Bremsflüssigkeitswechsel-Intervall bei wenig gefahrenem Fahrzeug?
Hallo,
Bremsflüssigkeit zieht ja immer Wasser.
Aber ich könnte mir vorstellen, dass sie bei einem Fahrzeug welches wenig gefahren wird nicht so viel zieht.
Denn immerhin wird sie nicht so viel bewegt und unterliegt weniger Temperaturschwankungen.
Dann müsste man doch z.B. bei einem Saisonfahrzeug welches nur weniger als 1000km/Jahr bewegt wird den Wechselintervall verlängern können.
Oder liege ich mit meiner Vermutung falsch und Bremsflüssigkeit zieht immer gleich viel Wasser - egal ob sie nur im System "herumsteht" oder ständig in Bewegung ist und Heiß-Kalt Schwankungen unterliegt?
114 Antworten
Zitat:
@Istefanos schrieb am 21. August 2021 um 10:54:48 Uhr:
Leiter einer kleinen Prüfstelle für Hauptuntersuchungen §29
Leiter einer großen KFZ-Werkstatt und gleichzeitig "verantwortliche Person" der KFZ-Innung für Bremsensonderuntersuchungen, bzw. Sicherheitsprüfung (SP)
Tätigkeit als Entwicklungsingenieur bei einem großen deutschen Bremsenhersteller.Reicht?
Nein, denn um solche Aussagen zu treffen, wie du sie getroffen hast, muss man in entsprechenden Untersuchungen bezüglich Alterung der Bremsflüssigkeit und was Einfluss darauf hat, involviert gewesen sein. Warst du in solchen Untersuchungen bei deinem Bremshersteller involviert oder lagen dir entsprechende Untersuchungsergebnisse vor, die auch ausgewertet hast?
Ich habe mich schon oft entgegen den Aussagen von Werkstätten gehandelt und das war gut so. So habe ich z.B. die „kompetente“ Aussage bekommen, wenn ich bleifreies Benzin tanke, dann ist der Motor ganz schnell hin und dies nicht nur von einer Werkstatt. Gehalten hat der Motor ewig und das auch trotz häufiger starker Belastung.
In ähnlicher Qualität bewerte ich Aussagen, wie lange man das Wechselintervall bei der Bremsflüssigkeit überziehen darf.
Zitat:
@Istefanos schrieb am 21. August 2021 um 10:54:48 Uhr:
Der TE kann ja mal nach drei Jahren eine Probe aus dem unteren Bereich mal auf den Siedepunkt testen lassen. Wäre interessant, was da rauskommt.
Toller Tipp. 🙁
Wenn man diesen Aufwand treibt, kann man auch gleich die Bremsflüssigkeit wechseln. Nochmal, es geht um eine jährliche Ersparnis von 8,33 €, da lohnt sich der Aufwand nicht, am Radbremszylinder rumzupanschen, um diesen geringen Betrag einzusparen.
Wieso ist das Ergebnis für dich interessant? Bist du doch nicht zu 100% sicher, dass die Bremsflüssigkeit nach 3 Jahren noch in Ordnung ist? Wenn du dir nicht sicher bist, ist dein Tipp es doch mal mit einem 3-jährigen Wechselintervall zu versuchen, als etwas kritisch zu sehen.
Ach, dann kann ich meine Frage ja zurückziehen, ob du in solchen Untersuchen bezüglich Alterung der Bremsflüssigkeit und was Einfluss involviert warst. Wäre das der Fall, wärst du nicht an laienhaften Untersuchen interessiert und hättest nicht danach gefragt, denn es wäre ein alter Hut für dich, und du hättest uns hier fundierte Informationen liefern können.
Gruß
Uwe
Bei sowas einfach auf DOT 5 oder 5.1 wechseln,kleiner Auszug aus WIKI:
Unproblematisch ist Bremsflüssigkeit nach DOT 5 auf Silikonbasis. Diese ist besonders für Oldtimer von Vorteil, die nicht dauernd bewegt werden und im Winter längere Standzeiten haben. Korrosion kann aufgrund der stark hydrophoben (wasserabstoßenden) Beschaffenheit von Silikon innerhalb des Bremssystems praktisch nicht mehr auftreten. Auch eine Herabsetzung des Siedepunktes durch Wasseraufnahme findet nicht mehr statt, so dass mit DOT 5 befüllte Bremsanlagen weniger Wartung benötigen.
