Abgefahrene Winterreifen im Sommer fahren?
Eine Frage an euch, wie seht ihr das Thema Winterreifen mit 4mm oder weniger im Sommer abzufahren? Die Gummimischung ist ja weicher und bei heißer Witterung stellt sich die Frage, wie gut die Griffigkeit vorhanden ist.
Beste Antwort im Thema
Sommerreifen haben generell die besseren Fahreigenschaften.
Selbst bei Nässe um den Gefrierpunkt sind die Bremswerte eines Sommerreifens idR besser als die des Winterreifens.
Erst bei Schnee & Eis dreht sich das ganze um (weswegen Winterreifen ja durchaus ihre Berechtigung haben).
Ergo: Wer im Sommer mit Winterreifen fährt tut sich damit keinen Gefallen.
Speziell bei hohen Temperaturen und trockener Fahrbahn (= Sommer) schneiden Winterreifen bei Bremstest ganz abscheulich schlecht ab.
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Bis zu 16m Unterschied bei 100km/h.
Wie groß wird der Unterschied bei AB-Tempo ausfallen?
Das Thema hatten wir schon oft hier, auch dieses Beispiel hab ich bestimmt schon öfters gepostet.
Dann wird von von der "Ich merk garnix"-Fraktion und von den "Es gibt keinen Unterschied zwischen SR und WR"-Fanatics dumm angemacht
Für jemanden, der keinen Unterschied zwischen SR und WR spürt, ist es umso wichtiger, dass er im Winter Winterreifen und im Sommer Sommerreifen fährt. Denkt mal drüber nach. Oder fahrt wenigstens GJR.
Es ist wirklich unfassbar, was man hier liest.
So einen Scherzkeks möchte ich im Winter bei uns mal eine verschneite 15%-Steigung fahren sehen, egal ob hoch oder runter.
Was mir einfach nicht in den Kopf gehen will: Da wird teilweise viel Geld für optischen Schnickschnack und alle möglichen und ja auch sinnvollen Fahrassistenzsysteme und den Sicherheitsgewinn dadurch ausgegeben und gleichzeitig aber überlegt (rumgeknickert!), ob man Winterreifen im Sommer (ab)fahren kann?!?! 😕 🙄 😕...
Da kann die "Ich merk garnix"-Fraktion und die "Es gibt keinen Unterschied zwischen SR und WR"-Fanatics lange ihre Meinung vertreten, dass es aber in Fahrsituationen im Grenzbereich keine Alternative zu Sommereifen im Sommer gibt, ist ja längst er- und bewiesen. Natürlich kann man im Sommer mit Winterreifen sicherlich zu 95% weitgehend problemlos unterwegs sein, aber in besagten Grenzsituationen hat man dann eben keine Chance, fliegt aus der Kurve, kracht in den Vordermann und bringt sich und vor allem andere Verkehsteilnehmer in Gefahr. Das ist schlicht fahrlässig, vielleicht sogar grob fahrlässig!
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Zitat:
@Rainy01 schrieb am 20. Juni 2016 um 10:42:53 Uhr:
Das ist schlicht fahrlässig, vielleicht sogar grob fahrlässig!
Ist es. Wenn in einer Kaskoversicherung "grob fahrlässig" nicht ausgeschlossen ist, können die Leistungen von der VS gekürzt werden und das ist auch gut so.
http://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/verkehr-winterreifen-im-sommer-einschraenkungen-beim-kaskoschutz-moeglich-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140408-99-03601Zitat:
@Rainy01 schrieb am 20. Juni 2016 um 10:42:53 Uhr:
Natürlich kann man im Sommer mit Winterreifen sicherlich zu 95% weitgehend problemlos unterwegs sein, aber in besagten Grenzsituationen hat man dann eben keine Chance, fliegt aus der Kurve, kracht in den Vordermann und bringt sich und vor allem andere Verkehsteilnehmer in Gefahr. Das ist schlicht fahrlässig, vielleicht sogar grob fahrlässig!
Jetzt bitte die Kirche im Dorf lassen!
Im Prinzip bin ich auch für SR/WR aber die WR im Sommer "runterfahren" ist für mich auch kein Problem, ich merke aber den Unterschied...
Was Ihr "auf die letzten Meter kommt es aber an Bremser" aus meiner Sicht überseht ist die "Risikokompensation":
Beschrieben wird damit ein paradoxes Phänomen: Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit oder der Arbeitssicherheit können ganz oder teilweise unwirksam sein oder sogar in ihr Gegenteil verkehrt werden, weil sich die Verkehrsteilnehmer bzw. Arbeitnehmer sicherer fühlen. Sie verhalten sich deswegen teils riskanter als zuvor oder sind riskanteren Aktionen anderer ausgesetzt, weil ein möglicher Unfall als weniger wahrscheinlich oder weniger schwer eingeschätzt wird. Die psychologischen Vorgänge spielen sich dabei oft unbewusst ab.
