Abgefahrene Winterreifen im Sommer fahren?

Eine Frage an euch, wie seht ihr das Thema Winterreifen mit 4mm oder weniger im Sommer abzufahren? Die Gummimischung ist ja weicher und bei heißer Witterung stellt sich die Frage, wie gut die Griffigkeit vorhanden ist.

Beste Antwort im Thema

Sommerreifen haben generell die besseren Fahreigenschaften.
Selbst bei Nässe um den Gefrierpunkt sind die Bremswerte eines Sommerreifens idR besser als die des Winterreifens.
Erst bei Schnee & Eis dreht sich das ganze um (weswegen Winterreifen ja durchaus ihre Berechtigung haben).

Ergo: Wer im Sommer mit Winterreifen fährt tut sich damit keinen Gefallen.
Speziell bei hohen Temperaturen und trockener Fahrbahn (= Sommer) schneiden Winterreifen bei Bremstest ganz abscheulich schlecht ab.

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Zitat:

@Harig58 schrieb am 20. Juni 2016 um 15:46:23 Uhr:


Dann verlasse ich mich im sommerlichen Platzregen lieber auf einen Michelin alpin Winterreifen als einen Linglong Sommerreifen.

Der Michelin Alpin mag bei einem sommerlichen Platzregen vielleicht besser sein als ein Linglong Sommerreifen, 100% Leistung bietet er bei diesem Wetter sicher nicht...

Ihr tut Euch aber schwer....

Ich schätze mal mindestens 80% aller montierten SR (!) bringen Eure glorifizierten 100% Leistung auch nicht, weil...
- zu alt
- zu wenig Profil (es ist schon erstaunlich, wie viel an Leistung ein SR unter 4mm einbüßt)
- zu Minderwertig von Anfang an

Da ist es ja schon amüsant, wie Ihr Euch auf das Merkmal "WR" stürzt und so tut, als ob mit "SR" die Situation gerettet ist. Wenn man dann mal die Summe zieht, und alle Verkehrsteilnehmer mit "Nicht-SR" und "nicht-100%-SR" von der Gesamtheit aller Verkehrsteilnehmer abzieht, wieviele werden da überhaupt noch übrig bleiben....?

Zitat:

@moonwalk schrieb am 20. Juni 2016 um 16:00:46 Uhr:


Ihr tut Euch aber schwer....

Ich schätze mal mindestens 80% aller montierten SR (!) bringen Eure glorifizierten 100% Leistung auch nicht, weil...
- zu alt
- zu wenig Profil (es ist schon erstaunlich, wie viel an Leistung ein SR unter 4mm einbüßt)
- zu Minderwertig von Anfang an
...

Und diese 3 Punkte stören den

"Meine WR kann ich nächsten Winter eh nicht mehr mit ruhigen Gewissen montieren, weil jetzt schon bei 4mm, aber die rubbel ich jetzt noch runter und schone die SR"-Fahrer

merkwürdigerweise überhaupt nicht.

😕

Ich sehe das so, dass die Kategorisierung SR/WR zu grob ist und es viel mehr auf den konkreten Reifen ankommt. Mit den Michelin Alpin habe ich im Sommer gute Erfahrungen gemacht. Mich wundert das gar nicht, wenn der Reifen für unsere Winter gemacht ist. Die sind doch überwiegend nass oder trocken mit Temperaturen um 10°, fast wie jetzt draußen. Vorher hatte ich welche von Fulda im Sommer gefahren, die fand ich nicht so gut und sie sind auch im Sommer schneller verschlissen als jetzt die Alpin. Beide fallen aber in die Handelskategorie Winterreifen, was viel sagt über den Wert dieser Einstufung. Der Alpin ist meiner Erfahrung nach eher ein Ganzjahresreifen.

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Mal so am Rande

Gestern (21.06.2016) bin ich durch ruhige Nebenstrassen von München-Moosach spaziert und habe mal auf die Bereifung der am Rande parkenden Autos geachtet. Mindestens 50% haben immer noch Winterreifen drauf oder Ganzjahresreifen mit ausgeprägten Lamellenprofil. Quer durch alle Kategorien, Polos , 3er, C-Klasse, Passat - junge und alte KFZ.

