Liter Hubraum steht in diesen Gefilden im Drehzahlbereich 1.700 - 3.000 U/min genug Drehmoment für normales Beschleunigen an. Normals Mitfahren geht also auch entspannt.

Auf Der Autobahn wird die Fuhre dann aber laut. Das ist aber wohl weniger dem Motor als der mangelnden Dämmung, dem großen (nackten) Resonanzkörper der Fahrgastzelle und nicht zuletzt der drehzahlfreudigen Getriebeübersetzung geschuldet. Für längere Autobahfahrten geht man es also geruhsam an oder nimmt gleich ein anderes Auto.

Mit zwei Personen und ohne Gepäck hat sich der Motor bis jetzt auch im Geschwindigkeitsbereich 100 – 140 km/h recht tapfer geschlagen. Vermutlich werden Zuladung und Steigungen dem Motor aber recht schnell zu schaffen machen. Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, wird eh zum Diesel oder zum TCe greifen.

7.) Getriebe und Lenkung

In meinen Augen die Schwachstelle beim Dacia. Die Schaltung ist hakelig und unpräzise und natürlich fehlt der sechste Gang. Die kupplung ist sehr leichtgängig und wenig definiert.

Die Lenkung ist recht synthetisch und vermittelt wenig Rückmeldung. Allerdings kann man sich schnell dran gewöhnen und dann stört es nicht mehr. Nutzen muß man sie auch auf der Autobahn oft, denn der Wagen ist sehr windanfällig. Das liegt wohl an der Kombination von Fahrzeuggröße und Fahrwerk. Unser VW Caddy maxi ist da jedenfalls unempfindlicher.

8.) Besonderheit

Unser Renault/Dacia-Händler hat eine Anhängerkupplung am Dokker verbaut. Diese steht direkt vor dem mittleren Parksensor. Trotzdem funktioniert die PDC – allerdings habe ich noch nicht genau getestet, ob sie auch gut funktioniert. Da ergibt sich der Verdacht, daß der mittlere Sensor im Rahmen der Montage einfach „deaktiviert“ wurde.

Hat hier noch jemand die Kombination von PDC und AHK und hat ggf. schon mal unter das Fahrzeug geschaut?

 

Insgesamt macht der Wagen auf mich bisher einen positiven Eindruck. Innerhalb der schnelllebigen Entwicklung bei den Autos kommt mir der Dokker wie eine kleine Zeitreise vor. Vieles in dem Auto erinnert mich an meine ersten Autos vor 20 Jahren. Als Nutzfahrzeug hat seine Unkompliziertheit echten Charme.

Natürlich bin ich von meinem Auto total veraut, das kostet aber auch das fünffache. Mein Auto möchte ich nicht missen, ich geniesse den Luxus und erfreue mich jeden Tag wieder daran. Dafür bin ich auch bereit, mehr für ein Auto zu zahlen, als es einem nach rein rationeller Bewertung eigentlich wert sein sollte.

Aber der Dacia zeigt einem deutlich, in wie vielen (Alltags-) Situationen man mit einem wesentlich niedrigpreisigeren Auto auch ohne großen Verzicht klar käme.

Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 1. August 2014 um 8:16

Vorgestern habe ich einen neuen Dacia Dokker 1.6 LPG beim Händler abgeholt. Es handelt sich dabei um einen Laureate mit

- Klang & Klima Paket

- Sicherheitstrennnetz

- Rentneraugen hinten

- Anhängerkupplung (nachgerüstet beim Händler)

Der Wagen wird als „Einwechselspieler“ in unserer Firma genutzt. Von daher wird der Wagen unter 10.000 km/a bekommen und das mit wechselnden Fahrern. Günstig in Anschaffung und Unterhalt und so praktisch und unkompliziert wie möglich im Betrieb sollte er also sein.

Aus Neugier bin ich jetzt mal 2 Tage mit dem Wagen herumgegondelt und dazu meine ersten Eindrücke:

1.) Qualität aussen

Auf den ersten Blick alles okay. Auf Spaltmaße sollte man nicht allzu genau achten. Im Detail (Radkästen, Schweller) zeigt sich doch die recht grobe Verarbeitungsweise.