(Quelle: Wikipedia)
Heißt für mich: ob ich nun meine WR runterfahre und bewusst nicht auf der letzten Rille unterwegs bin oder mit neuen Top-SR die Performance genieße, am Ende wird's gleich eng...
Mit Top-SR rumtuckern ist am Sichersten, aber wer will das schon....? 😁
@Rainy01: wenn man wegen WR "aus der Kurve fliegt" oder in den Vordermann "kracht" liegt das Problem nicht an den Reifen. Solche Szenarien lassen sich mit SR auch nicht "einschlagsfrei" meistern und deuten eher auf "unangepasste Fahrweise" hin.... Du Raudi 😁
Sorry, das ist für mich alles einfach nur der Versuch sich die WR im Sommer schön zu reden.
Zitat:
@moonwalk schrieb am 20. Juni 2016 um 11:31:03 Uhr:
wenn man wegen WR "aus der Kurve fliegt" oder in den Vordermann "kracht" liegt das Problem nicht an den Reifen.
Nehmen wir mal folgendes Szenario an: Normaler bis dichter Autobahnverkehr bei 30°C. Zwei identische Fahrzeuge sind auf der Autobahn unterwegs, das eine hat SR, das andere WR. Beide Fahrzeuge fahren 100 km/h. Plötzlich ist Stau und die Fahrer beider Fahrzeuge müssen voll auf die Bremse steigen (ein Szenario, welches sich täglich hunderte Male auf unseren Autobahnen ereignet). Der Bremsassistent erkennt eine Notbremsung und macht die Bremse mit voller Bremskraft zu. Das Fahrzeug mit SR kommt 1 m vor dem Vordermann zu stehen. Das Fahrzeug mit WR fährt auf den Vordermann auf (was mit höchster Sicherheit passieren wird).
Das soll nun nicht an den Reifen liegen? Falls tatsächlich nicht, an was soll es denn dann liegen?
Naja, der SR-Typ fährt wahrscheinlich eher 110 km/h und der wissende WR-Abfahrer fährt bei dichtem Autobahnverkehr nur 90 km/h oder lässt die Lücke größer - und nu?
Deine konstruierten identischen Bedingungen wirst Du in der Realtität so nie finden: Der Wagen mit SR könnte auch (weniger stark) einschlagen oder er könnte 7 m vorher zum Stehen kommen und für den WR hätte es auch gelangt. Wer fährt denn so präzise, dass er genau 1m vorher zum Stehen kommt - das ist doch ein reines Gedankenexperiment. Und wenn Du mal in die Wagen auf der AB reinschaust, was da so "nebenbei" vom Fahrer alles erledigt wird, ist die Frage "WR oder SR" noch das kleinste Problem bzgl. des Anhalteweges... 😉
P.S.
Zitat:
@Rainy01 schrieb am 20. Juni 2016 um 13:14:13 Uhr:
Sorry, das ist für mich alles einfach nur der Versuch sich die WR im Sommer schön zu reden.
Was soll das? Ich finde WR im Sommer auch nicht so toll, aber wenn es halt gerade "passt", why not? Mir geht es gar nicht ums Schönreden, aber manche (so wie Du) machen daraus ein Drama, als ob es lebensgefährlich und kurz vor dem Versicherungsentzug wäre... Das halte ich für maßlos übertrieben.
Der mit Winterreifen fährt aber keine 100km/h, sondern als erfahrener Fahrer, fährt er natürlich nur 85km/h, wenn er WR drauf hat und die mit SR 100 fahren. Das sagen die Winterreifen-im-Sommer-Fahrer doch die ganze Zeit. Gefahr gebannt. Und außerdem sind Gefahrenbremsungen ein so gut wie nie vorkommendes Phänomen, was völlig überdramatisiert wird. 🙄
Edit: Da war ich zu spät. Ich hätte aber nicht gedacht, dass das wirklich jemand schreibt, dass man mit WR dann langsamer fährt auf der AB.
Zitat:
@FloOdw schrieb am 20. Juni 2016 um 13:23:48 Uhr:
Edit: Da war ich zu spät. Ich hätte aber nicht gedacht, dass das wirklich jemand schreibt, dass man mit WR dann langsamer fährt auf der AB.
Tja, da kannste mal sehen... 😁
Es sind doch alles nur Beispiele/Szenarien um jeweils selber Recht zu behalten. Wenn einer ein Beispiel mit der Notbremsung auf dem letzten Meter macht, dann fahre ich im Beispiel eben langsamer oder lassse mehr Abstand... Wobei der Abstand auf der AB im dichten Verkehr wirklich das größte Problem heute sein dürfte.
