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Autotür Parkschaden - übertriebene Kosten?

Themenstarteram 28. Juli 2015 um 16:31

Hallo Leute,

unglücklicher Weise hat meine Gute mit der Autotür einen parkenden Audi beschädigt.

Der Schaden ist rund 5 mm im Durchmesser und nicht nur der Lack ist ab, sondern von der Seite betrachtet sieht man auch eine kleine Vertiefung.

Wir hatten uns vorher auf eine grobe Kostenschätzung geeinigt und heute kam der Schlag:

Die Autowerkstatt meinte, für diesen Schaden müsste die ganze Tür neu lackiert werden und es würde zwischen 800 und 1.000 € kosten.

Sicher stehe ich zu dem Schaden und möchte den Geschädigten den Schaden komplett ersetzen, allerdings finde ich das völlig unangemessen.

Anbei ein Bild, leider nur direkt drauf fotografiert.

An den Regentropfenschmutzflecken direkt darunter hat man in etwa eine Größenvorstellung.

 

Danke für eure Meinung und Antwort.

Beste Grüße

ice

Schaden
Beste Antwort im Thema

Zitat:

In Auslegung des BGB muss der Eigentümer des Autos mir sogar sein Fahrzeug geben/aushändigen, damit ich dies selbst beheben kann. Ich muss nur nachweislich vertrauenserweckend sein und darstellen können, dass meine Instandsetzung nach Regeln des Automobilgewerks passiert......Mein Diskussionsbeitrag stellt keine Rechtsberatung dar.

Ob etwas von sich Gegebenes eine Rechtsberatung darstellt oder nicht, wird mit so einer Floskel weder be- noch entkräftet; also sinn- und wertlos.

Damit nun niemand sich die Sicht eines Erstsemestlers zu eigen macht: Nein, NIEMAND wird dem Schädiger das beschädigte Auto aushändigen "mach mal schön wieder heil, du hast ja vertrauenerweckend gesagt, dass du das kannst". Er muss es natürlich auch nicht. Denn neben den vielen Gesetzen gibt es auch eine gefestigte Rechtsprechung. Im Versicherungsrecht sowieso. Die muss man auch kennen (und verstehen, natürlich).

Der liebe Gott ist nicht versichert und deshalb reguliert seine Haftpflichtversicherung auch keine Hagelschäden. Das macht - so man abgeschlossen hat - die Kasko. Und zwar nach ihrem Recht, welches sich vom Haftungsrecht unterscheidet. Nur so wegen der Äpfel und Birnen.

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Smart Repair testen lassen ob es machbar ist, meist ca. 300 Euro.

Themenstarteram 28. Juli 2015 um 16:51

Danke für deine Antwort.

Leider hat nicht mein Auto den Schaden, weshalb ich wohl nicht davon ausgehen kann, dass der Geschädigte zu SmartRepair geht, zumal der Audi Combi recht neu ist.

ist nicht ungewöhnlich das bei bestimmten Farbtönen und Beschaffenheit des Bleches ( Sicken, Kanten, Wölbungen etc. ) großflächiger beilackiert werden muss wegen eventueller Farbunterschiede. Da reicht Smart Repair nicht mehr aus

Bei dem Brisbane-Braunen Focus meiner Eltern hat damals eine kleine Delle mit Kratzer über 800€ gekostet, weil da erst die Delle rausgedrückt und dann großflächig abmontiert und beilackiert werden musste. Und das war nicht bei Ford sondern in einer Freien.

Der Geschädigte hat Anspruch auf Wiederherstellung des Zustands, wie er vor Eintritt der Beschädigung war.

Er hat keinen Anspruch darauf, die eine Verbesserung des Gesamtzustands führen würde. Ein schwierig zu lösendes Problem bei Effektlackierungen, die oft nur als Komplettlacklierung ausführbar sind. Hier ja nicht zutreffend.

Smart-Repair ist eine anerkannte Reparaturmethode. Hierbei wird auch entweder von innen mittels Dellendrückstab die Delle zurück gedrückt, oder auch mittels Kleber ein Hilfsziehdraht befestigt. Dieser wird mit einem Schlag nach außen zum Abriss gebracht und zieht damit die Delle zurück in die ursprüngliche Lage. Manche Dellen können auch durch leichtes Anschlagen an bestimmten Punkten und damit Erzeugung von Schwingungen zurückschnappen. Ein guter Meister seines Fachs beherrscht diese Handwerkskunst.

Selbst beim Lackiervorgang wird bei Smartrepair die Lackfarbe angemischt, die dem vortreffenden Lack entspricht. Eine Autolackierung geht häufig nach Farbcode und mischt diesen an. Durch Alterung, UV Licht und Ausbleichen sieht ein geübtes Auge allerdings dann Farbunterschiede, sogar mehr, wenn der Lack regennass ist, dann besonders effektvoll. Um das zu unterbinden, wird großflächig beilackiert. Das kostet aber eben...

