Bremsflüssigkeitswechsel-Intervall bei wenig gefahrenem Fahrzeug?

Hallo,

Bremsflüssigkeit zieht ja immer Wasser.
Aber ich könnte mir vorstellen, dass sie bei einem Fahrzeug welches wenig gefahren wird nicht so viel zieht.
Denn immerhin wird sie nicht so viel bewegt und unterliegt weniger Temperaturschwankungen.

Dann müsste man doch z.B. bei einem Saisonfahrzeug welches nur weniger als 1000km/Jahr bewegt wird den Wechselintervall verlängern können.

Oder liege ich mit meiner Vermutung falsch und Bremsflüssigkeit zieht immer gleich viel Wasser - egal ob sie nur im System "herumsteht" oder ständig in Bewegung ist und Heiß-Kalt Schwankungen unterliegt?

114 Antworten

Zitat:

@4Takt schrieb am 21. Aug. 2021 um 13:16:23 Uhr:


Kann man so pauschal nicht sagen. Ich habe früher meine Motorräder alle auf DOT 5 umgestellt und es gab nie Probleme mit den Dichtungen.

Etwas hierzu noch:
Es mag sein, dass du nie Probleme hattest, aber die Dichtungen geben immer noch alte Flüssigkeit ab, es wird also eine stark hygroskopische Flüssigkeit mit einer hydrophoben gemischt. Das kann dazu führen, dass du pure Wasserblasen im System bekommst mit einem Siedepunkt von 100°C.
Dichtungen reinigen bringt nix, kannst ja mal eine auf Löschpapier legen. 😉

Die Dichtungen sind doch keine Schwämme, die Flüssigkeiten aufsaugen. Wenn da überhaupt noch alte Flüssigkeit drin wäre, dann nur in homöopathischen Dosen, wovon nur ein Bruchteil davon eventuell Wasser wäre.
Man sollte deswegen kein DOT5 in DOT4-Anlagen einfüllen, weil es eventuell die Dichtungen angreift.

Nein, das stimmt einfach nicht. Nimm einen Sattel auseinander, nimm den Dichtring vom Kolben raus, mache ihn blitzblank und trockne ihn. Danach leg ihn ein paar Tage auf Löschpapier, du wirst dich wundern. 😉
Die Dichtungen himself sind bei DOT x und 5 völlig gleich.

Zitat:

@Go}][{esZorN schrieb am 21. August 2021 um 23:57:03 Uhr:


Nein, das stimmt einfach nicht. Nimm einen Sattel auseinander, nimm den Dichtring vom Kolben raus, mache ihn blitzblank und trockne ihn. Danach leg ihn ein paar Tage auf Löschpapier, du wirst dich wundern..

Habe ich früher im Winter mit meinen Geländemotorrädern gemacht. Mit Bremsenreiniger abgesprüht und auf saugfähiges Haushaltspapier gelegt. Minuten später und auch am nächsten Tag war das Haushaltspapier aber trocken.

Zitat:

@Go}][{esZorN schrieb am 21. August 2021 um 23:57:03 Uhr:


Die Dichtungen himself sind bei DOT x und 5 völlig gleich.

Na, wenn das wirklich stimmen würde, wäre das doch eher ein Grund dafür, dass man doch einfach DOT5 reinfüllen darf. Eine gründliche Spülung mit DOT5 natürlich vorausgesetzt

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Soweit mir bekannt, sind beim Wechseln auf DOT 5 alle Gummiteile im System zu erneuern. Also alle Schläuche und Kolbenmanschetten sowie die Staubmanschetten.

Zitat:

@Hinnerk1963 schrieb am 22. August 2021 um 20:25:57 Uhr:


..beim Wechseln auf DOT 5 alle Gummiteile im System zu erneuern..

Habe ich bei meinen Motorrädern nie gemacht und es war trotzdem alles dicht.

Von nicht dicht hat auch keiner was gesagt.

Zitat:

@4Takt schrieb am 22. August 2021 um 21:44:15 Uhr:



Zitat:

@Hinnerk1963 schrieb am 22. August 2021 um 20:25:57 Uhr:


..beim Wechseln auf DOT 5 alle Gummiteile im System zu erneuern..

Habe ich bei meinen Motorrädern nie gemacht und es war trotzdem alles dicht.

Es bekommt auch nicht jeder Raucher Lungenkrebs.

Zitat:

Um nun mal gerade 8,33 € pro Jahr (69 Cent pro Monat und 2 Cent pro Tag) zu sparen, gehe ich doch nicht das aller geringste Risiko ein.

Ich auch nicht.
Es geht mir auch nicht darum möglichst viel zu sparen. Ich wollte nur herausfinden, ob die Bremsflüssigkeit durch mein Fahr/Standprofil weniger Wasser zieht und somit z.B. nach 3 Jahren noch genauso gut ist wie in einem anderen Fahrzeug nach 2 Jahren.

Das Fahrprofil ist ziemlich egal, weil das Wasser aus der Luftfeuchtigkeit gezogen wird.

Zitat:

@Uwe Mettmann schrieb am 19. August 2021 um 16:18:05 Uhr:



Doch. Ich habe ins Leere getreten. Vor Ort habe ich die Bremse überprüft. Alle Bremsen waren kühl oder leicht warm. Dann habe ich alle Räder hochgebockt und die Räder ließen sich leicht drehen. Es war auch alles dicht.

Ich habe aber erhebliche Zweifel an der Theorie mit der sidenden BFK. Wenn man hier mal die Tiefen des Forums durchstöberst, wirst du dieses Phänomen öfters finden.