Ich fahre jedenfalls definitiv anders mit SR oder WR im Sommer und kenne / ertaste auch den Grenzbereich. Das führt z.B. dazu, dass ich im Frühjahr immer etwas ängstlicher/langsamer um die Kurven heize, bis ich merke, mit SR geht da wieder mehr. Im Winter erfolgt die Umstellung zum Glück schneller 😁
Und mein Punkt ist: wer die WR im Sommer runterfährt und das durch die bewusst an diesen Reifen angepasset Fahrweise kompensieren kann, der hat am Ende (fast) das gleiche Risiko, wie der SR-Fahrer, der im Vertrauen auf seine SR-Performance munter drauflosheizt. Man muss halt wissen, ob man als Heizer mit WR im Sommer auch mal auf slow&low umschalten kann...
Anders sieht das bei der Klientel
- was/wo ist mein Grenzbereich
- im Auto mache ich eh noch andere Dinge nebenbei
- der Unterschied von WR zu SR existiert nur im Marketing der Hersteller
- etc.
aus. Solche weniger empfindsamen Fahrer sollten keine Experimente machen und Premium-SR fahren, damit sie jederzeit noch die Kurve kriegen ... 😉
Zitat:
@FloOdw schrieb am 20. Juni 2016 um 13:23:48 Uhr:
Ich hätte aber nicht gedacht, dass das wirklich jemand schreibt, dass man mit WR dann langsamer fährt auf der AB.
Du siehst, nichts ist unmöglich 😁. Das ist wohl die "Wikipedia-Theorie" 😎
Einmal ganz unabhängig davon war hier von den WR-Fahrern "zum Besten" gegeben (und verdreht) wird...,
Zitat:
@reox schrieb am 19. Juni 2016 um 21:40:38 Uhr:
gerade gefunden...
Bis zu 16m Unterschied bei 100km/h.
Wie groß wird der Unterschied bei AB-Tempo ausfallen?
...ist hier alles gesagt.
Vielleicht nähert man sich doch langsam einem Ergebnis:
Für Ottonormalverbraucher macht SR oder WR (fast) keinen Unterschied, Grenzgänger brauchen halt ihre Reifen. Die einen sind mit "Popometer" schon fast anachronistisch unterwegs, die anderen nutzen ihre elektronischen Helferlein. Aber alle wollen das Gleiche: möglichst schnell, heil und gesund ankommen.
Offensichtlich lehnt die breite Mehrheit die Verwendung von WR im Sommer ab, denn allein der Bremsweg wäre deutlich länger. Das ist ihr gutes Recht.
Vermisst habe ich jetzt aber Stimmen, die Sommerreifen mit Sommerreifen vergleichen. Abgesehen von der unterschiedlichen Bremsleistung der Fahrzeuge gibt es nämlich auch bei den Reifen Unterschiede, die bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 schon mal mehr als 10 Meter betragen können. Ist da die Sicherheitsreserve vernachlässigbar?
Und wo bleibt der Vergleich, in dem viele Sommerreifen auf trockener Straße einfach perfekt erscheinen, bei Nässe aber nur mit Vorsicht zu genießen sind? Ist es da auch egal, Hauptsache ich habe Sommerreifen darauf?
Zitat:
@Harig58 schrieb am 20. Juni 2016 um 14:53:34 Uhr:
Vielleicht nähert man sich doch langsam einem Ergebnis:Für Ottonormalverbraucher macht SR oder WR (fast) keinen Unterschied, Grenzgänger brauchen halt ihre Reifen.
Diesem "Ergebnis" würde ich mich keineswegs anschliessen. Auch Ottonormalverbraucher kann jederzeit in einer Situation kommen, in der es auf die Leistungsfähigkeit des Reifens ankommt - im Winter eher als im Sommer.
Leider wird dieser Fakt immer wieder ignoriert.
Zitat:
@AMenge schrieb am 20. Juni 2016 um 15:13:55 Uhr:
Auch Ottonormalverbraucher kann jederzeit in einer Situation kommen, in der es auf die Leistungsfähigkeit des Reifens ankommt - im Winter eher als im Sommer.Leider wird dieser Fakt immer wieder ignoriert.
Exakt DARUM geht es! JEDER kann JEDERZEIT und von jetzt auf gleich in eine Situation kommen auf die er keinerlei Einfluss hat und in der 100% Reifenleistung und nicht 95% gefragt sind! Da spielt Fahrroutine und "erkenne und ertaste den Grenzbereich" und all solche Sachen keine Rolle. Man steht in Bruchteilen einer Sekunde vor vollendeten Tatsachen. Darum geht es!
Dann verlasse ich mich im sommerlichen Platzregen lieber auf einen Michelin alpin Winterreifen als einen Linglong Sommerreifen.