Die Golfschaltung und sein "Schaltknochen"

VW Golf 2 (19E)

Hi!

Was ist hier falsch?

Wenn dich deine Freundin morgens um 7 Uhr von der A3 bei Köln/Heumar per Handy alamiert und erklärt, dass ihr G2 nur noch den 3. und 4. Gang zur Verfügung hat, wünscht man sich, man hätte die Schaltung vorher einmal überprüft.
Von der Erklärung, wie man die Gänge vom Motorraum aus einlegt, sieht man in Anbetracht der Uhrzeit gänzlich ab.

Vielleicht kann ich so dem Einen oder Anderen hier eine Panne bzw. die Benachrichtigung zu einer solch unchristlichen Zeiten ersparen.

Folgendes ist passiert:

Sieht die Umlenkwelle, liebevoll auch "Schaltknochen" genannt, so aus, dann ist es höchste Zeit sie zu ersetzen.
001 x 191 711 173B Umlenkwelle 38,48 EUR. Die Kugel ist leider nicht mehr einzeln erhältlich, da diese sich irgendwann um 86 geändert hat. Es muss also die gesamt Stange ersetzt werden.
Nach solch einer Menge von Schaltvorgängen ist das Material der Lagerbuchsen auch nur noch zu erhahnen.

Doch das war scheinbar nur die Ursache für den Bruch eines sehr spröden Wählstangenkopfes für Ebene 1, 2 und R.
Diese Stange, unterschiedlich für 4- und 5-Gang, kostet knapp über 2 Euro und sollte fast in jedem G2 Handschuhfach mitgeführt oder sofort erneuert werden.

Zerlegt man das ganze Schaltgeraffel sollten auch die 4 Lagerbuchsen samt Sicherungen erneuert werden.

Frisch geschmiert und nach folgender Einkaufsliste schaltet alles wieder butterweich:

001 x 191 711 173B Umlenkwelle 38,48 EUR
001 x N 012 654 1 Sicherungsscheibe an Umlenkwelle 0,93 EUR
001 x N 909 083 01 Mutter an Umlenkwelle 1,10 EUR
002 x 171 711 067B Lagerbuchse an Umlenkwelle 4,52 EUR

002 x 171 711 181 Lagerbuchse an Schaltstange 3,60 EUR
002 x 171 711 561 Sicherung an Schaltstange 0,72 EUR

001 x 191 711 595 Wählstange, kurz, 4-Gang 2,11 EUR
(bzw. 001 x 191 711 595A Wählstange, kurz, 5-Gang)
001 x 191 711 574 Wählstange, lang 8,24 EUR
004 x 171 711 965 Scheibe unter Wählstangen 3,85 EUR

Alles lässt sich von oben tauschen.
Nach dieser Tausch- und Fett-Kur lässt sich der G2 wieder langfristig gut schalten und erspart morgentliche Weckrufe.
🙂

Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5

Gruß Alex

151 Antworten

Positionierung ja. Aber die Leichtgängigkeit ?
Wenn ich das so richtig verstehe, ist die Kugel im Kugelkopf eingefettet. Wenn diese nun trocken läuft, kann das (etwas in die Jahre gekommene) Gestänge den Hebel nicht mehr leicht positionieren.
Man merkt das besonders, wenn man den Rückwärtsgang rausnehmen will. Früher hat es gereicht, nur leicht dran zu ziehen und er flutschte raus. Nun muss man es quasi selbst in die Mitte zerren.

Stimmt das soweit von der Theorie her ?

Da ist einiges an Fett drin. Richtig trocken läuft die nie.
Höchstens könnte die von einem Vorgänger wenig geschmiert gewesen sein und/oder das Fett verdreckt sein.

Viel mehr Aufmerksamkeit würde ich dem Schaltgestänge schenken. Dazu gehört auch auf jden Fall die Führung der Schaltstange bei der Schaltbox Richtung Motorraum und die Lagerung der Schaltstange "im Motorraum".

Zum Testen kannst du auch einfach mal die Verbindung der Schaltstange zum restlichen Schaltgestänge auftrennen, d.h. schaust wo die Schaltstange in de Motorraum kommt und da machst du die nächstmögliche (einfach aufzutrennende) Verbindung mal auf. Somit kannst du dann testen was schwer geht.