Da wird mir ja Himmelangst mit meinen guten Sommerreifen. Bei einer Vollbremmsung meinerseits ist die Gefahr recht hoch, dass mir einer mit seinen Winterreifen hinten draufbrummt, wenn der Bremsweg mit WR echt so schlecht ist.

VG

Peter

Zitat:

@markuc schrieb am 20. Juni 2016 um 18:23:37 Uhr:


Die sind doch überwiegend nass oder trocken mit Temperaturen um 10°, fast wie jetzt draußen.

Also auf wetter.de stellt sich das mit den Temperaturen etwas anders dar. Das mittlere Temperaturmaximum liegt in Deutschland etwa zwischen November und März unter 7°C. Das mittlere Temperaturminimum liegt etwa zwischen Oktober und Mai unter 7°C.

> http://www.wetter.de/klima/europa/deutschland-c49.html

Zitat:

@ruppi107 schrieb am 21. Juni 2016 um 07:55:46 Uhr:


Da wird mir ja Himmelangst mit meinen guten Sommerreifen. Bei einer Vollbremmsung meinerseits ist die Gefahr recht hoch, dass mir einer mit seinen Winterreifen hinten draufbrummt, wenn der Bremsweg mit WR echt so schlecht ist.

So lange die dort alle weiter nur parken besteht keine Gefahr 😁

Wenn ich mir das Wetter der letzten sechs Wochen betrachte, war ich jetzt mit meinen Winterpellen sicherer unterwegs als mit den angeblich so guten Sommerreifen (Conti SC5) auf dem Cabrio. Den Reifen empfinde ich bei Regen extrem schei... Wo da die Sicherheit und die Reserven sein sollen, frage ich mich echt.

Und der Juni ist so gut wie gelaufen, die kommenden drei Monate bis zum oktoberlichen Reifenwechsel werden auch nicht regenfrei bleiben. Bleibt für mich die Frage, wann ich als Ottonormalfahrer die Überlegenheit des Sommerreifens richtig zu spüren bekäme.

Aber ich gebe ja zu: beim 203er Kombi habe ich unlängst von jetzt abgelaufenen Winterreifen auf GJR gewechselt.

Zitat:

@Harig58 schrieb am 21. Juni 2016 um 10:06:20 Uhr:


Bleibt für mich die Frage, wann ich als Ottonormalfahrer die Überlegenheit des Sommerreifens richtig zu spüren bekäme.

Vielleicht wenn du mit Adrenalin geflutet

vor

der Wildsau stehst anstatt mit geöffnetem Airbag

in

der Wildsau. Das Kind mit Ball lass ich jetzt mal weg.

Dass abgefahrene SR auch nix mehr sind im Nassen, hat doch mit diesem Thema überhaupt nichts zu tun. Auch nicht das Alter der Sommerreifen. Das sind doch Faktoren, die in diesem Thread nichts zu suchen haben. Es geht um die Frage, ob WR im Sommer an Leistung verlieren und was die Folgen sind.

Es geht doch nicht darum, dass ein Michelin Alpin vielleicht bei 25°C noch besser bremst als ein Linglong SR.

Technisch gesehen:
Der Winterreifen hat eine erheblich weichere Mischung, was die Lauffläche instabiler macht als die eines SR. Dazu die Lamellen, die die Instabilität weiter verstärken. Dieser Nachteil tritt vor allem bei Vollbremsungen zu Tage. Der Lauffläche verformt sich mehr und bekommt undefinierte Auflagestrukturen. Das verlängert den Bremsweg, wenn es wärmer ist. Ist es kalt genug, verformt sich der Winterreifen weniger, die Auflagefläche wird stabiler, die Bremskräfte können besser übertragen werden.

Zitat:

@Harig58 schrieb am 21. Juni 2016 um 10:06:20 Uhr:


Bleibt für mich die Frage, wann ich als Ottonormalfahrer die Überlegenheit des Sommerreifens richtig zu spüren bekäme.

