Erfahrungsbericht: AGR-Rate erhöhen
Hallo liebe F-ler,
dank eurer vielen Forenbeiträge habe ich mich mal an die Justierung der AGR-Rate gemacht, unter anderem nachdem ich vor kurzem bei 28Tkm ein neues AGR-Ventil brauchte und auf Kulanz bekam (530xD LCI).
Die Installation von Rheingold wäre im Nachhinein relativ einfach gewesen, ich hatte aber zuerst einen blöden Fehler gemacht (regpatch für eine andere Version). Zudem wollte es nicht starten, weil nicht mehr genug Platz auf C:\ war...Puh, ist das Tool hungrig...
Laptop angesteckt, IP-Adresse eingestellt und die Rate auf 1.0 gestellt (1.5 angebliches Maximum).
Dann ergooglet, was es bedeutet, Klemmen R und 15 (osä.) zu auszuschalten (Zündung aus), nochmal die gespeicherten Werte abgerufen und voila, 1.0.
Seit dem hängt der Dicke m.E. viel besser am Gas in den unteren Gängen bis 70km/h. Dieser Gummibandeffekt beim Beschleunigen ist doch merklich reduziert. So etwa ab 70km/h, wenn man auf 100 km/h beschleunigen will, merke ich schon weniger Unterschied.
Die Schaltpunkte sind jetzt allerdings im beschriebenen Bereich etwas komisch.
Eventuell lasse ich das 8HP nochmal neu lernen. Was meint ihr?
Dafür ist auf meiner Pendlerstrecke der Verbrauch laut BC um 0.5l gesunken. Das ist aber mit Vorsicht zu genießen, weil der Verbrauch zu dieser Jahreszeit mit ständig stark schwankenden Temperaturen, ohnehin so um 1l rauf- und runter pendelt. Zudem habe ich nach einer Woche von Winter- auf Sommerreifen getauscht und kann daher nun keinen Vergleich mehr anstellen.
Fazit:
Hat sich gelohnt!
LG
Beste Antwort im Thema
Legal, illegal, scheißegal. So sehe ich das.
62 Antworten
Zitat:
@Valoek222 schrieb am 16. Mai 2018 um 11:12:36 Uhr:
Hat es negative Auswirkungen wenn dieTreibstoffeinspritzungen in den NOx Speicherkat dann durch das AGR off wegfallen? Müssen die Regenerierungen manuell durchgeführt werden um Schäden zu vermeiden?
...der NOx-Speicherkat ist von der AGR - prinzipiell - unabhängig.
Funktioniert die AGR nicht, ist der Stickoxidanteil im Abgas höher und die Speicherkapazität eher erschöpft. Das registriert ein Stickoxid-Sensor. Der Kat wird also öfter regeneriert, was den Wegfall der AGR aber nicht kompensieren kann. Gleiches gilt für das SCR-System, das einen Stickoxid-Eingangs- und Ausgangssensor hat, um die einzudüsende AdBlue-Masse zu justieren.
Hierbei wird z.B. aus der anteilig benötigten AdBlue-Masse auf dessen Qualität geschlossen.
Deshalb funktioniert auch der Ersatzbetrieb mit Wasser nicht.
Alle drei Abgasreinigungssysteme sind prinzipiell unabhängig voneinander, im Motormanagement aber natürlich abgestimmt bzw. innerhalb des EUR-Normbereichs eventuell gegeneinander abgegrenzt - z.b. AGR + NOx-Speicherkat immer, AdBlue nur wenn's kneift.
Bei den bei vielen Herstellern anstehenden Software-Updates wird genau das Gegenteil gemacht: Die AGR-Rate wird erhöht, um die NOx-Emissionen halbwegs zu senken.
Das, was Ihr hier macht bzw. vorschlagt, ist auf jeden Fall illegal, da es ein System, welches schon ab Werk die Grenzwerte nicht einhält, noch weiter verschlechtert.
Nur mal so ...
Zitat:
@Rael_Imperial schrieb am 16. Mai 2018 um 20:48:46 Uhr:
Bei den bei vielen Herstellern anstehenden Software-Updates wird genau das Gegenteil gemacht: Die AGR-Rate wird erhöht, um die NOx-Emissionen halbwegs zu senken.Das, was Ihr hier macht bzw. vorschlagt, ist auf jeden Fall illegal, da es ein System, welches schon ab Werk die Grenzwerte nicht einhält, noch weiter verschlechtert.
Nur mal so ...
Der Begriff "illegal" im Zusammenhang mit Emissionen hat wohl seit 2015 eine völlig neue Dimension erreicht. Ist ja jetzt nicht dein ernst, hier eine absolute Minderheit anzuprangern, nur weil sie an der agr rate rumtüdeln...
