Bitte um Tipps: Garantie erlischt bald, versteckte Mängel rechtzeitig identifizieren.
Hallo liebe Community!
Die Garantie meines Autos erlischt im kommenden Oktober (auch "Pickerl" bzw. HU ist dann erstmalig fällig).
Ich möchte die Zeit nutzen, um etwaige (nicht offensichtliche) Mängel, die durch die Garantie abgedeckt sind, zu identifizieren und beheben zu lassen.
Das Fahrzeug: F31 320xD BJ10/2018, ca. 85TKM.
Ich hatte folgenden Gedanken: Von unabhängiger Prüfstelle (ÖAMTC, ARBÖ) einen Ankaufstest bzw. Fahrzeugtest machen zu lassen. Das kostet zwar 100-200€, aber die sind eher in der Lage, Mängel am Fahrwerk oder sonst wo festzustellen. Ich habe zwar eine Hebebühne und könnte erkennen, ob z.B. ein Differential undicht ist, viel mehr aber auch nicht.
Anschließend dann eventuell noch das "Pickerl" einen Monat vor Fälligkeit machen zu lassen, sodass dann etwaige Mängel dann von BMW reparieren zu lassen.
Ich habe mein Auto seit gut 4 Monaten. Ist an und für sich alles OK, aber penibel wie ich bin, sind mir schon einige Kleinigkeiten aufgefallen, die nicht ganz perfekt sind. Vl kann jemand bestätigen, dass er diese Sachen auch wahrnimmt bzw. als normal "abstempeln".
Lenkradstellung:
Minimal nach links versetzt (erkennbar an den Hebeln für Blinker und Wischer bei geradeaus Fahrt).
-> ob das innerhalb einer Toleranz ist oder nicht, kann ich leider nicht beurteilen. Mich stört das optisch.
Lenkrad demontieren und einen Zahn versetzen würde ws. zu viel sein.
Lenkradspiel:
Minimales Lenkradspiel, kaum zu merken, jedoch zu Hören wenn man im Stand das Lenkrad schnell hin und her dreht (Klacken). Hören hier auch andere von euch Geräusche, oder sollte das geräuschlos sein?.
Turbogeräusch:
Sehr wahrnehmbar, vor allem beim rangieren (also niedertourig). War deswegen schon in BMW Werkstatt um das einschätzen zu lassen -> Wurde als völlig normal eingestuft und so erklärt, dass die variable Turbogeometrie im unteren Drehzahlbereich quasi "die Schaufeln steiler stellt" (sinnbildlich gesprochen), um höhere Turbodrehzahlen/Ladedruck auch bei niedrigen Umdrehungen erzeugen zu können.
Tempomatnadel:
Diese Nadel hinter dem Ziffernblatt der Geschwindigkeitsanzeige macht tatsächlich ein wahrnehmbares Geräusch beim Aktivieren und wenn sie sich dann z.B. zügig auf Stellung 100km/h bewegt. Wurde auch der Werkstatt präsentiert und als außergewöhnlich eingestuft -> Kann im Zuge der Garantie getauscht werden (die Instrumentenkombi). Da ich leider des öfteren die Erfahrung gemacht habe, dass Werkstätten bzw. Mechaniker/Lehrlinge beim Zerlegen von Teilen unter "Zeitdruck" öfter auch Dinge kaputt machen (Clips, Halterungen, Kratzer, etc.), möchte ich unnötige Sachen nicht extra zerlegen lassen. Wenn dieses Tempomatnadel Geräusch normal ist bzw. das andere auch wahrnehmen, kann ich gut damit leben.
Klimaanlage:
Funktioniert gut, jedoch macht die ein Geräusch, ein Brodeln. Macht die Deckenklimaanlage im Büro auch und die ist ziemlich neu, also stufe ich das als normal ein, habe aber keinen Vergleich. Leider Fängt die Klimaanlage an zu riechen, wenn ich AC deaktiviere bzw. bis das Kondenswasser in den Lüftungsrohren verdunstet ist. Ist das ein Garantiefall?
