Fragen zum Drive Pilot
Hallo liebes Forum,
Nach ein paar ersten eindrucksvollen Videos und Presseberichten zum Thema Assistenzsysteme in der neuen E-Klasse wollte ich nun in Erfahrung bringen was genau denn der Drive Pilot besser kann als die existierende Kombination Distronic Plus mit Lenkassistent in der C/GLC Klasse (zwischen genau diesen Fahrzeugklassen schwanke ich momentan bzgl. einer Neuanschaffung).
Leider konnte bei einigen Fragen auch die lokale Mercedesniederlassung nicht helfen, so dass ich es einmal hier versuche. Falls schon jemand Erfahrungen mit dem Drive Pilot gemacht hat, wären auch Erfahrungsberichte sehr hilfreich. Die ersten Autos werden ja bald ausgeliefert, daher hoffe ich auf viele Kommentare.
Offene Fragen:
- Bis zu welchem Kurvenradius fährt denn die E-Klasse auf der Autobahn oder Bundesstrasse "autonom". In der offiziellen Kommunikation ist von "moderaten Kurven" die Rede, im Gegensatz zu "leichten Kurven" in der C Klasse. Was heisst denn das nun konkret? Kann die E-Klasse zumindest auf der Autobahn sämtliche Kurven abbilden? Bis zu welchen Radius/Winkel funktioniert das System?
- Was passiert wenn es weder Fahrbahnmarkierungen noch andere Autos gibt, denen das System folgen kann, zum Beispiel auf Baustellen? Gibt es hier einen Warnton oder schaltet das System "unbemerkt" auf manuelles Steuern und die Unterstützung fällt weg.
- Wie lange kann man auf der Autobahn bei normalen Bedingungen (140-150km/h) die Hände vom Steuer lassen?
- Das Frontradar scheint nun beheizt zu sein um Problemen im Winter vorzubeugen. Wie sieht denn die Zuverlässigkeit bei Starkregen aus? Gab es hier Verbesserungen?
- Zumindest einige Verbesserungen scheinen rein Software-basiert zu sein (z.Bsp automatische Anpassung des eingestellten Tempos an aktuelle Geschwindigkeitslimits mittels Verkehrszeichenerkennung & Daten aus dem Command, Erhöhung der Stop & Go Zeit von 2 auf 30 Sekunden, etc). Gibt es eine Möglichkeit solche Software-Updates auch für C/GLC zu erhalten? Sollte ja eigentlich relativ einfach machbar sein....
- Erkennt die Distronic nun auch stehende Hindernisse in einer Stadt?
- Das Command Online updated Karten nun scheinbar over-the-air. Gibt es bereits Details wie oft hier neue Daten zur Verfügung gestellt werden? Kann das System nun mit Google Maps gleichziehen was Aktualität und Verkehrsflussdichte angeht?
- Wie hat sich generell die Bedienbarkeit des Command verbessert? Ist es nun schneller/einfacher? Was sind eure Erfahrungen? Auch hier wäre es schön wenn bestehende Systeme in den Genuss eines Updates kommen würden...
- Hat sich beim Head-Up-Display etwas verändert? Gibt es mehr/andere Informationen? Wurde das Problem der Spiegelung des Rahmens behoben?
- Der Spurwechselassistent ist momentan in der Schweiz scheinbar deaktiviert (via GPS). Ab wann ist hier mit einer Zulassung seitens der Behörden zu rechnen?
Vielen Dank für die Hilfe. Hoffen wir dass der Drive Pilot so gut ist wie erhofft, das wäre dann doch nochmal eine ordentliche Entlastung auf langen Autobahnfahrten.
Viele Grüße
Beste Antwort im Thema
Zitat:
@swissdriver123 schrieb am 2. April 2016 um 11:42:23 Uhr:
Zitat:
@Fanes schrieb am 1. April 2016 um 19:19:47 Uhr:
Puhh, was willst du wegen Comand genau wissen.
Kann ich nicht alles schreiben, das ist recht umfangreich.Ob du von S nach Singen ohne Lenkeingriff kommst wage ich zu bezweifeln.
Theorethisch schon.
Kommt auf die V- max an.Ein paar Fragen zum Command:
- Wie oft wird das Kartenmaterial via Internet bereitgestellt?