Aus Erfahrung preidge ich schon Jahre, dass es sich auf jeden Fall lohnt das gesamte Gestänge zu zerlegen, Teile zu reinigen und überholen. Anschließend mit MoS2 Fett zusammensetzen und über das Ergebnis freuen. 🙂

Das mit dem Test ist eine gute Idee. Ich hab mir jetzt nur so vorgestellt, dass vielleicht die Kugelaufnahme in der Schaltbox irgendwie gebrochen ist und dadurch da Feuchtigkeit ein und Fett ausgetreten ist. Die Aufnahmen scheinen ja aus Kunstoff zu sein.

Ich wollte es deshalb nur genau wissen, weil ich wegen der Schaltbox wohl eine Werkstatt aufsuchen müsste (wegen der Sache Kat und dem HSB). Das Gestänge kann ich dann in Eigenregie angehen, sofern ich irgendwo eine Hobbywerkstatt finde.
Bei den Temperaturen ist draußen schrauben alles andere als lustig.

Danke dir für deine Tips.

Die Schaltschale & Co könte auch kaputt sein, aber dann sollte man das beim Schalten nicht nur durch Schwergängigkeit merken und Spiel sollte vorhanden sein. Wegen der Fettmenge kannst du auch einfach mal den Schaltsack entfernen und eine nicht gaz aussagekräftige Sichtkontrolle von oben durchführen.

Demontage von HSB und Kat ist nicht so das große Ding. Wegen der Kälte Gummihandschuhe schützen etwas gegen die Kälte und Gefühl geht nicht gleich verloren.
Kannst auch die 2 Führungen der Schaltstange zum Motorraum kontrollieren und gegebenenfalls nachfetten.

Leider ist es bei so einer Sache schwer eine Ferndiagnose zu machen.

Ich weiss. Danke dir trotzdem.
Wenn das Problem definitiv am Gestänge im Motorraum liegen würde, wäre das weniger schlimm. Hierfür braucht man keine Bühne. Ich hab mich nur dauernd gefragt, was denn diese Rückstellkraft ausmacht, die man besondern merkt, wenn man den Hebel in Nullstellung nach ganz links bzw. rechts drück.
Er kommt ja dann ruckzuck wieder kraftvoll in die Mitte. Das fehlt jetzt halt völlig. Der erste Gedanke bei sowas geht immer in Richung einer Feder; die gibt es in dem Fall ja aber scheinbar nicht bzw. nur eine, die von oben nach unten federt.

Richtig, die Feder ist für die Druck nach oben zuständig.
Laß mal von jmd. die Schaltung nach links oder rechts bewegen und schau dir dabei das Schaltgestänge im Motorraum an.

Das Gestänge wird durch die Leerlaufstellung vom Getriebe betätigt.

Zitat:

Original geschrieben von kredan


.....
Das Gestänge wird durch die Leerlaufstellung vom Getriebe betätigt.

Wie soll man das genau verstehen ?

Übt das Getrieb hier irgendwie Kraft auf das Gestänge aus ?

Dachte bislang, mit dem Gestänge werden die entsprechenden Zahräder nur "gesetzt".

Schau dir das mal im Motorraum an und trenne das Gestänge vom Getriebe ab. Dann ist auf dem Gestänge keine mechanische "Spannung" o.ä., sondern du merkst, dass die mechanische "Spannung"vom Getriebe.