Ich würde mich jedenfalls trauen, mit reinem H²O die Bremse zu befüllen. Ich bremse nähmlich keine 10 mal hintereinander von >100 km bis zum Stillstand. Aus Korosionsschutzgründen ist das natürlich nicht empfehlenswert.

Wenn das Thema wirklich so relevant wäre, so hätte die Prüflobby längst verstanden, die Einnahmequelle zu erschließen. An meinem Rentnergolf ist das Prüfen eh nicht so einfach, weil der Saugschlauch der Ansaugluft den Zugang nicht ohne Demontage ermöglicht.

Wenn man dann mal an den Anfang der 2000er Jahre zurückdenkt, da würde ja irgendwann, die Frist zur ersten HU auf drei Jahre verlängert. Da sind den Markenwerkstätten wohl zu viele Nüsse durch den BFK- Wechsel abhanden gekommen. Kurzerhand hat man dann den ersten BFK Wechsel großzügig auf 3 Jahre ausgedehnt und somit passte dann die HU Fristen mit BFK Wechsel wieder zusammen.

Ich halte auch eine 5 Jahresfrist für die allermeisten Nutzer für Problemlos. Ein Besuch auf der Rennstrecke würde gerne mal testen.

Zitat:

@4Takt schrieb am 19. August 2021 um 15:01:22 Uhr:



Zitat:

@ArminLinder schrieb am 19. August 2021 um 12:06:33 Uhr:


..Abgesehen davon war mir immer unklar, wie genau Wasser in die Bremsflüssigkeit geraten soll. An sich ist die Bremsanlage ja sowohl Luft, als auch wasserdicht. Bleibt noch die Belüftungsöffnung im Deckel des Ausgleichsbehälters. Schaden würde Feuchtigkeit aber nur da, wo die Bremse heiß wird, also am Radbremszylinder..

Wasser ist schwerer, als die Bremsflüssigkeit und sinkt im Laufe der Zeit nach unten.

Wasser ist tatsächlich leichter als Bremsflüssigkeit und auch dazu noch mischbar damit. Da sinkt gar nichts ab. Es bleibt ein Gemisch so wie es auch gewollt ist.

Mit freundlichen Grüßen

Zitat:

@frozencs schrieb am 23. August 2021 um 13:23:04 Uhr:


..Wasser ist tatsächlich leichter als Bremsflüssigkeit..

Stimmt. Hätte ich nicht gedacht, das ein Öl leichter, als Wasser ist.

Zitat:

@Golfschlosser schrieb am 23. August 2021 um 13:12:16 Uhr:



Zitat:

@Uwe Mettmann schrieb am 19. August 2021 um 16:18:05 Uhr:



Doch. Ich habe ins Leere getreten. Vor Ort habe ich die Bremse überprüft. Alle Bremsen waren kühl oder leicht warm. Dann habe ich alle Räder hochgebockt und die Räder ließen sich leicht drehen. Es war auch alles dicht.

Ich habe aber erhebliche Zweifel an der Theorie mit der sidenden BFK. Wenn man hier mal die Tiefen des Forums durchstöberst, wirst du dieses Phänomen öfters finden.

Ich würde mich jedenfalls trauen, mit reinem H²O die Bremse zu befüllen. Ich bremse nähmlich keine 10 mal hintereinander von >100 km bis zum Stillstand. Aus Korosionsschutzgründen ist das natürlich nicht empfehlenswert.

Wenn du meinen Beitrag richtig gelesen hättest, hättest du auch gesehen, dass nicht die Bremsflüssigkeit in den Radbremszylindern bzw. Sätteln zu heiß geworden ist (wie auch auf einer planen Autobahn, auf der man nur durch eine Baustelle fährt).

Bei dem Auto war es so, dass direkt hinter dem Auspuffkrümmer die Bremsleitungen völlig ungeschützt entlanggeführt wurden. Da ich vorher mit fast Vollgas unterwegs war, gab es dann anschließend in der Baustelle bei langsamer Fahrt direkt hinter dem Auspuffkrümmer einen Wärmestau, so dass sich dort die Bremsleitungen erwärmt hatten. Auf diesem Foto ohne Motor siehst du sehr schön die Bremsleitungen und wenn man sich dann das Foto mit Motor anschaut, ist sicherlich vorstellbar, dass da nicht viel Platz zwischen Auspuffkrümmer und Bremsleitungen ist.

Wie schon geschrieben, nach dem Abkühlen funktionierte die Bremse wieder ganz normal und nach dem Bremsflüssigkeitswechsel ist das Problem nie wieder aufgetreten.

Wenn du eine andere Erklärung für das kurzzeitige Versagen der Bremse mit anschließender Selbstheilung hast, bitte erläutere sie. Gerade wenn du schon öfters von dem Problem hier im Forum gelesen hast, wirst du dich doch sicherlich daran erinnern, was als Ursache genannt wurde oder kannst zusätzlich vielleicht ein Link zu dem Thread setzen. Auch nach den vielen Jahren, wäre das für mich interessant.

Gruß

Uwe

Das ist ja nun kein besonders seltenes Fahrzeug. Meinst Du nicht, dass bei 6,6 Mio. Golf 1 inkl. Cabrio und Caddy dieser Fehler öfter aufgetreten wäre, wenn es wirklich an einem zu geringen Abstand zwischen Leitungen und Auspuff gelegen hätte?
Ich hab übrigens das gleiche Modell mit 112 PS und noch nie Probleme mit Dampfblasenbildung, obwohl ich den regelmäßigen Wechsel der Bremsflüssigkeit schon mal vergesse. Als mir dann vor drei Jahren mal beim sachten Anbremsen das Pedal durchfiel, war dies lediglich ein Signal, den 35 Jahre alten Hauptbremszylinder zu erneuern.

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