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Autobatterie - Kaltstartleistung nur mit Multimeter messen?

Themenstarteram 13. November 2018 um 19:49

Hallo,

Ich wollte den Zustand meiner Batterie ermitteln und meine erste Idee war, den Spannungseinbruch bei Zündung zu messen. Ich bin über dieses Video gestolpert:

https://www.youtube.com/watch?v=MIlyU0KD-WU

Macht das Sinn?

Es scheint mir so, da hier ja der Spannungseinbruch länger vorhanden ist als bei der "einfachen" Zündung und man so auch mit einem Langsamen Multimeter messen kann.

Ist diese Methode in irgendeiner Weise schädlich für den Anlasser oder andere Bauteile?

Beste Antwort im Thema

Totaler Mumpitz !

Ich würde ne Batterie so auf keinen Fall testen !

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Jein! Der Anlasser zieht den maximalen Strom. Dieser übersteigt die Nennleistung des Anlassers! Das ist natürlich eine enorme Belastung. Dabei kann er drauf gehen oder Verbindingen heiß werden. Länger als 1-3s darf der Test nicht dauern. (Wenn man ihn unbedingt machen will!) Die Heizenergie ist gewaltig.

 

Nicht ratsam bei Start-Stop-Automatik! Die Anlasser haben eine höhere Leistung als ein normaler Anlasser.

 

MfG

Themenstarteram 13. November 2018 um 20:51

Ok, also bin ich ohne Start-Stopp und bei <1s auf der sicheren Seite. Direkt danach anlassen ist dann quasi auch erstmal nicht empfehlenswert.

Welche Spannungen sind denn Super, OK, mittelmäßig bzw. Schlecht?

Zitat:

Ok, also bin ich ohne Start-Stopp und bei >1s auf der sicheren Seite.

Über eine Sekunde? Zeichen falsch gesetzt?

Im Video wurde das doch grob beschrieben.

PS: Ich werde bei meinen Fahrzeugen einen derartigen Test nicht durchführen. Mir ist das zu "stressig" für die Komponenten. Haben schon über 200tkm runter. Warum sollte ich sie mit Gewalt quälen bzw. zerstören?

Ich klemm das Messgerät an und messe/notiere die Ruhespannung. Danach Zündung ein, Licht und Heckscheibenheizung an. Soannung notieren. Alles aus, Ruhespannung nach 30 Sekunden notieren.

Ob man die Starterleistung reicht, merkt man jeden Tag beim Kaltstart.

MfG

Zitat:

@Johnes schrieb am 13. November 2018 um 20:39:43 Uhr:

Nicht ratsam bei Start-Stop-Automatik! Die Anlasser haben eine höhere Leistung als ein normaler Anlasser.

Das geht auch nicht mehr. Ohne getretene Kupplung wird der Anlasser nicht mehr geschaltet.

Totaler Mumpitz !

Ich würde ne Batterie so auf keinen Fall testen !

Zitat:

@Greutel schrieb am 13. November 2018 um 19:49:39 Uhr:

Macht das Sinn?

Nein.

Mit diesem Verfahren kriegst du letztlich nicht mehr heraus, als du auch mitkriegen würdest, wenn du beim Starten ein bisschen auf das hörst, was der Anlasser so treibt. So kriegst du den schleichenden Verlust an Startfähigkeit durch Alterung in der Regel rechtzeitig mit. Gegen die meisten anderen Fehlermechanismen der Batterie hilft vorheriges Messen sowieso nicht, da die praktisch beliebig plötzlich auftreten können, ohne vorheriges Anzeichen.

Und schon erst recht nicht ist das eine Messung der Kaltstartleistung. Das im Video ist bestenfalls eine grobe Schätzung der generellen Startfähigkeit der Batterie bei gemütlichen Werkstatt-Temperaturen. Einen solchen Test mit einer schon grenzwertig entladenen Batterie überhaupt noch durchzuführen, ohne sie vorher aufzuladen, ist erst recht sinnlos.