2.) Qualität innen

Alles ist schlicht und einfach gehalten. Zweckmäßigkeit geht vor Wohnlichkeit. Daher gibt es viel nacktes Blech und Hartplastik zu sehen. Für unseren Einsatzzweck ist das aber angemessen, da unempfindlich und einfach zu reinigen.

Bis jetzt klappert und rappelt nichts. Das würde ich aber auch bei jedem Neufahrzeug – unabhängig von der Preisklasse – erwarten. Es wird sich zeigen, wie „abnutzungsresistent“ sich der Innenraum über die Jahre zeigt.

Aus meiner Sicht passen nur die chromumrandeten Instrumente / Lüftungsdüsen sowie der Hochglanzlack in der mittelkonsole nicht so ganz dazu. Das wirkt ein wenig wie "gewollt und nicht gekonnt". Da hätte man durchgängig bei schlichter Optik bleiben können.

3.) Raumangebot

Luftig in allen Bereichen, insbesondere was die erste Reihe und den Kofferraum angeht. In der zweiten Reihe sind drei vollwertige (dank fehlendem Kardantunnel) Sitzplätze vorhanden. Dort können zwei Erwachsene oder drei Kinder auch auf längeren Strecken gut untergebracht werden.

Dank mangelnder Designspielereien sind die verfügbaren Räume gut nutzbar. Dank LPG gibt es weder Reserverad noch zusätzliche Mulde unter dem Ladeboden. Dateillösungen für die Unterbringung von Radkreuz, Pannenset und Warndreieck gibt es nicht. Die Sachen sind an der Kofferraumseite festgemacht. Läd man sperrige Güter ein, sollte man hier tunlichst aufpassen, nichts zu zerdeppern.

4.) Bedienung

Über Scheibenwischer– und Hupenbedienung muß man erstmal den Kopf schütteln. Diese Teile sind wohl mit rumänisch-französischem Humor konstruiert worden.

Alles andere ist aber dort vorhanden, wo man es erwartet. Auch die elektr. Bedienung der Fensterheber findet sich dort, wo sie hingehört: in der Türverkleidung. Radio, Navi und Klima geben keine Rätsel auf und können ohne Bedienungsanleitung sofort genutzt werden.

Die elktr. Fensterheber verfügen über keine Tipschaltung (volles versenken durch einmaligen Druck), nicht schlimm aber man ist es sonst halt schon so gewohnt. Dafür verfügen die Blinker über die Komfortfunktion des dreimaligen Blinkens bei einmaliger Bedienung - sehr angenehm.

Das das Navi aber über keinerlei Stauerkennung (nicht mal TMC) verfügt, ist ein echtes Manko.

Toll ist natürlich die Rundumsicht. So viel Fensterfläche in jede Richtung. Wer seinen Kopf dreht, bekommt wirklich mit, was rund ums Auto gerade geschieht. Das ist ja bei den neuen Fahrzeugdesigns leider nicht mehr so.

Sehr praktisch sind die Schiebetüren rechts und links. Dafür könnte der Wagen für Familien zur Alternative zum Lodgy werden. Dem widerspricht leider das Fehlen von hinteren Seitenairbags.

Türen, Kofferraum, hintere Rückbank – ist alles leicht zu öffnen, schließen oder umzuklappen. Die Mechanismen sind einfach und selbsterklärend. Hoffentlich auch entsprechend unanfällig.

5.) Sitze

Tja, ich würde mal sagen: Der Preislage entsprechend. Straff genug aber zu kurze Beinauflagen, wenig Seitenhalt und noch weniger Rückenstützung. 200 km kann ich am Stück darauf sitzen, dann wird es für mich ungemütlich.

Dieses Fazit ziehe ich aber für fast alle Sitze in Autos der unteren Preisklasse. Selbst im wesentlich teureren VW Caddy fühlen sich die Sitze für mich nicht wesentlich besser an.

6.) Motor

Für uns war nur die Einstiegsmotorisierung dank kostenlosem LPG-Zusatz und niedrigem Preis interessant. Die besseren Motoren kosten ordentlich Aufpreis, da kann man dann schon über Alternativen nachdenken.