Mischen von Bremsflüssigkeit
Das Mischen von DOT-3- und DOT-4-Bremsflüssigkeit ist möglich, aber generell sollte die Bremsflüssigkeit in das Bremssystem eingefüllt werden, welche auf dem Deckel des Ausgleichsbehälters spezifiziert ist oder für die eine Freigabe des Fahrzeugherstellers vorliegt.
Um eine zu DOT 3 und DOT 4 kompatible Bremsflüssigkeit mit DOT-5-Spezifikationen zu erhalten, wurde die Bremsflüssigkeit DOT 5.1 auf Glykolbasis entwickelt. DOT-5-Bremsflüssigkeit (Silikonbasis) darf mit keiner Bremsflüssigkeit eines anderen Typs gemischt werden. Jedoch ist es kein Problem, DOT 3 bzw. DOT 4 mit DOT 5.1 zu mischen, allerdings verändern sich dadurch die Siedepunkte.
Die DOT-5.1-Bremsflüssigkeit zeichnet sich einerseits dadurch aus, dass der Siedepunkt mit der Wasseraufnahme weniger stark sinkt (d. h. der Nass-Siedepunkt liegt höher, dadurch werden längere Wartungsintervalle ermöglicht). Andererseits weist diese Bremsflüssigkeit bei tiefen Temperaturen eine niedrigere Viskosität auf, wodurch Fahrdynamikregelsysteme mit aktivem Druckaufbau besser funktionieren. Sie findet daher eher Verwendung in Fahrzeugen mit Fahrdynamikregelung wie Antiblockiersystem und Antriebsschlupfregelung.
Es müssen mittlerweile nicht immer 2 Jahre sein,die Hersteller haben da schon einiges getan.
Vielleicht sollte man eher mal schauen welche Bremsflüssigkeit drin ist und was sie eigentlich kann.
Zitat:
@Uwe Mettmann schrieb am 21. August 2021 um 11:40:36 Uhr:
Zitat:
@Istefanos schrieb am 21. August 2021 um 10:54:48 Uhr:
Leiter einer kleinen Prüfstelle für Hauptuntersuchungen §29
Leiter einer großen KFZ-Werkstatt und gleichzeitig "verantwortliche Person" der KFZ-Innung für Bremsensonderuntersuchungen, bzw. Sicherheitsprüfung (SP)
Tätigkeit als Entwicklungsingenieur bei einem großen deutschen Bremsenhersteller.Reicht?
Nein, [.....]
Nun wäre ja mal interessant, was Dich qualifiziert hier alles in Zweifel zu ziehen. Was machst Du?
DOT 5 ist auf Silikonbasis und nimmt keine Feuchtigkeit auf. Deswegen kommt die Feuchtigkeit langsamer ins System, weil die die hydrophile Eigenschaft des DOT4 den Feuchtigkeitstransport durch die Gummischläuche sogar fördert und auch Luftfeuchtigkeit gierig vom DOT4 aufgesogen wird.
Es soll sich aber überhaupt nicht mit ABS, ESP usw. vertragen und ist deswegen nur für Oldtimer geeignet.
DOT 5.1 klingt zwar ähnlich wie DOT 5 haben aber wenig gemeinsam, basiert auf Glykol und ist von den Eigenschaften eher wie DOT 4, z.B. auch hygroskopisch. Die Viskosität ist wie DOT 4 HP oder SL (also die DOT 4 Variante für ESP und andere aktiv bremsenden Systeme).
Das halte ich für eine gute Alternative. Laut ATE wird dann ohnehin nur alle 3 Jahre gewechselt. Es sollte aber dann besser nur in ein System gefüllt werden, dass auf diese niedrigen Viskositäten ausgelegt ist und ansonsten DOT4 HP oder SL fährt (meist bei aktuellen Fahrzeugen mit ESP-Systemen der Fall)
Den längeren Intervall schafft 5.1, weil es bei gleichem Wasseranteil (im Vergleich zu DOT 4) einen höheren Siedepunkt behält.