Umluftklappe:
Im Stop and Go Verkehr mit Start Stop höre ich jedesmal, wie die Umluftklappe auf bzw. zu Macht. Konnte das Geräusch reproduzieren indem man die Umlufttaste mehrmals durchdrückt (wie ein Klopfen im Beifahrerfußraum)
Handbremse:
Die ist wirklich eigenartig. Je nachdem, ob ich Bergaufwärts oder Abwärts stehe, greift die Handbremse unterschiedlich. Manchmal greift sie auch schon nach drei Rastungen gut, manchmal erst nach 10 oder fast bist zum Anschlag. Wurde schon "nachgestellt" von BMW Werkstatt, aber scheinbar ohne Erfolg.
Scheinwerfer:
Bei "Höheninitialisierung" nach dem Aufsperren (Scheinwerfer fährt zuerst runter, dann rauf) macht der linke Scheinwerfer ein wahrnehmbares "Anschlaggeräusch" (Surren), der rechte nicht (dann kam ich drauf, dass der Rechte mal getauscht wurde/neu ist und die Stoßstange auch getauscht wurde. Vorbesitzerin hatte scheinbar irgendeine Art Frontschaden, Wild, Parken, man weiß es leider nicht genau; Lackstärke wurde gemessen an den Blechteilen -> Gleichmäßig, jedoch wurden die Schraube der Motorhaube schon mal angetastet und die Windschutzscheibe ist neu).
Motor:
Standgas soweit OK. Sobald man bei kaltem Motor auf der Bremse steht und einen Gang "einlegt" und man weiter auf der Bremse steht, dann vibriert irgendetwas im Motorraum. Wurde auch schon von BMW-Werkstatt inspiziert und an den Ansaugstutzen mit Moosgummi gearbeitet, aber ich glaube es kommt von anderer Stelle. Ich vermute Unterbodenverkleidung unter dem Motor/Getriebe linksseitig.
Im Sommer quietscht manchmal Kurz ein Keilriemen (ziemlich peinlich bei einem relativ neuen Auto), aber das ist nur kurz. Auch die Seitenspiegel quietschen beim automatischen Ausklappen im Sommer.
Fahrwerk:
Das ist meine größte Sorge. Ich weiß nicht, ob ich mir ein ganz leichtes Poltern einbilde an der Vorderachse, eher rechts. Wobei, wenn ich es sogar lokalisieren könnte, dann wird vl. was da sein.
Bremsen Wummern leicht, also bei leichtem Bremsen und gleichmäßigem Pedaldruck bremst das Auto mal minimal stärker, mal schwächer -> also verzogene Scheiben, ist das ein Garantiefall? Differentiale und andere Getriebe kann ich augenscheinlich auf Leckage prüfen. Das wäre denke ich auf jedenfall ein Garantiefall, falls da was schwitzen sollte.
Die ganzen obigen Punkte sind eher Kleinigkeiten (glaube ich, da ich recht penibel bin) und mir ist bewusst dass ein Auto aus zigtausend beweglichen Teilen besteht und da und dort Geräusche entstehen. Mein Näheres Umfeld betrachtet mich - was das angeht - manchmal als Spinner 🙂
Danke an alle Leser und ich freue mich über Kommentare und Tipps, also was ich noch anschauen (lassen) sollte (außer mich selbst) 😁
23 Antworten
Zitat:
@Hamudy schrieb am 04. Aug. 2021 um 09:51:31 Uhr:
Dass das Lenkrad werksseitig auf die übliche Fahrbahnneigung ausgerichtet ist, kann natürlich sein.
Davon habe ich noch nie gehört.
Das Lenkrad muss gerade sein. So wird es bei Vermessung auch eingestellt.
Zitat:
@Heizölheizer schrieb am 4. August 2021 um 09:58:42 Uhr:
Davon habe ich noch nie gehört.Zitat:
@Hamudy schrieb am 04. Aug. 2021 um 09:51:31 Uhr:
Dass das Lenkrad werksseitig auf die übliche Fahrbahnneigung ausgerichtet ist, kann natürlich sein.Das Lenkrad muss gerade sein. So wird es bei Vermessung auch eingestellt.
Von sowas habe ich auch nicht gehört, aber ich lasse mich immer gerne eines Besseren belehren.
Ja es hilft nichts, ich muss das vermessen lassen. Aber, über die SuFu "Lenkrad schief" findet man zahlreiche Beiträge und Betroffene.