- Wie lange dauert ein Download? Geht das automatisch im Hintergrund während der Fahrt oder muss ich das Auto hierfür abstellen, bzw. kann Command währenddessen nicht nutzen
- Ist die Live Traffic Information nun ähnlich akkurat und granular wie die bei Google Maps? Google Maps zeigt ja teilweise schon Warteschlangen bei Ampeln an, ich hatte den Eindruck dass Command bisher weniger granular war.
- Gibt es nun wieder mehr verfügbare Apps?
- Wurde bei der eigentlichen Navigation- und Routenfindung etwas verbessert?
- Gibt es eine Auflistung mit allen Changes und Innovationen?Noch einmal zum Drive Pilot:
- Hast Du Erfahrungen bzgl. des maximalen Lenkausschlags? Bist Du schon einmal eine Strecke gefahren wo der alte Lenkassistent ausgestiegen ist und der neue Drive Pilot noch Assistenz geleistet hat?
- Gibt es seitens Mercedes irgendeine Konkretisierung bzgl. Lenkung auf Autobahnen und ob das bei nahezu 100% aller Kurven nun abgedeckt ist?Bitte entschuldige die Nachfragerei was diesen Lenkassistenten angeht, der Grund hierfür ist aber relativ einfach: Den Lenkassistenten im GLC finde ich grundsätzlich klasse. Leider ist mir im Testfahren aufgefallen, dass er bei normalen Autobahnkurven nur "meistens" funktioniert und eben nicht "immer". Gerade bei Assistenzsystemen ist ein "meistens" für meinen persönlichen Geschmack leider nahe an der Grenze zu "nutzlos", denn wenn ich permanent Angst haben muss dass er die nächste Kurve doch nicht schafft, muss ich genauso konzentriert fahren als ob ich selbst lenken würde. Von daher wäre der Drive Pilot eine wirklich tolle Erweiterung, wenn er dem "immer" zumindest sehr viel näher käme als die bisherige Lösung. Alternativ wäre eine klare Aussage welche Kurven welcher Assistent noch schafft auch bereits hilfreich, dann kann ich mir eine Meinung bilden ob mir das nun reicht oder nicht.
Vielen Dank, das ist wirklich sehr hilfreich!
PS: Woher bekommst Du eigentlich deine Informationen? Gibt es irgendwo im Internet technische Spezifikationen, die ich nicht gefunden habe oder arbeitest Du beim Daimler?
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Zum Lenkassistent kann ich dir lediglich meine persönliche Erfahrung mit dem 213 weitergeben.
Jeder Fahrer hat ja andere Wünsche und Vorlieben.
Autonomes Fahren ist speziell hier wieder ein Stück näher gerückt, im Vergleich zu deinem getesteten X253 auf jeden Fall mit spürbarer Verbesserung.
Die Frage...geht's oder geht's nicht stellt sich nicht.
Die Verfügbarkeit und die Effektivität bei Autobahnkurven- Radien wurde optimiert.
Ob die Möglichkeit einer komplett autonomen Fahrt von Stuttgart nach Singen im Sinne der Entwickler ist, verneine ich mal.
Zumindest aus heutiger gesetzlicher Sicht ist das nicht gewünscht aber aus technischer Sicht wäre/ist es möglich.
Du wirst mit der Performance zufrieden sein, das behaupte ich einfach mal.
Die Kritik am Spurwechselassistent kann ich erst mal nachvollziehen, ging mir am Anfang auch so.
Das hat sich aber schnell geändert.
Da dieses System eigentlich "erfahren" werden muss, ist eine theorethische Beschreibung schwierig... :-)
Die Vorteile liegen nicht in der profanen Ausführung des Überholvorganges, sondern in der Berücksichtigung der Umgebungsumständen.
Das Fahrzeug überholt nur, oder wechselt die Spur, wenn dies sicher möglich ist.
Da werden alle Umstände beachtet, nicht nur Fahrzeuge im toten Winkel.
Eine weitere Entlastung wenn man das will. Das System hat keinen negativen Einfluss auf manuelles Spurwechseln/Überholen.
Technisch wäre auch hier mehr möglich.