Der 1.6er zeigt zwei Gesichter. Dank konservativer Technik (2-Ventiler ohne Direkteinspritzung) läuft er recht sanft. Im Stadtbetrieb ist man zunächst über die niedrige Geräuschkulisse erstaunt. Die Fahrleistung sind in der Stand und über Land ausreichend.

Dank 1.6 Liter Hubraum steht in diesen Gefilden im Drehzahlbereich 1.700 - 3.000 U/min genug Drehmoment für normales Beschleunigen an. Normals Mitfahren geht also auch entspannt.

Auf Der Autobahn wird die Fuhre dann aber laut. Das ist aber wohl weniger dem Motor als der mangelnden Dämmung, dem großen (nackten) Resonanzkörper der Fahrgastzelle und nicht zuletzt der drehzahlfreudigen Getriebeübersetzung geschuldet. Für längere Autobahfahrten geht man es also geruhsam an oder nimmt gleich ein anderes Auto.

Mit zwei Personen und ohne Gepäck hat sich der Motor bis jetzt auch im Geschwindigkeitsbereich 100 – 140 km/h recht tapfer geschlagen. Vermutlich werden Zuladung und Steigungen dem Motor aber recht schnell zu schaffen machen. Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, wird eh zum Diesel oder zum TCe greifen.

7.) Getriebe und Lenkung

In meinen Augen die Schwachstelle beim Dacia. Die Schaltung ist hakelig und unpräzise und natürlich fehlt der sechste Gang. Die kupplung ist sehr leichtgängig und wenig definiert.

Die Lenkung ist recht synthetisch und vermittelt wenig Rückmeldung. Allerdings kann man sich schnell dran gewöhnen und dann stört es nicht mehr. Nutzen muß man sie auch auf der Autobahn oft, denn der Wagen ist sehr windanfällig. Das liegt wohl an der Kombination von Fahrzeuggröße und Fahrwerk. Unser VW Caddy maxi ist da jedenfalls unempfindlicher.

8.) Besonderheit

Unser Renault/Dacia-Händler hat eine Anhängerkupplung am Dokker verbaut. Diese steht direkt vor dem mittleren Parksensor. Trotzdem funktioniert die PDC – allerdings habe ich noch nicht genau getestet, ob sie auch gut funktioniert. Da ergibt sich der Verdacht, daß der mittlere Sensor im Rahmen der Montage einfach „deaktiviert“ wurde.

Hat hier noch jemand die Kombination von PDC und AHK und hat ggf. schon mal unter das Fahrzeug geschaut?

 

Insgesamt macht der Wagen auf mich bisher einen positiven Eindruck. Innerhalb der schnelllebigen Entwicklung bei den Autos kommt mir der Dokker wie eine kleine Zeitreise vor. Vieles in dem Auto erinnert mich an meine ersten Autos vor 20 Jahren. Als Nutzfahrzeug hat seine Unkompliziertheit echten Charme.

Natürlich bin ich von meinem Auto total veraut, das kostet aber auch das fünffache. Mein Auto möchte ich nicht missen, ich geniesse den Luxus und erfreue mich jeden Tag wieder daran. Dafür bin ich auch bereit, mehr für ein Auto zu zahlen, als es einem nach rein rationeller Bewertung eigentlich wert sein sollte.

Aber der Dacia zeigt einem deutlich, in wie vielen (Alltags-) Situationen man mit einem wesentlich niedrigpreisigeren Auto auch ohne großen Verzicht klar käme.

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Warum auch, ist ja eine Steuerkette und keine Fahrradkette:D

Kommt der Nissan-Motor dann auch mit LPG? Grundsätzlich gibt es ja viele sehr zuverlässige Nissan-Motoren, aber wie sieht es mit der Gasfestigkeit aus?

Ja, den soll es auch mit LPG geben.

am 17. August 2015 um 16:43

Zitat:

 

Kommt der Nissan-Motor dann auch mit LPG? Grundsätzlich gibt es ja viele sehr zuverlässige Nissan-Motoren, aber wie sieht es mit der Gasfestigkeit aus?