Es wird wohl schwierig werden, die Vorteile von SR zu spüren zu bekommen, wenn du WR fährst 😎

Zitat:

@FloOdw schrieb am 21. Juni 2016 um 10:34:17 Uhr:


Technisch gesehen:
Der Winterreifen hat eine erheblich weichere Mischung, was die Lauffläche instabiler macht als die eines SR. Dazu die Lamellen, die die Instabilität weiter verstärken. Dieser Nachteil tritt vor allem bei Vollbremsungen zu Tage. Der Lauffläche verformt sich mehr und bekommt undefinierte Auflagestrukturen. Das verlängert den Bremsweg, wenn es wärmer ist. Ist es kalt genug, verformt sich der Winterreifen weniger, die Auflagefläche wird stabiler, die Bremskräfte können besser übertragen werden.

...oder salopp ausgedrückt: Latscht jemand bei 30°C mit fellgefütterten Winterstiefeln durch die Stadt oder bei -5°C im Schnee mit Sandalen durch die Fußgängerzone...??? 😎 🙄 😉 🙂 😁

Zitat:

@Harig58 schrieb am 21. Juni 2016 um 10:06:20 Uhr:


Und der Juni ist so gut wie gelaufen, die kommenden drei Monate bis zum oktoberlichen Reifenwechsel werden auch nicht regenfrei bleiben. Bleibt für mich die Frage, wann ich als Ottonormalfahrer die Überlegenheit des Sommerreifens richtig zu spüren bekäme.

Ich weiß weder, in welchem Zustand Dein Material ist noch wie Du fährst, aber dass die Mehrzahl der SR bei Nässe dem WR überlegen ist, sollte sich langsam rumgesprochen haben, daher weiß ich nicht so genau, worin Dein Problem mit SR bei Nässe besteht....

Mein Problem heißt Continental SportContact, der in der Größe 235/45/17 auf einem E-Klasse-Cabrio bei Nässe für mich kaum fahrbar ist. In Kurven bricht das Auto hinten leicht aus, beim Bremsen empfinde ich das Auto als unruhig. Profiltiefe rundum etwa 4 Millimeter. Wie dieser Sommerreifen auf anderen Fahrzeugen und in anderen Dimensionen ist, kann ich leider nicht sagen. In jedem Fall fahre ich daher mit diesem Auto bei Regenwetter echt ungern.

Mit dem C-Klasse Kombi konnte ich mit den Michelin Alpin-Winterreifen bei jedem Wetter zügig unterwegs sein, ohne dass ich mir Gedanken über Haftung oder Bremsverhalten machen musste. Besonders bei Regen kam ich -eben auch im Sommer- niemals in Rutschen. Das gilt jetzt auch für die GJR.

Beim Astra waren schon beim Kauf vor etwa 15.000 Kilometern irgendwelche Winterreifen drauf, die ich immer noch fahre. Da weiß ich noch nicht einmal die Marke, aber dieser Reifen rutscht noch nicht einmal beim zügigen Anfahren.

Dafür schiebt der Bus mit SR (Marke weiß ich hier auch nicht, ist aber irgendetwas mit "Matador" glaube ich) bei Regen gerne mal über die Vorderräder. Gut- wenn man das weiß, ist auch nicht so wild.

Nein, ich bin kein unbedingter Verfechter von Winterreifen. Ich kann halt nicht unbedingt die Vorteile eines SR immer so erkennen.

Sommerreifen bremsen bei Trockenheit schon besser. Wenn man die Winterreifen im Sommer fährt, sollte man sich mit Abstand und Geschwindigkeit drauf einstellen, dass der Bremsweg etwas länger ist. Eine geringere Geschwindigkeit ist trotz aller Technik immer noch der sicherste Weg zu einem kurzen Anhalteweg. Wobei man auch nicht schleichen muss, um auf das Niveau der Sommerreifen zu kommen. Hier kann man es ausprobieren:

http://www.internetratgeber-recht.de/.../frameset.htm?...