Das weiter zu erläutern geht aber zu sehr OT und das wäre schade um den Thread. Daher war das das letzte Posting von mir zu der Sache. 😉

ok ok. Kein Problem. 🙂
Bin erst seit 2 Tagen dabei, mich da etwas reinzuarbeiten, da die Schaltung ansonsten immer gut funktionierte und somit nie akuter Bedarf bestand.

bei mir war die schale in der die kugel drin sitzt unten gebrochen (alter denke ich mal)

dadurch war fast das ganze fett raus und es ließ sich sehr schwer schalten...ich hatte auch fast 1cm spiel im ganghebel von unten nach oben

da darf gar kein spiel sein

nun ist alles Ok

das spiel RE/LI ist noch da, aber das kommt von den ganzen noch alten schaltstangengelenken, kommen im frühjahr neu

wegen der rückstellung des ganghebels in mitte (neutral), das kommt wirklich durch das getriebe ... wenn du das gestänge an irgendeiner stelle vor dem getriebe abmachst, ist nix mehr mit zurückspringen 😉

viel spass beim basteln 🙂

Zitat:

Original geschrieben von Madrew


bei mir war die schale in der die kugel drin sitzt unten gebrochen (alter denke ich mal)

dadurch war fast das ganze fett raus und es ließ sich sehr schwer schalten...ich hatte auch fast 1cm spiel im ganghebel von unten nach oben

da darf gar kein spiel sein

nun ist alles Ok

das spiel RE/LI ist noch da, aber das kommt von den ganzen noch alten schaltstangengelenken, kommen im frühjahr neu

wegen der rückstellung des ganghebels in mitte (neutral), das kommt wirklich durch das getriebe ... wenn du das gestänge an irgendeiner stelle vor dem getriebe abmachst, ist nix mehr mit zurückspringen 😉

viel spass beim basteln 🙂

Spiel von oben nach unten beim Ganghebel ?

Meinst du die Stange von der Schaltbox (wo die Kugel sitzt) bis zum Motorraum ?

na spiel im ganghebel...war von oben nach unten spiel

konnte in der nullstellung fast 1cm den ganghebel hoch heben

dann ist 100% die fassung wo die kugel drin sitz kaputt und ohne fett

wenn nicht, dann liegt es nicht an der kugel vom ganghebel

dann ist der rest ausgenuddelt oder verdreckt oder beides 😉

Zitat:

Original geschrieben von TanteMarta


Ja genau das ist es . Ist die Kugel bei dir Drehbar?

Also bei mir fällt sie wie gesagt nach unten ab. Aber es sieht auch nicht aus wie wenn mal ein Sicherungsring etc. vorhanden gewesen wäre.

In eingebautem Zustand dürfte sie ja durch die Aussparung in der Schaltstange nicht abfallen.

Sooo, habe soweit die Erneuerung auch hinter mir. Bis auf den Sicherungsring unten an der Umlenkwelle (wahrscheinlich nur wenn man kurze Arme hat 🙂 ) war alles leicht zu machen. Die Gänge lassen sich nun leichter einlegen; das Problem mit der unwilligen Links-Rechts-Zurückstellung des Schalthebels ist leider nur minimal besser geworden.

Beim Ausbau der Umlenkwelle ist mir wie bei TanteMarte auch die Kugel von der Schaltwelle gefallen, als ich diese aus dem U-förmigen Blech rausbewegt hab. Die Kugel ansich sieht noch top aus. Habe diese gesäubert und komplett innen und außen gefettet. Durch die konische Aufnahme kann die Kugel ja nur in einer Position auf den Bolzen der Umlenkwelle gesteckt werden. Soweit so gut ...

Meine Fragen wären wie folgt:

- Stimmt das, das die Kugel fest an der Umlenkwelle drauf sitzen muss ? (In einem Beitrag wurde ein Plastikring erwähnt, der diese hält) Im eingebauten Zustand kann ich die Kugel leicht hoch und runter bewegen.

- Welche Verbindung hat die Kugel zum U-förmigen Teil ?
Nur leichte Berührungen beim Vor-Und Zurückschalten oder sitzt die Kugel auch auf dem Blech auf ?

*threadaktualisier*

Wäre fein, wenn sich jemand zu meinen Fragen äußern könnte, der sich auch schon mit der Problematik auseinandergesetzt hat.

Irgendwie wird mir die Mechanik der Kugel in dem U-förmigen Halter immer dubioser je länger ich darüber nachdenke ...

Moinsen,

weiß jemand, ob es dieses Lager als Einzelteil gibt? Habt ihr da ein TN?

Lese immer nur, dass man den kompletten Träger kaufen kann. ich brauch aber nur das Lager.

Danke
Uli

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