Da Smartrepair kein Lackieren darstellt wie in der Autolackierwerkstatt, sondern eher wie beim Airbrusher, wird entsprechend weniger von allem benötigt. Weniger Vorbereitungszeit, weniger Material, und vor allem weniger Zeiteinsatz. Darum ist es preiswerter. Es gibt viele Infos dazu im Internet, auch Videos ect.

Der Anspruchsteller, also der Geschädigt unterliegt allerdings der Schadensminderungspflicht. Er darf also so ein Verfahren nicht ablehnen, nur weil er eine seine Tür in einem anderen Verfahren lackiert haben möchte, oder gar eine neue Tür will. Er würde die Schaden entsprechend verteuern, der preiswerter zu beheben ist. Am besten mit der eigenen Versicherung mal telefonieren. Sich so erkundigen, als hätte man selbst den Schaden und ein anderer müsste dafür aufkommen. So wird man sicher am "besten" beraten.

Zum Schluss kann man mit einer kleinen Sprayflasche Hohlraumkonservierung im Fachhandel für 10 - 20 Euro erhältlich die zurückgedrückte Fläche noch einmal von innen behandeln, wenn man denn denken würde, die Oberfläche sei beschädigt worden. Damit ist der Korossionsschutz von innen gegen Durchrostung auch wieder gegeben.

Zitat:

@romanusko schrieb am 28. Juli 2015 um 19:25:04 Uhr:

Er darf also so ein Verfahren nicht ablehnen,...

quelle?

Melde den Schaden deiner Versicherung, die wird unberechtigte Forderungen, die ich hier noch nicht erkennen kann, ablehnen. Du kannst den Schaden ggf. später zurückkaufen.

Der Geschädigte hat Anspruch auf vollständige Beseitigung des Schadens und muss sich nicht auf Smart-Repair verweisen lassen.

Mich würde auch die Quelle interessieren, aus der hervorgeht, dass man verpflichtet ist, eine Reparatur mittels Smart Repair durchführen zu lassen.

Ein Parkschaden an meinem Auto wie in der beschriebenen Größe und ähnlicher Stelle hat rund 1200 Euro gekostet. (Effektlack mit Beilackierung, Fahrzeugalter damals unter einem Jahr) Allerdings war der Lack an der Schadensstelle nicht "sichtbar ab".

Die Versicherung der Verursacherin hat das übernommen.

Die Rechnungspositionen sind klar und schrittweise aufgeschlüsselt. Gerne suche ich mal die Rechnung heraus, um einen Abriß aufzuzeigen, wie sich solche für uns "Laien" simpel erscheinende Arbeiten gestalten. Ich kann mir nicht vorstellen, daß eine Versicherung eine Reparaturrechnung anerkennt, die pauschal oder nicht nachvollziehbar erstellt ist.

Möglicherweise gibt es in Abrechnung oder Ausführungsumfang aber Unterschiede beim Fahrzeugalter.

Die Lackierer haben wohl Zugriff auf Datensätze für Fahrzeuginstandsetzung der jeweiligen Fzg.-Hersteller.

Insofern: Melde den Schaden Deiner Versicherung. Für Schäden und deren Regulierung hat man sie abgeschlossen.

Edit: ich habe das angehängte Bild erst nach Beitragserstellung gesehen. Unabängig davon, daß mein Auto selbst nach 8 Jahren nicht so einen Lackzustand hat, frage ich mich, was das für weißes Material ist unter dem Lack. Vllt schlecht photographiert aber das ist doch keine Grundierung und auch keine Verzinkung?

Melde den Schaden der Versicherung und laß Dir die Möglichkeit frei, nach Abschluß der Arbeiten den Schaden unter Umständen "zurückzukaufen". Also in Abwägung von letztendlicher Reparaturhöhe und Rückstufung die Kosten selbst zu übernehmen.

Zitat:

@germania47 schrieb am 28. Juli 2015 um 22:21:34 Uhr:

Mich würde auch die Quelle interessieren, aus der hervorgeht, dass man verpflichtet ist, eine Reparatur mittels Smart Repair durchführen zu lassen.

Wenn der Schaden dadurch fachgerecht zu beseitigen ist ja, der Geschädigte hat Anspruch auf die günstigste Möglichkeit der Schadenbeseitigung.

Das ist aber bei allem was ich bisher gesehen habe per Smart-Repair nicht gegeben. Dellen ohne Lackschaden lassen sich perfekt mit Smart-Repair beheben, aber spätestens bei Metallic-Lacken ist es beim Thema Lackierung vorbei. Da hilft nur großflächiger einlackieren wenn man hinterher nichts sehen will. Das bedeutet bei heutigen Autos meist den Türgriff ausbauen plus überlackieren, die Fensterdichtungen müssen zum lackieren raus und sind bei den meisten Autos nicht beschädigungsfrei zu demontieren, die Türverkleidung innen muss ggf. raus zum Rausdrücken der Beule, innen muss nach dem Drücken Hohlraumschutz drauf, ... da sind 800-1000€ nicht überteuert.