Für eine nutzbare Kaltstart-Beurteilung ist es bei diesem Ablauf auch erkennbar nicht kalt genug, und außerdem müsste man dafür dann doch eher einen Strom im Bereich hunderter Ampere messen können, als eine Spannung. Realistisch messende Kaltstart-Prüfer sind zwar auch kein Hexenwerk, aber für das Hobby-Budget doch in der Regel übertriebener Aufwand. Für das Geld kann man sich einfacher eine Reserve-Batterie hinstellen, und noch ein Erhaltungs-Ladegerät, an dem sie hängen kann.

Zitat:

Es scheint mir so, da hier ja der Spannungseinbruch länger vorhanden ist als bei der "einfachen" Zündung und man so auch mit einem Langsamen Multimeter messen kann.

Er ist vor allem deutlich tiefer, weil das eben nicht nur eine "einfache" Zündung ist, sondern ein mit Gewalt abgewürgter Startvorgang.

Das ließe sich nur wohl noch durch einen "Test" übertreffen nach dem Muster: wenn man ohne Sprit im ersten Gang, nur mit dem Anlasser noch bis zur Tankstelle fahren konnte, war die Batterie wohl noch tiptop in Ordnung. Danach hat man zwar wieder Sprit im Tank, kommt aber nicht mehr von der Säule weg.

Zitat:

Ist diese Methode in irgendeiner Weise schädlich für den Anlasser oder andere Bauteile?

Ja. Dieser Test allein ist ohne nennenswerten Mehrwert anstrengender für Batterie und Anlasser, als ein regulärer Motorstart, bei dem dafür, neben der reinen Information, wenigstens noch ein laufenden Motor herausspringt.

Es gibt auch Tester, die genau diesen Test durchführen. Ist nichts weiter wie ein Voltmeter und eine gewaltige Spirale oben drauf.

Da klemme ich die Batterie (ohne Auto) dran und drücke auf Start. Der zieht ca. 4-5sec aus der Batterie, was sie hergeben kann.

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Themenstarteram 14. November 2018 um 16:54

Alles klar, ich dachte halt, dass die Spannung unter Last ein guter Hinweis auf die Kaltstartleistung ist.

Habe die Batterie jetzt in der Werkstatt testen lassen, die hatten einen speziellen Tester von Hella. Ergebnis: 530 von 680 Ampere.

Wenn ich messe wie Johnes (3. Antwort). Sind die Werte 12,4 - 11,7 - 12,2.

Zitat:

@Timmerings Jan schrieb am 13. November 2018 um 21:58:20 Uhr:

Realistisch messende Kaltstart-Prüfer sind zwar auch kein Hexenwerk, aber für das Hobby-Budget doch in der Regel übertriebener Aufwand. Für das Geld kann man sich einfacher eine Reserve-Batterie hinstellen, und noch ein Erhaltungs-Ladegerät, an dem sie hängen kann.

Gibt da auch schon halbwegs brauchbares aus China:

https://www.amazon.de/.../ref=oh_aui_detailpage_o06_s00?ie=UTF8&psc=1

Gruß Metalhead

Ich weiss gar nicht warum man das unbedingt messen will. Wie der Anlasser läuft oder das Auto anspringt merkt man doch auch so. Dieser Test mit Blockade über Anlasser/Getriebe/Bremse halt ich für extrem fragwürdig und Belastung aller Teile. Für mich hat der Typ nicht alle Tassen im Schrank, Ingenieur ist er offenbar nicht. Wahrscheinlich Pragmatiker.

Eher zu empfehlen wäre die Kraftstoffzufuhr zu unterbrechen damit der Motor nicht anspringen kann und ausgekuppelt den Anlasser für einige Sekunden zu betätige und abzulesen. Ob die Batterie taugt oder nicht merkt man doch im Alltag. Dieser Test ist sowas von überflüssig auch wenn die Werkstätten heutzutage proaktiv mit einem Messgerät zu Werke gehen. Ist halt wieder ein Handgriff den sie in Rechnung stellen können.