Ich war letztens bei einer großen BMW NL, dort wird jedes Fahrzeug als Unfallwagen deklariert und verkauft, selbst wenn nur ein Teil an der Karosserie ausgetauscht bzw. lackiert wurde. Sie geben dies zwar in der Rechnung an und deklarieren den Schaden, trotzdem hab ich dann ja rechtlich gesehen einen Unfallwagen gekauft.
Ich dachte zuerst der Verkaufsberater will mich auf den Arm nehmen…
Vielleicht ist es beim TE ja auch nur etwas kleines gewesen…
MfG
Unfallwagen und "nicht unfallfrei" sind mWn zwei Paar Schuhe.
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Unfallwagen ist wenn Bagatellgrenze überschritten wurde. Die liegt bei 700 EUR.
Ein LED Scheinwerfer liegt bei 2500. Man könnte sich aber rausreden, dass der elektrisch defekt war statt durch Beschädigung von außen.
Man muss auch Unfallwagen sagen, wenn alles durch Neuteile ausgetauscht wurde, sofern die Bagatellgrenze überschritten ist.
Die ist bei BMW quasi immer überschritten.
Mein Auto ist per Vertrag auch nicht unfallfrei, weil an der Front wegen Steinschlägen vor dem Verkauf neu lackiert wurde. Dennoch hatte das Auto keinen Unfall.
Bei Mobile etc. wird sowas natürlich trotzdem immer als unfallfrei inseriert und erst mit dem Vertrag sieht man das fehlende Kreuz bzw. wird man darüber aufgeklärt.
Zitat:
@asphyx89 schrieb am 4. August 2021 um 12:20:20 Uhr:
Die ist bei BMW quasi immer überschritten.Mein Auto ist per Vertrag auch nicht unfallfrei, weil an der Front wegen Steinschlägen vor dem Verkauf neu lackiert wurde. Dennoch hatte das Auto keinen Unfall.
Bei Mobile etc. wird sowas natürlich trotzdem immer als unfallfrei inseriert und erst mit dem Vertrag sieht man das fehlende Kreuz bzw. wird man darüber aufgeklärt.
Stimme vollkommen zu. Genauso war es bei mir auch. Ich habe explizit nachgefragt und es wurde mir dann mitgeteilt, dass Stoßstange vorne und hinten lackiert wurden wg. Parkrämplern. Ich wollte eigentlich ein unfallfreies Auto und habe gefragt ob er den Zusatz „nicht unfallfrei“ in der Ausstattungsliste auf der Rechnung nicht streichen kann, da es ja kein Unfall war. Er meinte dass es nicht geht, da sobald etwas lackiert wurde das Fahrzeug nicht unfallfrei ist.
In der Ausstattungsliste die in der Rechnung aufgeführt ist steht somit der tolle Text:
„Auto ist nicht unfallfrei !“
MfG
OK, so gesehen habe ich dann eben definitiv einen Unfallwagen. Denn Scheinwerfer + Stoßstange kosten eben mehrere Tausend. In der Praxis macht es dann eben für mich persönlich einen Unterschied, ob eben nur "harmlose" Kunststoffverkleidungen (Stoßstangen) getauscht wurden. Bei hinteren Kotflügeln oder sonstigen Karosserieblechteilen (Neulackierung, Ausbesserungen, Rostschutz, etc.) oder Fahrwerksteilen wäre ich da schon viel skeptischer, aber das ist bei meinem Fahrzeug nicht der Fall.
In meinem Kaufvertrag wurde der Zustand als "Klasse 2" nach ÖNORM V5080 deklariert, was für das Fahrzeugalter und Laufleistung angemessen ist. Da stehen dann eben Definitionen wie "Orginallack oder gute Neulackierung", aber technisch einwandfrei und mit kleinen Gebrauchsspuren (wozu Steinschläge, kleine Kratzer usw. zählen). Klasse 1 wäre scheinbar realistisch nur für Vorführer zutreffend ("keine Verschleißerscheinungen", "Originallack neuwertig konserviert", keine Gebrauchsspuren, keine Kratzer, etc...).
Ich denke im Gebrauchtwagenmarkt ist es eher Glückssache, einen wirklich unfallfreien Wagen zu ergattern (also nur mit Bagatellschäden unter 700€).