aktueller Adblue-Preis

Mercedes E-Klasse W213

Hallo zusammen,

Ich musste diese Woche seit über einem Jahr mal wieder Adblue auffüllen. Die Preise ziehen ggw. rasant an. An der Tanke liegt das 5l Gebinde bei 23,- , der 10l Kanister bei 37,- .

Schluss endlich tankte ich bei Shell an der LKW Zapfsäule 17l für 2,04 Euro / Liter. Als ich mein E220d erstmals auffüllte lag der Preis noch bei 55ct der Liter.

Das aktuelle Marktgeschehen wegen dem Erdgas ist wohl der Todesstoß für den Diesel im PKW. Wie die Logistikbranche diese Krise überstehen will vermag ich nicht zu orakeln.

203 Antworten

Hallo ins Forum,

Zitat:

@Gerdchen schrieb am 20. September 2022 um 23:16:31 Uhr:


Bei meinem OM 656 (wie auch bei fast allen anderen Forumsteilnehmern, die diesen Motor oder den OM 654 im PKW fahren) beträgt der AdBlue-Verbrauch eben NICHT die schulbuchmäßigen 3-5% des Dieselverbrauchs, sondern nur so ca. 1 %, was MICH zu der Schlussfolgerung brachte, dass die NOx-Emissionen ENTWEDER mehr über die AGR ODER mehr über AdBlue reduziert werden.
Bei Nutzfahrzeugen (und da zählt wohl auch die V-Klasse zu) geschieht es offensichtlich über AdBlue, bei den PKW über die AGR - sonst wäre der Unterschied zwischen 3-5 % und 1 % nicht zu erklären (immer vorausgesetzt, dass die Abgaswerte auch tatsächlich den Vorschriften entsprechend eingahalten werden).
Und so ganz nebenbei: bei vollem AdBlue-Tank bekomme ich im KI meines 350 d eine Reichweite von 8.500 km angezeigt (was eben den 3 - 5 % entspricht).... komisch nur, dass ich dann tatsächlich mehr als 25.000 km damit fahren kann ...

klar ist, dass bei den PKW-Motoren mehr innermotorisch gemacht wird. Dies ist insbesondere eine höhere AGR-Rate als bei NFZ, aber auch eine andere Verbrennungssteuerung, welche die Bildung von NOx verringert. Dabei geht's vor allem um die Verbrennungstemperaturen, die die NOx bei höheren Temperaturen sich leichter bilden. Dies kann man auch schön an den schichtenden Benzinern sehen, die nicht durchgehend NOx-Speicherkats bekommen haben, sondern eben nur die, bei denen die innermotorischen Maßnahmen nicht reichen, um die Grenzwerte sicher einzuhalten. Bei NFZ, die häufiger und länger unter höherer Last arbeiten, macht man da weniger innermotorisch, um sich die Nachteile der erhöhten AGR-Rate nicht zu sehr einzuhandeln. Die V gehört zur Transportersparte und daher sind deren Motoren auch nach eher NFZ-Kriterien eingestellt. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die OM654/656 im V anders als z.B. im 213er verhalten.

Die schulmäßigen, aus der chemischen Reaktion abgeleiteten 3-5% kommen aus der vollen Umsetzung der NOx mittels Adblue. Alles was man vorher mit anderen Maßnahmen macht, senkt den AdBlueverbrauch, da weniger NOx bei der Verbrennung entstehen. Das Problem an diesen innermotorischen Maßnahmen ist, dass man deren Auswirkung nicht zahlenmäßig festlegen kann, da diese massiv und unmittelbar von den äußeren Bedingungen (insbesondere Außentemperatur und Luftdruck) als auch von den Lastanforderungen abhängen (bei hoher bis voller Last bringen sie z.B. weniger als bei Teillast). Hinzu kommt auch noch, dass im 213er eine spezielle motornahe SCR-Technik eingesetzt wird, die zusätzlich zur Standard-Lösung im Unterboden arbeitet. Durch diese doppelte Technik wird auch der Bedarf an AdBlue geringer, weil man motornah durch die Temperaturlage und die Beschichtungen dort weniger AdBlue als am Standardplatz braucht.