In den 80ern hat sowas keiner gemacht und da ist man auch klargekommen mit der Batterie. Wenn sie im Winter schwächelt, wird sie gewechselt. Das kommt ja nicht sehr plötzlich und es hat ja auch nicht über eine Nacht einen Temperatursturz von +10 auf -20 Grad. Bevor sie abkackt, schwächelt die auch schon bei 0 Grad oder Nachtfrost. ;)

Wenn ich den Typ mit dem Test an meinem Auto erwischen würde, gäbs was auf die Nuss. Aber sowas von. :p

Zitat:

@Greutel schrieb am 13. November 2018 um 19:49:39 Uhr:

Hallo,

Ich wollte den Zustand meiner Batterie ermitteln und meine erste Idee war, den Spannungseinbruch bei Zündung zu messen. Ich bin über dieses Video gestolpert:

https://www.youtube.com/watch?v=MIlyU0KD-WU

Macht das Sinn?

Es scheint mir so, da hier ja der Spannungseinbruch länger vorhanden ist als bei der "einfachen" Zündung und man so auch mit einem Langsamen Multimeter messen kann.

Ist diese Methode in irgendeiner Weise schädlich für den Anlasser oder andere Bauteile?

Das ist eine grobe Schätzmethode, die weder empfehlenswert, noch, wie jede bloße Spannungsmessung unter beliebiger Last, in irgendeiner Weise absolut vergleichbar ist.

Zudem scheint der Testmensch da etwas durcheinander gebracht zu haben, denn eine "EN"-Batterie gibt es nicht, sondern höchstens eine, wo der genormte Kaltstartstromprüfwert (CCA) gem. der "EN"-Norm angegeben wurde. Auf der Batterie kann die CCA-Angabe aber durchaus auch nach eine anderen Norm angegeben sein (z.B. DIN).

Wenn die Angabe nach der Norm "EN" überprüft werden sollte, reicht es nicht, mit einem undefinierten Strom (den Strom hat ja im Video keiner gemessen) über eine sehr kurze Zeit (geschätzt nur ca 1 sec) die Spannung der normaltemperierten Batterie (die war wohl kaum gem Norm auf minus 18Grad heruntergekühlt) zu testen und dann bei mehr als 7,5V darauf zu schließen, dass die "in Ordnung" sei.

Irgendwie "in Ordnung" wäre die Batterie auch, wenn sich der Startvorgang noch "ganz flott" anhört und für diesen Test brauche ich kein Messgerät.

Um die CCA-Angabe (also den Kaltstartprüfstrom) der auf der Batterie steht, zu überprüfen, muss man sich entweder komplett an die Bedingungen der Norm halten, was für normal Sterbliche (dazu gehören auch normale Autowerkstätten) kaum machbar sein wird oder man benutzt einen richtigen Kaltstartstromprüfer (und keinen Heizwiderstand mit Spannungsmesser), wie jede seriöse Werkstatt heutzutage auch, denn nur dann ist die Batterie einigermaßen in Bezug auf den Neu-/Sollzustand vergleichbar.

@Geutel:

Zitat:

Habe die Batterie jetzt in der Werkstatt testen lassen, die hatten einen speziellen Tester von Hella. Ergebnis: 530 von 680 Ampere

Wenn die Batterie vorher einigermaßen geladen war und da wir jetzt vor dem Winter stehen, würde ich empfehlen die bereits jetzt aus zu mustern, da weniger als 80% der Nennstartleistung vorhanden sind.

So ein Test ist z.B. dann recht wichtig, wenn ein Auto mit S&S plus Rekuperation noch in der Garantie ist, der Motor durchaus noch startet, aber es einige Hinweise gibt, dass die volle Funktionalität nicht mehr gewährleistet ist. (S&S nur noch selten oder gar nicht, Klartexthinweise)

(Wenn der Motor nicht mehr startet, obwohl die Batterie vorher annähernd geladen war, braucht man keinen, wie auch immer gearteten Batterietest mehr....)