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Zitat:
@steffmaster78 schrieb am 16. Mai 2018 um 23:3:45 Uhr:
an der agr rate rumtüdeln...
Da braucht man nix verharmlosen: Es ist illegal. Da braucht man sich auch nicht hinter Schummeleien anderer verstecken -> nur weil es andere machen wirds nicht legaler!
Ich denke nicht, dass das Anpassen der AGR Rate illegal ist, sonst hätte BMW diese Funktion nicht in RG implementiert. Ich denke, die jeweilige Norm wird auch mit den geänderten Werten eingehalten (wenn sie es jemals wurde).
Klar illegal ist das Deaktivieren der AGR.
Beim N47 Motor kann der AGR Wert legal auf 0,7 erhöht werden, beim B47 auf 0,4, nur solange eine Gewährleistung noch auf dem Fahrzeug besteht, macht BMW es definitiv nicht...
Danach muss jeder selbst entscheiden was er für richtig hält oder nicht...🙂
Zitat:
@steffmaster78 schrieb am 15. Mai 2018 um 22:32:39 Uhr:
Zitat:
@HirschFisch schrieb am 15. Mai 2018 um 19:52:09 Uhr:
Hmm, wie hängen AGR-Rate und xDrive denn zusammen? Ich dachte gar nicht.
@steffmaster78
Welche Bedenken gibt es da Steff? Kannst Du mich aufklären?Ich hatte ja schon ein hängendes Ventil mit abruptem Motor-Stopp mitten auf einer Kreuzung.
Das war nicht so schön.LG
Nun, da der xDrive quasi die maximallösung eingebaut hat, was die Abgasnachbehandlung angeht, also auch ein adblue System, liest man hier im. Forum immer wieder davon, dass dadurch eben weniger Abgas wieder zugeführt wird als bei Fahrzeugen OHNE adblue. Daher soll auch der Verbrauch von Fahrzeugen mit adblue Abgasnachbehandlung höher sein als bei denen ohne.
Ja stimmt, ich habe einen nachfüllbaren AdBlue-Tank.
Weniger Abgasrückführung führt in meinem Verständnis (deckt sich mit maxmosleys Beitrag oben), zunächst zu *weniger* Verbrauch. Der NOx-Kat muss aber durch vermehrtes Nacheinspritzen von Diesel regeneriert werden. In der Summe mag sich das aufheben oder das Verbrauchspendel nach links oder rechts ausschlagen lassen.
Zitat:
Kurzum : ich habe das so verstanden, als dass man sich bei einem adblue System weniger über versottete ansaugbrücken Gedanken machen muss. Will aber nicht ausschließen, daß ich da was nicht verstanden habe.
Ah, okay, jetzt sehe ich Deinen Punkt.
Aber unter der Prämisse, dass weniger AGR über mehr AdBlue-Reinigung kompensiert wird, kommt hinten nicht mehr NOx raus als vorher und die Versottungsgefahr wird verringert. Eventuell steigt dadurch der Spritverbrauch.
Das ist der aktuell hochpolitische Tradeoff zwischen CO2 und Stickoxyden.
Deren Verringerung stellt einen Zielkonflikt dar, der via AGR irgendwie gelöst werden soll aber...naja...m.E. verschlimmbessert wird.
Die richtige Antwort wäre dann schon eher, so fette Karren einfach zu verbieten.
Womit wir einen anderen Konflikt hergestellt hätten...die Arbeitsplätze.
Aber zurück zum Topic.
Zitat:
Mir fehlt auch Zeit und Interesse, um mich da eingehender mit zu beschäftigen. Mein agr war bei 90000 auch hinüber und wurde kostenlos ersetzt.
Ich finde einfach, es wird zuviel gefummelt und rumgedoktert an komplexen Mechanismen, und schnell ist eine Lösung gefunden für ein vermeintliched Problem. Dabei sind dafür keinerlei lamgzeiterfahrungswerte vorhanden. Für mich hat das alles wenig hand und Fuß. Es wird viel behauptet. Für fast nix gibt es stichhaltige Argumente oder Beweise.
Ja, da gebe ich Dir prinzipiell vollkommen Recht.
Komplexe Probleme haben meist keine simplen Lösungen und führen wie hier zu komplexen Systemen, deren unsachgemäße Manipulation zu großen Schwierigkeiten führen kann.
Meine Motivation für das drehen an der AGR-Rate ist, das Auto möglichst lange fahren zu können.