Die konkrete AdBlue-Rate wird im Fahrzeug durch eine spezielle Sensorik so bestimmt, dass man nicht zu viel (keine gute Idee, da sich dann Ammoniak bildet), aber auch nicht zu wenig (keine gute Idee, da dann zuviel NOx übrig bleiben) verwendet. Die Sensorik ist da sehr fein ausgestaltet, was man allein an der Anzahl der Sonden sieht. Von daher kann man aus dem Verbrauch des konkreten Fahrzeugs nicht ableiten, dass die Technik nicht arbeitet, weil hier sehr viel individuelle Einflüsse hinzukommen.

Viele Grüße

Peter

Hallo,
laut der Betriebsanleitung hat mein E-Cabrio (05/21) ein 13 l AdBlue Tank. Mußte noch nicht nachtanken.
Das soll laut Betriebsanleitung für alle E-Klassen gelten.
Was ist nun richtig?

Puh, seit der Popf findet man für das Cabrio tatsächlich nichts mehr, auch nicht in den Preislisten.

Aber nein, in den anderen Varianten ist der Tank größer als 13l.

Zitat:

Peter

Hallo Peter

@212059

, hab vielen Dank für die ausführliche und vor Allem technisch begündete Erläuterung !!

[Daumen hoch !!]

Viele Grüße, Gerd

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Danke, Peter @212059, gute Erläuterung !
Die Entstehung von NOx bzw. die so stark schwankenden Werte sind eines der komplexesten Motorprobleme, leider endet vermutlich die Forschung (wegen Ende des Verbrenners insgesamt).

Konkret frage ich mich, was es bedeutet, wenn ich als extrem wenig Diesel Verbrauchender dennoch "normale" AdBlue-Verbrauchswerte (ca. 1,0l/1000km) habe, jenseits der Tatsache, dass die Reduktion offenbar funktioniert.
Auch ein evtl. Umkehrschluss, wonach spritsparende Umstände (Topografie, Verkehr, Fahrer) eben vergleichsweise mehr NOx ergeben (ungünstige Lastzustände) scheint zweifelhaft, weil man ja die AGR-Rate nicht kennt.
Oder doch: eher weniger AGR, da vergleichsweise viel AdBlue durchgeht ?
Naja, nach rund 300.000km wird man wissen, welche Komponenten als erste schwächeln ;=

Dranbleiben ist die Devise, denn zu frühes Verkaufen verhindert Erfahrungswerte 😁

Habe noch einmal in meiner Austattungsliste nachgesehen. Vormopf 08/2020 hat einen 23,5 Liter AdBlue Tank.

Interessante Darstellungen hier auch von der
chemisch-technischen Seite. Das erklärt solche Dinge wie den NOx-Sensor ein wenig, der bei mir letztes Jahr kaputt gewesen ist und auf Kulanz getauscht wurde. Es ging nur ein Lämpchen für die Abgasanlage an, sonst nichts. Die Werkstatt meinte: schlimm ist das noch nicht, der Wagen fährt erst einmal, aber die Abgaswerte stimmen halt nicht.

Keine Ahnung, wie sich das auf den AdBlue-Verbrauch auswirkt, aber nach Peters Darstellung würde ich sagen: eher weniger und dafür mehr Stickoxide, damit sich kein Ammoniak bildet. Hier sieht man dann auch die Auswirkungen des Software-Updates der Diesel aus den letzten Jahren, die einen höheren AdBLue-Verbrauch mit sich gebracht haben. Bis dahin hatte ich mit dem Zeug nämlich eine deutlich höhere Reichweite.
(...ich interpretiere es so: Steigerung AdBLue-Nutzung und dafür Zurückfahren der genannten innermotorischen Maßnahmen, da die Abgasrichtlinien mit denen nur unter Idealbedingungen eingehalten wurden, nicht aber im regulären Betrieb)

Hallo ins Forum,

Zitat:

@OM642red schrieb am 21. September 2022 um 22:59:50 Uhr:


Auch ein evtl. Umkehrschluss, wonach spritsparende Umstände (Topografie, Verkehr, Fahrer) eben vergleichsweise mehr NOx ergeben (ungünstige Lastzustände) scheint zweifelhaft, weil man ja die AGR-Rate nicht kennt.