Sommerreifen auf trockener Straße sind dort mit einer Verzögerung von 6,5 angegeben, M+S unter gleichen Umständen mit 5,5. Das sind natürlich nur Richtwerte. Mit geeigneter Wahl der Vergleichsmodelle kann man sicher auf größere und auch auf kleinere Unterschiede kommen. Aber die Richtwerte sind sicher ganz gut, um einen Eindruck von der Größenordnung zu bekommen. Mit dem genannten Rechner habe ich mal etwas gespielt:

Will man einen Anhalteweg von 12 m, dann darf man mit Winterreifen 29,8 km/h fahren, mit Sommerreifen 31,6. Macht 1,8 km/h Unterschied. Wichtig ist, dass man den Anhalteweg betrachtet und nicht nur den Bremsweg, denn der zählt letztendlich. Bei 30 m gewünschtem Anhalteweg sind es 53,0 km/h für die Winterreifen und 56,6 km/h für die Sommerreifen, also schon 3,6 km/h die man mit letzteren schneller fahren kann. Mit höherer Geschwindigkeit steigt der Unterschied an, bei 50 m Anhalteweg sind es schon 5,2 km/h Vorteil für den Sommerreifen und bei 80 m sind es 7,0 km/h.

Man sieht also einen vorhandenen aber eher geringen Geschwindigkeitsvorteil für Sommerreifen. Wer mit schlechterer Bereifung unterwegs ist und dabei etwas langsamer fährt, kommt viel eher zum Stehen als das technisch bessere, schneller fahrende Auto. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass Basismodelle mit schmalen Allwetterreifen in der Typklasse der Haftpflicht meist unterhalb der breit und saisonbereiften Sportmodelle liegen.

Zitat:

@Harig58 schrieb am 21. Juni 2016 um 12:47:01 Uhr:


Mein Problem heißt Continental SportContact, der in der Größe 235/45/17 auf einem E-Klasse-Cabrio bei Nässe für mich kaum fahrbar ist. In Kurven bricht das Auto hinten leicht aus, beim Bremsen empfinde ich das Auto als unruhig. Profiltiefe rundum etwa 4 Millimeter. Wie dieser Sommerreifen auf anderen Fahrzeugen und in anderen Dimensionen ist, kann ich leider nicht sagen. In jedem Fall fahre ich daher mit diesem Auto bei Regenwetter echt ungern.

Wenn der Reifen auf deinem Wagen so schlecht ist, dann solltest du ihn gegen andere SR tauschen und die WR im Winter fahren. Mit 4 mm sind sie ohnehin schon kurz vor der empfohlenen Tauschgrenze für SR von 3 mm. Ich fahre selbst den Conti SC 5 in der Dimension 235/50 R18 und bin absolut zufrieden. Allerdings haben meine aktuell vorne noch 7,0 mm und hinten 6,5 mm. Ist deiner der ältere 2er, der 5er oder der neue 6er?

Zitat:

@markuc schrieb am 21. Juni 2016 um 13:16:46 Uhr:


Wenn man die Winterreifen im Sommer fährt, sollte man sich mit Abstand und Geschwindigkeit drauf einstellen, dass der Bremsweg etwas länger ist.

Und ich denke, genau das funktioniert in der Praxis nicht, da es Fahrsituationen gibt, die völlig überraschend auftreten und auf die man keinen Einfluss hat. Siehe Beispiel oben mit der Wildsau...

Zitat:

Man sieht also einen vorhandenen aber eher geringen Geschwindigkeitsvorteil für Sommerreifen.

Man könnte es auch Sicherheitsvorteil nennen...

Macht euch doch nicht lächerlich. Ich will jemanden sehen, der seine Winterreifen im Sommer runterfährt und dann auf der Landstrasse nur noch 95 fährt anstatt 100, da er ja Winterreifen drauf hat.
Wie ist es in Wirklichkeit? Der mit SR und der mit WR fahren beide 100 und 50 in der Ortschaft, völlig normal. Und da hat der WR den deutlich längeren Bremsweg.
Zum Rechenbeispiel der verlinkten Seite: Die Werte sind wohl alle stark anzuzweifeln. Reiner Bremsweg bei 6,5m/s² sind 59,35m laut dem Rechner. Das war 1952 vielleicht so. Reine Bremswege liegen heute deutlich unter 40m mit SR im Trockenen, also bei einer Verzögerung von rund 10m/s². Wenn es sportlicher wird, sind es unter 35m, also bis zu gut 12m/s².
Mit diesem Tool sollte man nicht allzu ernste Vergleiche ziehen (wollen).

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