Meine persönliche Energiebilanz verbessert sich, wenn ich nicht alle 5 Jahre ein neues Auto kaufe, sondern es so lange fahre wie es wirtschaftlich (Reparaturkosten) sinnvoll ist; hoffentlich 10 Jahre.
Global gesehen ist das das Beste. Lokal (für den Fußgänger an der roten Ampel) wäre ein niedrigerer NOx-Ausstoß allerdings besser. Da hoffe ich einfach auf das SCR-System. Scheiß auf das Nachfüllen von AdBlue. Das Zeug ist billig und muss viel seltener als Wischwaschflüssigkeit nachgefüllt werden!
Das von maxmosley korrekt beschriebene Marketingargument habe ich nie verstanden.
Ich gurke jetzt bereits 15Tkm mit dem F10 rum und musste immer noch kein AdBlue nachfüllen.
Wen stört es, das nach jeder 10. Tankfüllung osä. zu tun?
LG
Ich will keinen dicken auch fahren bis er auseinander fällt. Also Ziel. Waren sicher die kommenden 8 bis 10 Jahre. Und ich bin in dem guten Glauben, ein wertiges Produkt gekauft zu haben, welches solange einfach halten muss. Den sachgemäßen Umgang natürlich vorausgesetzt (kurzstrecke vermeiden und immer schon auf Betriebstemperatur bringen). Dafür nehme ich sogar einen fast 2x längeren arbeitsweg in Kauf. Da wird das Motto "Freude am Fahren" tatsächlich auch umgesetzt 😁
Zitat:
@Olli_E60 schrieb am 16. Mai 2018 um 23:29:04 Uhr:
Ich denke nicht, dass das Anpassen der AGR Rate illegal ist, sonst hätte BMW diese Funktion nicht in RG implementiert. Ich denke, die jeweilige Norm wird auch mit den geänderten Werten eingehalten (wenn sie es jemals wurde).
Klar illegal ist das Deaktivieren der AGR.
Auf Seite 1 wurde bereits dargelegt, dass das Ändern der AGR-Rate mit RG-Versionen nach Ende 2016 nicht mehr funktioniert.
Wieso denn bloß???
Zitat:
@steffmaster78 schrieb am 17. Mai 2018 um 18:54:41 Uhr:
Ich will keinen dicken auch fahren bis er auseinander fällt. Also Ziel. Waren sicher die kommenden 8 bis 10 Jahre. Und ich bin in dem guten Glauben, ein wertiges Produkt gekauft zu haben, welches solange einfach halten muss. Den sachgemäßen Umgang natürlich vorausgesetzt (kurzstrecke vermeiden und immer schon auf Betriebstemperatur bringen). Dafür nehme ich sogar einen fast 2x längeren arbeitsweg in Kauf. Da wird das Motto "Freude am Fahren" tatsächlich auch umgesetzt 😁
Ich fahre auch immer "außen rum" zur Arbeit ;-)
Die Alternative durch die Stadt: 17 Ampeln auf 7km (2 davon reine Fußgängerampeln).
Ein wertiges Produkt haben wir sicher gekauft.
Aber u.U. einfach ein falsches für den Einsatzzweck.
Am Wochenende km machen, in der Woche (für einen Diesel) meist nur Kurzstrecke (aber zu weit für Fahrrad).
Aber dafür kaufe ich keine 2 unterschiedliche Autos. Oder den 5er plus einen Roller (der auch eine Dreckschleuder ist)...
Freude am Fahren habe ich auch, für mich ist das aber nicht "rasen" (keine Unterstellung an Dich, Steff!).
Gemütlich von der 5er-Sänfte transportieren lassen. Spart Sprit, macht das evtl. höhere NOx wieder wett.
Im Zweifel ist der Vergleichswert ja ständiges Kickdown.
So gesehen ist mein ökologischer Footprint gering und mein Gewissen beruhigt.
LG
Zitat:
@Rael_Imperial schrieb am 17. Mai 2018 um 20:16:35 Uhr:
Auf Seite 1 wurde bereits dargelegt, dass das Ändern der AGR-Rate mit RG-Versionen nach Ende 2016 nicht mehr funktioniert.Wieso denn bloß???
Das ist eine gute Frage zu der ich gerne eine Stellungnahme von BMW hätte.
Ich kann nur mutmaßen und tue das jetzt mal, weil mir gerade langweilig ist ;-)
Die Anzahl der RG-Modder dürfte verschwindend gering sein.
In meiner Umgebung gibt es 5 weitere F-5er als Firmenautos (Leasing bzw. Leasing mit anschließendem Kauf). Keiner von denen würde die AGR modden. Aber das ist natürlich nicht repräsentativ.