die NOx-Bildung wird bei Luftüberschuss (haben Diesel standardmäßig) und höheren Temperaturen begünstigt. Daher wird es schwieriger zu sagen, wann am meisten NOx bei den Diesel entsteht. Bei den schichtenden Benzinern war's einfach, nämlich im Schichtbetrieb immer, sobald der Motor warm ist. Daher konnte man bei denen auch einfach den Schluss ziehen, je länger und intensiver der Schichtbetrieb genutzt werden kann, desto mehr Maßnahmen (bis zum Speicherkat) braucht's, um die NOx in Griff zu bekommen.

Bei den Dieseln entsteht durch den prinzipbedingten durchgehenden Luftüberschuss immer NOx, mal mehr, mal weniger. Dies hängt aber mehr von der Temperatur im Brennraum als von der Last ab. So entstehen z.B. tendenziell weniger NOx, wenn man einen kühleren Motor kurzfristig mal tritt, als wenn der Motor längere Zeit in einem heißeren Zustand gehalten wird. Anderseits entstehen die NOx auch stärker, wenn man einen heißeren Motor mit geringer Last wieder "kalt" fährt. Durch die AGR-Rate wird's dann nochmals komplexer, weil auch die gesteuert wird. Im Grundsatz ist der für die NOx-Bildung ungünstigste Zustand ein heißerer Motor.

Zitat:

@ET420 schrieb am 22. September 2022 um 08:49:13 Uhr:


Keine Ahnung, wie sich das auf den AdBlue-Verbrauch auswirkt, aber nach Peters Darstellung würde ich sagen: eher weniger und dafür mehr Stickoxide, damit sich kein Ammoniak bildet.

Wenn die SCR-Technik in einem solchen Fall überhaupt arbeitet. Ich kann mir auch vorstellen, dass hier dann komplett abgeschaltet wird, da es nicht steuerbar ist. Im Detail habe ich mich mit den Notschaltungen aber nicht beschäftigt, da ich keinen OM fahre. Rein indirekt ableiten könnte man es aus der Beobachtung, ob der AdBlue-Füllstand in dieser Zeit sinkt.

Zitat:

(...ich interpretiere es so: Steigerung AdBLue-Nutzung und dafür Zurückfahren der genannten innermotorischen Maßnahmen, da die Abgasrichtlinien mit denen nur unter Idealbedingungen eingehalten wurden, nicht aber im regulären Betrieb)

Deine Interpretation teile ich auch. Man hat die Adblue-Technik umgestellt und ihr vor allem einen größeren Einsatzbereich (Stichwort: Thermofenster) gegeben. Außerdem hat man bei den Fahrzeugen mit SCR-Technik in der Tat die AGR-Rate zurückgenommen und auf mehr SCR gesetzt, um die sich mehr und mehr zeigenden Nachteile der erhöhten AGR-Raten zu vermeiden. Es bilden sich nämlich dann üble Ablagerungen auf den Einlassventilen und in den Luftkanälen, die sich im Extremfall sogar zusetzen können. Deshalb muss man mit der AGR-Rate aufpassen und wenn man's übertreibt, fängt man sich weitere Probleme ein.

Viele Grüße

Peter

Zitat:

@lejockel schrieb am 22. September 2022 um 07:42:08 Uhr:


Habe noch einmal in meiner Austattungsliste nachgesehen. Vormopf 08/2020 hat einen 23,5 Liter AdBlue Tank.

Bei mir (Mopf, T-Modell 300de) auch 23,5.
Preis bei Esso vor etwa 10 Tagen: 1,69/l.
Verbrauch: ca. 1 Liter/1000km im Verbrenner-Betrieb - insgesamt bei mir im Mischbetrieb: unter 0,5 l/1000km.

Zitat:

...

die NOx-Bildung wird bei Luftüberschuss (haben Diesel standardmäßig) und höheren Temperaturen begünstigt. Daher wird es schwieriger zu sagen, wann am meisten NOx bei den Diesel entsteht. Bei den schichtenden Benzinern war's einfach, nämlich im Schichtbetrieb immer, sobald der Motor warm ist. Daher konnte man bei denen auch einfach den Schluss ziehen, je länger und intensiver der Schichtbetrieb genutzt werden kann, desto mehr Maßnahmen (bis zum Speicherkat) braucht's, um die NOx in Griff zu bekommen.