Laut Infos im dacianer-Forum haben die HR16DE's mit LPG ( für Dokker, Lodgy und Duster ) einen eigenen Motorcode in den Wartungsunterlagen und sollen mit entsprechend angepassten Zylinderköpfen und Ventilen ausgestattet sein.

Hallo, hat der 100PS 1,6l Motor Zahnriemen oder gar Kette?

am 15. Oktober 2015 um 8:38

Zitat:

@harrry schrieb am 14. Oktober 2015 um 23:13:19 Uhr:

Hallo, hat der 100PS 1,6l Motor Zahnriemen oder gar Kette?

Er hat Steuerkette, wie auf diesem Bild gut zu sehen ist: http://buzx.de/HR16DE.JPG

Es handelt sich um einen Nissan-Motor mit dem Kenncode HR16DE, bei Renault trägt er den Code H4M . Hierzulande ist er am ehesten als Basisbenziner aus dem Qashqai I bekannt, auch in Juke und Note wird er verbaut.

Er ist einer der häufigsten, wenn nicht sogar der häufigste weltweit von Nissan verbaute Motor überhaupt für etliche Märkte und etliche Volumenseller, wie die in Europa gar nicht erhältlichen Sylphy/Sentra, Versa, Tiida und viele andere. Die aktuelle Version des Motors ( mit variabler Ventilsteuerung an beiden Nockenwellen, Atkinson-Steuerung in Schwachlast, 8 Einspritzdüsen, also über jedem Einlassventil ) stammt aus 2011.

Renault verwendete ihn bislang nur im in Deutschland gar nicht erhältlichen Fluence aka Renault Samsung SM3, der weltweit allerdings auch in 6stelliger Stückzahl p.a. verkauft wird.

Der in den Dacias verbaute Motor ( SCe 100 in Dokker & Lodgy, SCe 115 im Duster, der SCe 100 ist nur per Software abgeregelt ), der die veralteten Renault-Motoren K7M und K4M ablöst, wird in einer neuen Fertigung in der russischen Autostadt Togliatti, Russland gebaut, wo der Löwenanteil der Ladas sowie der russische Nissan Almera gebaut wird. In den neuen Modellen Vesta und X-Ray von Lada, die auch auf Renault-Nissan-Plattformen beruhen, wird er als gegenüber den AutoVaz-Eigengewächsen aufpreispflichtige Motorisierung auch zum Einsatz kommen.

Obiges "Explosionsbild" des Motors stammt übrigens aus folgendem Video von Nissan Taiwan: https://www.youtube.com/watch?v=WZxW6ZwI_Y0

 

Ich bin beeindruckt.

ALso, man kann davon ausgehen, daß (wie ich es von Renault gewohnt bin), der Motor problemlos ist?

Der SCe 115 ist doch ein Direkteinspritzer, der SCe100 ein Multipoint. Oder ist das falsch?

Kann man zu der kostenfreien LPG-Version greifen oder besser nicht? Ich fahre im Alltag auch LPG (im 25 Jahre alten BMW) - und habe keinerlei Probleme.

Der Dokker wird bei mir p.a. etwa 4-5tkm sehen - mehr nicht. Also das LPG bräuchte ich nicht, aber wenn es umsonst ist...

Der Renault-Dealer hat davon eingehend abgeraten.

Wie sieht es denn bei Dacia mit Hohlraumkonservierungen und Rostvorsorge aus?

am 15. Oktober 2015 um 9:49

Zitat:

@harrry schrieb am 15. Oktober 2015 um 08:50:05 Uhr:

 

ALso, man kann davon ausgehen, daß (wie ich es von Renault gewohnt bin), der Motor problemlos ist?

Der SCe 115 ist doch ein Direkteinspritzer, der SCe100 ein Multipoint. Oder ist das falsch?

Kann man zu der kostenfreien LPG-Version greifen oder besser nicht? Ich fahre im Alltag auch LPG (im 25 Jahre alten BMW) - und habe keinerlei Probleme.

Der Dokker wird bei mir p.a. etwa 4-5tkm sehen - mehr nicht. Also das LPG bräuchte ich nicht, aber wenn es umsonst ist...

Der Renault-Dealer hat davon eingehend abgeraten.