Die Anforderung der Blinkdauer von 2 sec. hat auch hier gute Gründe, der Fahrerwunsch muss eindeutig sein.
Die Performance im Stau/ Stop and Go und in der Stadt ist nahe der Perfektion.
Ein Update der erweiterten Wiederanfahrlogik in den X253 wage ich zu bezweifeln.
Hier wird mehr als nur das Fahrzeug voraus sensiert.
Es werden viele zusätzliche Umgebungsdaten erfasst und Voraussetzungen gefordert um nach 30 sec. automatisch anzufahren.
Dies wird auch im 213 nur nach Erfüllung aller Kriterien erfolgen.
Deine speziellen Fragen zum Comand, im Vergleich zu Google Maps und der Vorgehensweise bei Updates muss ich erst einmal zurückstellen, werde mich aber erkundigen.
187 Antworten
Zitat:
@petaxl schrieb am 7. Juli 2018 um 18:02:45 Uhr:
@AR! Genau wie A5-Fan schreibt. Evtl. Softwareupdate nötig. Ist das ein Neuer oder Gebrauchter?
Wir haben das Auto als 9 Monate alten "Jungen Stern" direkt von einer NL erworben. Es ist der Ersatz für unsere "Familienkutsche" und soll eigentlich nur brav und unproblematisch funktionieren, ohne höhere Ansprüche.
Es ist das erste Auto aus deutscher Produktion, das wir kaufen. Ich bin völlig enttäuscht, nicht nur hinsichtlich der beschämenden Defizite aus der Abteilung Fahrassistenz, aber auch hinsichtlich der Verarbeitung. Wir haben jahrelang Italiener (Alfa, Ferrari, Fiat, Maserati, Lancia) gefahren und auch mal zwei Jaguare und zwei Franzosen dazwischen gehabt (immer mindestens 3 Autos im privaten Fuhrpark). Über die deutlichen Verarbeitungsmängel haben wir uns mit anderen Qualitäten dieser Autos hinweggetröstet. Beim diesem ersten deutschen Auto stellen wir fest (beispielhafte und unvollständige Aufzählung ...), dass das Plastik genauso billig ist, die A-Säulen-Verkleidung genauso wackelig montiert ist, die Spaltmaße die gleichen Schwankungen aufweisen, das Leder viel billiger ist (und wir haben das sogenannte "Exclusive"-Interieur mit Nappaleder) und die Fahrassistenz - wie beschrieben - völlig unausgereift ist.
Ich werde jetzt mal etwas polemisch: Leider gibt es den QP nicht als Kombi und um den Levante zu kaufen, habe ich nicht genügend Östrogene in meinem Metabolismus. Der Jaguar XF als Kombi ist ja noch unverschämter eingepreist als der S213. Daher also das erste mal Mercedes. Und nach den bisherigen Eindrücken auch das letzte mal Mercedes vor Erreichen des 90. Lebensjahres ... *Polemikmodus aus*
Tja, kein Hersteller kann es allen Kunden recht machen...erst recht nicht, wenn Wunschvorstellung und Realität sich nicht decken. Aber den Italiener oder Franzosen der Daimler bei den Assistenten das Wasser reichen kann, den wüsste ich gerne mal.
Zitat:
@A5-Fan schrieb am 11. Juli 2018 um 23:48:57 Uhr:
Tja, kein Hersteller kann es allen Kunden recht machen...erst recht nicht, wenn Wunschvorstellung und Realität sich nicht decken. Aber den Italiener oder Franzosen der Daimler bei den Assistenten das Wasser reichen kann, den wüsste ich gerne mal.
Nun ja ... in einem Maserati benötigt man bspw. keinen Müdigkeitsassistenten ... die haben das Thema eleganter gelöst ... ;-)
Zitat:
@AR! schrieb am 12. Juli 2018 um 00:05:01 Uhr:
Zitat:
@A5-Fan schrieb am 11. Juli 2018 um 23:48:57 Uhr:
Tja, kein Hersteller kann es allen Kunden recht machen...erst recht nicht, wenn Wunschvorstellung und Realität sich nicht decken. Aber den Italiener oder Franzosen der Daimler bei den Assistenten das Wasser reichen kann, den wüsste ich gerne mal.Nun ja ... in einem Maserati benötigt man bspw. keinen Müdigkeitsassistenten ... die haben das Thema eleganter gelöst ... ;-)
Eine sachliche Diskussion, wenn du schon (nur) Kritik übst und gefühlt alles beschämend findest beim Benz, fände ich besser als Ironie oder nennen wir es lieber Polemik.