Bei den Dieseln entsteht durch den prinzipbedingten durchgehenden Luftüberschuss immer NOx, mal mehr, mal weniger. Dies hängt aber mehr von der Temperatur im Brennraum als von der Last ab. So entstehen z.B. tendenziell weniger NOx, wenn man einen kühleren Motor kurzfristig mal tritt, als wenn der Motor längere Zeit in einem heißeren Zustand gehalten wird. Anderseits entstehen die NOx auch stärker, wenn man einen heißeren Motor mit geringer Last wieder "kalt" fährt. Durch die AGR-Rate wird's dann nochmals komplexer, weil auch die gesteuert wird. Im Grundsatz ist der für die NOx-Bildung ungünstigste Zustand ein heißerer Motor.
....

Deine Interpretation teile ich auch. Man hat die Adblue-Technik umgestellt und ihr vor allem einen größeren Einsatzbereich (Stichwort: Thermofenster) gegeben. Außerdem hat man bei den Fahrzeugen mit SCR-Technik in der Tat die AGR-Rate zurückgenommen und auf mehr SCR gesetzt, um die sich mehr und mehr zeigenden Nachteile der erhöhten AGR-Raten zu vermeiden. Es bilden sich nämlich dann üble Ablagerungen auf den Einlassventilen und in den Luftkanälen, die sich im Extremfall sogar zusetzen können. Deshalb muss man mit der AGR-Rate aufpassen und wenn man's übertreibt, fängt man sich weitere Probleme ein.

Viele Grüße

Peter

Das ist für mich heute die Top-Meldung ! Danke !! Sehr einleuchtend !!!

Unterm Strich: meine Fahrweise, viel eher motorkühles Dahinrollen, dazwischen entschlossene Überholspurts sind sowohl Diesel- wie AdBlue-sparend.

Und: Updates beim Euro6er sind geradezu Glücksfälle. Man fand sich mit der Tatsache ab, dass die AdBlue-Menge auch mal nicht zwischen zwei Services reicht, erkauft sich sowohl geringere NOx-Werte als auch durch geringere AGR-Raten geringere Probleme mit Verkokung.

ICH LIEBE MEINEN 642LS MIT UPDATE 😉
(Verbrauch auf ca.35tkm: 6,8l D und 0,9l AdBlue 🙂

Zitat:

@OM642red schrieb am 23. September 2022 um 20:35:14 Uhr:



Verbrauch auf ca.35tkm: 6,8l D und 0,9l AdBlue

Der Adblue Verbrauch liest sich so jetzt richtig hoch hinter dem Diesel Verbrauch. 😎

Zitat:

@FilderSLK schrieb am 24. September 2022 um 07:40:09 Uhr:



Zitat:

@OM642red schrieb am 23. September 2022 um 20:35:14 Uhr:



Verbrauch auf ca.35tkm: 6,8l D und 0,9l AdBlue

Der Adblue Verbrauch liest sich so jetzt richtig hoch hinter dem Diesel Verbrauch. 😎

Stimmt 😉 Insgesamt mehr spare ich mittlerweile, da mir die Lust am Knabbern während der Fahrt vergangen ist. 😁
Eine Packung Granola oder Leibniz auf ca. 200km ist ja auch nicht ohne....
Komischerweise brauch ich auch keine Cola und kein Kaffee mehr (zwischendurch), man wird älter 😎

Heute für 1,59 €/l an der HEM-Tankstelle aufgefüllt. Wie auf den bisherigen gut 70.000 km wieder 0,9 l/1.000 km verbraucht.

Adblue habe ich gestern in Ochrup für 1,89€ getankt… heute war es bei mir vor Ort für 1,99€

Erste Adbluebetankung bei 11962 km: 12,63 l zu 1,929 pro Liter.

Frage am Rande: Wie trage ich den Adblueverbrauch bei Spritmonitor ein?

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