Wenn der Geschädigte zum Gutachter geht steht da u.U. auch noch eine Wertminderung. Will der Geschädigte den Audi verkaufen und dabei stellt sich eine Nachlackierung raus wird der den sicher nicht zum gleichen Preis los wie ohne Nachlackierung.

Sei froh, dass die Delle nicht einen Ticken größer ist. Neue Tür kostet gern mal doppelt so viel.

Kein Mensch ist verpflichtet bei einem unverschuldeten Unfall auf Smart Repair zurück zu greifen. Das mach ich, wenn ich selbst Schuld bin und entweder keine Vollkasko habe oder den Schaden nicht melde, damit ich nicht zurück gestuft werde.

Ansonsten hat der Geschädigte ein Anrecht auf eine Wiederherstellung des Zustands wie vor dem Schaden und das bei einer Werkstatt seines Vertrauens.

Dafür ist man ja auch Versichert! Bei 1000 Euro würde ich mir eine Aufstellung zuschicken lassen, wie hoch der Rückstufungsschaden ist und dann überlegen ob ich den Schaden binnen 6 Monaten zurück kaufe?!

Zitat:

@ice23 schrieb am 28. Juli 2015 um 16:31:33 Uhr:

 

Wir hatten uns vorher auf eine grobe Kostenschätzung geeinigt und heute kam der Schlag:

Die Autowerkstatt meinte, für diesen Schaden müsste die ganze Tür neu lackiert werden und es würde zwischen 800 und 1.000 € kosten.

Hallo, da es sich in diesem Fall um einen (fast) neuen Audi handelt, gehe ich stark davon aus das der oder die Geschädigte zu Audi gegangen ist und es dort hat begutachten lassen und diese erste Information an dich weitergeleitet hat. Dies ist erstmal ein grober Anhaltspunkt, im weiteren Verlauf wird ein detaillierter Kostenvoranschlag erstellt, der auch schon wieder von der ersten Summe abweichen kann, zu dem kommt, dass der Kostenvoranschlag bis zu 15 % von der genannten Summe auch wieder abweichen darf bzw. es teurer werden kann. Bitte bedenke, die Werkstatt wird entschieden haben welche Reparatur notwendig ist und diese muss es auch begründen können und wird es auch. Eine Reparatur direkt bei einem örtlichen Lackierer könnte sicher günstiger sein, dass die Vertragswerkstatt an diesem Auftrag aber auch noch was verdienen möchte ist auch klar. Da musst bzw. darfst du dir keine Gedanken machen, die Entscheidung liegt allein beim Geschädigten. Bei einem neuen Fahrzeug bleibt übrigens fast nur die Vertragswerkstatt, ich sage da nur Lack und Durchrostungsgarantie. Diese besteht bei Audi nur wenn solche Schäden nach den Vorgaben und Richtlinien von Audi durchgeführt werden, mit gesondertem Nachweis bzw. Eintrag ins Serviceheft durch den Audipartner.

Übrigens da können noch mehr Kosten auf dich zu kommen, Ersatzfahrzeug für die Dauer der Reparatur, Unkostenpauschale und im schlechtesten Fall bei Uneinigkeit Rechtsanwaltskosten, etc.

Ich verstehe nicht warum man immer irritiert ist wie hoch die Kosten für Instandsetzungs- und Lackierarbeiten sind, dies müsste doch langsam bekannt sein das es nicht günstig ist. Klar mich würde es auch ärgern aber du bzw. deine Frau hat den Schaden verursacht und da müsst ihr jetzt durch. Und jetzt mal die Gegenfrage was würdest du machen wenn du der Geschädigte in diesem Fall wärst, du würdest auch auf die ordnungsgemäße Reparatur bestehen.

Gruss

Zitat:

@Zaffi B schrieb am 29. Juli 2015 um 09:25:03 Uhr:

Ich verstehe nicht warum man immer irritiert ist wie hoch die Kosten für Instandsetzungs- und Lackierarbeiten

das betrifft alle Dienstleistungen und es liegt an der Geiz ist Geil Mentalität und am Neid der Menschen. Viele vergleichen immer die Arbeitsleistung auf der Rechnung und regen sich auf das dann ein "Stundenlohn" von gut und Böse raus kommt aber er selbst nur für 1500 EUR im Monat arbeiten geht. Dabei wird nämlich vergessen das der von dem "ausgerechneten Stundenlohn" noch einiges abdrücken muß was sein Unternehmen angeht.

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