Zitat:
@Bloetschkopf schrieb am 21. Aug. 2021 um 12:35:31 Uhr:
Unproblematisch ist Bremsflüssigkeit nach DOT 5 auf Silikonbasis. Diese ist besonders für Oldtimer von Vorteil, die nicht dauernd bewegt werden und im Winter längere Standzeiten haben. Korrosion kann aufgrund der stark hydrophoben (wasserabstoßenden) Beschaffenheit von Silikon innerhalb des Bremssystems praktisch nicht mehr auftreten.
Das war wohl nichts. Du kannst nicht einfach wechseln, weil vorher die ganze Bremse überholt werden muss und alle Gummiteile erneuert werden müssen.
Dazu kommt die rechtliche Situation.
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Zitat:
@Bloetschkopf schrieb am 21. Aug. 2021 um 12:35:31 Uhr:
Unproblematisch ist Bremsflüssigkeit nach DOT 5 auf Silikonbasis..
Zitat:
@Go}][{esZorN schrieb am 21. August 2021 um 13:09:16 Uhr:
..Du kannst nicht einfach wechseln, weil vorher die ganze Bremse überholt werden muss und alle Gummiteile erneuert werden müssen..
Kann man so pauschal nicht sagen. Ich habe früher meine Motorräder alle auf DOT 5 umgestellt und es gab nie Probleme mit den Dichtungen.
Zitat:
@Istefanos schrieb am 21. August 2021 um 10:54:48 Uhr:
Der TE kann ja mal nach drei Jahren eine Probe aus dem unteren Bereich mal auf den Siedepunkt testen lassen. Wäre interessant, was da rauskommt.
Zitat:
@Uwe Mettmann schrieb am 21. August 2021 um 11:40:36 Uhr:
Wenn man diesen Aufwand treibt, kann man auch gleich die Bremsflüssigkeit wechseln. Nochmal, es geht um eine jährliche Ersparnis von 8,33 €, da lohnt sich der Aufwand nicht, am Radbremszylinder rumzupanschen, um diesen geringen Betrag einzusparen..
Hast wieder mal die Scheuklappen auf oder? Es geht doch nicht ums Geld sparen, sondern darum, um zu beweisen, das Istefanos recht hat. Und dazu muss man auch nicht "rumpanschen", sondern nur einen Schlauch auf den Entlüfternippel stecken, den etwas aufdrehen und schon hat man seine Probe.
Zitat:
@400.000km schrieb am 21. August 2021 um 12:56:11 Uhr:
Nun wäre ja mal interessant, was Dich qualifiziert hier alles in Zweifel zu ziehen. Was machst Du?
Hier gibt es einen entscheidenden Unterschied. Ich empfehle nicht ein Risiko einzugehen, sondern ich empfehle auf der sicheren Seite zu bleiben und frage den, der das Risiko empfiehlt nach seiner Kompetenz.
Gruß
Uwe
Zitat:
@4Takt schrieb am 21. August 2021 um 13:25:37 Uhr:
Und dazu muss man auch nicht "rumpanschen", sondern nur einen Schlauch auf den Entlüfternippel stecken, den etwas aufdrehen und schon hat man seine Probe.
Das ist mir klar und das Rumpanschen war ironisch überzogen gemeint. Dann muss man noch den Wassergehalt überprüfen und da man das ja an allen Rädern machen muss, dann noch etwas Bremsflüssigkeit oben nachfüllen und das nur um 8,33 € pro Jahr zu sparen. Alleine das mehr Freizeit, wenn ich das „Rumpanschen“ spare, wäre mir mehr wert als die jährlichen 8,33 €.
Aber bitte, wer Spaß an so etwas hat, soll es gerne machen.
Gruß
Uwe
4Takt hat es richtig verstanden.
Wir sollten nach den drei Jahren einfach nachprüfen, wer Recht hat. Das war der Vorschlag.
Vielleicht stellt man dann fest, dass auch noch ein viertes Jahr ok ist. 😁
Natürlich ist es ratsam sich an Intervalle zu halten wenn die passenden Werte für den aktuellen Zustansd fehlen,aber macht sich hier wirklich auch nur einer ins Hemd wenn er die Bremsflüüsigkeit nach 25 oder mehr Monnaten wechselt?
Die meisten wissen doch nicht mal was sie drin haben oder wann die gewechselt wurde oder wann die gewechselt werden muss.