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Werte Gleichgesinnte,
ich habe mal eine Frage. Seit ein paar Tagen habe ich einen W213 mit dem Drive Pilot.
Andauernd werde ich gewarnt, dass ich die Hände ans Lenkrad nehmen soll (Lenkrad Symbol mit roten Händen und akustische Warnung). Aber meine Hände sind am Lenkrad. Das passiert, wenn ich einige Zeit gerade aus fahre (also das Lenkrad nicht aktiv drehe).
Ich kann doch nicht, wenn es gerade aus geht am Lenkrad wackeln damit die blöde Warnung nicht kommt.
Wenn dann die Warnung kommt, dann muss ich kurz wackeln/lenken und es ist weg.
Früher hatte ich einen Passat (da war die Lenkunterstützung wesentlich schlechter und ruppiger) aber das ganz leichte Berühren hat gereicht.
Herzlichen Dank vorab
P.S. falls das Thema schon diskutiert wurde und ich es nur nicht gefunden habe, bitte ich das zu entschuldigen.
Normalerweise muss Lenkradanfassen reichen. Du kannst ebenso kurz über einen der Touchpads im Lenkrad streichen.
Am Lenkrad wackeln erscheint mir gefährlich und macht doch dem Sicherheitsaspekt zu Nichte.
Nun, man muss nicht so wackeln, dass es gefährlich wird. Aber ein bisschen Gewicht der Hand braucht der Sensor, reine Berührung ist zu wenig. Oder alternativ streichst du über die Taste, wenn das Zeichen erscheint.
Ein normales festhalten reicht schon aus, wenn man, wie du, dabei nicht in Schockstarre verfällt. 😉 Bei diesem Festhalten kommen automatisch minimale Bewegungen zustande, die das System registriert und damit erkennt, dass der Fahrer noch aufmerksam ist. Es reicht allerdings auch aus, einfach über einen der beiden Touchbutton zu streichen, dann geht die Warnung für die nächsten Sekunden wieder weg.
Auch das Lenkrad leicht anstupsen hilft und stellt keine Gefahr da, da der Wagen dadurch nicht gleich nen Schlenker macht bzw. die Spur verlässt.
Ich halte es normal fest (ohne Schock oder gar Froststarre - bei dem Wetter undenkbar). Habe es sowohl mit einer Hand, als auch zwei Händen probiert. Und es ist wirklich eine merkbare Bewegung notwendig damit es weggeht
Ist mir auch noch nie beim gradeausfahren passiert sofern ich die Hände am Lenkrad hatte.
Wenn ich mal freihändig fahre und bei mir die Warnung kommt reicht ein winziger Impuls am Lenkrad aus damit die Warnung verschwindet.
Eine Alternative sind natürlich die hier bereits mehrfach erwähnten Touchpads. Was auch noch funktioniert, zumindest bei meinen MJ808, die Lautstärketaste auf dem lenkrad drücken. Leiser oder lauter...die Warnung verschwindet ebenfalls.
@konhead
du schreibst, daß die optische Warnung ( Hände) und die akustische Warnung gleichzeitig kommen?
Ist das bei dir so?
@Achswellenmanschette es kommt zeitversetzt. „Gleichzeitig“ habe ich nicht geschrieben. Es ist aber auffällig, dass nicht viel Zeit dazwischen liegt (weniger als 5 Sekunden)
Was ja auch richtig ist und wenn du nicht bestätigst, schlägt der Wagen noch mehr Alarm und bleibt in der Folge irgendwann sogar stehen - alles Sicherheit.
@konhead. Lass es vom freundlichen einfach gegen checken. Vielleicht ist die Sensoric nicht feinfühlig genug eingestellt. Da keiner im Forum dein Auto fährt ist die Frage auch nicht wirklich zu beantworten ob sich deine Hände zu wenig bewegen oder das System ne Macke hat.