Wie sieht es denn bei Dacia mit Hohlraumkonservierungen und Rostvorsorge aus?

ad 1) Bei Nissan sieht es mit der Motorzuverlässigkeit eher sogar noch besser aus. bei meiner weltweiten(!) Suche nach Problemen mit dem Motor habe ich so gut wie nichts finden können.

ad 2) hier verwechselst du den TCe 115 mit dem SCe 115. Der TCe 115 ist ein Renault-Motor mit Direkteinspritzung und Turbo. Im Duster gibt es den nicht mehr, bzw. nur noch in seiner neuen stärkeren 125 PS-Version, da heisst er dann TCe 125. Der SCe 115 im Duster und der SCe 100 in Lodgy/Dokker sind derselbe Motor, letztere sind nur leistungsbegrenzt, wohl um in der Motorenpalette "Abstand" zu ggü. deren TCe115-Top-Benziner zu wahren.

Ist ähnlich wie beim Nissan Juke. Dessen HR16DE-Version hat mit Schaltgetriebe nur 94 PS, mit X-Tronic-Automatik die vollen 117 PS. Dann gibt es ihn mit "1.2 DIG-T" mit Schaltgetriebe, was nur der Nissan-Vermarktungsnahme für den von Renault gelieferten TCe 115 -Turbo etc. etc.

ad 3) Wenn dir ein Dealer vom LPG-Werksmotor abrät, hat das mehr damit zu tun, dass seine Werkstattscrew keine Erfahrungen mit LPG hat, keine Lehrgänge dazu besucht hat etc. Gut möglich, dass er selbst gar keine Lizenz von Dacia hat, die LPG-Wartungen durchzuführen und diese bei Inspektionen dann durch eine Drittwerkstatt durchführen lassen muss.

ad 4) Die Rostvorsorge bei Dacias ist z.T. deutlich besser als bei so einigen Modellen der klassischen Volumenhersteller. Probleme hatten - wenn überhaupt - nur die allerersten Autos aus 2004/2005, als Renault "genötigt" wurde, die Logans auch in Westeuropa zu verkaufen ( was sie ja ursprünglich gar nicht vorhatten ).

Dann wurde aber schnell das Rostvorsorgenivau auf westeuropäischen Standard hochgefahren. Eigentlich einzig wichtiger Tipp hierzu: Darauf achten, dass die Wasserabläufe in den Türen nicht verstopfen....

Also ich verstehe das so, daß alle SCe-Motoren quasi gleich sind. Mit 1,6l ohne Turbo. Und im Dokker hat der 100PS.

Würdest Du in jedem Fall die LPG-Version nehmen?

Die LPG-Anlage ist im Werk verbaut oder später nachgerüstet? Ersatzrad fällt dann klogischerweise weg (ist nicht wählbar), oder?

Wenn der Renault Dealer keine Erfahrung hat und ich ein mal pro Jahr zur Insp. muß (sagte er mir - ist auch OK für mich), bringt er den Dacia dann zu einer dritten Werkstatt?

am 15. Oktober 2015 um 16:55

Yo, SCe 100 und 115 sind derselbe Motor. Das Kürzel SCe gibt's aber auch z.B. beim SCe 70 des Twingo, das ist natürlich ein anderer Motor.

Bei 4-5 tkm im Jahr spart sich da letztlich in deinem Usecase nicht wirklich viel, zumal ja auch mit ein paar Dutzend Euro pro Jahr höheren Wartungskosten und auch TÜV-Gebühren zu rechnen ist.

Kommt auch auf die üblicherwese zurückgelegten Strecken pro Fahrt an, da das Auto bei kaltem Motor ja erst auf Benzin startet und erst nach ein paar Hundert Metern ( Sommer ) bis zu 2 km ( Minusgrade ) auf Gas umschaltet.

Erfahrungen mit dem Motor und LPG gibt's noch keine, Renault ging die Konfiguration und Homologation der LPG-Version des SCe 100/115 offenbar erst nach allen anderen neuen Euro6-Motoren bzw. Euro6-Varianten der bisherigen Motoren nach der Sommerpause an. Die Produktion scheint erst im November zu starten, die Warteliste dürfte lang sein, mit 4-5 Monaten Lieferzeiten ist imo auf jeden Fall zu rechnen.