Das Auto selbst ändert ohnehin schon im Regelbetrieb ständig die AGR-Rate.
NOx ist giftig und damit im Gegensatz zu CO2 keine abstrakte, sondern eine konkrete Gefahr.
Um die CO2-Emissionen (=Verbrauch) runter zu bekommen, wurden Lösungen entwickelt, die letzlich die Verbrenntemperaturen in einen Bereich trieben, in denen NOx erst entstehen kann (irgendwas oberhalb 1100 oder 1200 Grad Celsius). Teufel und Belzebub also...
Aber weil das erste u.a. politisch so gewünscht war, mussten nun AdBlue und NOx-Kat erfunden werden. Meinetwegen. So ein Auto habe ich nun. Und ich verlasse mich darauf, dass eine niedrigere AGR-Rate durch mehr AdBlue-Einspritzung kompensiert wird.
Diese Annahme ist nicht sattelfest, ich weiß.
Spannend sind folgende Fragen:
Warum werden nachwievor die Abgaswerte nicht per Auspuffsonde für die AU gemessen?
Werden künftig bei der AU Abweichungen von den Werkseinstellung u.a. bzgl. des AGR-Werts überprüft?
Ab wann wird die gesamte Energiebilanz eines Produkts bei seiner Beurteilung/Zulassung berücksichtigt (Herstellung, Reparaturanfälligkeit, mittlere Lebensdauer,...)?
Bis das geklärt ist (und vorher auch schon), lasse ich den Wagen wann immer möglich stehen und gehe zu Fuß oder fahre Fahrrad, bewege den 5er vorrausschauend im Verkehr und behalte ihn so lange wie möglich.
Sollte das Ändern der AGR-Rate illegal sein, ja, dann bin ich aktuell formal wohl nicht getzeskonform.
...die Normvorgaben der EUR5/6 bilden doch nur einen geringen Teil der alltäglichen Fahrwirklichkeit ab - deshalb gibt es die Dieseldiskussion ja überhaupt.
So gesehen ist es auch völlig egal, ob VW eine Prüfstandserkennung verbaut hatte oder nicht.
Wesentlich ist, "was hinten rauskommt"...und da sind die VW-Modelle - bezogen auf die NOx - nicht die schlechtesten.
Die NOx sind der Popanz der Moderne - jedenfalls hierzulande.
Sie sind bestimmt nicht gesund, aber welche Rolle sie in einer Gesamtabwägung der ökologischen und gesundheitlichen Aspekte beim Betrieb eines Diesels spielen, weiß bis jetzt wohl noch niemand.
Mit den hohen AGR-Raten sind neben Mehrverbrauch und Verkokung auch häufigere DPF-Regenerationen verbunden. Bei der DPF-Regeneration fallen Schadstoffe (z.B. Dioxine) an, die frei entweichen.
- mit AGR wird die "Schwarzrauchgrenze" (Ruß) schon bei mittleren Drehzahlen bzw. Drehmomenten erreicht, so dass das System nur in Teilbetriebsbereichen des Motors arbeiten kann, um den DPF nicht zu überlasten.
- der AdBlue-Verbrauch bei aktuellen EUR6-Modellen ist nur deshalb so gering, weil SCR auch nur im Norm-Testumfang aktiv ist.
EUR5 und EUR6 sind deshalb nicht viel mehr als Kosmetik, was bei der Frage nach "legal" oder "illegal" bedacht werden sollte. Illegitim sind sie sicherlich, da sie das ursprüngliche Ziel bewusst verfehlen.
Bei einer Vollreinigung müsste viel mehr AdBlue eingesetzt werden - das hieße: Häufig nachtanken oder größere schwere Tanks einbauen > kein Platz, mehr Gewicht.
LKW brauchen bei einer Kombination von AGR und SCR (AdBlue) ca. 7-9% der verbrauchten Dieselmenge an AdBlue.
Da PKW aber viel ungleichmäßiger und somit unwirtschaftlicher bewegt werden, wären viel höhere Verbräuche zu erwarten.
Die Sensorik des SCR-Systems reagiert auf den NOx-Gehalt des Abgases und damit stets verzögert. Das führt bei üblicher Fahrweise zu großen Bedarfsschwankungen - mal wird zu wenig, im nächsten Moment zu viel AdBlue eingedüst. Ist letzgenanntes der Fall, kommt nicht-umgesetztes Ammoniak aus dem Auspuff und es stinkt nach Gülle.
Das Phänomen heißt "Ammoniakschlupf"...mit noch einem Kat kann man das dann in den Griff kriegen.
Aber: "Wir schaffen das!"