In so einem Fall versucht sich die Werkstatt gerne heraus zu reden und bestreitet häufig, dass die Batterie bereits etwas zu schlapp ist, um diese nicht kostenlos ersetzen zu müssen. Gerne wird dann dem Kunden erzählt, dass er zu viel Kurzstrecke fährt o.ä.

 

 

Zitat:

@metalhead79 schrieb am 14. November 2018 um 17:04:28 Uhr:

Zitat:

@Timmerings Jan schrieb am 13. November 2018 um 21:58:20 Uhr:

Realistisch messende Kaltstart-Prüfer sind zwar auch kein Hexenwerk, aber für das Hobby-Budget doch in der Regel übertriebener Aufwand. Für das Geld kann man sich einfacher eine Reserve-Batterie hinstellen, und noch ein Erhaltungs-Ladegerät, an dem sie hängen kann.

Gibt da auch schon halbwegs brauchbares aus China:

https://www.amazon.de/.../ref=oh_aui_detailpage_o06_s00?ie=UTF8&psc=1

Gruß Metalhead

Das ist sogar recht gut brauchbar und es kann schnell und ohne Sicherheitsbedenken von jedem benutzt werden.

 

Zitat:

@navec schrieb am 14. November 2018 um 17:53:27 Uhr:

Zitat:

Habe die Batterie jetzt in der Werkstatt testen lassen, die hatten einen speziellen Tester von Hella. Ergebnis: 530 von 680 Ampere

Wenn die Batterie vorher einigermaßen geladen war und da wir jetzt vor dem Winter stehen, würde ich empfehlen die bereits jetzt aus zu mustern, da weniger als 80% der Nennstartleistung vorhanden sind.

Ich würde sie deswegen keinesfalls ausmustern. Ich halte diese Messungen für extrem unseriös und wie Du bereits beschrieben hast, gilt der CCA bei -18 Grad. Und nicht nur das, auch für eine Messdauer von 30 Sekunden. So hätten wir bei 9V Spannung und 600A Stromentnahme eine Leistung von 5400W. Jetzt zeig mir mal den Messwiderstand in so einem Handgerät, der das 30 Sekunden aushält. Dazu kommen Übergangswiderstände beim Anschluss, die viel ausmachen.

Letztlich wird da irgendein Strom genommen und irgendwas hochgerechnet, der Strom selbst sicher nur für einen Bruchteil einer Sekunde entnommen und von 20 Grad auf -18 Grad hoch bzw. runtergerechnet. Ich denke nicht, dass Start/Stopp Automatik oder Rekuperation hier einen Einfluss hat oder mit einer Batterie mit 70 oder 80 % Leistung nicht zurecht käme.

Die meiste Energie wird für das starten des kalten Fahrzeugs bei kalter Batterie benötigt. Die Batterie erwärmt sich im Laufe der Zeit sowieso durch die Stromentnahme und Ladung durch den vorhandenen Innenwiderstand. Sie bleibt im Stadtverkehr sicher nicht lange auf -18 Grad ... insofern sind auch weitere spätere Startvorgänge an der Ampel bei warmem Motor nicht mehr so kritisch.

 

Wie heisst es so schön, wer viel misst, misst Mist. Das gilt hier ganz sicher. Bevor die Batterie sich nicht bei Minusgraden wirklich schwer tut, das Auto zu starten, würde ich sie nicht wechseln.

Zitat:

@Go}][{esZorN schrieb am 14. November 2018 um 12:01:15 Uhr:

Es gibt auch Tester, die genau diesen Test durchführen. Ist nichts weiter wie ein Voltmeter und eine gewaltige Spirale oben drauf.

Da klemme ich die Batterie (ohne Auto) dran und drücke auf Start. Der zieht ca. 4-5sec aus der Batterie, was sie hergeben kann.

Genau das Messeisen was @Go}][{esZorN gezeigt hat, habe ich.

 

Schon zig Batterien damit gemessen.

 

Der Messwert der da rauskommt ist Unnütz.

 

Gruss

W.

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