Der Einbau der LPG-Anlage ist definitiv in den workflow der Bandfertigung im Renault-Nissan-Werk Tanger in Marokko, wo der Dokker, der Dokker Van und der bis zur B-Säule ja baugleiche Lodgy in einer Fertigungslinie gebaut werden, integriert.

Ja, der Tank nimmt den Platz des sonst optionalen Reserverads ein ( und fasst auch nur 30 Liter ), damit entfällt die Reserverad-Option.

Für mich hat LPG insbesondere auch den Charme der mit einem Verbrenner sauberst möglichen Fortbewegung, ist er doch von allen Spritsorten hinsichtlich aller toxischen Emissionen Benzinern, noch mehr Turbobenzinern und erst recht Dieseln überlegen. Nur von Erdgas-Autos wird das noch leicht übertroffen.

Ich denke, LPG-Motorisierungen werden da jetzt wieder etwas Aufwind erfahren. Eigentlich wäre dein Dealer gut beraten, evtl. doch mal eine LPG-Zertifizierung für seine Werkstatt in Erwägung zu ziehen. Laut Aussage von Dacia wurden seit Anfang der "Aufpreislosigkeit" der LPG-Version bei Dokker & Lodgy ( was ja schon 2014 noch mit dem alten K7M-Motor als Basis begann ) zu mehr als einem Viertel bei diesen Modellen mit LPG-Motorisierung bestellt.

Wie schon geschrieben, fahre ich den nun kanpp 25 Jahre alten 3er BMW mit LPG. Etwa 70tkm pro Jahr. Und wie gesagt problemlos. Ja, etwas höhere Kosten gibt es. Ich wechsle alle 20tkm den Gasfilter (in der Gasphase) und die HU ist etwas teurer. Kerzen erneure ich auch alle 20tkm. Sind aber nie wirklich verbraucht. Ölwechsel alle 10-12tkm - das zeigt ja so oder so die SIA an.

Ich habe eine Standheizung - damit fahre ich immer sofort auf LPG los (OK, die Heizung verbraucht natürlich etwas Benzin).

Das das LPG wirklich 0 Euro Aufpreis kostet - was kann ich falsch machen, den dann so zu wählen?

Merkst Du das Umschalten von Benzin auf Gas? Trifft der Mehrverbrauch von etwa 10% bei LPG auch hier auf?

am 18. Oktober 2015 um 5:42

Zitat:

Das das LPG wirklich 0 Euro Aufpreis kostet - was kann ich falsch machen, den dann so zu wählen?

Merkst Du das Umschalten von Benzin auf Gas? Trifft der Mehrverbrauch von etwa 10% bei LPG auch hier auf?

Niemand hat ja schon den Dokker mit dem neuen Motor mit LPG, auch ich werde ihn erst bestellen, wenn er ab nächsten Monat im Renault/Dacia-Online-Bestellsystem beim Händler konkret konfigurierbar ist ( Die Celebration-Modelle zum zehnjährigen Jubiläum von Dacia laufen ja aus, es wird da eine Neusortierung der Versionspalette mit leicht unterschiedlichen Preisen und Ausstattungslisten für 2016 erwartet )

Bei den bisherigen LPG-Dokkers mit dem alten Renault-K7M-Motor war es nach Foristen im dacianer-Forum auf jeden Fall so, dass man schon bewusst darauf achten musste, um das Umschalten auf LPG überhaupt zu bemerken.

Betr. Verbrauch.

Hattest du nur 10% Mehrverbrauch mit LPG ? Eigentlich kaum zu glauben.

LPG-Sprit hat ja mit 540 g pro Liter eine signifikant geringere Dichte als Benzin ( ca. 740 g pro Liter ) , daher hat 1 Liter LPG nur 6,9 kWh pro Liter Energiegehalt, Benzin um die 8,8 kwh pro Liter.

Daraus würde zunächst ein Mehrverbrauch von ca. 27% resultieren, wenn man einen gleichen Wirkungsgrad des Motors unterstellen würde.