Bremsflüssigkeit ist eine der Flüssigkeiten die den meisten Autofahrern heute noch recht egal ist solange der Wagen fährt und bremst.
Es sind sicher eine ganze Menge Leute mit Bremsflüssigkeit unterwegs die älter als 2 Jahre ist,meine ist jetzt sicher 25 Monate drin.
Ich mache mir deshalb aber nicht gleich die Hose nass weil der Wagen morgen nicht mehr richtig bremsen könnte.
Liegt vielleicht daran das ich genau weiß was ich rein gemacht habe und was die kann.
Die meisten wissen das aber nicht und es interessiert sie auch recht wenig,aber wenn es ums Motoröl geht da schlafen die schlecht weil es ja nicht gut genug für den popelligen 2L Benziner sein könnte.
@benprettigZitat:
@benprettig schrieb am 19. August 2021 um 11:30:46 Uhr:
Beim Neuwagen, der 1,5 Jahre auf Halde stand wird die auch nicht gewechselt vor Übergabe und auch nicht nach weiteren 6 Monaten.
Bei fast allen Hersteller erfolgt der erste Wechsel der Bremsflüssigkeit erstmalig nach 3 Jahren.
Danach alle 2 Jahre laut Inspektionsintervall.
Und bezüglich Behälter.
Die sind Luftdicht verschlossen.
Ein Bremssystem ist offen und somit zieht die Bremsflüssigkeit Wasser an.
Zitat:
@Go}][{esZorN schrieb am 21. August 2021 um 13:09:16 Uhr:
Zitat:
@Bloetschkopf schrieb am 21. Aug. 2021 um 12:35:31 Uhr:
Unproblematisch ist Bremsflüssigkeit nach DOT 5 auf Silikonbasis. Diese ist besonders für Oldtimer von Vorteil, die nicht dauernd bewegt werden und im Winter längere Standzeiten haben. Korrosion kann aufgrund der stark hydrophoben (wasserabstoßenden) Beschaffenheit von Silikon innerhalb des Bremssystems praktisch nicht mehr auftreten.Das war wohl nichts. Du kannst nicht einfach wechseln, weil vorher die ganze Bremse überholt werden muss und alle Gummiteile erneuert werden müssen.
Dazu kommt die rechtliche Situation.
Das musst Du mir schreiben.:-)
Hier mal einer Deiner kleinen Empfehlungen,habe ich bei der Suche nach einem Bremsflüssigkeitstester gefunden:
https://www.motor-talk.de/.../...tstester-taugen-die-was-t5878082.html
Aber bitte nicht zu ernst nehmen,habe ein bißchen Angst.:-)
Ja und? Dazu stehe ich auch. Es ging darum, dass du geschrieben hast, die könne man problemlos austauschen. Einfach alte Glykolflüssigkeit gegen silikonhaltige zu tauschen geht eben nicht.
Edit:
Ich habe nicht richtig gelesen, irgendwo habe ich "Wechsel" gelesen, was da aber nicht steht. Insofern ist dein Beitrag korrekt. Trotzdem sollte man es anmerken, dass ein Wechsel nicht einfach nur so geht, sondern dass da noch was zu gehört.
Edit:
Zitat:
Bei sowas einfach auf DOT 5 oder 5.1 wechseln,kleiner Auszug aus WIKI:
Habe ich doch richtig gelesen.
War nicht böse gemeint,habe nach Erfahrungen mit Bremsflüssigkeitstester gegoogelt und es zufällig gefunden.
Habe da auch was interessantes gefunden,aber habe aktuell keine Lust 200€ für einen Siedepunkttester von Hazet auzugeben.
Aber ich kenn mich ja,kann nicht lange dauern bis ich das in der Schublade habe.
Ich habe keine Ahnung, ob überhaupt einer wirklich aussagekräftige Werte liefert. In den Behälter kann Feuchtigkeit durchs Loch kommen, unten diffundiert es durch die Schläuche und Dichtungen. Da dürften schon Unterschiede vorhanden sein bei einer Messung. Und mittendrin? Wahrscheinlich null, weil mangels Bewegung keine Feuchtigkeit hin kommen dürfte.
Wenn ich nicht gerade auf 5.1 unterwegs bin würde ich also tunlichst regelmäßig wechseln, bevor irgendwann der Tritt ins Nichts geht. 😉