Da aber die Propan/Butan-Mischung erheblich klopffester ist als Superbenzin ( Oktanzahl um 110 vs. 95 bei Superbenzin ) können moderne Motoren mit Klopfsensorik effizienzsteigernd die Zündzeitpunkte vorverlegen.

Dennoch dürfte wohl ein in Litern berechneter Mehrverbrauch von 20% imo wohl kaum zu unterschreiten sein.

Für die NEFZ-Verbrauchswerte der LPG-Version gibt es auf der Dacia-Website bislang nur vorläufige Zahlen, und die sind um ca. 22% höher angesetzt als die des Benziners.

Die realen Verbrauchswerte des Motors lagen bei den letzten Jahrgängen des Qashqai I, in denen er als Basisbenziner verbaut war, laut spritmonitor um 7,3 l Benzin , wobei ihn dort auch durchaus viele unter 7 L betreiben konnten. Das lässt vermuten bzw. hoffen, dass man so an die 8,5 l LPG als typischen Verbrauchswert für einen LPG-Dokker mit dem Motor erwarten kann.

Für dasselbe Geld kann man sich ja nur 4,3 Liter Diesel kaufen. Solche Verbrauchswerte sind mit den Diesel-Dokkers definitiv nicht machbar. Und die kosten ja 1500-2000 € Aufpreis.

Einziges nennenswertes Gegenargument wäre , dass man mit dem 30 Liter-LPG-Tank bei hoher Kilometerleistung etwas nervend oft an die Tanke muss. Aber erst bei so 18 tkm p.a. liegt da die Grenze, bei der im Schnitt einmal tanken pro Woche nicht mehr ausreichen würde.

Ausserdem: Das weltweite Überangebot an LPG wächst unaufhörlich und sorgt für langfristig niedrige Preise am Weltmarkt. War vor einigen Jahren die Regel, dass LPG die Hälfte von Benzin kostet, sind die Tankpreise ja schon bei der Hälfte des Dieselpreisen angekommen....

Selbst wenn die LPG-Version da 800€ Aufpreis kosten würde, wie bei den anderen Dacias, übrigens auch dem Duster mit derselben Maschine ( in dessen rumänischer Produktion scheint die Fertigung der LPG-Motorisierung noch nicht so weit in den Ablauf integriert zu sein ), würde ich da zugreifen. Da kann man in der Tat nichts falsch machen.

PS: Noch ein "Detail" zur Verbreitung des HR16DE-Motors:

Habe gerade gefunden, dass Nissans Topseller Sylphy in China, in dem der Motor auch verbaut wird, mittlerweile de facto gleichauf liegt mit VW's Topseller in China, dem Lavida. Monats-Verkaufsstückzahl rd . 30.000., also mehr als Golfs in Deutschland...

Hallo,

ja, ich kann den E36 (316) mit 7,5l Gas fahren - kann, wenn ich nicht schneller als 80-90 auf der Bab bin.Bei um die 150km/h liegt er bei zw. 9 und 10l Gas.

Die 10% waren angenommen. Den 3er habe ich direkt nach dem Kauf auf LPG umgerüstet - bei der Aktion (mit 200tkm) auch gleiche neue ZKD und neue Pleuellager. Jetzt (knapp 3 Jahre später) hat er 360tkm auf der Uhr.

Mit dem Dokker ist im Moment so eine Sache. Zuim einen wollte ich den al preiswertes Nutzfahrzeug verwenden, zum anderen soll ihn meine Frau im Alltag (15km Gesamtstrecke) fahren. Sie ist sehr klein. Entweder, die kommt mit den Knien ans Armaturenbrett oder sie hebt den Popo zum Kupplung treten. Geht also nicht wirklich :-(

Vorher hatte sie einen Clio B Automatik - dieser ist leider verunfallt (war übrigens ein Klasse Auto, hatte ihn neu gekauft, nach 230tkm war dann wegen Unfall Ende).

Im Logan MCV sitzt sie deutlich besser - wahrscheinlich fällt die Wahl auf diesen, mit Automatik (Easy R). Hat damit jemand Erfahrung? Er hat ja einen 3-Zylinder und ein autom. Schaltgetriebe.

Möchte ihn so oder so mit 5 Jahren Garantie bestellen - da kann eigentlich nichts schief gehen.

Oder?

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